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Geschichte
Stadt und Schloss Dachau, Ansicht um 1750
Parkseite: Schloss Dachau
Schlossberg mit Schloss und Rathaus
Frühgeschichte und Antike

Die altwasserreiche Amper konnte hier durch einige Furten durchquert werden. Die ältesten Funde im Raum Dachau gehen daher bis in die Steinzeit zurück. In der Latènezeit siedelten Kelten in der Umgebung Dachaus.[2] Im 1. Jahrhundert eroberten die Römer das Gebiet und gliederten es in die Provinz Raetien ein. Drei römische Straßen kreuzten sich bei der Straßenstation Ambra beim Ortsteil Würmmühle und führten teilweise durch das heutige Stadtgebiet.[3][4]

Das alte Dachau

Die erste urkundliche Erwähnung von Dachau findet sich in einer mittelalterlichen Schenkungsurkunde der Edlen Erchana von Dahauua an den Bischof von Freising, die beide aus dem Adelsgeschlecht der Aribonen stammen. Mit dieser Urkunde überschrieb sie im Jahr 805 n. Chr. ihre fünf Kolonenhöfe samt den dazugehörigen Leibeigenen nach ihrem Tod dem Bischof von Freising.

Die Herkunft des Namens Dachau ist nicht eindeutig geklärt. Er könnte sowohl auf keltische als auch – was wahrscheinlicher ist – althochdeutsche Ursprünge zurückgehen. Danach setzt sich der Name Dachau aus den althochdeutschen Worten für daha (Lehm) und ouwe (von Wasser umflossenes Land) zusammen.[5] Beide Varianten werden auf den lehmigen Boden des tertiären Hügellandes zurückgeführt.

Ab dem 12. Jahrhundert diente Dachau als Sommersitz für zahlreiche bayerische Fürsten.
Zwischen 1240 und 1270 erhielt Dachau Marktrechte, entweder von Herzog Otto II. oder seinem Sohn, Herzog Ludwig II. dem Strengen. Von 1467 und 1501 war Dachau eine Domäne des abgedankten Herzogs Siegmund und so bestand das kurzlebige Herzogtum Bayern-Dachau, das nach dem Tode des Herzogs wieder an Bayern-München zurückfiel.

Zwischen 1546 und 1577 wurde von den Wittelsbachern das Schloss Dachau im Stil der Renaissance umgebaut. In den Jahren 1715 bis 1717 wurde es von Joseph Effner dann nach neuester französischer Mode barockisiert. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden der Nord-, Ost- und Südflügel der Schlossanlage wegen Baufälligkeit abgebrochen. Der Tanz- oder Gartensaaltrakt blieb bis heute erhalten. Im ersten Stock dieses Traktes ist noch die originale, aus Holz gefertigte Renaissancekassettendecke zu sehen. Reste der Terrassierung am Schloßberg zeugen heute noch vom dortigen Obstanbau für die Hofküche. Dachau war in früheren Jahrhunderten für die hervorragende Qualität des hier in geschützten Lagen erzeugten Tafelobstes berühmt.

Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort Heimat zahlreicher Künstler. Die Künstlerkolonie Dachau machte den Ort zur bedeutendsten Malerkolonie neben Worpswede in Deutschland außerhalb der großen Städte. Um diesem Status gerecht zu werden, wurde bei der verspäteten Feier zum 1100-jährigen Jubiläum des Marktes 1908 im Dachauer Schloss eine städtische Gemäldegalerie eröffnet.

Zeit des Nationalsozialismus und Konzentrationslager
Heinrich Himmler bei einer Visite im KZ-Dachau am 8. Mai 1936
180-Grad-Panorama der KZ-Gedenkstätte Dachau
Hauptartikel: KZ Dachau

Am 15. November 1933 wurde der frühere Markt Dachau zur Stadt erhoben.

Zu unrühmlicher Bekanntheit gelangte Dachau durch das 1933 von den Nationalsozialisten errichtete Konzentrationslager Dachau, das erste „offizielle“ Lager, das neben Auschwitz zum Inbegriff der Konzentrationslager wurde. Seit dem 1. April 1939 gehörte die frühere Königliche Pulver- und Munitionsfabrik, das spätere Konzentrationslager, zum Stadtgebiet Dachau. Das Konzentrationslager war Ausbildungsstätte der SS-KZ-Wachmannschaften und ist heute Gedenkstätte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Schießplatz bei Hebertshausen zwischen Oktober 1941 und April 1942 von SS-Mannschaften aufgrund des „Kommissarbefehls“ Massenerschießungen Tausender sowjetischer Kriegsgefangener durchgeführt. Auf dem Waldfriedhof im Stadtteil Etzenhausen wurden 1945 vor allem diejenigen ehemaligen Häftlinge des KZ Dachau begraben, die in den Monaten unmittelbar nach der Befreiung des Lagers noch an den Folgen der Haft starben. Darüber hinaus findet sich hier die letzte Ruhestätte von jüdischen Häftlingen, die den Todesmarsch vom KZ Flossenbürg nach Dachau Ende April 1945 nicht überstanden. Ein weiterer Gedenkort ist seit 1959 der Ehrenfriedhof Leitenberg.

Dachau nach dem Zweiten Weltkrieg
Konrad-Adenauer-Straße

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Dachau, wie auch in vielen anderen bayerischen Gemeinden, Heimatvertriebene angesiedelt, was zu einem Bevölkerungszuwachs von ca. 30 bis 40 % führte. Nach vorübergehender Unterbringung in den Baracken des ehemaligen Konzentrationslagers wurden die Familien bei der einheimischen Bevölkerung untergebracht. Erst die Erweiterung durch die Neubaugebiete in Dachau-Süd sowie die neue Siedlung Dachau-Ost brachten hier eine Entspannung. Insgesamt wuchs so die Bevölkerung des Ortes während der „Wirtschaftswunder“zeit sehr stark an und es erfolgte ein Strukturwandel vom bäuerlichen-kleingewerblich geprägten Ort zu einem Wohnort mit vielen Pendlern.

Die ehemalige SS-Unterkunft beim KZ Dachau wurde nach 1945 von der US-Armee als Eastman Barracks belegt. 1973 zog dort die Bayerische Bereitschaftspolizei (VI. Abteilung) ein.

Bei der Kommunalwahl 2002 wurden im Wahlfälschungsskandal von Dachau Stimmen hundertfach zugunsten von mehreren CSU-Kandidaten manipuliert.

Im Jahr 2007 wurde die traditionsreiche MD-Papierfabrik, mit 350 Arbeitsplätzen größter Arbeitgeber der Stadt, geschlossen.[6]

Eingemeindungen und Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung Dachau

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte Dachau einen großen Zuzug von Industriearbeitern, vor allem für das Pappengewerbe, zu verzeichnen. Aber auch die Künstlerkolonie brachte Dachau einen Bevölkerungszustrom. Durch die neue Eisenbahnverbindung nach München waren auch erste Verstädterungstendenzen zu beobachten. So stieg die lange konstante Einwohnerzahl Dachaus von 1404 im Jahr 1861 auf 5764 im Jahr 1910. Der rasche Anstieg auf über 7000 Einwohner ist auf die Eröffnung einer Pulver- und Munitionsfabrik 1915 zurückzuführen. Dachau litt deshalb zwischen den beiden Weltkriegen unter einer großen Wohnungsnot. Ein weiterer Anstieg war ab 1933 durch den Zuzug von SS-Angehörigen zu verzeichnen.

Am 1. April 1939 wurden mehrere Gebiete nach Dachau eingemeindet. Das waren:

Gemeinde Etzenhausen (komplett): Etzenhausen, Steinkirchen, Webling, Teile des SS-Lagers, Obergrashof (insgesamt 2510 Neubürger)
Gemeinde Augustenfeld: Polln, Ober- und Unteraugustenfeld, Pappenfabrik Schuster, Obermoosschwaige (insgesamt 1300 Neubürger)
Gemeinde Günding: Holzgarten, Bad, Udlding (insgesamt 280 Neubürger)
Gemeinden Prittlbach und Hebertshausen: Teile des SS-Geländes (insgesamt 3.520 Neubürger)

Dadurch stieg die Einwohnerzahl sprunghaft von 9.960 auf 17.570.[7]

Nach dem Krieg kam es zum Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, die sich langfristig in Dachau niederließen. So verzeichnete man 1960 bereits 29.036 Einwohner. Auch kam es zu einem verstärkten Zuzug von Gastarbeitern während der Anwerbezeit von 1955 bis 1973.

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Pellheim eingegliedert.[8] Die Ortschaft Mitterndorf der Gemeinde Günding kam am 1. Mai 1978 hinzu. Teile der Nachbargemeinde Karlsfeld folgten am 1. Januar 1979.[9] Mit Wirkung ab 1. Februar 1973 wurde Dachau zur Großen Kreisstadt erhoben.[10]

Seit den 1980er Jahren sorgt die Suburbanisierung und die steigende Attraktivität der Metropolregion München für einen kontinuierlichen Zuzug nach Dachau. Im Zuge dessen stieg die Einwohnerzahl von 33.950 im Jahr 1980 auf 42.954 im Jahr 2010.

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1840 1.304 1960 29.036 2005 39.922
1861 1.404 1970 34.107 2010 42.954
1910 5.764 1980 33.950 2015 46.705
1916 7.054 1990 35.387
1919 7.225 1995 36.454
1926 7.148 2000 38.398

Politik
Rathaus
Stadtrat

Der Stadtrat besteht in der Legislaturperiode 2014–2020 aus 40 Mitgliedern und dem Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD), der sich 2014 in einer Stichwahl gegen den zuvor amtierenden Peter Bürgel (CSU) mit 53,6 % zu 46,3 % durchsetzen konnte. In der konstituierenden Sitzung wurden Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) für das „ökologisch-grüne Lager“[11] im Stadtrat zum Zweiten Bürgermeister gewählt, die Dritte Bürgermeisterin stellt mit Gertrud Schmidt-Podolski die CSU.[12]

Partei Stimmenanteil Sitze
CSU 38,00 % 15
SPD 17,98 % 7
Bündnis 90/Die Grünen 10,04 % 4
Bündnis für Dachau 9,61 % 4
Überparteiliche Bürgergemeinschaft (ÜB) 9,27 % 4
Freie Wähler Dachau (FW) 7,89 % 3
Bürger für Dachau (BfD) 4,94 % 2
FDP 2,28 % 1
Wahlbeteiligung: 43,50 %

Wappen

Das Dachauer Wappen zeigt in Blau drei Schildchen, deren Zeichen in Zusammenhang mit der Geschichte des bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher stehen: in Rot ein silberner Sporn, in Schwarz ein links gewendeter, rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe, in Silber eine blaue Schlange mit roter Zunge.

Der Sporn, der bereits 1374 das Dachauer Siegel zierte, stammt vermutlich aus dem Wappen von Hans von Marschalck, der in der Zeit von 1371 bis 1373 Dachauer Schlosspfleger im Dienste der Wittelsbacher war. Der pfalzbayerische Löwe unterstreicht die enge Verbindung Dachaus zum Haus Wittelsbach seit den 1180er-Jahren. Früher wurde der Schild mit dem Löwen als das apokryphe Wappen der Grafen von Dachau gedeutet, die mit Konrad III. im Jahre 1182 ausstarben. Die Schlange ist das Wappentier der Familie Visconti, das Elisabetta Visconti, die Tochter des Mailänder Stadtherrn Bernabò Visconti, nach Bayern brachte. Die Mailänderin, die 1396 den bayerischen Herzog Ernst heiratete, erhielt die Stadt Landsberg am Lech und den Markt Dachau als Morgengabe.

Die Farben der Stadt sind Weiß und Rot.

Städtepartnerschaften
Osterreich Österreich: Klagenfurt am Wörthersee in Kärnten
Italien Italien: Fondi
Niederlande Niederlande und Belgien Belgien: Kulturpartnerschaft mit den Künstlerkolonien Renkum (Niederlande), und Tervuren (Belgien), seit 2005[13]
Paraguay Paraguay: Freundschaftliche Beziehungen mit Areguá
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Dachau
Stadtpfarrkirche St. Jakob
Filialkirche St. Johann
Evangelische Friedenskirche von 1953

Zu den Sehenswürdigkeiten Dachaus gehören zunächst die Altstadt und das Rathaus sowie der Hofgarten und der Englische Garten des Schlosses Dachau. Anteil am kulturellen Leben Dachaus haben auch die Dachauer Gemäldegalerie, welche vor allem Exponate mit Landschaften aus der Umgebung Dachaus zeigt, die Neue Galerie Dachau – eine Sammlung von Werken aus der modernen Kunst – und das Bezirksmuseum, das die Kulturgeschichte und Volkskunde Dachaus beleuchtet.

Nennenswerte Sakralbauten sind unter anderem die Stadtpfarrkirche St. Jakob und die Filialkirche St. Laurentius in Etzenhausen, bei der das heutige Erscheinungsbild hauptsächlich in der Zeit ab 1500 geprägt wurde. Die Filialkirche St. Johann in der Schillerstraße wurde in den Jahren 1932/1933 gebaut und seit 2000 für griechisch-orthodoxe Gottesdienste genutzt.[14] Weitere sehenswerte Pfarrkirchen sind St. Nikolaus und Maria im Ortsteil Mitterndorf, Heilig Kreuz in Dachau-Ost, die heute unter Denkmalschutz steht, die evangelische Friedenskirche Dachau,[15] welche 1953 fertiggestellt wurde, und die Gnadenkirche Dachau aus dem Jahr 1964.

Bekannt ist Dachau vor allem als ehemaliger Standort des Konzentrationslagers Dachau in der Zeit des Nationalsozialismus, an das die KZ-Gedenkstätte als Mahnstätte erinnert. Daneben liegt das Karmel Heilig Blut, das Kloster der Karmelitinnen an der KZ-Gedenkstätte.

Zur sehenswerten Natur Dachaus zählt das Dachauer Moos.

Denkmäler

Seit 1964 erinnert ein Denkmal des Bildhauers Will Elfes an die Massenerschießungen Tausender sowjetischer Kriegsgefangener. Weitere Gedenkstätten an den Gräbern Tausender KZ-Opfer befinden sich auf dem Friedhof Leitenberg, dem Waldfriedhof Dachau sowie auf dem Rathausplatz zur Erinnerung an den „Dachauer Aufstand“. [16]

Regelmäßige Veranstaltungen
Dachauer Volksfest ⊙48.25850611.435893

Das Dachauer Volksfest[17] hat seinen Ursprung in Pferderennen, die ab 1652 veranstaltet wurden und bereits eine Art Volksfestcharakter hatten. Der ursprüngliche Ort dieser Veranstaltungen war die sogenannte Zieglerwiese, wo sich bis Dezember 2006 die „Postschule“ befand. Diese Feste wurden in mehr oder weniger größeren Zeitabschnitten gefeiert. Im Jahr 1894 wurde zum ersten Male der Glückshafen der Stadt Dachau aufgestellt, eine Warenverlosung zugunsten der Dachauer Armenkasse, heute Bürgerspitalstiftung. 1920 wurde das Volksfest von der Zieglerwiese auf den heutigen Platz, die Ludwig-Thoma-Wiese, verlegt. Seit 1946 findet das Dachauer Volksfest dort regelmäßig jedes Jahr statt. Das Dachauer Volksfest findet jedes Jahr zehn Tage im August von einem Samstag bis zum übernächsten Montag statt. Dabei endet das Volksfest immer am Montag nach dem Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August. Fällt Maria Himmelfahrt auf einen Montag, so endet das Fest spätestens am 22. August und frühestens am 16. August wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt. In ungeraden Jahren findet seit 1989 am ersten Volksfestsonntag der Dachauer Kinderfestzug statt. Das Dachauer Volksfest hat traditionell den billigsten Bierpreis von allen großen Volksfesten Bayerns. Seit 2002 findet jedes Jahr am Vorabend zum Volksfest im großen Festzelt der Blechblos’n-Tag statt.

Jedes Jahr am zweiten Juli-Samstag wird das Dachauer Altstadtfest veranstaltet. Zu diesem Anlass wurde viele Jahre lang ein Bierkrug mit einem historischen Motiv herausgegeben. Ältere Ausgaben dieser Bierkrüge werden von Sammlern zu einem vierstelligen Euro-Betrag gehandelt.

Ebenfalls jährlich findet ein Christkindlmarkt in der Dachauer Altstadt statt, während dessen Verlauf die Rathausfront über dem Weihnachtsmarkt als Adventskalender dient.

Internationale Meisterkonzerte mit klassischer Kammermusik bieten seit 1979 die Dachauer Schlosskonzerte im Renaissance-Saal des Dachauer Schlosses.

In den Sommermonaten findet jedes Jahr der Dachauer Musiksommer mit einer Vielzahl an Einzelveranstaltungen statt. Zu den Künstlern, die in Dachau bereits auftraten, zählen unter anderem Haindling, Angelo Branduardi, Umberto Tozzi, Nigel Kennedy, Abdullah Ibrahim, Bireli Lagrene, Calexico, The National, Lambchop und Fiddler’s Green.

Jedes Jahr veranstalten Dachauer Vereine in der letzten Septemberwoche das Kulturspektakel Amperitiv auf der Ludwig-Thoma-Wiese.

Am 15. August jeden Jahres findet in der Altstadt das Dachauer Bergkriterium, eines der größten Straßenradrennen in Bayern, statt.

Seit 2005 verleiht die Stadt Dachau alle zwei Jahre den Dachau-Preis für Zivilcourage. Außerdem verleiht die Stadt Dachau gemeinsam mit dem Dachauer Jugendrat jährlich den Dachauer Jugendpreis.

In jedem Jahr findet um Allerheiligen in der Turnhalle in der Brunngartenstraße eine der schönsten Vogelschauen in Bayern statt. Seit 2007 richtet der Vogelschutz- und Zuchtverein eV Dachau und Umgebung eine offene Stadtmeisterschaft aus.

Sport
Der ASV Dachau war bereits mehrmals Deutscher Meister in der Volleyball-Bundesliga. Mit dem TSV 1865 Dachau existiert nur noch ein weiterer Sportverein in Dachau, da dieser mit dem SSV Dachau zusammengelegt wurde.
Der Billard-Verein BSV Dachau ist der deutsche Mannschaftsmeister im Poolbillard 2005 und 2006. Unter anderem gehören der Europatrainer im Poolbillard, Andreas Huber (Billardtrainer), sowie viele erfolgreiche Einzelspieler diesem Verein an.
Der Fußballverein JFG Dachau-Land 06 ist in mehreren Ortschaften im Landkreis Dachau aktiv.
Wirtschaft und Infrastruktur
Windrad nördlich von Dachau

Die ehemals wichtigsten Stützen der Dachauer Wirtschaft, die Ziegelherstellung und die Papierproduktion (Schließung der Papierfabrik am 1. Juli 2007), befinden sich im Niedergang. Einige der größten Arbeitgeber innerhalb der Stadt Dachau sind das Ersatzteillager der MAN, die Firma Autoliv und die Amperklinik.

Das in den 1990ern erweiterte Gewerbegebiet am Schwarzen Graben hat eine Ansiedlung von Großmärkten ermöglicht. Durch die vermehrte Ansiedlung großer Supermärkte am Schwarzen Graben nahm das Aussterben kleinere Geschäfte gerade in der Dachauer Altstadt zu. Bis auf das Gewerbegebiet gibt es in Dachau längs der Münchner Straße und am Anfang der Schleißheimer Straße vorrangig noch Einzelhandel.

Verkehr
Straße

Im Süden Dachaus geht die Münchner Straße über in die Bundesstraße 304 nach München. Am Südrand des gesamten Stadtgebiets verläuft die Bundesstraße 471. Sie führt im Westen zur Bundesautobahn 8 (München–Stuttgart) und nach Fürstenfeldbruck, und im Osten zur Bundesautobahn 92 (Richtung Flughafen München und Deggendorf) und nach Oberschleißheim. Über die genannten Ausfallstraßen und Autobahnen besteht mittelbar Anschluss zum Autobahnring A99.

Dachau Bahnhof
Bahn

Dachau ist mit der Linie S2 der S-Bahn München per Schiene an den MVV angeschlossen und Endpunkt des „Zehn-Minuten-Taktes“, der trotz offizieller Einführung aus „betrieblichen Gründen“ regelmäßig entfällt. Am Dachauer Bahnhof verzweigt sich die S2 in die Bahnstrecke Dachau–Altomünster und nach Petershausen. Des Weiteren werden ab Dachau durchgehende Regionalverbindungen nach Ingolstadt, Treuchtlingen, Nürnberg und zum Hauptbahnhof München angeboten.

Busverkehr

Innerorts betreiben die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Dachau neun Buslinien:

Ringlinie 716: Dachau, Bf – Watzmannstraße – Schulzentrum – Dachau, Bf
Ringlinie 717: Dachau, Bf – Moosstraße
Ringlinie 718: Dachau, Bf – Am Rennplatz – Stadtweiher – Dachau, Bf
Ringlinie 719: Verbindet den Bahnhof direkt mit der Altstadt.
Ringlinie 720: Fährt vom Bahnhof über Hallenbad und Freibad zum Krankenhaus und über Altstadt und Dachau-Ost zurück.
Ringlinie 722: Bedient die Ziele der Linie 720 in umgekehrter Reihenfolge, im Gegenuhrzeigersinn.
Ringlinie 724: Verbindet den Bahnhof mit dem Industriegebiet Dachau-Ost sowie dem Stadtteil Dachau-Süd.
Ringlinie 726: Verbindet den Bahnhof mit der Gedenkstätte des Konzentrationslagers.
Ringlinie 744: Benutzt eine ähnliche Route wie die Linie 724, lässt aber verkehrsintensive Straßen aus.[18]

Zudem wird die Stadt Dachau von einer Linie der MVG bedient:

Linie 172: Dachau Bhf – Karlsfeld – München-Feldmoching Bhf (– Am Hart)

Diese an ihren blauen Bussen erkennbare Münchner Stadtbuslinie ist die einzige außerhalb Münchens verkehrende Linie der Münchner Verkehrsgesellschaft.

Bildung

In Dachau gibt es ein weitreichendes Spektrum an öffentlichen und privaten Schulen, bestehend aus vier Grundschulen, drei Hauptschulen (auch mit M-Zweig), einer Montessorischule (Grund- und Hauptschule), einem sonderpädagogischen Förderzentrum, einer Realschule, zwei Gymnasien (Josef-Effner-Gymnasium Dachau, abgekürzt JEG, und Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau, abgekürzt ITG), der staatlich anerkannten Wirtschaftsschule Scheibner e.V. (abgekürzt WSS), einer Berufsschule sowie einer griechischen Schule.

Es gibt zudem ein breites Angebot in der Erwachsenenbildung. Diese wird hauptsächlich von der städtischen Volkshochschule Dachau und dem katholischen Dachauer Forum getragen.

Öffentliche Einrichtungen
Studentenwohnheim (altes Postgelände) neben der Stadtbibliothek
Krankenhäuser:

Die ehemals zwei Kliniken von Dachau, das Kreiskrankenhaus und die Dr.-Koschade-Klinik (spätere Frauenklinik Dachau), schlossen sich in den 1990er Jahren zusammen. Nach großen Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Kreiskrankenhaus zwischen den Jahren 1997 und 2005 wurde die Frauenklinik stillgelegt. Das heute Amperklinikum Dachau genannte Haus der HELIOS Kliniken GmbH hat sich zu einem modernen Krankenhaus der Schwerpunktversorgung entwickelt und hält die Fachabteilungen Innere Medizin I und II, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Neurologie, Physikalische Medizin, Schmerztherapie und Plastische- und Wiederherstellungschirurgie vor.

Bayerische Bereitschaftspolizei: VI. Bereitschaftspolizeiabteilung
Polizeiinspektion Dachau der Bayerischen Landespolizei
Technisches Hilfswerk OV Dachau
Freiwillige Feuerwehr Dachau e. V.
Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Dachau
Dachau als Filmstadt

Die Kreisklinik diente als Drehort für zwei Filme des Komikers Didi Hallervorden. Ebenfalls hier wurden Aufnahmen zu der Arztserie Dr. Stefan Frank gedreht. Die Krimiserie Agathe kann’s nicht lassen wurde teilweise in der Dachauer Altstadt gedreht.

Seit August 2007 wird auf dem ehemaligen Gelände des Feinpappenwerks Schuster, danach Firma Seeber, die neue Serie Dahoam is Dahoam des Bayerischen Fernsehens aufgezeichnet. Hierfür wurden die alten Gebäude aufwendig umgebaut und saniert.

Einige Szenen der Serie Um Himmels Willen wurden im Hörhammerbräu in der Dachauer Altstadt gedreht.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Dachau
Söhne und Töchter der Stadt
Joseph Effner (1687–1745), Baumeister, Gartenarchitekt und Dekorateur
Quirin Weber (1693–1751), Orgelbauer
Josef Goller (1868–1947), Glasmaler und Grafiker
Maria Langer-Schöller (1878–1969), Malerin, Grafikerin und Autorin
Aloys Fleischmann (1880–1964), Komponist, Kirchenmusiker
Wilhelm von Thoma (1891–1948), General der Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg
Simon Hohenegger (1898–1990), Maler
Theodor Maunz (1901–1993), Verwaltungsrechtler
Richard Huber (1902–1982), Maler
Margarete Thiemann (1909–1950), Malerin
Rainer Bertram (1932–2004), Schlagersänger und Fernsehregisseur
Justus Josef Erhorn, genannt Biwi (1935–2006), Wirt der Gaststätte Kochwirt und ein Dachauer Original
Hedi Heres (1939–2010), Radio- und Fernsehmoderatorin
Hans-Jürgen Bäumler (* 1942), Eiskunstläufer und Schauspieler
Michael Lerchenberg (* 1953), Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Intendant
Johann Langenegger (* 1958), Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr und Divisionskommandeur
Norbert Göttler (* 1959), Schriftsteller und Fernsehregisseur
Andreas Huber (* 1969), Poolbillard-Trainer
Klaus Gronewald (* 1971), Journalist und Moderator
Ioannis Melissanidis (* 1977), Kunstturner und Schauspieler
Ben Münchow (* 1990), Schauspieler und Synchronsprecher
Stephan Kling (* 1981), Fußballspieler
Maximilian Allgeier (1982), Schauspieler
Eva-Maria Fitze (* 1982), Eiskunstläuferin
Johannes Strasser (* 1982), Basketballspieler
Alexander Meile (* 1983), Schauspieler
Gela Allmann (* 1984), Trailrunning- und Skitourenläuferin, Model, Autorin und Coach
Anton Fink (* 1987), Fußballspieler
Cathy Hummels (* 1988), Moderatorin
Annika Preil (* 1990), Schauspielerin
Quirin Moll (* 1991), Fußballspieler
Moritz Preuss (* 1995), Handballspieler
Lukas Pfretzschner (* 2000), Volleyball- und Beachvolleyballspieler
Personen mit Beziehung zur Stadt
Franz von Paula Kiennast (1728–1793), Lehrer und Förderer des Laientheaters
Johann Georg von Dillis (1759–1841), Maler
Carl Spitzweg (1808–1885), Maler des Biedermeier
Eduard Schleich d. Ä. (1812–1874), Maler, Vorreiter der Dachauer Künstlerkolonie
Joseph Wenglein (1845–1919), Maler
Otto Piltz (1846–1910), Maler
Ludwig Dill (1848–1940), Maler, Mitglied der Dachauer Künstlerkolonie
Heinrich Gogarten (1850–1911), Landschaftsmaler und Vertreter des Symbolismus, Mitglied der Dachauer Künstlerkolonie
Heinrich von Zügel (1850–1941), Maler und Hochschullehrer
Adolf Hölzel (1853–1934), Maler, Mitglied der Dachauer Künstlerkolonie
Otto Strützel (1855–1930), Landschaftsmaler
Lovis Corinth (1858–1925), Maler, Vertreter des deutschen Impressionismus
August Pfaltz (1859–1917), Maler
Emmy Walther (1860–1936), Malerin
Ludwig Thoma (1867–1921), Schriftsteller, arbeitete als Rechtsanwalt in Dachau.
Hermann Stockmann (1867–1938), Maler
Ignaz Taschner (1871–1913), Bildhauer, Grafiker und Illustrator, wirkte und verstarb in Dachau.
Christian Morgenstern (1871–1914), Dichter und Schriftsteller
Paula Wimmer (1876–1971), Malerin und Grafikerin des frühen Expressionismus, Mitglied der Künstlergruppe Dachau und der Kunstvereinigung Dachau
Hans Müller-Dachau (1877–1925), deutscher Maler[19]
Giulio Beda (1879–1954), italienischer Maler
Carl Thiemann (1881–1966), Maler, Lithograph, Radierer und Holzschneider
August Kallert (1882–1958), Maler
Willy Moralt (1884–1947), Maler
Toni Danzer (1891–1951), autodidaktischer Maler
Ernst Toller (1893–1939), Schriftsteller, Politiker und Revolutionär
Otto Fuchs (1897–1987), Ingenieur (Luftfahrtpionier) und autodidaktischer Maler
Otto Fuchs (1911–2000), Maler
Achim Oster (1914–1983), General der Bundeswehr
Karl Huber (1928–2009), Maler und Bildhauer, wohnte ab 1963 in Dachau.
Wolfgang Sauer (1928–2015), Jazz- und Schlagersänger
Roman Herzog (1934–2017), Jurist, ehemaliger Verfassungsrichter und Alt-Bundespräsident, lebte in Dachau
Christiane Herzog (1936–2000), Gattin des Alt-Bundespräsidenten, lebte in Dachau.
Manfred Berger (* 1944), Erziehungswissenschaftler und Freizeithistoriker, Autor
Patrick Lindner (* 1960), Schlagersänger
Michael Krimmer (* 1974), Journalist und Autor
Martina Ittenbach (* 1979), Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin
Clemens Ostermann (1984–2007), Synchronsprecher und Musiker
Literatur
Hans-Günther Richardi: Dachauer Zeitgeschichtsführer. Dachau 1998.
Franz Dionys Reithofer: Chronologische Geschichte von Dachau in Baiern. München 1816 (E-Kopie).
Dachauer Museumsschriften Band 1: Wilhelm Neuhäuser. Herausgeber: Museumsverein Dachau e.V. in Zusammenarbeit mit der Verlagsanstalt „Bayerland“ Dachau, 1985.
Weblinks
 Commons: Dachau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dachau – Reiseführer
Website der Stadt Dachau
Eintrag zum Wappen von Dachau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet Dachau
Dachau: Amtliche Statistik des LfStat