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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Beckingen nicht vorenthalten.

Geschichte
Beckingen am Ende des 19. Jahrhunderts, Ausschnitt aus einem Fliesenbild von Peter Winkel im Merziger Museum Schloss Fellenberg
Antike

Das Gebiet der heutigen Gemeinde war bereits um 1800 bis 1200 v. Christi besiedelt, was aufgrund von Ausgrabungen ermittelt wurde. Die Römer erschlossen um Christi Geburt die Gegend verkehrstechnisch.

Mittelalter

1048 wurde der Ort Beckingen erstmals von Erzbischof Eberhard von Trier in einer Urkunde erwähnt.

Frühe Neuzeit

Nachdem das heutige Gemeindegebiet zuvor dem Deutschorden unterstand, kam der Großteil (mit Ausnahme der kurtrierischen Dörfer) mit dem Frieden von Nimwegen 1678/1679 an Frankreich. Bereits 1697 verlor Ludwig XIV. die Gebiete, die zu Lothringen gehörten, jedoch wieder. Nach dem Tode des lothringischen Herzogs Stanislaus I. Leszczyński, kam Lothringen (und damit auch Beckingen) 1766 erneut an Frankreich, das 1794 auch die kurtrierischen Orte Düppenweiler und Oppen besetzte.

19. Jahrhundert

Nach der Zerschlagung des napoleonischen Reiches wurde das gesamte Gebiet der Rheinprovinz zugeordnet und gehörte damit zu Preußen.

Saargebiet

Nach dem Ersten Weltkrieg ordnete der Versailler Vertrag den heutigen Gemeindebesitz (außer Oppen, das beim Deutschen Reich verblieb) dem Saargebiet zu, welches unter Völkerbundverwaltung gestellt wurde. Nach der Volksabstimmung 1935 kam das gesamte Saargebiet wieder zum Deutschen Reich.

Stimmzettel zur Saarabstimmung 1935

Bei der Volksabstimmung am 13. Januar 1935 stimmten im Saargebiet 90,5 % für die Angliederung an das Deutsche Reich.
In der Bürgermeisterei Haustadt waren die Abstimmungsergebnisse vom 13. Januar 1935 folgendermaßen:[4]

Abgegebene Stimmen: 6.374
Für den Anschluss an die Französische Republik stimmten: 18 (= 0,3 %)
Für den Status quo stimmten: 260 (= 4,1 %)
Für die Rückgliederung an das Deutsche Reich stimmten: 6.096 (= 95,6 %)
Stimmzettel für die Volksbefragung über das Europäische Statut für das Saarland am 23. Oktober 1955
Saarstaat

Mit dem Inkrafttreten der Verfassung des Saarlandes am 15. Dezember 1947 wurde Beckingen Teil des Saarstaates.
Am 23. Oktober 1954 war zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Ministerpräsidenten Pierre Mendès France das Abkommen zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über das Statut der Saar ausgehandelt worden. Bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland sah das Abkommen die Unterstellung des Saarlandes unter einen Kommissar der Westeuropäischen Union vor. Dieser sollte das Land nach außen vertreten. Die saarländische Regierung sollte jedoch weiter für die inneren Angelegenheiten zuständig und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich erhalten bleiben. Allerdings war auch eine engere wirtschaftliche Vernetzung mit der Bundesrepublik vorgesehen.

Bei der Volksabstimmung zum Abkommen am 23. Oktober 1955 über das Europäische Statut des Saarlandes stimmte Beckingen folgendermaßen ab:

Beckingen: Stimmberechtigte: 2.546; abgegebene Stimmen: 2.474; gültige Stimmen: 2.406; ungültige Stimmen: 68; 799 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 1.607 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,17 %.
Düppenweiler: Stimmberechtigte: 1.474; abgegebene Stimmen: 1.431; gültige Stimmen: 1.393; ungültige Stimmen: 38; 411 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 982 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,08 %.
Erbringen: Stimmberechtigte: 392; abgegebene Stimmen: 378; gültige Stimmen: 368; ungültige Stimmen: 10; 105 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 263 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 96,43 %.
Hargarten: Stimmberechtigte: 264; abgegebene Stimmen: 258; gültige Stimmen: 248; ungültige Stimmen: 10; 48 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 200 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,77 %.
Haustadt: Stimmberechtigte: 1.088; abgegebene Stimmen: 1.057; gültige Stimmen: 1.041; ungültige Stimmen: 16; 196 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 845 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,15 %.
Honzrath: Stimmberechtigte: 618; abgegebene Stimmen: 594; gültige Stimmen: 577; ungültige Stimmen: 17; 98 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 479 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 96,12 %.
Reimsbach: Stimmberechtigte: 805; abgegebene Stimmen: 783; gültige Stimmen: 757; ungültige Stimmen: 26; 150 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 607 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,27 %.
Saarfels: Stimmberechtigte: 335; abgegebene Stimmen: 327; gültige Stimmen: 314; ungültige Stimmen: 13; 104 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 210 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 97,61 %.
Oppen: Stimmberechtigte: 408; abgegebene Stimmen: 394; gültige Stimmen: 372; ungültige Stimmen: 22; 88 Wahlberechtigte stimmten mit Ja; 284 Wahlberechtigte stimmten mit Nein; Wahlbeteiligung: 96,57 %.

Der saarländische Landesdurchschnitt der Ja-Sager lag bei 32,3 %, der der Nein-Sager bei 67,7 %.
Durch die darauf folgenden Verhandlungen und den Luxemburger Vertrag vom 27. Oktober 1956, in dem Frankreich der Rückgliederung des Saarlandes unter westdeutsche Hoheit zustimmte, wurde Beckingen zum 1. Januar 1957 politisch und am 6. Juli 1959 („Tag X“) wirtschaftlich der Bundesrepublik Deutschland angeschlossen.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1974 wurden anlässlich der saarländischen Landkreis- und Gemeindegebietsreform die bisher selbständigen Gemeinden Düppenweiler, Erbringen, Hargarten, Haustadt, Honzrath, Oppen, Reimsbach und Saarfels eingegliedert.[6]

Politik
Gemeinderat

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 58,7 %

 %6050403020100

50,2 %35,7 %10,4 %n. k.3,6 %

CDUSPDLinkeFDPGrüne
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4

+4,7 %p
+1,0 %p-0,9 %p-3,4 %p+0,5 %p
CDUSPDLinkeFDPGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 [7] setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

CDU – 17 Sitze (50,2 %)
SPD – 12 Sitze (35,7 %)
Linke – 3 Sitze (10,4 %)
Grüne – 1 Sitz (3,6 %)
Bürgermeister
1. Dezember 1993 bis 30. November 2003: Manfred Peter (SPD)
1. Dezember 2003 bis 31. Mai 2017: Erhard Seger (CDU)
seit 1. Juni 2017: Thomas Collmann (SPD)[8]
Wappen

Das Wappen wurde am 8. Januar 1975 durch das Innenministerium genehmigt.

Blasonierung aus der Sicht des Schildträgers: „Gevierter Schild, oben rechts und unten links in Silber ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, oben links und unten rechts in Schwarz ein fünfstrahliger goldener Stern, überhöht von zwei goldenen Rosen.“

Das Wappen wurde von Kurt Hoppstädter entworfen und am 20. August 1951 von der Saarländischen Landesregierung unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann genehmigt.

Das Wappen vereinigt das schwarze Balkenkreuz des Deutschen Ritterordens mit dem Wappen des örtlichen Ordenskomturs Philipp Arnold von Ahr (1623 – 1634).[9] Das Wappen des Komturs findet sich an der Marzelluskapelle in Beckingen. Das Wappen des Deutschen Ritterordens wurde für das Ortswappen benutzt, da sich der Ort fast 500 Jahre (vom 13. Jahrhundert bis zur Zwangsauflösung der Beckinger Kommende während der Französischen Revolution in den Jahren 1792/1793) in der Verwaltung des Ordens befand und Sitz einer Komturei war. Komtur Philipp Arnold von Ahr hatte die Marzelluskapelle errichten lassen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

siehe:

Liste der Baudenkmäler in Beckingen
Bahnhof Beckingen (Saar)
Saargarten Beckingen

Skulpturen Saargarten Beckingen

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Hellmuth Heye (1895–1970), Militär (Vizeadmiral) und Politiker (CDU), MdB, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages
Ossi Michel (1927–2016), Tischtennisspieler
Johannes Mischo (1930–2001), Parapsychologe
Bernd Schulz (1941–2017), Journalist, Kurator, Kulturvermittler und Hochschullehrer
Johannes Reiter (* 1944), römisch-katholischer Theologe und pensionierter Universitätsprofessor für Moraltheologie
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Nikolaus Schreiner (1914–2007), ehemaliges Mitglied des saarländischen Landtages und des deutschen Bundestages; Ortsvorsteher in Honzrath
Verkehr

Der Bahnhof Beckingen (Saar) liegt an der Saarstrecke.

Literatur
Roman Fixemer: Zur Geschichte der neuen gotischen Kirche in Beckingen, Eine Aufarbeitung der handschriftlichen Aufzeichnungen der Pfarrer Franz Xaver Leidinger und Matthias Flesch über die Baugeschichte der katholischen Pfarrkirche Beckingen St. Johannes und Paulus von 1855 bis 1924, kommentiert, ergänzt und fortgeführt bis zum Jahre 2007, hrsg. von der Katholischen Kirchengemeinde Beckingen St. Johannes und Paulus, Merzig 2008.
Christiane Henrich, Monika Silvanus, Martin Uhrhan, Volkmar Schommer: Beckingen im Wandel der Zeit, Eine Darstellung der Geschichte und Gegenwart der Gemeinde Beckingen und ihrer Gemeindebezirke, hrsg. von der Gemeinde Beckingen, Beckingen 1991.
100 Jahre Pfarrkirche St. Johannes und Paulus Beckingen, 1963, Merzig 1963.
Wolfgang Jakobs: Die Geschichte der Gemeinde und Pfarrei und der Deutschherren-Komturei Beckingen, Trier 1969.
Hermann Niederkorn: Die Geschichte von Beckingen, herausgegeben aus Anlass des Heimatfestes des Kultur- und Heimatvereins Beckingen vom 6. – 8. Oktober 1951, Beckingen 1951.
Rüdiger Schmidt: Die Deutschordenskommenden Trier und Beckingen 1242 – 1794, (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens Bd. 9), Marburg 1979.
Volkmar Schommer: Bewegte Jahre, Das Haustadter Tal während der NS-Zeit, Band I: Die Vorkriegsjahre, Band II: Der Zweite Weltkrieg im Haustadter Tal und in den angrenzenden Gebieten an der mittleren Saar, Merzig 1994 (Bd. I) und 1997 (Bd. II).
Weblinks
 Commons: Beckingen – Sammlung von Bildern
Gemeinde Beckingen
Literatur über Beckingen in der Saarländischen Bibliographie
Ortsteil Erbringen
Ortsteil Oppen
Linkkatalog zum Thema Beckingen bei curlie.org (ehemals DMOZ)