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Geschichte
Burg Düben
Namensherkunft

Der Name „Düben“ leitet sich direkt vom obersorbischen Namen Dźěwin ab. Namenforscher sind sich über den Ursprung des Namens nicht sicher. Der Name kann von einem Personennamen abgeleitet sein („Ort eines Děva“) oder auch von „děva“ (Jungfrau) oder „dźowka“ (Tochter) kommen. Er könnte auch vom sorbischen Namen Dzewin abstammen und so viel wie Wohnort des Dzew bedeuten. Der Linguist Ernst Eichler und der Namenkundler Hans Walther halten das altsorbische dyb (für Stange) als Ausgang für den Namen Dybno und verneinen die Ableitung aus dem Wort dub (Eiche).[4]

Im Jahr 1015 erwähnte Thietmar von Merseburg die Burg Düben für das Jahr 981 als „urbs dibni“.[5]

Ortsnamenformen

Jahr Ortsname[6]
981 Dibni
1220 Symeon de Dybene
1238 Dybin
1267 Albertus plebanus de Diben
1347 Diben
1350 Joh. Kalp de Dybene
1410 Dywyn, Tybyn
1465 Dybene
15. Jh. (1. Hälfte) Dibin
1547 Dieben
1551 Dieben
1749 Düben
1948 Bad Düben

Stadtgeschichte

Bad Düben hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Erstmals wurde die Burg Düben im Jahr 981 unter dem slawischen Namen Dibni erwähnt. Die Burg an der Mulde ist immer noch das Wahrzeichen der Stadt. Um 1200 gründeten neben der Burg flämische Einwanderer die Gemeinde Neumark. Fränkische und sächsische Siedler übernahmen slawische Gehöfte in der Umgebung, und im Schutz der Burg entwickelte sich daraus die Stadt Düben. Im Jahr 1450 wurde die Burg Düben in der Adelsfehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen vollständig zerstört. Im Jahr 1530 wurde auf der Burg der kursächsische Amtssitz Düben eingerichtet. Der legendäre Rechtsstreit zwischen dem Pferdehändler Kohlhase und dem Schlossherren von Schnaditz Günter von Zaschnitz, den Heinrich von Kleist in seiner Erzählung Michael Kohlhaas aufgriff, wurde 1533 auf der Burg verhandelt.[7]

Denkmal des Treffens des schwedischen Königs mit dem sächsischen Kurfürsten 1631

Im Dreißigjährigen Krieg trafen sich dort 1631 König Gustav II. Adolf von Schweden und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, um ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. zu schließen. Die verbündeten schwedisch-sächsischen Truppen schlugen in der Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach gebrandschatzt und zerstört. 1813 war Düben für kurze Zeit das Hauptquartier von Napoleon. Von dort aus befahl er den Aufmarsch seiner Truppen zur Völkerschlacht bei Leipzig. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Düben in das Königreich Preußen eingegliedert und Teil des Regierungsbezirks Merseburg der Provinz Sachsen (Kreis Bitterfeld).

Im Jahr 1816 hatte Düben laut Neumanns Ortslexikon des Deutschen Reiches von 1894 2311 Einwohner. Zusammen mit Schwemsal stellte Bad Düben ein Zentrum der Alaunproduktion in Deutschland dar. Im Jahre 1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadt, sich durch die Moor- und Mineralwasservorkommen in der Umgebung als Kur- und Badeort zu entwickeln. Am 1. April 1936 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Alaunwerk Schwemsal in die Stadt Düben eingegliedert.[8] Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Düben erst zum Land Sachsen-Anhalt und ab 1952 zum Bezirk Leipzig.

1948 wurde der Stadt Düben der Titel Bad verliehen.

Zwei Bataillonsfahnen der Diensteinheit Alaunwerk wurden bei einem Appell am 2. Oktober 1990, Vorabend der Übernahme durch die Bundeswehr, eingerollt.

Bad Düben wurde Garnisonsstadt mit zwei Kasernen. 1974 entstand die Unteroffizierschule VIII, später umbenannt in Militärtechnische Schule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Harry Kuhn, in der bis 1990 halbjährlich bis zu 2000 Zeitsoldaten, aber auch Berufssoldaten und Wehrpflichtige ausgebildet wurden. Das Objekt wird teilweise von der Bundespolizei genutzt. Die Kaserne im Ortsteil Alaunwerk, auch Heidekaserne genannt, war Standort des Bataillons Chemische Abwehr 3 und des Detonometrie- und Aufklärungsbataillons 3 der NVA. Von 1990 bis 1996 war es Standort des ABC-Abwehrbataillons 705 der Bundeswehr. In der Kaserne wurde 2004 der Film NVA von Leander Haußmann und 2011 der Film Der Turm gedreht. Derzeit laufen Planungen zur Errichtung eines Funsportparks.

Seit 1990 gehört Bad Düben zum Bundesland Sachsen.

Am 1. Januar 1993 wurde Wellaune eingemeindet.[9] Schnaditz und Tiefensee folgten am 1. Januar 1999.[10]

Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung 1820–2015

Einwohnerzahlen[11][12]

Jahr Einwohnerzahl
1552 78
1816 2.311
1818 2.306
1871 3.683
1880 3.678
1895 3.233
1910 3.258
1925 3.272
1939 4.344
1946 6.599
1950 6.457
1964 6.217
1990 8.789
2000 9.322
2003 9.042
2004 8.986
2005 8.876
2006 8.810
2007 8.620
2008 8.559
2010 8.237
2011 8.150
2012 8.037
2013 7.999
2015 7.970

Politik
Rathaus

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 42,3 %

 %3020100

27,4 %23,4 %15,7 %15,2 %4,5 %2,2 %

CDUFWGLinkeSPDFDPGrüne
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   2   0  -2  -4  -6  -8

-7,0 %p
-0,1 %p-2,8 %p+1,5 %p-2,7 %p-0,4 %p
CDUFWGLinkeSPDFDPGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%
Bürgermeister

Von 1991 bis 2007 führte Eckehard Tulaszewski (SPD, ab 1996 parteilos) als Bürgermeister die Geschicke der Stadt.[13][14] Als Tulaszewski 2007 in den Ruhestand ging, wurde Astrid Münster (FWG) zur Bürgermeisterin gewählt[15] und 2014 bis zum Jahr 2021 wiedergewählt.[16][17]

Stadtrat und Ortschaftsräte

Der Stadtrat wurde zuletzt am 25. Mai 2014 für fünf Jahre gewählt und besteht aus 18 gewählten Mitgliedern, davon entfallen je fünf Sitze auf die CDU und auf die Freie Wählergemeinschaft, je drei Sitze auf Die Linke und die SPD und zwei Sitze auf den Bürgerkreis Bad Düben.

Für die ausgewiesenen Stadtteile/Ortschaften wurde jeweils ein Ortschaftsrat gebildet und ein ehrenamtlich tätiger Ortsvorsteher gewählt. Dies sind für den Stadtteil Schnaditz fünf Mitglieder, die Ortschaft Tiefensee fünf Mitglieder und den Stadtteil Wellaune vier Mitglieder.

Städtepartnerschaften

Bad Düben pflegt seit 1991 eine Städtepartnerschaft mit Diez (Rheinland-Pfalz).

Wappen

Die Stadt Bad Düben führt als Stadtwappen zwei blaue Pfähle auf goldenem Grund. Zwischen den Pfählen befindet sich eine Lilie mit lindgrünen Blättern und weißer Blüte. Über dem Wappen ist ein blonder Engelskopf mit silbernen Flügeln angebracht. Die Mantelzier besteht aus Ranken in Form von Flammen.[18]

Das Stadtwappen war erstmals 1705 als ein sogenanntes Gnadenwappen erschienen, das vom Landesherrn an einige Städte wegen der großen Brandschatzungen und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg vergeben worden war. Die blauen Pfähle auf goldenem Grund weisen auf die Zugehörigkeit Dübens zum Osterland (Markgrafschaft Landsberg) hin. Der Engelskopf symbolisiert die große kirchliche Bedeutung Dübens. Düben war Sitz eines Erzpriesters unter dem Archidiakonat Wurzen des Bistums Meißen. Dieser verwaltete den ganzen Nordwestteil des Bistums bis an die untere Mulde. Die Lilie im Schild anstelle des Zepters dürfte zu deuten sein mit gnadenreicher Herrschaft. Sie ist aber auch ein Zeichen für die Gerichtsbarkeit. Die Stadt war auch Amtssitz.

Kurstadt
Kliniken

Das am 10. Mai 1915 eingeweihte Moorbad hat dazu beigetragen, dass die Stadt Düben durch sein Moorheilbad den Status eines Kurortes erhielt. Nach dem 2. Weltkrieg besichtigte eine Bäderkommission den Ort Düben, befürwortete den Antrag nach Beschluss des Kabinetts der Landesregierung und der Minister des Innern der damaligen Provinz Sachsen-Anhalt und erteilte am 4. März 1948 das Recht den Zusatz „Bad“ zu führen. Seitdem trägt die Stadt den Titel und nennt sich Bad Düben. Die Anerkennungsvoraussetzungen als Kurort werden alle 10 Jahre geprüft, seit Erteilung konnte Bad Düben den Kurortstatus ohne Unterbrechung führen.[19][20]

Kurpark: Bereits 1846 wurde der Kurpark in Bad Düben gegründet. Dieser ist heute eine ca. 80.000 m² große Parkanlage.[21]
Moorbad: Vor mehr als 100 Jahren war Düben wegen der gesunden Luft und der Landschaft eine bekannte Sommerfrische. Bei Bohrungen nach Braunkohle wurde 1911 die heilsamen Moorerde in Bad Düben entdeckt. In Folge dessen wurde im Jahr 1913 die Eisen-Moorbad-Gesellschaft gegründet und am 10. Mai 1915 ein neu errichtetes Moorbad eröffnet. Durch einen Brand im Jahr 1924 wurde das Moorbad schwer beschädigt, danach neu gestaltet und 1925 wiedereröffnet. Der einstöckige Bau wurde in den Jahren 1928/29 bedeutend erweitert und zu einem Sanatoriumsbetrieb mit voller Verpflegung eingerichtet.[22][19]
Reha-Zentrum: Am Kurpark eröffnete im Januar 1994 das neu gebaute und von der MediClin-Gruppe betriebene Reha-Zentrum, eine orthopädische, neurologische und kardiologische Fachklinik.[23]
Waldkrankenhaus: Im Jahr 1995 wurde neben dem Reha-Zentrum das neuerrichtete Waldkrankenhaus am Kurpark eröffnet, welches mit diesem verbunden ist und ebenfalls von der MediClin-Gruppe betrieben wird. Das neue Waldkrankenhaus ist eine Spezialklinik für Orthopädie und löste das von 1943 bis 1995 genutzte alte Waldkrankenhaus im Ortsteil Hammermühle, welches in der DDR ebenfalls ein angesehenes Fachkrankenhaus für Orthopädie war, ab.[24]
Heide Spa: Neben dem Kurpark wurde im Januar 2000 das Heide Spa mit Schwimmbad, Sauna, Fitnessstudio, Wellnesseinrichtung, Restaurant und Veranstaltungssaal eröffnet. Am 22. Mai 2007 wurde das angebaute 5,2 Mio. teure Wellness-Hotel mit 150 Betten eröffnet. Im April 2017 begann der Bau zur Erweiterung des Hotels durch weitere 23 Betten.[25]
Sehenswürdigkeiten
Stadtkirche St. Nikolai
Rotes Ufer
Bad Düben, Landesgrenze Sachsen zu Sachsen-Anhalt
Burg Düben mit Heimatmuseum
Burgschänke „Goldener Löwe“, Gebäude aus dem 11. Jh. mit Gastwirtschaft, welche Gaststättenprivileg seit 1647 besitzt
Historische Bergschiffmühle an der Mulde, 1686 erstmals urkundlich erwähnt
Rathaus (zur vollen Stunde zwischen 9 und 18 Uhr treffen zwei Ziegenböcke am Rathausturm symbolisch aufeinander)
Markt-Apotheke, im Jahr 1702 durch August den Starken privilegiert
Die evangelische Stadtkirche „St. Nikolai“ aus dem 12. Jahrhundert ist mit 63 Metern Turmhöhe das höchste Gebäude der Stadt.
Katholische Kirche aus dem Jahr 1957
Museumsdorf Obermühle mit Wassermühle und Bockwindmühle. Letztere musste im Jahr 2000 in Glesien dem Ausbau des Flughafens Leipzig-Halle weichen, wurde in den Niederlanden renoviert und Pfingsten 2006 in Bad Düben aufgestellt.
Stadtmühle, eine Wassermühle aus dem Jahr 1681
Pesttor aus dem Jahr 1577 am Friedhof
Blücherdenkmal
Weitere Sehenswürdigkeiten in den Stadtteilen Schnaditz (Schloss, barocke Kirche), Tiefensee (Kursächsische Postmeilensäule, Kirche mit Fachwerkturm) und Wellaune (Kohlhaasen-Krug mit Gedenkstein)
Rotes Ufer (Abraumhalde durch den Abbau von Alaun an der Mulde entstanden)
Lutherweg Sachsen
Muldentalradwanderweg
Moorerlebnispfad am Kurpark
Kurpark, 1846 gegründet und ältester öffentlicher Kurpark Deutschlands mit Kurhaus
Dübener Heide
Gesundbrunnen, eine Natrium- und nitritarme Eisenquelle im Wald der Dübener Heide
Pegelhaus, 1893 erbaute Messstelle an der Muldebrücke in dem von 1893 bis 1995 der Pegel der Mulde gemessen wurde
Kultur
Museen
Landschaftsmuseum

Auf dem Gelände der Burg befindet sich das Landschaftsmuseum der Dübener Heide. Eine Dauerausstellung zeigt seit 1953 Interessantes zur Stadtgeschichte, den Naturraum und das Handwerk. In unmittelbarer Nähe kann auch die Bergschiffsmühle besichtigt werden.[26]

Naturparkhaus

Seit 2012 ist das Naturparkhaus der Dübener Heide ein Gäste-, Besucher- und Kommunikationszentrum, das auf den Naturpark, seine Besonderheiten im Bereich Pflanzen- und Tierwelt und die Herausforderungen an künftige Generationen eingeht. Zudem finden regelmäßig Sonderausstellungen, Vorträge und Lesungen statt.[27]

Musik und Konzerte
Kurrende

Einmal im Monat gibt es das so genannte Abendsingen bzw. ein Oratorienkonzert (zweimal im Jahr) die Kurrende Bad Düben. Die Kurrende (lat. currere = laufen, Laufchor) besteht seit 1978 und der dazugehörende Posaunenchor seit 1948, mit zusammen mehr als 80 Mitgliedern. Der Verein widmet sich in erster Linie der geistlichen Chor- und Bläsermusik. Dazu gehören u. a. vier- bis achtstimmige Motetten alter und neuer Meister, Kantaten von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn Bartholdy, das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von Bach. Einmal im Jahr findet auch eine Aufführung eher weltlicher Art statt.[28]

Kurkonzerte

Von Mai bis September werden an der Obermühle Kurkonzerte mit verschiedenen Musikkünstlern veranstaltet. In den vergangenen Jahren fanden Kurkonzerte auch im Kurpark auf der Bühne des Kurhauses statt.

Veranstaltungen

Als größere Veranstaltungen finden das Asche abkehren in Tiefensee, die Osterfeuer (Schnaditz und Tiefensee), das Lindenblütenfest und das Junkerfest im Schlosspark in Schnaditz und die Kohlhaas Festtage in Wellaune statt. Ende Mai wird alljährlich das ein Wochenende andauernde Stadtfest abgehalten. Im September findet das Nordsächsische Erntedankfest, ein Oktoberfest und im Dezember ein Weihnachtsmarkt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bad Düben war zu DDR-Zeiten als Ausbildungsort der NVA und als Produktionsstandort für Werkzeugmaschinen bekannt. Das Gelände der NVA wird heute durch die Bundespolizei genutzt, die Werkzeugmaschinenfabrik besteht noch heute als „Profiroll“ und handelt ihre Produkte weltweit. Nach der Wende wurde mehr Wert auf den Ausbau als Kurstadt und als Standort für verschiedene Kleinindustrie gelegt. In den 1990er Jahren entstand das Gewerbegebiet „Süd-Ost“.

Gewerbegebiete
Gewerbegebiet „An der B2“ (neben Profiroll Technologies GmbH)
Gewerbegebiet „Süd-Ost“ (2017 waren 18 Firmen ansässig)[29]
Größere ansässige Unternehmen
Profiroll Technologies GmbH (ehemals VEB Werkzeugmaschinenfabrik Bad Düben, regional „Wema“ genannt)
MediClin AG mit Waldkrankenhaus und Reha-Zentrum
Neubert Orthopädie-Technik GmbH & Co. KG
Heide Spa (Spa, Hotel und Restaurant) als Kurbetriebsgesellschaft Dübener Heide mbH und HEIDE SPA Hotel GmbH & Co. KG
Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH
Seil- und Hebetechnik GmbH
Remmers Baustofftechnik Produktions GmbH
Behörden, Institutionen, Einrichtungen
Bundespolizeiabteilung Bad Düben
Flussmeisterei Bad Düben
Stadtverwaltung Bad Düben
Wohnungsgenossenschaft Heideland eG
Zweckverband Abwassergruppe Dübener Heide (ZAWDH)
Verkehr
Muldebrücke
Straßen

Bad Düben liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 2, 107, 183 und 183a. Die Muldebrücke in Bad Düben ist zwischen Pouch und Eilenburg die einzige; flussabwärts der Mulde gab es in Rösa eine Fähre, deren Betrieb eingestellt wurde. Dagegen wird der Fährbetrieb flussaufwärts in Gruna mittels Personenfähre für Fußgänger und Radfahrer aufrechterhalten.

Ortsumgehung B2 Wellaune

Seit 2001 setzten sich Einwohner des Ortsteils Wellaune für eine Ortsumgehung der Bundesstraße B2 ein. Täglich fahren bis zu 10.300 Pkw und Lkw durch den Ort. Im Jahr 2016 wurde das Vorhaben von der Bundesregierung mit höchster Priorität in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Danach soll der zweistreifige Neubau östlich des Orts im Jahr 2030 eine tägliche Verkehrsbelastung von ca. 7.000 Kfz haben. Die 3 Kilometer lange Strecke kostet den Bund 5,9 Mio. Euro, Baubeginn ist frühestens 2018.[30][31]

Bahn

Am Bahnhof Bad Düben an der Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg verkehrt seit 2016 die saisonale Linie RB 55, die in den Sommermonaten am Wochenende dreimal täglich Bad Düben mit Eilenburg und Wittenberg verbindet.

Bus

Wochentags gibt es stündliche Busverbindungen nach Leipzig und Eilenburg, die von den Vetter Verkehrsbetrieben bedient werden. Darüber hinaus gibt es mehrere Stadt-Umland-Linien und einen Stadtbusverkehr. Am Wochenende und feiertags sind nur die Buslinien nach Leipzig und Eilenburg in Betrieb.

Radwege

Bad Düben liegt am Radweg Berlin–Leipzig und am Mulderadweg.

Bildung, Erziehung, Schulen
Kindergärten und Kindertagesstätten
Kindertagesstätte „Märchenland“
Kindertagesstätte „Spatzenhaus“
Christliche Kindertagesstätte der Diakonie „St. Nikolai“
Schulen
Oberschule (1972 eröffnet, früher POS Wilhelm-Pieck-Oberschule, danach Mittelschule Bad Düben)
Heidegrundschule (Grundschule, früher POS Nicolai-Gastello-Oberschule)
Evangelisches Schulzentrum (1631 Ersterwähnung als Schulgebäude, Grundschule, Oberschule und Gymnasium)
Albert-Schweitzer-Gymnasium (1992–2009, von 2002 bis 2009 als Außenstelle des Martin-Rinckart-Gymnasium Eilenburg)
Jugendzentrum
Jugendhaus „Poly“ der AWO KV Nordsachsen e.V.
Bibliothek

Bereits 1916 gab es eine Volksbücherei in Düben, zuerst als Schul-, später als Stadtbibliothek. Bis Ende des 2. Weltkrieges war sie in der Turnhalle der Schule untergebracht, danach im Rathaus. Am 6. Oktober 1954 wurde die Bibliothek wiedereröffnet und ist mehrmals innerhalb der Stadt umgezogen, unter anderem war sie in der Torgauer Straße, in der Straße der DSF (jetzt Altstädter Straße) und ab 1992 im „Dienstleistungswürfel“ im Postweg 16 ansässig. Seit 1. November 2011 befindet sie sich im Windmühlenweg und nutzt das 170 m² große Obergeschoss des Jugendhaus „Poly“. Der Umfang der Stadtbibliothek erhöhte sich vom Jahr 1954 mit 1.084 Büchern und 4.485 jährlichen Ausleihen bis zum Jahr 2004 auf 17.500 Bücher, Tonträger, Videos, Spiele und andere Medien sowie jährlich über 30.000 Ausleihen. Heute kann bereits online von zu Hause über das Internet durch den Medien-Dienst Web-OPAC im Bücherbestand der Bibliothek gesucht oder per Onleihe elektronische Bücher ausgeliehen werden.[32][33][34]

Gesundheits- und Sozialwesen
Krankenhaus und Fachklinik
Waldkrankenhaus Bad Düben, orthopädische Fachklinik
Reha-Zentrum Bad Düben, orthopädische, neurologische und kardiologische Fachklinik
Seniorenpflegeeinrichtungen
AWO Pflege- und Betreuungszentrum Bad Düben (Pflegeeinrichtung und Betreutes Wohnen)
Diakonisches Altenpflegeheim „St. Nikolai“ (Pflegeeinrichtung)
Rettungs- und Hilfsdienste
Freiwillige Feuerwehr Bad Düben mit Außenstellen in den Stadtteilen
Deutsches Rotes Kreuz – Rettungswache Bad Düben
Bundespolizeiabteilung Bad Düben
Sportstätten
Horst-Stahnisch-Stadion
mehrere Sporthallen
Freibad Heidebad Hammermühle
Heide Spa, Wellnessbad mit Saunabereich und Fitnessclub
Kegelbahn am Horst-Stahnisch-Stadion
Bowlingbahn des Bowling-und-Spielverein Bad Düben e.V.
Tennisplatz des Tennisclub Bad Düben e.V. am Horst-Stahnisch-Stadion
Kirchen
Evangelische Kirchgemeinde „St. Nikolai“ Bad Düben
Katholische Kirchgemeinde „Heilige Familie“ Bad Düben
Neuapostolische Kirche Bad Düben
Adventgemeinde Bad Düben
Persönlichkeiten
Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Bad Düben

Amtszeit Name Partei
(während der Amtszeit)
Wahlperioden und Bemerkungen
16. Jhd. Corbinian Hendel besaß die Mühle in Brösa
16. Jhd. Wacker Nickel besaß die Schneidermühle
nach 1663 Thomas Harrweil unbekannt, war 1663 Pächter des Ratskellers im Rathaus
und später Bürgermeister[35]
um 1810 Johann Heinrich Wolle unbekannt[35]
1885 bis 1918 Hermann Welzel unbekannt[36]
um 1932 Dr. Zimmermann unbekannt[37]
um 1982 Gerhard (Gerd) Lewandowski Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) unbekannt[38]
1986 bis 1990 Horst Heiden unbekannt, trat Anfang 1990 vom Amt zurück[39]
Februar 1990 bis Mai 1990 Günter Hielscher amtierender Bürgermeister der Stadt
als Vertreter des zurückgetretenen Bürgermeister Heiden[40]
1991 bis 2007 Eckehard Tulaszewski 1991–1996: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD),
ab 1996: parteilos
1. Wahlperiode: 1991–1998
2. Wahlperiode: 1998–2005
3. Wahlperiode: 2005–2007[41][42]
seit 2007 Astrid Münster Freie Wählergemeinschaft (FWG) 1. Wahlperiode: 2007–2014[43]
2. Wahlperiode: 2014–2021[44][45]

Söhne und Töchter der Stadt
Barbara Elisabeth Schubart (getauft 1625, † zwischen 1695 und 1716), christliche Poetin
Carl Wilhelm Slevogt (1753–1824), preußischer Justizamtmann und Rittergutsbesitzer
Christian Gottfried Flittner (1770–1828), Arzt, Apotheker und Autor
Eduard Florens Rivinus (1801–1873), Zahnarzt und Autor
Robert Schlobach (1813–1883), Landvermessungsingenieur
Theodor Kirsch (1818–1889), Entomologe 
Wolf von Wolff (1824–1900), Jurist, Reichsanwalt und Senatspräsident am Reichsgericht in Leipzig
Ferdinand von Zeuner (1825–1888), preußischer Generalleutnant
August Hörig (1834–1884), Gewerkschafter und Sozialdemokrat
Louise Hauffe (1836–1882), Konzertpianistin
Kurt Wahle (1854–1928), Offizier und Generalleutnant
Hermann Kötzschke (1862–1943), Theologe und Journalist
Friedrich Schröder (1872–1943), Theologe, Pastor und Heimatforscher
Peter Weyer (1879–1947), Offizier und General der Artillerie
Hermann Schiebel (1896–1973), Kunstmaler und Grafiker
Willy Winkler (1904–1986), Buchdruckermeister, Schriftsteller, Heimatforscher, Mitbegründer und Museumsleiter des Landschaftsmuseum auf der Burg Düben
Heinz Schmidt (1930–2012) Geheimdienstoffizier und Generalmajor
Hans-Joachim Böttcher (* 1947), Autor, Denkmalpfleger und Heimatforscher
Matthias Zwarg (* 1958), Journalist und Verleger
Elke Dopp (* 1965), Professorin für Hygiene und Umweltmedizin, in Bad Düben geboren
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Günther von Zaschnitz († 1534), Schlossherr von Schnaditz, Kontrahent des in die Literatur eingegangenen Pferdehändlers Kohlhase
Johann Gottfried Benemann († 1761), Kammerkommissionsrat, Oberakzisekommissar, Rittergutsbesitzer und Amtmann zu Düben
Friedrich Karl Theodor von Hartig (* 1788; † 1850), Forstbeamter und Mitgründer des Kurpark Bad Düben, wurde in Düben beigesetzt
Julius Albert Rasch (* 1801; † 1882), Gerichtsamtmann in Düben und Mitbegründer des Kurpark Bad Düben
Dr. med. Dieter Jungmichel (* 1931), Facharzt für Orthopädie und von 1972 bis 1998 Chefarzt im Waldkrankenhaus
Hans Funk (* 1936), Heimatforscher und Publizist
Bärbel Wachholz (* 1938; † 1984), DDR-Schlagersängerin, erholte sich im Bärbel-Wachholz-Haus bei Schnaditz
Christoph Hein (* 1944), Schriftsteller und Ehrenbürger, in der Stadt aufgewachsen
Andreas Tüpke (* 1961), Maler, betrieb ein Atelier am Marktplatz
André Schinkel (* 1972), Schriftsteller, verbrachte den Großteil seiner Kindheit in der Stadt
Ines Papert (* 1974), dreifache Eiskletterweltmeisterin, wuchs in Bad Düben auf
Norman Liebold (* 1976), Autor, Künstler und Schauspieler, ging in Bad Düben zur Schule
Ehrenbürger

Nr. Jahr Ehrenbürger Grund Laudatio
1 2007 Wolfgang Apitzsch Ehrung für zahlreiche heimatverbundene Tätigkeiten Laudatio vom 18.01.2007 [46]
2 2008 Horst Stahnisch Ehrung für die Errichtung von Sportplatz und Stadion Laudatio vom 17.01.2008 [47]
3 2011 Christoph Hein Ehrung als Schriftsteller, Übersetzer und Essayist Laudatio vom 13.04.2011 [48]

Literatur
A. Flegel/H.-J. Böttcher/H. Funk: Von Eilenburg nach Bad Düben, Torgau 1993, ISBN 3-930199-01-7.
Hans Funk: Das alte DÜBEN neu entdeckt. Bilder aus vergangenen Jahren, Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-851-8
Hans-Joachim Böttcher: Archivbilder – Bad Düben, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-814-X.
Hans-Joachim Böttcher: Bilder aus der DDR – Bad Düben, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-134-9.
Weblinks
 Commons: Bad Düben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Düben – Reiseführer
www.bad-dueben.de
Bad Düben im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen