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Geschichte
Altmarkt in der Innenstadt

Der Name der Stadt leitet sich aus dem mittelalterlichen Namen Borthorpe her, was so viel wie „Dorf am Hügel“ bedeutet. 1092 wird die Siedlung erstmals in den Besitzregistern des Klosters Werden erwähnt. 1253 wird die Kommende Welheim des Deutschen Ordens gegründet und um 1340 wird die Knippenburg errichtet. 1423 erhält Bottrop das Marktrecht. Die Siedlung gehört zum Vest Recklinghausen des Kurfürstentums Köln und besitzt durch ihre Lage eine gewisse Bedeutung als Marktort, da in Bottrop der „Vestische Hellweg“, eine historische Verbindung zwischen Recklinghausen und dem Rheinland, mit der Straße nach Dorsten zusammentrifft. 1796 wird die Baumwollspinnerei Lichtenhagen gegründet. Das gesamte Kirchspiel Bottrop untersteht dem kurkölnischen Statthalter des Vestes Recklinghausen. 1811, unter französischer Herrschaft, kommt Bottrop zum Großherzogtum Berg. Hier bildet es mit Osterfeld eine gemeinsame Mairie. Kirchhellen ist eine eigene Mairie.

Am 23. April 1816 gelangt Bottrop an Preußen (Provinz Westfalen) und wird dem Kreis Recklinghausen zugeordnet. Ab 1821 bildet Bottrop zusammen mit Osterfeld, heute zu Oberhausen gehörig, die Bürgermeisterei Bottrop, welche mit Kirchhellen einen gemeinsamen Amtsverband bildet. 1844 wird dann im Rahmen der Einführung der Westfälischen Landgemeindeordnung aus der Bürgermeisterei Bottrop das Amt Bottrop gebildet.[6]

Mit Abteufung der Zeche Prosper I beginnt 1856 die Zeit des Steinkohlenbergbaus in Bottrop. Osterfeld scheidet 1891 aus dem Amt Bottrop aus und bildet ein eigenes Amt.[7] 1919 erhält Bottrop durch Erlass des preußischen Staatsministeriums am 19. Juli die Stadtrechte.[8] Knapp eineinhalb Jahre später, am 1. Januar 1921, scheidet die junge Stadt aus dem Kreis Recklinghausen aus und wird eine kreisfreie Stadt. Am 1. August 1929 wird das Stadtgebiet durch Eingliederung von Vonderort (bis dahin zu Osterfeld gehörig), Ebel (zu Essen-Borbeck gehörig) und Teilen von Karnap (Essen) vergrößert.[8]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Bottrop Ziele wie die alten Hülswerke angegriffen, wo heutzutage das Möbelhandelshaus Ostermann eine große Filiale hat. Die Hülswerke waren ein wichtiges Ziel, da dort aus Kohle Diesel für Rüstungszwecke gewonnen wurde. Insgesamt starben während des Krieges in Bottrop circa 300 Menschen.

Gebietsreform

Im Zug des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Januar 1975 die kreisfreien Städte Bottrop und Gladbeck sowie die kreisangehörige Gemeinde Kirchhellen des Kreises Recklinghausen zur neuen Stadt Bottrop zusammengeschlossen.[9] Für das neue Gebilde entstand umgangssprachlich der Kunstname „Glabotki“.
Die Stadt Gladbeck klagte gegen diesen Zusammenschluss und erreichte eine Korrektur der Gebietsreform in dem so genannten Nikolausurteil vom 6. Dezember 1975.[9] Die damalige Landesregierung erwog im Frühjahr 1976 eine Eingemeindung Bottrops nach Essen. Am 1. Juli 1976 wurde Gladbeck eine kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen, und Kirchhellen wurde schließlich wieder in die Stadt Bottrop, die damit ihre heutige Ausdehnung erreichte, eingegliedert.[9]

Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung 1584–2013

Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2006)
0–17 Jahre 17,6 %
18–64 Jahre 61,9 %
ab 65 Jahre 20,5 %
Ausländeranteil 9,4 %

Über mehrere Jahrhunderte war Bottrop ein kleines Dorf mit einigen Hundert Einwohnern. Erst im 19. Jahrhundert setzte mit der Industrialisierung ein starkes Bevölkerungswachstum ein. 1800 hatte Bottrop etwa 2000 Einwohner, hundert Jahre später waren es schon 25.000. Bis 1911 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Im Jahre 1953 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl von Bottrop durch die Eingemeindung von Gladbeck (81.868 Einwohner 1974) und Kirchhellen (14.759 Einwohner 1974) mit 198.972 ihren historischen Höchststand. Am 6. Dezember 1975 wurde Gladbeck wieder ausgegliedert.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW ermittelte „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Angaben vom 1. Januar 1975 beziehen sich auf den Gebietsstand vom selben Tag und die Bevölkerungszahl vom 30. Juni 1974.[10]

Jahr Einwohner
1584 900
1782 1.661
1805 2.178
1818 2.214
1830 2.739
3. Dezember 1858 ¹ 3.871
1. Dezember 1871 ¹ 5.396
1. Dezember 1880 ¹ 7.724
1. Dezember 1890 ¹ 13.595
1. Dezember 1895 ¹ 18.015
1. Dezember 1900 ¹ 24.847
1. Dezember 1905 ¹ 34.284
1. Dezember 1910 ¹ 47.162
1. Dezember 1916 ¹ 67.294
Jahr Einwohner
5. Dezember 1917 ¹ 68.210
8. Oktober 1919 ¹ 71.139
16. Juni 1925 ¹ 77.197
16. Juni 1933 ¹ 86.218
17. Mai 1939 ¹ 83.385
31. Dezember 1945 78.564
29. Oktober 1946 ¹ 80.724
13. September 1950 ¹ 93.268
25. September 1956 ¹ 104.816
6. Juni 1961 ¹ 111.548
31. Dezember 1965 113.746
27. Mai 1970 ¹ 106.657
30. Juni 1974 102.794
1. Januar 1975 ² 198.972
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 114.571
31. Dezember 1985 112.487
25. Mai 1987 ¹ 114.640
31. Dezember 1990 118.936
31. Dezember 1995 120.642
31. Dezember 2000 120.611
31. Dezember 2005 119.356
31. Dezember 2008 117.756
31. Dezember 2012 116.498
31. Dezember 2013 116.055
1. Januar 2030 ³ 109.775

¹ Volkszählungsergebnis
² Vom 1. Januar bis zum 5. Dezember 1975 gehörte Gladbeck zu Bottrop.
³ Bevölkerungsvorausberechnung (Landesdatenbank NRW)

Siehe auch: Glabotki
Ruhrpolen

Bottrops Gemeinde zählte im Jahre 1875 6600 Einwohner, bis 1900 vervierfachte sich die Zahl, 40 Prozent der Bevölkerung kamen aus den deutschen Ostgebieten – siehe hierzu auch Ruhrpolen. 1915 wiederum zählte Bottrop 69.000 Einwohner, die einheimische westfälische Wohnbevölkerung stellte die Minderheit dar. 1911 stellen die Migranten 36 Prozent der Belegschaften der Zechen.[11][12]

Religionen
Propsteikirche St. Cyriakus
Evangelische Martinskirche

Bottrop gehörte von Anfang an zum Erzbistum Köln und war zunächst dem Archidiakonat Dortmund (bis 1612) und dann dem Dekanat Vest Recklinghausen unterstellt. Die politische Zugehörigkeit zum Vest Recklinghausen und damit zum Kurfürstentum Köln ist Ursache dafür, dass die Reformation nicht Fuß fassen konnte. Daher blieb Bottrop über Jahrhunderte eine katholische Gemeinde. Die einzige Pfarrkirche des Ortes war St. Cyriakus. Nach dem Übergang an Preußen (1815) wurden auch die kirchlichen Strukturen neu geregelt. So kam die Pfarrgemeinde 1821 zum Bistum Münster. Das starke Wachstum der Gemeinde führte 1861/1862 zum Neubau einer größeren St.-Cyriakus-Kirche. Ab 1864 gehörte die Pfarrei zum Dekanat Dorsten. Bis 1919 entstanden fünf weitere katholische Kirchen, St. Johannes (1898), Herz-Jesu (1902), St. Michael, Liebfrauen und St. Joseph (1915/1919). Bereits 1905 war die Pfarrei St. Cyriakus auf die neuen Kirchen aufgeteilt worden und 1916 wurde Bottrop Sitz eines eigenen Dekanats innerhalb des Bistums Münster. Weitere katholische Kirchen im Stadtgebiet sind St. Ludger in Fuhlenbrock (1929), Heilig-Kreuz (1955–1957 mit Fenstern von Georg Meistermann), St. Johannes Kirchhellen (13. Jh., Neubau 1917), Libori-Kapelle (1751) und St. Mariä Himmelfahrt Feldhausen (1882). 1958 kam das Dekanat Bottrop mit seinen 18 Pfarrgemeinden zum neu gegründeten Bistum Essen. Zurzeit (2006) findet eine umfangreiche Neuorganisation der Pfarreien statt. Die Katholiken des 1975 mit Bottrop vereinigten Ortes Kirchhellen gehören auch heute noch zum Dekanat Dorsten innerhalb des Kreisdekanats Recklinghausen des Bistums Münster.

Infolge des starken Wachstums der Stadt im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten nach Bottrop. Sie gründeten in der Mitte des Jahrhunderts ihre eigene Kirchengemeinde und erbauten 1884 die erste evangelische Kirche, die Martinskirche. Die Kirchengemeinde Bottrop gehörte zum Kirchenkreis Recklinghausen. Bis 1960 gab es in Bottrop nur eine evangelische Kirchengemeinde, aber mehrere Gemeindebezirke. Dann wurde die Kirchengemeinde in fünf selbstständige Gemeinden (Altstadt, Boy-Welheim, Batenbrock, Eigen, Fuhlenbrock) geteilt, die den Verband Evangelischer Kirchengemeinden Bottrop bilden. Diesem Verband trat 1979 auch die Kirchengemeinde Kirchhellen als sechste Gemeinde bei. Heute gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Bottrop gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter die Apostolische Gemeinschaft, eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und eine Freie evangelische Gemeinde (FeG). Auch die Altkatholische Kirche, die die Kapelle des alten Krankenhauses am Kreuzkamp nutzt, und die Neuapostolische Kirche, sowie die Zeugen Jehovas sind in Bottrop vertreten.

Politik

Wahl des Bottroper Stadtrats 2014
in Prozent

 %50403020100

47,7 %27,2 %5,5 %4,6 %4,1 %4,0 %2,7 %2,0 %2,2 %

SPDCDUGrüneÖDPLinkeDKPFDPPiratenSonst.
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4

+5,5 %p
-1,3 %p-0,7 %p-1,8 %p-0,5 %p-1,6 %p-2,7 %p+2,0 %p+1,1 %p
SPDCDUGrüneÖDPLinkeDKPFDPPiratenSonst.
Sitzverteilung im
Bottroper Stadtrat 2014

         

Insgesamt 54 Sitze DKP: 2 Linke: 2 Piraten: 1 Grüne: 3 SPD: 26 ÖDP: 3 FDP: 1 CDU: 15 AfD: 1

Mit dem Stadtrecht 1919 wurde in Bottrop die Bürgermeistereiverfassung mit einem Bürgermeister an der Spitze eingeführt. Seit der Kreisfreiheit 1921 trägt dieser den Titel „Oberbürgermeister“. Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP bestimmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein. Des Weiteren wurde 1946 eine Kommunalverfassung nach britischem Vorbild installiert. Danach gab es einen gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung abgeschafft. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist zugleich Vorsitzender des Rates und Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde erstmals die Direktwahl eines Oberbürgermeisters durchgeführt. Seit 2009 ist Bernd Tischler in diesem Amt. Die Stadt hatte am 31. Dezember 2002 138 Mio. € Schulden.

Stadtrat
Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Bottrop

Im Stadtrat sind seit den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2014 neun Parteien vertreten: Die SPD, die CDU, die GRÜNEN, die ÖDP, DIE LINKE, die DKP, die FDP, die PIRATEN und die AfD.

Nach den Kommunalwahlen schieden die Piraten infolge eines Parteiübertrittes aus dem Stadtrat aus, die FDP gewann dadurch ein Mandat.[13] Derzeit verteilen sich die Sitze im Stadtrat folgendermaßen: (Stand September 2016)

SPD CDU GRÜNE ÖDP DIE LINKE DKP FDP AfD
(ohne Fraktionsstatus)
Gesamt
26 15 3 3 2 2 2 1 54

In den vergangenen Wahlperioden war der Stadtrat folgendermaßen zusammengesetzt:

Rat der Stadt Bottrop: Wähleranteil und Sitze seit 1994
Wahlperiode Sitze
 %  %  %  %  %  %  %  %
XII: 1994–1999 52,5 34 31,8 21 2,0 6,8 4 3,8 1,9 59
XIII: 1999–2004 40,2 23 42,0 24 6,4 4 4,5 3 4,4 3 2,5 1 58
XIV: 2004–2009 41,2 24 37,1 21 6,6 4 5,0 3 6,5 4 3,3 2 58
XV: 2009–2014 42,2 23 28,5 16 6,4 3 6,2 3 5,6 3 5,4 3 4,6 2 1,1 1 54
Quellen: [14][15]; : Verluste, : Gewinne, : neu

Stadtoberhäupter
1811–1821: Josef Ernst, Maire beziehungsweise Bürgermeister von Bottrop/Osterfeld
1821–1851: Wilhelm Tourneau, Bürgermeister von Bottrop/Osterfeld beziehungsweise ab 1843 Amtmann des Amtes Bottrop/Osterfeld
1851–1873: Theodor Morgenstern, Amtmann
1873: Hofmeister, Amtsverwalter
1873–1900: Gustav Ohm, Amtmann
1900–1918: Hermann Böckenhoff, Amtmann
1918–1920: Dr. Brinkmann und Emil Schmitz, kommissarische Bürgermeister
1920–1933: Erich Baur Zentrum, Oberbürgermeister
1933–1934: Fritz Emil Irrgang NSDAP, Oberbürgermeister
1934–1935: Otto Oberdrevermann NSDAP, Oberbürgermeister
1935–1941: Günther von Stosch NSDAP, Oberbürgermeister
1941–1942: Otto Oberdrevermann NSDAP, Bürgermeister und Leitender Beamter
1942–1943: Fritz Emil Irrgang NSDAP, als Oberbürgermeister von Recklinghausen mit den Amtsgeschäften in Bottrop beauftragt
1943–1945: Robert Hofmann NSDAP, Oberbürgermeister
Oberbürgermeister (seit 1945)
1945–1946: Franz Reckmann, Oberbürgermeister
1946–1949: Wilhelm Tenhagen SPD, Oberbürgermeister
1949–1961: Ernst Wilczok SPD, Oberbürgermeister
1961–1963: Bernhard Roghmann CDU, Oberbürgermeister
1963–1974: Ernst Wilczok SPD, Oberbürgermeister
1975–1976: Theo Knorr SPD, Oberbürgermeister der um Gladbeck und Kirchhellen vergrößerten Stadt
1976–1988: Ernst Wilczok SPD, Oberbürgermeister
1988–1994: Kurt Schmitz SPD, Oberbürgermeister
1994–1995: Diethard Kreul SPD, Oberbürgermeister
1995–2004: Ernst Löchelt SPD, Oberbürgermeister
2004–2009: Peter Noetzel SPD, Oberbürgermeister
2009–0000: Bernd Tischler SPD, Oberbürgermeister
Oberstadtdirektoren
1946–1951: Franz Reckmann
1951–1963: Fritz Kleffner
1964–1967: Rudolf Gotthardt
1968–1976: Werner Gareiß
1976–1987: Bernd Schürmann
1987–1995: Ernst Löchelt
Stadtwappen

+ =

Das Wappen der Stadt Bottrop zeigt in Weiß ein schwarzes Krückenkreuz belegt mit einem blauen Schild, darin drei weiße Wolfsangeln. Es ist 1978 entstanden, nachdem die Stadt Bottrop 1975 mit der Dorfgemeinde Kirchhellen (Kreis Recklinghausen) vereinigt worden war. Dabei sind Elemente des Kirchhellener und des Bottroper Wappens zum neuen Wappen vereint worden. Von 1926 bis 1975 führte die Stadt Bottrop das erste der rechts abgebildeten Wappen. Es zeigt ebenfalls das Kreuz des Deutschen Ritterordens, wahrscheinlich in Anlehnung an die Kommende Welheim. Darüber befindet sich auf einem roten Schild eine Hand, die einen Schlägel hält, wie er früher im Bergbau verwendet wurde. Dieses Wappen wird in Bottrop immer noch von der DKP auf T-Shirts gedruckt und als Aufkleber verkauft. Das mittlere der abgebildeten Wappen ist das Kirchhellener Wappen, aus dem die Wolfsangeln und die blaue Farbe im heutigen Wappen stammen.

Städtepartnerschaften

Bottrop unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Frankreich Tourcoing, Frankreich, seit 1967
Vereinigtes Konigreich Blackpool, Vereinigtes Königreich, seit 1980
Deutschland Bezirk Mitte von Berlin, seit 1983. Anfangs bestand die Partnerschaft mit dem West-Berliner Bezirk Wedding, der 2001 mit dem Bezirk Tiergarten und Mitte vereinigt wurde.
Ungarn Veszprém, Ungarn, seit 1988
Deutschland Merseburg, Sachsen-Anhalt, seit 1989
Polen Gliwice, Polen, seit 2007
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater, Museen und Bauwerke
Tetraeder Bottrop
Museum Quadrat, seitlich
Alpincenter Bottrop
Alte Apotheke
Tetraeder, eine weithin sichtbare Landmarke und Aussichtsplattform auf einer Halde ist das Wahrzeichen der Stadt seit 1995
Feuerwachturm, Aussichtsturm in Grafenwald (wurde wegen Baufälligkeit im Jahr 2008 abgerissen)
Postgebäude, erbaut 1921–1923
Quadrat, das städtische Museum mit dem Josef Albers Museum, der Modernen Galerie und dem Museum für Ur- und Ortsgeschichte
Rathaus, erbaut 1910–1916, Neorenaissance, gilt als altes Wahrzeichen der Stadt
Ehemaliges Straßenbahndepot, erbaut 1908,[16] beherbergt heute unter anderem die Factory Bottrop[17]
Alpincenter, Skihalle mit der längsten Indoorpiste der Welt
Bodyflyinghalle
Vergnügungspark Movie Park Germany in Bottrop-Kirchhellen
Theatershow Grusellabyrinth NRW, mit den Schwerpunkten Grusel und Fantasy
Schloss Beck in Bottrop-Kirchhellen, erbaut 1766–1777, Spätbarock, ein Freizeitpark
Villa Dickmann, erbaut 1901–1903 von der Formsandgrubenbesitzer-Familie gleichen Namens, Neugotik / Jugendstil
Glockenspiel Bottrop, fertiggestellt 1963
Alte Apotheke, erbaut 1895
Malakow-Turm der Zeche Prosper II
Malakow-Turm (1872) der Zeche Prosper II mit eingezogenem Fördergerüst, letztes erhaltene Ensemble dieser Art (siehe Bild). In diesem Gebäude ist die historische Gesellschaft Bottrops untergebracht. Der Turm kann durch Besucher besichtigt werden.
Halde Haniel mit der Kulturarena (Amphitheater) und einem Kreuzweg. Der von Tisa von der Schulenburg und Adolf Radecki gestaltete Kreuzweg wurde 1995 eingeweiht.
Vier Faulbehälter des Emscher-Klärwerks, 54 Meter hoch und nachts angestrahlt
Saalbau, hier fanden regelmäßig Veranstaltungen jeglicher Art statt (seit Januar 2016 Flüchtlingsunterkunft, Schließung bis 2017 geplant)
NDB-Funkfeuer: Das auf der Frequenz 406,5 kHz betriebene Funkfeuer verwendet als Sendeantenne eine T-Antenne, die in Gelsenkirchen-Scholven auf dem Dach eines Hochbunkers an der Einmündung der Meinberger Straße in die Bülsestraße angebracht ist.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bottrop, Liste von Sakralbauten in Bottrop, Liste der Museen in Bottrop

Stolpersteine

Seit 12. September 2005 werden auch in Bottrop sogenannte „Stolpersteine“ durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Bei diesen quadratischen Steinen (10×10 cm) handelt es sich um kleine Messingplatten im Straßenpflaster, die an die Opfer der Judenvernichtung und der politischen Verfolgung im Nationalsozialismus erinnern.

Siehe auch: Liste der Stolpersteine in Bottrop
Sport
Fußball

Der Bottroper Fußball teilt sich in zwei Kreise. Altbottrop spielt im Kreis 10 Oberhausen/Bottrop des Fußballverbands Niederrhein, der andere Teil, Kirchhellen, spielt in einem Kreis mit Gladbeck und Gelsenkirchen, Kreis 12 des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen.

Einer der erfolgreichsten Sportvereine der Stadt ist der VfB Bottrop. Der Fußballclub spielte lange Zeit zweit- und drittklassig und vor dem Zweiten Weltkrieg sogar erstklassig, ehe er nach der Saison 1981/82 aus der Oberliga Nordrhein, der damals dritthöchsten deutschen Spielklasse, abstieg und endgültig in die Amateurliga zurückgestuft wurde. Heute spielt der Club in der Bezirksliga.

Ein weiterer Fußballverein aus Bottrop, der ebenfalls in der Vergangenheit erfolgreich war, ist der VfB Kirchhellen. Von 1999 bis 2001 spielte der Club in der Oberliga Westfalen, der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Momentan spielt der Club in der Kreisliga.

Volleyball

Die 1. Männermannschaft vom Volleyballverein VC Bottrop 90 firmierte aus sponsorentechnischen Gründen unter dem Namen RWE Volleys Bottrop und war bis zur Saison 2013/2014 insgesamt sechs Saisons in der 1. Volleyball-Bundesliga vertreten. Im Dezember 2013 wurde der 1. Männermannschaft, wegen Verstößen gegen die wirtschaftlichen Lizenzierungslauflagen, während der Saison die Bundesligalizenz entzogen. Teammanager ist seit Jahren Wolfgang Donat. Der Verein stellt im Spielbetrieb des Westdeutschen Volleyball Verbandes bis zu 30 Mannschaften.

Neben dem Hallenvolleyball hat sich der VC Bottrop 90 auch dem Beachvolleyball verschrieben. Als Trainingsgelände dient die Volkssportanlage Jacobi. Jährlich werden etliche Meisterschaften auf Landes- und für Jugendliche auch auf Bundesebene durchgeführt. Der VC Bottrop 90 stellt etliche Teilnehmer bei diesen Veranstaltungen.

Tennis

Der TC Eigen-Stadtwald, der momentan fünf Herrenmannschaften und vier Damenmannschaften stellt, ist einer der bekanntesten Bottroper Tennisvereine. Sowohl bei den Herren und den Damen spielt die beste Mannschaft in der 2. Verbandsliga. TC Blau-Gelb Eigen, TC Waldhof, TC Waldfriede und der TV Blau-Weiß Bottrop sind vier weitere bekannte Tennisvereine der Stadt.
2008 schaffte die 1. Herren Mannschaft des TC Waldhof den Aufstieg in die 1. Verbandsliga (vierthöchste Spielklasse Deutschlands) und spielt somit, historisch gesehen, so hoch wie noch keine offene Bottroper-Tennismannschaft zuvor.

Tischtennis

Einer der erfolgreichsten Bottroper Tischtennisvereine ist die Tischtennisabteilung des VfB Kirchhellen, dessen 1. Mannschaft in der NRW-Liga spielt. Weitere neun Mannschaften spielen derzeit in der Kreisliga. Der TSSV Bottrop Fuhlenbrock als ebenfalls relativ erfolgreicher Klub ist mit 16 Mannschaften zwischen Verbands- und Kreisliga aktiv.

Neben dem VfB aus Kirchhellen und den TSSV nehmen noch die TTG 75 Bottrop mit 10 Mannschaften in Kreis- und Hobbyligen sowie DJK Olympia Bottrop 1950 mit 9 Mannschaften in Landes- und Kreisliga am Spielbetrieb teil.

Handball

Mit dem SC Bottrop (Landesliga) und der Handballabteilung der TSG Kirchhellen (Kreisliga) sowie der DJK Adler 07 Bottrop (Bezirksliga) ist auch Handball in Bottrop beheimatet.

Badminton

Der größte Badminton-Verein der Stadt, die Bottroper BG, kann auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Die 1. Mannschaft spielte fünf Jahre in der 1. Bundesliga und war bis zur Saison 2007/08 in der 2. Bundesliga Nord. Aus finanziellen Gründen zog die BBG ihre 1. Mannschaft bis in die Verbandsliga zurück, spielt mittlerweile aber wieder in der Regionalliga West. Neben der 2. Mannschaft, die derzeit in der Verbandsliga spielt, nehmen noch sechs weitere Mannschaften der BBG am Spielbetrieb teil. Trainingsbetrieb und Spielbetrieb findet den der Sporthalle an der Berufsschule statt.

Neben der BBG ist noch der BC 89 Bottrop mit im Spielbetrieb mit neun Mannschaften, zwischen Bezirks- und Kreisliga sowie in Jugendligen aktiv. Der Trainings- und Spielbetrieb findet in der Sporthalle an der August-Everding-Realschule statt.

Der 1. BSC Bottrop als dritter Bottroper Badminton-Verein nimmt derzeit nicht mehr am Spielbetrieb teil.

Basketball

Der einzige aktive Bottroper Basketball-Verein ist die Basketballabteilung der DJK Adler 07 Bottrop mit drei Mannschaften im Spielbetrieb. Deren 1. Herrenmannschaft spielt in der Oberliga und 1. Damenmannschaft spielt in der Verbandsliga. Die 2. Herrenmannschaft spielt in der Bezirksliga.

Judo

Der bekannteste und zugleich erfolgreichste Judo-Club in Bottrop ist der JC 66 Bottrop dessen 1. Männer- und 1. Damenmannschaft in der Judo-Bundesliga kämpfen. Die Bundesliga kämpfe werden in der Dieter-Renz-Halle ausgetragen. Neben den Bundesliga Mannschaften kämpfen noch zahlreiche Jugendmannschaften im regulären Wettkampf-Betrieb. Zudem ist in der Bottroper Dieter-Renz-Halle ein Judo-Leistungszentrum untergebracht.

Die Judoabteilungen des Polizeisportverein Bottrop und der DJK Adler 07 Bottrop existieren neben dem JC 66 als weitere Judovereine der Stadt.

Schwimmen

Zwei Vereine sind im Bereich Schwimmen in Bottrop aktiv.
SVG Bottrop 1924 mit über 1000 Mitgliedern und SV 1911 mit ca. 300 Mitgliedern.
Beide Vereine bieten neben dem Schwimmtraining Kurse zur Fitness, Wassergymnastik auch Wassergewöhnung für Babys an.

Unterwasserrugby

Diese Randsportart wird seit Anfang der 1980er Jahre erfolgreich in Bottrop gespielt. In der Mitte der 1990er Jahre verbündeten sich die Mannschaften des DUC Bottrop e. V. und der TSG Kirchhellen zu einer Spielgemeinschaft. Die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft wurde 2005 Deutscher Meister im Unterwasserrugby und spielt seit einigen Jahren in der ersten Bundesliga West. Die zweite Mannschaft befindet sich derzeit noch im Aufbau und sucht Nachwuchsspieler.

Sonstige

Die DJK Adler 07 Bottrop bietet viele unterschiedliche Sportarten an, darunter auch Leichtathletik, American Football, Radsport und Langlauf. Die Langlaufabteilung veranstaltet regelmäßig, mehrmals im Jahr, verschiedene Laufevents wie z. B. den Bottroper Herbstwaldlauf und den Tetraeder Treppenlauf.

Auch wenn Bottrop noch kein eigenes Tauchgewässer besitzt, gibt es innerhalb der Stadtgrenzen zwei Tauchvereine, den DUC Bottrop e. V. und die TSG Kirchhellen.

Zwei Schachvereine prägen das Bild dieses Denksportes in Bottrop: Der Schachverein Bottrop 21, der 2009 den NRW-Meister (Jaroslaw Krassowizkij) stellte,[18] und der SF Kirchhellen 50/72.

Die 1. Dreiband-Mannschaft der Bottroper Billard-Akademie spielt seit vielen Jahren in der 1. Bundesliga Dreiband und betreibt ein eigenes Billard-Leistungszentrum In den Weywiesen.

Kampfsportarten aller Art werden unter anderem beim PSV Bottrop und SVV Bottrop ausgeübt. Am Rhein-Herne-Kanal haben die Bottroper Vereine Rudergemeinschaft Bottrop und der Bottroper Kanu Club 1954 ihre Bootshäuser.

Zudem gibt es in Bottrop noch zahlreiche weitere Sportvereine und ein reiches Angebot an Breitensport.

Bottrop verpasste den Sieg beim großen „NRW-Gemeinde-Pokal“ 2015 nur knapp. Man unterlag im Finale den Gegnern aus Metelen mit 2:1. Zuvor konnte man sich im Turnierverlauf u. a. gegen Südlohn und Uedem durchsetzen.

Regelmäßige Veranstaltungen
Januar: Festival Orgel PLUS (Musikfestival, gegründet 1989, findet jährlich in der ersten Januarhälfte statt)
Februar oder März: Rosenmontagsumzug
April bis September: Alle 2 Wochen Feierabendmarkt auf dem Ernst-Wilczok-Platz [19]
Mai: Bottroper Pferdemarkt
Mai: Spargelbauernmarkt in Kirchhellen
Juni: Bottrop kustom culture Festival in Bottrop Kirchhellen
Juli: Internationale Leichtathletik Gala im Jahnstadion
August: Sommer Beach Party
Brezelfest Kirchhellen (entstanden aus einem „Stutenfest“, bis 1957 noch „Bretzelfest“ geschrieben)
Mai/Juni/Juli: Schützenfeste der Bottroper Schützenvereine (BSV Bottrop-Boy, BSV Bottrop Batenbrock, BSV Bottrop Eigen, BSV Bottrop Fuhlenbrock, BSV Bottrop Vonderort, BSV Andreas Hofer, Alte Allgemeine Bürgerschützengesellschaft)[20][21]
September: Michaelismarkt; NuRock am Kloster Festival am Jugend Kloster Kirchhellen[22]
Kulturpreis
Der Kulturpreis der Stadt Bottrop wird alle zwei Jahre an einen in Bottrop lebenden oder geborenen Künstler vergeben.
Ruhr.2010

Anlässlich der Aktion RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas plant die Stadt eine Neuinszenierung der Oper Aida. Der in Bottrop geborene Regisseur Thomas Grandoch übernimmt die Regie für die Open-Air-Aufführung in der Bergarena auf der Halde Haniel.[23]

Grünflächen

Grünflächen in der Stadt Bottrop sind der Stadtgarten der u. a. mit dem Restaurant „Overbecks Hof“, mehreren Spielplätzen und einer Minigolfanlage ausgestattet ist und der Revierpark, der in Bottrop-Vonderort beginnt und die Grenze nach Oberhausen überschreitet. Auch im Revierpark gibt es ein Restaurant („Waldhof“), mehrere Spielplätze Teiche und Wiesen. Auch im Stadtgarten gibt es Teiche und Wiesen.

Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehr
Schienen- und Busverkehr
Hauptartikel: Nahverkehr in Bottrop
Bottrop Hauptbahnhof
Bild des alten zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB)
Blick von vorne auf den umgebauten ZOB

Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) werden auf dem Stadtgebiet die Bahnhöfe Bottrop Hbf, Bottrop-Boy und Bottrop-Vonderort an der Hamm-Osterfelder Bahn sowie Feldhausen an der Bahnstrecke Winterswijk–Gelsenkirchen-Bismarck bedient. Den Hauptbahnhof fahren die Linien RE 14 „Der Borkener“ (stündlich Essen Hbf ↔ Borken [Westf]), RB 44 „Der Dorstener“ (stündlich Oberhausen Hbf ↔ Dorsten) und die S-Bahnlinie S9 (im 20-Minuten-Takt Wuppertal Hbf ↔ Bottrop Hbf, stündlich weiter nach Haltern am See) an. Der Haltepunkt Bottrop-Boy wird nur von der RB 44 und der S9, der Haltepunkt Bottrop-Vonderort nur von der RB 44 bedient. Vom Haltepunkt Feldhausen fahren der RE 14, die RB 44 und die in Gladbeck-Zweckel von Dortmund Hbf kommend auf die Bahnstrecke nach Dorsten zugestoßene RB 43 „Emschertal-Bahn“. Durchgeführt wird der SPNV von der DB Regio und der NordWestBahn.[24]

Für den Güterverkehr besteht eine weitere Strecke von Wanne-Eickel Hauptbahnhof über Bottrop Süd nach Oberhausen-Osterfeld.

Den Straßenpersonennahverkehr bedienen vor allem Busse der Vestischen Straßenbahnen GmbH. Diese Verkehrsgesellschaft trägt zwar noch den Begriff Straßenbahn in ihrem Namen, seit 1982 betreibt sie jedoch ausschließlich Buslinien. Die letzte Straßenbahn in Bottrop fuhr am 26. November 1976.[25] Weitere Buslinien in Bottrop werden von der Stadtwerke Oberhausen AG (STOAG), der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG (BOGESTRA), der Ruhrbahn und dem Busverkehr Rheinland (BVR) betrieben. Wichtigster Umsteigeknotenpunkt in der Stadtmitte von Bottrop ist der Zentrale Omnibusbahnhof am Berliner Platz, der im Oktober 2010 neu gestaltet wurde.[26] Es gibt in Bottrop die Idee, eine Straßenbahnlinie nach Essen neu einzuführen.[27]

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gelten der regionale Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und der NRW-Tarif.

Straßen

Bottrop ist über die Autobahnen 2 (Oberhausen – Berlin), 31 (Bottrop – Emden) und 42 (Dortmund – Kamp-Lintfort) an das deutsche Autobahnnetz angebunden. Außerdem schneidet die Bundesstraße 224, welche von Essen nach Gladbeck führt, Bottrop. Die B 224 soll in Zukunft zur A 52 ausgebaut werden, wobei der Abschnitt auf Bottroper Stadtgebiet zwischen der A 2 und der A 42 vorrangig realisiert werden soll. Planungen für diesen Abschnitt existieren bereits seit den sechziger Jahren, im nun stattfindenden Planfeststellungsverfahren kommt es trotzdem zu vereinzelten Bürgerprotesten.

Luftfahrt
NDB-Funkfeuer BOT

In Bottrop befindet sich das NDB-Funkfeuer BOT einer internationalen Luftstraße. Es verwendet als Sendeantenne eine T-Antenne, die von zwei Stahlrohrmasten getragen wird, welche an einer Halle in der Bülsestraße befestigt sind.

Die Stadt Bottrop hält 49 % der Gesellschafteranteile an dem Flugplatz Schwarze Heide, ein Flugplatz, der sich in der Kirchheller Heide im nördlichen Ruhrgebiet befindet. Er bietet Freizeit- und Geschäftsflüge mit motorisierten Flugzeugen, Segelflugzeugen und Hubschraubern. Der Flugplatz ist Standort mehrerer Flugschulen, des Landesleistungszentrums für Segelflug und der Extra Flugzeugproduktions- und Vertriebs GmbH.

Innovation City

Bottrop ist InnovationCity Ruhr. Im November 2010 hat der Initiativkreis Ruhr Bottrop zum Sieger des im Frühjahr 2010 initiierten Wettbewerbs erklärt. Ziel der InnovationCity ist es, in einem bestehenden Siedlungsgebiet den Energieverbrauch und damit auch den CO2-Ausstoß bis 2020 zu halbieren. Durch die Zusammenarbeit von Industrie, Handwerk und privaten Investoren sollen Synergien entwickelt werden, die auf andere Siedlungen übertragbar sind.

Ansässige Unternehmen

Bottrop ist die einzige Stadt des Ruhrgebiets, in der es noch eine aktive Zeche gibt. Das Bergwerk Prosper-Haniel ist mit einer Förderung von 3,9 Mio. Tonnen die größte Zeche Deutschlands. Sie beschäftigt 4.000 Bergleute und wird aufgrund des Steinkohlefinanzierungsgesetzes 2018 stillgelegt werden. Im Süden der Stadt wird in der Kokerei Prosper Kohle zu Koks veredelt. In Kirchhellen werden, anknüpfend an die Formsandgräberei des 19. Jahrhunderts, mehrere Quarzkies-Lagerstätten ausgebeutet. Die Firma Stremmer Sand + Kies stellt dort einen Spezialsand für den Reitsport her.

Den wirtschaftlichen Schwerpunkt setzen jedoch mannigfaltige mittelständische Unternehmen, insbesondere Betriebe für Verpackung und Logistik, Industrieequipment, Türen und Küchen, Leuchten und Lichteffekte, Garten- und Landschaftsbau, Verlagswesen und Lebensmittelherstellung sowie Autotuning und -veredelung.[28] Aufgrund der günstigen Verkehrslage sind in Bottrop zahlreiche Logistikzentren angesiedelt. Neben einigen Speditionen sind insbesondere die Logistikzentren der Firmen Netto (Discountmärkte) und Deichmann (Schuhe) und die Huber Packaging Group (Metallverpackungen) zu nennen. Eine weitere wichtige Säule der Wirtschaftsstruktur ist die Erzeugung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln. Wichtigste Vertreter sind hier die Firmen Mengede (Frischeprodukte) und Nadler (Feinkost). Die Firma Homann unterhält ebenfalls einen Produktionsstandort in Bottrop.[29]

Die Firma Brabus ist mit 350 Mitarbeitern (2007) der größte unabhängige Tuningbetrieb der Welt. Sie wurde 1977 in Bottrop gegründet und hat dort ihren Firmensitz. Die Stadt hat nach ihr die Brabus-Allee benannt.

Bottrop ist Sitz der MC-Bauchemie, einem Hersteller von Spezialchemikalien für den Baubereich. Das Unternehmen verfügt weltweit über 13 Produktionsstandorte und 40 Niederlassungen mit insgesamt ca. 1.500 Mitarbeitern. In Bottrop unterhält das Unternehmen zwei Standorte welche Produktion, Hauptverwaltung und Logistik beherbergen. Dort sind insgesamt ca. 700 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahre 2005 wurde ein Umsatz von ca. 180 Millionen Euro erzielt.

Das Bauunternehmen Eurovia Teerbau hat in Bottrop neben seiner Hauptverwaltung eine große Betriebsstätte angesiedelt. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 284 Millionen Euro und beschäftigt in Deutschland an 13 Standorten 1.114 Mitarbeiter.

In Bottrop hat das Unternehmen TSR Recycling seinen Hauptsitz. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro und beschäftigt 2.000 Mitarbeiter an 100 Standorten weltweit. Geschäftsgegenstand des Unternehmens ist das Recycling von Stahl und NE-Metallen. Das Betriebsgelände am Bottroper Hafen umfasst neben der Hauptverwaltung eine große Betriebsstätte.

Die Firma Seepex GmbH produziert an ihrem Hauptsitz in Bottrop jährlich ca. 12.000 Exzenterschneckenpumpen mit 400 Mitarbeitern (weltweit insgesamt 700 Mitarbeiter)[30] und erzielt in der Gruppe einen Jahresumsatz von ca. 100 Mio. Euro. Es verfügt über weitere Produktionsstandorte in den USA und China.

Bottrop bemüht sich seit Jahren aktiv um einen Strukturwandel und setzt auf die Freizeitindustrie. Die Arbeitslosenquote lag im November 2016 bei 7,4 % und somit unter dem Durchschnitt im Ruhrgebiet. Einen Strukturwandel hat die Stadt Bottrop auf dem ehemaligen Gelände des Bergwerks Prosper III vollzogen. Auf dem ehemaligen Zechengelände hat die RAG Montan Immobilien GmbH zusammen mit der Stadt Bottrop ein Prosper-Viertel entwickelt mit Gewerbe- und Wohnimmobilien. Hier sind Handwerk und Hochtechnologie vereint. Neben einigen Handwerksbetrieben ist dort die Basista Leiterplatten GmbH ansässig.

Panoramablick von Halde Prosperstraße auf die Kokerei Prosper mit der Zeche Prosper, Schacht Prosper II, am rechten Bildrand
Medien

Über das lokale Tagesgeschehen berichten in Bottrop die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)“ (seit 1948) und das Lokalradio für Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen, „Radio Emscher Lippe (REL)“ (seit 1990). Die „Ruhr-Nachrichten“ haben ihr Erscheinen am 31. März 2006 eingestellt. Für den Ortsteil Kirchhellen erscheint seitdem eine Seite mit Berichten aus Kirchhellen, Bottrop und Gladbeck in der „Dorstener Zeitung“, wie die Ausgabe der „Ruhr-Nachrichten“ dort heißt.

Zwei Mal in der Woche wird der „Stadtspiegel Bottrop“ (seit 1980) in die Haushalte geliefert. Seit August 2006 erscheint in Bottrop die Wochenzeitung „Mittendrin! in Bottrop“ (Mittendrin Verlag GmbH) zum Wochenende.

Im Norden Bottrops erscheint monatlich das Regionalmagazin LebensArt (seit 2002, jeweils am 1. Freitag des Monats). Die Redaktion berichtet überwiegend über das lokale Geschehen in Kirchhellen, Grafenwald und Feldhausen.

Der TV-Lernsender nrwision bündelt in seiner Mediathek Fernsehsendungen über Bottrop bzw. von Fernsehmachern aus Bottrop.[31]

Bildung
Studienzentrum der Fernuniversität Hagen im Kulturzentrum August-Everding

Die Stadt Bottrop verfügt über ein Studienzentrum der Fernuniversität Hagen sowie über eine Volkshochschule mit einem großstädtischen Angebotsprofil. Seit 2009 ist die Stadt neben Mülheim an der Ruhr einer der beiden Standorte der Hochschule Ruhr West.

Weiterhin gibt es 20 Grundschulen an 26 Standorten, drei Hauptschulen, zwei Gesamtschulen (Janusz-Korczak-Gesamtschule, Willy-Brandt-Gesamtschule), drei Realschulen (Gustav-Heinemann-Realschule, Marie-Curie-Realschule, August-Everding-Realschule), drei Gymnasien (Heinrich-Heine-Gymnasium, Josef-Albers-Gymnasium, Vestisches Gymnasium), ein Berufskolleg und drei Förderschulen.[32]

Neuere Bauprojekte

In der Innenstadt wurde der als Markt- und Parkplatz genutzte Berliner Platz umgebaut; hier wurde das alte Hallenbad abgerissen und ein neuer Platz mit der Stadtgalerie (Kaufland als Ankermieter) sowie eine zweigeschossige Tiefgarage mit 560 PKW-Stellplätzen gebaut. Die Eröffnung fand am 19. November 2009 statt. Weiterhin wurde der angrenzende Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) umgebaut.

Angeschlossen wurde der Neubau eines neuen Hallenbades, der in Verbindung mit den in den Vorjahren ebenfalls grundlegend sanierten Jahnstadion, der Dieter-Renz-Halle und dem Judo-Leistungszentrum den Sportpark Bottrop bildet. 2009 wurde es als Hallenbad im Sportpark eröffnet.

Im Juli 2012 begann der Neubau der Hochschule Ruhr West in der Stadtmitte, an der Hans-Sachs-Straße.[33] Die Aufnahme des Lehrbetriebs ist für das Sommersemester 2014 geplant. Im Bottroper Osten ist der Ausbau der Bundesstraße 224 zur Bundesautobahn 52 geplant. Das Projekt wurde im Juli 2013 in ein Maßnahmenpaket zur Behebung von Verkehrsproblemen im mittleren Ruhrgebiet der Landesregierung aufgenommen und ist im August 2016 vom Bundeskabinett im Bundesverkehrswegeplan 2030 beschlossen worden.[34] Ein weiteres sehr großes Bauprojekt ist der Projekt Umbau des Emschersystems mit Bau des Emscherkanals und anschließender Renaturierung des Flusslaufes der Emscher.

Das Hansa-Zentrum in der Bottroper Innenstadt wird ab Herbst 2011 grundlegend saniert und revitalisiert.[35] Diese Baumaßnahme bildet den Abschluss der umfangreichen Bauarbeiten am Berliner Platz.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Baugrundstücken befinden sich in Bottrop zahlreiche Wohngebiete in der Planung bzw. Realisierung. Insbesondere in den Stadtteilen Kirchhellen und Feldhausen ist eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen, die auf die bevorzugte Wohnlage im Norden des Ruhrgebietes zurückzuführen ist.

Sonstiges

In Bottrop ist ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) stationiert. Der Technische Zug besteht aus zwei Bergungsgruppen und den Fachgruppen Räumen und Beleuchtung.

Auszeichnungen

2013 erhielt die Stadt den European Energy Award in Gold (unter 115 Teilnehmern eine von sieben mit dieser hohen Auszeichnung). Bereits 2011 erhielt Bottrop diese
Auszeichnung, die für Bemühungen zum Energieeinsparen vergeben wird.[36]

Am 21. November 2013 erhielt das Projekt InnovationCity Ruhr im Rahmen des 2. Deutschen Nachhaltigkeitspreises einen Sonderpreis.[37]

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Bottrop hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1888: Josef Albers
1928: August Everding
1953: Erich Baur
1953: Hugo Reckmann
1953: Paul Schlesiger
1956: Johannes Ohm
Söhne und Töchter der Stadt
Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Bottrop

Die Fernsehmoderatorin Ulla Kock am Brink wurde in Mülheim an der Ruhr geboren, wuchs in Bottrop auf und legte hier 1981 ihr Abitur ab. Gleiches gilt auch für Willi Landgraf, er ist ebenfalls in Mülheim an der Ruhr geboren. Die in Beuthen, Polen, geborene Kriminalpsychologin und Schriftstellerin Lydia Benecke lebte seit 1987 in Bottrop und zog 2010 nach Köln um.[38]
Auch der Kabarettist Ludger Stratmann ist kein gebürtiger Bottroper. Er lebt erst seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre als praktizierender Arzt in Bottrop. Geboren wurde er hingegen 1948 im ostwestfälischen Verl.

Literatur
Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. Band III, 2. Teilband: Westfälisches Städtebuch. Stuttgart 1954, DNB 454817061.
Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Band 8: Westfalen. Marburg an der Lahn 1980, ISBN 3-87969-123-1.
Weblinks
 Commons: Bottrop – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Website der Stadt Bottrop
Stadtportrait mit Infos, Links und mehr
Geschichte der Stadt, Ansichten und Links
Literatur von und über Bottrop im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Bottrop im Kulturatlas Westfalen
Historische Gesellschaft Bottrop e. V.