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Geschichte
Ebingen um 1900

Erstmals erwähnt wurden die Orte Ebingen, Laufen, Lautlingen, Pfeffingen und Tailfingen in einer Urkunde des Klosters St. Gallen 793; 950 wurden auch Truchtelfingen, 1064 Onstmettingen und Burgfelden und 1275 Margrethausen erstmals urkundlich erwähnt, die alle heutiges Stadtgebiet sind. Bereits 1285 geht aus Urkunden hervor, dass Ebingen Stadtrechte verliehen worden waren, 1338 wurde das Kloster Margrethausen gestiftet.

Ebingen gehörte in der Mitte des 11. Jahrhunderts den Zollern und ging während einer zollerischen Erbteilung an die Grafen von Hohenberg über. Diese verpfändeten die Stadt 1367 an Württemberg, wo sie bald darauf Sitz eines Amtes wurde. 1403 kamen auch Burgfelden, Laufen, Onstmettingen, Pfeffingen, Tailfingen und Truchtelfingen zu Württemberg.

Durch die Einführung der Reformation 1534 in Württemberg unter Ulrich, wurden die Orte Burgfelden, Ebingen, Laufen, Onstmettingen, Pfeffingen, Tailfingen und Truchtelfingen evangelisch. Der Konstanzer Reformator Ambrosius Blarer war hier im Auftrag des Herzogs tätig. 1550 ging die Ortsherrschaft von Lautlingen und Margrethausen von den Herren von Tierberg an die Herren von Westerstetten über, 1625 weiter an die Herren von Stauffenberg, 1805 kamen auch diese beiden Orte zu Württemberg.

In der Zeit von 1601 bis 1605 wurden in Hexenprozessen aus Albstadt fünf Frauen und vier Männer verurteilt[4] und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.[5]

Zwischen 1764 und 1770 war der „Mechanikerpfarrer“ Philipp Matthäus Hahn der Pfarrer der Gemeinde Onstmettingen. 1807 wurde das Amt Ebingen aufgelöst und dem Oberamt Balingen zugeteilt; Ebingen wurde jedoch zwischen 1810 und 1817 Sitz eines eigenen Ober- bzw. Unteramtes.

1811 wurde das Kloster Margrethausen aufgelöst und die Gemeinden Lautlingen und Margrethausen auf königlichen Erlass hin getrennt. 1834 gab es die erste Dampfmaschine im Königreich Württemberg in Ebingen, 1842 wurde das Hauptgebäude des Stauffenberg-Schlosses in Lautlingen in seiner heutigen Form errichtet. 1859 werden – als Spätfolge der Auflösung des Klosters – die Klosterkirche und der Südflügel der Klosteranlage Margrethausen abgebrochen.

Als Beginn der Industrialisierung in diesem Gebiet wird die Eröffnung der „Zollernbahn“, die von Tübingen bis Sigmaringen führte, angesehen (Eröffnung der Bahnstation in Ebingen 1878). 1892 wurden in Burgfelden in der St.-Michaelskirche Wandmalereien gefunden. Am 16. November 1911[6] wurde das heutige Stadtgebiet durch ein Erdbeben schwer zerstört, wobei insbesondere die Gebiete von Lautlingen und Margrethausen betroffen waren. 1930 wurde Tailfingen zur Stadt erhoben und am 1. Januar 1934 nach Truchtelfingen eingemeindet. Am 28. Mai 1943 kam es erneut zu einem Erdbeben mit zum Teil schweren Gebäudeschäden.[6]

Im Zweiten Weltkrieg wurde 1944 ein schwerer Bombenangriff auf Ebingen und 1945 ein ebensolcher auf Laufen geflogen. Im April rückten die Franzosen ein; das heutige Stadtgebiet Albstadts fiel dabei an das Land Württemberg-Hohenzollern, ab 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern innerhalb Baden-Württembergs.

1956 wurde Ebingen „Große Kreisstadt“. Am 1. Juli 1971 wurde Burgfelden nach Pfeffingen eingemeindet. Margrethausen wurde am 1. Dezember 1971 in die Stadt Ebingen eingegliedert. Am 1. Mai 1972 wurde Lautlingen und am 1. Mai 1973 auch Laufen an der Eyach zu Ebingen gezählt.[7]

Albstadt entstand am 1. Januar 1975 durch den Zusammenschluss der Städte Ebingen (mit Laufen an der Eyach, Lautlingen und Margrethausen) und Tailfingen (mit Truchtelfingen). Die Gemeinden Onstmettingen und Pfeffingen (mit Burgfelden) kamen hinzu.[8]

Die Fusion wurde insbesondere von Hans Hoss, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Ebingen, und Horst Kiesecker, Bürgermeister der Stadt Tailfingen, vorbereitet und letztlich trotz kontroverser Bürgerentscheide von den Gemeinderäten verabschiedet.

Am 3. September 1978 wurde das Stadtgebiet wiederum von einem schweren Erdbeben heimgesucht, was zwar hohe Sach-, aber keine Personenschäden verursachte. 6850 Gebäude wurden beschädigt. Der Schaden belief sich auf 275 Mio. DM.[6]

Das Freizeitbad Badkap wurde 1980 eröffnet, sieben Jahre später fanden in Albstadt die Heimattage Baden-Württemberg statt. 1988 wurde schließlich die „Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen“ (heute: Hochschule Albstadt-Sigmaringen) eröffnet, im Jahr darauf das Philipp-Matthäus-Hahn-Museum in Albstadt-Onstmettingen.

Das Maschenmuseum in Tailfingen wie auch das Ebinger Heimatmuseum bestehen seit 1996. 2004 wurde die Westtangente in Ebingen fertiggestellt. 2007 fanden die Baden-Württembergischen Literaturtage in Albstadt statt.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1975 50.772
31. Dezember 1980 48.152
25. Mai 19871 46.369
31. Dezember 1990 49.021
31. Dezember 1995 49.463
31. Dezember 2000 47.855
31. Dezember 2005 46.505
31. Dezember 2010 44.974
31. Dezember 2015 44.431
Bevölkerungsentwicklung von Albstadt

1 Volkszählungsergebnis (Daten früherer Jahre finden sich z. B. bei Ebingen)

Staatsangehörigkeiten

2012 hatten 5.806 Einwohner (13,19 %) eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die größten Anteile hatten Staatsangehörige der Türkei (1.537 Personen, 3,49 % der Gesamtbevölkerung), Italien (1.273 Personen, 2,89 %), Kroatien (455 Personen, 1,03 %) und Serbien (402 Personen, 0,91 %).[9]

Religion
Martinskirche Ebingen
Pauluskirche Tailfingen

Folgende Kirchen und Glaubensgemeinschaften sind in Albstadt vertreten:

Evangelische Landeskirche in Württemberg
Bistum Rottenburg-Stuttgart
Islamische Gemeinde Ebingen
Ahmadiyya Muslim Jamaat Ebingen
Evangelisch-methodistische Kirche in Ebingen, Tailfingen und Pfeffingen
Adventgemeinde in Ebingen
Altpietistischer Gemeinschaftsverband in Onstmettingen
Biblische Glaubens-Gemeinde Zollernalb in Ebingen
Freie Christengemeinde
Jehovas Zeugen in Ebingen und Tailfingen
Neuapostolische Kirche in Tailfingen[10]
Russisch-Orthodoxe Kirche in Tailfingen

Das Gebiet der heutigen Stadt Albstadt gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „ante nemus“ unterstellt. Infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde in den meisten Stadtteilen 1534 die Reformation eingeführt, so dass diese über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch waren. Lediglich die Orte Lautlingen und Margrethausen blieben beim alten Glauben, weil die Orte als freie Reichsritterschaft den Herren von Tierberg gehörten und diese beim alten Glauben blieben. In allen evangelischen Orten gibt es daher jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine meist alte, evangelische Kirche. Die evangelischen Kirchengemeinden in den Stadtteilen Burgfelden, Ebingen, Laufen an der Eyach, Onstmettingen, Pfeffingen, Tailfingen und Truchtelfingen gehören zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Balingen der Evangelischen Landeskirche Württemberg, wobei in Tailfingen neben der alten Peterskirche im 20. Jahrhundert ebenso wie in Ebingen weitere Kirchen entstanden, nämlich 1907 die Pauluskirche, 1953 die Erlöserkirche und 1965 das evangelische Gemeindezentrum auf Stiegel.

Bedingt durch die Industrialisierung zogen im 19. Jahrhundert wieder Katholiken nach Ebingen und Tailfingen, später auch in die anderen evangelischen Stadtteile Albstadts. 1892 konnte sich die Gemeinde Ebingen ihre eigene Kirche St. Josef bauen, die gleichzeitig zur Pfarrei erhoben wurde. Eine weitere katholische Kirche mit Pfarrei (Heilig-Kreuz) wurde 1965 errichtet, gefolgt von der St.-Hedwigskirche von 1973. In Tailfingen wurde 1903 die St.-Bonifatius-Kirche errichtet, die jedoch 1935 abgebrochen wurde. Die heutigen katholischen Kirchen in Tailfingen sind die St.-Elisabeth-Kirche von 1935 und die St.-Franziskus-Kirche von 1969. In Onstmettingen wurde 1955 die Kirche St. Maria gebaut. Die Kirchengemeinde St. Margareta in Margrethausen, die eine Kirche aus dem Jahr 1707 besitzt, betreut auch die Katholiken in Burgfelden und Pfeffingen. Zur Kirchengemeinde St. Johann Baptist Lautlingen, deren Pfarrkirche zweimal neu erbaut wurde, nämlich 1670 nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg ein weiteres Mal nach dem Erdbeben 1911, gehören auch die Katholiken in Laufen an der Eyach. Alle katholischen Kirchengemeinden Albstadts gehören zum Dekanat Balingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

St. Josef

Pfeffingen

Laufen

Tailfingen

Altpietisten

Neuapostolisch

Lighthouse Zollernalb

Politik
Verwaltungsgemeinschaft

Mit der Nachbargemeinde Bitz ist die Stadt Albstadt eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Rathaus Ebingen
Zweitwohnungssteuer

Seit dem 1. Juli 2010 erhebt die Stadt Albstadt eine Zweitwohnungssteuer in Höhe von 8 % der Jahresnettokaltmiete.[11] Als Rechtsgrundlage dient die Satzung zur Erhebung einer Zweitwohnungssteuer vom 24. Juni 2010. Auch Studenten und Auszubildende müssen diese Steuer zahlen.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 39,7 % zu folgendem Ergebnis:[12]

Partei / Liste CDU FWA SPD FDP Grüne ZUG*
Sitze 11 8 6 3 3 1
Stimmenanteil 33,8 % 24,0 % 17,7 % 10,8 % 9,7 % 4,1 %

* Zukunftsorientiert – Unabhängig – Gemeinsam

Stadt- und Gemeindevorstände
Historische Entwicklung

An der Spitze der Stadt Ebingen stand seit dem 13. Jahrhundert ein Schultheiß, der den Landes- und Gerichtsherrn vertrat. Ab 1659 wurde dieser vom Amtmann abgelöst, welcher 1759 als Oberamtmann bezeichnet wurde. Neben dem Schultheißen gab es einen Rat (erstmals 1353 erwähnt), der mit dem Gericht identisch war. Mit der Bezeichnung „Bürgermeister“ war der oberste Finanzbeamte der Stadt gemeint. 1929 wird die Bezeichnung „Stadtschultheiß“ in Württemberg durch die heute noch gültige Bezeichnung „Bürgermeister“ ersetzt. Seit der Erhebung Ebingens zur Großen Kreisstadt 1956 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Diese Bezeichnung trägt auch das Stadtoberhaupt der 1975 neu gebildeten Stadt Albstadt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und der weitere Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Oberbürgermeister von Albstadt
1975–1991: Hans Pfarr (CDU)
1991–1999: Hans-Martin Haller (SPD)
1999–2015: Jürgen Gneveckow (CDU)
seit 2015: Klaus Konzelmann (Freie Wähler)

Die Wahl zum Oberbürgermeister 2015 löste ein überregionales Medienecho aus, weil der spätere Gewinner Klaus Konzelmann (Freie Wähler) sich im ersten Wahlgang nicht offiziell beworben hatte. Er lag dennoch nur knapp hinter dem bisherigen Amtsinhaber Gneveckow und gewann im zweiten Wahlgang am 22. März 2015 – unterstützt von der SPD – unerwartet deutlich mit 60,2 Prozent.[13][14] Die Wahlbeteiligung lag bei 43,7 %.[15] Konzelmann trat sein Amt am 1. Juni 2015 an.[16]

Städtepartnerschaften

Albstadt unterhält seit 1979 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Chambéry[17] in Frankreich sowie eine Entwicklungspatenschaft mit der Gemeinde Bisoro[18] in Burundi (Afrika).

Im Partnerschaftsvertrag bekundeten die Städte Albstadt und Chambéry, sich für die Menschen in der Dritten Welt einsetzen zu wollen und unterstützten daher finanziell verschiedene Projekte in Afrika. Daraus entwickelte sich die 1993 abgeschlossene, erfolgreiche Entwicklungspatenschaft mit dem Verein der Freunde der Gemeinde Bisoro (Amis de la Commune Bisoro, AACOBI).

Durch Spenden der Bürger aus Albstadt, den direkten Kontakt und durch die Unterstützung der Projekte durch die UNO und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnten seit 1993 durch diese Patenschaft mehrere Schulgebäude saniert, sechs Schulgebäude neu gebaut, sowie mehrere Trinkwasserversorgungsleitungen und Gesundheitsstationen in der afrikanischen Gemeinde Bisoro finanziert werden.

Wappen

Blasonierung: „Unter goldenem Schildhaupt, darin eine linksgewendete schwarze Hirschstange, in Blau eine silberne Silberdistelblüte mit sechs strahlenförmig angeordneten silbernen Distelblättern.“ Die Stadtflagge ist weiß-blau.
Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Tübingen am 27. April 1976 verliehen. Die württembergische Hirschstange deutet auf die Zugehörigkeit der Stadtteile Albstadts zu Württemberg hin. Die Silberdistel wurde als typische Pflanze der Schwäbischen Alb in das Wappen aufgenommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater

Im Thalia-Theater Albstadt gastieren zahlreiche Tourneebühnen.

Museen

Ebingen:

Kunstmuseum Albstadt
Heimatmuseum
Museum im Kräuterkasten

Tailfingen:

Maschenmuseum
Otto-Hahn-Gedenkstätte in der IHK-Akademie

Lautlingen:

Stauffenberg-Gedenkstätte
Musikhistorische Sammlung Jehle im Stauffenbergschloss
Nähmaschinenmuseum der Firma Mey

Onstmettingen:

Philipp-Matthäus-Hahn-Museum

Musik

Albstadt verfügt über drei große Blasorchester:

Ebingen (Städtisches Orchester Albstadt)
Tailfingen (Stadtkapelle Tailfingen)
Onstmettingen (Großes Blasorchester Albstadt e. V.)

die sich in der Höchststufe bewegen. Hier werden vor allen Dingen sinfonische Blasmusik und konzertante Stücke gespielt.

Musikvereine bzw. -kapellen gibt es in:

Laufen
Lautlingen
Margrethausen
Pfeffingen
Truchtelfingen

Hier werden konzertante Blasmusik und volkstümliche Musikliteratur gepflegt. Alle Vereine geben regelmäßig Konzerte und wirken bei zahlreichen Veranstaltungen mit.
Außerdem gibt es in Albstadt vier Posaunenchöre, welche entweder den jeweiligen Kirchengemeinden oder dem CVJM zugeordnet sind. Als Zusammenschluss der Posaunenchöre Tailfingen, Onstmettingen und Pfeffingen gibt es heute den T O P – Chor in Tailfingen, den Posaunenchor Truchtelfingen, Posaunenchor Ebingen und Posaunenchor Laufen.

Bauwerke

Informationen zu den Sehenswürdigkeiten der Ortsteile finden sich in den Artikeln zu Burgfelden, Ebingen, Laufen, Lautlingen, Margrethausen, Onstmettingen, Pfeffingen, Tailfingen

Parks und Abenteuerspielplätze
Burgfelden (Heersberg)
Ebingen (Rossberg, Waldheim)
Laufen (Rübhay)
Onstmettingen (Lembergstraße, Schneckenbuckel)
Tailfingen (Schöne Egert, Unterer Berg)
Truchtelfingen (beim Schützenhaus)
Sport und Freizeit

In Albstadt befindet sich die Landessportschule des Württembergischen Landessportbundes. Dabei handelt es sich um ein Bildungs-, Trainings- und Sportzentrum, das 1950 mit dem Ziel gegründet wurde, den Sportlerinnen und Sportlern „ihre“ Schule für Sport, Bildung und sportliche Begegnung zu schaffen.

Die Stadt hat mehrere Hallenbäder (Hallenbad Ebingen, Lehrschwimmbäder Onstmettingen und Tailfingen), Skilifte (u. a. FIS-Renn-Skipisten in Tailfingen und Ebingen) und verschiedene ausgeschilderte Langlaufloipen.

Weitere Freizeitangebote sind das „naturbad Albstadt“ (im Stadtteil Tailfingen) und das Freizeitbad „badkap“ (im Stadtteil Lautlingen). Albstadt verfügt über ein gut ausgeschildertes System von Wanderwegen und liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Bekannte Sportvereine sind der Skiclub Onstmettingen, die Mountain Bike RSG Zollernalb und der Radrennsport RSV Tailfingen. Diese richten verschiedene überregional bekannte Radsport-Veranstaltungen aus, dazu gehört ein Rennen der Deutschen Mountainbike Bundesliga, mehrere Straßenrennen sowie der Albstadt-Bike-Marathon mit mehr als 3200 Startern (2010). Regelmäßig gastiert der UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt mit vier olympischen Crosscountry-Rennen. Darüber hinaus finden weitere Rennen im Rahmenprogramm statt.[19]

Das Capitol in Ebingen ist das größte Kino der näheren Umgebung und umfasst acht Kinosäle sowie eine Cocktailbar.

Das Albaquarium Albstadt ist das einzige deutsche Schauaquarium in Deutschland unter Vereinsführung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Früher lebte die Stadt von der Textilindustrie, deren Dominanz seit den 1970er Jahren allerdings ständig abgenommen hat. Wirtschaftliche Standbeine sind heute neben der Textilindustrie die Werkzeug- und Elektroindustrie sowie der Fremdenverkehr. Größte Einzelfirma ist im Ortsteil Ebingen die „Nadelfabrik“ als Stammsitz der internationalen Firmengruppe Groz-Beckert.

Verkehr

Albstadt ist über die B 463 Pforzheim–Sigmaringen zu erreichen. Diese führt durch die Stadtteile Laufen, Lautlingen und Ebingen im Süden des Stadtgebiets. Die nächsten Anschlussstellen an die Bundesautobahn 81 Würzburg–Singen sind Empfingen und Oberndorf am Neckar.

Albstadt liegt an der Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen (Zollernalbbahn). Neben dem Bahnhof Albstadt-Ebingen befinden sich drei weitere Bahnstationen im Stadtgebiet (Albstadt-Laufen Ort, Albstadt-Lautlingen und Albstadt-Ebingen West). Bis zur Stilllegung des Personenverkehrs im Jahr 1998 zweigte zudem in Albstadt-Ebingen die Talgangbahn in Richtung Albstadt-Onstmettingen ab.
Stündlich fahren Züge der Hohenzollerischen Landesbahn in Richtung Tübingen Hauptbahnhof bzw. zweistündlich in Richtung Sigmaringen. Darüber hinaus verkehrt zweistündlich ein Interregio-Express in Richtung Stuttgart bzw. Aulendorf. Daneben ist Albstadt durch diverse Stadt- und Regionalbuslinien an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Auf allen Verkehrsmitteln gilt der einheitliche Tarif des Verkehrsverbundes Neckar-Alb-Donau (NALDO).

Bei Albstadt liegt der Flugplatz Albstadt-Degerfeld (EDSA).

Medien

Die wichtigsten lokalen Zeitungen sind der Zollern-Alb-Kurier und der Schwarzwälder Bote.

Im Stadtteil Ebingen unterhält der Südwestrundfunk (SWR) ein Korrespondenten-Büro. Auf dem Raichberg befindet sich ein 137 Meter hoher Sendemast des SWR für UKW und TV. Südlich des Ortsteils Ebingen auf dem Malesfelsen existiert ein UKW-Rundfunksender zur Verbreitung zweier Radioprogramme des SWR mit geringer Leistung und südlich des Ortsteils Laufen auf dem Gräbelesberg einer für die Programme privater Anbieter.

Sendemast Raichberg

Sendeturm auf dem Malesfelsen

Sendeturm auf dem Gräbelesberg

Einrichtungen

Albstadt hat ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Hechingen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Ferner gibt es zwei Notariate, in Ebingen und Tailfingen.

In den Stadtteilen Ebingen, Tailfingen und Onstmettingen gibt es jeweils eine Stadtbücherei.

Bildung
Hochschule Albstadt-Sigmaringen

In Albstadt befindet sich ein Standort der Hochschule Albstadt-Sigmaringen – Hochschule für Technik und Wirtschaft sowie ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschulen).

Die Stadt Albstadt ist Schulträger des Gymnasiums Ebingen und des Progymnasiums Tailfingen, der Lammerberg-Realschule Tailfingen, der Schlossberg-Realschule Ebingen und der Wilhelm-Hauff-Schule (Förderschule). Ferner unterhält sie fünf Grund- und Hauptschulen (Pfeffingen, Ignaz-Demeter-Schule Lautlingen, Luther-Schule Tailfingen, Schalksburg-Schule Ebingen, Schillerschule Onstmettingen), eine Hauptschule (Hohenberg-Hauptschule) und sieben selbständige Grundschulen (Grundschule an der Sommerhalde Truchtelfingen, Laufen, Margrethausen, Kirchgrabenschule Ebingen, Lammerbergschule Tailfingen, Langenwand-Grundschule Tailfingen und Oststadt-Grundschule Ebingen).

Der Zollernalbkreis ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Hauswirtschaftliche Schule Albstadt und Walther-Groz-Schule – Kaufmännische Schule Albstadt) sowie der Rossentalschule für Geistigbehinderte.

Die private Abendrealschule, der private Sonderschulkindergarten für Geistigbehinderte, der private Sonderschulkindergarten für Körperbehinderte, die Private Berufsfachschule für Mode und die Private Sonderberufsschule der ABA runden das schulische Angebot Albstadts ab.

Auch eine Musik- und Kunstschule und eine Volkshochschule sind in Albstadt ansässig.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Albstadt bzw. die Vorgängerstädte haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Johannes Hartmann (1832–1911), Stadtschultheiß
Reinhold Haux (1853–1939), Fabrikant
Gottlieb Christian Rieber, Fabrikant, Gründer des norwegischen Unternehmens GC Rieber
Friedrich Maag (1867–1942), Fabrikant
Paul Hermann Scheerer (1868–1947), Fabrikant
Eugen Immanuel Ott (1868–1960), Fabrikant
Gottlob Hummel (1869–1952), Heimatforscher und Schriftsteller
Adolf Groz (1876–1951), Industrieller
Walther Groz (1903–2000), Fabrikant und Oberbürgermeister von Ebingen 1948 bis 1960
Kurt Georg Kiesinger (1904–1988), Ministerpräsident von Baden-Württemberg (1958–1966) und Bundeskanzler (1966–1969)
Ernst Kircher (1903–1983), Bürgermeister
Hans Hoss (1923–2013), Oberbürgermeister
Söhne und Töchter der Stadt
Hugo Bertsch (1851–1935), Autor
Karl Bodmer (1911–1955), Motorradrennfahrer
Wilhelm Dodel (1850–1934), Jurist („schwäbischer Salomo“)
Gregor Dorfmeister (alias Manfred Gregor; * 1929), Journalist und Schriftsteller (u. a. Die Brücke)
Hermann Essig (1878–1918), Dramatiker, Erzähler und Lyriker
Jürgen Gneveckow (* 1952 in Tailfingen), von 1999 bis 2015 Oberbürgermeister von Albstadt
August Gompper (1886–1969), geboren in Laufen, Landtagsabgeordneter (SPD)
Tanja Grandits (* 1970), Köchin, mit zwei Sternen im Guide Michelin ausgezeichnet
Walther Groz (1903–2000), geboren in Ebingen, Fabrikant, Oberbürgermeister von Ebingen
Fritz Haux (1887–1966), Fabrikant und Politiker
Friedrich Haux (1860–1929), Fabrikant
Monika Herzig (* 1964), Jazzmusikerin und Musikwissenschaftlerin
Kurt Georg Kiesinger (1904–1988), Ministerpräsident von Baden-Württemberg (1958–1966) und Bundeskanzler (1966–1969)
Klaus Konzelmann (* 1962 in Truchtelfingen), Kriminalpolizist und derzeitiger Oberbürgermeister von Albstadt
Christian Landenberger (1862–1927), impressionistischer Maler und Professor an der Stuttgarter Kunstakademie
Johann Martin Landenberger (1804–1873), geboren in Ebingen, Unternehmer, Landtagsabgeordneter
Florian Lüsch (* 1993), Eishockeyspieler
Dieter Maute (* 1967 in Tailfingen), Kunstradfahrer und Trainer
Manfred Maute (* 1939 in Tailfingen), Kunstradfahrer und Trainer
Silke Porath (* 1971), Autorin
Rachel Rep (* 1967), Model, Schlagzeugerin und Autorin
Martin Rominger (* 1977), Kunstradfahrer
Johann Christoph von Schmid (1756–1827), geboren in Ebingen, Theologe, Generalsuperintendent in Ulm
Axel Thoma (* 1964), Fußballspieler und -trainer
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Ambrosius Blarer (1492–1564), evangelischer Pfarrer und Kirchenlieddichter, Reformator in Albstadt-Tailfingen 1534–1538
Ignaz Anton Demeter (1773–1842), 1802–1808 Pfarrer in Lautlingen, 1836–1842 Erzbischof von Freiburg.
Otto Hahn (1879–1968), Chemiker, Atomwissenschaftler, Nobelpreisträger. Nachdem das Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin im Frühjahr 1944 ausgebombt worden war, forschte er vom Juni 1944 bis April 1945 in Tailfingen.
Philipp Matthäus Hahn (1739–1790), Pfarrer, Konstrukteur und Erfinder; lebte 1764–1770 in Onstmettingen
Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944), Offizier, Attentäter auf Adolf Hitler; verbrachte Teile seiner Jugend in Lautlingen
Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (1905–1944), Jurist, Beteiligter am Attentat auf Adolf Hitler; verbrachte Teile seiner Jugend in Lautlingen
Martin Schaudt (* 1958), Dressurreiter
Literatur
Heinz Bader: Am Ursprung der Eyach. Alt-Pfeffingen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-722-4.
Hermann Bizer: Die Flurnamen von Tailfingen mit Truchtelfingen in ihrer sprachlichen und wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung . Tailfingen 1940. (Tübingen, Univ., Diss., 1940)
Hermann Bizer: Tailfinger Heimatbuch. Tailfingen 1953.
Joseph Halm: Chronik des Bleichers Johannes Jerg 1771–1825. Ein Heimatbuch der Stadt Ebingen. Balingen 1952.
Gottlob Friedrich Hummel: Kriegschronik der Stadtgemeinde Ebingen. Steinkopf, Stuttgart 1919.
Gottlob Friedrich Hummel: Ebingen. Verlag der Genossenschaftsdruckerei, Ebingen 1923.
Ernst Koch: Am Stadtbrunnen. Ebinger Geschichte in Geschichten. Albstadt-Ebingen 1990.
Volker Lässing: Den Teufel holt keiner ! Otto Hahn und sein Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Tailfingen. CM-Verlag, Albstadt 2010. ISBN 978-3-939219-00-2.
Peter Thaddäus Lang, Wilhelm Conzelmann: Tailfingen, die Trikotstadt. Albstadt 1990, ISBN 3-9801725-1-1.
Peter Thaddäus Lang: Katholiken im Talgang. Albstadt 1993, ISBN 3-9801725-2-X.
Peter Thaddäus Lang: Ebingen. Die Fünfzigerjahre. Sutton-Verlag, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-011-8.
Peter Thaddäus Lang: Ebinger Legenden. Markante Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. SP-Verlag, Albstadt 2007, ISBN 978-3-9811017-7-5.
Peter Thaddäus Lang: Tailfingen. Die Wirtschaftswunderzeit. Sutton-Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-447-0.
Wilhelm Maute: Vergessene Ereignisse aus fünf Jahrhunderten, zugetragen in der Stadt Ebingen. Silberburg-Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-87407-338-6.
Alfred Munz: Philipp Matthäus Hahn. Pfarrer und Mechanikus. Thorbecke, Sigmaringen 1990, ISBN 3-7995-4122-5.
Johannes Raster: Bilder aus der Heimatgeschichte Onstmettingens, Onstmettingen o. J.
Gustav Rieber: Laufen. Geschichten aus der Eyachtalgemeinde. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-792-5.
Walter Stettner: Ebingen. Die Geschichte einer württembergischen Stadt. Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-4094-6.
Friedrich Wissmann: An der Eyachquelle. Ein Heimatbuch von Pfeffingen und Burgfelden. 1959.
Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961.
Albstadt (mit Fotos von Manfred Grohe), Silberburg-Verlag, ISBN 3-87407-331-9.
25 Jahre Albstadt, Hrsg. Stadt Albstadt (2000).
Roger Orlik: Im Flugzeug über Ebingen – Luftaufnahmen von 1927- eine Sammlung von Original-Aufnahmen aus dem Ebinger Flugzeug. SP-Verlag, Albstadt 2007, ISBN 978-3-9811017-3-7.
Karl Bergmann: Die Trikotagenindustrie in Tailfingen/Württemberg. Tailfingen 1947.
Andreas Conzelmann: Werden und Wachsen der Tailfinger Gemeinschaft. Tailfingen 1922. Erweiterte Auflage Tailfingen 1971.
Friedrich Konzelmann: Die Sippe Conzelmann. Tailfingen 1940. Neu hrsg. v. Walter Conzelmann, Tailfingen 1987.
Samuel Maute: Tailfinger Heimatbüchlein. Tailfingen 1930.
Heinrich Weidle: Damals im Talgang. Ein Rückblick in Bildern. Tailfingen 1985.
Carl Metzger: Tagolf. Erzählung aus Tailfingens Vorzeit. Selbstverlag des Verfassers, ohne Jahresangabe.
Kurt Georg Kiesinger: Dunkle und helle Jahre. DVA, Stuttgart 1989, ISBN 3-421-06492-X.
Weblinks
 Commons: Albstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Albstadt – Reiseführer
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