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Geschichte
Barth um 1590
Name

1159 wurde von Kämpfen gegen die Slawen in der provincia Barta berichtet. Bardo bedeutete damals im Pommerschen oder in der Polabischen Sprache kleine Erhöhung. 1256 war die Schreibweise dann Bard oder Barth und im 13. Jahrhundert dann auch Bart und Bardt.[4]

Mittelalter

Zwischen zwei slawischen Fischerdörfern, wohl Dorfstelle (heute dort befindlich die Dorfstellenstraße) und Trebin (heute die gleichnamige Straße), entstand wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf einer Erhebung eine deutsche Marktsiedlung. Diese wird 1255 in einer Urkunde des Jaromar II. erstmals als Stadt bezeichnet, mit dem Lübischen Stadtrecht versehen. Dies war auch die erste urkundliche Erwähnung der Stadt. Das Datum der Verleihung des Stadtrechtes ist unbekannt, wird jedoch vermutlich um 1240/50 gelegen haben. Eine alte Slawenburg befand sich südlich des heutigen Bahnhofes an Stelle der heutigen Anlagen und der Freilichtbühne Barth. Eine weitere slawische Burganlage lag im Nordwesten der Stadt. Diese Burganlagen mussten nach dem Willen der Barther Bürger abgebrochen werden. Wizlaw III., der letzte Rügenfürst des Ranengeschlechts und wohl einzig bekannter Minnesänger des norddeutschen Raumes und erster pommersche Dichter, ließ um 1315 in Barth ein Schloss errichten. Urkundlich wurde 1324 die Burg als Festung genannt.[5] Wizlaw III. starb 1325 in seinem Barther Residenzschloss. Da sein Sohn bereits einige Monate zuvor verstorben war, erlosch damit das alte Rügensche Fürstenhaus. Barth verlor fortan ständig an Bedeutung und Reichtum. 1326 wurde Herzog Wartislaw IV. von Pommern durch König Christoph von Dänemark auf dem Friedhof zu Barth mit dem Fürstentum Rügen belehnt. In den folgenden Jahren litt die Stadt unter dem Rügischen Erbfolgekrieg mit Mecklenburg, dazu kamen Brände, Sturmhochwasser und die Pest. Die Seeräuber Klaus Störtebeker und Gödeke Michels, angeblich in der Nähe der Stadt beheimatet, fanden Unterstützung durch Barnim VI. und Wartislaw VIII. Ebendieser Herzog Barnim VI. starb 1405 an der Pest, woraufhin er im benachbarten Wallfahrtsort Kenz in der Kirche vor dem Chor bestattet wurde.

Pommersche Herrschaft
Ansicht von Barth (1618)

Nach dem Ribnitzer Frieden von 1369, der die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Mecklenburg beendete, gehörte Barth zum Herzogtum Pommern.

1478 vereinigte Herzog Bogislaw X. die pommerschen Lande in seiner Hand und residierte zeitweise in Barth.

Am längsten residierte Herzog Bogislaw XIII. in Barth von 1570 bis 1603, er gehörte zu den bedeutendsten Pommernherzögen.[6] Um 1570 begann er mit dem Ausbau Barths zur Hauptstadt seines Landes Barth/Neuenkamp (Neuenkamp, Umbenennung durch Bogislaw XIII. in Franzburg). Der alte Fürstenhof wurde von ihm 1573 zu einem stattlichen Renaissance-Schloss umgebaut. Bogislaw gründete 1582 eine fürstliche Hofdruckerei (förstlike Druckery) in Barth[7] und regte den Bau einer Apotheke, einer Seidenmanufaktur und einer Wasserkunst zur Versorgung der Bürger mit Trinkwasser an. Durch den regen Schiffshandel wurde das Barther Bier weltberühmt. Die in niederdeutscher Sprache verfasste Barther Bibel ist das bedeutendste Zeugnis dieser Periode. Mit der Verlegung der Residenz Bogislaws nach Stettin von 1603 endete die Blütezeit Barths.

In den Hexenverfolgungen 1578 bis 1653 sind 44 Verfahren wegen Hexerei und Zauberei belegt. Mindestens 15 Menschen im Amt Barth wurden in den Hexenprozessen hingerichtet. Im Ortsteil Planitz kam es 1649 bis 1653 zu vier Hexenprozessen mit zwei Hinrichtungen.

Schwedische Herrschaft
Plan der Stadt Barth von 1761

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Barth zu Schwedisch-Pommern. 1710/11 bewohnte der flüchtige polnische König Stanislaus Leszczynski das Schloss. 1722 hatte der Ort nur noch 76 Häuser. Das Schloss war verfallen, und nachdem der Schwedenkönig Friedrich I. 1733 den Grund und Boden der Ritterschaft Nordvorpommerns und Rügen geschenkt hatte, entstand an seiner Stelle das Adlige Fräuleinstift. Nach dem Siebenjährigen Krieg folgte eine erneute Blütezeit für den Schiffbau und die Segelschifffahrt. 1783 besaß Barth 40 Schiffe. 1795 gab es 520 Häuser und 3150 Einwohner. 1848 waren in Barth 67 Handelsschiffe beheimatet.[8] Die Stadt hatte im Laufe der Zeit bis zu sieben Werften. Auch die Fischerei war eine der Einnahmequellen der Stadt. Ursprünglich hatten die Barther Fischer die Fischereirechte bis in den Saaler Bodden.

Neuere Geschichte

Barth war lange Zeit politisches Zentrum der Region (Landkreis Franzburg-Barth). Deshalb wird das heutige Rathaus von Teilen der einheimischen Bevölkerung immer noch als „Landratsamt“ bezeichnet. Das eigentliche Rathaus befand sich auf dem Marktplatz und wurde abgebrochen.

Barth verfügte vor dem Zweiten Weltkrieg über Bahnverbindungen nach Saal (Vorpommern), Zingst und Prerow. Mittlerweile wurden die Gleise abgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg (ab Juli 1940) war in Barth Am Vogelsang ein Kriegsgefangenenlager (Stammlager Luft I) für alliierte Kriegsgefangene eingerichtet, in dem insgesamt ca. 9.000 Gefangene untergebracht waren. Unter den Gefangenen befand sich auch der später bekannte britische Schauspieler Donald Pleasence, der 20 Jahre später eine wichtige Nebenrolle im Drama „Gesprengte Ketten“ übernahm, einem Film, der ebenfalls in einem Kriegsgefangenenlager der Deutschen Luftwaffe spielt.[9] 1943 wurde auf dem Gelände des Barther Fliegerhorstes das Außenlager Barth des KZ Ravensbrück errichtet, wo etwa 6.000 Häftlinge aus 18 Nationen in den Flugzeugwerken des Heinkel-Konzerns unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten. Auf den Evakuierungstransporten bei Kriegsende kamen fast 200 Häftlinge zu Tode, die meisten wurden von der Roten Armee befreit.

In Barth waren zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik einige größere Industriebetriebe mit Tausenden von Arbeitsplätzen ansässig, wie der VEB Schiffsanlagenbau Barth, der VEG Saatzucht Barth, das Betonwerk, die Brauerei, die Zuckerrübenfabrik, die Bootswerft und die Fischfabrik.

Die Stadt gehörte bis 1994 zum Kreis Ribnitz-Damgarten im ehemaligen Bezirk Rostock, seit 1990 Land Mecklenburg-Vorpommern.

Von 1970 bis 1985 entstand das große Wohngebiet Süd mit 696 Wohnungen in Plattenbauweise. Die Abwicklung der Großbetriebe nach 1990 mit der hieraus resultierenden Arbeitslosigkeit führte zur Abwanderung von Arbeitskräften und damit zur Abnahme der Einwohnerzahl der Stadt insgesamt. Neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet der Fremdenverkehr durch die Nähe Barths zur Ostsee und als östliches Eingangstor zur Halbinsel Zingst.

Nach der politischen Wende wird seit 1991 der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert, was zur Steigerung der Attraktivität der Stadt beigetragen hat. Der Hafenbereich (Westhafen) hat durch den Neubau von Reihenhäusern, Restaurants und Läden sowie durch den Abriss der ehemaligen Fischfabrik unter Bewahrung des denkmalpflegerisch interessanten Verwaltungstraktes ein neues Gesicht erhalten; die Hafenstraße wurde umgebaut.

2005 feierte Barth den 750. Jahrestag der Verleihung des Stadtrechtes. Seit 2015 ist Barth ein staatlich anerkannter Erholungsort.[10]

Religion

In Barth gibt es vier christliche Gemeinden; die der Pommerschen Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Barth,[11] eine Freie evangelische Gemeinde, die Katholische Kirche St. Maria, Trösterin der Betrübten,[12] sowie die der Neuapostolischen Kirche.[13]

Politik
Stadtvertretung

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 40,6 % setzt sich die Stadtvertretung folgendermaßen zusammen:[14]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze +/–
CDU 32,7 % 7 − 3
SPD 28,5 % 6 + 1
Die Linke 11,7 % 2 −1
FDP 10, 1 % 2 ± 0
AfD 3,8 % 1 + 1
Bürger für Barth 4,8 % 2 + 1
Einzelbewerber Mario Galepp 4,1 % 1 +1
Einzelbewerber Dr. Henning Heyden 2,9 % 1

+ / –: Differenz zur Kommunalwahl 2009

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 2 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Silber ein hersehender braun behaarter und bebarteter Mannskopf; unten in Blau drei schrägrechte silberne Fische, balkenweise gestellt. Auf dem Schild ein blau-silbern bewulsteter Bügelhelm mit goldenem Halskleinod und blau-silbernen Decken, geschmückt mit fünf silbernen Straußenfedern.“

Das Wappen wurde 2000 von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.

Flagge

Die Stadtflagge zeigt in drei Längsstreifen unterschiedlicher Breite die Farben Blau – Weiß – Blau. Die äußeren blauen Streifen nehmen jeweils ein Fünftel, der weiße Mittelstreifen nimmt drei Fünftel der Höhe des Flaggentuchs ein. Auf dem weißen Streifen liegt in der Mitte, die Hälfte der Höhe des Flaggentuchs einnehmend, das Stadtwappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zu Höhe wie 3:2.

Partnerstädte

Partnerstädte von Barth sind[15]

Simrishamn (Schweden)
Bremervörde (Niedersachsen)
Kołobrzeg (Kolberg) (Polen)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigen360-Grad-Panorama vom Juli 2011 mit einem Überblick auf die Stadt Barth vom Turm der Sankt Marien Kirche. Zu sehen sind unter anderem links (Blickrichtung Nord) der Barther Hafen und der Barther Bodden, in der Bildmitte (Blickrichtung Ost) hinter dem Kirchenschiff der Sankt-Marien-Kirche der Marktplatz und weiter hinten das Adlige Fräuleinstift sowie rechts (Blickrichtung Westen) das Dammtor.
Sankt-Marien-Kirche
Dammtor
Adliges Fräuleinstift
Marktplatz von Barth
Vinetasäule am Hafen
Technikmuseum Barth in der alten Zuckerfabrik, davor das alte Fährschiff Wittow
Bauwerke
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Barth
Ein bedeutendes Bauwerk in Barth ist die im 13. Jahrhundert erbaute backsteingotische Sankt-Marien-Kirche. Der Bau der frühgotischen Hallenkirche begann mit dem rechteckigen Chor. Nach dem Langhaus wurde der Turm zuletzt angefügt. Das Innere wurde mehrfach verändert, das letzte Mal 1856 von Friedrich August Stüler im Stil der Neogotik. Die Kirche verfügt über eine Buchholz-Orgel, auf der auch außerhalb der Gottesdienste Konzerte abgehalten werden (siehe Orgel der Marienkirche).
In der Altstadt sind viele in jüngster Zeit restaurierte historische Bürgerhäuser erhalten.
Der auf dem Marktplatz befindliche Marktbrunnen ersetzt ein ursprünglich hier stehendes Kaiser-Wilhelm-Denkmal.
Das umgangssprachlich Kloster genannte Adlige Fräuleinstift wurde 1733 von König Friedrich I. von Schweden gegründet und befindet sich an der Stelle des 1727 abgebrochenen Schlosses. Die dreiflügelige Anlage besteht aus eingeschossigen Backsteinbauten mit Mansarddach und einem zweigeschossigen Mittelbau. Das rechteckige Areal wird durch Mauern umgeben mit einem Rundbogenportal von 1741 an der Westseite.
Rathausgebäude, 1926 als Landratsamt des Kreises Franzburg-Barth nach Entwürfen des Berliner Architekten Walter Brandt errichtet und eingeweiht.
Von der mittelalterlichen Befestigungsanlage sind das Dammtor, ein quadratischer Backsteinbau mit einer spitzbogigen Durchfahrt aus dem 15. Jahrhundert, der Fangelturm sowie die nur teilweise erkennbaren Wälle erhalten.
Aus dem in der Sundischen Straße befindlichen Wasserturm wurde zu früheren Zeiten aus der so genannten Alkunquelle – gespeist aus den Sundischen Bergen – das Wasser für Brauereizwecke bezogen.
Mahn- und Gedenkstätte von 1966 in der Chausseestraße für 180 Opfer der Zwangsarbeit
Ehrenhain von 1985 Am Vogelsang für die Kriegsgefangenen des Stammlager Luft 1
Gedenkstein auf dem Friedhof für eine unbekannte Zahl von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die hier in Einzel- und Gemeinschaftsgräbern bestattet wurden. Eine Gedenktafel erinnert an 114 sowjetische Kinder von Frauen, die in den Pommerschen Industriewerken zwangsarbeiten mussten. Weitere Steine erinnern an acht Polen bzw. an jüdische Opfer
Sowjetischer Ehrenfriedhof von 1945 (neu gestaltet 1968) auf dem Platz der Freiheit für sowjetische Soldaten und Zwangsarbeiter
Museen
Das Vineta-Museum zeigt Exponate zur Geschichte der Stadt. Neben stadtgeschichtlichen Ausstellungen ist das Vineta-Museum auch für seine international bedeutsamen Sonderausstellungen bekannt. 2007 fand eine Rembrandt-Ausstellung mit originalen Rembrandtgraphiken statt.
Von der mittelalterlichen Hospital-Anlage St. Jürgen aus dem 14. Jahrhundert ist der Chorraum der ehemaligen Kapelle erhalten. Das Langhaus wurde im 18./19. Jahrhundert zu Hospital- bzw. Wohnkammern umgebaut. Im Außenmauerwerk finden sich Reste des Kirchenschiffes. Seit 2001 beherbergt das restaurierte Gebäude in der Sundischen Straße die Erlebnisausstellung des Niederdeutschen Bibelzentrums St. Jürgen. Herzstück der Ausstellung ist ein Exemplar der Barther Bibel (1584–1588), der ersten in Pommern gedruckten Bibel in der niederdeutschen Übertragung des Luthertextes.
Technikmuseum Barth in der alten Zuckerfabrik (endgültig geschlossen)
Veranstaltungen

Viele Veranstaltungen finden regelmäßig in Barth statt. Beispielsweise jährlich das Barther Metal Open Air (BMOA) auf der Freilichtbühne sowie eine Open-Air-Veranstaltung der größten norddeutschen Radiosender. Im Sommertheater werden auf einer Bühne am Barther Bodden Vorstellungen unter der Mitwirkung von Akteuren des Anklamer Theaters und von Laiendarstellern zum Thema Vineta aufgeführt. Im Sommer ziehen die Hafen- und Segeltage viele tausende Besucher an. Es werden regelmäßig die so genannten Dienstagskonzerte in der Marienkirche abgehalten. Beliebte Veranstaltungen sind außerdem das Barther Kinderfest – ältestes Fest dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern seit 1828, das Barther Schützenfest, das Barther Tonnenabschlagen und der Barther Karneval.

Verkehr

Die Stadt verfügt über einen Hafen und den Ostseeflughafen Stralsund-Barth. Mit der Usedomer Bäderbahn besteht vom Bahnhof Barth eine Verbindung nach Velgast. Von 1910 bis zum Zweiten Weltkrieg gab es eine Eisenbahnverbindung (Darßbahn) zwischen Barth, Zingst und Prerow auf der Halbinsel Darß. Heute existiert nur noch der Abschnitt zwischen Barth und Bresewitz, auf welchem der Eisenbahnbetrieb jedoch ruht.
Die Bundesstraße 105 verläuft acht Kilometer südlich von Barth durch Löbnitz. Barth ist auch an den Ostseeküsten-Radweg angeschlossen, welcher innerhalb des EuroVelo-Netzes einmal um die Ostsee führt.[16]

Verschiedenes
Vineta

Als eine der Städte im Ostseeraum, die für sich in Anspruch nehmen, mit dem sagenhaften Vineta in Verbindung zu stehen, bezeichnet sich Barth auch als Vinetastadt.
Diese, der Werbung wegen eingeführte Bezeichnungen Vinetastadt und Vinetamuseum für Barth sind wissenschaftlich nicht bewiesen. Es gibt keinerlei Bezüge zur legendären frühmittelalterlichen pommerschen Stadt Jumne bzw. Jumneta, die als Vineta in die Sagenwelt einging. Jumne-Vineta wurde insbesondere durch die Forschungen von Otto Kunkel, Karl August Wilde und Władysław Filipowiak im 20. Jahrhundert mit der Stadt Wollin auf der gleichnamigen polnischen Oderinsel identifiziert. Die Lage Vinetas in Barth zu vermuten, ist eine Hypothese der Berliner Historiker Goldmann und Wermusch.

Barther Bier

Aufgrund seiner hervorragenden Qualität war im Mittelalter das Barther Bier berühmt und wurde zum Beispiel bis in die russische Stadt Nowgorod und ins französische Marseille exportiert. Ein Zeitzeuge überlieferte 1627 über den Einfall Wallensteinscher Soldaten in Barth: Sie fressen und saufen wie die Schweine. Der vierte Teil der Häuser ist öde und wüste. Gehet es so weiter, gibt es bald keinen Tropfen Barthschen Bieres mehr.[17] Wallenstein persönlich forderte 1628 bei der Belagerung Anklams eine Ladung Barther Bier an.[18]

Seit 2007 wird in Barth wieder Bier unter dem Namen Barther Küstenbier gebraut.[19]

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Johannes Hagemeister (1502–1569), Theologe
Franz (1577–1620), Herzog von Pommern
Bogislaw XIV. (1580–1637), Herzog von Pommern
Georg II. (1582–1617), Herzog von Pommern
Ulrich von Pommern (1589–1622), evangelischer Bischof von Cammin und nicht-regierender Herzog von Pommern
Anna von Croÿ (1590–1660), Schwester des letzten pommerschen Herzogs
Johann Lembke (1686–1746), Mediziner
Thimotheus Merzahn von Klingstädt (1710–1786), Jurist und Ökonom im russischen Staatsdienst
Johann Theodor Pyl (1749–1794), Mediziner
Joachim Gottfried Danckwardt (1759–1825), Theologe und Pastor
Georg Ludwig Spalding (1762–1811), Philologe
Johann Christoph Rodbertus (1775–1827), Rechtswissenschaftler
Christian Enoch Wiesener (1798–1861), evangelisch-lutherischer Geistlicher und Dichter, Superintendent in Wolgast
Friedrich Adolph Nobert (1806–1881), Mechaniker und Optiker, Ehrenbürger der Stadt Barth seit 2012
Ferdinand Jühlke (1815–1893), Landschaftsgestalter, Ehrenbürger der Stadt Barth
Carl August Beug (1816–1906), Unternehmer
Louis Douzette (1834–1924), Maler, Ehrenbürger der Stadt Barth
Carl Pauli (1839–1901), Sprachwissenschaftler und Gymnasiallehrer
Adolf Gustav Döring (1848–1938), Maler, Kupferstecher und Gravierer
Franz Schlör (1853–nach 1930), Industrieller
August Siebert, (1854–1923), Direktor des Palmengartens Frankfurt am Main.
Fritz Worm (1863–1931), Lehrer und Heimatdichter
Emil Kreplin (1871–1932), Kolonialbeamter, Unternehmer und Bürgermeister von Lüderitzbucht (Deutsch-Südwestafrika)
Martha Müller-Grählert (1876–1939), Schriftstellerin
Max Esser (1885–1945), Bildhauer
Wilhelm Wigand (1895–nach 1938), Politiker (NSDAP)
Harry Krüger-York (1901–1985), Schriftsteller und Dramatiker
Werner Fuetterer (1907–1991), Schauspieler
Eberhard Wilde (1924–2004), Politiker (FDP)
Günter Thieß (1926–2000), Sportwissenschaftler
Ehrenfried Bulka (1926–2012), Chemiker
Karyn von Ostholt-Haas (* 1938), Schauspielerin
Monika Woytowicz (* 1944), Schauspielerin
Helmut Losch (1947–2005), Gewichtheber
Jutta Braband (* 1949), Vertreterin der Bürgerrechtsbewegung der DDR
Jürgen Heuser (* 1953), Gewichtheber
Jörg Vierkant (* 1953), Politiker (CDU)
Sylvia Rose, geborene Müller (* 1962), Ruderin und Olympiasiegerin
Mathias Löttge (* 1958), Politiker (CDU)
Torben Ehlers (* 1984), Handballspieler
Persönlichkeiten, die in Barth wirkten
Bogislaw XIII. (1544–1606), Herzog von Pommern
Martin Marstaller (1561–1615), Renaissancegelehrter, Prinzenerzieher am Hof Bogislaws XIII.
Johann Joachim Spalding (1714–1805), deutscher protestantischer Theologe, predigte in St. Marien in Barth
Peter Kreeft († nach 1805), Erfinder, Schiffer, Kapitän, Korrespondenzreeder, Schiffseigentümer und Kaufmann in Barth
Johann Heinrich Füssli (1741–1825), schweizerisch-englischer Maler und Publizist, verbrachte einige Monate bei Spalding in Barth
Johann Caspar Lavater (1741–1801), Schweizer Theologe und Schriftsteller, verbrachte neun Monate bei Spalding in Barth
Friedrich Oom (1793–1849), Bürgermeister und Chronist der Stadt
Wilhelm Schmidthild (1876–1951), deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und Kunstprofessor, wirkte er als Zeichenlehrer an der Realschule Barth
Erich Gülzow (1888–1954), deutscher Lokalhistoriker, Philologe und Publizist, lebte seit 1914 in Barth
Elisabeth Sittig (1899–2001), Malerin, Ehrenbürgerin der Stadt Barth
Karl-Heinz Kuhn (1930–2001), Maler und Grafiker, Lehrauftrag an Rostocker WP-Universität, Vors. des VBK Rostock
Karl-Heinrich Bieritz (1936–2011), evangelischer Theologe, Superintendent in Barth 1969–1972
Mathias Löttge (* 1958), deutscher Politiker (AfD, früher CDU), Bürgermeister der Stadt Barth von 1997 bis 2006
Anne Hubinger (* 1993), deutsche Handballspielerin (Nationalmannschaft), begann ihre Karriere beim SV Motor Barth
Literatur
Fischland, Darß, Zingst und Barth mit Umland (= Werte der deutschen Heimat. Band 71). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2010, ISBN 978-3-412-09806-3.
Rat der Stadt Barth (Hrsg.): Festschrift zur 700-Jahrfeier der Stadt Barth vom 1. bis 10. Juli 1955. Barth 1955.
Rat der Stadt Barth (Hrsg.): 725 Jahre Stadt Barth: 1255–1980. Barth 1980.
Barther Heimatverein (Hrsg.): LandeBarth – Barther Geschichte(n). Redieck & Schade, Rostock.
Band 1: 2009, ISBN 978-3-934116-86-3.
Band 2: 2010, ISBN 978-3-942673-00-6.
Band 3: 2011, ISBN 978-3-942673-11-2.
Band 4: 2012, ISBN 978-3-942673-23-5.
Band 5: 2013, ISBN 978-3-942673-37-2.
Band 6: 2014, ISBN 978-3-942673-48-8.
Band 7: 2015, ISBN 978-3-942673-58-7.
Band 8: 2016, ISBN 978-3-942673-72-3.
Band 9, 2017, ISBN 978-3-942673-85-3.
ein Gesamtregister aller Bände findet sich unter www.stadt-barth.de
Wilhelm Bülow: Chronik der Stadt Barth. Barth 1922.
Lutz Mohr: Lagen Vineta und die Jomsburg an den Küsten Nordvorpommerns? In: Heimatblätter für Mecklenburg-Vorpommern. Jg. 9, Heft 1, Schwerin 1999, S. 99–101.
Jörg Scheffelke, Gerd Garber (Hrsg.): Stadt Barth 1255–2005. Beiträge zur Stadtgeschichte. Thomas Helms Verlag Schwerin 2005, ISBN 3-935749-48-1.
Jürgen Hamel: Bibliographie der Drucke der Fürstlichen Druckerei Barth 1582–1604. In: Baltische Studien. N. F. 100, 2014, S. 83–127.
Friedrich Oom: Das alte Barth in kirchlicher Rücksicht. In: Baltische Studien. Band 1, Stettin 1832, S. 173–245.
Gerd-Helge Vogel: Aufklärung in Barth. Zur 250. Wiederkehr des helvetisch-deutschen Dialogs zwischen Johann Joachim Spalding, Johann Caspar Lavater, Johann Heinrich Füssli und Felix Heß in Barth in den Jahren 1763/64. Verlag Ludwig, Kiel 2014, ISBN 978-3-86935-231-2.
Weblinks
 Commons: Barth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Barth – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Barth – Reiseführer
Literatur über Barth in der Landesbibliographie MV
Stadt Barth
www.amt-barth.de
Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Barth im SIS-Online. Statistisches Informationssystem.
Fußnoten

↑ Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).

↑ Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 – zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015.

↑ Deutscher Wetterdienst, Wetterrekorde – Niederschlag

↑ Ernst Eichler, Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1.

↑ Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 26.

↑ Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 1993, ISBN 3-88042-636-8, S. 26.

↑ Jürgen Hamel: Bibliographie der Drucke der Fürstlichen Druckerei Barth 1582–1604. In: Baltische Studien. N. F. 100 (2014), S. 83–127.

↑ E. Wendt & Co. (Hrsg.): Übersicht der Preußischen Handelsmarine. Stettin Januar 1848, S. 2 f. (online [abgerufen am 4. Juni 2015]). 

↑ Martin Albrecht, Helga Radau: Stalag Luft I in Barth. Britische und amerikanische Kriegsgefangene in Pommern 1940 bis 1945. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2012, ISBN 978-3-940207-70-8.

↑ Stadt Barth ist anerkannter Erholungsort – Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales

↑ Ev. Kirchengemeinde St. Marien Barth

↑ Katholische Gemeinde Barth

↑ Neuapostolische Kirche Gemeinde Barth

↑ Wahl der Stadtvertretung auf www.stadt-barth.de

↑ Website Barth: Partnerstädte

↑ translator2: EuroVelo 10 — EuroVelo. Abgerufen am 5. Mai 2017. 

Stadtgeschichte. In: stadt-barth.de

Bier. In: stadt-barth.de

↑ Claudia Haiplick: Das Barther Bier ist wieder da. In: Ostseezeitung. 22. Juli 2010, archiviert vom Original am 12. April 2013; abgerufen am 17. Juni 2015. 

Normdaten (Geografikum): GND: 4080273-5 (AKS)

Städte und Gemeinden im Landkreis Vorpommern-Rügen

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Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Barth&oldid=172089536“
Kategorien: BarthGemeinde in Mecklenburg-VorpommernOrt im Landkreis Vorpommern-RügenOrt in Pommern

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