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Geschichte
Stadtentwicklung
Ober- und Nieder-Wildungen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Bad Wildungen von Südsüdwesten, Luftaufnahme, 1925

Die erste Erwähnung um etwa 800 stammt aus dem Güterverzeichnis Breviarium Sancti Lulli (zweite Tafel) der Abtei Hersfeld als „villa Wildungun“. Diese Siedlung lag im Wildetal, östlich der heutigen Stadt. Eine Burg wurde um das Jahr 1200 durch den Ludowinger-Grafen Friedrich von Ziegenhain errichtet, der durch seine Heirat 1185 mit Lukardis, der Erbtochter des Grafen Gozmar III. von Ziegenhain, im Jahre 1186 Graf von Wildungen geworden war. Die von ihm begründete Grafschaft Wildungen endete bereits im Jahre 1247 mit dem Tod seiner Erbtochter Sophia. Um die Burg entwickelte sich der Ort Alt-Wildungen. Im Jahre 1242 erhielt der Ort Nieder-Wildungen, der auf dem Hügel gegenüber der Burg gegründet worden war, die Stadtrechte. 1358 wurden zwei Städte Wildungen erwähnt.

Ab 1263 gehörten die Burg und die beiden Orte zum Besitz der Grafen und späteren Fürsten von Waldeck. Grundlage war ein im Verlauf des Thüringisch-hessischen Erbfolgekriegs geschlossener Vertrag zwischen Landgraf Heinrich I. von Hessen und den Grafen von Waldeck. Von 1474 bis 1692 bestand auf Grund einer Erbteilung im Hause Waldeck eine Grafschaft Waldeck-Wildungen, die 1692 wieder mit dem Landesteil Waldeck-Eisenberg vereinigt wurde. Die Stadt war ab 1850 Kreisstadt des Kreises der Eder, zunächst im Land Waldeck, ab 1929 in Preußen. Der Kreis wurde 1942 aufgelöst und Bad Wildungen kam zum Landkreis Waldeck, dessen Sitz sich in Korbach befand.

Im Jahre 1906 wurde die Stadt Nieder-Wildungen als Heilbad von europäischem Rang in Bad Wildungen umbenannt. Beginnend mit dem Jahr 1938 wurden in Bad Wildungen über 10 Bunker gebaut, weil das Oberkommando der Luftwaffe in den Ort verlegt werden sollte, der auch als Lazarettstandort geeignet erschien – wegen der Kliniken des Badeortes. 1940 erhielt Bad Wildungen das Prädikat „Preußisches Staatsbad“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Hessisches Staatsbad.

Hexenprozesse
Tafel an der Wand der Stadtkirche Wildungen zur Erinnerung an die Opfer der Hexenverfolgung

Während der Hexenverfolgungen fielen in Wildungen 78 Menschen in den Jahren von 1532 bis 1664 Hexenprozessen zum Opfer. An der Stadtkirchenmauer erinnert eine Rose und eine Erinnerungsplatte an diese Geschehnisse.[3] Wildungen hatte damals 1200 Einwohner. Allerdings endete nicht jeder Prozess mit einer Verurteilung und nicht jede Verurteilung bedeutete die Hinrichtung; auch lebenslange Verbannung konnte verfügt werden. Die Verfolgung in Wildungen geschah in drei Prozesswellen: 1532, 1629–1631 und 1650–1664.[4]

153200000 Erster Hexenprozess gegen Gertraud Muck
1575–1578 Hexenverfolgungen
162900000 setzte eine Periode unerhörter Verfolgung unter Graf Christian von Waldeck ein: 29 Opfer bis 1632.
163000000 Maria Rörig hielt von September 1630 bis Mai 1631 die Folter standhaft aus: „Der liebe Gott habe sie im Gefängnis erhalten, ihm bliebe sie treu, sie sei unschuldig wie Jesus Christus.“ Graf Christian verfügte ihre Freilassung.
1650–1664 weitere 38 Opfer unter Graf Philipp VII.
165600000 Prozess gegen Susanne Weber, eine Tochter von Maria Rörig: „Ihr Ehemann bittet wegen der Kosten um Beschleunigung des Prozesses.“
Ehemalige Jüdische Gemeinde

Zwar lebten bereits seit dem 15. Jahrhundert einzelne Juden bzw. jüdische Familien in der Stadt, aber erst nachdem im Jahre 1814 Juden im Fürstentum Waldeck den übrigen Untertanen rechtlich gleichgestellt wurden und die Schutzgelder entfielen, stieg ihre Zahl allmählich an.[5] In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs ihre Zahl soweit an, dass 1877 eine jüdische Gemeinde (Kehillah) begründet werden konnte.

Die 1938 zerstörte Synagoge Bad Wildungen um 1914 Erinnerungstafel an die ehemalige Synagoge Bad Wildungens, im Dürren Hagen

Im Jahre 1914 wurde die Synagoge gebaut, die den bis dahin genutzten gemieteten Betsaal ersetzte. 1933 lebten 150 jüdische Personen in etwa 35 Familien in Bad Wildungen. In den folgenden Jahren zog ein Teil von ihnen aufgrund der zunehmenden Repressalien und Entrechtung weg oder wanderte aus. Während der Novemberpogrome 1938 in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge geplündert und durch Brandstiftung zerstört.[6] Die Feuerwehr war zwar anwesend, schützte jedoch nur die benachbarten Gebäude. Der Vorstand der Gemeinde musste kurz darauf das Grundstück an die Stadt Bad Wildungen abtreten, die „als Gegenleistung“ die Reste der Synagoge entfernte. Heute sind keine Reste der Synagoge mehr sichtbar. Im Oktober/November 1939 wurden die letzten 40 jüdischen Einwohner in Sammelunterkünfte nach Kassel zwangseingewiesen und von dort 1941/42 in drei Transporten in Vernichtungslager verschleppt.[7]

Eingemeindungen

Die Nachbarorte Altwildungen, Reitzenhagen und Reinhardshausen wurden im Jahr 1940 eingemeindet. Im Rahmen der hessischen Gemeindegebietsreform folgte zunächst Wega am 31. Dezember 1970. Es kamen Hundsdorf am 1. Juli sowie Albertshausen und Braunau am 1. Oktober 1971 hinzu. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Armsfeld, Bergfreiheit, Frebershausen, Hüddingen, Mandern und Odershausen am 31. Dezember 1971 abgeschlossen.[8]

Politik

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

       

Insgesamt 37 Sitze Linke: 1 SPD: 10 Grüne: 3 FDP: 3 CDU: 13 FW: 4 WfW: 3

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,9 13 37,1 14 41,3 15 42,1 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,2 10 33,5 12 33,4 12 34,9 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,4 3 13,4 5 4,7 2 5,6 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 12,1 4 6,7 3 6,0 2 11,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,2 3 5,9 2 13,3 5 5,6 2
Die Linke Die Linke 2,3 1 3,4 1 1,4 1
WfW Wir für Wildungen[12] 7,8 3
PASS Partei der Arbeitswilligen und Sozial Schwachen 0,7 0
Gesamt 100 37 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 42,1 42,7 49,3 45,5

Magistrat

Der Magistrat besteht aus dem Bürgermeister und 10 Stadträten. Davon entfallen vier Sitze auf die CDU, drei Sitze auf die SPD und je ein Sitz auf die FDP, die FWG und die Grünen.

Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl 2006 wurde Volker Zimmermann, FDP, zum neuen Bad Wildunger Bürgermeister gewählt. Er trat das Amt am 1. September 2006 an.

Flagge

Die Flagge wurde am 6. Juni 1955 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „In einem von Schwarz und Gold geteilten Feld oben vorne in Schwarz ein goldener achtstrahliger Stern.“[13]

Städtepartnerschaften

Bad Wildungen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu[14]

Vereinigtes Konigreich Saffron Walden, Grafschaft Essex in England seit 1986
China Volksrepublik Yichun, Provinz Heilongjiang in China seit 1988
Frankreich Saint-Jean-de-Maurienne, Département Savoie in Frankreich seit 1990
Deutschland Bad Berka, in Thüringen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss Friedrichstein
Fürstenhof
Museen
Informationen über die Region bieten das Quellenmuseum[15], das Stadtmuseum und das Museum für Militär- und Jagdgeschichte der Staatlichen Museen Kassel im barocken Schloss Friedrichstein.
Im Ortsteil Bergfreiheit bestehen ein Museum im ehemaligen Bergamt sowie das Besucherbergwerk Bertsch und das „Schneewittchenhaus“ in der Ortsmitte.
Das „Lebendige Museum“ im Stadtteil Odershausen bietet Ausstellungen und Aktionstage zur Landwirtschaft in alter Zeit.
Das Lapidarium ist eine Gesteins-Ausstellung im Kellergewölbe von Schloss Friedrichstein.
Theater
Theatervorstellungen der Reihe „Star-Theater“ und Weihnachtsmärchen werden im Kurhaus Bad Wildungen aufgeführt.
Im Ortsteil Bergfreiheit werden jeweils Fronleichnam und am dritten Sonntag im August auf der Naturwaldbühne Märchenstücke der Brüder Grimm aufgeführt.
Musik
Es finden Kammerkonzerte auf Schloss Friedrichstein, Kirchenkonzerte der Bad Wildunger Kirchengemeinden und Chorkonzerte der Wildunger Musik-Werkstatt statt.
Klassik-, Jazz-, Samba- und Folkkonzerte bzw. Festivals finden im Kurhaus, im Stadtgebiet und im Schloss statt.
Schloss Friedrichstein ist Schauplatz des Internationalen Festivals für Folk- und Weltmusik „Folk im Kurpark“ (Ende Juli) sowie der Kult-Veranstaltung „Rock im Schloss“ (Mitte August).
Anfang September findet auf der Promenade der Brunnenallee das traditionelle Stadtfest mit Blumenkorso statt, im zweijährigen Wechsel mit dem Internationalen Sambafestival, einem der größten Events dieser Art in Deutschland.
Kur- und Abendkonzerte sowie Volksmusikveranstaltungen finden in den beiden Wandelhallen statt.
Weitere Veranstaltungen

Im Jahre 2006 fand in Bad Wildungen die 3. Hessische Landesgartenschau statt. Das ca. 18 ha große gestaltete, stadtnahe Gelände mit dem Aqua Choros, Sonnentreppe, Auenpark an der Königsquelle, Goldene Gärten, Sport- und Spielaue im Bornebach ist seit 2007 als „Hessens schönster Garten“ zugänglich.

Wöchentlich ist in Bad Wildungen Landmarkt. Regelmäßig im Juni findet ein Jazz-Festival statt, Mitte Juli gibt es einen Kram- und Viehmarkt sowie im Dezember einen Weihnachtsmarkt. Anfang September werde im zweijährigen Wechsel das „Stadtfest mit Blumenkorso“ sowie das „Internationale Sambafestival“ veranstaltet, einige der Höhepunkte im Veranstaltungskalender.

Seit 2004 finden in Bad Wildungen im Frühjahr die deutschen Jugendmeisterschaften im Billard in allen Spielarten statt und im Herbst die deutsche Meisterschaft der Erwachsenen in ebenfalls allen Spielarten.[16]

Am Karsamstag wird im Ortsteil Bergfreiheit das Osterfeuer durch einen Kinderfackelzug um 20:00 Uhr entzündet und ein kleines Fest mit Musik gefeiert. Der Ostersonntag beginnt um 10:30 Uhr mit einem Ostergottesdienst und gemeinsamen Frühstück in der Bergmannskirche. Um 14:00 Uhr startet im Dorfpark der traditionelle Eierlauf. Die örtliche Symbolfigur Schneewittchen ehrt die Sieger.

Bauwerke

Oberhalb von Bad Wildungen befindet sich das Barockschloss Friedrichstein, das 1660 von Graf Josias II. begonnen und von 1707 bis 1714 unter Fürst Friedrich Anton Ulrich fertiggestellt wurde.

Im Stadtzentrum und entlang der Brunnenallee gibt es zahlreiche Villen des Historismus. Im ehemaligen Hotel Fürstenhof, 1902 als Luxushotel erbaut, einem imposanten schlossartigen Bau im Stil des Neobarock, ist heute eine Klinik der Asklepios-Krankenhauskette untergebracht.

Wildunger Altar

Im Zentrum der Altstadt steht die evangelische Stadtkirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. In ihr befindet sich der 1403 oder 1404 für die Pfarrkirche von Wildungen entstandene Wildunger Altar von Conrad von Soest (um 1370–1422), einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik und das einzige gesicherte Werk dieses westfälischen Meisters.

Hauptartikel: Wildunger Altar

Der Altar weist alle Merkmale des „Weichen Stils“ auf. In den Figurendarstellungen liegt eine leicht schwingende Haltung, die kostbaren Gewänder erinnern an die Kleidung am burgundischen Hof. Auffallend sind die Farbkontraste: leuchtende Goldfarben sowie ein tiefes Blau. Das Altarbild ist ein Triptychon und besteht aus einem größeren Mittelteil und den beiden kleineren auf den einklappbaren Außenflügeln. Er zeigt 13 Szenen aus dem Leben Christi, dabei beziehen sich vier auf die Kindheit Jesu, vier auf die Passionsgeschichte und vier auf das nachösterliche Geschehen. Der Mittelteil zeigt den Kalvarienberg mit einer eindrucksvollen Kreuzigungsszene, umrahmt von vier kleinformatigen Bildern. Im rechten Teil – unteres linkes Bild – befindet sich die älteste Darstellung einer Brille nördlich der Alpen. Aufgeklappt ist der Altar fast sechs Meter breit. Ein besonderes Werk zeitgenössischer Kunst in der Evangelischen Stadtkirche ist die Chorverglasung von Wilhelm Buschulte, die ästhetische und denkmalpflegerische Anforderungen in einer Symbiose vereint.[17]

Parks
Kurpark

Ende der 1990er Jahre wurde der Kurpark der Stadt Bad Wildungen nach Westen hin durch eine naturnahe „grüne Brücke“ mit dem benachbarten Kurpark Reinhardshausen zu einem Großkurpark verbunden, der nun mit einer Fläche von 50 Hektar als der größte Kurpark Europas angesehen werden kann. Darin sind neben Wanderwegen sowie Joggingstrecken auch Terrain-Kur-Wege für Herz- und Kreislaufpatienten ausgeschildert. Der Park gehört seit 2009 zum European Garden Heritage Network.

Landesgartenschau 2006

2006 kamen aus Anlass der Landesgartenschau 18 Hektar zum Kurpark hinzu, an dessen östlichem Ende sich unterhalb von Schloss Friedrichstein (Bad Wildungen) der Königsquellenpark befindet. Im Westen grenzt das ehemalige Landesgartenschaugelände an den historischen, im Stil eines englischen Gartens gestalteten, Kurpark an der Georg-Viktor-Quelle an. Die Gartenschau wurde von 436.000 Besuchern aufgesucht. Das Gebiet ist jetzt ein von Wiesenflächen geprägter Park.

Skulpturenweg Bad Wildungen

Unter dem Thema „Paradiesische Begleiter“ entstand während der Landesgartenschau ein Skulpturenweg. Für den nahe der Schlossquelle beginnenden Schlossbergweg, der zur Schlossanlage Friedrichstein führt, entstanden neun Kunstwerke. Die Künstler wurden über einen hessenweit ausgelobten Wettbewerb von einer Jury ausgewählt. Als Material fand bis auf eine Ausnahme primär Holz Verwendung. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Landesverband Hessen e. V..

Naturdenkmäler
Hutewald Halloh
Acker- und Waldlandschaft bei Bad Wildungen

Das Helenental und der Sondergraben stehen seit 1986 unter Naturschutz. In den Ausläufern des Helenentals befinden sich die sehenswerten Wasserfälle von Odershausen. Des Weiteren findet man bei Odershausen im Wald, nahe der Jägersburg, drei alte Süntel-Buchen. Zu den Bilsteinklippen bei Reitzenhagen führt ein Aufstieg.

Wildungens Hausberg, der 518 m ü. NN hohe Homberg, bietet einen Rundumblick. „Das Paradies“ bei Albertshausen ist ein Wald in Richtung Gellershausen und Kleinern. Der Kellerwaldsteig führt durch das Stadtgebiet.

Im ehemaligen Hutewald Halloh in Albertshausen befindet sich ein alter Buchenwald.

Sport

In Bad Wildungen gibt es zum einen die Flugsportvereinigung Bad Wildungen. Dieser befindet sich etwas abgelegen, Richtung Braunauer Warte hin. Der FSV besitzt 6 vereinseigene Flugzeuge: ein Ultraleichtflugzeug vom Typ FK9, einen Motorsegler vom Typ SF25c, zwei Kunststoffsegelflugzeuge (DG500 und LS4) sowie zwei Holzsegelflugzeuge (Ka8b und ASK13). Und dann gibt es noch den VFL Bad Wildungen und den TV Friedrichstein. In den Hauptsportarten Fußball und Handball haben die beiden Vereine Spielgemeinschaften gegründet. Die SG Bad Wildungen/Friedrichstein für die Sportart Fußball und die HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim für den Handballbereich. Die 1. Damenmannschaft der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim spielt ab dem Sommer 2011 in der 1. Bundesliga und ist das sportliche Aushängeschild der Region.

Seit 2005 ist die Wandelhalle in Bad Wildungen der Austragungsort der deutschen Billard-Meisterschaft.

Kulinarische Spezialitäten

Eine Waldecker Spezialität sind Schepperlinge, eine Art Kartoffelpfannkuchen, die in Bad Wildungen traditionell mit Speck, Zwiebeln und schwarzem Kaffee serviert werden.

Wie in Nordhessen üblich findet sich die Ahle Wurst auch auf Wildunger Speiseplänen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftliches Hauptgebiet der Stadt ist das Kurwesen und der Tourismus. Bad Wildungen ist Teil der Deutschen Märchenstraße, da das Märchen Schneewittchen und die Sieben Zwerge seine Wurzeln im Ortsteil Bergfreiheit haben soll.

Bad Wildungen ist auch ein Bildungsstandort. Es bestehen die Holzfachschule, die Krankenpflegeschulen der Kliniken sowie ein Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Verkehr

Bad Wildungen ist von Kassel-Wilhelmshöhe im Zweistundentakt mit einem Regionalzug zu erreichen, der im Kopfbahnhof Bad Wildungen endet (Bahnstrecke Wabern–Brilon Wald). Alternativ fährt ab Kassel in ca. 1:20 Stunden die Buslinie 500 über Fritzlar. In Bad Wildungen wurde um 2000 ein Stadtbussystem eingeführt.

Die Stadt liegt an den Bundesstraßen 485 und 253, die Anschluss an die Bundesautobahn 49 haben.

Radfernwege

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Der 180 km lange Eder-Radweg beginnt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen und heißt hier Ederauenweg. Der größte Teil führt durch Hessen und heißt dann Ederradweg. Er folgt dem Lauf der Eder bis zur Mündung in die Fulda (Fluss) bei Guxhagen.
Der Hessische Radfernweg R5 (Nordhessenroute Eder-Fulda-Werra) führt über 220 km von Willingen im Upland entlang des südlichen Ederseeufers, über Homberg (Efze) und Rotenburg an der Fulda bis nach Wanfried an der Werra.
Medien

Regionale Tageszeitungen sind die Waldeckische Landeszeitung (WLZ/FZ) und die Waldeckische Allgemeine, eine Lokalausgabe der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeine (HNA).

Kurbetrieb

Bad Wildungen ist ein Heilbad[18] mit eisen-, magnesium- und kohlensäurehaltigen Quellen. Die Heilwässer unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkweise. Die Helenen-, Georg-Viktor-, Reinhards- und Naturquelle sind die bekanntesten Bad Wildunger Heilquellen und werden heute in Flaschen abgefüllt und vertrieben. In der Liste der Heilquellen in Bad Wildungen stehen alle bekannten Heilquellen in Bad Wildungen.

An die Stelle der klassischen Trinkkur trat im Laufe der Zeit die medizinische Rehabilitation. Heute bestehen etwa 20 Kliniken, die die Krankheitsbilder der Orthopädie, der Psychosomatik, der Inneren Medizin und Rheumatologie, der Neurologie, der Onkologie und der Urologie behandeln, sowie Altenheime, Altenwohnheime, Altenpflegeheime. Die Bereiche Fitness, Wellness und Beauty gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Gästezahl betrug 129.424 im Jahr 2015 bei 1,43 Mio. Übernachtungen jährlich. Damit war Bad Wildungen die Stadt mit den zweitmeisten Gäste-Übernachtungen in Hessen nach Frankfurt am Main.

Bildung

In Bad Wildungen gibt es mehrere Grundschulen, eine Schule für Lernhilfe (Mathias-Bauer-Schule, ehemals Veit-Weinberg-Schule), eine Haupt- und Realschule (Ense-Schule) sowie das Gustav-Stresemann-Gymnasium. Die berufliche Bildung erfolgt durch die Hans-Viessmann-Schule. Eine berufliche Bildungsstätte ist die Holzfachschule Bad Wildungen. Sie ist Berufsschule, Meisterschule und Technikerschule für die Holzwirtschaft und Bundesfachschule für das Modellbauerhandwerk. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter zur beruflichen Qualifikation.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Wilhelm Dilich (1571–1655), Kupferstecher
Juliane Elisabeth von Waldeck (1637–1707), Stifterin des Wildunger Waisenhauses
Wilhelm Mogk (1833–1894), Amtsrichter und Parlamentarier
Ludwig Wolff (1892–1975), Germanist
Erwin Lorenz (1892–1970), Landtagsabgeordneter und Erster Beigeordneter in Bad Wildungen (FDP)
Gerhard Schröder (1921–2012), Rundfunkintendant
Wolfgang Roth (* 1939), Psychologe
Alfred Resenberg (* 1942), Fußballspieler
Renate Blume (* 1944), Schauspielerin
Jochen Brüning (* 1947), Mathematiker
Rolf Langhammer (* 1947), Wirtschaftswissenschaftler
Ernst Arendt (* 1949), Tierfilmer
Jochen Beyse (* 1949), Schriftsteller
Jürgen Bornemann (* 1950), Generalleutnant des Heeres der Bundeswehr
Walter Lübcke (* 1953), Politiker (CDU)
Sara Cardoso-Ribeiro (* 1958), Fotografin und Autorin
Claudia Ravensburg (* 1962), Landtagsabgeordnete (CDU)
Gert Anhalt (* 1963), Journalist
Frank Bremmer (* 1964), Neurobiologe und Hochschullehrer, Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg
Andrea Göpel (* 1969), Fernsehmoderatorin
Ralf zur Linde (* 1969), Spieleautor
Pantha du Prince (* 1975), Techno-Musiker, Komponist und Konzeptkünstler
Patrick Lange (* 1986), Triathlet
Carolin Schäfer (1991), deutsche Siebenkämpferin
Persönlichkeiten, die in Bad Wildungen wirkten, ohne dort geboren zu sein
Gerhard Franz (* 26. Februar 1902 in Bobeck, Thüringen; † 24. Dezember 1975 in Bad Wildungen), Generalmajor
Johann Hefentreger, auch „Johannes Trygophorus“ (* um 1497 in Fritzlar; † 3. Juni 1542 in Bad Wildungen), lutherischer Theologe und Reformator der Grafschaft Waldeck.
Meister des Netzer Altartriptychons (14. Jahrhundert), gotischer Maler
Philipp Nicolai (* 1556 in Bad Arolsen-Mengeringhausen; † 26. Oktober 1608 in Hamburg), Liederdichter und lutherischer Hofprediger in Alt Wildungen
Christoph Scheibler (1589–1653), Philosoph und Theologe
Ursula Ziebarth (* 1921 in Berlin), Schriftstellerin
Ruth Margaret Sinclair (1911–1933), Lebensgefährtin von Samuel Beckett