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Geschichte
Amöneburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Amöneburg und Umgebung im Jahre 1694: Kupferstich des Mainzer Kartographen Nikolaus Person
Amöneburg um 1850, Stahlstich von Henry Winkles

Bodenfunde belegen, dass das Gebiet schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt war. So u. a. ein Gefäß der Rössener Kultur sowie das Bruchstück einer Streitaxt aus Stein und ein weiteres Steinbeil, datiert um 2000 v. Chr. In der keltischen Zeit wird eine Stadtsiedlung (oppidum) vermutet. Im Jahre 721 gründete Bonifatius unterhalb der Burg Amöneburg eine Klosterzelle, die er 732 durch eine dem Erzengel Michael geweihte Kirche erweiterte. Das damit verbundene kleine Kloster war zunächst wohl reichsunmittelbar und wurde um 1120 unter Erzbischof Adalbert I. Mainzer Eigenkloster.[2]

Südlich von Amöneburg befindet sich die Ruine der Wenigenburg aus dem 12. Jahrhundert.

Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts gehörten große Teile Hessens zur Landgrafschaft Thüringen und ab 1247 zur Landgrafschaft Hessen, die bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts mit dem Erzbistum Mainz um die Vorherrschaft in Mittel- und Nordhessen konkurrierten. Auch nachdem die Landgrafen 1427 endgültig siegten, verblieben Kurmainz noch einige Besitzungen als Exklaven in hessischem Gebiet. Dazu gehörte auch der Sprengel Amöneburg.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden die Stadt und Burg Amöneburg mehrfach besetzt. 1621 eroberte Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel die Stadt und die Burg. In den folgenden Jahren wurden die Verteidigungsanlagen wieder in Stand gesetzt und ausgedehnte Schanzen angelegt. Die Befestigung ist auf dem Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1655 zu erkennen. Am 6. November 1640 wurde die Stadt von kaiserlichen Truppen erobert. Am 19. Juni 1646 kam es zu einer erneuten Eroberung der Stadt durch hessische und schwedische Truppen unter General Carl Gustav Wrangel.[3]

An der Brücker Mühle befindet sich die steinerne Ohm­brücke, die ein historisch wichtiger Straßenübergang war. Bedeutung erhielt sie durch das Gefecht der Hessen, Hannoveraner und Braunschweiger gegen die Franzosen im Jahre 1762, die Schlacht an der Brücker Mühle, im Siebenjährigen Krieg. Bei dem 14-stündigen Kampf am 21. September 1762[4] gab es 527 Tote und 1363 Verletzte auf beiden Seiten, jedoch keinen Gewinner. Einige Wochen danach wurde ein Waffenstillstand unterzeichnet.

Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde Amöneburg mit den anderen ehemaligen Mainzer Exklaven Fritzlar, Naumburg und Neustadt zum sogenannten Fürstentum Fritzlar vereinigt und der Landgrafschaft Hessen-Kassel eingegliedert, deren Regent gleichzeitig zum Kurfürsten erhoben wurde. Mit der Annexion von Hessen-Kassel durch Preußen im Jahre 1866 wurde Amöneburg preußisch.

Bei Amöneburg befand sich auch eine Wasserburg aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, die Burg Radenhausen.

1821 bis 1932 war Amöneburg Sitz des Justizamtes bzw. Amtsgerichtes Amöneburg.

Eingemeindungen

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rüdigheim nach Amöneburg eingemeindet.[5]

Historische Namensformen

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind.[6]

Amanaburch (721 (VIII))
Hamanaburch (11. Jahrhundert)
Ameneburc (1111/1137)
Amerburch (1250/60 (Ende XII))
Amelburg (1295)
Ammeneburg (um 1364)
Omelburg (1457)
Amenburg (1457)
Amoeneburg (1493)
Omenburg (1515)
Amaeneburg (1564)
Territorialgeschichte und Verwaltung

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Amöneburg unterstand im Überblick:[6][7]

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Oberamt Amöneburg[8]
ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg
ab 1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg
1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Amöneburg
ab 1815: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Amt Amöneburg
ab 1821: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
ab 1848: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
ab 1851: Deutscher Bund, Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Kreis Marburg
ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
am 31. Dezember 1971 wurden die Stadt Amöneburg und die Gemeinden Erfurtshausen, Mardorf, Roßdorf und Rüdigheim zur neu gebildeten Stadtgemeinde Amöneburg zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Amöneburg.
1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Amöneburg war als Gericht erster Instanz für Amöneburg zuständig. Das Justizamt Amöneburg war bis 1831 Assistenzamt des Justizamts Kirchhain und danach selbständiges Justizamt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[9]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erging im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[10] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Kirchhain. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[11]
Dabei wurde das Justizamt Kirchhain 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Kirchhain dem das Justizamt Amöneburg zugeschlagen wurde. Die Aufhebung des Justizamtes Amöneburg wurde aber revidiert und es wurde am 1. Januar 1868 als Amtsgericht Amöneburg weitergeführt.

Auch mit dem in Kraft treten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. Zum 1. Oktober 1932 wurde das Amtsgericht Amöneburg aufgehoben und sein Sprengel dem des Amtsgerichts Kirchhain zugeordnet.
In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[6]

1578: ca. 120 Bürger
1635: (Verlust durch Pest: ein Drittel der Einwohner)
1659: 0100 Haushalte (14 davon Beisassen)
1664: 0101 Haushalte
1747: 0509 Einwohner
1811: 1.007 Einwohner
1861: 0943 römisch-katholische, 41 evangelisch-lutherische, 34 evangelisch-reformierte Einwohner
1905: 0862 Einwohner
1838: Familien: 25 Ackerbau, 104 Gewerbe, 40 Tagelöhner, 146 nutzungsberechtigte, 10 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 22 Beisassen
1939: 0880 Einwohner
1950: 1.235 Einwohner
1961: 1.184 (943 römisch-katholische, 41 evangelisch-lutherische, 34 evangelisch-reformierte) Einwohner. Erwerbspersonen: 117 Land- und Forstwirtschaft, 225 Produzierendes Gewerbe, 51 Handel und Verkehr, 70 Dienstleistungen und Sonstiges.
Amöneburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834    1.078
1840    1.143
1846    1.182
1852    1.213
1858    1.146
1864    1.073
1871    999
1875    986
1885    974
1895    855
1905    862
1910    880
1925    897
1939    880
1946    1.233
1950    1.235
1956    1.136
1961    1.184
1967    1.156
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[12] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[13][14]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

   

Insgesamt 23 Sitze SPD: 6 CDU: 11 FW: 6

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 47,7 11 38,2 9 45,2 14 45,5 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 25,7 6 24,8 6 22,9 7 23,1 7
FWG Freie Wählergemeinschaft Mardorf-Roßdorf 26,6 6 22,6 5 18,8 6 19,3 6
AWG Amöneburger Wählergemeinschaft 11,9 3 13,1 4 12,1 4
FDP Freie Demokratische Partei 2,5
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,3 67,7 52,4 57,7

Bürgermeister

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen zeigten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2011 Michael Richter-Plettenberg 80,5
Jan-Gernot Wichert CDU 16,5
Anders Arendt 3,0
Wahlbeteiligung in % 67,5
2005 Michael Richter-Plettenberg 58,8
Freddy Greib 41,2
Wahlbeteiligung in % 69,1
2002 Anders Arendt 63,2
Oliver Haupt CDU 36,8
Wahlbeteiligung in % 65,1
1996 Oliver Haupt CDU 50,7
Klaus Fecho 49,3
Wahlbeteiligung in % 70,0

Bei der letzten Wahl am 27. März 2011 setzte sich der parteilose Michael Richter-Plettenberg mit 80,5 % gegen Jan-Gernot Wichert (CDU, 16,5 %) und den parteilosen Anders Arendt (3,0 %) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,5 %.[15]

Städtepartnerschaften

Amöneburg hat Partnerschaften geschlossen mit

Château-Garnier im Département Vienne (Frankreich)
Tuoro sul Trasimeno in Umbrien (Italien)
Tragwein in Oberösterreich
Wappen

Das Stadtwappen zeigt den Heiligen Martin beim Zerteilen seines Mantels, den er einem abgebildeten Frierenden zukommen lassen will, sowie das Mainzer Rad.

Verkehr

Etwas nördlich von Amöneburg verlaufen die B 62 (Biedenkopf–Alsfeld) (mit Abzweig zur B 454 nach Schwalmstadt) und die B 3 in Richtung Marburg. Der nächste Bahnhof befindet sich 5 km nördlich von Amöneburg in Kirchhain an der Main-Weser-Bahn Frankfurt–Kassel.

Regelmäßige Veranstaltungen
Kirchweihfest (jährlich: letztes Augustwochenende, Veranstalter: örtliche Vereine)
Amöneburger Lateinwochen (jährlich: in den hessischen Sommerferien)
Erfurtshäuser Kirmes: (zweites Wochenende im Juli)
Mardorfer Kirmes (jährlich, erstes Oktoberwochenende, Veranstalter: örtliche Vereine)
Roßdorfer Kirmes (jährlich im September)
KulturSpektakel (Kulturveranstaltung in der Schlossruine)
Erfurtshäuser Ostereiermarkt (Wochenende vor Ostern im Bürgerhaus Mardorf, Kleiner Roßdorfer Weg 1)
Schlossfestspiele (OpenAir-Theater Produktion im Sommer auf dem Festplatz an der Schlossruine)
Museen

Das Museum Amöneburg zeigt im ehemaligen Brauhaus hinter dem Rathaus (Schulgasse 1) die Vor- und Frühgeschichte des Amöneburger Beckens, mittelalterliche Befestigungen und Grabungsfunde, Modelle und Dioramen mit erläuternden Schriften. Im Dachgeschoss des Gebäudes befindet sich das Naturschutz-Informations-Zentrum NIZA. Im Roßdorfer Haus der Vereine befindet sich ein Trachtenmuseum.

Sehenswürdigkeiten
Historisches
Kernstadt Amöneburg
Der rechteckige Marktplatz wurde in dieser Form im 18. Jahrhundert angelegt und in den Jahren 1990 bis 1995 im Rahmen des Landesprogrammes „Einfache Stadterneuerung“ grundlegend und dem ursprünglichen Vorbild entsprechend saniert und restauriert. Auf ihm befindet sich der sogenannte Martinsbrunnen und an ihn grenzt das 1690 erbaute historische Rathaus an. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Alte Brauhaus in dem heutzutage das Museum Amöneburg sowie das Naturschutz-Informations-Zentrum Amöneburg untergebracht sind.[16]
Die benachbarte Kirche ist die neugotische Basilika St. Johannes der Täufer. Der gedrungene Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert mit barocker Haube steht an ihrer Nordseite.
Um die Bergkuppe verläuft die größtenteils erhaltene Stadtmauer; ein Rundweg auf der Außenseite bietet eine gute Aussicht auf das Umland (Mauerrundweg). Zwei Türme der Stadtmauer sind heutzutage noch zu sehen. Die Stadtmauer schließt eine Fläche von rund 12 ha ein.
Erhalten sind Ruinen der Burg Amöneburg. Von ihr sind heutzutage unter anderem noch Reste des Bergfrieds, mehrere Keller und der weitläufige Zwinger mit seinen Außentürmen zu sehen.
Mit dem „Burghof am Lindauer Tor“ und der Wenigenburg sind zwei Burgmannenhöfe erhalten.
Sehenswert sind außerdem noch der „Mainzer Hof“ mit Scheune und das Herrenhaus am Lindauer Tor.
Unterhalb der Kernstadt Amöneburg
Unterhalb der Kernstadt Amöneburg (nördlich des Amöneburg-Basaltkegels) befindet sich die Magdalenenkapelle (Lindaukapelle) am Standort der Wüstung Lindau. Die Kapelle entstand 1847 im neugotischen Stil und ist bis heute ein wichtiges Ziel für Wallfahrten am Bonifatiustag. Bekannt ist sie auch für die jährlich hier stattfindende Magdalenen-Oktav. Direkt gegenüber der Magdalenenkapelle liegt ein in Sandstein eingefasster Quellbrunnen – die Waschbach. Hier soll Bonifatius 721 die ersten Christen getauft haben. An der Magdalenenkapelle führt der Pilgerweg Elisabethpfad 2, der sich von Eisenach nach Marburg erstreckt, vorbei.[17][18]
Die Brücker Mühle
Am südöstlichen Fuß des Amöneburg-Basaltkegels befindet sich die historische „Brücker Mühle“. Im Laufe des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) fand hier am 21. September 1762 die verlustreiche „Schlacht an der Brücker Mühle“ zwischen mit Frankreich bzw. Preußen verbündeten Truppen statt.[19] Im Hof des direkt an die Mühle angrenzenden „Brücker Wirtshauses“ befindet sich ein barocker Obelisk, der „Friedenstein“, der zum Gedenken an den im Wirtshaus geschlossenen Friedensvertrag errichtet wurde. Ursprünglich wurde die „Brücker Mühle“, eine Wassermühle, zum Mahlen von Getreide genutzt. Später diente sie auch als Pumpstation zur Wasserversorgung der Amöneburg (die Pumpstation kann in der Mühle besichtigt werden). Die Wassermühle selbst wird heute zur Stromgewinnung und in geringem Umfang zum Mahlen genutzt. Die Gebäude der „Brücker Mühle“ und des „Brücker Wirtshauses“ beherbergen heute einen Bioladen und ein Biorestaurant/-café.
Mardorf
Sehenswert ist die Wehrkirche mit ihrem Turm. In Letzterem sind frühgotische Wandmalereien aus der Zeit um 1270 zu sehen. Im Altarraum der Kirche befindet sich das Grab des früheren Fuldaer Bischofs Eduard Schick. Wichtige Gegenstände seines Lebens sowie ein Messgewand von Johannes Paul II sind in einer Vitrine im Sakristeigebäude zu sehen.[20]
Roßdorf
Die katholische Pfarrkirche steht unter dem Patrozinium von Mariä Geburt und Johannes der Täufer. Sie wurde 1732 im Stil des Barock erbaut.
An der historischen Wehrmauer, welche die Kirche umgibt, wurde nach der Schlacht an der Brücker Mühle zu Amöneburg (21. September 1762) ein Massengrab französischer Gefallener angelegt. An diese Toten des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) erinnert seit 2014 eine zweisprachige Gedenktafel.
Weiteres
Deutlich außerhalb der Kernstadt, jedoch seit 1928 auf Amöneburger Gemarkung, liegt das Landgut Schloss Plausdorf mit Gebäudeteilen aus dem 16. Jahrhundert; es befindet sich in Privatbesitz befindet und ist nicht frei zugänglich.
Natur
Das Naturschutzgebiet Amöneburg ist das zweitälteste hessische Naturschutzgebiet und wird durch einen Naturlehrpfad erschlossen. Von besonderer Bedeutung ist die Magerrasenflora des Westhanges und des Hanges der Wenigenburg. Informationen hierzu sind im Naturschutz-Informations-Zentrum neben dem Rathaus zu erhalten.[3]
Die Stadt Amöneburg ist mit seinem Geotop Amöneburg Mitglied im Geopark Vulkanregion Vogelsberg (der Berg Amöneburg ist ein Ausläufer des Vogelsbergs). Geologisch besonders sehenswert sind hier die Basaltsäulen in Meilerstellung an der Ostwand der Amöneburg.[21]
Am Fuße der Amöneburg liegt das 22 ha große Naturschutzgebiet Radenhäuser Lache mit seinen kleinen Inseln und Flachwasserzonen, die zur Zugzeit für viele Watvögel Nahrungs- und Rastplatz sind. Von einem kleinen Parkplatz an der Straße nach Großseelheim gelangt man zu einem Beobachtungsstand, von dem man einen guten Blick auf die eingezäunte Lache hat. Für die Pflege der Ufervegetation und des Schlicks sorgt eine Herde schottischer Hochlandrinder.[22]
Persönlichkeiten
In Amöneburg geborene Persönlichkeiten
Johannes Ferrarius (um 1486 – 1558), Religionsgelehrter, Jurist und erster Rektor an der Universität Marburg
Karl Greib (1899–1976), CSU-Politiker
Eduard Schick (1906–2000), Bischof von Fulda von 1974 bis 1982, geboren in Mardorf
Josef Mönninger (1919–2017), katholischer Theologe, geboren in Rüdigheim
Gerhard Soff (1949–2004), theoretischer Physiker
Persönlichkeiten, die in Amöneburg gelebt oder gewirkt haben
Bonifatius (um 673-754/755), gründete 721 gründete unterhalb der Burg Amöneburg eine Klosterzelle und begann von Amöneburg aus die Christianisierung Oberhessens
Poppo I. (Reichenbach) (?-1156), Burggraf von Amöneburg
Justus Rang (1802-1859), Richter, Verwaltungsbeamter und Parlamentarier, war Justizbeamter und 1. Depositar beim Justizamt Amöneburg und Richter am Amtsgericht Amöneburg
Ludwig Schick (* 1949), Weihbischof in Fulda 1998–2002, seit 2002 Erzbischof von Bamberg, aufgewachsen in Madorf, Ehrenbürger von Amöneburg
Werner Kathrein (* 1953), Domdechant in Fulda, ging in Amöneburg auf die Stiftsschule St. Johann. Aufgewachsen in Amöneburg??
Stefan Heck (* 1982), Bundestagsabgeordneter und CDU-Politiker, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Amöneburg und seit 2011 deren Vorsteher. aufgewachsen in Amöneburg-Mardorf

Für Persönlichkeiten die nur Schüler/innen der Stiftsschule St. Johann waren siehe hier.

Bilder aus der Gemeinde

Stiftskirche St. Johann in Amöneburg

Burg Amöneburg

Teile des Basaltkegels, auf dem Amöneburg steht

Die Kirche in Mardorf

Alter Ortskern mit Kirche in Roßdorf

Die Kirche in Roßdorf

Die Kirche in Rüdigheim

Ruine der Vorburg Wenigenburg

Ostland Kreuz auf der Amöneburg

Weite Sicht von der Amöneburg