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Geschichte

Der Ort besteht mindestens seit dem Ende des achten Jahrhunderts. Das belegt eine Schenkungsurkunde des Frankenkönigs Karls des Großen, die von Historikern auf die Zeit zwischen 776 und 779 datiert wurde. Mit diesem Dokument übertrug Karl die Salzquellen, Salzpfannen, Salzarbeiter, Markt, Tribut und Zoll der Siedlung Westera dem Kloster Fulda. Der Name der Siedlung bezieht sich auf die Lage an der westlichen Grenze zu Thüringen.

Allendorf – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus hat einen noch älteren Beleg hinterlassen, der sich zwar nicht auf die Siedlung, aber auf den Standort bezieht. Chatten und Hermunduren sollen sich laut seinem Bericht an einem Grenzfluss um Salzquellen gestritten haben. Der Grenzfluss war die Werra, und Historiker glauben, dass es sich bei den Quellen um die unter dem heutigen Sooden handelte.

Im Dreißigjährigen Krieg zogen ab 1623 Truppen unter den Generälen Johann T’Serclaes von Tilly, Wallenstein, Jean de Merode und Gottfried Heinrich zu Pappenheim durch. Jedes Mal kassierten sie Besatzungskosten und verkauften Schutzbriefe, damit die Stadt nicht angezündet würde. So waren die Kassen von Stadt und Bürgern leer, als im April 1637 die kroatischen Regimenter Geleen und Isolani einfielen und die Stadt am 27. April anzündeten. Die Kirchenbücher verzeichnen keine Sterbefälle durch den Brand, weil sich die Bürger durch Verbindungstüren zwischen allen Kellergewölben der Stadt retten konnten. Doch noch im gleichen Jahr starben 141 von ihnen, denn als sie nach ihrer Rückkehr in den Kellergewölben hausten, brach die Pest aus. Sooden wurde nicht verbrannt, weil die Saline unter der Protektion des Landgrafen stand. Von Allendorf blieben nur die Grundmauern übrig.

Viele Zimmersleute waren für den Wiederaufbau nötig, mehr als in der Umgebung zu finden waren. Also reisten Berufskollegen aus Niedersachsen, Thüringen und dem übrigen Hessen an. Die drei dort üblichen Fachwerkstile finden sich heute in der Stadt. Der Rathof – komplett aus Stein erbaut – überstand den großen Stadtbrand und ist als ältestes Gebäude der Stadt erhalten geblieben. Bis 1821 war Allendorf Hauptort des hessischen Amtes Allendorf, das in diesem Jahr im neugebildeten Kreis Witzenhausen aufging.

Fußgängerzone in Bad Sooden-Allendorf
Eingangsbereich des Kultur- und Kongresszentrums

Über 1000 Jahre lang, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, wurde in Siedehäusern aus Sole Salz gewonnen. Die Sole wurde aus einem Vorkommen unter der Stadt gefördert. Die Aufhebung des Salzmonopols infolge des Anschlusses an Preußen im Jahre 1866 führte zu einem Preisverfall, der zur Aufgabe der Salzherstellung führte. Das letzte Salz wurde 1906 gewonnen.

Parallel zum Niedergang der Saline entdeckte man die heilende Wirkung der Sole und begann mit dem Bau eines Badehauses. Am 1. Juni 1881 wurde das Haus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Mit der Seehoferschen Gesundheitsreform in den 1990er Jahren brach jedoch auch die Zahl der Kuren ein; mittlerweile setzt die Stadt auf den Tourismus.

Noch heute wird mit dem Brunnenfest, das jährlich zu Pfingsten stattfindet, an die Zeit der Salzgewinnung erinnert. Mit einem originalgetreuen Pfannengesöde wird vorgeführt, wie früher Salz gewonnen wurde. In einem Salzmuseum wird das Salz dann verkauft; dort wird auch die Geschichte der Salzgewinnung präsentiert.

Im Jahr 1853 wurde am Marktplatz der Stadt durch den Papierfabrikanten Gumpert Bodenheim die weltweit erste industriell gefertigte Spitztüte hergestellt.[2][3]

Allendorf und Sooden wurden am 1. Juli 1929 zu Bad Sooden-Allendorf zwangsvereinigt. Sohten, später Sooden (Standort des Salzwerks), war bis dahin nur ein Flecken gewesen, in dem im Mittelalter die Salinenarbeiter wohnten, während Allendorf, der Sitz der reichen Eigentümer der Siedepfannen, bereits 1218 die Stadt- und Marktrechte erhalten hatte.

Modernisierung
Gradierwerk
Zum Jahrtausendwechsel baute man das Gradierwerk ab und komplett neu auf. Grund war die Fäule der Reisigbüsche, an denen die Sole herabtropft. Als Freiluftinhalatorium war das Gebäude unverzichtbar für den Tourismus geworden.
Werratal-Therme
Ende 2005 stellte man eine Therme mit großem Saunabereich fertig, um auch privat zahlende Gäste in die Stadt zu locken. Hierfür wurde das Sole-Bewegungsbad umgebaut.
Kultur- und Kongresszentrum Werratal
Im April 2007 wurde eine neue Veranstaltungshalle für Kongresse und Konzerte am Standort der alten Halle eröffnet.
Spielgolfanlage
Im Jahr 2010 wurde die Minigolfanlage, bestehend aus Bahnen aus Eternitplatten, entfernt und durch eine moderne Spielgolfanlage ersetzt.
Verkehrsberuhigung
Auch die Straßenführung wurde geändert. Seither besteht keine direkte Verbindung mehr zwischen Sooden-Nord und Sooden-Süd; der Autoverkehr muss auf die Umgehungsstraße durch das Industriegebiet ausweichen. Der Bahnhof wird auf zwei Gleise zurückgebaut und modernisiert; von dort aus soll ein direkter Weg nach Sooden geschaffen werden. Durch diese Maßnahmen will die Stadt dem Rückgang des Kurbetriebs insofern entgegenwirken, als der Bereich um die Therme und das Kurgebiet leichter erreichbar und autofreie Zone wird.
Eingemeindungen

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. September 1970 die bis dahin selbständige Gemeinde Ahrenberg eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Dudenrode, Ellershausen, Hilgershausen, Kleinvach, Oberrieden, Orferode und Weiden hinzu. Kammerbach folgte am 1. Januar 1974.[4] Für die eingegliederten neun Stadtteile wurde jeweils ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Die Stadt veröffentlichte auf ihrer Internetseite[5] bis 2009 folgende Einwohnerentwicklung (Werte in Klammern), daneben ab 2003 die Werte des Hessischen Landesamtes für Statistik:

Einwohnerentwicklung von 1925 bis 2015 nach nebenstehender Tabelle. Rot: Werte von der Internetseite der Stadt (in der Tab. in Klammern), blau: Werte des Stat. Landesamts

Jahr Einwohner
1925 1.148 + 2.939[6]
1939 (4.266)
1945 (5.324)
1950 (7.212)
1960 (6.306)
1965 (6.641)
1970 (6.915)
1975 (9.549)
1980 (9.914)
1985 (9.887)
1990 (10.383)
Jahr Einwohner
1995 (10.259)
1996 (10.033)
1997 (9.993)
1998 (9.864)
1999 (9.737)
2000 (9.674)
2001 (9.678)
2002 (9.552)
2003 9.008 (9.500)
2004 8.965 (9.518)
Jahr Einwohner
2005 8.968 (9.418)
2006 8.762 (9.361)
2007 8.699 (9.281)
2008 8.544 (9.129)
2009 8.487 (9.075)
2010 8.359
2011 8.326
2012 8.213
2013 8.272
2014 8.350
Jahr Einwohner
2015 8.463

Schulden

Wie viele Kommunen in Deutschland schiebt auch Bad Sooden-Allendorf einen Schuldenberg vor sich her. Als „dramatisch“ und „Fass ohne Boden“ bezeichnete Bürgermeister Frank Hix die Lage bei einer Stadtverordnetensitzung Ende Oktober 2011 – hierbei wurden der Etat für 2012 samt Wirtschaftsplänen der Eigenbetriebe sowie des Investitionsprogramms bis 2015 eingebracht. Hix erwartete für das Jahr 2012 ein Haushaltsdefizit von zwölf Millionen Euro und Gesamtschulden von dann 80 Millionen Euro.[7]
Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ging die Kommune neue Wege und führte zu Beginn 2013 erstmals eine Pferdesteuer ein.[8]

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 27 Sitze SPD: 9 Grüne: 3 FDP: 2 CDU: 10 FW: 3

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,6 10 37,0 12 36,8 11 32,7 10
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,0 9 36,9 11 41,8 13 38,8 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12.9 3 16,5 5 9,1 3 9,5 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 12.0 3 6,1 2 7,6 2 10,0 3
FDP Freie Demokratische Partei 6.5 2 3,5 1 4,7 2 5,9 2
REP Die Republikaner 3,1 1
Gesamt 100,0 27 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 50,0 51,4 53,9 55,4

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt ist seit dem 5. März 2009 Frank Hix (CDU).

Bei der Bürgermeisterwahl am 28. September 2014 erhielt er als amtierender Bürgermeister 2680 Stimmen (70,1 %), sein Gegenkandidat Jens Richter (SPD) 1141 Stimmen (29,9 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 57,0 Prozent.

Der aktuelle und die ehemaligen Bürgermeister von Allendorf (bis zur Vereinigung mit Sooden im Jahr 1929) und von Bad Sooden-Allendorf (ab 1929):

Frank Hix (ab 2009)
Ronald Gundlach (März 1997 bis 2009)
Erich Giese (1991 bis 1997)
Rolf Jenther (1984 bis zum Rücktritt 1991, kurz nach der Wiederwahl)
Rolf-Erich Barié (1978 bis 1984)
Gerhard Harke (1960 bis 1978)
Fritz Franke (April 1946 bis 1960, kommissarisch bereits seit September 1945)
Wilhelm Siebert (Juni 1945 bis September 1945)
Fritz Haase (April 1945 bis Juni 1945)
Cornelius Bents (Januar 1945 bis April 1945)
Ferdinand Schneider (Mai 1930 bis Dezember 1944)
Karl Eulert (August 1925 bis April 1930)
Karl Leimbach (Dezember 1923 bis Juli 1925, Stadtkämmerer/kommissarischer Bürgermeister)
Adolf Müller (Januar 1898 bis Dezember 1923)
Georg Ludwig Oeste (Juni 1877 bis Juli 1897)
Hugo Jesse (Januar 1874 bis Mai 1876)
Otto Heinrich Kroeschell (1853 bis 1873)
Christian August Seyl (1834 bis 1852)
Lorenz Heinrich Stephan (1808 bis 1813, kein Bürgermeister, sondern Maire während der westfälischen Zeit)

Die folgende Liste zeigt die Namen der Familien, die vor dem 19. Jahrhundert – etwa seit 1400 – die Inhaber des Bürgermeisteramtes in Allendort waren (sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, alphabetisch geordnet, da keine Jahreszahlen vorliegen).

Brandt, Breul, Casselmann, Cörper/Corper, Deichmann, Diede, Dietz, Dörr, Eschstruht, Frohn, Gaule, Gehrung, Gille, Grau, Grebe, Grunewald, Gundlach, Haas, von Haagen, Hupfeld, Hüter, Iring, von Jossa, Isenhuth, Kirchmeyer, Klinkerfuß, Königsee, Kraft, Kröschell, Lappe, Lutemann, Marold, Mattenberg, Meinhard, Jost Motz (um 1620), Müller, Neuenroth, Niedenstein, Geißler Praesendt (um 1585), Prediger, Quentel, Ruland, Saame, Schaffnicht, Heinrich Schaub (um 1440), Schmidt, Schnödde, Stephan, Storm, Thaurer, Tholde, Thorey, Valentin, Vielmeder, Vietor, Wagner, Weber, Wehr, Wissenbach, Wolff

Hedwig Lange, Bürgermeister von Sooden von 1876 bis 1901

Ungefähr 200 Jahre lang, bis zur Vereinigung mit Allendorf, war Sooden eine eigenständige Gemeinde (erstmals wurde Sooden in einer Urkunde von 1711 als solche bezeichnet). Der letzte Bürgermeister von Sooden hieß Zeeden, heute erinnert man sich aber vor allem an Hedwig Lange (1876 bis 1901), da sie das Heilbad gründete.[12]

Stadtwappen

Das 1931 durch das Staatsarchiv genehmigte Wappen zeigt in rotem Schild eine zinnenbekrönte Ringmauer mit Torturm und vier Innentürmen, silbern mit blauen Dächern (altes Wappen von Allendorf). Im Torbogen auf rotem Grund einen schräg gekreuzten Pfannhaken und ein Berlaff (Holzlöffel zur Beschleunigung der Soleverdampfung) in Gold (altes Wappen von Sooden).

Belebter Markt im Ortsteil Allendorf
Rathaus und Marktplatz in Allendorf
Partnerschaften

Bad Sooden-Allendorf pflegt Partnerschaften zu den Städten

Landivisiau im Departement Finistère, Frankreich seit 1974
Bad Frankenhausen in Thüringen seit 1990
Krynica-Zdrój in Polen seit 21. Mai 2010
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Grenzmuseum Schifflersgrund
Das Museum steht direkt auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Es beherbergt neben alten Grenzinstallationen und einer Reihe historischer Militärfahrzeuge bzw. -helikopter eine anschauliche und detaillierte Geschichte der innerdeutschen Grenze.
Salzmuseum
Das Salzmuseum im Söder Tor erinnert an die knapp 1000-jährige Salzgeschichte der Stadt.
Bauwerke
Bad Sooden, Beleuchtung 2007
St. Crucis-Kirche im Stadtteil Allendorf
St. Marien-Kirche im Stadtteil Bad Sooden
Aussichtsturm auf dem Roßkopf
Brunnen vor dem Tore
Möglicher Ursprungsort des bekannten Liedes. Schon früh wurde – weil dort das weichste Wasser der Stadt entspringt – eine knapp 1000 Meter lange Holzleitung von der Quelle am Zinnberg zu einem Kump vor dem südlichen Stadttor verlegt. 1218, zur Stadtwerdung, wurde daneben eine Linde gepflanzt. Vermutlich im 18. Jahrhundert dann wurde dort auch ein Zeitstock aufgestellt. Direkt neben Linde, Brunnen und Zeitstock verlief die Handelsstraße von Frankfurt nach Lübeck. Es ist vermutet worden, dass der aus Dessau stammende Dichter Wilhelm Müller auf einer Reise dieses Ensemble gesehen hat und dadurch zu seinem Gedicht Der Lindenbaum inspiriert wurde. Der 1827 erbaute Zeitstock ist erhalten, der früher erbaute Kump (Brunnen) ist auch noch original, die Linde wurde 1912 neu gepflanzt, das Tor 1997 wiedererrichtet.
Diebesturm
Im 14. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung errichteter Wachturm. Im Jahre 2000 wurde er mit einem neuen Dach versehen und wird heute als Aussichtsturm genutzt.[13]
Gradierwerk
Es wurde von Herbst 1999 bis Sommer 2002 abgerissen und neu aufgebaut. Wegen der salzhaltigen, für Atemwege wohltuenden Luft ist es ein beliebter Erholungsort, der von Einheimischen „Unsere senkrechte Nordsee“ genannt wird.
Heilig-Geist-Kapelle
Historische Fachwerkaltstadt
Schloss Rothestein
St. Crucis-Kirche
St. Marien
Werratal-Therme
Therme mit Solewasser, Sauna, Außenbereich. Das Gradierwerk ist zu einem Viertel in den Saunabereich integriert.
Klausbergturm
Ein früherer um 1400 errichteter etwa zehn Meter hoher Wartturm auf dem östlich der Stadt gelegenen 288,1 m ü. NHN[14] hohen Klausberg, der heute als Aussichtsturm genutzt wird.[15]
Regelmäßige Veranstaltungen

Überregional bekannt ist Bad Sooden-Allendorf für das Erntedank- und Heimatfest, das jedes Jahr um das dritte Wochenende im August gefeiert wird (Freitag bis Dienstag). Beliebt ist es vor allem wegen seiner vielen Traditionen – so wird es seit über 100 Jahren mit dem gleichen Programm gefeiert.
Höhepunkte:

Fackelumzug mit anschließendem Zapfenstreich und Beleuchtung (Werra in Flammen)
Großer Festumzug am Sonntag
Reiche Schmückung der Stadt mit Girlanden und Erntekronen aus Getreide, bewerkstelligt vor allem von den Anwohnern selbst
Spanisch-Fricco-Essen
Straßenfest in der Altstadt (Freitag), Vergnügungsmeile auf dem Festplatz (Samstag bis Dienstag)
Triolett-Tanzen, ein Reigen aus zwei Dreierpärchen

Im Jahr 2008 wurde ein Jubiläumserntefest gefeiert, das zwar nicht das 150. war, aber 150 Jahre zuvor (1858) erstmals von einem Gastwirt namens Beuermann ausgerichtet wurde. Der hiesige Künstler Martin Schülbe dokumentierte die Vorbereitungen sowie das Fest und veröffentlichte eine DVD, die in verschiedenen Geschäften der Stadt erhältlich ist.

Jedes Jahr findet in der Woche nach Ostern die Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf statt. Zahlreiche Veranstaltungen, beispielsweise Märchenabende und Theateraufführungen, führen in die Welt der Märchen ein, umrahmt von täglichen Auftritten der Märchenfiguren im Kurpark. Im Fokus steht Frau Holle, die am nahen Hohen Meißner gelebt haben soll und täglich im historischen Söder Tor die Betten schüttelt.
Die 15. Märchenwoche fand vom 12.–19. April 2009 statt. Erstmals war ein mittelalterlicher Markt in die Veranstaltung eingebunden. Die Marke von 20.000 Besuchern wurde überschritten[16].

Außerdem findet an den Pfingstfeiertagen das Brunnenfest statt, das von Johannes Rhenanus bereits im 16. Jahrhundert zum Dank für die „segensreichen Solequellen“ ins Leben gerufen wurde und damit das älteste Fest der Stadt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur
Bildung

Bad Sooden-Allendorf bietet mit der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore (Klassen 1 bis 4) und der Rhenanusschule (Klassen 5 bis 13) die Möglichkeit, eine komplette Schullaufbahn ohne Umzug oder tägliche Fahrten zu absolvieren. Integriert in die Rhenanusschule ist das Sportinternat Bad Sooden-Allendorf, das seit der Gründung im Jahre 1971 einige namhafte Sportler hervorgebracht hat. Die Schüler beenden ihre Schullaufbahn nicht mit einem „Sportabitur“, sondern mit der allgemeinen Hochschulreife, da diese Schule kein Sportgymnasium, sondern eine additive Gesamtschule ist.

In Bad Sooden-Allendorf befindet sich ebenfalls der Standort der Diploma Hochschule[17] (Bernd-Blindow-Gruppe).

Geschäftswelt

Die lokale Geschäftswelt zentralisiert sich sowohl in der Fußgängerzone „Weinreihe“ im Stadtteil Sooden als auch in der Kirchstraße in der Allendorfer Altstadt. Darüber hinaus gibt es ein Industriegebiet, in dem sich die vier größten Supermärkte der Stadt befinden; in jedem Stadtteil befindet sich außerdem je ein weiter, kleinerer Supermarkt in der Nähe von Wohnbebauungen.

Neben ein paar Hotels ist die hohe Zahl von Privatpensionen, vor allem im Stadtteil Sooden, erwähnenswert.

Kliniken

In der Stadt, die auch ein Kurort ist, siedelten sich verschiedene Kliniken an.[18]

Klinik Balzerborn
Hier werden Patienten mit rheumatischen, renalen und orthopädischen Erkrankungen sowie Patienten im Verfahren der Berufsgenossenschaftlichen stationären Weiterbehandlung (BGSW) mit Schwerpunkt Arbeitstherapie und arbeitsplatzbezogener Rehabilitation behandelt.
Sonnenberg-Klinik
Klinik Hoher Meißner
Klinik Kurhessen der Deutschen Rentenversicherung Hessen
Fachklinik für Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes, Dermatologie, Allergologie und Herzerkrankungen.
Fachklinik für Orthopädie, Rheumatologie und Neurologie.
Klinik Werra der Deutschen Rentenversicherung Bund
Sie ist spezialisiert auf Erkrankungen des Bewegungsapparates, verhaltensmedizinische Orthopädie und Psychosomatik.
Klinik Werraland
Bezeichnet sich als „Zentrum für Familiengesundheit“. Widmet sich der Rehabilitation und Prävention psychischer und somatischer Erkrankungen. Außerdem werden Erkrankungen des Bewegungsapparates, Atemwegserkrankungen, Allergien und Hauterkrankungen behandelt.
Medien
Als Tageszeitung erscheint die Witzenhäuser Allgemeine, eine Lokalausgabe der HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).
Außerdem gibt der MB-Media-Verlag, der über die Ippen-Gruppe ebenfalls zur HNA gehört (Ippen-Neffe Schöningh) zwei Wochenzeitungen namens Marktspiegel und Extra-Tipp heraus, die sich aber weniger regionalen Themen als vielmehr boulevardesker Berichterstattung widmen.
Der BSA-Kurier ist eine Werbezeitung für das hiesige Kurpark-Hotel, dessen Anzeigen zuletzt ebenfalls von der HNA akquiriert wurden. Örtliche Vereinsberichterstattung und Kulturankündigungen fanden darin einen Platz.
Ein Stadtblättchen wird für wenige Abonnenten vom Verlag Linus-Wittich herausgegeben.
Weiterhin ist das Lokalradio RundFunk Meißner (RFM) in der Stadt zu empfangen, das seinen Namen vom unweit gelegenen Berg Hoher Meißner hat.
Verkehr
Bad Sooden-Allendorf ist über die B 27 Witzenhausen–Eschwege an das Autobahnnetz angebunden.
Der zentrale Bahnhof liegt an der Nord-Süd Bahnstrecke Göttingen–Bebra–Fulda.
Es existiert ein Stadtbussystem, das von den Eichsfeldwerken betrieben wird.
Nächster Flughafen ist der Flughafen Kassel-Calden.
Die Werra ist für große Schiffe nicht nutzbar. Es findet aber ein reger Verkehr mit Paddelbooten statt.
Ein Wohnmobilhafen in Altstadt- und Werranähe zieht Caravans an.
Ein Netz an Wander- und Fahrradwegen steht zur Verfügung.
Bad Sooden-Allendorf liegt an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau über Bad Sooden-Allendorf nach Bremen führt.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter von Bad Sooden-Allendorf
Burkard Waldis (um 1490–1556), Fabeldichter, Dramatiker und Fastnachtsautor
Johannes Gottsleben (um 1559/1560–1612), evangelischer Theologe im Zeitalter der Reformation
Bernhard Textor (um 1560–1602), reformierter Theologe
Johann Wilhelm Krafft (Ioannes Guilielmus Krafft) (1696–1767), reformierter Theologe
Ferdinand von Wintzingerode (1770–1818), Adliger und Offizier in verschiedenen Heeren, zuletzt General der russischen Armee
Ludwig Rehn (1849–1930), Chirurg
Gerhard Ritter (1888–1967), Historiker
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt oder gelebt haben
Theodor Fabricius (etwa 1501–1570), deutscher lutherischer Theologe und Reformator
Johannes Rhenanus (etwa 1528–1589), deutscher Salinist, Theologe, Alchemist und Autor
Johann Christian Kirchmayer (1674–1743), deutscher protestantischer Theologe und Professor an den Universitäten Heidelberg und Marburg
Georg Thieler (1854–1945), Jurist und Bürgermeister von Jena (1885–1889)
Wilhelm Speck (1861–1925), Schriftsteller, Dichter, evangelischer Pastor und Gefängnisseelsorger und Pädagoge
Hermann Metz (1865–1945), Maler und Zeichner
Herbert Mager (1888–1979), Maler
Sigurd Lohde (1899–1977), Schauspieler
Ruth Baldor (1899–1988), Schauspielerin und Synchronsprecherin
Manfred Lückert (* 1947), Autor zur Thüringer und hessischen Geschichte
Literatur
Adolf Reccius: Geschichte der Stadt Allendorf in den Soden (Beiträge zur Geschichte der Werralandschaft, Heft 3). Bad Sooden Allendorf (Stadt Bad-Sooden-Allendorf, Selbstverlag) 1930, Ill. (und Stadtplan von Allendorf von 1745/46), 152 S.
Erich Hildebrand (Bearb.): Land an Werra und Meißner – Ein Heimatbuch. Bing-Verlag, Korbach 1983, mit Aufsätzen von 40 Autoren, 384 S., zahlr. Abb.
Udo Bernhardt, Dagmar Kluthe: Menschen zwischen Werra und Meißner. [Großformatiger Bild- und Textband, 110 S.] Eschwege 1997
Manfred Lückert: Bad Sooden-Allendorf, Eschwege und Umgebung. Historische Fotografien 1926–1966. Bad Sooden-Allendorf 1997, 168 S., 291 Abb.
Peter Aufgebauer: Allendorf und die Anfänge Hessens im 13. Jahrhundert. In: Das Werraland 47 (1997), S. 31–34 u. 59–60.
Weblinks
 Commons: Bad Sooden-Allendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Sooden-Allendorf – Reiseführer
 Wikisource: Bad Sooden-Allendorf in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte
Internetauftritt der Stadtverwaltung
Bad Sooden-Allendorf, historische Zusammenhänge
„Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Bad Sooden-Allendorf in der Hessischen Bibliographie
Literatur über Bad Sooden-Allendorf im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Literatur über Bad Sooden-Allendorf in der bibliografischen Datenbank WorldCat