Liebe Personaler aus Borkum:
mehr Bewerber – Optimierte Kosten – Ganz einfach!

Senken Sie aktiv die Kosten pro Bewerbung und holen Sie mehr aus Ihrem Budget heraus. Mit Data Driven Recruiting und Recruitics. Performance orientierte Budgetverteilung zur Stellenbesetzung.

  • Qualifizierte Bewerber – Gewinnen Sie Fachkräfte für Ihr Unternehmen
  • Mehr Bewerbungen – Steigern Sie die Anzahl Ihrer eingehenden Bewerbungen
  • Abrechnung pro Klick – transparent und flexibel ohne Festpreis

  • Bessere Ergebnisse bei gleichem Budget
  • NEU: Recruiting mit einer künstlichen Intelligenz

Multiposting im CPC-Bereich​

Klassische Stellenbörsen schalten Ihre Stellenanzeige nach dem „Post and Pray“-Prinzip zum Festpreis. Wieviele Klicks generiert werden und wieviel eine Bewerbung letztlich kostet, steht erst am Ende der Laufzeit fest. Die HR-Monkeys bieten mit Recruitics eine neuartige Form des Online-Recruitings.
Der klare Vorteil dabei: Sie können aktiv Einfluss darauf nehmen, wie viel Budget tatsächlich für eine Bewerbung ausgegeben werden muss. Möglich wird dies durch die Abrechnung pro Klick (Cost-per-Click, CPC) auf der Basis von großen Datenmengen (Data Driven Recruiting).

Alles aus einer Hand: Mit Recruitics lassen sich mehrere CPC-Anbieter auf einmal steuern. Indeed, Adzuna, Jobrapido und noch zahlreiche andere Jobsuchmaschinen werden mit Recruitics einfach bedienbar – das ist Multiposting im CPC-Bereich.

5 Tipps für Ihr Recruiting in Borkum

Messen Sie die Herkunft Ihrer Bewerber?

Mit dem kostenlosen Analysetool „Analytics“ von Recruitics erfassen Sie den gesamten Traffic Ihrer Karriereseite. Nutzen Sie dieses Wissen für eine zielgenaue Ausschreibung.

Bezahlen Sie nur für das was Sie bekommen?

CPC – Cost per Click ist das Zauberwort. Zahlen Sie nur für Klicks, die auch tatsächlich entstehen – positionsorientiert.

Optimieren Sie die Kosten pro Bewerbung?

Weisen Sie den Plattformen, von denen die meisten Bewerber kommen, das entsprechende/gewünschte Budget zu. Mit den Daten von „Analytics“ wird das zum Kinderspiel.

Setzen Sie das Budget optimal ein?

Recruitics bietet die Möglichkeit, Budgets exakt auf den Job zu verteilen. Damit haben Sie die Möglichkeit, fast in Echtzeit Budgets ergebnisorientiert anzupassen.

Nutzen Sie performancebasierte Anzeigenschaltung?

Mit einer performancebasierten Anzeigenschaltung erscheinen Ihre Stellen genau da, wo sie zum besten Preis die besten Bewerber finden.

Wer im Recruiting die falschen Kanäle nutzt, verspielt die Chance auf qualifizierte Bewerber. Wir beraten Sie, wie Sie Ihr Budget optimal einsetzen und dabei Ihre Ziele erreichen.

Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Borkum nicht vorenthalten.

Geschichte
Die beiden Inselteile auf der Karte Borkums von Karl Ludwig von Le Coq, 1805

Die Ostfriesischen Inseln und damit auch Borkum entstanden vermutlich in der Zeit um Christi Geburt.[25] Zunächst waren es einfache Hochsände, aus denen sich allmählich die heutigen Inseln entwickelten, die dann im Verlauf des Mittelalters besiedelt wurden. Funde aus früheren Perioden liegen bis dato nicht vor.
Die erste archäologische Ausgrabung war 2008 im Bereich des alten Borkumer Kirchhofes, dem Ortsmittelpunkt bis zur Aufgabe der Kirche.[26]

Mittelalter

In den Jahren 1227 und 1270 ankerten Kreuzfahrerflotten vor der Insel, um dort auf besseres Wetter zu warten. Ob die Insel seinerzeit schon bewohnt war, ist unklar. Eine Bevölkerung wird erstmals um 1406 in einem Friedensvertrag mit der Hanse genannt.[25]

Von den Cirksena zu den Preußen

Ab 1464 stand Borkum unter der Regentschaft der Grafen von Ostfriesland. Als Groningen 1594 den Sieben Niederlanden beitreten musste, entstand so die politische Teilung in ost- und westfriesische Inseln. Nach dem Tod von Fürst Carl Edzard, dem letzten männlichen Vertreter des Hauses Cirksena, fiel Ostfriesland, und damit Borkum, im Jahr 1744 auf Grund der 1694 von Kaiser Leopold I., dem Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III., später König Friedrich I. von Preußen, erteilten Anwartschaft an das Königreich Preußen. Nach dem Frieden von Tilsit wurde Borkum von 1807 bis 1810 Teil des Königreichs Holland und bis 1813 Teil des Kaiserreichs Frankreich. Mit dem Ende der Befreiungskriege 1813 fiel Borkum an Preußen zurück. Bereits 1815 wurde die Insel nach dem Wiener Kongress dem Königreich Hannover zugesprochen. Als der hannoversche König Georg V. nach dem Prager Frieden von 1866 entthront wurde, fiel Ostfriesland und damit Borkum wieder an Preußen.

Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckte die Borkumer Inselbevölkerung die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Walfangs für sich.[27] In jedem Jahr fuhren zwischen 150 und 300 Männer hinaus auf See, um nahe Grönland und in der Davisstraße Jagd auf Wale zu machen. Für das Jahr 1747 sind zwölf Borkumer Kapitäne überliefert, für das Jahr 1782 etwa dreißig. Außerdem fuhren vom zwölfjährigen Schiffsjungen bis zum 70-jährigen erfahrenen Greis die Besatzungen auf Schiffen, die zumeist auf Rechnung von niederländischen, hamburgischen, Altonaer oder Emder Reedern unterwegs waren. An erster Stelle sind dabei niederländische Auftraggeber zu nennen, was in erster Linie auf die geografische Nähe zum Nachbarland, aber auch durch die gemeinsame Sprache zurückzuführen ist – wie im gesamten westlichen Ostfriesland war Niederländisch seinerzeit die Standardsprache der Borkumer.[28]

Einen herben Rückschlag, der die Insel für Jahrzehnte wirtschaftlich zurückwarf und weite Teile der Bevölkerung in größte Armut versetzte, war der Ausbruch des Englisch-Niederländischen Seekrieges, der von 1780 bis 1784 dauerte. 1782 gerieten sämtliche Borkumer Grönlandfahrer für ein Jahr in britische Gefangenschaft, aus der sie ohne ihre Schiffe entlassen wurden. Außerdem verunglückten im selben Jahr drei Schiffe, deren Besatzungen größtenteils von der Insel stammten, so dass allein wegen dieser Unglücksfälle mehr als 50 Witwen und Waisen ohne den Haupternährer zurückblieben. Von diesen Schlägen hat sich der Borkumer Walfang nie erholt und wurde schließlich eingestellt. Viele der Walfänger wanderten nach Hamburg oder Altona aus, in der Hoffnung, unter deren neutralen Flaggen ihren Beruf weiterhin ausüben zu können.[29]

Verbindung der beiden Inselteile

Durch Sand- und Schlickanhäufung verengte sich ab 1830 der Priel (Tüskendör) zwischen den beiden Inselteilen Westland und Ostland. Zusätzlich wurden von der lokalen Bevölkerung Anstrengungen unternommen, diesen natürlichen Prozess durch Strohbündel und Anpflanzungen zu beschleunigen. Auf Initiative der zuständigen Regierung in Hannover gelang es schließlich in den Jahren 1863/1864, mit Hilfe zusätzlicher Arbeitskräfte vom Festland die Lücke durch Errichtung eines Damms zu schließen. Dieser Inselbereich „Interwall“ wurde später dann fälschlich zu „Hinterwall“.

Entwicklung zum Seebad nach 1830

Nachdem Norderney bereits im Jahr 1797 zum Staatlichen Seebad geworden war und die Insel in der Folge einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm, folgten Borkum als zweite der ostfriesischen Inseln diesem Trend. Zunächst noch sporadisch wurden Gäste mit den Fährschiffen auf die Insel gefahren, zumeist von Greetsiel aus, dem Amtssitz des Amtes Greetsiel, zu dem Borkum seinerzeit gehörte. 1843 wurde in Emden die Dampfschifffahrtsgesellschaft Concordia gegründet, die in der Folge einen regelmäßigen Fährbetrieb zwischen der Seehafenstadt, Delfzijl, Borkum und Norderney aufnahm. Die von Wind und Wetter abhängigen Inselfährleute mit ihren Segelbooten hatten den Dampfschiffen vor allem in puncto Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit wenig entgegenzusetzen. Die Segel-Fährverbindung mit Greetsiel wurde eingestellt, seither ist Emden der deutsche Fährhafen für Borkum. Die Eröffnung der Hannoverschen Westbahn von Rheine nach Emden mit Anschlüssen nach Osnabrück und Hannover sowie nach Westfalen brachten dem aufstrebenden Tourismusgeschäft zusätzliche Impulse.[30]

Gesundheitliche Gründe führten den Ornithologen Ferdinand von Droste zu Hülshoff zwischen 1863 und 1868 mehrfach auf die Insel. Während dieser Erholungsaufenthalte entstand seine 1869 erschienene Beschreibung der Vogelwelt von Borkum,[31] die er im Selbstverlag herausbrachte und die die Insel und ihre Vogelwelt über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt machte.

Kaiserzeit und Erster Weltkrieg
Um 1900: Stadtansicht auf einer nummerierten Ansichtskarte von Römmler & Jonas

Am 15. Juni 1888 nahmen die Borkumer Kleinbahn und der neue Hafen den Betrieb auf. Erst diese bequeme Anbindung ermöglichte es Borkum, zu einem bedeutenden Seebad aufzusteigen.[32]

Im Jahr 1900 erfolgte auf Borkum die Errichtung der ersten amtlich betriebenen Küstenfunkstelle der Welt. Betreiber der Küstenfunkstelle war die Reichspost. Die erste Kommunikationsübertragung erfolgte zwischen der Küstenfunkstelle und dem Passagierdampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm der Große. Die übertragenen Seefunktelegramme wurden über das vor Borkum liegende Feuerschiff Borkumriff zur Funkstation auf der Insel Borkum übermittelt. Anschließend erfolgte die Weitervermittlung in das Festlandnetz.

1902 wurde Borkum durch Kaiser Wilhelm II. wegen der exponierten Lage der Status einer Seefestung verliehen. Die Insel wurde mit Geschützstellungen und Bunkern versehen und eine eigene Marinebahn, die Ostlandbahn an die Borkumer Kleinbahn angeschlossen. Die Streckenlänge auf der Insel wuchs so im Laufe der Zeit auf über 40 Kilometer an, die Stammstrecke der Borkumer Kleinbahn wurde zweigleisig ausgebaut. Sie ist die einzige Schmalspurbahn mit zweigleisigem Betrieb in Niedersachsen.

Antisemitismus auf Borkum
Antisemitische Grußpostkarten aus Borkum (links)

Schon frühzeitig und im Rahmen des Bäder-Antisemitismus erwarb sich Borkum mit dem Prädikat „judenfrei“ eine besondere Stellung. Grußpostkarten hoben die Ablehnung von Juden hervor.[33]
Im Inselführer für Borkum aus dem Jahr 1897 warb man damit, „judenfrei“ zu sein. Man ersann das „Borkumlied“[34], das täglich von der Kurkapelle gespielt und von den Gästen gesungen wurde. Darin heißt es:

„An Borkums Strand nur Deutschtum gilt, nur deutsch ist das Panier. Wir halten rein den Ehrenschild Germania für und für! Doch wer dir naht mit platten Füßen, mit Nasen krumm und Haaren kraus, der soll nicht deinen Strand genießen, der muß hinaus, der muß hinaus!“

Borkum war als Hochburg der Antisemiten bekannt.[35] An Hotels hingen Schilder mit der Aufschrift „Juden und Hunde dürfen hier nicht herein!“, innen gab es einen „Fahrplan zwischen Borkum und Jerusalem (Retourkarten werden nicht ausgegeben)“. Ein 1910 erschienener Reiseführer über die Nordseebäder riet „Israeliten“ vor allem vom Besuch Borkums ab, „da sie sonst gewärtig sein müssen, von den zum Teil sehr antisemitischen Besuchern in rücksichtslosester Weise belästigt zu werden.“

Im Rahmen vereinzelter Versuche, dem offenen Antisemitismus Einhalt zu gebieten, verbot die Bezirksregierung in Aurich 1924 das Spielen des „Borkumliedes“. Man setzte Polizei ein, um dieses Verbot auch durchzusetzen. Doch das Amtsgericht Emden und danach auch das preußische Oberverwaltungsgericht hoben das Spielverbot wieder auf. Da sich das polizeiliche Verbot gegen die Kurkapelle richtete und die Melodie auch als Grundlage für andere Texte diente, bringe das instrumentale Abspielen des Liedes keine Verantwortung für den Inhalt des Borkumliedes mit sich.[36]

Weimarer Republik
Mahnmal zur Judenverfolgung auf der Insel[37]

Auch in dieser Zeit wurde das Borkumlied gespielt, in dem es nun unter anderem hieß:

„Borkum, der Nordsee schönste Zier, bleib du von Juden rein, laß Rosenthal und Levinsohn in Norderney allein.“

– Textstelle aus dem Borkumlied

Während das Borkumlied vor dem Ersten Weltkrieg vor allem antisemitische Klischees ohne direkte Erwähnung von Juden verwendete, wurden die Versionen nun direkter und hetzten offen gegen Juden und verkündeten Borkum als „judenfrei“.[38] Mit dem offen zur Schau getragenen Antisemitismus gewann Borkum „völkisch-nationale“ Gäste und setzte Rassenhetze im Konkurrenzkampf gegen das Seebad Norderney ein. Antisemitische Zwischenfälle häuften sich, als von 1920 an der „Borkum-Pastor“ und spätere „Reichsredner der NSDAP“ Ludwig Münchmeyer mit aggressiven Hetzreden auftrat.

Im Zuge der preußischen Kreisreform 1932 wurde die Insel Borkum aus dem aufgelösten Kreis Emden ausgegliedert. Überlegungen, die Insel dem Landkreis Leer oder dem Landkreis Norden anzugliedern, endeten mit dem Anschluss an Leer. Ausschlaggebend dafür war, dass die Verbindung von Borkum per Schiff nach Emden und anschließend weiter per Bahn in die Kreisstädte für das etwas näher gelegene Leer sprach. Borkum ist seitdem die einzige Insel im Landkreis Leer, der ansonsten nur aus Festlandsgemeinden besteht und zudem wenig Küstenstreifen aufweist.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Am 19./20. Dezember 1934 wurden zwei Exemplare der A2-Rakete, genannt „Max“ und „Moritz“, in der Nähe der Ostbake gestartet. Die vom Raketenpionier Wernher von Braun entwickelten Flüssigkeitsraketentriebwerke waren weltweit die ersten, die eine Höhe von über zwei Kilometern erreichten; sie legten den Grundstein für die späteren Großraketen. Nach den erfolgreichen Borkumer Tests wurde die deutsche Raketenforschung in Peenemünde fortgesetzt.

Gedenktafel für die Besatzung der B-17

Am 4. August 1944 musste ein amerikanischer Bomber vom Typ Boeing B 17 G („Flying Fortress“) der 486. Bombardement Group am Nordstrand von Borkum notlanden. Die sieben an Bord verbliebenen amerikanischen Besatzungsmitglieder wurden unmittelbar nach der geglückten Notlandung gefangen genommen. Entgegen den internationalen Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen in der Gefangenschaft wurden die US-Soldaten zunächst schwer misshandelt und dann durch einen unbeteiligten Soldaten des Heeres auf Borkum ermordet (siehe: Fliegermorde (Borkum)). Die deutsche Wachmannschaft der US-Soldaten griff bei den Ausschreitungen nicht ein. Anfang 1946 wurde 15 beteiligten Personen in Ludwigsburg der Prozess gemacht und mehrere Todesurteile sowie Haftstrafen verhängt.[39][40] Am 4. August 2003 wurde auf dem Platz mit dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges der Insel Borkum ein zusätzlicher Gedenkstein zum Gedenken an die sieben getöteten Mitglieder der Bomberbesatzung enthüllt.[41]

Nach 1945
Der Hafen von Borkum mit den drei ehemaligen Marinepiers am oberen Bildrand und dahinter liegenden zugehörigen Gebäuden
Hauptbadestrand und Promenade im Jahr 2015

Die alliierten Besatzungstruppen schleiften nach Kriegsende die zahlreichen Bunkeranlagen der Insel, woraus sich für die nun zumeist ohne Broterwerb dastehenden Insulaner die Möglichkeit ergab, die Rohstoffe der Bunkerbauten auszuschlachten: Sie entfernten in mühevoller Handarbeit die Armierungen aus dem Stahlbeton und das Kupfer aus Kommunikationsleitungen, und auch der Kies der Zufahrtswege wurde abtransportiert und aufs Festland gebracht. Reste dieser Bunker waren jedoch noch mehr als zehn Jahre nach dem Kriegsende sichtbar und wurden erst später beseitigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begehrten die Niederlande als Kriegsentschädigung die gesamte Emsmündung inklusive der Insel Borkum. Der Hafen von Emden sollte im Zuge dieser Annexion ausgetrocknet werden. Die Pläne scheiterten an den Westalliierten, die im Angesicht der erstarkenden Sowjetunion Westdeutschland nicht weiter schwächen wollten.

Die neu ernannte Gemeindevertretung der Insel sprach sich am 28. März 1946 dafür aus, die 1932 erfolgte Eingliederung Borkums in den Landkreis Leer rückgängig zu machen. Die Distanz zwischen der Insel und der Kreisstadt Leer sei zu groß, der Besuch des Kreishauses in Leer sei eine Angelegenheit von zwei Tagen für die Borkumer: per Schiff nach Emden und von dort per Bahn nach Leer und retour am nächsten Tag. Vielmehr solle die Insel der Stadt Emden angegliedert werden, ihrem Fährhafen. Der Wunsch stieß in Emden auf offene Ohren. Kommunalrechtliche Bedenken, eine Gemeinde einer Kreisstadt anzugliedern, wurden in Emden dahingehend beantwortet, dass die Verwaltung nach dem Krieg ohnehin reformiert werde und somit eine Gemeinde auch Teil einer kreisfreien Stadt werden könnte. Der Leeraner Kreistag sprach sich jedoch mit knapper Mehrheit gegen den Wunsch der Borkumer aus.[42] Die Insel ist somit ein Teil des Landkreises Leer geblieben und gehört seit 1946 zum damals neu gegründeten Bundesland Niedersachsen.

Da die Insel im Krieg nur sehr wenige Zerstörungen zu verzeichnen hatte, nahm Borkum nach 1945 viele Ostvertriebene auf. 1946 waren von den insgesamt 6120 Einwohnern 1093 Personen (entspricht 17,9 %) Flüchtlinge. Die Zahl wuchs bis 1950 jedoch noch deutlich: Damals waren von 6215 Einwohnern 1404 Flüchtlinge, die Quote stieg auf 22,6 %.[43] Eine Besonderheit Borkums lag im hohen Anteil von katholischen Flüchtlingen, die zumeist aus Schlesien stammten. Auf Borkum überstieg die Zahl der katholischen Flüchtlinge diejenige der evangelischen Flüchtlinge um das Sechsfache.[44] Diese Ballung geht vermutlich auf das Betreiben des Flüchtlingspfarrers Leo Christoph in Aurich zurück, der die katholischen Flüchtlinge in der stark protestantisch geprägten Diaspora Ostfriesland möglichst an wenigen Orten konzentrieren wollte, um die Seelsorge zu gewährleisten. Dies war in anderen Regionen Ostfrieslands wegen deren Verkehrsferne oft nicht möglich.

Die ersten Badegäste kamen erst 1947 wieder auf die Insel. Wie überall in Deutschland vor der Währungsreform 1948 bezahlten sie ihren Aufenthalt nicht mit Bargeld, sondern in Naturalien: „Für Kartoffeln oder Gemüse, Fleisch oder Eier gibt es Urlaubstage in frischer Seeluft.“[45]

Ab 1958 war die Insel erneut Standort der Marine: Zwei Jahre nach Aufstellung der Bundeswehr zogen die ersten Einheiten auf den neu gebauten Marinestützpunkt Borkum ein. Die meisten Einheiten gehörten der Amphibischen Gruppe an. Als letzte Einheit zog 1996 die Seemannschaftslehrgruppe ab, seitdem ist Borkum kein Marinestandort mehr. Auch für den SAR-Einsatz wird der Hubschrauberlandeplatz auf dem früheren Marinegelände nur noch gelegentlich genutzt.

Einwohnerentwicklung

Im 18. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl Borkums kontinuierlich an, da der Walfang vielen Borkumern Wohlstand brachte. Im 19. Jahrhundert ließ der Walfang zunächst nach und wurde auf Grund des Holländisch-Englischen Seekriegs endgültig eingestellt. In der Folge setzte auf der Insel Armut ein und viele Einwohner verließen ihre Heimat. Die Einwohnerzahl erreichte gegen 1811 einen Tiefstand von 406 Personen. Nach der Ausrichtung Borkums als Badeort stieg die Einwohnerzahl ab 1850 wieder an. Die Einwohnerzahl erreichte 1975 einen Höchststand von 8495 Einwohnern. Der starke Rückgang zwischen 1980 und 1990 erklärt sich durch die unterschiedliche Zählweise vor allem bei Zweitwohnungsbesitzern.

Jahr Einwohner[43]
1821 485
1848 421
1871 573
1885 898
1905 2258
1925 4950
Jahr Einwohner
1933 3977
1939 5499
1946 5976
1950 6215
1956 5199
1961 5784
Jahr Einwohner
1970 6051
1980 8185
1990 5714
2000 5650
2005 5513
2010 5158
Jahr Einwohner
2014 5225

Entwicklung des Gemeindenamens

Der Inselname taucht erstmals bei Strabon (* etwa 63 v. Chr.; † nach 23 n. Chr.) auf. Er nennt in seiner Geographie eine unbestimmte Anzahl der ostfriesischen Küste vorgelagerter Inseln, von denen eine Byrchanis heiße. Plinius der Ältere erwähnt in seiner um 77 n. Chr. entstandenen Naturalis historia Inseln vor der Nordseeküste und unter deren bekanntesten („insulae nobilissimae“) an erster Stelle Burcana[46], über deren genaue Lage aber nichts weiter bekannt ist. Sie wird von der modernen Forschung mit der um 1743 untergegangenen Insel Bant in Verbindung gebracht.[25]

Namentlich erwähnt wurde die heutige Insel erstmals 1227 als Borkna, dann 1398 als Borkyn, seit 1554 ist die Bezeichnung Borkum geläufig. Der Name hat sich vermutlich aus dem altnordischen burkn für Farnkraut (vgl. Isländisch: Burkni= Brombeergestrüpp) entwickelt, dem später noch die Endung -um für Heim angehängt wurde.[47]

Religionen
Reformierte Kirche

Die Borkumer Bevölkerung war unter dem politischen und kulturellen Einfluss der Niederlande seit der Reformation vorwiegend evangelisch-reformiert. Das erste evangelische Gotteshaus wurde 1550 errichtet. Anders als auf dem Festland galt auf der Insel das landesherrliche Patronatsrecht.[48] Die heutige Reformierte Kirche im Stil der Neugotik datiert von 1896/1897 und bietet 800 Besuchern Platz. Regelmäßig finden Konzerte auf der Schuke-Orgel statt. Sie ist die einzige reformierte Inselkirche in Ostfriesland. Die Gemeinde hat etwa 1800 Mitglieder und gehört zum Synodalverband Nördliches Ostfriesland innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche.[49]

Erst durch den im 19. Jahrhundert einsetzenden Bädertourismus kam es zum Zuzug von evangelisch-lutherischen und katholischen Bevölkerungsgruppen. Die Betreuung der evangelisch-lutherischen Bevölkerung erfolgte zunächst durch den ortsansässigen reformierten Pfarrer. Erst am 1. Oktober 1903 wurde die evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde gegründet, die 1908 die erste Pfarrstelle einrichtete und im Jahr 1899 nach nur elf Wochen Bauzeit die Christuskirche fertigstellte.[50] Etwa 1200 Mitglieder gehören zur Gemeinde, die Teil des lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer innerhalb der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers ist.[51]

Neben den beiden protestantischen Gemeinden gibt es die römisch-katholische Kirche. Maria Meeresstern wurde 1880 bis 1882 als neugotische Kapelle errichtet, erfuhr aber drei Erweiterungsumbauten, sodass sie nun über 450 Plätze verfügt. Die Gemeinde hat etwa 800 Mitglieder und bildet seit 2014 mit der Gemeinde „Christ König“ in Emden eine Pfarreiengemeinschaft,[52] die zum Dekanat Ostfriesland im Bistum Osnabrück gehört.

Die drei Gemeinden pflegen eine aktive Ökumene.

Daneben gibt es auf Borkum eine Neuapostolische Kirche,[53] den 1976 eingeweihten Königreichssaal der Zeugen Jehovas[54] und einen Versammlungsraum der Brüderbewegung.[55]

Kirchen- und Gemeindeversammlungsgebäude auf Borkum

Ev.-Luth. Kirche

Katholische Kirche

Neuapostolische Kirche

Versammlungsraum der Brüderbewegung

Königreichssaal der Zeugen Jehovas

Politik
Das Rathaus von Borkum
Stadtrat

Der Rat der Stadt Borkum besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 5001 und 6000 Einwohnern.[56] Die 16 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Georg Lübben.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 brachte das folgende Ergebnis:[57]

Partei Sitze Veränderung Sitze
CDU 6
SPD 6 + 1
Bündnis 90/Die Grünen 2 − 2
Borkums Freie Liste 2 + 2
FDP 0 – 1

Bürgermeister

Ab dem 1. Juli 2005 war Kristin Mahlitz (SPD)[58] die erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt Borkum. Die gebürtige Wilhelmshavenerin war bis zum 31. Oktober 2011 gewählt und trat nicht erneut an.[59] Bei der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 setzte sich der unabhängige Kandidat Georg Lübben mit 52,5 % aller Stimmen gegen seine Mitbewerber Derk-Michels Steemann (37,2 %), Susanne Kaminski (8,8 %) und Katharina Mareike Neumann (1,5 %) durch.[60]

Vertreter im Land- und Bundestag

Borkum zählt zum Landtagswahlkreis Leer/Borkum. Zur Landtagswahl in Niedersachsen 2017 traten dort 15 Parteien an. Davon hatten fünf Parteien Direktkandidaten aufgestellt.[61] Direkt gewählte Abgeordnete ist Johanne Modder (SPD).

Borkum gehört zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 25), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1980 neu zugeschnitten und ist seitdem unverändert. Bislang setzten sich in diesem Wahlkreis als Direktkandidaten ausschließlich Vertreter der CDU durch.[62] Im Bundestag wird der Wahlkreis von der direkt gewählten CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer vertreten. Über Listenplätze der Parteien zog kein Kandidat der Parteien aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.[63]

Wappen, Stadtflagge und Dienstsiegel
Stadtflagge

Blasonierung: „Gespalten von Grün und Silber und mit einem goldenen Fadenbord versehen; vorne übereinander zwei silberne Wale, hinten auf blauen und silbernen Wellen ein roter Leuchtturm; über dem Schild bogenförmig ein goldenes Spruchband mit den Worten „MEDIIS TRANQUILLUS IN UNDIS“ in schwarzen Großbuchstaben. Der lateinische Wahlspruch ist dem alten Kirchensiegel Borkums entnommen und bedeutet übersetzt: ruhig inmitten der Wogen.“[64]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1951 verliehen. Die Wale sollen den früher bedeutenden Walfang symbolisieren. Der Leuchtturm geht auf ein altes Kirchensiegel zurück, das in die Borkumer Flagge aufgenommen wurde. Gezeigt wird der alte Leuchtturm. Die Farben sind der Stadtflagge entnommen, die bereits 20 Jahre vor dem Wappen festgelegt wurde.

Die Flagge zeigt in Grün ein weißes Balkenkreuz, dessen Arme die Breite von 3/13 der Flaggenhöhe haben. In der Gösch befinden sich drei waagerechte Streifen in den ostfriesischen Farben Schwarz-Rot-Blau, auf dem Schnittpunkt der Kreuzarme das alte Kirchensiegel in vereinfachter Ausführung. Es zeigt eine kreisförmige blaue Scheibe mit einem Durchmesser von etwa der halben Flaggenhöhe, darauf ein roter Leuchtturm, von dem beiderseits gelbe Leuchtbündel ausgehen. Der Turm steht auf einem schwebenden grünen Hügel, mit weißem Wellenbalken darunter. Auf breitem weißem Scheibenrand in Schwarz der Satz MEDIIS TRANQUILLUS IN UNDIS. Die Flagge wurde am 28. September 1929 festgelegt und am 31. Juli 1930 erstmals am Borkumer Strand gehisst. Der Lehrer Jakob Everts Teerling hatte sie entworfen. Die grüne Farbe des Tuches symbolisiert die „Grüne Insel“, wie Borkum um 1930 noch genannt wurde. Das weiße Kreuz deutet auf die Reinheit des weißen Strandes und der gesunden Luft hin.[64] Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Unterschrift: Stadt Borkum – Landkreis Leer.[64]

Partnergemeinde

Borkum hat seit 1989 Städtepartnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Warffum (heute Teil der Gemeinde Eemsmond). Kontakte bestehen jedoch bereits seit 1985. Seitdem fanden mehrere gegenseitige Besuche von Delegationen statt. Gemeindevertreter besiegelten die Zusammenarbeit schließlich im November 1989 auf halbem Wege zwischen Eemshaven und Borkum während einer Fahrt mit dem Feuerschiff „Borkumriff“ mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde. Die Verbindung wird vor allem von Sportvereinen, Tanzgruppen und den Freiwilligen Feuerwehren gepflegt.[65]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auf Borkum haben sich, wie auf den benachbarten Westfriesischen Inseln Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog, einige uralte Traditionen erhalten, von denen angenommen wird, dass sie auf vorchristliche Zeiten zurückgehen. Während diese sich auf den anderen Nordseeinseln oft zu Touristenattraktionen gewandelt haben, konnte auf den genannten Inseln ein Großteil des Brauchtums von äußeren Einflüssen abgeschirmt werden. Dies wird auf die jahrhundertelange Isolation der Inseln von der Außenwelt zurückgeführt.[66]

Regelmäßige Veranstaltungen
Das Drachenfest im August 2015
Der Sprung von der Litfaßsäule

Zum traditionellen Brauchtum der Insel gehören das Osterfür oder Paaskefür am Abend vor Ostersonntag, die Aufstellung des Maiboom am Abend vor Pfingstsonntag auf dem Platz an der Süderstraße und -pfad von Mitgliedern des Verein Borkumer Jungens mit Tanz der Trachtengruppe sowie Klaasohm am Abend vor Nikolaus.

Vermutlich vorchristlichen Ursprungs ist der Brauch, zu Ostern auf die Paaskedelle (= Osterwiese) zu gehen, um dort mit Ostereiern zu spielen. Beim Kullern und das Schleudern ist dabei das Ziel, die Eier möglichst lange unbeschädigt zu lassen. Ein weiterer Osterbrauch ist das Verbrennen des durch eine Strohpuppe symbolisierten Winters.[66]

Am Samstag vor Pfingsten wird in Borkum das Pinkster-Fest gefeiert, an dem (nicht wie andernorts in Ostfriesland in der Nacht zum 1. Mai) der Mai- oder Pfingstbaum aufgestellt wird. In seiner ursprünglichen Form war er „ein Mast mit weit ausladenden Rahen [und] mit allerlei weiterem Schiffszubehör ausgestattet, es fehlte allerdings jegliches Grün an ihm, da zu früheren Zeiten auf der Insel keine oder nur wenige Bäume wuchsen“. Inzwischen wird er jedoch grünen Zweigen geschmückt und sieht seitdem wie ein Mast mit geblähtem Segel aus. Traditionsgemäß wird an dem Baum ein Korb mit einem gestohlenen Hahn befestigt, der den Insulanern bei Sonnenaufgang mit seinem Krähen einen fruchtbaren Sommer voraussagen soll.[66]

Vor allem der Nikolausbrauch weicht auf Borkum stark von dem auf den Traditionen des Festlandes ab.[66] In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember wird auf der Insel Klaasohm (=Ohm (Onkel) Klaas (Klaus)) gefeiert. Ein Brauch, der wahrscheinlich auf die Zeit der Walfänger zurückgeht.[67] Beim nächtlichen Geschehen gehen sechs als Klaasohm verkleidete junge Männer vom Verein Borkumer Jungens – jeweils zwei kleine, mittlere und große sowie ein weiterer in der Rolle des Wiefke, der den großen Klaasohm begleitet – auf der Insel um. Die Klaasohms tragen dabei bis zu einem Meter hohe, tonnenförmige Helme, die mit Schafspelz bezogen, und mit Federn und Möwenflügeln beklebt sind. Nachdem die Klaasohms der drei Gruppen an verschiedenen Orten eingekleidet wurden, ziehen sie unter großem Lärmen mit ihren Begleitern zur großen Betriebshalle der Borkumer Kleinbahn. Dort ist eine Bühne aufgebaut, auf der unter Ausschluss von Frauen und Fremden (Zutritt haben nur auf Borkum geborene Männer) in ritualisierten Kämpfen entschieden wird, wer für dieses Jahr die Führung übernimmt. Die dabei festgelegte Rollenverteilung wird bis zum Abschluss des Festes nicht mehr verändert. Anschließend beginnt unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Zug über die Insel. Der Umzug endet traditionell in der Ortsmitte, auf einem seiner Form nach D genannten Platz, der das Zentrum einer Kreuzung darstellt. Auf diesem Platz befindet sich eine Litfaßsäule, von deren ebener Spitze sich zum Abschluss des Festes alle „Klaasohms“ sowie zuletzt das „Wiefke“ in die unten versammelte Menschenmenge stürzen, wo sie stets von vielen Armen aufgefangen werden. Vor ihrem Sprung in die Menschenmenge werden die einzelnen Klaasohms und meist in besonderem Maße das Wiefke vom Publikum gefeiert.

Zu den jüngeren Veranstaltungen zählen das Anschwimmen, mit dem die örtliche DLRG am letzten Samstag im April die Badesaison eröffnet[68], das inselübergreifende Jazzfestival zu Pfingsten, das Drachenfest im August[69], der Borkumer Meilenlauf am ersten Septemberwochenende[70] und die Borkumer Bluesnight zum Jahresausklang.

Begrüßung

Junge Borkumer begrüßen sich mit dem Ruf „Öy“. Der herkömmliche Gruß ist aber das Tageszeit-unabhängige Moin. Das einfache Öy wird ebenfalls auf den anderen ostfriesischen Inseln gebraucht.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke
Alter Leuchtturm
Neuer Leuchtturm
Kleiner (elektrischer) Leuchtturm
Historisches Seezeichen „Großes Kaap“
Feuerschiff Borkumriff

Aufgrund seiner Lage in der Emsmündung wurden auf Borkum bereits frühzeitig Seezeichen zur Kennzeichnung des Emsfahrwassers errichtet. Es befinden sich drei Leuchttürme und weitere Peileinrichtungen auf der Insel.

1576 wurde der Alte Leuchtturm erbaut. Er ist damit das älteste Gebäude der Insel und ihr Wahrzeichen. Der 45 Meter hohe, rechteckige Turm entstand auf dem Fundament des alten Borkumer Kirchturms und diente anfangs nur als Tagesmarke. Erst 1817 erhielt der „Alte Leuchtturm“ eine Leuchtquelle, die mit Hilfe von Parabolspiegeln und 27 Öllampen betrieben wurde. Im Februar 1879 wurde das Leuchtfeuer des Leuchtturms durch einen Brand im Turm zerstört. Dank seiner soliden Bauart konnte der Turm erhalten werden und diente als Aussichtsturm, bis er um 2016 aufgrund fehlenden Brandschutzes geschlossen werden musste.[71][72]

Der Neue Leuchtturm Borkum befindet sich an der Westseite der Insel und entstand 1879 in der Rekordzeit von nur sechs Monaten nach dem Brand des alten Leuchtturms. Der immer noch aktive Leuchtturm dient seit dem 15. November 1879 der Orientierung vor der Emsmündung. Gleichzeitig trägt der Leuchtturm seit dem 1. Oktober 1891 ein Quermarkenfeuer mit dem Namen Westerems, das einen Kurswechsel für die in der Außenems fahrenden Schiffe vom Westeremsfahrwasser in das Randzelgat anzeigt.[73] Beim Bau des 60,3 Meter hohen runden Turms wurden rund 1,5 Millionen schwarzbraune Ziegelsteine verbaut. Bis zu seiner Spitze führen 319 Treppenstufen. Bei seiner Inbetriebnahme erhielt der Leuchtturm eine drei Meter hohe Drehlinsenleuchte. Nach einer Umrüstung im Jahr 2004 besitzt er sechs große Linsenfelder, die drei Strahlenpaare mit einer Lichtstärke von 2 Millionen Candela pro Strahl erzeugen. Die Nennreichweite beträgt 24,4 Seemeilen (= 40 Kilometer). Trotz der beeindruckenden Werte wird das Leuchtfeuer lediglich mit einer einzelnen 400-Watt-Halogen-Metalldampflampe betrieben.[74] Der Leuchtturm ist während der Saison täglich geöffnet und kann besichtigt werden.

Der Kleine Leuchtturm Borkum am Südstrand ist der dritte Leuchtturm auf Borkum und wurde 1888/1889 als Leitfeuer für die beiden Ansteuerungsfahrwasser der Ems, das Hubertgat und die Westerems, errichtet.[75] Der rotweiße Leuchtturm entstand als Prototyp einer Reihe von insgesamt neun in Deutschland gebauten Leuchttürmen in Fertigbauweise, ist aus einzelnen, 27 Millimeter starken Segmenten aus Gusseisen, sogenannten Tübbingen zusammengesetzt und hat eine Höhe von 27,9 Metern.[76] Den Beinamen „der Elektrische“ erhielt er, weil es der erste für den elektrischen Betrieb gebaute Leuchtturm in Deutschland war. Seit 1970 dient er als Antennenträger für das Verkehrssicherungssystem Ems, das in deutsch-niederländischer Kooperation betrieben wird. Er wurde im Sommer 2003 außer Dienst gestellt, da sich die Fahrwasser im Bereich der Emsmündung durch Sedimentverlagerungen verändert hatten.

Etwa 220 Meter neben dem Kleinen Leuchtturm steht das Quermarkenfeuer Düne. Es wurde 1928 als Ergänzung zu weiteren Leit- und Quermarkenfeuern auf Borkum errichtet, um Schiffen die nach Fahrwasserveränderungen schwierige Einfahrt in die Ems zu erleichtern. Nach weiteren Fahrwasserveränderungen schaltete das Wasser- und Schifffahrtsamt Emden das Quermarkenfeuer im Jahr 1995 ab.

Drei weitere Peileinrichtungen für die Schifffahrt entstanden 1872 nach dem Deutsch-Französischen Krieg. Das Große Kaap[77] und das Kleine Kaap oder Westkaap[78] befinden sich auf dem Westland und sind historische Baken aus roten Klinkern, die mit hölzernen Toppzeichen ausgerüstet sind. Sie sind 23,4 Meter und 11,7 Meter hoch. Die Baken mussten im Dreipunktverfahren angesteuert werden, so dass die Ansteuerungstonne Osterems auf der Linie „Großes Kaap – Alter Leuchtturm“ und die Ansteuerungstonne Westerems auf der Linie „Kleines Kaap – Alter Leuchtturm“ liegen musste. Am Nordostende der Insel steht eine weitere steinerne Bake, die Ostbake, auf einer 7,5 Meter hohen Düne in den Ostlanddünen und ist 19 Meter hoch.[79]

Siehe auch: Liste der Baken auf den Ostfriesischen Inseln

Auf der Insel gibt es drei Kirchen, alle wurden zwischen 1882 und 1899 erbaut. Die katholische Kirche Maria Meeresstern ist eine neugotische Backstein-Hallenkirche mit Querhaus, die 1882 fertiggestellt und in den Jahren 1905, 1954 und 1987/1988 erweitert wurde. Die Langseiten mit großen spitzbogigen Fenstern werden durch Strebepfeiler gegliedert und die Giebel durch Blenden verziert. Beherrscht wird der Bau von einem hohen oktogonalen Glockenturm. Die Reformierte Kirche (1896/97) weist bereits Kennzeichen des Jugendstils auf, insbesondere in der Fenstergestaltung. 1973 schuf Karl Schuke die Orgel mit 18 Stimmen hinter einem siebenachsigen Prospekt. Entsprechend reformierter Tradition ist der Innenraum auf die Kanzel ausgerichtet. Vorne steht ein 1781 gestiftetes Votivschiff. Die lutherische Christuskirche aus dem Jahr 1899 ist ein Einraumsaal mit rundbogigen Buntglasfenstern und flachem Satteldach. Im Jahr 1958 wurde quer zum Schiff ein Kirchturm angebaut, der unten mit kleinen Fenstern und oben mit den Schallarkaden die Rundbogenform aufgreift. Auf der Westempore baute Rudolf Janke 1980 eine Orgel mit 16 Registern.[80]

1886 wurde auf einem Privatgrundstück an der Süderstraße das Achilleion erbaut.[81] Bauherr war der Mediziner Alexander Freiherr von Exterde, der auf dem ummauerten Gartengelände eine Vielzahl unterschiedlicher Nadelhölzer anpflanzte. 1909 wurde das Anwesen verkauft und von seinen neuen Besitzern nach dem griechischen Landsitz Achilleion benannt. In den 1930er Jahren sowie in der Nachkriegszeit bis 1967 war der städtische Kindergarten im Achilleion untergebracht.[82] Das Anwesen befindet sich inzwischen wieder in Privatbesitz. Das denkmalgeschützte Hotel Bodeewes stammt aus dem Jahr 1892.

Seit 1917 befindet sich im Inselinnern das Emmich-Denkmal für den 1915 verstorbenen General der Infanterie Otto von Emmich.

Seit 1989 liegt das ehemalige Feuerschiff Borkumriff im Borkumer Schutzhafen. Es wurde am 15. Juli 1988 als letztes deutsches Feuerschiff außer Dienst gestellt und dient seitdem als Informationseinrichtung für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die technische Betreuung des Nationalparkschiffes erfolgt durch den Förderverein Borkumriff. Das Schiff ist ganzjährig für Besucher geöffnet.

Das Heimatmuseum Dykhus (= Deichhaus) liegt in unmittelbarer Nähe des Alten Leuchtturmes. Der Zugang zum Heimatmuseum führt durch ein Tor, das durch zwei hoch aufgerichteten Kinnladen eines Wales gebildet wird. Die Walknochen erinnern an die frühere Tradition der Borkumer als Walfänger. Das Museum zeigt verschiedene Abteilungen und Zimmer, in denen die wechselvolle und interessante Geschichte Borkums in zahlreichen Exponaten ausstellt sind. Das Museum wird durch den Heimatverein der Insel Borkum e.V. betreut und betrieben.

Der Zaun an der Wilhelm-Bakker-Straße ist einer von zwei auf der Insel erhaltenen Zäunen aus Walknochen.

Auf Borkum zeugen Zäune aus Walkinnladenknochen vom Walfang. In der Wilhelm-Bakker-Straße befindet sich das ehemalige Haus des erfolgreichsten Borkumer Walfängerkapitäns Roelof Gerritsz Meyer. Sein Grundstück ist mit einem Zaun aus Walkinnladen umgeben, die er von seinen Walfangfahrten 1715–1782 mitbrachte. Die Überbleibsel verwittern langsam, deshalb setzt sich der Borkumer Heimatverein seit einigen Jahren für den Erhalt der Kinnladen ein.[83]

Seit 2009 erinnert ein Denkmal an den Drinkeldodenkarkhoff, einen ehemaligen Friedhof der Heimatlosen.

In den Gebäuden der ehemaligen Marine-Seemannschaftslehrgruppe der Bundeswehr, die bis in die 1990er Jahre ein bedeutender Marinestützpunkt und größter Arbeitgeber der Insel war, betreibt das Deutsche Jugendherbergswerk seit Oktober 1996 die Jugendherberge „Am Wattenmeer“ mit 530 Betten. Mit einem rund 20 Hektar großen Gelände ist sie flächenmäßig die größte ihrer Art in Europa.

Das Schwimmbad Gezeitenland war zu seiner Einweihung das größte Meerwasser-Wellen-Hallenbad in Europa. Seit seinem Umbau und der Wiedereröffnung im Sommer 2005 wird es als modernes „Freizeitbad“ genutzt. Eine Wellenfunktion gibt es seitdem nicht mehr.

An der Strandpromenade zwischen dem Nordbad und dem Jugendbad liegt der nordwestlichste Landpunkt Deutschlands. Er ist durch einen symbolischen Grenzpfosten markiert und mit Informationstafeln versehen.

Sport

Der Turn- und Sportverein Borkum von 1890 e.V. (TuS Borkum) ist mit knapp 700 Mitgliedern der größte Verein der Insel. Der Verein betreibt elf verschiedene Sportabteilungen.[84] Als Besonderheit zeichnet ihn aus, dass der TuS Borkum zugleich Betreiber von Sportferien-Einrichtungen ist. Organisatorisch ist der Verein (wie andere Sportvereine auf der Insel auch) aus geografischen Gründen dem Stadtsportbund Emden und nicht dem Kreissportbund Leer angegliedert. Die Fußballer beispielsweise sind im Fußballkreis Emden vertreten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Insel galt während der Hansezeit als Fluchtort von Piraten. Von dem bekannten Seeräuber Klaus Störtebeker heißt es in der Literatur, er habe südlich der Insel einen Schatz vergraben. Mit den Grafen von Ostfriesland lagen die Inselbewohner im ständigen Streit in Bezug auf die Zahlung von Anteilen an Strandungsgütern, die zu dieser Zeit nahezu die einzige Einnahmequelle der Borkumer darstellten.

Im 18. Jahrhundert brachte der Walfang vielen Borkumern, die meistens auf niederländischen Walfangschiffen als erfolgreiche Kapitäne und Harpuniere tätig waren, einen gewissen Wohlstand ein. Viele Straßennamen auf Borkum, aber auch aus Walkiefern hergestellte Zäune (der imposanteste „Walfischzaun“ umfasst das ehemalige Haus von Roelof Gerritsz Meyer, der mit seiner Mannschaft auf 42 Fahrten rund 270 Wale erlegte) und ähnliche Relikte zeugen von dieser Zeit. Im 18. Jahrhundert jedoch ließ der Walfang zunächst nach und wurde auf Grund des Englisch-Niederländischen Seekriegs endgültig eingestellt. In der Folge setzte auf der Insel Armut ein, und viele Einwohner verließen ihre Heimat. Die Einwohnerzahl erreichte gegen 1811 einen Tiefstand von rund 400 Personen.

Militär

Ab Anfang des 20. Jahrhunderts war Borkum ein bedeutender Militärstützpunkt. 1902 erhielt die Insel den Status einer Seefestung. Die Marine erweiterte für ihren Materialtransport auch den Umfang der Borkumer Kleinbahn mit mehreren Querverbindungen auf der Insel. 1934 begann Wernher von Braun mit Raketenversuchen auf Borkum, die später in Peenemünde fortgesetzt wurden.

1957 richtete die neugegründete Bundesmarine den Marinestützpunkt Borkum ein, der in den nächsten Jahren vor allem Landungsboote beheimatete. Außerdem gab es mehrere Landtruppenteile der Marine, darunter ab 1969 die Seemannschaftslehrgruppe. In der Folge entstanden zahlreiche Arbeitsplätze bei der Bundeswehr, die über 20 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Dauerarbeitsverhältnisse der Insel ausmachten. 1996 wurde die Seemannschaftslehrgruppe aufgelöst und sämtliche Arbeitsplätze bei der Bundesmarine gingen verloren. Die militärischen Schulungsaufgaben wurden hauptsächlich nach Stralsund verlegt; dorthin zogen auch viele Borkumer Bundeswehrangehörige.

Tourismus
Borkum 1909, Strandfotografie
Borkum 1909, Badegäste

Nach dem kurzen Intermezzo der napoleonischen Herrschaft in der Zeit von 1810 bis 1813 kamen ab 1834 die ersten Urlauber, hauptsächlich begüterte Bürger aus Emden, auf die Insel. Zehn Jahre später, 1844, entstanden die ersten Badeeinrichtungen, und der Tourismus wurde als Einnahmequelle entdeckt. Seitdem ist die Zahl der Touristen, die Borkum als Urlaubs-, Erholungs- und Kurziel wählen, kontinuierlich angestiegen. Während 1850, als die Registrierung der Urlauber begann, erst 252 Besucher gezählt wurden, kamen zum Ende des 20. Jahrhunderts weit über 200.000 Menschen.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es Einschränkungen für Erholungssuchende, da die Insel an der nordwestdeutschen Grenze eine wichtige militärisch-strategische Bedeutung hatte. Nach Kriegsende mussten zunächst zahlreiche Hinterlassenschaften beseitigt werden. Alte Bunker behinderten noch jahrzehntelang die Nutzung des Sandstrandes. Die Beseitigung war mit erheblichen Kosten verbunden. Durch die Lage an einer Hauptschifffahrtsstraße und ihre Größe hatte die Insel trotz der langen Anreise für viele Urlauber insbesondere aus dem Ruhrgebiet eine Anziehungskraft. Die klimatischen Verhältnisse erlaubten den Betrieb von Kureinrichtungen, die maßgeblich die Wirtschaftskraft der Insel stärkten. Im Jahr 2011 kamen 249.742 Urlauber, es wurden 2.266.456 Übernachtungen gezählt.

2009 erhielt die Stadt Borkum nach einer umfangreichen Risikobewertung durch die International Life Saving Federation das Banner „Lifeguarded Beach / Bewachter Badestrand“ für seine vier Badestrände. Die Insel ist damit die erste Gemeinde an der deutschen Nordseeküste, die dieses Zertifikat verliehen bekam.[85]

Borkum ist zur touristischen Vermarktung der Insel der Marketingorganisation „Die Nordsee“ in Schortens beigetreten. Das Unternehmen vertritt die sieben Ostfriesischen Inseln sowie 15 niedersächsische Küstenorte.[86] Es ist verantwortlich für die gemeinsame Pressearbeit, das Marketing, die Durchführung von Messen und Veranstaltungen, die Erstellung von Printmedien sowie die Klassifizierung von privaten Ferienunterkünften.

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenBorkumer Nordstrand, 2013
Medien
Das Verlagsgebäude der Borkumer Zeitung

Auf Borkum erscheint die Borkumer Zeitung, eine kleine, traditionsreiche Tageszeitung. Die überregionalen Mantelseiten werden von der in Oldenburg erscheinenden Nordwest-Zeitung geliefert. Weitere Medien auf der Insel sind das elfmal im Jahr erscheinende Heft Borkum Aktuell, das sechsmal jährlich erscheinende Burkana-Magazin sowie die Online-Zeitung Borkumer Echo. Borkum liegt außerdem im Verbreitungsgebiet der einzigen regionsweit erscheinenden Tageszeitung Ostfrieslands, der Ostfriesen-Zeitung. Aufgrund der verkehrlichen Anbindung an Emden ist darüber hinaus die Emder Zeitung von Interesse; sie berichtet ebenfalls über wichtige Angelegenheiten auf der Insel und wird daher auch auf Borkum gelesen.

Am 14. Juni 2012 ging das Inselradio Borkum IRaBo auf Sendung. Neben Musik und stündlichen Nachrichten informiert es über Wetter, Gezeiten und Veranstaltungen auf der Insel.[87]

Gesundheitswesen

Die Insel hat sechs Fachkliniken und ein Krankenhaus. Das Inselkrankenhaus Borkum zählt zu den fünf Krankenhäusern im Landkreis Leer. [88]

Das Fachklinikum Borkum ist mit 301 Betten die größte Rehabilitationsfachklinik der Insel. Sie hat eine Klinik für Erwachsene und eine für Kinder und Eltern. Sie ist eine Personengesellschaft in Form einer GmbH & Co. KG. Geleitet wird sie von zwei Geschäftsführern[89]. Die medizinische Leitung haben ein Chefarzt und Ärztlicher Direktor.[90] Fachliche Indikationen sind Allergologie, Dermatologie, Pädiatrie und Pneumologie.[91]

Die Knappschafts-Klinik Borkum ist eine Einrichtung für Rehabilitation mit 150 Betten.[92] Sie genießt öffentliches Recht, hat eine Chefarztleitung und einen Leiter der Verwaltung. Ihre Trägerin ist die rechtsfähige Körperschaft Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Die behandelten Krankheiten zählen zu den Gebieten Innere Medizin, Gynäkologie-Onkologie und Allergologie-Dermatologie.[93]

Die Nordseeklinik Borkum ist eine Klinik für Rehabilitation mit 185 Einzelzimmern. Sie genießt ebenfalls öffentliches Recht, die Leitung hat ein Direktor der Verwaltung. Ihre Trägerin ist die rechtsfähige Körperschaft Deutsche Rentenversicherung Rheinland.[94] Fachliche Schwerpunkte sind Innere Medizin-Pneumologie und Psychosomatik-Indikationen.[95]

Das Reha-Zentrum Borkum Klinik Borkum Riff ist eine Klink für Rehabilitation mit 190 Betten. Sie genießt ebenfalls öffentliches Recht. Geleitet wird sie von einem Geschäftsführer. Die medizinische Leitung haben zwei Chefärzte.[96] Fachliche Indikationen sind Dermatologie und Innere Pulmologie.[97] Ihre Trägerin ist die rechtsfähige Körperschaft Deutsche Rentenversicherung Bund.

Des Weiteren gibt es die Fachklinik „Helena am Meer“[98] und die Mutter-Kind-Fachklinik „Sancta Maria“.[99]

Das Inselkrankenhaus Borkum ist ein Plankrankenhaus mit Fachabteilung für Innere Medizin. Es sind 8 Betten aufgestellt. Die Eigentümerin ist die gemeinnützige Personengesellschaft Klinikum Leer gGmbH.
[100]

Verkehr

Neben dem Luftverkehr bestehen überregionale Verkehrsverbindungen per Zug und Schiff. Zwischen dem Bahnhof Emden Außenhafen, der sich unmittelbar neben dem Fähranleger in Emden befindet, und dem Hauptbahnhof in Emden verkehren Busse, Fern- und Nahverkehrszüge. Außerdem besteht eine Schiffsverbindung von und nach Eemshaven in den Niederlanden. Durch die Anbindung an das Intercity-Netz in Emden und den Einsatz schneller Katamarane konnte die Reisezeit nach Borkum im Laufe der Zeit wesentlich verkürzt werden. So beträgt die reine Fahrzeit etwa zwischen Bremen und Borkum heutzutage nur noch drei Stunden.

Schiffsverkehr
Siehe auch: Liste der Borkumer Fährschiffe
Der Anlegeplatz der Borkumfähren im Emder Hafen
Der Hafen von Borkum: Hier können die Reisenden zwischen Schiff und Borkumer Kleinbahn umsteigen

Nördlich der Insel befindet sich eine internationale Route der Seeschifffahrt. Dementsprechend können von der Insel aus Schiffe unterschiedlicher Größe beobachtet werden.

Der Verkehr zum niedersächsischen Festland nach Emden Außenhafen erfolgt über Autofähren. Die Fahrzeit beträgt etwa zwei Stunden. Daneben gibt es Katamarane als reine Passagierfähren, mit denen dieselbe Strecke in etwa einer Stunde zurückgelegt wird. Im Bahnhof Emden Außenhafen haben die Fähren Anschluss an Züge über Emden Hbf in Richtung Rheine oder Bremen. Das niederländische Eemshaven wird ebenfalls durch Autofähren angesteuert.

Alle diese Fahrten werden von der Reederei AG Ems durchgeführt. Die Fahrpläne sind tideunabhängig, das heißt, die Abfahrtzeiten sind nicht vom Wasserstand beeinflusst (die Fahrtdauer und somit die Ankunftszeiten allerdings schon)[101]. Daneben gibt es auf Borkum mehrere Schiffe, die für Ausflugsfahrten, beispielsweise zu den Nachbarinseln, genutzt werden. Das größte ist die Wappen von Borkum.

Auf Borkum ist der Seenotrettungskreuzer Alfried Krupp der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stationiert.[102]

Die Emslotsen der Lotsenbrüderschaft Emden betreiben eine Lotsenstation auf Borkum, von der aus sie mit den Lotsenbooten Frya und Fresena auf der Außenems für Lotsaufgaben eingesetzt werden.

Kfz-Verkehr

Die Insel ist neben Norderney die einzige ostfriesische Insel, auf der private Kraftfahrzeuge gefahren werden dürfen. Jedoch wird der private Kfz-Verkehr während der Sommersaison stark reglementiert. Hierzu sind innerorts zwei Zonen eingerichtet: Der Ortskern als rote Zone ist für den privaten Autoverkehr vollständig gesperrt. Der übrige Bereich darf zur Nachtzeit zwischen 21 und 7 Uhr nicht mit privaten Kraftfahrzeugen befahren werden.

Bahn- und Busverkehr
Hauptartikel: Borkumer Kleinbahn
Kleinbahn unterwegs
Borkumer Kleinbahn mit Museumszug

Die sieben Kilometer lange, zum Teil zweigleisige Inselbahnstrecke mit einer Spurweite von 900 Millimetern wurde 1888 fertiggestellt und verbindet den Ort mit dem Fähranleger. Neben dem Bahnhof im Ortskern gibt es die Haltepunkte „Jakob-van-Dyken-Weg“ und „Borkum-Reede“. In den 1940er Jahren gab es neben der „Hauptbahn“ zahlreiche militärisch genutzte Feldbahn-Strecken, die den Inselort mit verschiedenen Festungsanlagen verbanden. Eine weitere Strecke, von der die ersten Meter am Hauptbahnhof noch zu sehen sind, führte in das sogenannte Ostland.

In den 1970er Jahren geriet die Kleinbahn in wirtschaftliche Turbulenzen, jedoch nahm die Bedeutung dieser Bahn infolge des immer stärker werdenden Tourismus so zu, dass in den 1990er Jahren zahlreiche Neuanschaffungen für den Fuhrpark getätigt wurden. Die Borkumer Kleinbahn verfügt über vier Lokomotiven mit Verbrennungsmotoren, die mit Rapsöl betrieben werden. Sie ist die einzige noch betriebene zweigleisige Schmalspurbahn in Niedersachsen.
Daneben gibt es einen regelmäßigen Busverkehr annähernd parallel zur Kleinbahnstrecke, tagsüber mit etwa stündlich angebotenen Fahrten. Einige Busse verkehren bis zum Ortsteil Ostland, der von der Eisenbahn nicht mehr bedient wird.

Luftverkehr

Östlich der Stadt befindet sich der Flugplatz Borkum, der im Linien- und Charterverkehr zum Beispiel von Emden und Hamburg aus angeflogen wird. Die Flugzeit von Emden beträgt etwa 15 Minuten. Außerdem wird der Flughafen von Privatflugzeugen benutzt.

Windenergie
Windenergieanlagen am Hafen

Der Offshore-Windpark „Riffgat“ mit 30 Windenergieanlagen und einer Umspannplattform liegt rund 15 Kilometer nordwestlich von Borkum im Bereich des Ems-Ästuars und befindet sich damit noch innerhalb des Küstenmeeres (12-Seemeilen-Zone). Dieser Windpark ist von der Insel aus am Horizont zu erkennen.

Am Hafen befinden sich zwei Windenergieanlagen der Firma Enercon aus Aurich. Die Türme sind im unteren Bereich nicht in den üblichen grünen, sondern stattdessen in blauen Farbabstufungen gestrichen.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Würdigung der Stadt Borkum. Die Stadt hat zehn Personen damit ausgezeichnet:

Georg Köhler (Hotelier)
Franz Habich senior (Ingenieur)
A. C. Meyer (Wohltäter)
Paul von Hindenburg (* 2. Oktober 1847; † 2. August 1934), Generalfeldmarschall und Reichspräsident
Tönjes Kieviet (Gemeindevorsteher)
Wilhelm Feldhoff (Wohltäter)
Berend de Vries (* 31. Dezember 1883; † 25. November 1959), Schriftsteller, Verdienstkreuz am Bande (1958), Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Jahr 1958[103]
Dr. Rudolf Bensch (Arzt)
Fritz Klennert (Bürgermeister)
Söhne und Töchter der Insel

Folgende Personen sind auf der Insel Borkum geboren:

Walter Dierks (* 19. Mai 1899; † 16. März 1983), Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven
Enno Heyken (* 17. Februar 1906; † 19. Oktober 1987), deutscher lutherischer Geistlicher und Regionalhistoriker
Wolfgang Ontijd (* 8. März 1937), deutscher Politiker (CDU)
Hermann Janßen (* 23. Oktober 1937), von 1974 bis 2000 Kurdirektor von Titisee-Neustadt[104]
Literatur
Frank Bajohr: „Unser Hotel ist judenfrei“. Bäder-Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-15796-X.
Klaus Barthelmess: Die Walknochen der Nordseeinsel Borkum: Zur Kulturgeschichte der bedeutsamen Denkmäler aus der Blütezeit des europäischen Arktiswalfangs mit Überlegungen zu ihrer Konservierung. Verlag Books on Demand, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-2625-2.
Ferdinand von Droste zu Hülshoff: Die Vogelwelt der Nordseeinsel Borkum. (Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1869), Verlag Schuster, Leer 1974, ISBN 3-7963-0054-5.
Karl Herquet: „Die Insel Borkum“ in kulturgeschichtlicher Sicht. (Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1886), Verlag Schuster, Leer 1974, ISBN 3-7963-0096-0.
B. Huismann: Die Nordseeinsel Borkum einst und jetzt. (Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1897), Verlag Schuster, Leer 1979, ISBN 3-7963-0174-6.
Friedrich-Wilhelm Schaer: Die wirtschaftliche und soziale Struktur der ostfriesischen Inselbevölkerung vor dem Aufschwung des Badewesens im 19. Jahrhundert. In: Emder Jahrbuch, Band 63/64 (1984), S. 74–118.
Burghart Schmidt: Die ostfriesischen Inseln zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Ein französischer Militärbericht zur strategischen Lage, Geographie, Demographie, Wirtschaft und Sozialstruktur im Rahmen der napoleonischen Kontinentalsperre. In: Emder Jahrbuch, Band 78 (1998), S. 188–231.
Jan Schröter: Borkum. Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 978-3-86108-416-7.
Hans Peter Wegmann: Borkum: Geschichte der Insel, Schifffahrt und See, Tiere und Pflanzen. Eigenverlag Wegmann, Borkum 1991, o. ISBN.
Weblinks
 Commons: Borkum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Borkum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Borkum – Reiseführer
 Wikisource: Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und dem Königreiche der Niederlande über die Unterhaltung des Leuchtfeuers auf Borkum sowie über die Betonnung, Bebakung und Beleuchtung der Fahrstraßen der Unterems und ihrer Mündungen. Vom 16. Oktober 1896 – Quellen und Volltexte
Borkum – Nordseeinsel mit Hochseeklima. Wirtschaftsbetriebe der Stadt NSHB Borkum GmbH. Abgerufen am 27. September 2013.
Gezeitenvorausberechnung für Borkum, Südstrand. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. 17. Dezember 2012. Abgerufen am 27. September 2013.
Der Leuchtturm auf der Insel Borkum. Niedersächsisches Landesarchiv. Abgerufen am 27. September 2013.