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Geschichte
Gottfried Mascop: Stadtplan von 1577
Burg Klopp
Bingen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Stich nach Clarkson Stanfield
Blick von Bingerbrück über St. Ruprecht & St. Hildegard zur Basilika St. Martin;
Stereoskopie Nr. 561 als Ansichtskarte, Verlag Knackstedt & Näther, um 1900

Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische (gallische) Siedlung mit Namen „Binge“ (= Graben). Anfang des ersten Jahrhunderts n. Chr. wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in Bingium. Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Kastell am Brückenkopf. Durch den Presbyter Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika.[4][5]

Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz.[6] Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.

Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.

Nachdem 1794 französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt hatten, gehörte die Stadt von 1798 bis 1814 zum französischen Département Donnersberg und war Hauptort (Chef-lieu) des Kantons Bingen. 1816 kam die Stadt nach dem Wiener Kongress an das Großherzogtum Hessen, der heutige Stadtteil Bingerbrück an die Rheinprovinz des Königreichs Preußen. Dadurch wurde es Grenzstadt bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871. Seit 1835 war Bingen außerdem Sitz des Kreises Bingen.

Im Jahre 1929 wurde Büdesheim durch Eingemeindung ein Stadtteil von Bingen; Dietersheim, Gaulsheim und Kempten folgten 1939.

Am 10. November 1938 wurde die 1905 erbaute Neue Synagoge von SA-Männern und Nazianhängern angezündet. Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern ab. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Bingen wiederholt Ziel von Luftangriffen der USAAF. Dabei wurde vor allem der Rangierbahnhof im Stadtteil Bingerbrück angegriffen.[7]
Am 13. September 1944 wurde ein zuvor abgeschossenes Besatzungsmitglied eines amerikanischen Bombers von einem Mitglied der SA auf offener Straße erschossen.[8]
Bei Kriegsende 1945 rückten Truppen der US-Army in die Stadt ein.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bingerbrück mit 3655 Einwohnern eingemeindet. Am 1. Januar 1970 wurde die Stadt Bingen, auf ihren Antrag hin, von der Landesregierung zur Großen kreisangehörigen Stadt erhoben.[9]
Am 22. April 1972 folgte die Eingemeindung der Gemeinden Dromersheim (1221 E.) und Sponsheim (665 E.).[10]
Den Namenszusatz „am Rhein“ trägt die Stadt seit dem 1. Juli 1982.[10]

Zur Landesgartenschau 2008 in Bingen erfuhren die Rheinanlagen in der Stadt umfangreiche Modernisierungen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Stadtgebiet von Bingen am Rhein; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[11]

Einwohnerentwicklung seit 1815

Jahr Einwohner
1815 6.002
1835 10.119
1871 11.256
1905 19.723
1939 21.925
1950 21.745
Jahr Einwohner
1961 25.446
1970 25.542
1987 23.070
2005 24.739
2011 23.812
2015 24.987

Politik

Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2009: 49,5 %)

 %50403020100

42,9 %32,8 %12,3 %5,7 %6,2 %

CDUSPDGrüneFDPFWG
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6

-1,4 %p
+4,3 %p+1,5 %p-4,5 %p± 0,0 %p
CDUSPDGrüneFDPFWG
Stadtrat

Der Stadtrat in Bingen am Rhein besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[12]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 12 16 4 2 2 36 Sitze
2009 10 16 4 4 2 36 Sitze
2004 10 18 3 3 2 36 Sitze

FWG = Freie Wählergruppe Bingen e.V.
Koalition im Stadtrat

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kündigten CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Binger Stadtrat eine Koalition an, die seither besteht.[13]

Oberbürgermeister und Stadtvorstand

Bei den Oberbürgermeisterwahlen am 22. April 2012 erzielte Thomas Feser (CDU) mit 51,78 % die absolute Mehrheit der Stimmen. Er wurde am 29. Mai im Rahmen einer Stadtratratssitzung vereidigt.[14]

Neben dem Oberbürgermeister gehören dem Binger Stadtvorstand sowohl der Bürgermeister Ulrich Mönch (CDU), sowie der 1. Beigeordnete Jens Voll (Bündnis 90/Die Grünen) an.

Verwaltung
Siehe auch: Finanzamt Bingen-Alzey
Wappen
Siegelmarke Stadt Bingen aus der Zeit des Großherzogtums Hessen

Blasonierung: „In Blau auf bewachsenem grünem Schildfuß ein silberner römischer Reiter mit goldenem Helm mit Helmbusch, Waffenrock, Stiefeln und oben goldbeschlagener, silberbespitzter, roter Schwertscheide, auf einem schreitenden, goldbehuften und rotgezäumten, silbernen Rosse, seinen roten Reitermantel mit silbernem Schwert teilend, vor ihm kniend ein bittender, mit dem linken Arm auf eine Krücke in natürlichen Farben gestützter, silberner Mann mit rotem Band über die rechte Schulter gelegt, goldenem Rock und schwarzgeschnürtem goldenem Beinkleid, im rechten Obereck ein rotes Schildchen, darin ein silbernes sechsspeichiges Rad. Auf dem Schildrand eine goldene fünftortürmige Zinnenmauer.“

Der Reiter ist der Heilige Martin, das Schildchen das Mainzer Rad.

Städtepartnerschaften
Hitchin, North Hertfordshire, seit 1958
Nuits-Saint-Georges, Burgund, seit 1960
Prizren, Kosovo, seit 1968
Venarey-les-Laumes, Burgund, seit 1967 (ursprünglich mit Bingerbrück, 1969 von Bingen übernommen)
Anamur, Türkei, seit 2011
Kutná Hora, Tschechische Republik, seit 2011

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenBlick über Bingen und den Rhein auf das in Hessen gelegene andere Flussufer, im Hintergrund kann man Rüdesheim und das Niederwalddenkmal erkennen
Sehenswürdigkeiten
Der Binger Mäuseturm
Basilika
Binger Mäuseturm
ehemalige Stiftskirche Basilika St. Martin aus dem 15. Jahrhundert mit romanischer Krypta
Pfarrkirche St. Gordianus und Epimachus
Burg Klopp
Rochuskapelle
Drususbrücke mit romanischer Brückenkapelle
Alter Rheinkran
Haferkasten (nach 1689) mit Stefan-George-Museum
Puricellipalais – Empirebau von 1780 (siehe: Franziska Puricelli)
„Alter Friedhof“ aus dem 19. Jahrhundert mit Napoleondenkmal
Jüdischer Friedhof, im 16. Jahrhundert angelegt, geschütztes Kulturdenkmal
Historisches Museum am Strom – Hildegard von Bingen
Villa Sachsen, staatliches Weingut und Kulturzentrum der Sōka Gakkai International in Deutschland
römische Villa rustica im Binger Wald
Europareservat Rheinauen
technisches Kulturdenkmal Reiterstellwerk Bingerbrück
Ein neues Konzept wird mit der Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main eröffnet. Darin sollen Industriebauwerke auf den 160 Kilometern zwischen Miltenberg und Bingen zu einer Erlebnisroute über das Industriezeitalter in Süddeutschland verknüpft werden,[15] eine lokale Route der Industriekultur beschreibt die Industriedenkmäler in Bingen. Insgesamt sind bereits 700 Bauwerke wissenschaftlich erfasst.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein
Wirtschaft und Infrastruktur

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha  %
Rheinhessen 26.490 69,1 30,9
Worms 3 1.541 62,0 38,0
Nierstein 6 783 75,6 24,4
Alzey 8 769 69,0 30,1
Westhofen 9 764 68,7 31,3
Alsheim 10 704 69,3 30,7
Bechtheim 11 660 71,4 28,6
Ingelheim am Rhein 12 646 47,8 52,2
Flörsheim-Dalsheim 13 635 65,0 35,0
Bingen am Rhein 15 590 73,2 26,8
Saulheim 16 516 74,7 25,3
Osthofen 20 464 67,8 22,2
Guntersblum 21 461 71,8 28,2
Dittelsheim-Heßloch 23 447 70,2 29,8
Stadecken-Elsheim 24 438 71,2 28,8
Quelle: Weinbau 2010. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Die Region ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt, zumal sich in Bingen vier Weinanbaugebiete (Rheinhessen, Mittelrhein, Nahe und Rheingau) treffen. Die Stadt ist auch Namensgeber für den Bereich Bingen im Weinrecht.

Andere Industrien, die sich früher aufgrund des Hafens in Bingen angesiedelt hatten, sind im Laufe der Jahre abgewandert. Die heutigen Dienstleistungsgewerbe befinden sich hauptsächlich im Industriegebiet (Autobahnabfahrt Bingen-Ost/Kempten/Industriegebiet) und im Gewerbepark Scharlachberg.

Auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.

Ortsansässige Unternehmen
Regionalgesellschaft Aldi Süd
Löwen Entertainment – vormals NSM-Löwen GmbH
GEWA Etiketten
OC Oerlikon Germany GmbH
Sekthaus Carl Graeger
Reh Kendermann
Rheinberg Kellerei
Binderer-St.-Ursula
SWK Bank
Viprinet, Hersteller von Multichannel-Routern
PLATINUM GmbH & Co. KG, Hersteller von Hundenahrung
Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschiffahrt e. G.[16]
Verkehr
Schienenverkehr

Im Stadtgebiet von Bingen am Rhein liegen mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte.

Die Station Bingen (Rhein) Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Bingerbrück und trug früher auch die Bezeichnung Bingerbrück. An diesem Bahnhof endet die Strecke der Nahetalbahn; die linke Rheinstrecke führt durch den Bahnhof. Alle Züge des Nahverkehrs auf diesen beiden Strecken halten im Hauptbahnhof, außerdem ist der Hauptbahnhof auch Halt einzelner IC- und EC-Züge.

Der Bahnhof Bingen-Stadt – ehemals Bahnhof Bingen (Rhein) – liegt zwei Kilometer weiter östlich der Nahe, direkt gegenüber dem historischen Hafenkran. Hier hält nur noch der Schienenpersonennahverkehr, er hat jedoch einen besseren Anschluss an den öffentlichen Busverkehr der Stadt.

Die Entstehung zweier Bahnhöfe ist historisch bedingt, da der heutige Hauptbahnhof Bingen früher ein preußischer Grenzbahnhof war, während der Stadtbahnhof zur Hessischen Ludwigsbahn gehörte.

Darüber hinaus gibt es noch einen Haltepunkt in Bingen-Gaulsheim.

Die Haltepunkte Drususbrücke an der Strecke Bingen Hbf–Bad Kreuznach sowie die Haltepunkte Bingen-Kempten und Büdesheim-Dromersheim an der Strecke Alzey–Bingen Stadt werden nicht mehr bedient.

Ab 1906 gab es einen teils als Kleinbahn, teils als Straßenbahn konzessionierten Betrieb, der als AG Binger Nebenbahnen bezeichnet wurde. Die Strecken verbanden den Bahnhof der Stadt, den Bahnhof Bingerbrück und Büdesheim. Ein Jahr später wurde die Strecke von Büdesheim bis Dietersheim verlängert. Die Verbindung nach Bingerbrück wurde 1922 aufgegeben, der Restbetrieb am 22. Oktober 1955 eingestellt.[17]

Straßenverkehr

Bingen liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen 60 und 61, die durch die Bundesstraße 9 angeschlossen werden.

Öffentlicher Personennahverkehr

In Bingen fahren Stadtbusse auf sieben Linien. Außerdem gibt es vier besondere Schulbuslinien und eine Anruflinie. Betreiber der Buslinien sind die Stadtwerke Bingen am Rhein.

Schiffsverkehr
Binger Loch

Von Bedeutung ist nur noch der Personenverkehr. Der Güterhafen ist aufgegeben. Der ehemalige Winterhafen ist heute Yachthafen.

Es gibt Anleger der Touristiklinien Köln-Düsseldorfer, Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt und der Rösslerlinie.
Eine Personen- und eine Autofähre verbinden Bingen mit Rüdesheim (siehe Liste der Rheinfähren).

Bis zum Ende der 1970er Jahre war Bingen Lotsenstation.

Rad- und Wanderwege

Als Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wird Bingen von diversen Rad- und Wanderwegen angebunden. So treffen sich der Rhein- und Nahe-Radweg im Rhein-Nahe-Dreieck bei Bingen; ebenso führt die Hiwwel-Route von hier aus durch das Rheinhessische Hügelland nach Worms.

Auch im rheinland-pfälzischen Wanderwege-Netz bildet Bingen einen Knotenpunkt. Sowohl der Soonwaldsteig wie auch der RheinBurgenWeg als linksrheinisches Pendant zum Rheinsteig haben hier ihre Start- bzw. Endpunkte.

Bildung
Technische Hochschule Bingen[18]
Stefan-George-Gymnasium
Hildegardisschule, Katholische Privatschule des Bistums Mainz
Rochus-Realschule plus
Realschule plus am Scharlachberg
berufsbildende Schule Bingen
Förderschule Rhein-Nahe
Stadtbibliothek Bingen
Volkshochschule
Musikschule
Kran als Kunstobjekt auf der Landesgartenschau 2008
Kulturufer Bingen
Landesgartenschau Bingen 2008
Das Kulturufer Bingen, rechts: der Rhein, im März 2011

Für die Landesgartenschau Rheinland Pfalz vom 18. April bis 19. Oktober 2008 wurde das Rheinufer zwischen dem Autofähranleger und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbrück zwischen dem Hauptbahnhof (Früher Bahnhof Bingerbrück) und dem Rheinufer komplett neu gestaltet.

Die Veranstaltung wurde entlang dem Rheinufer auf 2,8 km Länge und 24 Hektar Ausstellungsfläche durchgeführt. Mit 1,3 Millionen Besuchern wurde die erwartete Zahl von mindestens 600.000 Personen deutlich übertroffen. Die drei Teilbereiche sind zwar weiterhin umzäunt, aber kostenfrei zugänglich.

Nachnutzung
Siehe auch: Route der Welterbe-Gärten

Das ehemalige Gelände der Landesgartenschau Bingen 2008 wird seit Anfang 2010 als Kulturufer Bingen vermarktet. Ziel des Kulturufers Bingen ist es, den Ort mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen als Ziel für Kulturreisende zu etablieren. Das Kulturufer Bingen besteht aus den Geländeteilen Hafenpark / Gartenstadt, Hindenburganlage, Rhein-Nahe-Eck und Park am Mäuseturm.

Im Bereich Hafenpark / Gartenstadt sind u. a. die Partnerschaftsgärten, der Industriekran und der japanische Zierkirschenhain zu finden. Der Alte Rheinkran von 1487 steht am Übergang zur Hindenburganlage.

Die Hindenburganlage ist eine denkmalgeschützte Parkanlage mit altem Baumbestand. Dort befindet sich das ehemalige Zollamt, der Englische Rosengarten, der Spielplatz „Rheinkahn“, die Vinothek, die Dichterkabinette und die Schiffsanleger.

Im Abschnitt Rhein-Nahe-Eck liegt das Rheintal-Kongress-Zentrum, das Museum am Strom mit den Abteilungen „Hildegard von Bingen“, „Römisches Ärztebesteck“, „Rheinromantik“ und „Stadtgeschichte“, sowie der Hildegarten.

Der Park am Mäuseturm bietet große Wiesenflächen, Sportfelder, eine Skaterbahn, den Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, das Stellwerk Mensch|Natur|Technik sowie verschiedene Veranstaltungsflächen.

Die kulturellen Veranstaltungen finden in jedem Jahr von Ostern bis Ende September statt. Höhepunkt ist das Kulturuferfest am ersten Sonntag im Juli.[19]

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenPark am Mäuseturm zwischen Hauptbahnhof, Rheinradweg und Rhein. Vorne der Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, hinter dem Stadtzentrum die Burg Klopp
Regelmäßige Veranstaltungen
Burg Klopp mit moderner Brunnenanlage
Winzerfest – mit einer Dauer von elf Tagen das längste Weinfest am Rhein
Binger Sektfest auf dem Bgm.-Neff-Platz
Bingen swingt – Internationales Jazz-Festival
Binger Open Air Festival – Alternative-Festival
Breakpoint (2003–2010) – eine der größten Veranstaltungen der Demoszene weltweit
Nacht der Verführung – Weinfest in den Reben
Rhein in Flammen Bingen – sieben Feuerwerke zwischen Trechtingshausen und Bingen am Rhein
Kulturuferfest
Rochusfest – Rochusoktav, kirchliches Fest mit volkstümlichen Charakter, Wallfahrt des Bistums Mainz
Hildegard-Herbst
Recharge im Park am Mäuseturm – Veranstaltung mit elektronischer Musik, seit 2015; (drei- bis viermal im Jahr)
Persönlichkeiten
Bronzestatue Stefan George in der Fußgängerzone
Denkmal Ludwig IV., Großherzog von Hessen und bei Rhein
Berta von Bingen (7./8. Jahrhundert), Heilige der katholischen Kirche
Hildegard von Bingen (1098–1179), Äbtissin und Autorin, Mystikerin, Schriftstellerin, Musikerin und Heilkundige. Nach ihr wurde die Binger Mädchenschule (Gymnasium und Berufsbildende Schule), die Hildegardisschule („Higa“) benannt. Hildegard gilt traditionell als Volksheilige. Sie wurde am 10. Mai 2012 offiziell in den Heiligenkalender der katholischen Kirche aufgenommen; Gedenktag ist der 17. September.[20]
Bartholomäus Holzhauser, (1613–1658), katholischer Priester, Ordensstifter, Pfarrer und Dekan von Bingen. Er starb in Bingen im Rufe der Heiligkeit; sein Grab und Grabdenkmal sind in der Basilika St. Martin erhalten; eine Gedenkbüste ist in der Münchner Ruhmeshalle aufgestellt.
Juda Mehler (gestorben 1659 in Bingen), Rabbiner und Autor
Valentin Schaefer (1887–1952), Polizist und Politiker (Zentrum, CDU), Bürgermeister von Bingen
Söhne und Töchter der Stadt
Andreas Joseph Schnaubert (* 30. November 1750; † 10. Juli 1825 in Jena), Rechtswissenschaftler
Joseph Albrecht von Ittner (* 2. März 1754; † 9. März 1825 in Konstanz), Schriftsteller, Jurist und Diplomat
Siegmund Geisenheimer (* 12. Dezember 1775; † 20. April 1828 in Frankfurt am Main), Kaufmann und sozial engagierter Prokurist des Frankfurter Bankhauses M. A. Rothschild & Söhne
Hubert Auer (* 1. Mai 1780; † 17. Februar 1836 in Trier), Fürstbischöflicher Delegat für Brandenburg und Pommern, Propst der St.-Hedwigs-Kirche in Berlin, Domherr zu Breslau sowie Dompropst zu Trier
Philipp von Foltz (* 11. Mai 1805; † 5. August 18777 in München), Maler
Eberhard Soherr (* 6. September 1812; † 25. März 1887 in Darmstadt),[21] hessischer Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Bingen
Ferdinand Allmann (* 1. August 1828; † 11. Mai 1912 in Bingen), Bürgermeister von Bingen und Abgeordneter der Landstände des Großherzogtums Hessen
Heinrich Brück (* 25. Oktober 1831; † 5. November 1903 in Mainz), Bischof von Mainz
Johann Baptist Hilsdorf (* 6. Mai 1835; † 11. Juli 1918), Fotograf und Vater von Theodor und Jacob Hilsdorf
Karl Johann Brilmayer (* 29. März 1843; † 16. November 1905 in Mainz), katholischer Priester, Autor und rheinhessischer Heimatkundler
Joseph Jonas (* 16. Juli 1845; † August 1921); Stahlfabrikant und Lord Mayor von Sheffield
Heinrich Wendelin Soherr (* 30. November 1863; † 10. März 1929 in Bingen), hessischer Landtagsabgeordneter und Vizelandtagspräsident
Alice Bensheimer (* 6. Mai 1864; † 20. März 1935 in Mannheim), Politikerin und Frauenrechtlerin
Theodor Hilsdorf (* 18. Juni 1868; † 1944), Fotograf
Stefan George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim; † 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno), Dichter
Jacob Hilsdorf (* 10. Juni 1872; † 11. Januar 1916 in Frankfurt am Main), Fotograf
Carl Friedberg (* 18. September 1872; † 9. September 1955 in Triest), Pianist und Musikpädagoge
Pankraz Blank (* 30. April 1882 in Gaulsheim; † 5. Juli 1961 ebenda), Landtagsabgeordneter
Saladin Schmitt (* 18. September 1883; † 14. März 1951 in Bochum), Theaterwissenschaftler, Regisseur und Intendant
Sepp Christmann (* 22. September 1895; † 11. April 1977 in Wetzlar), Sportlehrer und Trainer
Max Richter (* 8. März 1900; † 1983 in West-Berlin) Geologe und Paläontologe, Professor an der FU Berlin
Otto Kraemer (* 25. Juli 1900 in Bingen; † 25. Februar 1986 in Karlsruhe), Maschinenbauingenieur und Ordinarius an der Technischen Hochschule Karlsruhe
August Weimer (* 27. Juni 1908; † 20. Januar 1980 in Wiesbaden), Gewerkschafter und christdemokratischer Politiker, MdB
Josef Augstein (* 25. August 1909; † 23. Oktober 1984 in Hannover), Jurist
Adolf Geßner (* 31. Dezember 1909; † 13. März 1988 in Wiesbaden), Kunsthistoriker und Unternehmer
Anton Philipp Brück (* 16. April 1913; † 15. Dezember 1984), Priester, Professor, Prälat und Autor; Ehrenbürger der Stadt Bingen
Jakob Schadt (* 17. Dezember 1921; † 14. Dezember 1995 in Mainz), Politiker (SPD), MdL und Ehrenbürger der Stadt Bingen
Günter Duffrer (* 13. Juli 1922; † 20. Oktober 2011 in Mainz), Dozent für Pastoralliturgie am Bischöflichen Seminar, Diözesanpräses der Kirchenchöre im Bistum Mainz
Claire Marienfeld (* 21. April 1940), christdemokratische Politikerin, ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages
Bernd Jochen Hilberath (* 29. Juni 1948), Theologe und Hochschullehrer
Mary Roos (* 9. Januar 1949), Schlagersängerin und Schauspielerin
Monika Böss (* 17. September 1950 in Büdesheim), Schriftstellerin
Tina York (* 29. April 1952), Schlagersängerin
Rüdiger Heins (* 15. Januar 1957), Autor
Thomas Kling (* 5. Juni 1957; † 1. April 2005 in Dormagen), Lyriker
Peter Frey (* 4. August 1957), Journalist
Matthias Bork (* 12. Januar 1962), deutsch-kanadischer Künstler
Frank Schröder (* 2. Juni 1964), Sänger und Schauspieler
Dajan Šimac (* 4. Januar 1982), Fußballspieler
Suat Serdar (* 11. April 1997), deutsch-türkischer Fußballspieler
Tobias Krick (* 22. Oktober 1998), Volleyballspieler
Literatur

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

Hans Berkessel, Hedwig Brüchert, Wolfgang Dobras, Ralph Erbar, Frank Teske (Hrsg.): Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen. Mainz 2016. ISBN 978-3-945751-69-5
Dieter Krienke: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Kreis Mainz-Bingen 18.1 = Städte Bingen und Ingelheim, Gemeinde Budenheim, Verbandsgemeinden Gau-Algesheim, Heidesheim, Rhein-Nahe und Sprendlingen-Gensingen. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms. ISBN 978-3-88462-231-5
Landesgartenschau Bingen 2008 GmbH (Hrsg.): R(h)einschauen! Landesgartenschau in Bingen. Verlag Matthias Ess, Bad Kreuznach 2008. ISBN 978-3-935516-48-8
Scholl, Johannes: Annales Bingenses, das ist Chronick oder Zeitregister der uhralten Statt Bingen am Rhein. Mainz, 1853. Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz
Stadt Bingen (Hrsg.): Vom Opferplatz zur Gartenstadt. 7500 Jahre Geschichte am Binger Rheinufer. Verlag Matthias Ess, Bad Kreuznach 2008. ISBN 978-3-935516-47-1
Weblinks
 Commons: Bingen am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bingen am Rhein – Reiseführer
 Wikisource: Bingen in der Topographia Colonia et al. (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Offizielle Website der Stadt Bingen am Rhein
Geschichtliche Informationen zu Bingen bei regionalgeschichte.net
Geschichtliche Informationen zu Dietersheim bei regionalgeschichte.net
Linkkatalog zum Thema Bingen am Rhein bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Literatur über Bingen am Rhein in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie