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Multiposting im CPC-Bereich​

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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Bülkau nicht vorenthalten.

Geschichte
Name

Der Name Bülkau wurde 1404 Bulcow/Buklow, 1680 Pilkauw, 1702 Biklau geschrieben, auch die Schreibweise Bolkauw ist bekannt, und soll von dem Bolk / Bulk (Stein) in der au (Aue) kommen, also einen natürlichen Übergang über die Aue darstellen.
Im hohen Mittelalter trieben die Bauern der Geestinseln (Wingst, Westerberg und Hohe Lieth) ihre Tiere im Sommer entlang der Priele in die Marsch.

Mittelalter

Um 1100 begannen die Geestbauern der Wingst sich an dem Auepriel anzusiedeln. Auf kleinen Anhöhen, so genannten Wurten, bauten sie ihre Häuser, um sie vor den Überschwemmungen zu schützen. 1106 holte Erzbischof Friedrich I. von Bremen Holländer ins Land, damit sie die Marsch systematisch entwässerten. Sie bauten ein ausgeklügeltes System von Gräben und Wettern, um das Land bis zur Aue hin zu entwässern. Jedes Feld misst heute noch um die 30 Fuß. Bis zur Befestigung der Straßen 1868–1894 waren Boote und Kähne (auch Flöten genannt) in den nassen Jahreszeiten das wichtigste Transportmittel. Deshalb mussten alle Brücken, Durchlässe (Stöpe genannt) der Wettern mindestens 3 Fuß und 3 Zoll breit sein.

Bülkau wurde am 13. März 1352 urkundlich erwähnt, als der Knappe Marquard Alf einen von Heye zur Bezahlung eines Pferdes verwies.

Das Kirchspiel Bülkau sowie der Kirchspiele Oppeln, Belum und Bülsdorf (heute Bauerschaft von Neuhaus) versuchten zeitweise eigene Wege zu gehen, da es auf der Grenze zwischen dem freien Land Hadeln im Westen und der erzbischöfischen Bremischen Herrschaft im Osten in Gestalt des Amtes Neuhaus lag. Mehrfach versuchten die Bülkauer sich der Bauernrepublik Hadeln anzuschließen. Diese Republik stand unter der Obrigkeit Sachsen Lauenburgs, hatte aber wesentlich mehr Freiheiten, als die Bremer ihren Gebieten erlaubten.

Die erste von den Bremern bei Belum an der Mündung zu Oste gebaute Burg, Schlickburg genannt, schleiften die Bülkauer mit Hilfe der Kehdinger. Das gleiche Schicksal ereilte auch das zweite Festigungswerk mit dem Namen dat nyge hus, das heutige Neuhaus, das Erzbischof Otto II. 1404 errichtete. Nachdem beide Burgen vernichtet waren, musste Otto den aufgebrachten Marschbewohnern zusagen, nie wieder ein Bollwerk zur Bedrohung an der Ostemündung zu bauen. Aber schon Erzbischof Baldwin II ließ einen wichtigen Stützpunkt um die Vorherrschaft des Erzbistum voranzutreiben, diesmal unter der Bezeichnung Schloss Amt Neuhaus, bauen.

Am Balksee lag, gut angebunden an die alte Heerstraße, die Remperburg, welche die Macht der bremischen Bischöfe festige. Die Burg war auf drei Seiten durch den Balksee und den Fluss Remper geschützt. Sie wurde 1286 unter dem Erzbischof Giselbert gebaut. Um sich die Ritter Erp von Luneberg und Augustin von Osten als Helfer gegen die Marschen zu sichern, übergab er ihnen 1301 die Burg mit verschiedenen Gütern der Umgebung. Sie spielte jedoch ab dem 15. Jahrhundert keine Rolle mehr.

Legende ist, dass die Burg durch die Hadler Bauern erobert und abgetragen wurde. Die so genannte Hauswurt, ein halbkreisförmiger Bogen des Flusses Remper, könnte auf Grund von Funden der Standort gewesen sein.

1423 schloss Bülkau einen Schutzvertrag mit den Kehdingern gegen den eigenen Landesherren. Mit 100 Schützen sollten sie den Kehdingern zu Hilfe kommen. Die vier Kirchspiele von Bülkau fühlten sich sehr frei. Aus dem Steuerregistern von 1500 war ersichtlich, dass sie 900 lübische Mark zahlten. Aufstände wurde immer wieder unterdrückt.

In dem Kampf um das Land Bülkau kam es um 1512 zu einer Schlacht. Mit Sensen und Stangen befaffnet verloren die Bauern gegen ein gut ausgebildeten und ausgerüsteten Heer der Bremer von Erzbischof Christoph. Die folgenden Verhandlungen seit 1513 begannen in Mahrdorf und fanden erst Ende 1514 bei der Fürstenkonferenz in Buxtehude ihren Abschluss. 1516 unterschrieben die vier Kirchspiele den ausgehandelten Vertrag im Schloss Neuhaus. Das Kirchspiel Bülkau verpflichteten sich jährlich 150 lübische Mark zu zahlen und 50 Scheffel Gerste zu liefern. Die drei anderen Kirchspiele hatten ähnliche Abgaben zu leisten.

1629 wütete die Pest in Bülkau und raffte 63 Menschen dahin.

Früh wurden Ziegelsteine in Bülkau hergestellt, zuerst an der Aue, als der Hadelner Kanal gebaut wurde, entstanden auch dort zwei Ziegeleien. Die größere Ziegelei produzierte bis 1974. Die wirtschaftlich bedeutendste Zeit der Ziegeleien im ganzen Hadler Gebietes, war der Wiederaufbau Hamburgs nach dem Hamburger Brand von 1842, bei dem ca. 1700 Stadthäuser zerstört wurden.[2]

Sturmfluten und Oberwasser
Die Wetter in Bülkau und die alten Brücken 3 Fuß und 3 Zoll breit

1717 tobte die schlimmste Sturmflut für Bülkau, in dieser Weihnachtsflut starben 41 Menschen. Auch 76 Häuser und Nebengebäude wurden zerstört. Eine erneute Sturmflut fand vom 25./26. Februar 1718 statt mit weiteren materiellen Schäden. 1720 wurden nur noch 24 Häuser gezählt.

Im November 1824 hielten die Deiche, aber das Wasser konnte nicht ablaufen. Die niedriger gelegenen Teile Bülkaus bekamen Oberwasser, Wasser was sonst von der Geest über den Balksee abläuft.

1927 war ein Hochwasser in weiten Teilen Bülkaus und Oppeln durch einen sehr regenreichen Sommer. 1951 war wieder Hochwasser im Hadler Sietland, weil das Otterndorfer Schöpfwerk ausgefallen war. 1962 brachen die Deiche in Hamburg und an der Niederelbe; es waren keine Menschenleben zu beklagen. 1976 konnte das Wasser durch eine Schneekatastrophen nicht abziehen und überflutete die tiefer gelegenen Teile Bülkaus und Oppelns.

Ab 1900

1932 erfolgte die Auflösung des Amtes Neuhaus. Bülkau wurde dem Land Hadeln zugesprochen und in den Landkreis Land Hadeln eingegliedert.

Die Gemeinden Bülkau und Oberndorf schlossen sich mit Wirkung vom 1. Januar 1970 der Samtgemeinde Am Dobrock an. Mit Wirkung zum 1. August 1977 wurden die Landkreise Land Hadeln und Wesermünde mit der kreisfreien Stadt Cuxhaven zum Landkreis Cuxhaven zusammengelegt.

2005 weihte Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) die erste weltweite Pyrolyse-Anlage als Pilotanlage für die Gewinnung von Bio-Öl in Bülkau ein.

Das neue „Bürgerhus“

Das Dorf wurde stark verschönert durch neue Fuß- und Radwege, Gehweglampen und Grünanlagen. Im September 2003 kam das Bürgerhus als Dorfgemeinschaftshaus hinzu. Hier haben die Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz ihre Räumlichkeiten. 2007 fanden die Abschnittswettkämpfe des Brandabschnittes Hadeln der Freiwilligen Feuerwehren statt.

Sagen und Legenden
Der Geist im Backhaus[3]
Politik
Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Bülkau besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1.000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 94,86 % 9
SPD 5,13 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 71,75 %[5] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Bürgermeister

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Manfred Schmitz (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.

Wappen

Blasonierung: „Gespalten, vorne neunmal geteilt von Schwarz und Gold, überdeckt mit einem schrägen rechtsgewendeten grünen Rautenkranz, hinten in Rot ein halber silberner Schlüssel am Spalt.“[7]
Wappenbegründung: Das Wappen erinnert an die wechselnde Zugehörigkeit zum Lande Hadeln und zum Erzbistum Bremen.

Auf der heraldisch rechten Wappenseite befinden sich die typischen Farben der Herzöge von Sachsen-Lauenburg.
Kultur, Sehenswertes, Infrastruktur
Bürgerhus

Das Dorfgemeinschaftshaus „Bürgerhus“ ist eine allgemeine Begegnungsstätte, insbesondere für Feierlichkeiten.

Baudenkmale

In der Liste der Baudenkmale in Bülkau stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Schulen

Es gab drei Schulen im Ort:

Im Norderende existierte eine Schule bis in die 1960er Jahre.
Die Schule im Dorf wurde 1588 erstmals erwähnt. Der Küster unterrichtete damals die Kinder. Das Gebäude wurde 1957 neu gebaut. In den 1980er Jahren wurde die Schule in eine Turnhalle umgebaut.
Im Bovenmoor wurden die Gebäude 1957 neu gebaut und 30 Jahre später geschlossen, heute beherbergt sie einen Kindergarten.

Heute befindet sich die Grundschule in Neuhaus und die weiterführenden Schulen in Cadenberge als Haupt- oder Realschule oder in Otterndorf als Gymnasium oder Förderschule.

Kirche St. Johannes der Täufer
Die evangelisch-lutherische Kirche
Postkarte von 1910 von Pastorat
Hauptartikel: Kirche St. Johannes der Täufer (Bülkau)

Die evangelisch-lutherische früher gotische einschiffige Dorfkirche St. Johannes der Täufer stammt aus dem Mittelalter. Sie wurde 1701 unter Verwendung auch von alten Teilen, jedoch mit Rundbogenfenster neu mit Backsteinen aufgebaut. Der westliche Glockenturm entstand um 1600, die Glocke stammt von 1404.

Bülkau galt als reiche Pfarre. Es gehörten zur Pfarrstelle ca. 46 Hektar Land und ca. 6 Hektar Kirchenland zur Unterhaltung der Kirche. Das alte hintere Pfarrhaus (Stallungen) wurde zu einem Gemeindezentrum umgebaut, in dem hochräumigen Pastorat, gebaut vor dem Krieg, wollte kein Pastor mehr wohnen. 1967/68 wurde deshalb ein Einfamilienhaus für Bülkauer Pfarrstelle gebaut.

Regelmäßige Veranstaltungen
Schützenfest im Dorf; am dritten Wochenende im Juni
Schützenfest im Bovenmoor; am vierten Wochenende im Juli
Reitturnier; am letzten Wochenende im Mai
Musik
Männerchor Immergrün von 1904
Trompetencorps Bülkau von 1957; er spielte 16 mal in Köln beim Karnevalsumzug sowie bei der Expo 2000 in Hannover
Posaunenchor Bülkau von 1962
Singkreis Bülkau von 1993
Flötenkreis Bülkau von 2007
Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaft

War der Hadler Ort früher überwiegend durch die Landwirtschaft und Pferdezucht geprägt, gibt es heute nur noch wenige kleine Landwirte im Nebenerwerb und einige große landwirtschaftliche Betriebe. Die größten Höfe lagen und liegen meist im Norderende bis zu Sprenge, da der Boden hier am trockensten ist. Viele Bewohner haben Arbeit in Städten bis hin nach Hamburg oder Bremen gefunden und pendeln in diese bis zu 100 Kilometer weit.

Pferdezucht

Die Pferdezüchter Hadelns wie auch Bülkaus ist erfolgreich. Eines der erfolgreichsten Springpferde der Welt war Deister (Osterbruch) sowie die zwei Siegerpferde Butts Leon und Butts Abraxxas (beide aus Bülkau) der Disziplin Vielseitigkeit der olympischen Sommerspiele 2008 in Peking und London 2012 legen dafür Zeugnis ab.[8]

Verkehr

Bülkau liegt südwestlich der Bundesstraße 73 Hamburg–Cuxhaven.

Der Busverkehr ist vor allem auf den Schülerverkehr ausgerichtet. Der erste Bus, der neben der Post auch vereinzelt Personen mitnahm, fuhr 1924. Zu Ostern 1939 wurde der erste Schulbus eingesetzt. Um 1955 fuhren Busse viermal pro Tag nach Otterndorf, dreimal nach Cadenberge und einmal nach Lamstedt. Mit den Linien 1837, 61 und 62 erreicht man heute einmal pro Tag Otterndorf, Neuhaus (Oste), Wingst und Cadenberge.

Die nächsten Bahnhöfe sind Ottendorf und Cadenberge an der Niederelbebahn von Hamburg nach Cuxhaven.

Kulinarische Spezialitäten
Kühe in Bülkau

Einige Familien in Bülkau kennen noch zwei Spezialitäten aus Beestmilch bzw. Bistmilch, auch Kolostralmilch oder Vormilch genannt:

Beestmilchstuten wird wie ein „normaler“ Stuten gebacken, nur mit Beestmilch. Der Geschmack ist etwas süßlich, der Stuten wird mit Marmelade oder Honig gegessen.
Beestmilchkäse ist ein selbstgemachter würziger Weichkäse. Dafür wird die Kuhmilch gleich nach der Geburt der Kälber verwendet. Diese Milch ist sehr gelb und enthält zahlreiche Vitamine, Antikörper und weitere Nähr- und Wirkstoffe, die sowohl für das neugeborene Kalb als auch für den Menschen wichtig sind.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Heinrich Meyer (1878–1948), Politiker (DHP; NLP; DP)
Manfred Zöllmer (* 1950), seit 2002 Bundestagsabgeordneter (SPD)
Siehe auch
Geschichte von Hadeln und Wursten
Land Hadeln
Elbe-Weser-Dreieck
Literatur
Lenz/Lembcke: Dat Nygehus.
Willi Klenck: Heimatbuch des ehemaligen Kreis Neuhaus an der Oste. Verlag A. Pockwitz Nachf. Karl Krause, 1957.
Benno Eide Siebs: Land meiner Jugend. Nordwestdeutscher Verlag Ditzen & Co, 1961.
Richard Mader, Günter Bastian: Hadeln und Wursten. Hans Christian Verlag, Hamburg 1978, ISBN 3-7672-0516-5.
Rudolf Lembcke: Otterndorf, kleine Stadt am großen Strom. Hans Christian Verlag, Hamburg 1978, ISBN 3-7672-0551-3.
Weblinks
 Commons: Bülkau – Sammlung von Bildern