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Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Bad Aiblings
Hofberg (Stich von Matthäus Merian 1644)
Stadtpfarrkirche am Hofberg
Irlachweiher, Entstehung und Geschichte des Weihers
Bis zum 19. Jahrhundert

Seit etwa 500 vor Christus wurde Bad Aibling durch die Kelten besiedelt. Im Jahr 15 v. Chr. wurde die Siedlung durch die Römer besetzt.

Um das Jahr 470 nach Christus folgte die Besetzung durch die Bajuwaren. Es entstand ein Hof auf dem Hofberg (Agilolfinger). 788 war Bad Aibling der Königshof (Pfalz) der Karolinger. 804 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Epininga. Die Hofkapelle als Eigenkirche der Salzburger Erzbischöfe wurde im Jahr 927 bezeugt.

Zwischen 1000 und 1200 nach Christus war der Ort Verwaltungssitz für die oberbayerischen Ländereien des Bistums Bamberg (Vogtei Aibling). 1180 erwarben die Gaugrafen von Falkenstein-Neuburg die Aiblinger Vogteirechte. Die Beurkundung als Markt wurde 1244 verliehen. Etwa sechs Jahre später, 1250, fiel Aibling von den Falkensteinern an die Wittelsbacher. Fünfzig Jahre später wurde das Pflegamt Aibling eingerichtet. Seit dem 14. Jahrhundert wird Aibling als Stadt bezeichnet.

Anno 1321 erhielten die Bürger das Münchener Stadtrecht, d. h., dass sich Aibling „aufgrund eines herzoglichen Privilegs“ sein Recht bei der Residenzstadt München „holen“, also von diesem ableiten durfte.[3] 1481 folgte die Erteilung der Marktfreiheit. Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, am 13. Juni 1648, besetzten schwedische Truppen Aibling, nachdem bei erbitterten Kämpfen fast alle Verteidiger gefallen waren.

Aibling wurde im Rahmen des Spanischen bzw. des Österreichischen Erbfolgekriegs 1704, 1705 und 1741–1745 von österreichischen Truppen besetzt. Während des Zweiten Koalitionskriegs im Jahr 1800 rückten drei französische Divisionen unter Jean-Victor Moreau in Aibling ein. 1845 wurde eine Soolen- und Moorschlamm-Badeanstalt durch Desiderius Beck eröffnet. Am 31. Oktober 1857 folgte die Eröffnung der Mangfalltalbahn. Der Ort wurde am 17. Mai 1895 durch Prinz Luitpold als Heilbad anerkannt.[4] Am 27. Mai 1897 wurde mit der Lokalbahn Bad Aibling–Feilnbach die zweite elektrisch betriebene Bahnstrecke Bayerns eröffnet.

20. Jahrhundert

Am 23. Februar 1919 wurde ein revolutionärer Arbeiterrat zusammengesetzt. Am 7. April wurde die Räterepublik ausgerufen, 8 Tage darauf folgte der Einmarsch der Münchener Rotgardisten. Am 4. Mai marschierte die weiße Garde des Freikorps Chiemgau nach dem Sturz der Räteregierung ein.

Die Erhebung zur Stadt erlebte Aibling am 1. April 1933. In den Jahren 1936 und 1937 wurde der Sportflugplatz zum Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. Das historische Rathaus der Stadt wurde 1940 durch einen Brand zerstört. 1941 wurde auf dem Fliegerhorst die Stuka-Vorschule 1 eingerichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Aibling zur Amerikanischen Besatzungszone. Auf dem Gelände des Fliegerhorsts wurde direkt nach der Ankunft der amerikanischen Truppen das größte Kriegsgefangenenlager Süddeutschlands errichtet, teilweise waren hier bis zu 100.000 Personen gleichzeitig interniert. Bis zur Auflösung des Lagers wird die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen mit etwa 750.000 angegeben.[5]

Die amerikanische Militärverwaltung richtete Ende 1946 auf dem Gelände ein DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein. Das Lager wurde zunächst von der UNRRA und ab Mitte 1947 von der IRO betreut und beherbergte ehemalige jugoslawische Kriegsgefangene, die infolge der Auflösung des Königreichs Jugoslawien DP-Status hatten.[6] Zwischen 1948 und 1951 existierte in den ehemaligen Kasernengebäuden – ebenfalls unter Trägerschaft der IRO – das IRO Children’s Village Bad Aibling, wo insgesamt über 2.300 ausländische Kinder und Jugendliche mit DP-Status versorgt und betreut wurden.[7] 1952 wurde das Gelände des Fliegerhorsts von der US Army übernommen und zur geheimdienstlich genutzten Bad Aibling Station ausgebaut.

1971 wurde die Mangfalltalbahn elektrifiziert. Ein Jahr darauf folgte mit der Landkreisgebietsreform die Auflösung des Landkreises Bad Aibling; Bad Aibling und der größte Teil des Mangfalltales wurden Teil des Landkreises Rosenheim. 1973 wurde die Lokalbahn Bad Aibling–Feilnbach stillgelegt.

Im Jahr 2000 wurde eine Umgehungsstraße eröffnet.

21. Jahrhundert

Im Jahr 2002 unternahm man eine Bohrung nach Thermalwasser (Tiefbohrung Bad Aibling Thermal 1) mit Niederbringung auf eine Endteufe von 2.299,7 m. Bad Aibling feierte 2004 sein 1200-jähriges Bestehen. Im gleichen Jahre wurde das Stadtspiel 1648 uraufgeführt und die Field Station 81 des Echelon-Systems aufgelassen. Ein Jahr darauf war der Beginn der Baumaßnahmen für die Therme Bad Aibling. Im Jahr 2006 begründete Bad Aibling eine Städtepartnerschaft mit Cavaion Veronese in Norditalien. 2007 brannte das historische Kurhotel Ludwigsbad nach Brandstiftung aus; die Therme wurde eröffnet.

Seit 2005 entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Bad Aibling Station die Nullenergiestadt Mietraching.

Das Hallenbad Prantseck bestand seit 35 Jahren; es war vor allem bei Schwimmern, Schulen und Kindergärten sehr beliebt. Im Herbst 2013 musste das Bad auf Grund schlechter Bausubstanz geschlossen werden.

Der schwere Eisenbahnunfall von Bad Aibling ereignete sich am 9. Februar 2016 gegen 7 Uhr auf Höhe des städtischen Klärwerks auf der Bahnstrecke Holzkirchen-Rosenheim. Es kollidierten frontal zwei Züge auf einer eingleisigen Strecke mit 12 Toten und über 17 Schwer- sowie 63 Leichtverletzten.[8]

Eingemeindungen

Im Jahre 1936 wurde auf Befehl der NS-Regierung ein größeres Gebiet von Mietraching nach Bad Aibling umgegliedert, um dort den Fliegerhorst, eine militärische Schulflugbasis, zu gründen. Am 1. Januar 1973 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ellmosen eingegliedert. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Mietraching und Willing kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[9]

Bevölkerungsentwicklung
Einwohnerentwicklung in Bad Aibling seit 1840

Die Einwohnerzahlen gelten für die Gemeinde in den heutigen Grenzen.[10]

Jahr Einwohner
1840 2.597
1871 3.479
1900 5.181
1925 6.218
1939 7.764
1950 10.908
1961 9.991
1970 10.860
1980 11.821
1987 12.583
Jahr Einwohner
1990 14.163
1995 15.966
2000 16.437
2005 17.834
2006 17.795
2007 18.007
2008 18.052
2009 18.125
2010 18.272
2011 17.099
Jahr Einwohner
2012 17.316
2013 17.633
2014 17.983
2015 18.407

Der Anteil der unter 18-jährigen beträgt 19,6 %, der der über 65-jährigen 17,1 %. Bei der bayerischen Volkszählung im Jahre 1987 lag der Ausländeranteil bei 5,6 %.

Politik
Stadtrat

24 ehrenamtliche Stadträte bilden zusammen mit dem hauptamtlichen Bürgermeister den Stadtrat von Bad Aibling.

2014[11] 2008[12] 2002[13] 1996 1990 1984 1978 1972 1966 1960
Sitze insgesamt 25 25 25 25 25 25 25 20 17 17
CSU 11 11 14 11 10 14 16 11 8 5
SPD 04 6 4 7 9 8 8 10 9 9
ÜWG 05 5 4 5 4 2 1
GOL 03 3 3 2 2 1
Bayernpartei 01 1
ödp 01
FDP 1
BHE 1

Bürgermeister

Amtszeit 1. Bürgermeister 2. Bürgermeister 3. Bürgermeister
1947–1948 Wunnibald Sedlmeier (CSU) Michael Scherer (CSU)
1948–1952 Josef Matheis (CSU)
1952–1956 Josef Matheis (CSU) Michael Scherer (CSU)
1956–1960 Max Falter (SPD) Dr. Wolfgang Kessler (CSU)
1960–1966 Ferdinand Arnold (CSU)
1966–1968 Michael Scherer (CSU)
1968 Michael Scherer (CSU)
1968–1974 Hans Falter (SPD) Michael Scherer (CSU)
1974–1984 Josef Riedl (CSU) Konrad Gartmeier (CSU)
1984–1985 Anton Müller (CSU)
1985–1986 Felix Schwaller (CSU)
1986–1990 Werner Keitz (SPD) Felix Schwaller (CSU)
1990–2002 Meinrad Egger (ÜWG)
2002–2008 Felix Schwaller (CSU) Roland Fortner (CSU) Rudi Gebhart (ÜWG)
2008–2014 Heidi Benda (Grüne) Otto Steffl (CSU)
2014–2016 Otto Steffl (CSU) Kristin Sauter (SPD)
2016– Kristin Sauter (SPD)

Städtepartnerschaft

Bad Aibling unterhält seit 2006 eine Städtepartnerschaft mit Cavaion Veronese in Italien.[14]

Wappen

Das Wappen zeigt den Heiligen Georg, dargestellt als heraldisch nach rechts reitenden geharnischten Ritter, der mit dem Speer den Drachen tötet.

Wirtschaft und Infrastruktur
Dienstgebäude der Stadtverwaltung (Bürgermeisteramt, Bauamt), Am Klafferer 4
Kirchzeile mit Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

In Bad Aibling befinden sich große Kur- und Rehabilitationseinrichtungen, die sich insbesondere auf Badetorf als traditionelles Kurmittel stützen. Unter anderem gibt es mehrere Rheumakliniken und eine Neurologische Klinik mit Stroke Unit.

Ansässige Unternehmen

In Bad Aibling sind Unternehmen aus den Bereichen Pharmaindustrie, Textilproduktion, Elektroindustrie, Kunststoff, Milchverarbeitung und Gerberei ansässig.

Weitere überregional bekannte Firmen sind:

Aenova Holding GmbH
B&O-Wohnungswirtschaft
Bergader Wendelstein Käsewerk
RCS Audio-Systems GmbH
Schwaiger Bau
Wieland Verlag
Öffentliche Einrichtungen
Rathaus (Bürgerbüro) am Marienplatz 1
Stadtverwaltung, Am Klafferer 4
Wertstoffhof, Thürhamer Straße 21a
Bauhof, Gerberstraße 9
Stadtwerke Bad Aibling, Lindenstraße 30
Therme (Betriebszweig der Stadtwerke Bad Aibling), Lindenstraße 32
Eishalle, Lindenstraße 32
Veterinäramt des Landkreises Rosenheim, Am Klafferer 3
KFZ-Zulassungsstelle des Landkreises Rosenheim, Krankenhausstraße 5
Amtsgericht Rosenheim, Zweigstelle Bad Aibling, Am Hofberg 5
Schulen

Am westlichen Stadtrand befindet sich ein Schulzentrum mit:

Gymnasium Bad Aibling
Wilhelm-Leibl-Realschule
Wirtschaftsschule Alpenland

Darüber hinaus befinden sich die folgenden Schulen in Bad Aibling:

Luitpoldschule (Grundschule)
St.-Georg-Schule (Grund- und Mittelschule)
Staatliche Berufsschule Bad Aibling
Deutsches Fußball-Internat & DFI Privatschule Bad Aibling
Rupert-Egenberger-Schule (Förderzentrum)
Raphael-Schule (Heilpädagogische Waldorfschule)
Volkshochschule Bad Aibling
Bildungshaus des Diakonischen Werkes
Deutsche Sport-Privatschule mit DSP-Hochschulcampus (Sportbusinesscampus)
Medizin
Kreiskrankenhaus Bad Aibling
Kliniken und Institute

Laut der Stadtverwaltung sind folgende Kliniken in Bad Aibling ansässig:[15]

RoMed-Klinik Bad Aibling (früher Kreiskrankenhaus Bad Aibling oder Triamed Kreisklinik Bad Aibling, akademisches Lehrkrankenhaus der TU München)
Klinik Harthausen der Klinikgruppe Schön Kliniken
Neurologische Klinik der Klinikgruppe Schön Kliniken, Kooperationsklinik der medizinischen Fakultäten der LMU München und der Universität Tübingen.
Reha-Klinik Wendelstein der DRV Bund
Rheumaklinik Bad Aibling der DRV Nordbayern
Klinik St. Georg
Fachklinik Alpenland
Hermann Buhl – Trainings- und Forschungszentrum
Fachklinik Ghersburg für geriatrische Rehabilitation
Kurmittel

Die Kurmittel des Heilbades sind Badetorf und das Thermalwasser der Desideriusquelle, eine Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Schwefel-Therme mit hohen Anteilen an Fluorid und Jodid, die mit einer Temperatur von 39,1 °C gefördert wird.

Freizeitanlagen

In Bad Aibling befinden sich zahlreiche Sport- und Freizeitanlagen, die auch regional bekannt sind.[16]

Therme Bad Aibling

Im Jahr 2002 wurde mit der Bohrung nach Thermalwasser begonnen, die schließlich erfolgreich war. Im September 2007 konnte die neue Therme Bad Aibling, mit Thermal und Saunabereich, die vom Stuttgarter Architektenbüro Behnisch Architekten entworfen worden war, eröffnet werden. Im Sommer 2008 wurde die Aiblinger Desiderius-Quelle schließlich von der Bayerischen Staatsregierung als Heilquelle anerkannt. Eine Besonderheit an der Therme in Bad Aibling ist vor allem die außergewöhnliche Architektur in Form von Kuppeln. In der Therme setzt man vor allem auf Ruhe und Entspannung, durch „Wandeln und Verweilen“. Die Sauna der Therme Bad Aibling hat sieben Saunen, von Eukalyptus-, Kelo-, bis zur Blockhaussauna. Im Dezember 2015 wurde der Saunabereich mit einem Ruhehaus erweitert.

Freibad Bad Aibling

Im Frühjahr 2008 eröffnete das neue Freibad gleich neben der Therme. Es ist von Mai bis September bei schönem Wetter geöffnet. Das Freibad hat drei Becken, ein Schwimmer-, ein Erlebnis- und ein Kinderbecken mit Wasserspielplatz.

Freibad Harthausen

Im Ortsteil Harthausen von Bad Aibling befindet sich ein Schwimmbad mit großem Schwimmerbecken und einem Kinderbecken.

Schwimmbecken des Hermann Buhl Trainings- und Forschungszentrums

Das Schwimmbecken des Hermann Buhl Trainings- und Forschungszentrums in Ghersburgstraße wird auch von Vereinen und Schulen genutzt.

Eishalle Bad Aibling

Von Oktober bis März ist es in Bad Aibling möglich, Schlittschuh zu laufen, Eishockey zu spielen oder auch den örtlichen Eiskunst- und Eishockeyvereinen beim Laufen und Spielen zuzusehen. Der örtliche Eishockeyverein, EHC Bad Aibling, spielt derzeit in der Landesliga Süd/West.

Wohnmobilstellplatz an der Therme

Neben der Therme Bad Aibling ist ein Wohnmobilstellplatz mit 31 Stellplätzen in der Heubergstraße 1. Der Stellplatz ist rund um die Uhr geöffnet und liegt ruhig an einem kleinen Park am Triftbach.

Sport

Die bekanntesten Vereine in Bad Aibling sind der Eishockeyverein EHC Bad Aibling und der TuS Bad Aibling. Die Damen-Basketball-Abteilung des TuS Bad Aibling stieg in die 1. Damen-Basketball-Bundesliga auf und spielte dort in der Saison 2014/2015 unter dem Namen TuS Bad Aibling Fireballs. Nach einer Saison stiegen die Fireballs wieder in die 2. Liga ab.[17] In der Saison 2015/2016 gelang der direkte Wiederaufstieg in die 1. Liga ohne Niederlage.[18]

Verkehr
Straßenverkehr
A 8, Ausfahrt Bad Aibling
Staatsstraße 2078 München – Rosenheim

Im Jahr 2000 wurde eine aufwendige, teils in einem Tunnel geführte Süd-Umgehung eröffnet, um die enorme Belastung der Innenstadt durch den Durchgangsverkehr der Staatsstraße zu mindern. Selbst diese Baumaßnahme führte jedoch nicht vollständig zur erhofften Verkehrsberuhigung. Zusätzlich versucht die Stadt durch verkehrsberuhigende Elemente, Fahrradstreifen und ausgedehnte Tempo-30-Zonen den Verkehr aus der Innenstadt fernzuhalten, und diese somit für Einkäufe und Kurgäste attraktiver zu gestalten. Seit 2005 existiert eine neue Verkehrsführung in der Innenstadt, die allerdings umstritten ist, da der durch eine Einbahnstraße verdrängte Durchgangsverkehr nun durch Wohngebiete umgeleitet wird. Im Herbst 2012 war der Umbau zum Shared Space in der Stadtmitte am Marienplatz fertiggestellt. Die Stadt prüft den Bau einer weiteren Umgehungsstraße (Entlastungsstraße Nord), um auch den nach Norden, Richtung Großkarolinenfeld und Tuntenhausen fließenden Verkehr um das Stadtgebiet herumzuleiten.

Schienenverkehr
Aiblinger Bahnhof um das Jahr 1900
Bahnstrecke (München) – Holzkirchen (Oberbayern) – Rosenheim (Mangfalltalbahn)

Die Stadt Bad Aibling hat zwei Zugangsstellen an der Mangfalltalbahn, eine im Zentrum, den Bahnhof „Bad Aibling“ (Bahnhofskategorie 5) und als zweite den Haltepunkt „Bad Aibling Kurpark“ (Kategorie 6) am Ende des Kurparks an der Rosenheimer Straße. Der Haltepunkt am Kurpark wurde im September 2009 eröffnet.

Auf der Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor ereignete sich 1945 ein Eisenbahnunfall, bei dem fünf Menschen starben. Der schwere Eisenbahnunfall vom 9. Februar 2016 auf demselben Streckenabschnitt forderte 12 Tote und 84 Verletzte.

Öffentlicher Personennahverkehr

Als innerstädtisches Nahverkehrsangebot bzw. ÖPNV existiert der Linienverkehr des Moorexpress, der den klinik- und hotelleriereichen Norden der Stadt, das Zentrum und auch den Süden mit der Therme Bad Aibling anbindet. Des Weiteren gibt es noch Busverbindungen nach Kolbermoor, Rosenheim, Großkarolinenfeld sowie Tuntenhausen, Hohenthann, Grafing und Bad Feilnbach.

Militär und Geheimdienste
Radome der Abhörstation in Mietraching bei Bad Aibling

Im Zweiten Weltkrieg befand sich ein Fliegerhorst der Luftwaffe im Stadtteil Mietraching. Bemerkenswert ist, dass 1941 die Ausbildung an der Stukavorschule 1 auf amerikanischen Flugzeugen vom Typ NAA 64 stattfand. Nach dem Krieg befand sich dort eine US-Kaserne mit Abhörstation, die Teil des Abhörsystems Echelon war (Bad Aibling Station). Diese wurde 2004 endgültig aufgelöst und bis zum 30. September wurde die Kaserne komplett geräumt. Nach der Untersuchung auf Altlasten entsteht auf dem Gelände derzeit die Nullenergiestadt Mietraching zur zivilen Nutzung. Dort wird auch an alternativen Energiesystemen, Fernwärmenetzen und Smart-Grids geforscht. Einen besonderen Bekanntheitsgrad erreichte Mietraching für die Errichtung eines achtstöckigen Holzhochhauses, dass eines der ersten Holzhochhäuser in Deutschland war.

Ganz in der Nähe der ehemaligen US-Kaserne befindet sich die Mangfall-Kaserne, ein Stützpunkt des Bundesnachrichtendienstes. Getarnt ist die Abhöreinrichtung des BND als Einheit der „Fernmeldeweitverkehrsstelle der Bundeswehr (FmWVStBw)“, in Wirklichkeit soll es sich bei der Fernmeldeverkehrstelle des Bundesnachrichtendiensts aber um eine unabhängige Einrichtung handeln. Nach dem Abzug der NSA wird ein Teil der Abhöreinrichtungen der Field Station 81 heute vom BND genutzt. Die Radome der Abhörstation Bad Aibling werden nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 2. Mai 2015 (Die Überwachungsfabrik) nach wie vor intensiv genutzt.[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kurpark mit Blick auf das Kurhaus
Irlachweiher im Kurpark in Bad Aibling
Die Heilig-Kreuz-Kirche (Berbling)
Das Echelon Festival im Jahr 2012
Stadtbeschreibung

Zentraler Platz Bad Aiblings ist der Marienplatz. Anlässlich einer Pestepidemie wurde die Mariensäule errichtet. Der Platz (in seiner heutigen Form seit einer Neugestaltung 1979) wird im Westen vom Rathaus begrenzt, im Osten schließt sich die Kirchzeile mit dem Schloss Prantseck und der Sebastianikirche an. Gesäumt wird die Kirchzeile von zahlreichen Bäumen und aufwändig restaurierten Bürgerhäusern. Sie schließt ab mit dem Hofberg, auf dessen Rücken sich die Stadtpfarrkirche mit ihrem markanten Zwiebelturm befindet.

Kurpark
Kurpark Bad Aibling im Jahr 2016

Der großzügig angelegte Kurpark liegt in der Mitte der Stadt. Es gibt zahlreiche kleinere Gärten, wie z. B. einen Moorgarten und den Duft- und Tastgarten. Der „Irlachweiher“ und eine Tennisanlage liegen zentral im Park. Der Mühlbach fließt im Kurpark wieder in die Glonn. Im Sommer finden zahlreiche Veranstaltungen wie das „Parkfest“, „Kultur im Park“ oder auch Konzerte statt. Am östlichen Rand befindet sich eine Minigolfanlage, die ab dem Frühjahr bis zum Herbst geöffnet hat. Im Süden grenzt der Kurpark an die Bahnlinie, im Norden an die Stadtmitte.

Museum

Seit 1931 betreibt der Historische Verein in Bad Aibling das Heimatmuseum. Dort kann man sich über die Geschichte der Stadt informieren, man findet auch zahlreiche Kunstwerke, alte bäuerliche Möbel, Handwerkssammlungen und eine vollständig rekonstruierte Werkstatt eines Fassbinders und Schäfflers. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Marbacher Stube, eine Stube mit Renaissance-Einrichtung und Kassettendecke. Auch die Malerstube von Wilhelm Leibl, die durch ein Geschenk des damaligen Oberbürgermeisters von Köln, Konrad Adenauer, zurück nach Bad Aibling kam, ist im Museum ausgestellt.

Schloss Prantshausen

Das Schloss Prantshausen ist ein ehemaliges Schloss in der Stadtmitte am Marienplatz in Bad Aibling.

Hauptartikel: Schloss Prantshausen
Weitere Sehenswürdigkeiten
Maxlrainer Hof
Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Bad Aibling)
historische Kurhotelruine Ludwigsbad, 2011 abgerissen
Jugendstilensemble der Meggendorferstraße
Theresienmonument (Denkmal zum Gedächtnis an den Abschied der Königsmutter Therese von Sachsen-Hildburghausen von ihrem Sohn Otto I., König von Griechenland)
Schloss Prantseck
Ortsbild des Stadtteils Berbling
Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Bad Aibling
Vereinsleben

In der Stadt Bad Aibling sind viele Vereine angesiedelt:

TuS Bad Aibling (Fußball, Judo und vieles mehr)
FFC 07 Bad Aibling e.V. (Frauenfußball)
Kreisfischereiverein Bad Aibling (Angelverein)
Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Bad Aibling (Sportschützenverein)[20]
Kunstverein Bad Aibling
EHC „Aibdogs“ Bad Aibling (Eishockey)
Skiclub Bad Aibling
Briefmarken-Tauschverein Bad Aibling-Mangfalltal e. V.
Theater

Der Verein Theater Bad Aibling e.V. betreibt das Luli Theater in der Wendelsteinstraße in Bad Aibling. Der Verein hat zahlreiche Mitglieder, die den Betrieb unterstützen und aufrechterhalten. Im Veranstaltungskalender finden sich Stücke für Kinder und Erwachsene. Auch im Kurhaus Bad Aibling werden während des ganzen Jahres Theaterstücke aufgeführt.

Kulturelle und regelmäßige Veranstaltungen
Echelon Festival

Das Echelon Open Air & Indoor Festival ist ein seit 2009 stattfindendes Electro- und House-Festival in Bad Aibling.

Hauptartikel: Echelon
Nonfiktionale

Die Nonfiktionale ist ein jährliches Festival des dokumentarischen Films, das überregionale Bedeutung besitzt.

Volksfest Bad Aibling

Das Pfingstvolksfest findet jährlich auf dem Volksfestplatz an der Krankenhausstraße in Bad Aibling statt. Insgesamt dauert das Volksfest 9 Tage. Das Volksfest bietet ein Bierzelt mit Biergarten und einen Vergnügungspark. Veranstalter des Festes ist die Fa. Fahrenschon GmbH & Co. KG, der Ausschank ist vom Auerbräu aus Rosenheim.

Fotos

Der Irlachweiher im Frühherbst

Die Sebastianikirche in der Stadtmitte am Marienplatz

„Klein-Venedig“ an der Glonn

Blick vom Klafferer auf den Hofberg

Der obere Teil der Kirchzeile in Richtung Hofberg

Innere Rosenheimer Straße, Richtung Stadtmitte zum Marienplatz

Theresienmonument, am östlichen Stadteingang in der Rosenheimer Straße

Moorabbau in der Schuhbräu-Filze

Stadtvilla an der Bahnhofstraße, Ecke Irlachstraße

Bahnhofstraße-Sedanstraße

„Klein-Venedig“ mit Mühlbachinsel

Persönlichkeiten

Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Bad Aibling enthält die Namen der Söhne und Töchter der Stadt sowie weiterer Personen, die mit Bad Aibling in Verbindung stehen.

Literatur
Klaus G. Förg, Klaus J. Schönmetzler, Kurt Schubert: Mangfalltal – Bad Aibling und seine Landschaft. Edition Förg, Rosenheim 1998, ISBN 3-9803116-2-7.
Christian Höschler: Home(less). The IRO Children’s Village Bad Aibling, 1948–1951. Berlin 2017, ISBN 9783745059816.
H. Loose: Archivbilder Bad Aibling. Sutton-Verlag, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-142-0.
Der Mangfallgau, heimatkundliches Jahrbuch für den Landkreis Bad Aibling. Verlag des Historischen Vereins für Bad Aibling und Umgebung, erscheint unregelmäßig seit 1956.
Gottfried Mayr: Bad Aibling – Geschichte einer Stadt. 2 Bände. 2006 und 2007.
Spaziergänge durch das alte Bad Aibling. Fotografien aus den Jahren 1920–1940. Geiger, Horb am Neckar 1989, ISBN 3-89264-328-8.
E. Steffan, C. Vicedom: Bad Aibling. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-934572-30-8.
Weblinks
 Commons: Bad Aibling – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Bad Aibling – in den Nachrichten
Eintrag zum Wappen von Bad Aibling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Bad Aibling: Amtliche Statistik des LfStat