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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Bordesholm nicht vorenthalten.

Geschichte
Rathaus der Gemeinde und des Amtes Bordesholm

Eine Besiedelung im Raum Bordesholm lässt sich schon für die Altsteinzeit (9000 v. Chr.) nachweisen. Ab etwa 5000 v. Chr. wurden einzelne Gruppen an den Rändern der Sümpfe und Seen sesshaft. Auf der „Tannenbergskoppel“, dem Ausläufer eines Endmoränenzuges, wurden die Reste von vier Megalithanlagen gefunden. Die Anhöhe ist Nord-Süd orientiert, 400 m lang und 200 m breit und wird auf drei Seiten von sumpfigen Niederungen gesäumt, die früher einmal offene Gewässer waren. Am Nordrand der Tannenbergskoppel wurde auch ein neolithisches Flachgräberfeld der Trichterbecherkultur untersucht. Zu dieser Zeit wurden im Gebiet Waldflächen gerodet, Haustiere gezüchtet und Getreide angebaut. In der Bronzezeit fanden Bestattungen in großen Grabhügeln, unter anderem in dem noch existierenden Brautberg (etwa 1600 v. Chr.) einen Kilometer nördlich von Bordesholm, statt. Die stark bewaldete und wasserreiche Region blieb jedoch noch lange dünn besiedelt.

Im Mittelalter um 850 kamen die hier ansässig gewordenen Holsten erstmals durch den Missionar Ansgar mit dem Christentum in Berührung. Eine systematische Verbreitung des christlichen Glaubens erfolgte die nächsten 300 Jahre nicht.

Der Ort entstand um 1330 durch den Umzug des 1127 von Bischof Vicelin († 1154) gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts von Neumünster auf eine Insel im damaligen Eidersteder See und entwickelte sich am Rande dieser Insel. Der Bau der noch heute vom Kloster Bordesholm erhaltenen Klosterkirche wurde 1309 begonnen und enthält u. a. das Grabmal der Herzogin Anna von Brandenburg (1487–1514) neben ihrem in der Klosterschule von Bordesholm erzogenen Gatten Friedrich I. (1471–1533) und das Epitaph des Gelehrten Johann Daniel Major (1634–1693).[2]

Durch das Chorherrenstift wurde Bordesholm kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region zwischen Kiel und Neumünster. Im Zuge der Reformation wurde das Chorherrenstift im Jahr 1566 unter Herzog Hans dem Älteren geschlossen. Als auch die Lateinschule, die in den Räumen des Klosters untergebracht war, 1665 für die Gründung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel aufgegeben wurde, verfielen die Klostergebäude. Die Klosterbibliothek bildet bis heute den Grundstock der Universitätsbibliothek Kiel. Der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann wurde in den Schleswiger Dom überführt.

Das Gebiet um Bordesholm gehörte von 1739 bis 1773 zum Großfürstlichen Anteil des Herzogtums Holstein und nach dem Vertrag von Zarskoje Selo bis 1864 zum dänischen Gesamtstaat. Durch den Ort führte die Altona-Kieler Chaussee. Diese ca. 94 km lange Landstraße wurde zwischen 1830 und 1832 vom damaligen Landesherrn, König Friedrich VI. von Dänemark, erbaut (Der Bordesholmer Abschnitt war später Teil der Reichsstraße 4, dann Bundesstraße 4, seit den 1990er Jahren Landesstraße 318). 1844 wurde ca. zwei Kilometer östlich vom damaligen Ortskern ein Bahnhof an der Strecke Hamburg-Altona–Kiel eröffnet. Der auf dem Eidersteder Gemeindegebiet befindliche Bahnhof hieß erst Bordesholm und wurde später in Bordesholm-Bahnhof umbenannt.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg gehörte Bordesholm zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Norddeutschen Bund. Später war es Teil des Kreises Kiel und 1883 bis 1932 Kreisstadt. Von 1867 bis 1975 war es Sitz eines Amtsgerichts.

1906 kam zur Gemeinde Bordesholm im Rahmen einer Vereinigung die Gemeinde Eiderstede hinzu. Eiderstede hatte damals 733 Einwohner und umfasste 544 Hektar Land, Bordesholm hatte 589 Einwohner und umfasste 279 Hektar Land.[3]

Von 1973 bis 2010 befand sich das gemeinsame Verwaltungsgebäude für das Amt Bordesholm – Land und die Gemeinde Bordesholm am Marktplatz.[4]:173

Am 1. Juli 2007 gab die Gemeinde ihre Amtsfreiheit auf und bildet seitdem mit den Gemeinden des bisherigen Amtes „Bordesholm-Land“ das Amt Bordesholm. Zu den amtsangehörigen Gemeinden zählen Bordesholm, Bissee, Brügge, Grevenkrug, Groß Buchwald, Hoffeld, Loop, Mühbrook, Negenharrie, Reesdorf, Sören, Schmalstede, Schönbek und Wattenbek.[4]:174

Das Rathaus am Marktplatz wurde im Laufe der Zeit zu klein. Anfang der 2000er Jahre begann mit der Neuschaffung des Ortszentrums „Mühlenhof“ die Entwicklung der Ortsmitte. Die Gemeinde Bordesholm kaufte im September 2006 das ehemalige „Wendeln Brot GmbH“-Gelände in der Nähe des Bahnhofs von der Firma Kamps. Die ehemalige Wendeln-Brotfabrik (Rix-Mühlenwerke) wurde abgerissen. An dieser Stelle entstand 2010 ein neues Rathaus an der Mühlenstraße.[4]:174

Im Dezember 2012 erfolgte die Anerkennung als „Erholungsort“.[5]

Politik

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung haben die SPD und die CDU seit der Kommunalwahl 2013 je sechs Sitze. Die FDP und die Grünen haben je drei Sitze. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Bordesholm UWB erhielt einen Sitz.[6]

Bordesholmer Linde, Gerichtslinde
Ein Regionalzug der Regionalbahn Schleswig-Holstein im Bahnhof Bordesholm

Seit 1991 gibt es einen Seniorenbeirat, der aus sieben Mitgliedern besteht und von den älteren Einwohnern in einer Seniorenversammlung gewählt wird.

Wappen

Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß, dieser belegt mit einer silbernen Lilie, eine wachsende grüne Linde.“[7]

Gemeindepartnerschaft

Seit 1993 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Ķekava in Lettland.

Wirtschaft und Infrastruktur

Als zentraler Versorger des Umlandes bietet Bordesholm neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auch einen Agrarhandel für Futtermittel und Getreide sowie eine tierärztliche Praxis für landwirtschaftliche Nutztiere.

Verkehr

Westlich der Gemeinde liegt das Bordesholmer Dreieck, an dem die Bundesautobahn 215 nach Kiel von der Bundesautobahn 7 von Hamburg nach Flensburg abzweigt. Außerdem führt die L 318 durch Bordesholm.
Bordesholm hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Hamburg–Kiel. Von dort aus kann je 2x pro Stunde nach Hamburg über Neumünster und Kiel gereist werden.

Bildung

In Bordesholm befindet sich seit 1946 die Verwaltungsakademie Bordesholm.

Sehenswürdigkeiten
Klosterkirche Bordesholm

In der Liste der Kulturdenkmale in Bordesholm stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Das Museum auf der Klosterinsel ist ein seit 1986 bestehendes Heimatmuseum und zeigt schriftliche und bildliche Dokumente aus Vergangenheit und Gegenwart des Bordesholmer Landes und aus dem alten Amt Bordesholm.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Johann Paul Mohr (1808–1843), deutsch-dänischer Landschaftsmaler
Emil Kroymann (1865–1951) Altphilologe und Schulleiter des Gymnasiums Berlin Steglitz
Wilhelmine Kurfürst (1892–1945), deutsche Politikerin der SPD
Otto Winkelmann (1894–1977), General der Polizei und SS-Obergruppenführer
Heinrich Hamann (1908–1993), Polizist und SS-Hauptsturmführer
Ina-Lena Elwardt (* 1981 in Bordesholm), Handballspielerin
Personen mit einem Bezug zu Bordesholm
Der Brautberg an der Landesstraße 49 (Ansicht von Osten)Hans Brüggemann (* 1480 in Walsrode, Lüneburger Heide; † 1540 in Husum), Bildhauer aus Norddeutschland
Hans Heinrich Brüning (* 1848 in Hoffeld; † 1928 in Kiel), deutscher Ethnograph und Linguist
Andreas Laer van Deventer (* in Deventer, Niederlande; † 1502 in Bordesholm), Klosterpropst in Bordesholm
Johann Garleff (* 1878 in Oldenburg; † 1976 in Bordesholm), Architekt
Adolf Freiherr von Heintze (* 1864 in Berlin; † 1956 in Kiel), Landrat und Präsident des Raiffeisenverbandes
Christian Graf von Reventlow (* 1807; † 1845 in Bordesholm), Amtmann und königlich-dänischer Kommissar
Carl Hinrich Graf von Saldern-Günderoth (1739–1788), Bordesholmer Amtmann
Heide Simonis (* 1943 in Bonn), SPD-Politikerin, frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein
Ralf Stegner (* 1959 in Bad Dürkheim), SPD-Politiker, Wohnsitz und Bürgerbüro in Bordesholm
Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg (* 1753 in Bad Bramstedt; † 1835 in Kiel), Brieffreundin Goethes
Eduard Völkel (* 1878 in Eckernförde; † 1957 in Bordesholm), Bischof von Schleswig
Hans Wiesen (* 1936 in Braunschweig; † 2013 in Neumünster), früherer Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein
Arthur Zabel (* 1891 in Wittenberge an der Elbe; † 1954 in Heikendorf), Gewerkschaftssekretär
Literatur
Paul Steffen: … meine Adresse ist Bordesholm, Paul Steffen KG, Bordesholm 1970.
Paul Steffen (Hrsg.): Amt und Kreis Bordesholm – 1566–1932, Paul Steffen KG, Bordesholm 1984.
Friedrich Nicolaus Schrader: Reise nach Bordesholm und Kiel im Sommer 1831, Paul Steffen KG, Bordesholm 1985.
Ulla Wiedling: Bordesholmer Impressionen, Bordesholm 1988.
Hartmut Hildebrand: Unser Amt Bordesholmer-Land, Bordesholm 2000.
Jahrbücher für das ehemalige Amt Bordesholm, Geschichtsverein für das ehemalige Amt Bordesholm e.V., Bordesholm 1999/2000.
1327–1977, 650 Jahre Bordesholm, AG 650-Jahr-Feier Bordesholm, Bordesholm 1977.
Bordesholm – ein Rückblick auf 66 Jahre einer 666-jährigen Geschichte, AG Heimatsammlung, Bordesholm 1993.
Bordesholmer Erinnerungen und Zeitgeschehen, AG Heimatsammlung, Bordesholm 1994.
Henning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein – Kreis Bordesholm, Geschichtsverein für das ehemalige Amt Bordesholm e.V., Bordesholm 1996.
Bordesholm in alten Ansichten, Europäische Bibliothek-Zaltbommel/Niederlande 1997, ISBN 90-288-6429-6.
Das Bordesholmer Land in alten Ansichten, Europäische Bibliothek-Zaltbommel/Niederlande 2002, ISBN 90-288-6696-5.
Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft im Amt Bordesholm 1939–1945, Uwe Fentsahm und Nils Lange mit dem Arbeitskreis Zwangsarbeiter, Zwangsarbeiterinnen und Kriegsgefangene, Bordesholm 2016, ISBN 978-3-00-054927-4.