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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Aschheim nicht vorenthalten.

Geschichte
Infotafel gegenüber dem Rathaus zur Geschichte, Kirche und Umwelt
Denkmal am Bajuwarenring zum Friedhof des 6. bis 8. Jahrhunderts
Kirche St. Peter und Paul mit Gedenkstele zur Landessynode von 756 n. Chr.

Die Ortsbezeichnung Aschheim geht vermutlich auf das Wort ascaim zurück, lateinisch für „Heim bei den Eschen“.
Eine erste Besiedelung der heutigen Ortsflur erfolgte am Ende der Jungsteinzeit. Grabfunde der Schnurkeramischen- (2800–2300 v. Chr.) und der Glockenbecherkultur (2600–2300 v. Chr.), die beim Bau der Umgehungsstraße im Jahr 2008 zu Tage kamen, belegen diese erste Siedelphase eindrücklich. Hausbefunde, Gruben und Brunnen aus der Bronzezeit fanden sich vor allem im südöstlichen Gemeindegebiet. Hervorzuheben ist dabei ein 7,5 m tiefer Brunnen aus der frühen Bronzezeit, in dessen unterem Meter sich die mehrphasige Holzkonstruktion des Brunnenkastens sehr gut erhalten hatte (heute ausgestellt in der Geschichtlich-heimatkundlichen Sammlung in Aschheim).

Auch in den folgenden Epochen finden sich Spuren ländlicher Kleinsiedlungen und Gehöfte in Aschheim. In Dornach ließen sich – nach heutigem Kenntnisstand – das erste Mal Menschen in der keltischen La-Tène-Zeit nieder. Hier befanden sich eine offene Siedlung und mehrere kleinere Nekropolen. Aus der Siedlung stammt unter anderem eine bronzene Statuette der Göttin Athene/Minerva (ca. 100 v. Chr.).

Die verkehrsgünstige Lage nahe der römischen Verbindungsstraße von Augsburg nach Wels/Oberösterreich führte bereits ab dem 1. Jh. n. Chr. zur Ansiedlung mehrerer Landgüter – so genannter villae rusticae (villa rustica)– in Aschheim. Südlich des Ortes, nahe der heutigen Straße nach Feldkirchen, konnten in den Jahren 2000 und 2005 das in kombinierter Stein- und Holzbauweise ausgeführte Haupthaus eines solchen Landgutes freigelegt werden, zu dessen Wohnkomfort auch ein kleines Badezimmer mit steinernen Badewannen gehörte. Dieser Komplex liegt heute wieder geschützt unter der Erde, kann aber mithilfe eines Durchblickpanoramas in seiner rekonstruierten Form in der Landschaft gesehen werden.

Seit dem frühen Mittelalter reißt die Besiedelung des Ortes nicht mehr ab. Für die Zeit zwischen 480/90 bis an das Ende des 7. Jahrhunderts fand sich im heutigen Ortsbereich ein großes Gräberfeld, das in den Jahren 1997/98 ausgegraben wurde. Zahlreiche Fundstücke geben Auskunft über das Leben und Sterben dieser Zeit. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts scheint sich eine Familie von den übrigen zu separieren und an einem anderen Ort zu bestatten, auf dem sie um 600 eine sehr frühe Holzkirche errichten lässt. Diese Kirche diente später als Begräbnisort des Heiligen St. Emmeram und steht am Anfang von insgesamt sieben Kirchenbauphasen. Die Kirche ist den Schutzpatronen Sankt Peter und Paul geweiht.[3]

Im Jahr 756/57 fand in Aschheim die erste bayerische Landessynode statt, bei der 15 Beschlüsse über geistige und weltliche Belange getroffen wurden, die in Form eines Protokolls in der Bibliothek des Domstiftes Freising überliefert wurden. Dieses Protokoll enthält gleichzeitig die erste schriftliche Überlieferung des Ortsnamens. Kurz darauf findet Aschheim in der Vita des St. Emmeram Erwähnung, die um 770 vom Freisinger Bischof Arbeo verfasst wurde und sich auf Ereignisse am Ende des 7. Jhs. bezieht.

Nach der Eingliederung Bayerns in das Frankenreich Karls des Großen 788 wurde Aschheim als Lehen vergeben.[4] Zwischen 856 und 859 wird der Gemeindeteil Dornach im Rahmen eines Tauschgeschäftes erstmals schriftlich erwähnt.[4] Für Dornach erwähnt die schriftliche Überlieferung im 10. Jahrhundert eine zehntberechtige – also Abgaben beziehende – Kirche, die jedoch, anders als in Aschheim, scheinbar nie das Zentrum einer eigenständigen Pfarrei bildete.[4] Spätestens seit 1315 war Dornach eine Filiale der Pfarrei Ottendichl.[4] Im 12. Jahrhundert tauchen die Edlen von Aschheim oftmals als Zeugen in Urkunden auf, ehe der Besitz zersplitterte und in erster Linie an Münchener Patrizier ging.[4] Es handelte sich hierbei u. a. um die Familien Schrenk, Rosenbusch, Donnersberg, Ruepp oder Lerchenfeld.[4]Diese Familien stehen seit 1500 eng mit der Aschheimer Geschichte in Verbindung.[4] 1524 wurde die Kapelle St. Emmeram (Feldkirchen) eine Filiale der Pfarrei Aschheim.[4] 1659 wurde von der Aschheimer Bevölkerung westlich des Ortes die St.-Sebastians-Kapelle errichtet, die jedoch 1806/1807 abgebrochen wurde.[5]

1813 erfolgte die Fertigstellung der Aschheimer Zentralschule.[4] Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurden Aschheim und Dornach selbstständige politische Gemeinden.[4] 1835 erfolgte vom bayerischen König die letztmalige Verleihung von Besitz in Aschheim.[4] Nach der Säkularisation wurde Dornach auf Betreiben seiner Einwohner 1838 nach Aschheim umgepfarrt und ist seit diesem Zeitpunkt Filialkirche von St. Peter und Paul.[4] Im Jahr 1905 erfolgte der Bezug eines größeren Schulgebäudes.[6] Von 1920 bis 1929 wurde nördlich von Aschheim der Abfanggraben (München) errichtet.[7] Im Jahr 1929 wurde ebenfalls nördlich von Aschheim der Ismaninger Speichersee erbaut.[8] Am 1. Januar 1937 beziehungsweise am 1. Oktober 1942 wurde der damalige Dornacher Ortsteil Riem in zwei Schritten an die Stadt München abgetreten. Im Jahr 1973 wurde der Neubauabschnitt der Autobahn 99 zwischen den Anschlussstellen Haar und Aschheim/Ismaning freigegeben.[9] 1974 erfolgte die Einweihung des Neubaus der Kelten-Grundschule.[4] Das vorherige Schulgebäude wurde zum Rathaus umgewandelt.[4] Im Jahr 1975 wurde der Neubauabschnitt der Autobahn 99 zwischen der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning und dem Autobahnkreuz München-Nord eröffnet.[10]
Im gleichen Jahr wurde auch das heutige Bürgerhaus in Dornach errichtet.[11]

Am 1. Mai 1978 wurde Dornach im Zuge der Gemeindegebietsreform mit der Nachbargemeinde Aschheim vereinigt.[12] Im Jahr 1987 erfolgte die Errichtung des offenen Jugendhauses im Bodermo-Haus an der Sonnenstraße in Aschheim.[13] 1992 wurde das Kulturelle Gebäude („Kulti“) als Kultur-, Bildungs- und Geschichtszentrum der Gemeinde Aschheim an der Münchner Str. 8 errichtet.[13] Unter dessen Dach befinden sich ein Theater- und Konzertsaal, die Gemeindebücherei und die geschichtlich-heimatkundliche Sammlung.[13] Im Jahr 1995 wurde die St.-Sebastians-Kapelle an einem veränderten Standort wieder aufgebaut.[5] Die ehemalige Dornacher Gemeindekanzlei ist 1996 zu einem Jugendtreff umgebaut worden.[13] In den Jahren 1999 bis 2001 wurde das Feuerwehrhaus in Aschheim erweitert.[13]

Im Jahr 2000 sind die Erweiterung des Rathauses abgeschlossen[4] und der Park Süd-Ost (genannt Helenental) eingeweiht worden.[13] [14] Im Jahr 2001 fanden die Eröffnung des Senioren-Zentrums Aschheim und des Betreuten Wohnens statt.[4] 2002 wurde eine Filiale der Johann Andreas Schmeller Realschule Ismaning in Aschheim eingerichtet.[15] Im Jahr 2003 ist der Feststadl an der Eichendorffstraße eingeweiht worden.[13] Die Realschulfiliale in Aschheim ist im Jahr 2004 unter dem Namen St. Emmeram Realschule selbstständig geworden[15] und bezog im Jahr 2006 einen Schulneubau.[4] Im gleichen Jahr fanden die 1250-Jahr-Feier von Aschheim und die 1150-Jahr-Feier von Dornach statt.[4] Das Senioren-Zentrum Aschheim und das Betreute Wohnen wurden 2006 jeweils um einen Anbau erweitert.[4] 2009 fanden die Einweihung des Erholungsparks Südwest und die Inbetriebnahme des ersten interkommunalen Geothermieprojektes in Deutschland – AFK (Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim) – statt.[4] [16] Die Umgehungsstraße im Osten von Aschheim, entlang der Autobahn 99, wurde im Jahr 2010 eröffnet.[13] Im Frühjahr 2011 ist mit dem Bau der mittlerweile 4. Kindertagesstätte in der Gemeinde Aschheim begonnen worden.[4] [17] Am 16. Juli 2011 fand die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses der Freiwilligen Feuerwehr Dornach statt.[13] Das frühere Dornacher Feuerwehrhaus wird u. a. zum Bürgerhaus umgestaltet.[13] [11] Ein Bürgersolarpark (Photovoltaik) nördlich des Abfanggrabens und westlich der A 99 wurde am 9. September 2011 eingeweiht.[13]

Politik
Gemeinderat

Sitzverteilung im Gemeinderat[18][19]

Jahr CSU SPD FW gesamt Wahlbeteiligung
2014 10 5 5 20 57,2 %
2008 12 6 2 20 61,1 %

Bürgermeister

Erster Bürgermeister der Gemeinde Aschheim ist seit 2014 Thomas Glashauser (CSU).

Amtszeit Name
1948–1984 Franz Ruthus (CSU)[4][13][20][21]
1984–2014 Helmut J. Englmann (CSU)[4]
seit 2014 Thomas Glashauser (CSU)

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Aschheim stammt aus dem Jahre 1956 und wurde anlässlich der 1200-Jahr-Feier der ersten Landessynode und des bayerischen Landtags in Aschheim dem Bürgermeister Franz Ruthus überreicht. Das Wappen enthält einen stilisierten Baum mit zwei Eschenzweigen, die eine Versinnbildlichung des Ortsnamens darstellen, der von „Esche“ abgeleitet ist. Der silberne Hintergrund und die blauen Blätter weisen auf die enge und seit frühester Zeit bestehende Verbindung der Siedlung mit dem bayerischen Herzogtum hin.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften bestehen mit den Gemeinden

Mougins in Frankreich
Leros in Griechenland
Jedovnice in Tschechien
Kotvrdovice in Tschechien

Eine kommunale Freundschaft gibt es mit dem Ortsteil Liegau-Augustusbad der Stadt Radeberg in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Aschheim

Museen

Die Geschichtlich-heimatkundliche Sammlung zeigt die vor- und frühgeschichtliche Entwicklung des Gemeindegebietes von Aschheim und Dornach, sowie deren mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte bis heute. Im Vordergrund stehen die zahlreichen archäologischen Funde von der Jungsteinzeit (ab ca. 2800/2600 v. Chr.) bis ins Frühmittelalter (5.–8. Jahrhundert n. Chr.). Schwerpunkte sind dabei die Hinterlassenschaften der keltischen Zeit (450–15 v. Chr.) – aus der auch das Glanzstück der Sammlung, die Athene von Dornach, stammt – und die Funde aus den Reihengräberfeldern des frühen Mittelalters.

Kirchen- und Vereinsgeschichte wie auch die gemeindliche Entwicklung von Aschheim und Dornach werden anhand von Modellen, Dokumenten und Fotos nahegebracht. Die Sammlung befindet sich in den lichten Kellerräumen im ehemaligen Summererhof an der Münchner Straße und kann unter der Woche durch den Zugang über die Bücherei besucht werden, jeden 3. Sonntag durch ihren Eingang im Untergeschoss.

Bauwerke

Kulturelles Gebäude mit Theatersaal in der Münchner Straße 8 in Aschheim

Siehe auch:

Kirche St. Peter und Paul in Aschheim
Kriegerdenkmal in Aschheim
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr

Über den Autobahnring A 99 und die A 94 ist der Mittlere Ring in München in etwa 15 Minuten, die Innenstadt innerhalb von 25 Minuten zu erreichen. Es verkehren Buslinien zur S2 (Bahnhöfe Riem, Feldkirchen und Heimstetten), zur S8 (Bahnhof Ismaning) sowie zur U2 (Messestadt-West). Die Bundesstraße 471 durchquert das Aschheimer Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.[22]

Ansässige Unternehmen
AMD
DHL-Paketzentrum 85
Escada
European Bank for Financial Services (ebase)
Fiducia & GAD IT AG
Ingram Micro Distribution
Hewlett-Packard
Salewa
STMicroelectronics
Symantec Deutschland
Western Digital
Exact Software Deutschland
Wirecard
Persönlichkeiten
Patrick Bussler (* 1. Juni 1984), Snowboarder
Literatur
Aschheim – 1250 Jahrfeier der ersten bayerischen Landessynode unter Herzog Tassilo III 756.
Dornach – 1150 Jahrfeier der ersten schriftlichen Erwähnung 856 (Aschheim 2006).
Gemeinde Aschheim mit Geschichte und Zukunft – Bürgerinfo 2012 (Aschheim 2012).
Trivia

Da der S-Bahnhof München-Riem unmittelbar an das Gewerbegebiet Dornach grenzt, fordert die Gemeinde Aschheim seit Jahren die Umbenennung in Riem-Dornach. MVV und Deutsche Bahn lehnen dies aber bislang ab. Trotzdem verwendet Aschheim in seinem Gemeindegebiet auf Wegweisern und Hinweisschildern konsequent die Bezeichnung Riem-Dornach.

Weblinks
 Commons: Aschheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gemeinde Aschheim – Geschichtlicher Überblick – Abgerufen am 20. Februar 2017
Eintrag zum Wappen von Aschheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Das AschheiMuseum (Geschichtlicher Überblick) im WEB Abgerufen am 20. Februar 2017
Aschheim: Amtliche Statistik des LfStat (PDF; 1,66 MB)