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Geschichte
Das Großsteingrab von Werste

Ein megalithisches Steinkammergrab in Werste ist das älteste Zeugnis menschlicher Siedlung im heutigen Stadtgebiet.
Die älteste Erwähnung eines heutigen Ortsteils belegt den Ort Rehme („Rimie“) für die Jahre 753 und 785 in den fränkischen Reichsannalen, als sich die fränkischen Könige Pippin der Jüngere und sein Nachfolger Karl der Große auf Feldzügen dorthin begaben.[15] Mittelalterliche Siedlungskerne liegen auch in den Ortsteilen Werste, Eidinghausen, Volmerdingsen und Wulferdingsen.

In Bergkirchen befand sich in vorchristlicher sächsischer Zeit am dortigen Übergang über das Wiehengebirge ein Höhen-Quellheiligtum, an dessen Stelle im 9. Jahrhundert eine Kirche erbaut wurde, ein Vorgängerbau der heutigen Kirche.

Flößer-Denkmal als Hinweis auf die frühere Bedeutung der Weser als überregionaler Wasserweg

Für die Siedlungsentwicklung wichtig war die territoriale Zuordnung des heutigen Stadtgebiets, dessen südlicher Teil zur Grafschaft Ravensberg und dessen nördlicher Teil zum Hochstift Minden gehörte. Diese Teile standen jedoch in beiden Territorien jeweils in einer unbedeutenden Randlage, so dass sich die Siedlungskerne ohne Lagevorteil und wegen fehlender landesherrlicher Förderung nicht zu zentralen Orten entwickelten. Auch von der Weser konnten die an ihr gelegenen Ortsteile keinen wirtschaftlichen Vorteil ziehen, da ein Hafen fehlte.

Erst ab 1719 gab es eine gemeinsame Verwaltung der seit 1614 brandenburgischen Grafschaft Ravensberg mit dem seit 1648 ebenfalls brandenburgischen Fürstentum Minden als Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg. In der Zeit der napoleonischen Kriege gehörte das Gebiet ab 1807 zunächst zum Königreich Westphalen, ab 1810 nur noch mit seinem südlichen Teil, während der Norden dem Kaiserreich Frankreich einverleibt wurde; bis 1814 bildeten Werre und Weser hier die Staatsgrenzer. Beim Wiener Kongress gelangte das Land wieder an Preußen.

Sültemeyer-Brunnen

Nach einer Anekdote wunderte sich der Colon Sültemeyer im Jahre 1746 über die salzige Kruste auf seinen Schweinen, nachdem sie sich im Morast gewälzt hatten. Nach Bekanntwerden dieses Fundes befahl König Friedrich II. den Bau einer Saline, die den Namen „Königliche Saline Neusalzwerk“ bekam und erstmals 1753 Siedesalz produzierte. An diesen Beginn der Stadtentwicklung erinnert heute der Sültemeyer-Brunnen („Schweinebrunnen“) im Zentrum Bad Oeynhausens. Das Salz wurde in der Region abgesetzt, aber auch bis nach Köln verkauft. Neben der Saline entstand eine chemische Fabrik, die Rückstände des Rohsalzes zu Produkten wie Soda, Chlorkalk und Bittersalz verarbeitete.

Nach etwa 25 weiteren Bohrungen in den folgenden Jahrzehnten bohrte der Berghauptmann Karl von Oeynhausen (1795–1865) auf dem Gelände des heutigen Kurparks ab 1830 nach weiteren Salzvorkommen. Das Ziel lag darin, den preußischen Staat von Salzimporten unabhängig zu machen. Von Oeynhausen fand kein weiteres Steinsalzvorkommen, stieß aber 1845 im mit 696,4 m damals tiefsten Bohrloch Europas auf eine Thermalsolequelle.[16] Schnell wurde die Heilkraft dieser Quelle erkannt und in Privatinitiative entstanden die ersten Thermalbäder in dem Ort, der sich nun „Neusalzwerk bei Rehme“ nannte. Nach der Enteignung und Entschädigung von vier Kolonen, die bereits Badeanstalten auf ihren Grundstücken betrieben, genehmigte das Finanzministerium im Dezember 1844 den Badebetrieb.[17]

König Friedrich Wilhelm IV. setzte sich persönlich stark für den entstehenden Kurort ein; zwischen 1817 und 1857 besuchte er mindestens sieben mal den Ort. Im Jahre 1848 verlieh er ihm den Namen „Königliches Bad Oeynhausen“. Dass der architekturbegeisterte Monarch auch an der Planung des Badehauses I beteiligt war, wird als wahrscheinlich angenommen, ist jedoch nicht eindeutig belegt.[18]

Prinzregent Wilhelm verfügte die Gründung des Bades als politischer Gemeinde mit dem Titel Stadt zum 1. Januar 1860;[19] das Stadtgebiet wurde aus der Gemeinde Rehme ausgegliedert.[20] Damit gehört Bad Oeynhausen als Gründungsstadt des 19. Jahrhunderts zu den wenigen Städten, die nach nichtlandesherrlichen Personen benannt wurden.[21] Die junge Stadt wurde jedoch zunächst nach der preußischen Landgemeindeordnung verwaltet und erhielt erst 1885 das volle Stadtrecht.[22] Der als ungünstig empfundene Umstand, dass der westliche Teil des Kurbezirks auf dem Gebiet Gemeinde Gohfeld im Kreis Herford gelegen hatte, wurde mit der Stadtbildung durch eine Gebietserweiterung zugunsten Bad Oeynhausens korrigiert, bei der auch die Grenze zwischen den Landkreisen Minden und Herford nach Westen verschoben wurde.[23]

Mit der Eröffnung der den Kurpark unmittelbar tangierenden Bahnstrecken der Cöln-Mindener Eisenbahn (1847) und der Weserbahn (1875) wurde der entstehende Kurort durch zwei Bahnhöfe an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Südlich der Cöln-Mindener Eisenbahn, in der Nähe des Bahnhofs beginnend, entstand der Kurpark nach Plänen von Peter Joseph Lenné, dem damals bekanntesten preußischen Gartenarchitekten.[24] Um den Kurpark herum entwickelte sich der neue Ort; bis zum Ersten Weltkrieg entstanden Wohnhäuser des gehobenen Bürgertums und zahlreiche Pensionen. Eines der bekanntesten von ihnen, die Farne-Villa, wurde 1969 für einen Neubau abgerissen.

Weitere Thermalsolequellen wurden erbohrt, darunter 1926 der Jordansprudel, der mit einer Schüttung von 6000 L/min die größte kohlensäurehaltige Thermalsolequelle der Welt und heute das Wahrzeichen der Stadt ist.

Im Februar 1936 fand in Bad Oeynhausen die vierte Reichssynode der Bekennenden Kirche statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Bad Oeynhausen 20 Lazarette für Verwundete eingerichtet. Bombenangriffe im Juni und November 1944 sowie kurz vor Ende der Kampfhandlungen im März 1945 zielten nicht auf die Innenstadt und das Kurgebiet, die unzerstört blieben, sondern auf die Weserbrücken und die Weserhütte. Der Krieg endete in Bad Oeynhausen am 3. April 1945 mit der kampflosen Übergabe der Stadt an die US-Armee.[25]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war bis zum Umzug nach Berlin Bad Oeynhausen Sitz der britischen Militärregierung. In der Stadt war zusätzlich das Hauptquartier der britischen Rheinarmee angesiedelt. Das Hauptquartier befand sich im Hotel Königshof, das bis zum Kriegsende als Lazarett diente. Ein großer Teil der Innenstadt war für das zivile Leben gesperrt, Anwohner und Geschäfte waren zwangsumgesiedelt. Ein provisorisches Geschäftszentrum entstand nördlich der Nordbahn. Nach und nach wurden die Absperrungen zurückgenommen. Erst nach völliger Freigabe der Innenstadt durch die Briten 1954 wurde der Badebetrieb wieder aufgenommen.

Die Kureinrichtungen von Bad Oeynhausen waren bis zum Jahr 2004 Staatsbad des Landes Nordrhein-Westfalen und werden seitdem von der Stadt als „Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH“ privatrechtlich weiterbetrieben; die Bezeichnung „Staatsbad“ darf jedoch weiter geführt werden.

Demographie
Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung von Bad Oeynhausen von 1973 bis 2015 nach nebenstehender Tabelle

Jahr Einwohner
1973 (1. Januar) 44.983
1975 (31. Dezember) 44.730
1980 (31. Dezember) 44.336
1985 (31. Dezember) 43.215
1987 (25. Mai) ¹ 44.036
1990 (31. Dezember) 46.475
1995 (31. Dezember) 49.014
Jahr Einwohner
2000 (31. Dezember) 50.007
2005 (31. Dezember) 49.221
2010 (31. Dezember) 48.300
2015 (31. Dezember) 48.990

¹ Volkszählungsergebnis

Blick auf Bad Oeynhausen mit Kurpark
Blick auf die Kirche in Bergkirchen

Typisch für Bad Oeynhausen ist der etwas höhere Anteil der älteren Jahrgangsgruppen an der Wohnbevölkerung.[26]

Gebietseinheit bis 17 Jahre 18 – 64 Jahre 65 Jahre und mehr
Stadt Bad Oeynhausen (2015) 16,6 % 60,8 % 22,6 %
Kreis Minden-Lübbecke (2015) 17,5 % 61,1 % 21,4 %
Regierungsbezirk Detmold (2015) 17,5 % 62,2 % 20,2 %
Land Nordrhein-Westfalen (2015) 16,6 % 62,8 % 20,6 %

Religionen

Die Stadt ist überwiegend evangelisch geprägt. In allen Ortsteilen finden sich Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen, von denen die Gemeinde Bergkirchen dem Kirchenkreis Minden, die übrigen dem Kirchenkreis Vlotho angehören.

Die katholische Gemeinden St. Peter und Paul und St. Johannes Evangelist gehören zum Pastoralen Raum WerreWeser im Dekanat Herford-Minden des Erzbistums Paderborn.[27]

Die Gemeinde Bad Oeynhausen der neuapostolische Kirche umfasst das Gebiet von Löhne und Bad Oeynhausen und hat ihre Kirche im Stadtzentrum.[28]

Politik
Rat der Stadt Bad Oeynhausen

[29][30][31][32] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 16 36,54 15 33,60 18 40,85 22 50,01 20 41,51 18 37,97 20 45,25 20 43,93 21 46,44
SPD 14 32,28 14 30,96 16 36,37 16 36,37 18 38,05 20 43,78 21 45,25 21 47,58 20 44,27
GRÜNE 5 10,17 4 9,28 7 15,22 4 9,35 7 16,15 4 10,41 4 9,50
BBO1 4 9,55 4 9,27
FDP 1 3,21 3 7,31 3 7,57 2 4,26 0 4,29 3 7,84 4 8,49 4 9,29
UW2 2 3,47 2 5,77
LINKE 2 4,78 2 3,80
Gesamt3 44 100 44 100 44 100 44 100 45 100 45 100 45 100 45 100 45 100
Wahlbeteiligung 45,54 49,28 52,14 53,11 80,75 66,32 69,59 73,29 86,19

1„Bürger für Bad Oeynhausen“
2„Unabhängige Wähler Bad Oeynhausen“
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Der Rat der Stadt Bad Oeynhausen hat 44 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die Mitglieder des Rates sind für die Dauer von fünf Jahren gewählt. Der Rat der Stadt hält seine Sitzungen im Rathaus I ab, das direkt am Kurpark in den 1950er Jahren als zeittypischer Behördenbau errichtet wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Dort und in fünf weiteren Außenstellen befinden sich die Dienststellen der Stadtverwaltung; Pläne zur Konzentration der Verwaltung in einem Neubau werden derzeit nicht weiter verfolgt.

Sitzverteilung im
Bad Oeynhauser Stadtrat 2014

       

Insgesamt 44 Sitze Die Linke: 2 GRÜNE: 5 SPD: 14 UWG: 2 FDP: 1 BBO: 4 CDU: 16

Wahlergebnisse der Stadt Bad Oeynhausen
Wahlen zum Landtag Nordrhein-Westfalen

Parteien und Wählergemeinschaften Landtagswahl 2017 Landtagswahl 2012 Landtagswahl 2010 Landtagswahl 2005
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 32,68 % 26,58 % 33,97 % 45,49 %
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,82 % 41,32 % 37,78 % 38,43 %
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,14 % 9,85 % 11,29 % 5,24 %
FDP Freie Demokratische Partei 10,80 % 8,20 % 5,88 % 5,75 %
LINKE Die Linke[33] 4,15 % 2,53 % 5,85 % 1,63 %
AFD Alternative für Deutschland 7,66 %
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 0,77 % 7,44 % 1,06 %
Sonst. Sonstige Parteien 3,30 % 4,06 % 4,14 % 3,45 %
Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 %

Wahlen zum Deutschen Bundestag

Seit der Bundestagswahl 2013 gehört Bad Oeynhausen zum Wahlkreis Herford – Minden-Lübbecke II.

Parteien und Wählergemeinschaften Bundestagswahl 2017 Bundestagswahl 2013 Bundestagswahl 2009 Bundestagswahl 2005
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,20 % 41,59 % 34,19 % 42,87 %
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,89 % 32,78 % 30,78 % 44,88 %
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,94 % 7,48 % 8,51 % 3,31 %
FDP Freie Demokratische Partei 12,45 % 4,59 % 14,18 % 3,78 %
LINKE Die Linke[33] 6,85 % 5,44 % 7,80 % 4,06 %
AFD Alternative für Deutschland 10,51 % 3,95 %
Sonst. Sonstige Parteien 3,16 % 4,98 % 4,55 % 1,10 %
Gesamt 100 % 100 % 100 % 100 %

Wahlen zum Europäischen Parlament

Parteien und Wählergemeinschaften Europawahl 2014 Europawahl 2009 Europawahl 2004
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,77 % 36,90 % 44,58 %
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,01 % 28,39 % 28,49 %
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,16 % 10,96 % 10,35 %
FDP Freie Demokratische Partei 3,36 % 11,96 % 7,95 %
LINKE Die Linke[33] 5,04 % 4,43 % 1,48 %
AFD Alternative für Deutschland 6,72 %
Sonst. Sonstige Parteien 5,94 % 7,36 % 7,14 %
Gesamt 100 % 100 % 100 %

[34]
[35][36]
[37]

Bürgermeister
Rathaus I (erbaut 1957)

Ab dem 1. März 1946 waren die Bürgermeister als Vorsitzende des Rates ehrenamtlich tätig. Seit 1999 gibt es wieder einen Hauptamtlichen Bürgermeister.

Bürgermeister der Kernstadt Bad Oeynhausen:

1885–1899: Karl Thiele
1899–1906: Georg Zimmer-Wallis
1907–1933: Fritz Neuhäußer
1933–1934: Herbert Krupp
1934–1945: Rudolf Stoßberg (zunächst kommissarisch[38])
13. April 1945–1. März 1946: Walter Kronheim
1. März 1946–27. September 1946: Wilhelm Rottwilm (SPD)
27. September 1946 – 17. Oktober 1948: Heinrich Schlüter (CDU)
1948–1950: Fritz Hopmann (CDU)
1950–1952: Heinrich Schlüter (CDU)
1952–1961: Albert Rusch (CDU)
1961–1972: Ernst Adolf Lehmann (CDU)

Bürgermeister von Bad Oeynhausen nach der kommunalen Neugliederung:

1973–1984: Dieter Fürste (CDU)
1984–1993: Wilhelm Spilker (SPD)
1994–1999: Toni Fritz (SPD)
1999–2004: Gerhard Paul (CDU)
2004–2015: Klaus Mueller-Zahlmann (SPD)
seit 21. Oktober 2015: Achim Wilmsmeier (SPD)

Der gegenwärtige Bürgermeister Achim Wilmsmeier (SPD) setzte sich im September 2015 in einer Stichwahl als gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen, UW, BBO und Linke gegen Kurt Nagel (CDU) durch.

Stadtdirektoren 1946–1999

Ab 1946 wurde die Stadtverwaltung der Kernstadt von Stadtdirektoren geführt:

1946–1950: Walter Kronheim
1950–1960: Rudolf Lawin
1960–1968: Heinz Reiss
1968 – 29. Mai 1973: Werner Meyer zu Selhausen

Stadtdirektoren nach der kommunalen Neugliederung:

30. Mai 1973 – 31. August 1973: Karl-Heinz Gaul
1. September 1973–1984: Werner Meyer zu Selhausen
1984–1991: Heinrich Möllenhoff
1991–1999: Klaus-Walter Kröll
Wappen und Flagge
Flagge von Bad Oeynhausen
Banner von Bad Oeynhausen

Blasonierung: „In Blau, eine silberne (weiße) viersprossige Leiter. Darüber, getrennt durch einen silbernen (weißen) Wellenbalken, in einem roten Schildhaupt drei silberne (weiße) Merletten.“
Wappenbegründung: Der Stadt Bad Oeynhausen wurde vom Regierungspräsidenten in Detmold am 13. Dezember 1973 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge und eines Banners verliehen. (Hauptsatzung § 2)[39] Das Wappen besteht seit 1863 und zitiert mit der Leiter das Familienwappen der Familie von Oeynhausen. Karl von Oeynhausen machte sich durch die Erbohrung der ersten Solequelle für die Stadt verdient. Die Merletten im Schildhaupt stammen aus dem Wappen des ehemaligen Amtes Rehme, dessen Gebiet einen Großteil der Fläche der heutigen Stadt bildet.

Beschreibung der Flagge:
Von Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 quergestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild der Stadt.[40]

Beschreibung des Banners:
„Von Blau-Weiß-Blau im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt in der oberen Hälfte.“

Bad Oeynhausen führt ein Dienstsiegel, das das Stadtwappen zeigt. Die Farben der Stadt sind Blau-Weiß-Blau.

Städtepartnerschaften

Bad Oeynhausen verbindet mit drei europäischen Städten intensive Städtepartnerschaften. Die Partnerschaft mit der französischen Stadt Fismes in der Champagne, die diese 1968 mit der Gemeinde Eidinghausen schloss, wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung auf die Stadt Bad Oeynhausen übertragen. 1977 ging Bad Oeynhausen mit dem englischen District Wear Valley in der Grafschaft Durham eine Verbindung ein. Die jüngste Städtepartnerschaft besteht mit der polnischen Stadt Inowrocław in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern, die sich auch auf eine gemeinsame Vergangenheit von Salzgewinnung und Solebädern stützt, die beide Städte den Bohrungen des Freiherrn von Oeynhausen verdanken.

Zur Pflege dieser Partnerschaften existiert seit 1980 der „Partnerschaftsring Bad Oeynhausen“, dem Privatleute und mehrere Vereine angehören und der sich im Rahmen der Partnerschaften für die Völkerverständigung einsetzt und unter anderem regelmäßige gegenseitige Besuche organisiert.[41]
Nach allen drei Partnerstädten sind in der Stadt Straßen oder Plätze benannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater und Museen
Theater im Park
Das Kaiserpalais, das ehem. Kurhaus

Das Theater im Park (Kurpark) bietet Gastspiele auswärtiger Theater und Konzerte der Bielefelder Philharmoniker und der Nordwestdeutschen Philharmonie an. Ebenfalls im Kurpark befindet sich das GOP-Varieté im Kaiserpalais.

Bad Oeynhausen beherbergt mit dem Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseum einen Sammlungshort von Märchen aus der Region des Weserberglands, der vor allem auf dem Werk der Brüder Grimm fußt. Die Privatsammlung des 1992 verstorbenen Schriftstellers Karl Paetow bildete den Grundstock des Museums, das 1973 in den Räumen der Paul-Baehr-Villa, einer prachtvollen Villa im Stil des Historismus, am Kurpark von Bad Oeynhausen eröffnet wurde. Mit diesem Museum ist Bad Oeynhausen Teil der Deutschen Märchenstraße.

Die kulturelle Bau- und Kulturgeschichte wird im Museumshof Bad Oeynhausen mit Haupthaus (1739), Heuerlingshaus (1654), Spieker, Scheune, Backhaus, Hofwassermühle (1772) und Bauerngarten im Landschaftspark Siekertal dargestellt.

Scheune und Haupthaus im Museumshof

Spieker im Museumshof

Hofwassermühle am Osterbach

Seit 2007 geschlossen ist das Motor Technica Museum in der Nähe der Weser. Im Außenbereich des Museumsgeländes sind zahlreiche historische Flugzeuge und Fahrzeuge zu sehen, die allmählich verfallen.[42]

Bauwerke
Badehaus I
Energie-Forum-Innovation
Ronald McDonald-Haus

→ Liste der Baudenkmäler in Bad Oeynhausen

Für die Funktion als Staatsbad entstanden im Kurpark zahlreiche repräsentative klassizistische und neobarocke Gebäude. Zwischen 1905 und 1908 wurde das neubarocke Kurhaus errichtet, das von 1980 bis 2002 auch ein Spielcasino beherbergte; heute finden sich darin – unter dem Namen „Kaiserpalais“ – ein GOP-Varieté, ein Edelrestaurant und eine Diskothek. Weiterhin sind zu nennen das Badehaus I (erbaut 1852 bis 1857 nach Plänen von Robert Ferdinand Cremer und Carl Ferdinand Busse), sowie das Badehaus II (erbaut 1885), das Theater von 1915 und die Wandelhalle aus dem Jahre 1926.

Ein Zeichen neuer Industriearchitektur findet sich das Energie-Forum-Innovation, das die EMR Verwaltung und ein Blockheizkraftwerk umfasst. Der Architekt des Gebäudes ist Frank Gehry.

Ein weiterer Gehry-Bau ist das Ronald McDonald-Elternhaus, das 12 Apartments beherbergt. Die einzelnen Wohnungen sind durch glasgesäumte Flure miteinander verbunden und führen zum Mittelpunkt des Hauses. Das wie ein Schneckenhaus geformte Dach schraubt sich zwölf Meter in die Höhe. Das Haus soll für Eltern oder weitere Angehörige der herzkranken Kinder ein Zuhause auf Zeit sein, solange die kleinen Patienten im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen behandelt werden.

Am Rande des Kurparks stehen die evangelische Auferstehungskirche als dreischiffiger Saalbau des Architekten Diez Brandi von 1956 sowie die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul nach einem Vorgängerbau von 1871.[43]

Unmittelbar westlich des Kurparks entstand in den 1920er Jahren eine Wohnsiedlung nach dem Gartenstadt-Konzept, der heutige Denkmalbereich Hindenburgstraße:[44]

In landschaftlich exponierter Lage steht die Evangelische Kirche Bergkirchen auf der Passhöhe des Wiehengebirges; gemeinsam mit der Laurentiuskirche in Rehme und dem Turm der Evangelischen Kirche Volmerdingsen stellen sie die einzigen mittelalterlichen Kirchenbauten im Stadtgebiet dar.

Im Stadtteil Eidinghausen befindet sich das Wasserschloss Ovelgönne.

Sonstiges

Ein wichtiger kultureller Treffpunkt ist das Begegnungszentrum Druckerei.[45]

Im Forum des Herz- und Diabeteszentrum wird Kunst in wechselnden Ausstellungen gezeigt.[46]

Grünflächen und Naherholung
Gradierwerk im Sielpark

Kurpark: Brunnen

Wandelhalle

Badehaus II

Der Sielpark ist ein großflächig angelegter Landschaftspark nördlich des Kurparks zwischen der Nordbahnlinie und der Werre.[47] In ihm befindet sich das Brunnenhaus mit dem 1806 erbohrten Bülowbrunnen aus der Zeit der Salzsolegewinnung. Der Brunnen speist das in den 1990er Jahren wieder errichtete Gradierwerk. Das Brunnenmeisterhaus wird heute als Gastronomiebetrieb genutzt.

Jordansprudel

Der Jordansprudel, benannt nach dem Kur- und Salinendirektor Albert Jordan (1865–1934), ist das Wahrzeichen der Stadt Bad Oeynhausen. Er ist eine der größten kohlensäurehaltigen Thermalsolequellen der Welt. Früher konnten ihn die Gäste nur einmal im Jahr erleben, wenn er zur jährlichen Kurparkillumination „Parklichter“ aus seinem unterirdischen Gefängnis entlassen wurde und das Wasser aus rund 700 m Tiefe 50 m hoch in die Luft schoss. Dank des Sponsorings und neuer, ressourcenschonender Technik springt er nun ständig (außer in den Wintermonaten) und schießt zwischen 9 und 20 Uhr zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten in voller Höhe in die Luft.

Herzstück von Bad Oeynhausen ist der Kurpark, er wurde zwischen 1851 und 1853 nach Plänen von Peter Joseph Lenné geschaffen. Die noch vorhandenen Gebäude zeugen von einer glanzvollen und mondänen Kur- und Bäderwelt, die ihren Höhepunkt am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte.[48][49]

Westlich des Kurparks liegt die weitläufige Anlage des Landschaftsparks Siekertal mit Heimatmuseum und großem Baumbestand.[50] Die Oeynhauser Schweiz liegt östlich vom Kurpark. Es ist ein Landschaftspark und Stadtwald mit Damwildgehege.[51]

Durch das Kurgebiet und die Parkanlagen fährt im Sommerhalbjahr eine touristische „Bimmelbahn“, die den Namen „Emil – der Wolkenschieber“ (Emil = elektrische Mobilität) trägt, der regelmäßig verschiedene Routen bedient. Ein zweites Fahrzeug wurde wegen seines herkömmlichen Antriebs „Minna“ getauft.

Wasserkrater, Aqua Magica

Die Aqua Magica ist ein rund 20 ha großer Landschaftspark in Bad Oeynhausen und Löhne. Der Park wurde 1997 von den französischen Landschaftsarchitekten Henri Bava und Olivier Philippe entworfen. Ziel war die Neuanlage eines Parks zur Landesgartenschau im Jahr 2000. Das eindrucksvollste Werk der Aqua Magica ist der Wasserkrater. Es ist eine begehbare, unterirdische Brunnenskulptur und eine Station auf der Reise in das „Land des Staunens“. Auf dem Gelände befindet sich seit 2009 ein Hochseilgarten, welcher an Wochenenden und in Schulferien geöffnet ist.[52]

Sport

Der Fußballverein SVEW Bad Oeynhausen (SV Eidinghausen-Werste) spielt in der Staffel 1 in der Landesliga Westfalen und ist der klassenhöchste Fußballverein der Stadt. Der FC Bad Oeynhausen spielt in der Bezirksliga Westfalen.

Regelmäßige Veranstaltungen
Kurpark Bad Oeynhausen

Das Stadtfest „Innenstadtfete“ findet immer am letzten Wochenende vor Beginn der Sommerferien statt. Das „Fest von Bürgern für Bürger“ zieht seit über 40 Jahren regelmäßig 50000 Besucher aus der Stadt und dem Umland an.

Die „Parklichter“ finden alljährlich Anfang August im Kurpark statt. Die Veranstaltung hat ihren Ursprung als Feier der Freigabe des Kurparks durch die britische Besatzungsmacht im Jahre 1956. Die Parklichter haben sich im Laufe der Zeit gewandelt und umfassen mittlerweile 3 Tage, in denen es verschiedene Angebote für alle Altersgruppen gibt. Seit einigen Jahren werden auch namhafte Musiker für Auftritte verpflichtet, mit denen die Parklichter überregional attraktiver und bekannter gemacht werden sollen. Abschluss der Veranstaltung ist traditionell ein Feuerwerk.

Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft

Durch den dominierenden Gesundheitssektor hat die Kurstadt einen vergleichsweise hohen Anteil an Beschäftigten im Dienstleistungsbereich aufzuweisen. Der größte Arbeitgeber Bad Oeynhausens ist die diakonische Stiftung Wittekindshof im Ortsteil Volmerdingsen mit circa 2000 Beschäftigten. Der größte Anteil der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe arbeitet im Maschinenbau.[53]

Sozialpflichtig Beschäftigte in Bad Oeynhausen[54]

Gebietseinheit Land- und Forstwirtschaft Produzierendes Gewerbe Handel, Verkehr und Gastgewerbe Sonstige Dienstleistungen
Stadt Bad Oeynhausen 0,2 % 22,4 % 16,6 % 60,8 %
Kreis Minden-Lübbecke 0,5 % 35,2 % 19,8 % 44,5 %
Regierungsbezirk Detmold 0,6 % 35,5 % 21,2 % 42,5 %
Land Nordrhein-Westfalen 0,5 % 27,8 % 22,3 % 49,4 %

Daten für 30. Juni 2015

Das verfügbare Einkommen lag 2014 mit 23053 € pro Einwohner deutlich über den Werten des Kreises (21652 €) und des Landes (21207 €); damit liegt Bad Oeynhausen an Rangstelle 95 aller 396 Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.[55] Die Kaufkraft der Bad Oeynhausener Bevölkerung liegt nahe am Bundesdurchschnitt ünd übertrifft den Kreis Minden-Lübbecke deutlich (GfK Kaufkraftkennziffer (Bad Oeynhausen) = 99,5, Bundesdurchschnitt = 100, Kreis Minden-Lübbecke =95,7; Daten 2015).[56]

Ansässige Unternehmen
Denios AG, Umweltschutz & Sicherheit
Handel
Im Einkaufszentrum „Werre-Park“

Auf dem Gelände der ehemaligen Weserhütte an der Mindener Starße (B 61) befindet sich seit 1997 das Einkaufszentrum Werre-Park sowie das Spielcasino Bad Oeynhausen mit einem großen regionalen Einzugsbereich.

Medienlandschaft

Die Tageszeitungen Neue Westfälische und Westfalen-Blatt produzieren Lokalausgaben für Bad Oeynhausen. Das Lokalradio ist Radio Westfalica.

Öffentliche Einrichtungen
Gollwitzer-Meier-Klinik

Überörtliche Bedeutung hat das Amtsgericht Bad Oeynhausen, das zuständig ist für die Bereiche Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho. Der Abfall der Stadt Bad Oeynhausen wird gemäß Abfallgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille entsorgt.

Bad Oeynhausen beherbergt das renommierte Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, das dem Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum zugeordnet ist und auch mit der Universität Bielefeld zusammenarbeitet.[57]

Ferner weist Bad Oeynhausen verschiedene anerkannte Reha-Kliniken auf, die bekanntesten sind die Gollwitzer-Meier-Klinik (Herz- und Kreislauferkrankungen), die Klinik am Korso (die einzige deutsche Spezialklinik für die Behandlung von Essstörungen) sowie die Klinik Bad Oexen (Onkologie).

Der Regelversorgung dient das Krankenhaus Bad Oeynhausen, das ebenso wie die auf Orthopädie spezialisierte Auguste-Viktoria-Klinik zum Verbund der Mühlenkreiskliniken gehört.

Bildung

Die Stadt Bad Oeynhausen unterhält sechs Grundschulen an neun Standorten. Im Schulzentrum Süd befinden sich das Immanuel-Kant-Gymnasium sowie eine Realschule; im Schulzentrum Nord sind eine weitere Realschule, eine Gesamtschule sowie die Bernart-Schule, eine Förderschule, ansässig. Zudem trägt die Stadt eine Volkshochschule und eine Musikschule.

Das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg ist in der Trägerschaft des Kreises, die „Schule am Weserbogen – Westf. Schule für Körperbehinderte“ in der Trägerschaft des LWL. Weitere Schulen sind die Zivildienstschule und das Evangelische Berufskolleg sowie das Berufsbildungswerk Wittekindshof.[58]

Verkehr
Bahnverkehr
Bahnhof Bad Oeynhausen

Bad Oeynhausen ist an zwei Bahnstrecken mit Personenverkehrsbahnhöfen angeschlossen.

Der Bahnhof Bad Oeynhausen (Nordbahnhof) liegt seit 1847 an der Bahnstrecke Hamm–Minden, der früheren Cöln-Mindener Eisenbahn. Es bestehen IC-Verbindungen nach Berlin, ins Rhein-Ruhr-Gebiet und nach Amsterdam. Regional-Express-Züge fahren im Stundentakt nach Hannover–Braunschweig und Düsseldorf (Westfalen-Express), alle zwei Stunden nach Osnabrück–Rheine sowie nach Minden–Nienburg.

Der Bahnhof Bad Oeynhausen Süd (Südbahnhof) wird seit 1875 von der Weserbahn bedient. Der Bahnsteig ist ohne Stufen behindertengerecht erreichbar.

Die Stadt gehört zum Tarifverbund Westfalentarif. In den Regionalzügen gelten in einigen Linien auch der Niedersachsentarif und das Niedersachsen-Ticket (Tarifgrenze Richtung NRW ist Herford).

Öffentlicher Busverkehr
Hauptartikel: Werre-Bus

Das Stadtgebiet wird von Stadt- und Regionalbussen erschlossen. Teilweise kommen Kleinbusse auf Anruflinien („Taxibus“) zum Einsatz. Markenbezeichnung für das Busnetz ist Weser-Werre-Bus. Regionalbusse fahren u.a. nach Löhne, Minden, Hüllhorst und Hille.

Straßenverkehr

Bad Oeynhausen liegt seit 1939 an der Bundesautobahn A 2; außerdem führen die Bundesstraßen B 61 und B 514 durch das Stadtgebiet.

Die Bundesautobahn 30 endet seit 1969 am westlichen Stadtrand auf dem Gebiet der Stadt Löhne. Der anlaufende Verkehr, derzeit etwa 50.000 Fahrzeuge am Tag, wird auf der B 61 durch das Stadtgebiet – teilweise in unmittelbarer Nähe der Kureinrichtungen – zur A 2-Anschlussstelle am Autobahnkreuz Bad Oeynhausen geführt. Seit den frühen 1970er Jahren wurden als Lösungen für den Autobahnlückenschluss zwei Alternativen diskutiert: entweder eine Weiterführung der A 30 zur A 2 durch den Bad Oeynhausener Norden als Nordumgehung oder eine Weiterführung in Troglage im ungefähren Verlauf der bisherigen Verkehrsführung. 1993 sprach sich der Stadtrat in einem Beschluss für die Variante der Nordumgehung aus.[59] Die Bürgerproteste gegen diese Trassenführung wurden dennoch weitergeführt. (Bürgerinitiative: „Notgemeinschaft Bad Oeynhausen/Löhne e. V.“).

Am 12. Januar 2007 entschied die Bezirksregierung Detmold mit einem Planfeststellungsbeschluss den Lückenschluss in Form der Nordumgehung. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 9. Juli 2008 dagegen erhobene Klagen abgewiesen hatte, begannen im September 2008 die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen. Im März 2014 wurde ein erster Teilabschnitt für den Verkehr freigegeben. Mittlerweile geht man von einer Fertigstellung 2019 aus.[60]

Die nördlichen und südlichen Stadtteile sind durch das innerstädtische Straßennetz gut an die Kernstadt angebunden sind, jedoch gibt es im Stadtgebiet nur zwei Werrebrücken. Der innerstädtische Verkehr in west-östlicher Richtung unterliegt größeren Behinderungen. Zum einen führt die alte traditionelle Verbindungstraße zwischen Herford und Minden (Herforder Straße, früher B 61) durch den nördlichen Teil des Kurgebiets, ist dort als Fußgängerzone ausgewiesen und für den Individualverkehr nicht nutzbar, so dass die west-östlichen Verkehrsströme zusätzlich zum Autobahnanschlussverkehr auf die B 61 (Kanalstraße, Mindener Straße) geleitet werden. Eine weitere, von Werste nach Dehme parallel verlaufende West-Ost-Verbindung wird durch Verlagerungsverkehr ebenfalls stark belastet. In größerer Entfernung vom Werretal ist der West-Ost-Verkehr zwischen den jeweiligen Ortsteilen nur auf stark gewundenen Straßen möglich, deren Verlauf durch das lebhafte Relief beeinflusst wird.

Flugverkehr

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Hannover-Langenhagen. Regionale Bedeutung hat der östlich der Weser gelegene Flugplatz Porta Westfalica in Porta Westfalica – Vennebeck, an dessen Flugplatzbetriebsgesellschaft mbH Porta Westfalica die Stadt Bad Oeynhausen mitbeteiligt ist; er dient vornehmlich dem Flugsport, hat aber auch regionalwirtschaftliche Bedeutung.[61]

Fahrradverkehr
Weserfähre „Amanda“

Mehrere Fernradwege und lokale Radwege durchqueren Bad Oeynhausen: Mühlenroute, Weserradweg, Wellness-Radroute, Else-Werre-Radweg, Soleweg und weitere. Die Weser kann auf dem Radweg der Autobahnbrücke (A2) überquert werden. Der geplante Radschnellweg OWL soll ebenfalls durch Bad Oeynhausen führen.[62]

Am Nordbahnhof gibt es eine Fahrradstation. In der Innenstadt (Fußgängerzone) gibt es weitreichende Fahrradverbote.

Weserfähre

Die Fähre Amanda verbindet Bad Oeynhausen-Rehme mit dem Freizeit- und Naherholungsgebiet Großer Weserbogen (Stadt Porta Westfalica). Sie setzt Fußgänger und Fahrradfahrer von März bis Oktober über die Weser. Traditionsgemäß wird die Fährsaison am Karfreitag vom Landrat des Kreises Minden-Lübbecke und den Bürgermeistern der Städte Bad Oeynhausen und Porta Westfalica eröffnet.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
1912 Paul Baehr (* 1855 in Thorn; † 1929 in Bad Oeynhausen), 2. Bürgermeister der Stadt, Stadtverordnetenvorsteher, Schriftsteller, Autor von Heimatliteratur über Bad Oeynhausen[63]
2008 Reiner Körfer (* 18. Januar 1942 in Kleve), vormals Herzchirurg und Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen[64]

Die Ehrenbürgerschaften von Adolf Hitler, Franz Seldte und Paul von Hindenburg, die zwischen 1933 und 1945 zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt worden waren, wurden am 7. Mai 2014 vom Rat der Stadt für nichtig erklärt.[65]

Söhne und Töchter der Stadt
1852: August von Borries, Ingenieur
1863: Max Rüdenberg, Fabrikant und Politiker
1871: Wilhelm Schlüter, Politiker (SPD)
1880: Fritz Tarnow, Gewerkschafter und Politiker (SPD)
1886: Friedrich Altemeier, Jagdflieger
1893: Paul Hecker, Kaufmann, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (SRP)
1895: Elisabeth Hecker, Kinderärztin und Kinder- und Jugendpsychiaterin, Beteiligte am NS-Euthanasie-Programm
1895: Walther Victor, Publizist und Schriftsteller
1899: Arnold Büscher, Leiter der Lagerwache im KZ Plaszow
1902: Walther Ludwig, Opern- und Liedersänger
1907: Wolfram Dörinkel, Politiker (NSDAP, FDP)
1912: Rudolf Pörtner, Schriftsteller und Historiker
1913: F. Wolfgang Schnell, Agrarwissenschaftler
1916: Hans-Georg Stemann, Arzt und Admiraloberstabsarzt
1920: Gerhard Limberg, Offizier, Inspekteur der Luftwaffe
1921: Karl-Heinz Spilker, Mitglied der Waffen-SS Leibstandarte SS Adolf Hitler, Politiker (CSU)
1929: Günter Hitzemann, Baptistenpastor, Diakoniechef und Kirchenpräsident
1930: Friedhelm Farthmann, Politiker (SPD), Landesminister
1931: Ralf Dreier, Rechtswissenschaftler
1934: Reinhard Rürup, Historiker
1935: Siegfried Linkwitz, Ingenieur
1941: Lothar Papula, Mathematiker und Autor
1943: Bernd Bohmeier, Schriftsteller und Maler
1956: Norbert Horst, Autor
1956: Hans-Christian Pape, Neurophysiologe
1959: Fred Apke, Dramatiker, Regisseur und Schauspieler
1960: Peggy Wehmeier, Autorin
1960: Arno Meyer zu Küingdorf, Autor
1961: Susanne Knorre, Politikerin (parteilos), Landesministerin
1962: Jochen Althoff, Altphilologe
1965: Hans Bernsdorff, Altphilologe
1965: Stephan Rürup, Cartoonist, Comiczeichner und Musiker
1065: Bernd Schröder, evangelischer Theologe
1966: Christian Berg, Autor und Komponist
1966: Thomas Pöhler, bildender Künstler
1967: Christian Lohse, Koch
1968: Heiko Tiemann, Photograph
1971: Daniela Elsner, Anglistin und Didaktikerin
1971: Arndt Klocke, Politiker (Grüne)
1971: Alexandra Rietz, Kommissarin und Schauspielerin
1971: Christopher Spehr, evangelischer Theologe
1972: Sascha Pierro, Sänger und Frontmann der Musikband Marquess
1973: Torben Giehler, Maler
1975: Sebastian Krämer, Kabarettist
1976: Grant Hendrik Tonne, Politiker (SPD)
1979: Arne Friedrich, Fußballspieler
1982: Victor Perli, Politiker (PDS, Linke)
1991: Richard Becker, Tennisspieler
Weitere Persönlichkeiten
Johann Gustav Hermes, Mathematiker
Karl Koch, Superintendent, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
Kurt Lütgen, Schriftsteller
Marie Charlotte Siedentopf, Jugendbuchautorin
Adolf von Thadden, Politiker (NSDAP, DKP-DRP, DRP, NPD)
Kurt Thomas, Komponist und Chorleiter
Hanns von Zobeltitz, Schriftsteller und Verleger
Hermann Krekeler, Pfarrer, Gründer des Wittekindshofs in Volmerdingsen
August Weinhold, Politiker, starb in Bad Oeynhausen (SPD)
Peter Joseph Lenné, Gartenarchitekt, entwarf den Kurpark
Frank Gehry, Architekt, entwarf zwei Bauten für Bad Oeynhausen
Werner Sanß, Theologe und Vicar in Bad Oeynhausen, Politiker (DFU)
Hans Gottfried von Stockhausen, bildender Künstler
Jan Bontjes van Beek, bildender Künstler
Hanns von Zobeltitz, Publizist
Reinhart Koselleck, Historiker
Ernemann Sander, bildender Künstler
Bernhard Sprute, bildender Künstler
Axel Jüptner, Sportler, starb in Bad Oeynhausen
Elsbeth Montzheimer, Schriftstellerin
Levente Csik, rumänischer Profifußballer
Roland Pröll, Musiker
Reiner Körfer, Herzchirurg
Georg von Vincke, Politiker
Otto Foit, Geschäftsführer Herzzentrum
René Müller, Fußballer
Friedrich Christoph Pelizaeus, Arzt
Max Strub, Musiker, starb in Bad Oeynhausen
Heinrich Dietmar Borcherding, Politiker
Franz Bölsche, Musiker und Komponist, starb in Bad Oeynhausen
Georg von Borries, Politiker
Leo Konopczynski, Fußballer, starb in Bad Oeynhausen
Daniel Budiman, Fernsehmoderator
Wilhelm Nieberg, Politiker (DVP, NSDAP, CDU)
August Friedrich Georg Disselhoff, Pfarrer und Lyriker
Hermann Oetting, Ingenieur und Politiker
Fritz Bottler, Politiker, starb in Bad Oeynhausen (DVP)
Ingo Petzke, Filmemacher und Autor
Tilmann Meyer zu Erpen, Reiter
Hans Thimme, Theologe, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
Jochen Fahrenberg, Persönlichkeitspsychologe und Psychophysiologe
Karl Paetow, Museumsleiter, starb in Bad Oeynhausen
Melanie von Schlotheim, Gräfin, uneheliche Tochter von Jérôme Bonaparte, starb in Bad Oeynhausen
Olaf Kappelt, Publizist
Erhard O. Müller, Sozialwissenschaftler, Journalist und Publizist
Diez Brandi, Architekt
Heinz Lilienthal, Maler
Helge Timmerberg, Journalist
Eduard Hoffmann, Unternehmer
Markus Wagner, Politiker
Friedrich Hartjenstein, Architekt
Literatur
Stadtchroniken
Paul Baehr: Chronik von Bad Oeynhausen. Bad Oeynhausen 1909, (Nachdruck Bielefeld 2009).
Gerhard Lietz: Chronik der Stadt Bad Oeynhausen 1910–1972. Bad Oeynhausen 1979.
Werner Meyer zu Selhausen: Chronik der Stadt Bad Oeynhausen 1973–1992. Bad Oeynhausen 1993.
Sonstiges
Albert Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Minden. Münster 1902.
Der Alexander–von–Humboldt–Sprudel in Bad Oeynhausen. Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Krefeld 1977, ISBN 3-86029-826-7.
Baldur Köster: Bad Oeynhausen. Ein Architekturmuseum des 19. Jahrhunderts. Hirmer, München 1985, ISBN 3-7774-3930-4.
Werner Meyer zu Selhausen: 125 Jahre Stadtsparkasse Bad Oeynhausen. Deutscher Sparkassen-Verlag, Stuttgart 1987.
Baldur Köster: Die Restaurierung des Badehauses I in Bad Oeynhausen. In den Jahren 1989–1992. Rasch, Bramsche 1992, ISBN 3-922469-74-4.
Johannes Henke: Bad Oeynhausen. Die historische Stadt mit Zukunft. Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt in Wort und Bild. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-252-8.
Gerhard Seib: Backhäuser im Stadtgebiet von Bad Oeynhausen. Eilbracht, Löhne-Gohfeld 1996, ISBN 3-9805205-1-X.
Jost Schilgen, Martina Wengierek: Bad Oeynhausen. Mader, Grasberg 1997, ISBN 3-921957-56-7.
Johannes Henke (Hrsg.): 150 Jahre Heilbad Oeynhausen. Horb am Neckar 1998.
Gerhard Lietz, Hilda Lietz: Bad Oeynhausen in alten Ansichten II. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1999, ISBN 90-288-5377-4.
Frank O. Gehry, Manfred Ragati (Hrsg.), Uta Kreikenbohm (Hrsg.): Frank O. Gehry. Das Energie-Forum – Innovation in Bad Oeynhausen. Kerber Christof Verlag, Bielefeld 2000, ISBN 3-924639-64-7.
Rico Quaschny (Hrsg.): Bad Oeynhausen zwischen Krieg und Frieden. Kriegsende und Besatzungszeit in Zeitzeugnissen und Erinnerungen. Verl. für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-621-7.
Beiträge zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2006, ISBN 3-89534-670-5.
Rico Quaschny: Stadtführer Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2007, ISBN 3-89534-652-7.
Rico Quaschny: Die Luisenschule. Zur Geschichte der höheren Mädchenbildung in Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Gütersloh 2008, ISBN 3-89534-753-1.
Rico Quaschny (Hrsg.): Friedrich Wilhelm IV. und Bad Oeynhausen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-89534-896-9.
Friedhelm Pelzer: Stadt Bad Oeynhausen. In: Carola Bischoff et al. (Hrsg.): Kreis Minden-Lübbecke. (= Städte und Gemeinden in Westfalen. Band 13.) Herausgegeben von der Geographischen Kommission für Westfalen. Aschendorff Verlag, Münster 2013. S. 68–114.
Weblinks
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 Wikisource: Bad Oeynhausen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bad Oeynhausen – Reiseführer
Website der Stadt Bad Oeynhausen
Staatsbad Bad Oeynhausen
Bad Oeynhausen im Kulturatlas Westfalen
Werre-Wasserverband