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Geschichte
Bis 1817

Das Gebiet um Crailsheim war im frühen Mittelalter Teil des zum Herzogtum Franken gehörigen Maulachgaus. Die Stadt selbst hat ihren Ursprung in einer fränkischen Siedlung aus dem 7. Jahrhundert in der Nähe eines Jagstüberganges. Die erste urkundliche Erwähnung von Crailsheim datiert von 1136[5], damals hieß es noch „Cröwelsheim“, später „Krawelsheim“. Führende Adelsfamilien in dieser Zeit waren die Herren von Lohr und von Flügelau; Teile gehörten dem Stift St. Moritz in Augsburg[6]. Nach dem Aussterben der Herren von Lohr und von Flügelau kam Crailsheim Ende des 13. Jh. an die Grafen von Oettingen[6].

Plan Crailsheims, angefertigt 1828/29 bei der Württembergischen Landesvermessung

Nach der Verhängung der Reichsacht über Konrad Schrimpf Graf von Oettingen im Jahr 1310 wurde Crailsheim als Reichslehen eingezogen und vier Jahre später als Lehen an die Edelherren von Hohenlohe übergeben[6]. Im Jahr 1324 erscheint Crailsheim als Markt, 1335 als Zollstätte, deren Einkünfte Kraft von Hohenlohe von Ludwig dem Bayern bekommen hatte, 1338 folgt die Erhebung zur Stadt und die Ausstattung mit hällischem Stadtrecht und dem Blutbann[7]. 1350 wurde mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen[7]. 1387 wurde die Stadt von den Hohenloher Grafen an die drei Reichsstädte Rothenburg, Hall und Dinkelsbühl, im Folgejahr und erneut 1390 an die Landgrafen von Leuchtenberg verpfändet, die sie 1399 an die Burggrafen zu Nürnberg aus dem Haus Hohenzollern – die später zu Markgrafen von Brandenburg-Ansbach wurden – für 26.000 Gulden verkauften. Crailsheim war damit ein Teil des Fürstentums Ansbach, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte; im Fürstentum Ansbach wurde schon frühzeitig die Reformation durchgeführt (siehe dazu auch unten bei Religionen).

In Crailsheim haben zwischen 1552 und 1603 Hexenverfolgungen stattgefunden. 17 Männer und Frauen, darunter eine Anna Dürrin, gerieten in einen Hexenprozess. Mindestens sechs überlebten nicht. Die letzte Hinrichtung wurde 1594 an Anna Dasing „die Seilerin“ genannt, vollzogen.[8]

Im 18. Jahrhundert waren bereits zahlreiche jüdische Familien angesiedelt, die sich 1783 eine eigene Synagoge errichteten. Sie wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet und fiel später dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

1791/1792 ging Crailsheim zusammen mit dem Fürstentum Ansbach an Preußen über; 1806 kam es infolge der napoleonischen Kriege an Bayern. 1810 wurde es von Bayern an Württemberg abgetreten. Württemberg machte Crailsheim zum Sitz des Oberamtes Crailsheim. 1817 kam das Oberamt Crailsheim zum neu gegründeten württembergischen Jagstkreis.

Siehe auch: Burg Crailsheim
In 1856 im Königreich Württemberg
19. Jahrhundert bis heute

Der Eisenbahnbau machte die Stadt zum Eisenbahnknotenpunkt und Grenzbahnhof an der bedeutenden Linie Stuttgart–Nürnberg (1875). Es setzte ein merklicher Wirtschaftsaufschwung ein. In den 1930er Jahren errichtete die Luftwaffe im Westen der Stadt einen Flugplatz. 1934 wurde das Oberamt Crailsheim zum Kreis Crailsheim, aus dem 1938 der Landkreis Crailsheim hervorging.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933–1945) verzeichnet namentlich 53 jüdische Einwohner Crailsheims, die deportiert und größtenteils ermordet wurden.[9] Die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer (Beta) von Yad Vashem verzeichnet namentlich 45 jüdische Bürgerinnen und Bürger, die vor dem Krieg in Crailsheim ansässig waren und ermordet wurden.[10]

Flugplatz und Eisenbahn waren im Zweiten Weltkrieg ab 1944 Ziel alliierter Luftangriffe. Nachdem die Stadt bereits Anfang April 1945 von den Amerikanern eingenommen worden war, zwangen deutsche Gegenangriffe während der Schlacht um Crailsheim die Amerikaner noch einmal zum Rückzug. Im Zuge der zweiten Eroberung Crailsheims wurde die Stadt am 20. April 1945 durch US-amerikanische Luftangriffe zu 80 %, die historische Innenstadt zu 95 % zerstört. Nach dem Kriegsende baute man Crailsheim nicht nach historischem Vorbild, sondern im Rahmen einer Generalplanung nach den damals modernen Auffassungen wieder auf; das Stadtbild wurde dabei stark verändert.

Mit der ersten Eingliederung von Nachbargemeinden 1971 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Crailsheim die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1972 beschloss. Im Zuge der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Crailsheim dem Landkreis Schwäbisch Hall zugeschlagen.

2015 wurde Crailsheim der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[11]

Der schwäbische Städtebund und die Horaffensage

Im Jahr 1376 schlossen sich verschiedene Städte im Schwäbischen Städtebund gegen Kaiser Karl IV. zusammen, der sie hart auspresste und aufgrund seiner Raffgier auch „des deutschen Reiches Stiefvater“ genannt wurde. Unterstützung erhielt er dabei u. a. von Kraft IV. von Hohenlohe. Nach wechselseitigen Plünderungen und Brandschatzungen zogen die zum Schwäbischen Städtebund gehörenden Reichsstädte Schwäbisch Hall, Rothenburg und Dinkelsbühl im Herbst 1379 vor der in hohenlohischem Besitz stehenden Stadt Crailsheim auf und belagerten sie, bis sie erfolglos am 17. Februar, dem Mittwoch vor Estomihi, des Jahres 1380 abziehen mussten.[12] Soweit sind die Vorgänge historisch belegt.

Es wird gern erzählt, dass die eingeschlossenen Crailsheimer – vor allem die Crailsheimerinnen – nach Monaten der Belagerung, die sie zermürbt hatte, zu einer letzten List griffen, um die Stürmung der Stadt abzuwenden. Die Frauen sammelten das letzte noch vorhandene Mehl, buken daraus die in ihrer Form unverkennbaren Horaffen (= „Horn offen“) und warfen sie über die Stadtmauer. Gleichzeitig bestieg die Bürgermeistersgattin, eine Frau, deren Ausmaße das noch entfernte Barockzeitalter kraftvoll vorwegnahmen, mutig die Stadtmauer und zog blank: Sie streckte den Angreifern ihr wuchtiges Hinterteil entgegen, dessen Konturen von unten, aus der Sicht der Belagerer, denen der Horaffen glichen. Die Reichsstädter erschraken gar sehr ob der nackten Leibesfülle und fürchteten nun, dass alle eingeschlossenen Crailsheimer so wohlgenährt wie des Bürgermeisters Gattin seien und es daher noch lange brauchen würde, die Stadt auszuhungern. Da die von den Städten eingesetzten Söldnerheere große Summen verschlangen, sah man sich angesichts dessen zum Abzug genötigt. Die Crailsheimer feiern seit damals den Mittwoch vor Estomihi als Stadtfeiertag (2016 am 3. Februar), an dem die Schüler der Crailsheimer Schulen je einen Horaffen von den Crailsheimer Bäckereien geschenkt bekommen.[13]

Eine andere Deutung des Horaffengebäcks geht auf die Frau Krafts II. von Hohenlohe, Adelheid von Württemberg, zurück. Sie soll ihren Wohnsitz auf der Schönebürg bei Goldbach (daher dort wohl die Straße Adelheidsruh bzw. die Adelheidstraße gegenüber vom Volksfestplatz) gehabt haben und oft über das Ansbacher Tor nach Crailsheim gefahren sein, das sich vor ihr von selbst aufgetan habe. Sie soll eine Seelstiftung in der Johanneskirche angelegt haben, auf die sich die Horaffen als sog. Seelgebäck beziehen, und hat wohl der Stadt Crailsheim Felder, Wiesen und Wälder sowie Fischteiche vermacht, die dadurch zur Allmende wurden.[14]

Eingemeindungen
1. April 1940: Ingersheim mit Altenmünster und Rodmühle
1. Januar 1971: Tiefenbach[15]
1. August 1971: Onolzheim[15]
1. Januar 1972: Roßfeld[15]
1. März 1972: Jagstheim[16]
1. Januar 1973: Westgartshausen[16]
1. Januar 1975: Goldbach, Triensbach und Ortsteil Beuerlbach von der Gemeinde Satteldorf[17]

Wappen der ehemaligen Gemeinden[18]

Ingersheim Tiefenbach Onolzheim Roßfeld Jagstheim Westgartshausen Goldbach Triensbach Beuerlbach

Einwohnerentwicklung
Grafische Statistik

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1737 etwa 2.400
1823 2.688
1843 3.012
1855 2.854
1. Dezember 1871 3.688
1. Dezember 1880 ¹ 4.642
1885 4.710
1. Dezember 1900 ¹ 5.251
1. Dezember 1910 ¹ 6.101
16. Juni 1925 ¹ 6.420
16. Juni 1933 ¹ 6.444
17. Mai 1939 ¹ 8.940
Dezember 1945 8.202
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 10.133
6. Juni 1961 ¹ 14.387
27. Mai 1970 ¹ 16.540
31. Dezember 1975 24.506
31. Dezember 1980 24.685
25. Mai 1987 ¹ 26.083
31. Dezember 1990 27.917
31. Dezember 1995 31.222
31. Dezember 2000 32.063
31. Dezember 2005 32.574
31. Dezember 2010 33.021
9. Mai 2011 ¹ 32.303
31. Dezember 2015 33.768

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen

Das Gebiet der Stadt Crailsheim gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg und war dem Archidiakonat Kapitel Crailsheim zugeordnet. 1522 begann mit der ersten evangelischen Predigt durch Adam Weiß die Reformation in der Stadt, die sich bald vollständig durchsetzte (1525 neue Kirchenordnung). Die Stadt wurde alsbald auch Sitz eines Dekanats innerhalb der Markgraftums Ansbach. Danach war Crailsheim über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Seit dem Übergang an Württemberg gehört die Kirchengemeinde zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Weiterhin blieb Crailsheim Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Crailsheim), zu dem heute die Kirchengemeinden des gesamten Umlands gehören. Das Gebiet der Kernstadt betreut heute die Gesamtkirchengemeinde Crailsheim, bestehend aus der Johanneskirchengemeinde und der Christuskirchengemeinde (Sauerbrunnen/Roter Buck), dazu kommen die Kirchengemeinden in Altenmünster und Ingersheim, weitere Kirchengemeinden bestehen in den Stadtteilen Goldbach, Ingersheim, Jagstheim, Onolzheim, Roßfeld, Tiefenbach, Triensbach und Westgartshausen.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken nach Crailsheim. Seit 1877 gibt es wieder eine eigene Pfarrei und 1886/87 wurde die Kirche St. Bonifatius erbaut, die 1966 durch einen turmlosen Neubau ersetzt wurde. Die zweite Pfarrei „Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ wurde 1964 gegründet und bezog im selben Jahr eine neue Kirche. Beide Kirchengemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit Crailsheim im Dekanat Schwäbisch Hall innerhalb des Bistums Rottenburg-Stuttgart, die alle Katholiken im Stadtgebiet Crailsheim betreut. Außer den beiden Kirchen der Kernstadt gibt es noch drei weitere katholische Kirchen im Stadtgebiet, in Onolzheim (Christus König), Jagstheim (St. Peter und Paul) und Westgartshausen (Heilig-Geist).

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Crailsheim auch Freikirchen, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Christliche Gemeinde, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, den Süddeutschen Gemeinschaftsverband und das Christliche Zentrum der Volksmission.

Ferner sind in Crailsheim eine katholisch-apostolische Gemeinde, die Neuapostolische Kirche – zusätzlich auch in Goldbach und Jagstheim – sowie die Zeugen Jehovas vertreten.

Politik
Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2014[19]
Wahlbeteiligung: 35,0 %

 %50403020100

40,426,518,311,53,10,3

CDUSPDAWVGrüneBLCLOM
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p 12 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6

+1,6
+1,5-5,7+11,5+3,1+0,3
CDUSPDAWVGrüneBLCLOMVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat (Stand: 21. Juli 2016)

     

Insgesamt 42 Sitze CDU: 17 SPD: 11 AWV: 9 Grüne: 4 BLC: 1

Der Gemeinderat der Stadt Crailsheim hat neben dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem 42 Mitglieder, die den Titel Stadtrat führen. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem Ergebnis:[20]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CDU 40,4 % + 1,6 17 + 2
SPD 26,5 % + 1,5 11 + 2
AWV 18,3 % − 5,7 8 − 1
Grüne 11,5 % + 11,50 5 + 5
BLC 3,1 % + 3,1 1 + 1
UGL − 9,7 0 − 3
LOM 0,3 % + 0,3 0 ± 0

+/−: Veränderung gegenüber der Wahl 2009

Die seit 1984 im Gemeinderat vertretene Unabhängige Grüne Liste (UGL) war zur Wahl 2014 nicht mehr angetreten. Aus ihr hervorgegangen ist die Liste der Grünen und die Bürgerliste Crailsheim (BLC). Die Liste Lösungsorientierte Macher (LOM) bestand aus nur einem Kandidaten, der erfolglos blieb.

Zur Gemeinderatssitzung am 7. Juli 2016 wechselte der Stadtrat Michael Klunker von den Grünen zur AWV.[21]

Bürgermeister
Oberbürgermeister Rudolf Michl

An der Spitze der Stadt stand ursprünglich ein Vogt, der die hohe Gerichtsbarkeit ausübte. Die niedere Gerichtsbarkeit oblag dem Rat, den beiden Bürgermeistern und zwölf Richtern. Dem Rat gehörten ab 1338 sieben, danach neun Männer an. Später gab es einen Oberen und einen Unteren Rat. Der Rat wurde mehrfach verändert. In württembergischer Zeit stand der Stadtschultheiß an der Spitze der Stadt, der nach Einführung der Deutschen Gemeindeordnung 1935 die Amtsbezeichnung Bürgermeister erhielt. Seit 1972, als Crailsheim Große Kreisstadt wurde, trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von der wahlberechtigten Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt. Oberbürgermeister ist seit 1. Februar 2010 Rudolf Michl (SPD). Nachdem keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang am 8. November 2009 die absolute Mehrheit erreichen konnte, fand am 29. November 2009 eine Neuwahl statt. Bei dieser war nur noch eine einfache Mehrheit erforderlich. Der SPD-Kandidat Rudolf Michl erzielte dabei eine absolute Mehrheit von 50,8 %.[22]

Michls Vorgänger war von 1999 bis 2009 Andreas Raab (CDU), der am 25. Juni 2009 wegen gesundheitlicher Probleme und Angriffen aus dem Gemeinderat gegen sich seinen Rücktritt zum 31. Oktober 2009 erklärt hatte,[23] um dann am 17. Juli 2009 bekannt zu geben, schon mit Ablauf des 11. September 2009 als Oberbürgermeister aus dem Amt zu scheiden[24] und auch sein Kreistagsmandat, für das er erst am 7. Juni 2009 als kreisweiter Stimmenkönig wiedergewählt worden war, niederzulegen.[25]

Der Oberbürgermeister hat zwei hauptamtliche Stellvertreter, die Beigeordneten. Der erste Beigeordnete trägt die Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“. Dieses Amt hat seit 1994 der parteilose Harald Rilk inne, der 1999 bis 2009 zugleich für die Freien Wähler Mitglied des Kreistags war. Der weitere Beigeordnete und zweite Stellvertreter des Oberbürgermeisters trägt die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ und ist unter anderem für Bauangelegenheiten („Baubürgermeister“) zuständig. Seit 2002 bekleidet dieses Amt Herbert Holl (CDU).

Die letzte Bürgermeisterwahl fand am 12. November 2017 statt. Nachdem Amtsinhaber Michl am 22. März 2017 über die Regionalpresse bekannt gab, aus ausschließlich privaten Gründen für keine zweite Amtszeit zu kandidieren[26], stellte sich ein breites Bewerberfeld von zwölf Kandidaten zur Wahl. Bereits im ersten Wahlgang konnte sich der parteilose Dr. Christoph Grimmer mit 56,92 % deutlich durchsetzen[27]. Der Amtswechsel wird zum 31. Januar 2018 vollzogen. Auch Michls beiden Stellvertreter wollen für keine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen.[28] Somit wird Crailsheim 2018 eine komplett neue Führungsspitze erhalten.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister

1810–1813: Georg Andreas Eychmüller
1813–1815: Baumann, Amtsverweser
1815–1856: Johann Friedrich Faber
1856–1867: Gottlob Nagel
1867–1899: Leonhard Sachs
1899–1910: Hugo Sachs
1911–1945: Friedrich Fröhlich
1945–1946: Wilhelm Gebhardt
1946–1948: Fritz Schatz
1948–1962: Wilhelm Gebhardt
1962–1982: Hellmut Zundel
1982–1983: Helmut Maaß (kommissarisch)
1983–1991: Karl Reu (CDU)
1991–1999: Georg Schlenvoigt (SPD)
1999–2009: Andreas Raab (CDU)
2009–2010: Harald Rilk (kommissarisch)
2010–2018: Rudolf Michl (SPD)
2018–heute: Dr. Christoph Grimmer
Wappen

Blasonierung: „Das Wappen der Stadt Crailsheim zeigt in Gold drei gestürzte schwarze Kesselhaken („Kräuel“ oder „Craile“) nebeneinander.“[29]
Wappenbegründung: Es handelt sich um ein so genanntes „redendes Wappen“. Die Kräuel sind schon im Siegel um 1310 nachweisbar. Anfangs waren sie aufrecht, d. h. in Arbeitsstellung mit den Griffen nach oben, abgebildet, ab 1434 erscheinen sie dann in gestürzter Lage, die Dreipässe (Ringe) nach unten. Im 19. Jahrhundert wurden die Wappenfarben festgelegt.

Die Stadtflagge ist schwarz-gelb.

Städtepartnerschaften

Crailsheim unterhält seit 1947 eine Städtepartnerschaft mit Worthington, Minnesota (USA), die erste deutsch-amerikanische Städtepartnerschaft überhaupt. Seit 1969 ist Crailsheim Partnerstadt von Pamiers (Südfrankreich) und seit 2000 auch von Jurbarkas (Litauen) und Biłgoraj (Polen).

Wirtschaft und Infrastruktur

Voith Turbo betreibt Schwermaschinenbau in Crailsheim. Viele Sondermaschinenbauer sind örtlich ansässig, vor allem Hersteller von Verpackungsmaschinen: die Unternehmen Groninger & Co. GmbH, in direkter Nachbarschaft zur Gerhard Schubert GmbH, sowie die R. Weiss Verpackungstechnik GmbH & Co. KG. Ferner besteht ein Werk der Robert Bosch GmbH aus dem Geschäftsbereich Bosch Packaging Technology.

Die Konsumgüterbranche ist vertreten mit einem Werk der US-Firma Procter & Gamble und mehreren Betrieben der Lebensmittelindustrie: eine Produktionsstätte der Firma Bürger-Maultaschen, der Schlacht- und Zerlegebetrieb Vion Crailsheim GmbH, die Brotfabrik Zimmermann (Teil der Kamps-Gruppe), die mit 240 Mitarbeitern Brot und Backwaren für alle namhaften deutschen Discounter herstellt, sowie die mit vielen Preisen ausgezeichnete Privatbrauerei Engel. Die Stadt ist Heimat und Sitz der Schuhmarke Möbus. Die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim hat ihren Hauptsitz in Crailsheim und in Schwäbisch Hall.

Die Crailsheimer Unternehmen beschäftigen insgesamt über 20.000 Arbeitnehmer und machen die Stadt, zusammen mit ihren Handelsbetrieben, durch die sie zentrale Einkaufsstadt für 100.000 Personen ist, zum wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region. Im Umland wird Landwirtschaft betrieben.

Erster Bahnhof in Crailsheim, Bild von 1905
Verkehr
Eisenbahn

Der Bahnhof Crailsheim ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Hier vereint sich die von Aalen kommende Obere Jagstbahn mit der Bahnstrecke Heilbronn–Crailsheim zur in Richtung Ansbach führenden Bahnstrecke Crailsheim–Nürnberg. Die Taubertalbahn beginnt in Crailsheim, führt über Blaufelden und Weikersheim nach Lauda und weiter via Wertheim durch das Maintal nach Aschaffenburg.

Crailsheim ist über die Intercity-Linie 61 (Basel-) Karlsruhe–Stuttgart–Aalen–Nürnberg an den überregionalen Fernverkehr angebunden.

A 6: Abfahrt Crailsheim (bei Satteldorf)
Straße

Die Bundesstraße 290 führt von Bad Mergentheim im Nordwesten über die Hohenloher Ebene nach Crailsheim und von dort jagstaufwärts südlich weiter nach Ellwangen. Von Schwäbisch Hall im Westsüdwesten führt die L 2218 über Crailsheim nach Dinkelsbühl im Ostsüdosten, ab der Landesgrenze zu Bayern als St 2218. Über Crailsheim verbindet die L 1066 Gaildorf im Südwesten mit Feuchtwangen im Osten, ab der Grenze als St 1066. Vor dem Bau der Bundesautobahn 6 verlief auf der heutigen westlichen Trasse ab Schwäbisch Hall der L 2218 und der östlichen bis Feuchtwangen der L 1066 die alte Bundesstraße 14, die also hier heute auf Landesstraßen herabgestuft ist.

Crailsheim hat über die B 290 etwa 5 km nördlich des Stadtzentrums bei Satteldorf Anschluss an die Bundesautobahn 6 Heilbronn–Nürnberg. Knapp 14 km nordöstlich der Stadt liegt das Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim, an welchem die A 6 auf die A 7 Ulm–Würzburg trifft. Über die L 1066 erreicht man aus Crailsheim nach etwa 14 km im Osten die erste Anschlussstelle Feuchtwangen der A 7 südlich des Autobahnkreuzes, über die L 2218 nach etwa 12 km im Ostsüdosten ihre nächste Dinkelsbühl-Fichtenau. Beide Verbindungen führen zunächst über Steigen den steilen Westabhang der Frankenhöhe hinauf.

Sonstiges

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien. Der Betreiber des Stadtbusverkehrs ist die StadtBus Crailsheim SBC. Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an, dessen Linien im Crailsheimer Nahbereich zweistellige Nummern mit führender 5 oder 6 tragen.

Die Stadt Crailsheim ist Namenspatin eines ICE 1.

Energie

Im neu erschlossenen Wohn- und Mischgebiet Hirtenwiesen (ehedem Gelände der Luftwaffe, später Kaserne der US-Streitkräfte) steht die größte zusammenhängende thermische Solaranlage Deutschlands mit derzeit 7.500 m² Kollektorfläche. Die Anlage ersetzt 200.000 Liter Heizöl jährlich und vermeidet 500 Tonnen Treibhausgase.[30]

Medien

Seit 1838 erschien das Amts- und Intelligenzblatt für das Oberamt Crailsheim und die Umgebung. Daraus ging 1872 der Fränkische Grenzbote hervor, den es bis 1941 gab. In Crailsheim erscheint heute täglich das Hohenloher Tagblatt. Es wird vom Hohenloher Druck- und Verlagshaus Verlag Hohenloher Tagblatt Richter und Gebr. Wankmüller GmbH & Co KG (HDV) in Crailsheim herausgegeben und bezieht den überregionalen Mantel von der Südwestpresse aus Ulm. Wöchentlich erscheinen das seit Ende 1968 von der Stadtverwaltung herausgegebene Amtsblatt Crailsheimer Stadtblatt[31] und das kostenlose Anzeigenblatt Hohenloher vom Verlag des Hohenloher Tagblatts.[32]

Gerichte, Behörden und Einrichtungen

Crailsheim ist Sitz eines Amtsgerichtes, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört, einiger Kammern des Arbeitsgerichts Heilbronn sowie eines Notariats. Ferner gibt es eine Außenstelle des Finanzamts Schwäbisch Hall, eine Außenstelle des Landratsamts Schwäbisch Hall und ein Flurneuordnungsamt. Das Polizeirevier Crailsheim der Polizeidirektion Schwäbisch Hall ist zuständig für die Gemeinden des ehemaligen Kreises Crailsheim, ebenso die Kriminalaußenstelle. Dasselbe gilt für die Zweigstelle der Agentur für Arbeit in Crailsheim.

Die Stadt ist ebenfalls Sitz des Kirchenbezirks Crailsheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Ehemaliges Kreiskrankenhaus Crailsheim (heute Klinikum)

Am Rande der Innenstadt liegt das Klinikum Crailsheim, für das seit Mai 2013 ein Neubau errichtet wird, in direkter Nähe zum örtlichen Polizeirevier und zum Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr der Crailsheimer Kernstadt.[33]

Bildung

Die Stadt Crailsheim ist Träger von zwei Gymnasien (Albert-Schweitzer-Gymnasium und Lise-Meitner-Gymnasium), zwei Realschulen (Realschule am Karlsberg und Realschule zur Flügelau), einer Förderschule (Käthe-Kollwitz-Schule), zwei Grund- und Werkrealschulen (Eichendorffschule und Leonhard-Sachs-Schule) sowie von vier Grundschulen (Astrid-Lindgren-Schule, Geschwister-Scholl-Schule, Reußenbergschule und Schule Altenmünster).[34]

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule mit technischem Gymnasium, Kaufmännische Schule mit Wirtschaftsgymnasium und Eugen-Grimminger-Schule – Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule mit sozialwissenschaftlichem Gymnasium[35]) sowie der Schule für Sprachbehinderte.[34]

Die Städtische Volkshochschule Crailsheim, zu deren Angebot unter anderem eine Abendrealschule gehört, sowie die Freie Akademie Albertus Magnus (Grundschule und Gymnasium) und die Freie Waldorfschule am Burgberg runden das Schulangebot in Crailsheim ab.[34]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Kulturangebot in Crailsheim ist mit einem vielseitigen Spektrum in Musik, Literatur, Theater und bildenden Künsten gefächert. Dabei gibt es sowohl städtische wie auch bürgerliche Kulturveranstaltungen. Das Städtische Museum befindet sich im ehemaligen Spital in Crailsheim.

Einer der Höhepunkte ist das Kulturwochenende, das jedes Jahr im Sommer veranstaltet wird. Das seit 1994 stattfindende Kulturfestival wird zum großen Teil von der Stadt finanziert und ist für jeden Besucher kostenlos.

Bauwerke
Johanneskirche

Crailsheim wurde als strategisch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert und zu 80 Prozent zerstört. Erhalten blieben oder nach dem Krieg wiedererrichtet wurden von den historischen Gebäuden die 1393 geweihte Liebfrauenkapelle, die Johanneskirche (Bauzeit 1398–1440) und das Spital zum heiligen Geist von 1400 sowie der 57,5 m hohe Rathausturm. Dieser wurde im Jahre 1717 zur 200. Wiederkehr der Reformation erbaut und gilt als „höchstes Reformationsdenkmal“ der Welt. An der Nordostecke der Stadtmauer steht der aus der Stauferzeit stammende Diebsturm.

Auffällig im Stadtbild ist auch der Wasserturm, der 1912 erbaut wurde, um die Dampfloks mit Wasser aus der Jagst zu versorgen. Heute ist darin eine Pizzeria mit Biergarten untergebracht.

Außer der Johanneskirche und der Liebfrauenkapelle liegen in der Kernstadt noch die Friedhofskapelle auf dem alten Friedhof (erbaut 1579/80, Turm von 1586), die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius (erbaut 1886/87, doch 1966 durch einen turmlosen Neubau ersetzt), die katholische Kirche Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit (erbaut 1964) sowie die derzeit katholisch-apostolische, davor aber römisch-katholische Kirche (erbaut im 19. Jh.).

Kirchenbauten in den anderen Stadtteilen: Evangelische Kirche Altenmünster, erbaut 1790 anstelle einer alten Kirche von 1444; evangelische Kirche Ingersheim, erbaut im spätgotischen Stil mit Turmchor und Wandmalereien von 1607 und 1701, das Schiff wurde 1961/62 neu angebaut; evangelische Kirche Goldbach von 1725 mit älteren Teilen; evangelische Kirche Jagstheim von 1764/65 mit Turm von 1719 sowie katholische Kirche St. Peter und Paul Jagstheim; evangelische Kirche Onolzheim von 1755, 1863 verlängert sowie katholische Kirche Christus König Onolzheim; evangelische Kirche Roßfeld, 1714 umgebaut; evangelische Kirche Tiefenbach mit mittelalterlichem Chor und Schiff von 1512, 1707 und 1969 vergrößert; evangelische Kirche Triensbach mit spätbarockem Schiff von 1725; evangelische Kirche Westgartshausen mit spätmittelalterlichem Turmchor und Schiff von 1610 sowie katholische Kirche Heilig-Geist Westgartshausen.

Gedenkstätten
Gedenkstein am Ort der ehemaligen Crailsheimer Synagoge

Seit 1990 erinnert eine weiße Muschelkalk-Stele in der Adam-Weiß-Straße an die ehemals hier stehende Synagoge, die 1938 von SA-Männern geschändet wurde und 1945 dann dem Luftkrieg zum Opfer fiel. Sie ist zugleich Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger, die verfolgt und 1942 zur Vernichtung deportiert wurden. Auf dem jüdischen Friedhof Crailsheim in der Beuerlbacher Straße erinnert eine Gedenkstätte mit einer Tafel von 52 Namen an die Crailsheimer Juden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden.[36] Zudem wurden am 13. November 2012 die ersten vier Stolpersteine verlegt.[37][38]

Horaffensage
Ein Horaff, wie er am Stadtfeiertag an die Schüler verteilt wird

Stolz sind die Crailsheimer auf ihre Stadtsage vom „Horaffen“:[39] Nach einer fünfmonatigen Belagerung durch die verbündeten Reichsstädte Schwäbisch Hall, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl im Winter 1379/1380 gingen die Lebensmittel der Crailsheimer zur Neige. Angesichts der ernsten Lage griff man zu einer List.

Mit dem letzten Mehl buken die Frauen die traditionellen Hörnchen, Horaffen genannt, und warfen sie den Belagerern über die Stadtmauer. Dann stieg die Bürgermeistergattin auf die Stadtmauer, die dickste Frau der Stadt, und zeigte den Belagerern ihr blankes, ausladendes Hinterteil. Angesichts des demonstrierten Überflusses und der wohlgenährten Bürgermeistergattin sahen die Feinde ihre Belagerung als aussichtslos an und zogen am Mittwoch vor Estomihi (7. Sonntag vor Ostern im Kirchenkalender) im Jahr 1380 (1. Februar) ab.

Der Stadtfeiertag wird heute noch jedes Jahr am Mittwoch vor Estomihi mit Beflaggung der Stadt und einem kleinen Festakt, ergänzt seit vielen Jahren um einen ökumenischen Gottesdienst, einen heimatgeschichtlichen Abend und eine Horaffengala am Wochenende vor dem eigentlichen Stadtfeiertag, begangen. An diesem beweglichen Jahrestag verteilen die örtlichen Bäckereien Horaffengebäck aus Hefeteig an alle Schul- und Kindergartenkinder.[40] Die Form des Horaffens erinnert angeblich an das Hinterteil der Bürgermeistersfrau. Es geht auf ein altes keltisches Abwehrzeichen zurück, das früher auch über Haustüren angebracht wurde. Die Bezeichnung Horaffen für die Crailsheimer, ein Schmähwort der abziehenden reichsstädtischen Truppen, ist noch heute gelegentlich zu lesen und zu hören, aber heute meist weniger herabsetzend gemeint.

Sport

Die Frauen des TSV Crailsheim spielen nach ihrem Abstieg 2009 in der 2. Fußball-Bundesliga Süd, die Männer spielten zeitweise in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg, und spielen derzeit in der Landesliga Staffel 1. Die Crailsheimer Basketballer Crailsheim Merlins spielen ab der Saison 2014/2015 in der Beko Basketball Bundesliga, der höchsten Spielklasse Deutschlands. Die Heimspiele werden daher in der Arena Hohenlohe[41] und nicht mehr in der Crailsheimer HAKRO-Arena (früher Crailsheimer Sportarena)[42] ausgetragen.[43]
Die Crailsheim Hurricanes, die Damen der Footballabteilung der Crailsheim Titans, spielen in der 1. Liga der DBL. Die Hurricanes gehören zu den stärksten Damenmannschaften in Europa und stellen regelmäßig einige Spielerinnen für die Nationalmannschaft.

Regelmäßige Veranstaltungen
Volksfest 2005 bei Nacht
Höhepunkt im Jahresablauf und die sogenannte fünfte Jahreszeit in Crailsheim ist das „Fränkische Volksfest“, das jährlich über 250.000 Besucher anzieht. Es dauert vier Tage und beginnt traditionell am Freitag vor dem zweitletzten Montag im September. Während des seit 1841 abgehaltenen Volksfestes werden zwei Festzüge (samstags und sonntags) abgehalten und es finden zahlreiche Viehprämierungen statt. Wichtigster Bestandteil aber ist heute ein Vergnügungspark auf 40.000 Quadratmetern mit Fahrgeschäften, Buden und zwei großen Bierzelten.
Immer am letzten Juniwochenende fand von 1985 bis 2011 das Crailsheimer Wirtefest statt.
Mitte Juli findet das traditionelle Parkfest der historischen Bürgerwache Crailsheim im Park an der Spitalstraße statt
Ende August findet im Stadtteil Goldbach das Goldbacher Lichterfest statt, dass von den Bürgern des Stadtteils organisiert wird.
Im Oktober findet seit 2012 das „Suppenfest“ auf dem Schweinemarktplatz statt.
Mitte Oktober findet im Stadtteil Onolzheim der „Hammeltanz“ an zwei Tagen (sonntags und montags) statt. Es wird durch Onolzheim ein ca. 1,5 stündiger Festzug an beiden Tagen durchgeführt.
Seit 1996 wird im Sommer über vier Tage in der Innenstadt von Crailsheim ein Kulturwochenende unter freiem Himmel abgehalten, mit Musik, Theater, Tanz, Comedy und Kunst rund um das Rathaus und im Spitalpark.
Ende November findet der kulinarische Weihnachtsmarkt auf dem Schweinemarktplatz und rund um das Rathaus statt.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Crailsheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1884: Alois Paradeis, Forstmeister und Vorsitzender des Verschönerungsvereins
1906: Heinrich Krauss, Eichmeister und Gemeinderat, langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
1912: Richard Blezinger, Fossiliensammler und Apothekenbesitzer
1923: Friedrich Hummel, Stadtpfarrer und Dekan, Historiker
1955: Friedrich Fröhlich, Stadtschultheiß und Bürgermeister
1987: Theodora Cashel, Gründerin der Patenschaft mit Worthington
2002: Robert J. Demuth, Bürgermeister a. D. von Worthington, Minnesota, USA
Söhne und Töchter der Stadt
Adam Weiß (um 1490–1540), Reformator
Anna Dürrin (* um 1530), Opfer der Hexenverfolgung
Anna Dasing, „die Seilerin“ genannt, († 1594), war in Crailsheim die letzte in einem Hexenprozess hingerichtete Frau
Johann Karl von Horlacher (1769–1852), Mediziner und Leibarzt des preußischen Generalfeldmarschalls Blücher
Alexander Cranz (1779–1845), württembergischer Oberamtmann
Georg Christian Haug (1807–1885), württembergischer Oberamtmann
Daniel Ley (1812–1884), Unternehmer
Georg Heinrich von Merz (1816–1893), Prälat und Generalsuperintendent von Reutlingen
Karl Fröhlich († 22. Januar 1882 in Schachen), Botaniker
Eugen von Dorrer (1857–1916), geboren in Roßfeld, württembergischer Generalleutnant
Carl Faber (1859–1910), Reichstagsabgeordneter
Hermann Gunßer (1871–1934), Gastwirt und Reichstagsabgeordneter
Hans Sachs (1874–1947), Reichstagsabgeordneter
Kurt Schneider (1887–1967), Psychiater
Karl Waldmann (1889–1969), NSDAP-Politiker
Eugen Grimminger (1892–1986), Mitglied der Widerstandsbewegung Weiße Rose
Julius Habermeier (1905–1986), Landtagsabgeordneter
Inge Aicher-Scholl (1917–1998), Kulturschaffende und Schriftstellerin
Hans Scholl (1918–1943), Widerstandskämpfer (Weiße Rose)
Werner Utter (1921–2006), einer der ersten Flugkapitäne der Deutschen Lufthansa nach dem Krieg
Peter Stoll (1931–2015), Forstmann und Naturschützer
Hans Mattern (* 1932), Biologe und Naturschützer
Hermann Bachmaier (* 1939), Politiker (SPD), von 1983 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages
Mathias Waske (1944–2017), Maler
Manfred Kaufmann (* 1946), Gynäkologe und Senologe
Hans-Jörg Hager (* 1948), Unternehmer
Manfred David (1950–2011), Politiker (SPD) und Finanzfachwirt
Randolf Rausch (* 1950), Geologe
Wolfgang Meyer (* 1954), Klarinettist
Erich Paulmichl (1955–2012), Karikaturist
Sabine Meyer (* 1959), Klarinettistin
Thomas Häcker (* 1962), Pädagoge
Helmut Walter Rüeck (* 1962 in Crailsheim-Altenmünster), Politiker (CDU), von 2001 bis 2016 Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg
Susanne Bay (* 1965), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg
Philipp zu Hohenlohe-Langenburg (* 1970), seit 2004 Chef des Hauses Hohenlohe-Langenburg
Alexander Neidlein (* 1975), Rechtsextremist, NPD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg
Christoph G. Grimmer (* 1985), Wissenschaftler, Sachbuchautor, Dozent und Journalist
Ralf Kettemann (* 1986), Fußballspieler
Michael Smolik (* 1991), Kickboxweltmeister
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Werner Ansel (1909–1988), von 1948 bis 1972 Landrat in Crailsheim
Paul Maar (* 1937), Kinderbuchautor, arbeitete in Crailsheim
Literatur
Johann Kaspar Bundschuh: Creilsheim. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 546–552 (Digitalisat). 
Bernd Friedel: Crailsheim im Feuerregen. Die letzten Kriegsmonate der im Zweiten Weltkrieg heftig umkämpften Stadt. Mit Berichten über die dramatischen Ereignisse in den Dörfern und Städten im Altkreis Crailsheim. Hohenloher Druck- und Verlagshaus, Crailsheim 1985, ISBN 3-87354-133-5; 3. Aufl., ebenda 1988, ISBN 3-87354-133-5.
Traudl Kleefeld, Hans Gräser und Gernot Stepper: Hexenverfolgung im Markgraftum Brandenburg-Ansbach und in der Herrschaft Sugenheim mit Quellen aus der Amtsstadt Crailsheim (= Mittelfränkische Studien. Bd. 15; Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch Franken. Bd. 19). Historischer Verein für Mittelfranken, Ansbach 2001, ISBN 3-87707-573-8.
Gottfried Stieber: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761. 
Creilsheim, S. 294–306 (Digitalisat)
Onolzheim, S. 614–616 (Digitalisat)
Roßfeld, S. 667–669 (Digitalisat)
Trienspach, S. 818–820 (Digitalisat)
Weschgertshaußen, S. 940–941 (Digitalisat)
Karl Wiedmann: Krail und Horaff – Stadtarchäologische Forschungen zur Siedlungs- und Baugeschichte der Stadt Crailsheim (= Historische Schriftenreihe der Stadt Crailsheim. Bd. 6). Hrsg. vom Stadtarchiv Crailsheim, Crailsheim 2008, ISBN 978-3-00-026238-8.
Weblinks
 Commons: Crailsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Crailsheim in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Crailsheim – in der Beschreibung des Oberamts Crailsheim von 1884
Karte des Stadtgebietes von Crailsheim auf: Kartendienste der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) (Hinweise)
Karte der Crailsheimer Innenstadt auf: Geodatenviewer des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (Hinweise)
Stadt Crailsheim
Geschichte Crailsheims (PDF; 2,16 MB; 36 Seiten)
Größte solarthermische Anlage Deutschlands in Crailsheim eingeweiht. In: baden-wuerttemberg.de.25. Mai 2012
Crailsheim … ein historischer Stadtrundgang. Texte: Crailsheimer Historischer Verein, Pfarrer König †, überarbeitet von K. Wiedmann und F. Förtsch (PDF; 4,2 MB; 9 Seiten)