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Geschichte
Burg und Stadt Biedenkopf nach einem Stich von Matthäus Merian
Marktplatz um 1860
Kreiskriegerdenkmal mit Brunnen auf dem Marktplatz

Erstmals wurde Biedenkopf 1196 erwähnt, als ein Harmouthdus von Biedencaph als Ministeriale des Kölner Erzbischof auftrat. Die Familie von Biedencap(h) entstammt der von Hohenfels und erbaute einen Vorgängerbau des Schlosses Biedenkopf.
Um 1231 gelangte die Burg in den Besitz von Landgraf Konrad von Thüringen, der die Stadt Biedenkopf unterhalb der Burg anlegen ließ. 1302 kam Biedenkopf in den Besitz der Landgrafen von Hessen, welche die Stadt jedoch häufig verpfändeten. Die Stadt wurde Sitz eines eigenständigen Amtes (als Kreisstadt).

Weitere lokale Adelsgeschlechter waren:

die Familie von Breidenbach mit der Hufenburg (einem 1647 im Hessischen Bruderkrieg abgebrannten Adelshof) im sogenannten Hofgarten unterhalb des früheren Felsenkellers
die Familie von Döring mit der Döringsburg in der Obergasse
die Familie von Schenk (Das sogenannte Schenkbarsche Haus, ein Fachwerkhaus gegenüber der Kirche)

Ab dem 6. Juni 1832 war Biedenkopf Kreisstadt des Kreises Biedenkopf[5].

In den 1840er Jahren wurde eine Eisenbahnstrecke geplant. Der Bau begann aber erst 1880; die Strecke wurde am 19. März 1883 eröffnet.

Zur Erinnerung an die Gefallenen des Kreises Biedenkopf in den Kriegen 1866 und 1870/71 wurde vom Kriegerverein 1904 am Marktplatz ein Kriegerdenkmal mitsamt Brunnen errichtet. Vorher stand an dieser Stelle ein Sandstein-Brunnen zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Weitere Brunnen dieser Art befanden sich am oberen Marktplatz neben dem ersten Rathaus (heute noch vorhanden) und in der Stadtgasse (Bocksborn).

Um 1933 war Biedenkopf eine Hochburg der NSDAP; deshalb wurde Adolf Hitler im März 1933 nach Beschluss dieser Partei die Ehrenbürgerschaft verliehen. Diese wurde ihm – kurioserweise zweimal – aberkannt: 1946 und 2007.

Nach dem Krieg wurde viel neu gebaut, vor allem für Heimatvertriebene. Davon zeugen Straßennamen wie zum Beispiel Donauschwabenstraße oder Sudetenstraße.

Am 1. Juli 1974 verlor Biedenkopf den Status als Kreisstadt, als im Zuge der hessischen Gebietsreform der Kreis Biedenkopf, der Landkreis Marburg und die kreisfreie Stadt Marburg zum Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengefasst wurden.

Territorialgeschichte und Verwaltung

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Biedenkopf unterstand im Überblick:[6][7]

vor 1302: Heiliges Römisches Reich, Cent Dautphe
ab 1302: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Biedenkopf
ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Biedenkopf
1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg)
ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, (Regierungsbezirk Gießen,) Amt Biedenkopf[8]
ab 1806: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Amt Biedenkopf
ab 1815: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Biedenkopf[9]
ab 1821: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Battenberg
ab 1832: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
ab 1848: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
ab 1852: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis)
ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Dillenburg
ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Biedenkopf
ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf
ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf
Eingemeindungen

Am 31. Dezember 1971 wurden die bisher selbstständigen Gemeinden Dexbach, Eckelshausen, Engelbach und Kombach eingegliedert.[10] Am 1. Juli 1974 kamen die Stadt Breidenstein, die Gemeinde Wallau (Lahn) und der Ortsteil Katzenbach der Gemeinde Buchenau (Lahn) hinzu.[11]

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[7]

1464: 0100 eingesessene Bürger
1502: 0101 Bürger
1577: 0180 Hausgesesse
1630: 0148 Hausgesesse
1639: Gewerbe: 11 Schuhmacher, 10  Wollenweber, 1 Färber, 3 Schmiede, 4 Schlosser, 1 Zimmermann, 2 Maurer, 6 Bäcker, 2 Schneider, 3 Gerber, 2 Leineweber, 1 Hammerschmied, 1 Dreher, 1 Wagner, 2 Metzger, 1 Bierbrauer, 1 Fuhrmann.
1677: 0021 Freie, 131 Hausgesesse (davon 17 Witwen), 46 ledige Personen.
1742: 0250 Haushalte
1830: 3178 evangelische, 7 römisch-katholische Einwohner
1867: Erwerbspersonen: 337 Landwirtschaft, 17 Forstwirtschaft, 93 Bergbau und Hüttenwesen, 132 Gewerbe und Handwerk, 60 Handel, 69 Verkehr, 83 persönliche Dienstleistungen, 7 Gesundheitspflege, 7 Erziehung und Unterricht, 6 Kirche und Gottesdienst, 6 Staatsverwaltung, 7 Justiz, 3 Armee, 14 Gemeindeverwaltung, 91 Personen ohne Berufsausübung, 249 Personen ohne Berufsangabe.
1961: 6703 (5165 evangelische, 1368 römisch-katholische) Einwohner. Erwerbspersonen: 116 Land-und Forstwirtschaft, 1483 produzierendes Gewerbe, 514 Handel und Verkehr, 815 Dienstleistungen und sonstiges.
Biedenkopf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834    3.150
1840    3.374
1846    3.411
1852    3.015
1858    2.938
1864    2.826
1871    2.746
1875    2.747
1885    2.825
1895    2.821
1905    2.919
1910    3.015
1925    3.284
1939    3.912
1946    6.001
1950    6.251
1956    6.504
1961    6.703
1967    7.165
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Religion

Historisch bedingt ist die Bevölkerung der Kernstadt Biedenkopf überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt. Die vormals geringe Minderheit der katholischen Bevölkerung erhielt in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen eine deutlich größere Relevanz. Als christliche Gemeinden sind in Biedenkopf die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde (Stadtkirche in der Oberstadt, Hospitalkirche in der Hospitalstraße),[12] die römisch-katholische Kirchengemeinde St. Josef (Pfarrkirche St. Josef in der Hainstraße, Kirche St. Elisabeth in der Hospitalstraße)[13] sowie die Freie evangelische Gemeinde (Gemeindehaus in der Schulstraße, Jugendwerk & Jugend-Café „Lifetime“ in der Hainstraße)[14] vertreten.
Aufgrund der Größe teilt sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde administrativ in zwei Bezirke auf, den West- und den Ost-Bezirk.
Türkische Muslime besuchen die „Yunus Emre Camii“-DİTİB-Moschee in der Industriestraße.[15][16]

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[17] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[18][19]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 37 Sitze SPD: 13 FDP: 1 CDU: 9 BB: 9 UBL: 5

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,3 13 37,6 14 33,6 12 40,6 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,1 9 27,9 10 31,6 12 32,6 12
BB Bürgerblock Biedenkopf 24,4 9 19,2 7 18,6 7
UBL Unabhängige Bürgerliche Liste 12,9 5 12,1 5 11,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,3 1 3,1 1 4,4 2 2,3 1
BB/UBL Bürgerblock Biedenkopf/Unabhängige Bürgerliche Liste 19,0 7
REP Die Republikaner 5,4 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 47,1 45,0 42,8 52,0

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Biedenkopf neben dem Bürgermeister neun ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit 8. Januar 2011 Joachim Thiemig (SPD). Er wurde bis 2023 wiedergewählt.[20][21][22]

Die Liste der Bürgermeister ist seit 1310 überliefert. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der Aktualität sind hier die hauptamtlichen Amtsinhaber seit 1866 dargestellt.

Neues Rathaus

Zeitraum Bürgermeister
1866–1894 Jacob Unverzagt
1895–1923 Ferdinand Grünewald
1923–1924 Karl Thöne
1924–1933 Konrad Stückrath
1933–1934 Otto Jäger
1934–1937 Wilhelm Thiele
1937–1945 Heinrich Klein
Zeitraum Bürgermeister
1945–1954 Carl Hillenbrand
1954–1972 Kurt Schwerdt
1973–1981 Axel Elgeti
1981–1993 Martin Müller
1993–2011 Karl-Hermann Bolldorf
2011– Joachim Thiemig

Wappen

Blasonierung: „In Blau über silberner Zinnenmauer drei silberne Türme – der mittlere bezinnt, die beiden kleineren Seitentürme mit rotem Kegeldach und goldenem Knauf; beiderseits des Mitteldachs ein goldenes Vierblatt; unter der Mauer in Rot ein schreitender goldener Löwe.“

Das Wappen wurde 1908/09 amtlich gebilligt und am 24. Juli 1975 vom Hessischen Minister des Innern erneut genehmigt. Das Wappen stellt das in einen Schild gesetzte farbige Stadtsiegel dar. Dieses ist seit 1259 bekannt und seit 1266 urkundlich belegt.[23]

Flagge

Die rot-weiß gestreifte Flagge zeigt im oberen Drittel das Stadtwappen.[23]

Städtepartnerschaften
Frankreich Frankreich: La Charité-sur-Loire, seit 1960
Italien Italien: Cogoleto, seit 1963
Belgien Belgien: Oostduinkerke-aan-Zee, inzwischen eingemeindet nach Koksijde, seit 1966
Belgien Belgien: Wépion-sur-Meuse, seit 1974
Ungarn Ungarn: Kecskéd, seit 1989
Deutschland Deutschland: Neustadt an der Orla, seit 1991

Dem Beispiel anderer Städte folgend, hat Biedenkopf im Jahre 1960 damit begonnen, Städtepartnerschaften mit anderen europäischen Städten einzugehen, um einen Beitrag zur friedlichen Entwicklung Europas zu leisten. Die erste Städtepartnerschaft wurde mit dem französischen Ort La Charité sur Loire eingegangen. Das 50-jährige Jubiläum dieser Verschwisterung ist im Jahre 2010 gewürdigt worden. In der Folge wurde ein Verschwisterungsverein gegründet und weitere Städte aus anderen Nationen konnten in die gelebte europäische Partnerschaft integriert werden; nach der Wiedervereinigung kam mit Neustadt an der Orla auch eine ostdeutsche Gemeinde aus Thüringen hinzu. Als sogenannte 4-Städte-Treffen (später: 5-Städte-Treffen) werden im jährlichen Wechsel gemeinsame Jugendaustauschprogramme mit Feriencamps organisiert. Diese werden durch Freundschaftsbesuche zwischen Schulen Biedenkopfs und seiner Partnerstädte ergänzt. Die Feuerwehren aus dem belgischen Küstenort Oostduinkerke und Biedenkopf unterhalten ebenfalls regelmäßige Kontakte. Einzig der Kontakt zur italienischen Gemeinde Cogoleto ist in den letzten Jahrzehnten eingeschlafen.[24]

Zur Würdigung des Engagements in den partnerschaftlichen Beziehungen wurde die Stadt 1985 mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.[25]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Schloss Biedenkopf

Neben dem Hinterlandmuseum im Schloss Biedenkopf gehören der Schartenhof in Eckelshausen, das Dorfmuseum Wallau, die Dorfstube Engelbach, ein privates Holder (Traktor)-Museum in Engelbach sowie das ebenfalls private Ikonen- und Textilmuseum „Schenkbarsches Haus Museum“ in der Oberstadt zur Museumslandschaft Biedenkopfs.

Musik

Das internationale Kammermusikfestival Eckelshausener Musiktage findet jährlich im Mai/Juni statt.

Seit 2013 finden im Innenhof des Landgrafenschlosses jeweils im Sommer die Schlossfestspiele statt, veranstaltet vom Eigenbetrieb Freizeit, Erholung und Kultur der Stadt Biedenkopf. Deren Konzept sieht vor, deutschsprachige Musicals zu lokalen historischen Themen neu zu entwickeln und aufzuführen. Das über 100 Mitglieder zählende Ensemble (inkl. Liveband) besteht zum Teil aus national und international tätigen Musicalprofis, überwiegend aber aus mehreren Dutzend lokaler Laiendarsteller. Bislang wurden drei Produktionen präsentiert: in den Jahren 2013 und 2014 Eingefädelt, eine Geschichte aus dem 16. Jahrhundert über die Befreiung Philipp des Großmütigen durch Biedenkopfer Tuchhändler, 2015 und 2016 Der Postraub, angelehnt an den historisch belegten Postraub in der Subach von Anfang des 19. Jahrhunderts (bereits bekannt geworden durch eine Verfilmung).[26] 2017 hatte das Musical Die Hatzfeldt Premiere; es handelt von Gräfin Sophie von Hatzfeldt und ihrem Mitstreiter Ferdinand Lassalle als Figuren der ersten deutschen Demokratiebewegung im Vormärz 1848.

Nach kurzlebigen Vorgängervereinen unter dem Turnverein und der Freiwilligen Feuerwehr existiert seit 1970 in der Kernstadt Biedenkopf ein Spielmannszug als eingetragener Verein, zeitweise mit einer eigenen Jugendabteilung; 1989 errang er die Hessenmeisterschaft. Biedenkopf verfügt zudem über mehrere Gesangvereine, ein Harmonika-Orchester (gegründet 1956) und eine Mundharmonika-Gruppe. Das Kammerorchester Lahn wurde 1994 gegründet und ist ein Streichorchester, das Kammerkonzerte in der Region gestaltet. Die Weifenbacher Musikanten repräsentieren die jahrzehntelange Tradition der dort ansässigen Musikkapellen. Im „Musikantendorf“ Weifenbach gibt es unter anderem noch drei Gesangvereine: den MGV 1885 Weifenbach, den Frauenchor Weifenbach und seit 2005 den gemischten Chor „Let’s sing“. In allen anderen Stadtteilen sind weitere Laienchöre aktiv. Seit 1954 existiert eine Trachtentanzgruppe in Biedenkopf, zeitweilig mit einer separaten Kindergruppe.

Fachwerk-Detail
Bauwerke
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Biedenkopf

In der Altstadt von Biedenkopf haben sich zahlreiche Fachwerkhäuser erhalten, deren ältestes das landgräfliche Amtshaus an der Kirche ist, das als „Schenkbarsches Haus“ bekannt ist.

Oberhalb der Stadt liegt die Burg Schloss Biedenkopf aus dem 14. Jahrhundert. Heute beherbergt sie das Hinterlandmuseum.

Ein stadtbildprägendes Gebäude ist die denkmalgeschützte evangelische Stadtkirche im alten Stadtkern.

Grünflächen und Naherholung
Bürgerhaus oberhalb des Stadt­parks
Erholungsraum Sackpfeife
Stadtpark unterhalb des Bürgerhauses
Park am ehemaligen Landratsamt
Wanderwege im Biedenkopfer Stadtforst, z. B. ein Waldlehrpfad
Trimm-dich-Pfad im Kottenbachtal

Schwimmmöglichkeiten ergeben sich im Hallenbad im Bürgerhaus (inzwischen Bestandteil einer privaten Hotelanlage) und im Lahnauenbad (Freibad).

Sport

Biedenkopf verfügt über vier Sporthallen in der Kernstadt (Großsporthalle, Sporthalle der Stadtschule, Lahntalhalle des Lahntalschulgymnasiums, Vater-Jahn-Halle des TV 1862 Biedenkopf) sowie eine Großsporthalle in Wallau und eine Turnhalle in Weifenbach. Eine private Veranstaltungshalle (Aue-Eventhalle) entstand 2015 aus dem ehemaligen Aue-Tennis- und Soccercenter. Spielstätte des Tennisclubs TC Rot-Weiß 1969 Biedenkopf sind die Tennisplätze neben dem Franz-Josef-Müller-Stadion in der Lahnaue. Im Herbst 2011 fusionierte dieser mit dem Tennisclub Aue TC zum TC Biedenkopf mit circa 200 Mitgliedern. Im Franz-Josef-Müller-Stadion finden Leichtathletikwettbewerbe statt und die Fußball-Heimspiele des VfL 1911 Biedenkopf werden dort auf Kunstrasen ausgetragen. Auf der Bleiche – einem Festplatzgelände an der Lahn gegenüber dem Stadion – finden neben Reitturnieren weitere Publikumsveranstaltungen statt. Eine Reithalle mitsamt Stallungen und Reitplatz, ein Schießstand am Schützenhaus und ein Trimm-dich-Pfad im Kottenbachtal ergänzen das sportliche Angebot der Kernstadt. In heimischen Vereinen sind auch die Schachspieler und Freunde des Budo-Sports organisiert.

1992 wurde durch den Zusammenschluss der Kunstturnabteilungen aus den Vereinen TV Biedenkopf, TV Weifenbach, TV Wallau und TuS Niederlaasphe die Kunstturnvereinigung Obere Lahn e. V. gegründet, die bis 2011 mit ihrer ersten Männer-Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord turnte. Seit der Saison 2012 startet das Team als Nachrücker in der 1. Bundesliga.[27] 2013 wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister.[28] Um einen dauerhaften Trainingsbetrieb zu gewährleisten, ist ein Teilbereich der Lahntalhalle für die KTV Obere Lahn e. V. reserviert. Dort sind Geräte zum Kunstturnen fest installiert.

Auf der Sackpfeife, dem „Hausberg“ Biedenkopfs und der höchsten Erhebung des Landkreises Marburg-Biedenkopf (673,3 m, innerhalb des Stadtgebietes/Landkreises um 660 m) betreibt ein städtischer Eigenbetrieb das Freizeitzentrum Sackpfeife unter anderem mit einer Sommerrodelbahn und einem Wintersportzentrum, bestehend aus einer Skipiste mit Flutlichtbeleuchtung, Sessellift und gespurten Langlauf-Loipen. Die Infrastruktur wird mit Hilfe des ortsansässigen Skiclubs Sackpfeife gepflegt; dieser unterhält auch eine vereinseigene Skihütte an der Piste.

Biedenkopf ist die Heimat vieler Kegelvereine; öffentliche Kegelbahnen befinden sich im Gasthaus „Die Esse“ (auch Bowling), im Bürgerhaus und in einem separaten Bau des ehemaligen Hotels „Frauental“. Ein Sportkegelclub war temporär in der zweiten Bundesliga erfolgreich. Aktuell spielt der inzwischen fusionierte Klub als KSG-Hinterland e. V. in der Hessenliga.

Die Volleyballabteilung des TV Biedenkopf wurde 1971 gegründet und war in den 1980er Jahren so erfolgreich, dass die erste Herrenmannschaft ab der Saison 1985/86 zeitweilig in der 2. Bundesliga spielte.[29]

Regelmäßige Veranstaltungen
Werbung für den Grenzgang 1907
Grenzgang
Hauptartikel: Grenzgang in Biedenkopf

Alle sieben Jahre findet jeweils von Donnerstag bis Samstag der dritten Augustwoche der Grenzgang in Biedenkopf statt. Dieses große Volksfest mit zehntausenden von Besuchern entstand aus der Grenzbegehung, bei der mit den Nachbargemeinden die Grenze der Gemarkung geklärt wurde. Der Grenzgang ist seit 1693 bezeugt. Seit 1839 wandelte er sich zum Volksfest. Der nächste Grenzgang findet im Jahr 2019 statt.[30]

Märkte

Alljährlich im Mai präsentiert sich auf der „Bleiche“ ein Garten- und Pflanzenmarkt.

Kulinarische Spezialitäten
Kartoffelbraten

Das Kartoffelbraten, im Volksmund „der Brott“, ist ein traditioneller Biedenkopfer Brauch, der sich aus der herbstlichen Kartoffelernte entwickelt hat. Auf zahlreichen Waldplätzen werden traditionell im frühen Herbst rohe Kartoffeln in der Glut eines Buchenfeuers gegart. Das Feuer wird aus frisch geschlagenem Buchenholz erstellt, mit dem Ziel, es auf einen Haufen von Glutkohle zu reduzieren. Sobald das Feuer eine hinreichende Menge an Glutkohle ergeben hat, wird vom Feuer die Glutkohle separiert und flächig ausgebreitet. Dann werden die Kartoffeln zunächst „zum Schwitzen“ in die Glut gelegt, damit überflüssiges Wasser aus den Kartoffeln entdampfen kann. Danach werden die Kartoffeln vollständig mit Glut bedeckt und somit zum Garen gebracht. Nach der Garzeit werden die Kartoffeln dem Feuer mit geeigneten Hilfsmitteln entnommen, ideal sind langstielige und engmaschige Gabeln aus dem Kleinpflasterbau zur Trennung von Glut und Kartoffeln. Die gegarten und ungepellten Kartoffeln werden unter Zugabe von Butter und Salz, sowie mit Beilage von Leberwurst und Salaten, verzehrt. Zum Biedenkopfer Kartoffelbraten werden traditionell ausschließlich drei Salatsorten als Beilage genutzt: Rettichsalat, Zwiebelsalat und Heringssalat. Das Feuer wird von einem Bratmeister am Morgen entzündet, damit am Mittag genügend Glutkohle für das Garen der Kartoffeln zur Verfügung steht. Nach dem Garen der Kartoffeln wird das Feuer und der Gluthaufen weiterhin gepflegt, damit für den Rest des Tages genügend Glut vorrätig ist, denn in der Glutkohle werden im Verlauf des Nachmittags und Abends noch Mettwürstchen und portionierte Hackbraten im Speckmantel gegart. Sowohl Würstchen als auch Hackbraten werden zuvor entweder in Butterbrot- und Zeitungspapier (traditionelle Variante) oder in Alufolie verpackt. Dazu reicht man Fassbier (Pils) und klaren (meist Kümmel-) Schnaps.

Buchenholzfeuer beim traditionellen Biedenkopfer Kartoffelbraten

Die Kartoffeln schwitzen (trocknen) auf der Glut, bevor sie bedeckt werden und darin garen

Die gegarten Kartoffeln werden der heißen Glutkohle entnommen; die Bratmeister schützen sich vor der Hitzestrahlung

In der Glut gegarte Kartoffeln mit Zwiebelsalat

Wirtschaft und Infrastruktur
Raumplanerische Einordnung

Im Regionalplan Mittelhessen 2001 ist die frühere Kreisstadt Biedenkopf als Mittelzentrum im ländlichen Raum ausgewiesen. Die Stadt ist Teil der Regionalachse Marburg – Dautphetal – Biedenkopf – (Bad Laasphe). Diese Achse hat zur Aufgabe, die Region zu erschließen, einen Leistungsaustausch zwischen den Mittelzentren zu ermöglichen sowie die Region an das Oberzentrum Marburg und an das Fernverkehrsnetz anzubinden. Dabei soll dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine besondere Bedeutung zukommen.
Zusätzlich besteht mit der Achse Dillenburg – Steffenberg – Breidenbach – Biedenkopf eine überörtliche Nahverkehrs- und Siedlungsachse mit regionaler Verbindungsfunktion.
Gemeinsam mit Dautphetal und Breidenbach ist Biedenkopf auch als gewerblicher Schwerpunkt ausgewiesen.

Unternehmen

In Biedenkopf und seinen Ortsteilen ist traditionell der Maschinen-, Modell- und Formenbau stark vertreten. Dazu zählen unter anderem die Meissner AG (Modell- und Werkzeugbau), BANSS Schlacht- und Fördertechnik GmbH oder CFS (Lebensmittelverarbeitungs- und Verpackungssysteme, ehemals Krämer & Grebe Tiromat). Auch die kunststoffverarbeitende Industrie ist in der Stadt ansässig, unter anderem die Firma Elkamet.

Medien

Die Tageszeitung mit dem größten Marktanteil in Biedenkopf ist der Hinterländer Anzeiger der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. Einen Lokalteil für den Altkreis Biedenkopf gibt auch die Oberhessische Presse aus Marburg heraus. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Anzeigenblättern, wie „Hinterland extra“ von der Oberhessischen Presse, die MAZ (Mittelhessische Anzeigen Zeitung) oder das „Sonntag Morgenmagazin“ aus Gießener Verlagshäusern.

Hauptgebäude des Amtsgerichts Biedenkopf
Außenstelle der Kreisverwaltung (Landratsamt) in Biedenkopf, Kiesackerstraße
Lahn mit Hochwasserschutzmauer
Öffentliche Einrichtungen
Amtsgericht Biedenkopf
Außenstelle der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf im Gebäude des ehemals eigenständigen Landratsamtes (mit Kfz-Zulassung, JobCenter, Volkshochschule, Bau- und Jugendamt sowie Ausländerbehörde)
Finanzamt (Außenstelle des Finanzamtes Marburg-Biedenkopf)
Arbeitsagentur (Außenstelle der Agentur für Arbeit Marburg)
Kreishandwerkerschaft Biedenkopf
Außenstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill
Medienzentrum Biedenkopf – eine der drei Bildstellen des Landkreises Marburg-Biedenkopf
Rentamt des evangelischen Dekanats Biedenkopf
Jugendherberge
je ein Seniorenzentrum in Biedenkopf und Wallau
Polizeistation

In Biedenkopf besteht eine Polizeistation des Polizeipräsidium Mittelhessen. Untergebracht ist die Station in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Hospitalstraße mit fünf Dienstgruppen und einer dezentralen Ermittlungsgruppe.

Technisches Hilfswerk

In Biedenkopf ist ein Ortsverband des THW stationiert.
Dieser besteht aus einem Zugtrupp, der ersten Bergungsgruppe (B1), der zweiten Bergungsgruppe (B2) und einer Elektrofachgruppe (Fgr E). Zudem gibt es in Biedenkopf eine THW-Jugendgruppe, die zum Stab gehört.

Feuerwehr

Seit 1868 ist die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr in Biedenkopf belegt. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in der Kreisstadt eine Pflichtfeuerwehr, die im Jahr 1924 wieder durch eine Freiwillige Feuerwehr ersetzt werden konnte.[31] Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre konnten die ersten motorisierten Spritzen in Dienst gestellt werden. Die Biedenkopfer Feuerwehr entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer modern ausgerüsteten Stützpunktwehr. Mit Hilfe von kreis- und landeseigenen Löschgeräten konnte auch bei der Bekämpfung von Großbränden (zum Beispiel nach Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg auf Frankfurt am Main und Kassel) mitgeholfen werden. Das Jubiläum des 50-jährigen Bestehens des Kreisfeuerwehrverbandes Biedenkopf wurde 1954 mit der Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages gewürdigt. Mit freundschaftlichen Beziehungen zu den Feuerwehren der französischen Stadt La Charité sur Loire (ab 1961) und der belgisch-flämischen Stadt Oostduinkerke aan Zee (ab 1968) wurde die Grundlage zur offiziellen Verschwisterung mit diesen Städten gelegt. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Organisation der Feuerwehren durch gesetzliche Änderungen als öffentliche Einrichtungen organisiert; vormals galten noch vereinsrechtlichen Strukturen. So wurde ein Stadtbrandinspektor eingesetzt, welcher im Falle eines Einsatzes auch die Befehlsgewalt über die zuvor selbstständigen Feuerwehren der Stadtteile Dexbach, Engelbach, Eckelshausen und Kombach ausübt. 1976 wurde ein großzügiges Gelände in Lahnnähe als Feuerwehrstützpunkt Biedenkopf in Betrieb genommen. Neben einem Trockenturm stehen dort unter anderem Garagen, Werkstätten und Fortbildungsräume zur Verfügung. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr wird inzwischen durch eine Jugendfeuerwehr ergänzt; aus deren Reihen rekrutiert man den Nachwuchs. Durch immer größere Industrieansiedlungen in Biedenkopf und neue Aufgaben, die der Feuerwehr im Rahmen der Prävention und des Umweltschutzes zufielen, wurde die technische Ausstattung kontinuierlich den gestiegenen Anforderungen angepasst. Heute umfasst der Fuhrpark etwa zwölf Einsatzfahrzeuge inklusive eines Einsatzleitwagens und der 30-Meter-Drehleiter.

Rettungswache

In Biedenkopf befindet sich zudem eine Rettungswache des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen.
Die Wache befindet sich auf dem ehemaligen E.ON-Gelände am Roten Stein mit einer direkten Notfallzufahrt auf die Bundesstraße 62. Im Schichtdienst sind dort u. a. ca. 20 hauptamtliche Rettungsassistenten beschäftigt. Stationiert sind hier zwei Rettungswagen, einer im 24-Stunden-Dienst, der andere im Tagdienst, sowie als Einsatzreserve ein Mehrzweckfahrzeug. Rund 2300 Einsätze pro Jahr werden im zu versorgenden Gebiet erbracht.[32][33]

Krankenhaus
DRK-Krankenhaus

Biedenkopf besitzt ein DRK-Krankenhaus mit 105 Betten. Träger ist der DRK-Kreisverband Biedenkopf e. V.[34]

Neben der Chirurgie sind die Fachbereiche Gynäkologie, Innere Medizin sowie Urologie verfügbar. Eine Intensivstation mit 6 Betten wurde am 11. Februar 2008 in Betrieb genommen. Das ärztliche Personal auf dieser Station wird durch einen Kooperationsvertrag mit dem inzwischen privatisierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH von dort gestellt, die Intensiv-Pflege übernehmen eigene Kräfte.

Sender Biedenkopf
Hauptartikel: Sender Biedenkopf

Biedenkopf ist seit 1953 Standort einer Sendeanlage für UKW und Fernsehen des Hessischen Rundfunks auf der Sackpfeife.

Bildung
Schulen
Berufliche Schulen
Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen
Lahntalschule (LTS)
Berufliche Schulen Biedenkopf
Die Technische Hochschule Mittelhessen betreibt im Rahmen des dualen Hochschulstudiums Studium Plus eine Außenstelle mit sechs Hörsälen in Biedenkopf. Seit dem Wintersemester 2012/2013 werden in den Gebäuden der Beruflichen Schulen Biedenkopf und einem 2016 errichteten Neubau inzwischen über 50 Studienplätze angeboten. Ein Studium ist möglich für den dualen Bachelor-Studiengang Ingenieurwesen mit der Fachrichtung Formgebung, die Fachrichtung Hygiene Design sowie Wirtschaftsingenieurwesen/Vertrieb; 2016 erweitert um den Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft/Mittelstandsmanagement.[35][36]
Lahntalschule Biedenkopf (Gymnasium)
Hinterlandschule Biedenkopf (Real- und Hauptschule), Nebenstelle der Verbundschule mit den Standorten Niedereisenhausen und Breidenbach
Grundschule Biedenkopf
Mittelpunktschule Wallau (Grund- und Hauptschule)
Volkshochschule Marburg-Biedenkopf
Musikschule (privat)
Büchereien
Gemeinsame Stadt- und Schulbücherei (in den Räumen der Hinterlandschule/ehemaliges Forsthaus)
Geschichtsbücherei „Hinterländer Bibliothek“ im Rathaus (Schrifttum zur Geschichte des Hinterlandes, Träger: Hinterländer Geschichtsverein)
Kindergärten

Die evangelische Kirchengemeinde ist Träger einer Kindertagesstätte namens „Löwenzahn“ in der Galgenbergstraße. Die freie evangelische Gemeinde unterhält ihre KiTa „Wirbelwind“ neben dem Gemeindehaus in der Schulstraße.
Ein weiterer (konfessionsloser) Kindergarten mitsamt einer Kinderkrippe existiert seit November 1990 mit unterschiedlichen Namen in der Trägerschaft eines Elternvereins. Die Krippe wurde 2003 bis 2013 von einer weiteren Elterninitiative in einem separaten Privathaus betrieben.[37] Seit seiner Gründung ist der Kindergarten provisorisch in den Räumen des Rathauses untergebracht. Bis heute existiert noch kein eigener fester Standort.[38][39]

Verkehr

Straßenverkehr

Bundesstraße 62
Bundesstraße 62 B
Bundesstraße 253
Bundesstraße 453

Neben den beiden regionalen Buslinien 481 und 491 kommen noch lokale Buslinien hinzu.

Bahnhof Biedenkopf, Gleisseite

Schienenverkehr

Biedenkopf wird über die Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe angebunden und wird über die Obere Lahntalbahn (Marburg–Bad Laasphe) der Kurhessenbahn bedient. Im Biedenkopfer Stadtgebiet gibt es zwei Bahnhöfe, hinzu kommt noch ein Haltepunkt im Stadtteil Wallau. Haltestellen in Eckelshausen und Ludwigshütte wurden in den 1970er/1980er Jahren aufgegeben.
Siehe: Bahnhof Biedenkopf
Siehe: Bahnhof Wallau (Lahn)

Energie

Im November 2015 genehmigte das Regierungspräsidium den Bau von neun Windenergieanlagen mit jeweils 2,4 MW zwischen Biedenkopf und Breidenbach. Für das Projekt, welches den Namen „Windpark Schwarzenberg“ trägt, sollen 4 ha Wald gerodet und 11,85 ha zur industriellen Nutzung umgewidmet werden. Die Betriebsaufnahme erfolgte im Januar 2017. Auf dem Stadtgebiet liegt auch ein Teil des im Bau befindlichen Windpark Weißenberg, der im Dezember 2016 in Betrieb ging. Beide Windparks sollen zusammen eine „Windfarm“ bilden.[40]

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Biedenkopf
Söhne und Töchter der Stadt
Carl Breidenbach zu Breidenstein (1789–1847), Politiker und General
Georg Engelbach (1817–1894), Lithograf, Zeichner, Kopist und Porträtmaler
Wilhelm Küchler (1846–1900), Oberbürgermeister von Worms und hessischer Finanzminister
Carl Steuernagel (1848–1919), Bauingenieur und Baubeamter, der vor allem als Kölner Stadtbaurat wirkte
Erich Schneider (1894–1980), Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
Elsa Blöcher (1900–1995), Lehrerin, Historikerin und Buchautorin
Karl Huth (1914–1989), Heimatforscher
Helmut Jäger (1923–2017), Humangeograph
Günter Bäumner (1926–2002), Lehrer und Heimatforscher
Hans Joachim Schneider (1928–2015), Rechtswissenschaftler, Kriminologe und Psychologe
Karl-Hermann Zoll (* 1949), Jurist und Richter am Bundesgerichtshof
Gerhard Paul (* 1951), Historiker
Peter Clös (* 1956), Schauspieler
Reinhard Achenbach (* 1957), evangelischer Theologe
Arno Balzer (* 1958), Journalist und Wirtschaftswissenschaftler
Siegfried Damm (* 1958), Gewerkschafter und Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Straßenwärter
Stephan Thome (* 1972), Philosoph und Schriftsteller
Philipp Marx (* 1982), Tennisspieler
Felix Wiemers (* 1988) Kunstturner und Freerider (Ski)
Persönlichkeiten, die in Biedenkopf gelebt oder gewirkt haben
Julius Daniels (ca. 1873–1919), Landrat des Kreises Biedenkopf, verstorben in Biedenkopf
Erich Schnepel (1893–1986), evangelischer Pastor, Missionsinspektor bei der Berliner Stadtmission und theologischer Autor, verstorben in Biedenkopf
Johanna Wiesemann (1894–1975), Politikerin (CDU) und Abgeordnete des Hessischen Landtags, lebte ab 1948 bis zu ihrem Tod in Biedenkopf
Wilhelm Thiele (1897–1990), Politiker (NSDAP), verstorben in Biedenkopf
Richard Martin Werner (1903–1949), Künstler, Lehrer und Leiter der Bildhauerklasse an der Kreisberufsschule Biedenkopf von 1949-1949, entwarf die Rückseite der 50-Pfennig-Münze, die „Baumpflanzerin“
Kurt Schwerdt (1919–2007), Bürgermeister von Biedenkopf von 1954 bis 1972, maßgeblich an der Entwicklung der Stadt Biedenkopf beteiligt, während seiner Amtszeit erfolgten Verschwisterungen Biedenkopfs mit den Städten La Charité-sur-Loire, Wepion, Oostduinkerke und Cogoleto, verstorben in Biedenkopf
Fritz Heinrich (1921–1959), Gewerkschafter und Politiker (SPD), verstorben in Biedenkopf
Annemarie Gottfried-Frost (* 1924), bildende Künstlerin, Kulturschaffende und Gründerin des Kulturzentrums Schartenhof und der Eckelshausener Musiktage, wohnhaft in Biedenkopf
Helmut Spengler (* 1931), evangelischer Theologe und 1985 bis 1993 Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, war Pfarrer in Biedenkopf-Breidenstein
Franz Kroppenstedt (* 1931), Jurist und Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, aufgewachsen in Biedenkopf
Karin Tietze-Ludwig (* 1941) Moderatorin, Fernsehansager und ehemalige „Lottofee“, aufgewachsen in Biedenkopf
Gerlinde Unverzagt (* 1960), Journalistin und Autorin (auch bekannt unter dem Pseudonym „Lotte Kühn“), aufgewachsen in Biedenkopf
Andreas Steinhöfel (* 1962), Kinder- und Jugendbuchautor und Übersetzer, wohnhaft in Biedenkopf
Thomas Schäfer (* 1966), hessischer Finanzminister, aufgewachsen in Biedenkopf
Jörg Schmitt (* 1967), Journalist und Spiegel-Redakteur, aufgewachsen in Biedenkopf
Bilder aus dem Ort

Schloss

Untergasse/Stadtgasse

Schenkbarsches Haus

Obergasse

Stadtkirche

Hospitalkirche

Elisabethkirche

Obermühlsbrücke

Marktplatz

Historische Quellen

Das Stadtarchiv Biedenkopf wird im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt (Bestand 330 Biedenkopf). Der Bestand ist vollständig erschlossen und ist online recherchierbar.[41]

Literatur

Biedenkopf ist der ungenannte Schauplatz des Romans Fix und Fertig von Wolfgang Gabel (Beltz & Gelberg Verlag, 1978) sowie als „Bergenstadt“ verfremdet in Stephan Thomes Roman Grenzgang (Suhrkamp Verlag, 2009). Der in Biedenkopf aufgewachsene Sohn des gleichnamigen ersten Nachkriegsbürgermeisters Karl Hillenbrand schildert in seinem Buch Kottenbacher Geschichten oder Der Krieg fand eigentlich woanders statt (Scherz Verlag, 1981) Kindheitserinnerungen.

Karl Huth: Biedenkopf: Burg und Stadt im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg.: Magistrat der Stadt Biedenkopf. Wetzlardruck GmbH, Wetzlar 1977. 
Günter Bäumner: Biedenkopf und seine Stadtteile: Bilder erzählen aus vergangenen Tagen. Geiger, Horb am Neckar 1988, ISBN 3-89264-236-2. 
Hans-Günther Möntnich, K. J. Günter Hinz (Red.): Geschichten und Geschichte unserer Stadt (Festbuch zum Jubiläum 750 Jahre Stadt Biedenkopf, 2 Bände). Hrsg.: Jubiläumsverein 750 Jahre Stadt Biedenkopf e. V. Wetzlardruck GmbH, Wetzlar 2004. 
Gerald Bamberger, Antje Coburger: Biedenkopf. Reihe Archivbilder. Sutton Verlag GmbH, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-861-1. 
Weblinks
 Commons: Biedenkopf – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Biedenkopf – Reiseführer
 Wikisource: Biedenkopf – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Biedenkopf in Merians Topographia Hassiae – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Biedenkopf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Internetauftritt der Stadt Biedenkopf
Biedenkopf, Stadtgemeinde, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Biedenkopf, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Biedenkopf in der Hessischen Bibliographie