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Geschichte
Baiersbronn

Baiersbronn, das seit 1320 zu Württemberg gehört, wird 1292 erstmals urkundlich erwähnt. Eine erste Schule wird 1627 nachgewiesen.

Über die Menschen im Oberamtsbezirk Freudenstadt und insbesondere den Baiersbronnern wird in einer zeitgenössischen Abhandlung des Königlich Statistisch-Topographischen Bureaus von 1858 geschrieben:

Der Menschenschlag ist im Allgemeinen nicht sehr kräftig, eher unter, als über mittlerer Statur, eher dürftig, als gut genährt und mehr von blasser und kränklicher, als frischer und gesunder Gesichtsfarbe. Dieß gilt besonders von Baiersbronn, dessen Bevölkerung durch übermäßige Arbeiten und Entbehrungen aller Art sichtlich herabgekommen und verkümmert ist […]. Ungeachtet dieses schwächlichen Aussehens sind aber diese Leute, namentlich die Baiersbronner, gegen atmosphärische Einflüsse und körperliche Strapazen sehr abgehärtet und zeigen eine ungewöhnliche Lebenszähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und körperliche Verletzungen.“[3]

Aufgrund der sozialen Situation (Missernten, allgemeine Armut) wanderten ab Mitte des 19. Jahrhunderts viele Baiersbronner nach Nord-Amerika aus. Durch den Anschluss an die Murgtalbahn 1901 kommt es dann zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Baiersbronn wird zum Luftkurort und Wintersportplatz.

Das obere Murgtal wurde durch Einzelgehöfte besiedelt. So entstanden nach und nach kleine Weiler und Siedlungen, Parzellen genannt. Erst im Dritten Reich werden 1935 in der Altgemeinde Baiersbronn Straßennamen eingeführt.

Übrige Orte

Die übrigen Ortschaften Klosterreichenbach, Heselbach, Röt, Huzenbach und Schwarzenberg entstanden als geschlossene Ortschaften. Sowohl Buhlbach als auch Schönmünzach entstanden durch Gründungen von Glashütten im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Der Langenbach und nach der Vereinigung die Schönmünz stellt eine uralte Grenze dar. So ist dieser Bach seit dem Jahre 496 Stammesgrenze zwischen Alemannen (Schwaben) und Franken und noch heute Mundartgrenze. Viele Jahrhunderte war sie auch Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg.

Verwaltungszugehörigkeit

Seit 1934 gehört Baiersbronn zum Landkreis Freudenstadt und kam mit diesem nach dem Zweiten Weltkrieg zum Land Württemberg-Hohenzollern und nach der Neugliederung 1952 zum Bundesland Baden-Württemberg.

Eingemeindungen

Am 1. September 1971 wurde die Gemeinde Röt eingemeindet. Am 1. Januar 1974 erfolgten die Eingemeindungen von Huzenbach, Klosterreichenbach und Schwarzenberg.[4]

Religionen

Baiersbronn erhält 1430 seine erste Kirche. Seither darf man mit der Existenz einer „Marienpflege“ rechnen. 1492 wird es eigenständiges Pfarramt, nachdem es zuvor kirchlich zu Dornstetten gehört hat. Seit der Reformation in Württemberg ist Baiersbronn evangelisch-pietistisch geprägt.

Das Kloster Reichenbach führte erst 1595 den neuen Glauben ein. Neben den heutigen sechs evangelischen Kirchengemeinden in der Gesamtgemeinde gibt es seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine römisch-katholische Gemeinde die zum Dekanat Freudenstadt gehört. Des Weiteren gibt es fünf neuapostolische Kirchen. Inzwischen wurden auch eine evangelisch-methodistische und die freikirchliche Christus-Gemeinde gegründet.

Einwohner

Vor allem wegen der geographisch abgeschiedenen Lage wurde über Jahrhunderte ‚im Tal‘ geheiratet.
Dies hat zur Folge, dass die Familiennamen Braun, Finkbeiner (über 150x), Frey, Gaiser (über 170x), Haist, Klumpp (über 100x) und Züfle überproportional vertreten sind. Zu den weiteren alteingesessenen Sippen zählen auch die Beilharz, Eberhardt, Ehmann, Fahrner, Faißt, Glaser, Günt(h)er, Keck, Mast, Möhrle, Morlok, Pfau, Rapp, Rothfuß, Schmelzle, Seidt, Trück, Wein, Würth und Wurster.

Durch die schon erwähnten geographischen Gegebenheiten entwickelte sich in der Altgemeinde Baiersbronn eine Sondermundart innerhalb des schwäbischen Mundartraumes, die die Baiersbronner sprachlich von den Bewohnern der angrenzenden Gemeinden scheidet.

Die Bewohner des Murgtals waren hauptsächlich in der Land- und Holzwirtschaft beschäftigt. Nicht erst der Waldbrand von 1800 ließ das Murgtal verarmen, sondern die fast vollständige Abholzung der Waldungen durch die Holzcompagnien führten dazu. Erst mit der Zunahme des Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Baiersbronn einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Zum Stichtag 31. Dezember 2015 zählte die Gemeinde 14.667 Einwohner.

Teilorte
Baiersbronn-Dorf mit Friedrichstal

Hauptort der Gemeinde Baiersbronn mit ca. 5.800 Einwohnern. Der Ortsteil Friedrichstal kann durch die Schwäbischen Hüttenwerke auf eine frühe Industrialisierung zurückblicken. Vor allem die Sensen aus Friedrichstal waren berühmt.

Huzenbach

Huzenbach wurde erstmals 1289 urkundlich erwähnt, als Pfalzgraf Ludwig von Tübingen den Ort dem Kloster Reichenbach schenkte. Die Huzenbacher lebten über Jahrhunderte vor allem von der Holzwirtschaft. Huzenbach, das bis dahin zu Schwarzenberg gehört hatte, wurde 1810 selbständig. Es hat heute ca. 715 Einwohner.

Klosterreichenbach mit Heselbach und Reichenbacher Höfe
Klosterreichenbach

Das Kloster Reichenbach wurde 1085 als Tochterkloster des Klosters Hirsau von Bischof Gebhard geweiht. Nach der Einführung der Reformation wurden der Prior und seine Mönche 1595 zur Flucht gezwungen und Reichenbach wurde eine weltliche reformierte Gemeinde und Sitz des gleichnamigen Klosteramtes. 1897 wurde der Ort von Reichenbach in Klosterreichenbach umbenannt. Der Nachbarort Heselbach wurde 1936 eingemeindet. Klosterreichenbach hat ca. 2.250 Einwohner.

Mitteltal
Mitteltal

Der größte Teilort der „Altgemeinde“ Baiersbronn liegt ca. 4 km westlich vom Mutterort. Durch die West-Ost-Ausrichtung des Murgtals gibt es hier eine ausgeprägte Winter- und Sommerseite. Die ca. 2.100 Einwohner Mitteltals wohnen in typischen Streusiedlungen, auch „Parzellen“ genannt. Berühmt ist der Ort vor allem durch das „Hotel Bareiss“ und das Fahrzeugwerk „Müller Mitteltal“. Im frühen 20. Jahrhundert betrieb die Kolb & Schüle AG eine Flachsrösterei in Mitteltal. Im Jahr 2003 wurde der von der Wunderheiler-Familie gebaute „Morlokhof“ von Hotelier Bareiss erworben und liebevoll restauriert. Dafür erhielt er 2008 den Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg.
Seit 2009 gibt es in Mitteltal ein Naturbad, das aus dem alten Freibad entstanden ist.

Obertal mit Buhlbach
Ortsmitte von Obertal

Der heilklimatische Kurort Obertal hat ca. 1.350 Einwohner. Seine Ursprünge liegen im Tannenfelser Tal mit der Burgruine Tannenfels. Später gewann der Ortsteil Buhlbach durch die dortige Glashütte an Bedeutung. Die Glashütte wurde von 1721 bis 1909 betrieben. 2004 gründete sich unter Federführung von Dora-Luise Klumpp der Förderverein Glashütte Buhlbach e. V. mit dem Ziel, die noch vorhanden Teile der Glashütte zu erhalten und zu einem Kulturpark auszubauen. Dieser ist inzwischen zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Heute ist der Ort durch den Fremdenverkehr geprägt.

Röt-Schönegründ

Röt-Schönegründ wurde erstmals 1282 urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es von kaiserlichen Truppen besetzt und verwüstet. 1812 zerstörte eine Brandkatastrophe den Ort ein weiteres Mal, die auch die Kirche nicht verschonte. Ab 1890 begann mit der Industrialisierung (u. a. Sägewerke) der wirtschaftliche Aufschwung der Gemeinde. Hier leben ca. 770 Menschen.

Schwarzenberg mit Schönmünzach und Schönmünz
Blick vom Verlobungsfelsen über Schönmünzach
Schwarzenberg

Die Gründung des Klosters Reichenbach führte 1085 auch zur ersten Erwähnung Schwarzenbergs, weil ein Gut im Ort dem neuen Kloster geschenkt wurde. Auf der Schwarzenberger Gemarkung wurde 1773 eine Glashütte erbaut, die bis zum beginnenden 20. Jahrhundert bestand und aus der sich der Ortsteil Schönmünzach entwickelte. Der Dichter Wilhelm Hauff erhielt die Anregungen zu seinem Märchen Das kalte Herz bei einem Besuch in Schwarzenberg. Seit 1953 ist Schönmünzach Kneippkurort. Hier mündet der Fluss Schönmünz in die Murg.
Der Ortsteil Schönmünz zieht sich entlang der Schönmünz und des Langenbachs. Er besteht aus den Siedlungen bzw. Weilern Zwickgabel, Schönmünz (oder Volzenhäuser), Leimiß, Vorder-, Mittel- und Hinterlangenbach. Hier leben rund 1.040 Menschen.

Tonbach

Das kleine Seitental ohne Durchgangsverkehr mündet kurz nach Baiersbronn von Nordwesten kommend ins Murgtal und hat ca. 830 Bewohner. Berühmt ist Tonbach besonders durch seine Gastronomie, allen voran das „Hotel Traube Tonbach“.

Politik
Bürgermeister
1809–1816: Ludwig Würth
1817–1822: Johannes Rothfuß
1823–1827: Johannes Klumpp
1828–1831: Georg Adam Faißt
1832–1838: Friedrich August Pulvermüller
1838–1848: Christian Weidenbach
1848–1851: Friedrich August Pulvermüller
1851–1852: Christian Weidenbach
1852–1857: Jacob Beilharz
1857–1863: Johannes Frasch
1863–1870: … Hagenbusch
1870–1881: Johannes Frasch
1881–1886: Daniel Eilber
1886–1889: … Lebküchner
1890–1910: Johannes Gaiser I.
1910–1919: Johannes Gaiser II.
1919–1938: Eugen Berger
1938–1945: Karl Schminke
1945: Karl Allmann
1945–1946: Walter Rohde
1946–1955: Johannes Mast
1955–1981: Franz Adis (CDU)
1981–1989: Ernst-Ullrich Köpf
1989–2011: Norbert Beck (CDU)
seit 2011: Michael Ruf

Bei der Wahl zum Bürgermeister am 10. Juli 2011 entfielen auf den Bewerber Michael Ruf mit Abstand die meisten Stimmen.[5] Ruf war zuvor Erster Beigeordneter der Gemeinde Baiersbronn. Er sollte das Amt des Bürgermeisters am 1. September 2011 antreten.[6] Hinsichtlich des Wahlergebnisses war eine Klage beim Verwaltungsgericht Karlsruhe anhängig.[7] Bis zur rechtskräftigen Entscheidung über die Klage konnte das Amt des Bürgermeisters zunächst nicht angetreten werden. Michael Ruf wurde daher am 1. September 2011 vom Gemeinderat einstimmig zum Amtsverweser bestellt.[8][9] Mit Urteil vom 26. Januar 2012 wies die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe die Klage des Mitbewerbers ab.[10] Das Urteil wurde Ende Februar 2012 rechtskräftig.[11] Daraufhin erfolgte in einer Gemeinderatssitzung am 29. März 2012 die Einsetzung Michael Rufs als Bürgermeister der Gemeinde Baiersbronn.[11]

Gemeinderat

Erstmals wurde im Jahr 2009 ohne die Unechte Teilortswahl gewählt. Dadurch entfallen die Überhangmandate und die Sitzzahl verringert sich von vormals 29 auf 22.
Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung[12] (einschließlich Veränderungen zum Jahr 2009):

CDU 37,1 % +1,1 8 Sitze ±0
Freie Wählervereinigung (FWV) 24,7 % +0,7 5 Sitze -1
SPD 12,4 % ±0,0 3 Sitze ±0
Bürgeraktion Umwelt Baiersbronn (BUB) 12,9 % -2,7 3 Sitze ±0
FDP/Unabhängige Bürgerliste (UBL) 12,2 % +0,9 3 Sitze +1

Gemeindepartnerschaften
1964: Nogent-le-Rotrou, Frankreich
1985: Midhurst, England
Wirtschaft und Infrastruktur
Bahnhof Baiersbronn
Wirtschaft

Die Wirtschaft in Baiersbronn wird von Tourismus und Gastronomie dominiert. Zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind in dem Bereich Handel/Verkehr/Dienstleistungen tätig. Das restliche Drittel ist im produzierenden Gewerbe tätig.
Weitere in Baiersbronn ansässige Branchen sind das Handwerk, Kartonage- und Druckbetriebe, Maschinenbauunternehmen, Holzverarbeitung sowie Speditionen.[13]
Unter anderem hat Mayr-Melnhof Karton hier einen Produktionsstandort.

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der 1901 von Freudenstadt bis Klosterreichenbach eröffneten Murgtalbahn. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten die Bahnhofsgebäude von Friedrichstal, Baiersbronn und Klosterreichenbach als Einheitsbahnhöfe vom Typ IIa, IIIa beziehungsweise IIIb.[14] Aufgrund des steilen Streckenverlaufs wurde die Bahn bis 1924 stellenweise als Zahnradbahn betrieben. Die Linien S8 und S81 der Stadtbahn Karlsruhe verbinden Baiersbronn mit Karlsruhe und Freudenstadt. Durch Anschlüsse in Freudenstadt Hbf sind über die dort beginnende Kinzigtalbahn und die Gäubahn weitere Ziele im Schwarzwald erreichbar. Baiersbronn gehört der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt an.

Die Bundesstraße B462 von Rastatt nach Rottweil schließt Baiersbronn an das überregionale Straßennetz an.

Die B500 (Schwarzwaldhochstraße) läuft im Westen größtenteils entlang der Gemeindegrenze, die früher auch Landesgrenze zwischen Württemberg und Baden war.

Bildung

In Baiersbronn gibt es neben dem Richard-von-Weizsäcker-Gymnasium mit der Johannes-Gaiser-Schule im Hauptort eine Real- und Hauptschule mit Werkrealschule, die Grund- und Hauptschulen mit jeweiliger Werkrealschule in Klosterreichenbach und Mitteltal sowie mit der Wilhelm-Münster-Schule im Hauptort, der Friedrich-Rupps-Schule in Schönmünzach und der Grundschule Obertal drei reine Grundschulen.

Veranstaltungen

Die kurvenreiche Verbindungsstraße zwischen Baiersbronn-Obertal und dem Ruhestein wurde am 21. Juli 1946 einmalig für eine Motorsportveranstaltung genutzt, das Ruhestein-Bergrennen. In Erinnerung an dieses Ereignis findet seit 2013 das Baiersbronn Classic statt, eine dreitägige Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsfahrt für Automobilklassiker bis Baujahr 1975.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Hauffs Märchenmuseum im Baiersbronner Oberdorf ist Wilhelm Hauff gewidmet, dem Verfasser des Märchens Das kalte Herz. Gezeigt wird das frühere Leben der Flößer, Köhler, Glasmacher und Holzhändler im oberen Murgtal.[15]
Im Museum Königshammer erinnern ein rekonstruierter Breithammer und weitere Exponate an die Geschichte der Eisenverarbeitung in Friedrichstal. Am Platz des Museums stand von 1810 bis 1965 ein Hammerwerk der Königlichen Hüttenwerke. Ein 4,6 km langer Rundweg Im Tal der Hämmer führt zu Stätten des Bergbaus und der Waldgewerbe, und durch die Industrie- und Arbeitersiedlung zu den ehemaligen Hammerschmieden.[16]
Kulturpark Glashütte Buhlbach in Obertal Buhlbach: Die Glashütte Buhlbach, gegründet 1758, war Mitte des 19. Jahrhunderts einer der größten industriellen Betriebe im Schwarzwald mit rund 200 Beschäftigten. Unter der Familie Böhringer begann 1788 eine blühende Glasindustrie. Mit der Herstellung des Buhlbacher Schlegel, der bis zum Zarenhof nach Sankt Petersburg exportiert wurde, erreichte die Glashütte überregionale Bedeutung.
Musik

Seit 1998 findet in der Region, als musikalischer Höhepunkt des Jahres, das Schwarzwald Musikfestival statt. Unter der künstlerischen Leitung von Mark Mast hat sich das Projekt inzwischen zu einer überregional bedeutsamen Institution entwickelt und in der deutschen Festivallandschaft etabliert.

Theater

Seit 2001 finden im Sommer Theateraufführungen der Amateur-Theatergruppe Neue Studiobühne unter freiem Himmel an wechselnden Orten statt. Mit dem Stück Morlok.Mythos.Mädesüß. gewann das Ensemble den Sonderpreis der Jury beim Oskarle, dem Mundart-Theater-Preis Baden-Württemberg.

Bauwerke
Kloster Reichenbach
Münsterkirche des Klosters Reichenbach von 1083 in Klosterreichenbach
Marienkirche Baiersbronn
Rinkenturm auf dem Rinkenkopf
Denkmäler
Mit der Alexanderschanze befindet sich ein Bodendenkmal, das auf eine 1734 durch Herzog Carl Alexander von Württemberg erbaute militärische Sicherungsanlage hinweist, in der Nähe von Baiersbronn. Sie war ein Teil einer Befestigungslinie auf dem Kniebisrücken und zur Verteidigung der Passstraße über den Schwarzwald bestimmt.
Die Röschenschanze in der Nähe des Hotels Zuflucht liegt genau auf der ehemaligen Grenze zwischen Baden und Württemberg, teilweise also auf Baiersbronner Gebiet, teilweise gehört sie zu Oppenau.
Auf dem Rinkenkopf befindet sich die Rinkenmauer, eine Befestigungsanlage deren Entstehungszeit und Zweck bis heute unbekannt sind.
Gastronomie

Baiersbronn ist die einzige deutsche Gemeinde mit zwei 3-Sterne-Restaurants nach dem Guide Michelin:

Schwarzwaldstube im Hotel Traube in Tonbach (Küchenchef: Harald Wohlfahrt)
Restaurant Bareiss im Hotel Bareiss in Mitteltal (Küchenchef: Claus-Peter Lumpp)

Zwei weitere Michelin-Sterne weist das Restaurant Schloßberg des Hotels Sackmann (Küchenchef: Jörg Sackmann) in Schwarzenberg auf. Damit gibt es insgesamt acht Michelin-Sterne in Baiersbronn – auf dem engen Raum einmalig in Deutschland. Nach einem Artikel der New York Times vom April 2013 hat Baiersbronn dieselbe Anzahl Restaurants mit drei Michelin-Sternen wie London und doppelt so viele wie Chicago.[17] Baiersbronn sei daher auf dem Weg, die Welthauptstadt der Restaurants zu werden.[18]

Natursehenswürdigkeiten

Mehrere Karseen liegen auf Baiersbronner Gemarkung. Dazu gehören der Huzenbacher See und der Wildsee. Richtung Südwesten führt ein Wanderweg ca. 4,5 km durch das Sankenbachtal hinauf zum Sankenbachsee. In dessen Talkessel lag ursprünglich ein weiterer Karsee. Dieser lief jedoch vor rund 3000 Jahren aus, weil der Sankenbach die Endmoräne wegspülte, die den See aufstaute. 1980–1981 schüttete das Forstamt Obertal gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Freudenstadt einen Erdwall auf, sodass sich erneut ein See aufstaute. Ein steiler Pfad führt von dort weiter hinauf zu den Sankenbach-Wasserfällen. Über eine Karwand aus dem Unteren Buntsandstein stürzen sie in zwei Stufen 40 m tief zu Tal.[19]
Der Nationalpark Schwarzwald liegt zum großen Teil auf der Gemarkung der Gemeinde Baiersbronn.

Blick auf Huzenbacher See von der Karwand

Sankenbachsee

Sankenbachfall

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Andreas Faißt
Ferdinand Oechsle (1774–1852), Entwickler einer Mostwaagenskala („Öchsle-Grad“)
Andreas Faißt (1821–1878), Chemiker und Unternehmer
Heinrich Friedrich Otto Abel (1824–1854), Historiker
Gottlieb Klumpp (1829–1918), Reichstagsabgeordneter aus Schwarzenberg
Emil Schmid (1873–1938), Oberamtmann
Erwin Ackerknecht (1880–1960), Literaturhistoriker und Bibliothekar, Direktor des Schiller-Nationalmuseums Marbach a.N.
Eberhard Ackerknecht (1883–1968), deutsch-schweizerischer Professor für Veterinäranatomie
Friedrich Rothfuß (1884–1960), von 1945 bis 1948 Bürgermeister von Freudenstadt
Otto Kienzle (1893–1969) Ingenieur, Fertigungsplaner und Hochschullehrer
Hans Jörg Weitbrecht (1909–1975), Psychiater und Neurologe
Werner Klumpp (* 1928), Politiker (FDP), saarländischer Wirtschaftsminister, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Saar
Hermann Bareiss (* 1944), Hotelier
Dieter Frey (* 1946), Sozialpsychologe, Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität und Akademischer Leiter der Bayerischen Elite-Akademie
Richard Wagner (* 1947), Physiker, Träger des Leibniz-Preises (1990), Professor an der TU Hamburg-Harburg, Ehrenprofessor an der Jiaotong-Universität Shanghai, seit 2006 Direktor am Institut Laue-Langevin in Grenoble (Neutronenforschung)
Heiner Finkbeiner (* 1949), Hotelier
Stefan Wisniewski (* 1953), Ex-Terrorist und ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion
Mark Mast (* 1963), Dirigent und Künstlerischer Leiter des Schwarzwald Musikfestivals
Jens Gaiser (* 1978), Nordischer Kombinierer
David Siegel (* 1996), Skispringer
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Julius Ackerknecht (1856–1932), Reallehrer 1879–1883, danach Gymnasialprofessor in Stuttgart
Otto Gittinger (1861–1939), Pfarrer und Mundartdichter
Clara Nordström (1886–1962), Schriftstellerin; lebte 1938 bis Anfang der 1940er Jahre in Baiersbronn
Max Himmelheber (1904–2000), Erfinder der Spanplatte
Margret Hofheinz-Döring (1910–1994), Malerin; lebte 1939 bis 1953 in Baiersbronn
Heinrich Riethmüller (1921–2006), Komponist und Synchronsprecher; lebte in Baiersbronn
Harald Wohlfahrt (* 1955), Meisterkoch; arbeitet im Hotel Traube, Baiersbronn-Tonbach
Jörg Sackmann (* 1960), Meisterkoch; arbeitet im Hotel Sackmann, Baiersbronn-Schwarzenberg
Claus-Peter Lumpp (* 1964), Meisterkoch; arbeitet im Hotel Bareiss, Baiersbronn-Mitteltal
Conny Mayer-Bonde (* 1972), ehem. Mitglied des Deutschen Bundestags (2002–2005), Professorin für Tourismusmarketing an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg
Alexander Bonde (* 1975), deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), 2011 bis 2016 Landesminister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg, lebt in Baiersbronn-Mitteltal
Melanie Faißt (* 1990), Skispringerin, Mitglied des SV Baiersbronn
Manuel Faißt (* 1993), Nordischer Kombinierer, Mitglied des SV Baiersbronn
Svenja Würth (* 1993), Skispringerin, Goldmedaillen-Gewinnerin bei der Nordischen Ski WM in Lahti, lebt in Baiersbronn