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Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Darmstadt
Der Name „Darmstadt“
Darmstadt – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Ältester Stadtplan Darmstadts von ca. 1759 von (Kaspar Ludwig) Bettenhäuser. (Beachte: Hier ist Osten oben.)
Darmstadt im Jahr 1816, ein Aquarell von Johann Heinrich Schilbach
Ernst-Ludwigsplatz mit Weißem Turm nach einer Postkarte von ca. 1899

Der Ursprung des Namens Darmstadt ist ungeklärt. Die älteste erhaltene Erwähnung der Ansiedlung unter der Bezeichnung Darmundestat stammt aus dem 11. Jahrhundert, mehrere Jahrhunderte nach Gründung der Siedlung. Die Erklärungsversuche zum Ursprung des Namens sind sehr unterschiedlich:

Die Lokalpresse bevorzugt die Erklärung, dass Darmstadt die befestigte Siedlung eines königlichen Wildhübners mit Namen Darimund war.
Eine andere Deutung sieht den Namen als Ableitung der Begriffe darre für Tor oder Hindernis und mund für Schutz, somit wäre Darmundestat also eine Siedlung an einem befestigten Durchgang.
Eine weitere Herleitung will die keltischen Wortstämme dar für Eiche oder Baum und mont für Berg erkennen.
Ferner wird auch versucht, den Darmbach als Urheber des Namens zu identifizieren. Dieser Theorie folgend wäre Darmstadt entweder die Stätte am Wildbach (Dam-unda-stat) oder die Stätte am Moorbach (Darm-unda-stat). Gegen diese These spricht aber, dass der Darmbach nach aktuellen Erkenntnissen erst später so genannt wurde.

Weitere ausführliche Erklärungen zur Namensherleitung im Parallelartikel: Geschichte der Stadt Darmstadt

Historische Namensformen

Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[9]

Darmundestat (2. Hälfte 11. Jahrhundert)
Darmistat (1234)
Darmstat
Darmestat (1315)
Darmstad (1377)
Darmbstadt (1451)
Darmstatt (1477)
Darmstait (1479)
Darmstadt (1488)
Darmbstadt (1555)
Darmstatt (1586)
Darmbstatt (1600)
Eingemeindungen

Die Gemeinde Bessungen wurde am 1. April 1888 eingegliedert. Am 1. April 1937 kamen Arheilgen und Eberstadt sowie ca. 25 % Griesheims, darunter der Truppenübungsplatz mit dem August-Euler-Flugplatz, die Siedlung Tann und das heutige Sankt Stephan, hinzu.[10] Wixhausen folgte am 1. Januar 1977.[11]

Ausgliederungen

Am 1. Januar 1977 wurde die Sankt Stephans-Siedlung mit damals etwa 2.000 Einwohnern an die Nachbarstadt Griesheim zurückgegeben.[11]

Wüstungen

Klappach war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ein Weiler, gelegen südlich des Dorfes Bessungen bei Darmstadt.

Einwohnerentwicklung
Bevölkerungsentwicklung der Stadt Darmstadt 1570–2016

Am 1. April 1937 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt auf Grund der Eingemeindungen von Arheilgen und Eberstadt die Grenze von 100.000. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt zwischen 1939 (115.000 Einwohner) und 1945 (70.000 Einwohner) rund 40 Prozent (45.000) ihrer Bewohner. 1953 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Ihren bisherigen Höchststand erreichte die Einwohnerzahl von Darmstadt am 31. Dezember 2016 mit 159.982 gemeldeten Einwohnern.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 sind es meist Schätzungen, danach Volkszählungsergebnisse (farbig hinterlegt) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl uneinheitlich erhoben.

Jahr Einwohner
1570 1.220
1600 1.515
1619 2.400
1634 2.000
1636 1.100
1648 1.000
1676 1.790
1700 1.895
1772 9.800
1804 11.219[12]
1816 15.391
1830 23.242
3. Dez. 1846 26.300
Jahr Einwohner
3. Dez. 1861 28.526
3. Dez. 1864 29.225
1. Dez. 1871 33.800
1. Dez. 1875 37.273
1. Dez. 1880 41.199
1. Dez. 1885 43.146
1. Dez. 1890 55.883
2. Dez. 1895 63.168
1. Dez. 1900 72.381
1. Dez. 1905 83.123
1. Dez. 1910 87.089
1. Dez. 1916 71.410
8. Okt. 1919 82.367
Jahr Einwohner
16. Jun. 1925 89.465
16. Jun. 1933 93.222
17. Mai 1939 115.196
31. Dez. 1945 69.539
13. Sep. 1950 94.788
25. Sep. 1956 123.306
6. Jun. 1961 136.412
31. Dez. 1965 140.066
27. Mai 1970 141.224
31. Dez. 1975 137.018
31. Dez. 1980 138.201
31. Dez. 1985 134.181
25. Mai 1987 134.272
Jahr Einwohner
31. Dez. 1990 138.92000
31. Dez. 1995 138.98000
31. Dez. 2000 138.24200
31. Dez. 2005 139.10300
31. Dez. 2007 141.058[13]
31. Dez. 2010 144.402[14]
31. Dez. 2011 145.84500
31. Dez. 2012 150.15500
31. Dez. 2013 149.74300
31. Dez. 2014 154.002[15]
31. Dez. 2015 155.35300
31. Dez. 2016 159.982[16]

Volkszählungsergebnisse farbig hinterlegt

Religionen
Statistik

Am 31. Dezember 2015 waren von den Einwohnern Darmstadt 28,9 % evangelisch-lutherische Christen, 18,7 % Katholiken und mit 52,5 % mehrheitlich Sonstige (einer anderen bzw. keiner Konfession).[17]

Christentum
Evangelische Stadtkirche
Marktplatz um 1900
Orangerie (Darmstadt) – südliche Fassade

Darmstadt ist Hauptstadt des Dekanats Darmstadt im Bistum Mainz (bis zur Reformation Erzbistum Mainz). 1526 führte Landgraf Philipp der Großmütige die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein, so dass Darmstadt lange Zeit eine lutherische Stadt blieb. Die Christen reformierten Bekenntnisses erhielten erst 1770/71 das Recht, Gottesdienste abzuhalten. Da Darmstadt Residenzstadt war, befand sich hier das Konsistorium (Kirchenverwaltung) der Evangelischen Landeskirche in Hessen, die 1934 bzw. 1947 mit den Landeskirchen von Frankfurt und Nassau vereinigt wurde. Ferner befindet sich in Darmstadt der Sitz der Superintendentur beziehungsweise Propstei Starkenburg. Heute sind alle evangelischen Gemeindeglieder Darmstadts – sofern sie nicht zu einer evangelischen Freikirche oder einer Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehören – dem Dekanat Darmstadt-Stadt innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet.

Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert wieder in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1790 gestattet, wieder Gottesdienste abzuhalten. 1827 wurde die kuppelüberdachte Ludwigskirche fertiggestellt.

Des Weiteren finden sich in Darmstadt verschiedene christliche Freikirchen, von denen einige der Evangelischen Allianz angeschlossen sind. Hierzu gehören beispielsweise das Christliche Zentrum Darmstadt (CZD), die Freie Evangelische Gemeinde Darmstadt (FeG), die Freie Christengemeinde (FCG), die Gemeinde der Christen Ecclesia, die Christliche Gemeinde (Brüderbewegung) sowie zahlreiche andere christliche Gemeinschaften.

Auch die Orthodoxie ist in Darmstadt vertreten. Die russisch-orthodoxe Gemeinde feiert Gottesdienste in der Russischen Kapelle (Kirche der Hl. Maria Magdalena) auf der Mathildenhöhe, die griechisch-orthodoxe Gemeinde in der Kirche des Hl. Nikolaos in Eberstadt.

Judentum

Auch ein aktives jüdisches Gemeindeleben gibt es in Darmstadt. 1988 wurde die neue Synagoge eingeweiht.

Gedenktafel auf dem Julius-Landsberger-Platz, am Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt (2013)

Im Oktober 2003 wurden während der Bauarbeiten auf dem Gelände der Klinikum Darmstadt GmbH Reste der am 9. November 1938 zerstörten Liberalen Synagoge freigelegt. Ein Teil dieser einstigen Synagoge wurde 1940 bei der Anlage eines Löschwasserbeckens zerstört. 1970 wurden aufgrund neuerlicher Erweiterungsbauten der Klinik weitere Fundamente beseitigt. Die Liberale Synagoge wurde 1873 bis 1876 erbaut. Neben den Fundamentresten wurden im Keller nicht nur Reste einer Umluftheizung gefunden, sondern auch zahllose Metall- und Glasfragmente. Das konservatorische Konzept des Landesamtes für Denkmalpflege, das die Sicherung der Funde übernommen hat, verfolgt eine „ungeschönte und möglichst unveränderte Darstellung des geschichtlichen Momentes der Zerstörung“. Der Besucher kann seit November 2009 das Fundareal in einem Erinnerungsort Liberale Synagoge besichtigen.[18] Ein Mitarbeiter des Instituts Mathildenhöhe stellte bis zum Jahre 2006 ein Modell der Liberalen Synagoge im Maßstab 1:50 fertig. Es befindet sich seit 2010 im Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde.[19]

Die Orthodoxe Synagoge Darmstadts an der Bleichstraße wurde ebenfalls am 9. November 1938 zerstört. 2010 erinnerte ein Gedenkstein an den Standort des Gotteshauses.[20]

Seit einigen Jahren sind im Darmstädter Stadtgebiet symbolische „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig zu finden. Diese sollen, im Boden vor Gebäuden eingelassen, an deren ehemalige jüdische Bewohner erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben oder ermordet wurden.

Islam
Nuur-ud-Din-Moschee

In Darmstadt gibt es mehrere muslimische Gemeinden unterschiedlicher religiöser oder ethnischer Gruppen. Die größten Moscheen sind die Emir-Sultan-Moschee der ATIB-Gemeinde, IRD (Islamische Religionsgemeinschaft Darmstadt e. V.), die arabischsprachige Salam Moschee (Mesjid Issalaam) und, unter anderem, auch die Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft Nuur-ud-Din-Moschee. Daneben gibt es mehrere andere Gebetsräume, insbesondere der vom türkischen Staat betriebenen DİTİB-Gemeinden.

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Darmstadt besteht aus 71 gewählten Stadtverordneten. Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[21] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[22][23]

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung

Wahl der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung 2016

 %3020100

29,7 %18,2 %17,2 %9,2 %7,7 %6,8 %5,3 %3,7 %1,8 %0,3 %

GrüneCDUSPDAfDUFFB.LinkeFDPUWIGAPiratenSonst.
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2011
 %p 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

-3,2 %p
-6,6 %p-4,1 %p+9,2 %p+1,2 %p+2,9 %p+2,1 %p+0,2 %p-1,1 %p-0,7 %p
GrüneCDUSPDAfDUFFB.LinkeFDPUWIGAPiratenSonst.

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
5

12

1

21

4

13

3

5

7
5 12 1 21 4 13 3 5 7 

Insgesamt 71 Sitze Linke: 5 SPD: 12 Piraten: 1 Grüne: 21 FDP: 4 CDU: 13 UWIGA: 3 UFFB: 5 AfD: 7

Wahlvorschläge  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 29,7 21 32,9 23 15,5 11 16,4 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,2 13 24,8 18 30,1 21 34,2 24
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,2 12 21,3 15 29,0 21 33,5 24
AfD Alternative für Deutschland 9,2 7
UFFBASSE Unabhängige Fraktion Freier Bürger –
Aufrecht, Spontan, Subkulturell, Eigensinnig
7,7 5 6,5 5 6,3 5 2,1 2
DIE LINKE. DIE LINKE. 6,8 5 3,9 3 2,1 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,3 4 3,2 2 6,8 5 6,5 5
UWIGA Unabhängige Wählervereinigung, hervorgegangen aus der Interessengemeinschaft Abwasser 3,7 3 3,5 3 6,0 4
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,8 1 2,9 2
Sonstige Wahlvorschläge, die keinen Sitz errungen haben 0,3 0 1,0 0 1,1 0 1,3 0
Die Frauen Feministische Partei DIE FRAUEN 1,0 1 1,3 1
WASG WASG 2,0 1
OS / 3 Offene Stadt[24] 1,7 1
LEU LISTE EUROPA DARMSTADT 1,6 1
PDS-DKP / Offene Liste Partei des Demokratischen Sozialismus –

Deutsche Kommunistische Partei / Offene Liste

1,3 1
Gesamt 100,0 71 100,0 71 100,0 71 100,0 71
Wahlbeteiligung in % 47,8 49,4 43,7 49,5

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung
Bürger- und Ordnungsamt in der Grafenstraße 30
Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Darmstadt
Magistrat

Diese Personen sind aktuell hauptamtliche Mitglieder des Magistrates der Stadt Darmstadt (zusätzlich gehören dem Magistrat 13 ehrenamtliche Mitglieder an):1

Name Funktion Partei
Jochen Partsch Oberbürgermeister Grüne
Rafael Reißer Bürgermeister, Stadtrat (Schuldezernat) CDU
André Schellenberg Stadtkämmerer CDU
Barbara Boczek Baudezernentin Grüne
Barbara Akdeniz Stadträtin (Sozialdezernat) Grüne

1 Stand: September 2011[25]

Bürgermeister
Stadtwappen auf Kanaldeckel

An der Spitze der Stadtverwaltung stand im Mittelalter ein Schultheiß. Spätestens ab Mitte des 15. Jahrhunderts gibt es zudem das Amt des Bürgermeisters, der zunächst jedoch nur die Aufgaben eines Stadtkämmerers hatte. Erst nach und nach gingen die Aufgaben der Stadtverwaltung vom Schultheiß auf den Bürgermeister über.

Vermutlich schon im 15., spätestens aber im frühen 16. Jahrhundert wurde das Bürgermeisteramt doppelt vergeben, so dass es sowohl einen „Ratsbürgermeister“ gab (später Oberbürgermeister genannt), der vom Stadtrat für ein Jahr gewählt wurde, als auch einen „jüngeren Bürgermeister“ (später Unterbürgermeister, heute schlicht Bürgermeister), der von der Bürgerschaft gewählt wurde.

Ab 1874 waren die Oberbürgermeister hauptamtlich tätig. Seit 1993 wird das Stadtoberhaupt direkt vom Volk gewählt. Vorher wählte die Stadtverordnetenversammlung den Oberbürgermeister.

Darmstadt gilt als rot-grüne Hochburg, die SPD stellte bis 2011 alle Nachkriegs-Oberbürgermeister. 2011 wurde Jochen Partsch (Grüne) als Nachfolger von Walter Hoffmann in dieses Amt gewählt, seine Vereidigung fand am 21. Juni 2011 statt; der Amtsantritt war der 25. Juni 2011. Er führt einen grün-schwarzen Magistrat an.

Oberbürgermeister seit 1945

Amtszeit Name Partei
1945–1950 Ludwig Metzger SPD
1951–1971 Ludwig Engel SPD
1971–1981 Heinz Winfried Sabais SPD
1981–1993 Günther Metzger SPD
1993–2005 Peter Benz SPD
2005–2011 Walter Hoffmann SPD
seit 2011 Jochen Partsch Grüne

Oberbürgermeister bis 1945

Amtszeit Name Partei
1874–1891 Albrecht Ohly
1891–1909 Adolf Morneweg NLP (?)
1909–1929 Wilhelm Glässing NLP
1929–1933 Rudolf Mueller DDP
1933 Heinrich Müller NSDAP
1934–1945 Otto Wamboldt NSDAP

Ortsbeirat

Im Stadtteil Wixhausen wurde gemäß § 8 der Hauptsatzung der Stadt ein Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern und ist zu wichtigen, den Stadtteil Wixhausen betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt.

Finanzen

Darmstadt gehört zu den am höchsten verschuldeten Städten Hessens. Mit Offenbach am Main und Kassel gehört Darmstadt zu den kreisfreien Städten in Hessen, die aufgrund ihrer schlechten Finanzlage berechtigt sind, am Kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen teilzunehmen. Die Stadt hatte 2010 rund 300 Millionen Euro Schulden.[26]

Zum Jahresende 2012 führte Darmstadt die Ranking-Liste der 103 kreisfreien Städte Deutschlands mit einer Gesamtschuld von rund 1,849 Milliarden Euro im öffentlichen Bereich an. Auf jeden Einwohner kamen somit 12.622 Euro Schulden.[27]

Wappen

Das Wappen der Stadt Darmstadt zeigt unter einer auf den oberen Schildrand gesetzten rot ausgeschlagenen großherzoglichen Krone im geteilten Schild, oben in Gold ein blau bewehrter und bezungter, wachsender roter Löwe, unten in Blau eine silberne Lilie. Das Wappen wird oft ohne Krone dargestellt.

Das Wappen mit Löwe und Lilie befindet sich bereits auf einem Schlussstein des unteren Gewölbes des Stadtkirchenturmes aus dem 15. Jahrhundert. Das Wappen wurde 1917 in den heutigen Formen und Farben vom damaligen Großherzog von Hessen neu verliehen. Der Löwe ist das Wappentier der Grafen von Katzenelnbogen, die über die Stadt herrschten. Der Löwe der Katzenelnbogener ist ebenfalls in den Wappen von Auerbach (Bensheim-Auerbach), Zwingenberg a.d.B., Pfungstadt, Katzenelnbogen und St. Goar zu sehen. Die Lilie ist später in das Wappen eingefügt worden, vermutlich zur Unterscheidung von Löwendarstellungen in anderen Wappen. Die Herkunft der Lilie ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Es wird jedoch vermutet, dass die Lilie die ursprünglich der Gottesmutter Maria geweihte Stadtkirche in Darmstadt versinnbildlichen soll. Die Lilie gilt als Zeichen der Reinheit und wird daher oft als Attribut der Gottesmutter Maria dargestellt.

Kleines Stadtwappen
Kleines Wappen der Stadt Darmstadt

Das kleine Wappen der Stadt Darmstadt zeigt im geteilten Schild, oben in Gold einen blau bewehrten und bezungten, wachsenden roten Löwen, unten in Blau eine silberne Lilie.

Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften-Schild in Darmstadt

Darmstadt unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Niederlande Alkmaar, Niederlande, seit 1958
Frankreich Troyes, Frankreich, seit 1958
Vereinigtes Konigreich Chesterfield, Vereinigtes Königreich, seit 1959
Osterreich Graz, Österreich, seit 1968
Norwegen Trondheim, Norwegen, seit 1968
Turkei Bursa, Türkei, seit 1971 (seit 24. März 2017 von Bursa ausgesetzt)
Polen Płock, Polen, seit 1988
Ungarn Szeged, Ungarn, seit 1990
Ungarn Gyönk, Ungarn, seit 1990
Deutschland Freiberg, Sachsen, Deutschland, seit 1990
Italien Brescia, Italien, seit 1991
Schweiz Saanen-Gstaad, Schweiz, seit 1991
Ukraine Uschgorod, Ukraine, seit 1992
Lettland Liepāja, Lettland, seit 1993
Spanien Logroño, Spanien, seit 2002
Vereinigte Staaten San Antonio, Vereinigte Staaten, seit 2017

„Ort der Vielfalt“

Am 23. September 2008 erhielt Darmstadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Hochzeitsturm stilisiert als Stadtsignet der Stadt Darmstadt
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Darmstadt
Theater

In Darmstadt befinden sich mehrere Theater.

Das bekannteste ist das Staatstheater mit Großem Haus, dem Kleinen Haus und den Kammerspielen. Im Theater HalbNeun wird Unterschiedliches aufgeführt, das Portfolio reicht vom Kabarett „Kabbaratz“ bis zu Auftritten von Musikgruppen.

In Bessungen findet sich das Kindertheater „Kikeriki“ und das in der ehemaligen Bessunger Turnhalle aufgeführte Erwachsenen-Puppentheater „Comedy-Hall“ mit verschiedenen Programmen. Die Vorstellungen der „Darmstädter Neuen Bühne“ sind regelmäßig ausverkauft. Mit dem „Theater Moller Haus“ verfügt die freie Theaterszene in Darmstadt über eine eigene Spielstätte.
Im „Darmstädter Pädagog“ befindet sich das „Theater im Pädagog“ (TiP).
Das „HoffART Theater“ befindet sich im Martinsviertel.

Aufgrund der zahlreichen Hochschulen hat Darmstadt auch eine lebendige studentische Theaterszene. Hier hat sich vor allem die Studentenverbindung „musische gruppe auerbach“ mit regelmäßigen Theater- und Musicalproduktionen etabliert. Eine Ausgründung der „musischen gruppe auerbach“ ist die Improvisationstheatergruppe „KurzFormChaos“, die im Rhein-Main-Gebiet aktiv ist.[28]

Museen

Das Hessische Landesmuseum ist ein Universalmuseum mit zahlreichen und umfangreichen Dauerausstellungen, u. a. zu Funden aus der Grube Messel und dem Werkkomplex Joseph Beuys.

Das wichtigste Museum zum Jugendstil ist das Museum Künstlerkolonie Darmstadt im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe. Es zeigt die Geschichte der Darmstädter Künstlergemeinschaft von 1899 bis 1914 und das künstlerische Schaffen ihrer Mitglieder. Werke sind die von ihnen entworfenen Gegenstände des täglichen Gebrauchs, aber auch anderes aus der Kunst des Jugendstils. Daneben befinden sich auch im Hessischen Landesmuseum im Untergeschoss Schmuck, Gerät und Möbel des Jugendstils u. a. von Joseph Maria Olbrich, Peter Behrens und Henry van de Velde.

Blick vom Eingang des Landesmuseums
Ausstellungsgebäude neben dem Hochzeitsturm
Eröffnung der Ausstellung Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren

Auf der Mathildenhöhe geht es aber nicht nur um die Vergangenheit der Gestaltung:
Im Design Haus Darmstadt werden abwechselnd von den dort ansässigen Instituten Design Zentrum Hessen e. V. und dem Institut für Neue Technische Form – INTEF Ausstellungen gezeigt.

Darmstadt wurde in den vergangenen Jahrhunderten geprägt durch seine Funktion als Residenzstadt. Dazu bietet das Schlossmuseum im Glockenbau des Schlosses einen Überblick über 250 Jahre höfischen Lebens. Das berühmteste Exponat war die „Darmstädter Madonna“ von Hans Holbein, die sich seit 2012 in der Johanniterhalle in Schwäbisch Hall befindet. Am Rande des Herrngartens liegt das barocke Prinz-Georg-Palais mit der Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung. Teil der umfangreichen dort ausgestellten Bestände ist auch die weltweit größte Sammlung an Kelsterbacher Porzellan. Im Jagdschloss Kranichstein, einem der wenigen noch erhaltenen Renaissance-Jagdschlösser in Deutschland, befindet sich heute ein Jagdmuseum mit Jagdwaffen und -geräten, Einrichtungsgegenständen und Gemälden mit Jagddarstellungen.

Die Kunsthalle Darmstadt präsentiert im Jahr vier bis fünf Ausstellungen von nationalem und internationalem Rang. Schwerpunkt sind die Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst. Ebenso bietet das neben dem Hochzeitsturm gelegene Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe wechselnde Ausstellungen.

Auch Technikgeschichte ist in Darmstadt in verschiedensten Formen zu besichtigen: Das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein zeigt Lokomotiven, Wagen und anderes historisches Eisenbahnmaterial in originalgetreuer Umgebung. Im Haus für Industriekultur sind eine Ausstellung von Maschinen aus der Druckindustrie, Schriftgießerei und alte Techniken des Buchdrucks zu finden. Auf der Mathildenhöhe wird im „Institut für Neue Technische Form – Braun Design Sammlung“ Industriedesign seit 1955 gezeigt.

Der Stadtgeschichte widmen sich weitere kleinere Museen: Das Altstadtmuseum im Hinkelsturm, dem letzten Wehrturm der Stadt, erinnert u. a. mit einem Modell der Altstadt von 1930 an die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Altstadt Darmstadts. Dort befinden sich zudem Überreste der mittelalterlichen doppelten Stadtmauer.[29] Das Wixhäuser Dorfmuseum ist ein Heimatmuseum in einem fränkischen Fachwerkbauernhaus mit alten Möbeln und Hausrat aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Ferner:

Kunst Archiv Darmstadt
Kunstfabrik
Kunstfabrik[30]
Kunstpunkt
Ziegelhütte
Musik
Die Centralstation im Carree

Die Stadt Darmstadt beherbergt die Akademie für Tonkunst, das Internationale Musikinstitut Darmstadt (IMD) und das Jazzinstitut Darmstadt. Veranstaltungen wie die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik und das Darmstädter Jazzforum haben über die Jahrzehnte dazu beigetragen, dass die Stadt ein wichtiger internationaler Begegnungsort für Musiker und Musikwissenschaftler geworden ist.

In Darmstadt gibt es verschiedene bekannte Chöre, darunter den Bach-Chor Darmstadt e. V., die Darmstädter Kantorei, den Konzertchor Darmstadt e. V., die Kirchenmusik in der Pauluskirche Darmstadt, den SurpriSing Chor 2002 Darmstadt e. V. und das Vocalensemble Darmstadt e. V. Weiterhin sind zu nennen die Darmstädter Residenzfestspiele e. V., die Darmstädter Hofkapelle, Marching Devils e. V., Chor und Orchester der TU Darmstadt und der Musikzug Darmstadt e. V.

Seit 1999 findet jährlich an vier Tagen Ende Mai das Schlossgrabenfest statt.

Darüber hinaus gilt Darmstadt als Hochburg der klassischen Gitarre. Davon zeugen unter anderem die jährlich stattfindenden Darmstädter Gitarrentage, die stets im Dezember internationale Größen der Gitarrenszene in die Stadt locken.

Literarisches Leben
Das John-F.-Kennedy-Haus, Sitz des Literaturhauses Darmstadt, am Kennedyplatz in Darmstadt

Die Kultur- und Wissenschaftsstadt Darmstadt strahlt außergewöhnlich stark auf das Gebiet der Literatur aus, was an ansässigen Literaturinstituten und -vereinigungen wie auch den zahlreichen hier vergebenen Literaturpreisen deutlich wird.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit Sitz auf der Mathildenhöhe ist hier zur Pflege und Förderung der deutschen Literatur und Sprache aktiv. Sie vergibt alljährlich den Georg-Büchner-Preis, den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung, den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay sowie den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

Die Stadt Darmstadt veranstaltet mit dem Literarischen März einen Literaturwettbewerb für Nachwuchsautoren im Bereich der Lyrik mit Vergabe der Leonce-und-Lena-Preise und Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise. Alle drei Jahre vergibt die Stadt außerdem den Ricarda-Huch-Preis. Das Darmstädter Literaturhaus ist als Zentrum der zahlreichen Literaturgesellschaften und -initiativen anzusehen; regelmäßig werden hier Lesungen angeboten. Der Deutsche Literaturfonds fördert die deutschsprachige Gegenwartsliteratur durch Vergabe des Kranichsteiner Literaturpreises sowie weiterer Preise und Stipendien.

Auch die Schriftstellervereinigung P.E.N.-Zentrum Deutschland hat ihren Sitz in Darmstadt, wie auch die Martin-Behaim-Gesellschaft zur Verbreitung des deutschen Buchs im Ausland.

Die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt ist heute in ihrer Funktion als zentrale Universitätsbibliothek organisatorisch in die Technische Universität Darmstadt eingebunden. Weiterhin ist sie als Landesbibliothek zuständig für die wissenschaftliche Literatur- und Informationsversorgung der Region Darmstadt und Südhessen. Daneben unterhält die Stadt die Stadtbibliothek Darmstadt als Bildungs- und Kultureinrichtung für alle Bevölkerungsgruppen.

Bauwerke
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Darmstadt
Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm
Orangerie im Stadtteil Bessungen
Waldspirale
Russische Kapelle, Mathildenhöhe
Weißer Turm
Mediendatei abspielen Auf der Mathildenhöhe (2008)

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bausubstanz durch Kriegshandlungen sehr stark beschädigt und in der Innenstadt fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende wurden die meisten Ruinen abgebrochen, wodurch bis auf wenige Ausnahmen praktisch alle historischen Bauwerke von kunstgeschichtlichem Wert – darunter sämtliche Adels- und Bürgerhäuser, das Kasino, das Kleine Theater, das Ständehaus, die Kasernen, der Neue Fürstenhof, das Alte und das Neue Palais – verloren gingen. Die Wiederherrichtung der übrigen Gebäude fand meist in vereinfachter Form mit moderner Innengestaltung statt.[31]

Innenstadt

In der Innenstadt befinden sich

das Alte Rathaus,
der Luisenplatz mit dem „Langen Ludwig“,
das Schloss am Marktplatz,
der Karolinenplatz und Friedensplatz,
der Mollerbau,
die Ludwigskirche (die katholische Hauptkirche der Stadt),
die Pauluskirche,
die Stadtkirche (evangelische Hauptkirche der Stadt),
der Weiße Turm,
das alte Pädagog (ehemalige Lateinschule),
das Kongresszentrum „darmstadtium“,
der Alte Friedhof und
die Ehemalige Großherzogliche Landwirtschaftskammer.
Darmstadt-Ost
Hauptartikel: Mathildenhöhe
Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm (Wahrzeichen der Stadt), einem Bauwerk des Jugendstil-Architekten Joseph Maria Olbrich, Alice-Hospital, Russischer Kapelle und Künstlerkolonie
Bismarckturm, ehemaliger Aussichtsturm mit Festplatz auf dem Dommerberg
Bessungen
Orangerie
Prinz-Emil-Schlösschen im Prinz-Emil-Garten
Wolfskehl’scher Park
Ludwigshöhe Darmstadt, Berg im Süden der Stadt (246 m ü. NN) mit dem Ludwigsturm, einem 28 m hohen Aussichtsturm; in unmittelbarer Nähe befindet sich die Volkssternwarte Darmstadt
Bessunger Friedhof
Jüdischer Friedhof
Sonstiges
Waldspirale, ein Wohnkomplex, der von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurde
Waldfriedhof im Westen der Stadt
Hofgut Oberfeld vormals Hofmeierei, Großherzogliche Hofdomäne in Hessen-Darmstadt und Staatsdomäne des Landes Hessen steht unter Ensemble- bzw. Denkmalschutz. Seit 2006 ist die gemeinnützige Stiftung Hofgut Oberfeld Eigentümerin des Hofgutes und Pächterin des Domänenlandes. Eine ökologische Landwirtschaft wird aufgebaut. Eine Initiative „Lernort Bauernhof“ hat ihre Arbeit aufgenommen. Der Verein Lebensweg e. V. will Wohn- und Arbeitsplätzen für behinderte Menschen auf dem Hofgut schaffen.
Jugendstilbad, 1909 als „Volksbad“ eröffnet, später „Zentralbad“ genannt, 2005–2008 Sanierung und denkmalgerechte Restaurierung, 2008 als „Jugendstilbad“ wiedereröffnet[32]
Die ehemalige Kyritzschule dient heute als Frauenzentrum und Kinderhort.
Parks
Bürgerpark Nord
Herrngarten
Kapellplatz
Landgraf-Philipps-Anlage
Mathildenplatz
Orangerie-Garten
Platz der Deutschen Einheit
Prinz-Emil-Garten
Prinz-Georg-Garten
Park Rosenhöhe
Wolfskehl’scher Park
Schlossgarten
Naturdenkmäler
Klipsteineiche mit einem Brusthöhenumfang von 6,82 m (2015).[33]
Sport

Der bekannteste Darmstädter Sportverein ist der SV Darmstadt 98, der aktuell (Mai 2017) gerade aus der ersten Fußball-Bundesliga abgestiegen ist und seine Heimspiele im Merck-Stadion am Böllenfalltor sowie im HEAG-Stadion (Kunstrasenplatz) austrägt. Weitere bekannte Darmstädter Sportvereine sind der DSW 1912 Darmstadt, mit vielen deutschen Meisterschaften einer der erfolgreichen Schwimm- und Triathlonvereine Deutschlands, sowie die Darmstadt Diamonds, eines der ersten American-Football-Teams in Hessen (Stadion am Böllenfalltor und Stadion im Bürgerpark Nord, Rasenplatz). Der RSC Darmstadt ist der einzige süddeutsche Vertreter in der höchsten Spielklasse des Rollhockey. Daneben gibt es zwei Baseballvereine in Darmstadt, die in der Bundesliga spielen oder spielten, die Darmstadt Rockets und die Darmstadt Whippets.

Zwei Spitzenverbände des Deutschen Sportbundes haben ihren Sitz in Darmstadt, nämlich der Deutsche Leichtathletik-Verband und der Deutsche Verband für Modernen Fünfkampf.

Der WV Darmstadt’70 ist einer der Traditionsvereine des Hessischen Wasserballsports. Nach dem Zusammenschluss 1970 aus den drei großen Schwimmvereinen Darmstadts entwickelte sich der Verein schnell zu einem Erfolgsgarant und stieg schnell bis in die Regionalliga Süd auf, in der der WVD’70 bis heute ohne Unterbrechung zu finden ist. Der Verein ist neben seinen Herrenmannschaften stolz auf seine 1986 gegründete Damenmannschaft.

Der Darmstädter Lauf-Treff[34] ist mit über 60 Betreuern nicht nur der größte, sondern mit Gründungsjahr 1974 auch einer der ältesten Deutschlands. Der Lauftreff ist ehrenamtlich organisiert und kein Verein, jeder kann kostenlos mitlaufen.

Am 28. Juni 1980 verlief die 2. Etappe der Tour de France 1980 (Radrennen) durch Darmstadt. Jene Etappe war in Frankfurt am Main gestartet worden und verlief über 276 km bis nach Metz.

Der Knastmarathon Darmstadt wird seit 2007 auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Darmstadt als Marathonlauf für Inhaftierte und externe Freizeitsportler mit über 100 Teilnehmern ausgetragen.

Der Datterich Ultra – benannt nach dem Mundartstück von Ernst Elias Niebergall – ist ein Volkstriathlon mit hohem Unterhaltungswert, bei dem jedes Mitglied der je elfköpfigen Mannschaften ein Zehntel der Ultra-Triathlon-Strecken 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen leisten muss. Wegen des großen Andrangs ist der Datterich inzwischen in zwei Sportereignisse aufgeteilt worden, zunächst die Veranstaltung für Hobby-Mannschaften aller Art, einige Wochen später dann die für Firmen-Mannschaften.

Die Sektion Darmstadt-Starkenburg[35] des Deutschen Alpenvereins gehört mit über 10.000 Mitgliedern (Stand 2014) zu den größten Sport- und Kulturvereinen in Darmstadt. Sie entstand 2006 aus den Sektionen Darmstadt (gegründet 1870) und Starkenburg (gegründet 1884). Sie bietet ein großes Angebot an Ausbildungsveranstaltungen mit über 60 Fachübungsleitern. Zu den vereinseigenen Sportstätten gehören eine Kletterhalle und ein Steinbruch in Heubach (Odenwald). Daneben wird ein gepachteter Steinbruch bei Hainstadt (Breuberg) für den Klettersport unterhalten. Die Sektion betreibt zwei alpine Schutzhütten in Tirol, Österreich: Darmstädter Hütte in der Verwallgruppe auf dem Gebiet von Sankt Anton am Arlberg und Starkenburger Hütte in den Stubaier Alpen bei Neustift im Stubaital.

Breit gefächert sind die vom Hochschulsportzentrum der TU Darmstadt angebotenen Sportarten. Neben Studierenden und Angestellten der TU steht das Programm auch Interessierten über eine Mitgliedschaft im Verein zur Förderung des Darmstädter Hochschulsports e. V. offen.

Die Stadt Darmstadt ist auch regelmäßig bei den Internationalen Schülerspielen vertreten. Des Weiteren kommt der Präsident dieser Organisation, Torsten Rasch,[36] aus Darmstadt, ebenso wie der Generalsekretär, Richard Smith.

Seit 1999 gibt es wieder einen Cricket Club in Darmstadt, Darmstadt Cricket Club (TU and FH Darmstadt). Dieser Cricket Club wurde von Studierenden gegründet und nimmt jedes Jahr in der hessischen Liga teil.

Regelmäßige Veranstaltungen
April: Frühjahrsmesse auf dem Messplatz
Mai: Darmstädter Jugendstiltage
Mai: WingsForLife World Run
Mai: Schlossgrabenfest, größtes Innenstadt Open Air Hessens rund um das Darmstädter Schloss mit über 400.000 Besuchern
Juni: Darmstädter Stadtlauf; eine Sportveranstaltung in der Darmstädter Innenstadt
Juni: Schultheatertage
Juni: Nach(t)klänge, Lange Nacht der Neuen Musik
Juni: Sport- und Spielfest, eine Sport- und Spielveranstaltung im Herrngarten
Juni–Juli: Kampagne Stadtradeln
Juli: „Heinerfest“, größtes Volksfest Südhessens und zweitgrößtes Innenstadtfest Deutschlands mit etwa 700.000 Besuchern
Juli–August alle zwei Jahre: Kranichsteiner Ferienkurse für Neue Musik, auch bekannt als Internationale Ferienkurse für Neue Musik
Juli–August: Darmstädter Residenzfestspiele
August: Darmstädter Kunsthandwerkermarkt (3. August-Wochenende)
August: CSD Darmstadt
August: Darmstädter Lange Nacht (alle 2 Jahre)
August: Just for Fun, Straßentheaterfestival mit internationalen Künstlern und Artisten auf Darmstadts Straßen und Plätzen
September: Darmstädter Weinfest in der Wilhelminenstraße
September: Darmstädter Bauernmarkt in der Wilhelminenstraße
September: Lappingskerb in Bessungen und Martinskerb am Riegerplatz
September: Herbstmesse auf dem Messplatz
November/Dezember: Darmstädter Weihnachtsmarkt rund um das Schloss
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
Die Merck KGaA in der Frankfurter Straße
Bürogebäude an der Deutsche-Telekom-Allee

Die Kernbranchen des Darmstädter Wirtschaftslebens sind: der IT-Sektor, Chemie/Pharma, Maschinenbau/Mechatronik, Haarkosmetik sowie die Weltraum- und Satellitentechnik. Ihre Technologie- und Forschungsorientierung charakterisiert die Wirtschaft der Stadt. Die Nähe zu den zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsinstituten ist ein zentraler Standortfaktor, neben der Nähe zum Weltflughafen Frankfurt. Insgesamt gibt es in Darmstadt fast 130.000 Arbeitsplätze, von denen 80.000 bis 100.000 Einpendler sind. [37]

Das größte Unternehmen der Stadt ist der Chemie- und Pharmakonzern Merck, mit ca. 8.900 Beschäftigten und über 500 Auszubildenden; Sein Stammsitz ist in Darmstadt. Die Merck KGaA ist das älteste chemisch-pharmazeutische Unternehmen der Welt. Weitere bedeutende Industrieunternehmen sind die Röhm GmbH (Teil der Degussa GmbH bzw. jetzt Evonik Industries), Carl Schenck AG, Wella (heute Teil des Coty-Konzerns), Döhler GmbH und die Goldwell GmbH (Teil der KAO Corporation, Tokio, Japan). Alle diese Firmen haben in Darmstadt ausgeprägte Forschungs- oder Entwicklungsabteilungen. Eine eigene Erfolgsgeschichte schrieb die Software AG, welche 1969 mit Sitz in Darmstadt gegründet wurde und inzwischen nach der SAP AG das zweitgrößte deutsche Software-Unternehmen ist.

Auf dem Gelände des ehemaligen Fernmeldetechnischen Zentralamtes (FTZ) „Am Kavalleriesand“ sind heute mehrere Unternehmensteile der Deutschen Telekom angesiedelt. Hier ist ein großer Gebäudekomplex der T-Systems entstanden, und 2005 wurde der Firmensitz von T-Online nach Darmstadt verlegt. 2006 wurde die Tochtergesellschaft T-Online International AG jedoch wieder in den Mutterkonzern Deutsche Telekom integriert. Die Telekom und ihre Tochtergesellschaften sind zweitgrößter Arbeitgeber in der Stadt.

Die Deutsche Post AG unterhält in Darmstadt ihr TrustCenter, zuständig für die Elektronische Signatur, sowie das Briefzentrum 64. Die HEAG AG ist bekannt als das lokale Verkehrsunternehmen (Straßenbahnen und Busse der HEAG mobilo GmbH) und als regionaler Südhessischer Energieversorger (Elektrizität, Wasser und Gas der ENTEGA AG).

Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft ist ein Verlag mit Sitz in Darmstadt.

Der TÜV Hessen hat seine Zentrale im Stadtteil Bessungen.

Darmstadt besitzt ein leistungsstarkes Müllheizkraftwerk sowie ein Gasturbinenkraftwerk.

In Darmstadt sind drei Brauereien ansässig; die Ratskeller Hausbrauerei (seit 1989), die Brauerei Grohe (seit 1838) und die Darmstädter Privatbrauerei (seit 1847). Der Ratskeller ist hierbei die einzige Hausbrauerei, deren Bier man ausschließlich vor Ort konsumieren und kaufen kann. Die Brauerei Grohe ist traditioneller und vertreibt ihr Bier auch in ausgewählten Getränkenmärkten. Die wirtschaftlich erfolgreichste Brauerei ist jedoch die Darmstädter Privatbrauerei, deren Bier regional bezogen werden kann.

Europas größter IT-Vermieter Xchange Technology GmbH hat seit 1996 seinen Deutschlandsitz und die europäische Logistikzentrale in Darmstadt Arheilgen.

Ein weiteres Unternehmen der Pharmabranche ist die Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH.

Darmstadt ist Sitz der Sparkasse Darmstadt.

Das Technologie- und Innovationszentrum Darmstadt (oder TIZ Darmstadt) ist ein Gründerzentrum im Darmstädter Europaviertel, 111 Firmen haben dort momentan einen Sitz. Dazu gehört auch die cesah GmbH – „Centrum für Satellitennavigation Hessen“ mit über 30 Startups.[38]
[39]
Im Jahr 1998 haben sich die Stadt Darmstadt, die Technische Universität Darmstadt, die Industrie- und Handelskammer und die Sparkasse Darmstadt zur Innovationsgesellschaft Darmstadt mbH zusammengeschlossen.[40]
Nach Umwandlung im Jahr 2009 ist die Technische Universität Darmstadt seit Anfang 2012 die alleinige Gesellschafterin der TIZ Darmstadt GmbH.[38]
[41]

Medien

Seit den 1950er- und 60er-Jahren sind in Darmstadt im so genannten Verlagsviertel, welches mit der Idee der Mischung von rauchloser Industrie und Wohnen neu gegründet wurde, eine Großzahl an Verlagen und Druckereien vertreten. Unter den mehr als 50 Betrieben finden sich unter anderem Firmen wie die A. Springer-Tiefdruck (aufgelöst), der Verlag Hoppenstedt (2013 aufgelöst) und die ABC der deutschen Wirtschaft–Verlagsgesellschaft mbH.

Aktuelle Berichterstattung in Darmstadt findet hauptsächlich in der in Darmstadt ansässigen Tageszeitung Darmstädter Echo, daneben auch in den Regionalausgaben der Frankfurter Rundschau und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt.
Seit 2013 erscheint unter dem Titel Darmstädter Tagblatt eine neue kostenlose Darmstädter Zeitung als Wochenblatt.
Darüber hinaus erscheinen in einigen Stadtvierteln Wochen- und Monatszeitungen wie die „Bessunger Neue Nachrichten“ in Bessungen, dem Woogsviertel und der Heimstättensiedlung, der „Lokalanzeiger“ in Eberstadt und Mühltal, die Arheilger Post sowie Die Lokale Zeitung in Bessungen, dem Woogs- und Komponistenviertel und Eberstadt sowie Mühltal. Als kostenlose, monatlich erscheinende Stadtillustrierte gibt es Frizz – Das Magazin, Vorhang Auf, die kulturnachrichten sowie das Stadtkulturmagazin P.
Zweimonatlich erscheint das Frauenmagazin Mathilde.

Aus Darmstadt sendet das nichtkommerzielle Lokalradio Radio Darmstadt (Radar). Der Hessische Rundfunk und Radio FFH sind jeweils mit einem Regionalstudio in Darmstadt vertreten.

Bildung
Ehrung

Die Johann-Heinrich-Merck-Ehrung ist eine undotierte regional bezogene Ehrung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Ehrung, erstmals 1955 vergeben, kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die in ihrem Beruf einmalige oder wiederkehrende hervorragende wissenschaftliche, künstlerische oder wirtschaftliche Leistungen zur Förderung des Wohls der Stadt und der Mehrung ihres Ansehens erbracht haben. Unregelmäßig wird sie vom Stifter und Träger der Auszeichnung, dem Magistrat der Stadt, vergeben.

Hochschulen
Hochhaus der Hochschule Darmstadt
Blick auf das Residenzschloss, das den Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften und das Institut für VWL beherbergt

Nicht zuletzt wegen seiner Hochschulen konnte die Stadt Darmstadt den Titel „Wissenschaftsstadt“ erlangen. In Darmstadt sind Hochschulen mit insgesamt rund 41.000 Studierenden angesiedelt. Die prominenteste darunter ist die 1877 gegründete Technische Universität Darmstadt mit etwa 26.000 Studierenden.[42] Mit circa 13.000[43] in Darmstadt ansässigen Studierenden zweitgrößte Hochschule ist die Hochschule Darmstadt (h_da). Sie hieß bis 2006 Fachhochschule Darmstadt und ging aus der ehemaligen, 1876 gegründeten Landesbaugewerkschule, der Werkkunstschule und der Städtischen Maschinenbauschule hervor. Neben den Darmstädter Standorten ist die h_da auch mit dem „Campus Dieburg“ im Landkreis mit weiteren circa 3000 Studierenden vertreten.[44]

Neben den beiden großen Darmstädter Hochschulen existieren die 1971 gegründete und in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau befindliche Evangelische Hochschule Darmstadt (EHD) und die 1851 als private Musikschule gegründete Akademie für Tonkunst, welche den eher technischen Schwerpunkt der großen Hochschulen flankieren. An der EHD lernen etwa 1700 Studierende.[45]

Duale Studiengänge mit hochschulrechtlich gleichgestellten Abschlüssen führt die Internationale Berufsakademie durch. Darmstadt ist zudem „Korporativ Förderndes Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft.[46]

Erwachsenenbildung

Das Katholische Bildungswerk Darmstadt/Dieburg[47] ist Träger der Katholischen Erwachsenenbildung im Diözesanbildungswerk Mainz in den Kreisen Darmstadt und Dieburg.

Schulen

In Darmstadt findet man viele Schulen und Gymnasien. Dies hängt auch damit zusammen, dass viele Schüler täglich aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg nach Darmstadt zur Schule gehen. Es kommt aber auch immer wieder zu Konflikten, wenn am Anfang des Schuljahres die Darmstädter Gymnasien nicht alle Schüler aus dem Landkreis aufnehmen können.

Berufsbildende Schulen
Berufliche Schulen
Alice-Eleonoren-Schule
Erasmus-Kittler-Schule
Friedrich-List-Schule
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule
Martin-Behaim-Schule
Peter-Behrens-Schule
Private Berufliche Schule Dr. Engel Darmstadt
Progenius Berufsschule
Gymnasien

Bertolt-Brecht-Schule
Edith-Stein-Schule
Eleonorenschule
Georg-Büchner-Schule
Justus-Liebig-Schule
Lichtenbergschule
Ludwig-Georgs-Gymnasium
Schulzentrum Marienhöhe
Viktoriaschule

Abendgymnasium Darmstadt
Diesterwegschule
Kooperative Gesamtschulen
Gutenbergschule
Stadtteilschule Arheilgen
Integrierte Gesamtschulen
Bernhard-Adelung-Schule
Erich-Kästner-Schule
Mornewegschule
Freie und private Schulen

Edith-Stein-Schule
Freie Comenius Schule Darmstadt
Freie Montessori Schule Darmstadt
Freie Waldorfschule Darmstadt
Pädagogische Akademie Elisabethenstift Darmstadt
Private Berufliche Schule Dr. Engel Darmstadt
Sabine-Ball-Schule / Freie Christliche Schule Darmstadt e. V.
Schulzentrum Marienhöhe

Förderschulen
Christoph-Graupner-Schule[48]
Ernst-Elias-Niebergall-Schule[49]
Herderschule[50]
Institute und Forschungseinrichtungen
Europäisches Raumflugkontrollzentrum (ESOC), Kontrollraum der ESA in Darmstadt

Fraunhofer-Gesellschaft mit folgenden Instituten:
Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF)
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD)
Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI), August 2006 geschlossen.
Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e. V.
Center for Advanced Security Research Darmstadt (CASED) (ehemals DZI)
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung
Deutsches Kunststoff-Institut (DKI) im Fraunhofer LBf aufgegangen[51]
Europäisches Raumflugkontrollzentrum (ESA/ESOC)
Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT)
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
Institut für Biologisch-Dynamische Forschung (IBDF)
Institut für Neue Technische Form (INTEF)
Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV)
Institut Wohnen und Umwelt (IWU)
Passivhaus Institut (PHI)
Öko-Institut – Institut für angewandte Ökologie
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
Institut Mathildenhöhe
Akademie für Tonkunst
Mozart-Archiv im Turm e. V.
Ifra – Verband für Zeitungs- und Medientechnik
Internationales Musikinstitut Darmstadt (IMD)
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Hessen Design e. V.
Hessisches Staatsarchiv
Jazzinstitut Darmstadt
Deutsches Polen-Institut
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Schader-Stiftung
Volkssternwarte Darmstadt

Gerichte

Darmstadt ist Sitz von Gerichten verschiedener Gerichtsbarkeiten.

Als Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit sind das Amtsgericht Darmstadt, dessen Bezirk die Stadt Darmstadt und umliegende Gemeinden umfasst, und das Landgericht Darmstadt, dem die Amtsgerichtsbezirke südlich des Mains, einschließlich der Stadt Offenbach zugeordnet sind, im Justizzentrum am Mathildenplatz ansässig.

Die Arbeitsgerichtsbarkeit ist mit dem Arbeitsgericht Darmstadt vertreten, aus der Sozialgerichtsbarkeit sind das Sozialgericht Darmstadt und das Hessische Landessozialgericht in Darmstadt ansässig.

Mit dem Verwaltungsgericht Darmstadt ist schließlich auch eines der fünf hessischen Verwaltungsgerichte hier ansässig.

In Darmstadt befinden sich auch noch ausgelagerte Zivilsenate des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main.

Gesundheitswesen
Agaplesion Elisabethenstift gGmbH
Alice-Hospital Darmstadt
Kinderkliniken Prinzessin Margaret
Klinikum Darmstadt GmbH
Marienhospital Darmstadt
Rosenparkklinik Darmstadt GmbH
Polizei
Hauptartikel: Polizeipräsidium Südhessen
Feuerwehr

Die Feuerwehr Darmstadt besteht aus der Wache der Berufsfeuerwehr in der Bismarckstraße 86, bei der rund 160 Mitarbeiter, davon etwa 110 Beamte im Einsatzdienst, verteilt auf drei Wachabteilungen, beschäftigt sind. Unterstützt wird die Berufsfeuerwehr durch die vier Freiwilligen Feuerwehren Arheilgen, Eberstadt, Innenstadt und Wixhausen.

Militärische Einrichtungen

Die Darmstädter Garnison des Großherzogtums Hessen beherbergte, unter anderem in mehreren Kasernen in Bessungen, Anfang des 20. Jahrhunderts rund 5000 Soldaten. Sie umfasste das Leibgarde-Infanterie-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches) Nr. 115, das Garde-Dragoner-Regiment (1. Großherzoglich Hessisches) Nr. 23, das Leib-Dragoner-Regiment (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 24, das 1. Großherzoglich Hessische Feldartillerie-Regiment Nr. 25, eine Abteilung des 2. Großherzoglich Hessischen Feldartillerie-Regiments Nr. 61 und das Trainbataillon Nr. 18. Die alten Kasernengelände wurden nach dem Zweiten Weltkrieg überbaut. Daneben existierte im Westen von Darmstadt – damals auf Griesheimer Gemarkung – der Truppenübungsplatz Griesheim. Das Gelände wurde 1937 Darmstädter Stadtgebiet.

Die Bundeswehr unterhält in Darmstadt zwei Kasernen:

die Major-Karl-Plagge-Kaserne, die vor 2006 Frankenstein-Kaserne hieß und größtenteils auf Pfungstädter Gemarkung liegt
die Starkenburg-Kaserne, die in den 1950er Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Lokomotivenreparaturwerkstätten errichtet wurde, wird seit einer Privatisierung durch die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH als Systeminstandsetzungszentrum genutzt.[52]

Das Kreiswehrersatzamt mit seinen 38 Mitarbeitern wurde im Zuge der Bundeswehrreform 2011 aufgelöst.[53]

Karte von 1980 mit den Einrichtungen der US-Streitkräfte in Darmstadt und der näheren Umgebung

Die US-Streitkräfte haben 2008 den Standort Darmstadt offiziell aufgelöst. Bis zu 10.000 GIs waren hier stationiert.[54] Eine Reihe von Einrichtungen wurden in Darmstadt unterhalten, insbesondere in Kasernen aus den 1930er Jahren.

Cambrai-Fritsch-Kaserne (Cambrai-Kaserne und Freiherr-von-Fritsch-Kaserne)
Kelley Barracks (Leibgarde-Kaserne)
Nathan Hale QM Area (Heeresverpflegungslager)
Lincoln-Siedlung
St.-Barbara-Siedlung
Darmstadt Army Airfield (August-Euler-Flugplatz)

Ein Trainingskomplex in der Nähe des Flugplatzes wurde nicht aufgegeben, sondern zum Dagger Complex ausgebaut.

Die frühere Ernst-Ludwig-Kaserne wurde in den 1990er Jahren geräumt und 2003 abgerissen. Das Gelände wurde im Rahmen des „Projekt Eigenheim 2004“ in ein Wohngebiet, den Ernst-Ludwig-Park, umgestaltet. Die St.-Barbara-Siedlung wurde zwischenzeitlich bereits saniert und wird nun zivil genutzt. Die Lincoln-Siedlung, Cambrai-Fritsch-Kaserne und Jefferson-Siedlung in Bessungen sind Konversionsflächen und sollen zu zivilen Wohngebieten umgebaut werden.[55]

Sonstige Behörden

Darmstadt ist der Sitz des Hessischen Rechnungshofs, des Regierungspräsidiums Darmstadt und einer Geschäftsstelle der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Verkehr
Straßenverkehr
Umweltzone in Darmstadt seit 1. November 2015

Durch das westliche Stadtgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Karlsruhe–Frankfurt) und 67 (Mannheim–Rüsselsheim). Beide treffen sich am Darmstädter Kreuz.

Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 3 (Heidelberg–Frankfurt), B 26 (Wolfskehlen−Bamberg), B 42 (Bonn−Darmstadt), B 426 (Obernburg−Gernsheim) und B 449 (Darmstadt−Mühltal).

Die Stadt wird durch Flixbus, Ecolines und Eurolines an das innerdeutsche und internationale Fernbusnetz angeschlossen.

Als Teil des Luftreinhalteplans führte Darmstadt zum 1. November 2015 eine Umweltzone ein und weitete das Durchfahrtsverbot für Lkw aus.[56] Demnach dürfen nur noch PKW mit einer grünen Schadstoffplakette oder einer Sondergenehmigung in das Stadtgebiet einfahren. Ausgenommen hiervon sind die Abschnitt der B 3 ab Wixhausen zur B 42 in Richtung Autobahnauffahrt A 5 in Weiterstadt, die A 672, die Abschnitte der A 5 im Stadtgebiet und die B 426 als südliche Umfahrung.

Planungen

Im Anschluss an die B 26 aus östlicher Richtung wurde längere Zeit die Nordostumgehung geplant. Das Bauvorhaben wurde im Mai 2011 gestoppt, mit einer baldigen Realisierung ist nicht zu rechnen.

Zusätzlich ist eine Fortführung der B 3 (Arheilger Ortsumgehung) durch den Westwald an den Eifelring in Planung. Der Eifelring soll später bis zur Eschollbrücker Straße fortgeführt werden.

Bahnverkehr
Hauptbahnhof Darmstadt
Der Bahnhof von Darmstadt-Eberstadt: Hier trifft die Pfungstadtbahn auf die Main-Neckar-Eisenbahn

Der Darmstädter Hauptbahnhof liegt an der Strecke der Main-Neckar-Eisenbahn und ist Endpunkt der Odenwaldbahn. Zudem tangiert die Rhein-Main-Bahn den Darmstädter Hauptbahnhof. Regionalverbindungen bestehen somit nach Frankfurt am Main, Wiesbaden, Aschaffenburg, Mannheim, Heidelberg sowie nach Erbach und Eberbach. Regelmäßige IC-Direktverbindungen bestehen in Richtung Karlsruhe/Konstanz, Stuttgart/München/Salzburg sowie in Richtung Norden nach Hamburg, über Kassel, Göttingen und Hannover. Derzeit halten nur vereinzelt ICE-Züge in Darmstadt; eine regelmäßige Anbindung im Zuge der geplanten Neubaustrecke zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und der Region Rhein-Neckar steht derzeit (2008) in der Diskussion.

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde die Pfungstadtbahn für den Personenverkehr reaktiviert. Die Stichstrecke zweigt am Bahnhof von Darmstadt-Eberstadt ab und führt nach Pfungstadt. Die in Pfungstadt endenden Züge fahren wieder zurück zum Darmstädter Hauptbahnhof. Teilweise werden sie weiter bis auf die Odenwaldbahn durchgebunden.

Im Eisenbahngüterverkehr ist Darmstadt seit der Stilllegung des Rangierbahnhofes Darmstadt-Kranichstein kein Eisenbahnknoten mehr.

Siehe auch: Liste der Bahnhöfe und Haltepunkte in Darmstadt
Öffentlicher Personennahverkehr
Hauptartikel: Nahverkehr in Darmstadt

Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der HEAG mobilo GmbH, einer Tochtergesellschaft der HEAG AG, sowie Buslinien anderer Verkehrsbetriebe. Der Anteil des ÖPNV im Modal Split der Stadt lag 2008 trotz des relativ engmaschigen Netzes und eines hohen Studierendenanteils mit verpflichtendem Semesterticket lediglich bei 13,3 %, während einige andere Städte vergleichbarer Größe Werte von über 20 % erreichen.[57] Darmstadt ist an die S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Die Linie S3 fährt von Darmstadt über Frankfurt am Main nach Bad Soden am Taunus. Für alle Schienen- und Buslinien im Stadtgebiet gelten die einheitlichen Preise des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).

Fahrradverkehr

Der Radverkehrsanteil beträgt in Darmstadt etwa 15 %.[58] Beim Fahrradklimatest 2012 des ADFC erreichte Darmstadt den 14. Platz und damit knapp eine Bewertung im oberen Drittel der untersuchten Städte zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern.[59] Die Radverkehrsanlagen in Darmstadt haben eine Länge von 137 km – für 118 km davon ist eine Benutzungspflicht für Radfahrer angeordnet. Zwischen 1997 und 2006 wurde auf Strecken mit der Gesamtlänge von 8,4 km die Benutzungspflicht aufgehoben, weil die örtliche Straßenverkehrsbehörde die Anforderungen der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung nicht erfüllt sah.

Am Hauptbahnhof gibt es eine Fahrradstation (Fahrrad-Parkhaus) mit 540 Plätzen.[60]

Der Tod von zwei Radfahrern binnen einer Woche, die im November 2017 auf der Bismarckstraße in der Innenstadt von rechtsabbiegenden LKW erfasst wurden, löste eine Debatte um die Radverkehrssicherheit in der Stadt aus. Jährlich gibt es etwa 200 verletzte Radfahrer, was in Relation zur Bevölkerung unter den hessischen Großstädten den Spitzenwert darstellt. Auf vielen wichtigen Verbindungen (z.B. Hauptbahnhof – Innenstadt) befindet sich die Radwegeinfrastruktur in unzureichendem Zustand und beschränkt sich auf nachträglich abmarkierte schmale Bereiche von Fahrbahnen oder Bürgersteigen ohne bauliche Implementierung. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation Darmstadts kommen bauliche Verbesserungen nur sehr langsam voran, zuletzt auf der westlichen Bismarckstraße und in der Heidelberger Landstraße nach/von Eberstadt.[61]

Flugverkehr

Darmstadt liegt verkehrsgünstig zum internationalen Flughafen Frankfurt in zirka 25 Kilometern Entfernung. Vom Hauptbahnhof zum Flughafen Frankfurt gibt es eine Busverbindung, den Airliner. Außerdem gibt es noch als Verkehrslandeplatz für kleinere Flugzeuge in rund 15 Kilometern Entfernung den Flugplatz Frankfurt-Egelsbach.

Persönlichkeiten
Hauptartikel: Liste Darmstädter Persönlichkeiten
Verschiedenes
Darmstädter werden auch „Heiner“ genannt (daher auch der Name „Heinerfest“). Ebenso wird ein Bessunger „Lapping“ genannt; eine Verballhornung des französischen lapin, also Kaninchen. Ein Eberstädter (Bewohner von Eberstadt) ist ein „Gaasehenker“ (Ziegenhenker) und ein Arheilger (Bewohner von Arheilgen) ein „Mucker“ – abgeleitet von dem Verb „aufmucken“.[62]
Das Theaterspiel „Datterich“, eine Lokalposse von Ernst Elias Niebergall in Darmstädter Mundart, ist die Geschichte des „genialen Schnorrers“ Datterich, eines versoffenen entlassenen Finanzbeamten, und unbestritten das wichtigste Stück Darmstädter Lokalkultur.
Das chemische Element Darmstadtium mit der Ordnungszahl 110 ist nach der Stadt benannt, da es im Darmstädter GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckt wurde. Darmstadt ist damit die einzige deutsche Stadt, nach der ein Element benannt wurde. Das dort zuvor entdeckte Hassium mit der Ordnungszahl 108 wurde nach dem Bundesland Hessen benannt. Das neue Wissenschafts- und Kongresszentrum (eröffnet im Dezember 2007) wurde nach dem Element ebenfalls „darmstadtium“ benannt.
Zwei Fragmente (2,6 g und 10 g) des Meteoriten Darmstadt im HLMD
Ein Meteorit mit einem Gewicht von 100 g ist „vor 1804“ in Darmstadt niedergegangen (→Liste der Meteoriten Deutschlands); er erhielt den Namen „Darmstadt“.
Von 1872 bis 1882 wurden in der Großherzoglich Hessischen Münze zu Darmstadt die Münzen des Kaiserreiches (1871–1918) mit dem Münzzeichen H geprägt. Die Darmstädter Prägeanstalt stand damals an der Stelle des heutigen Amtsgerichtsgebäudes am Mathildenplatz. Mit zumeist niedrigen Prägezahlen sind die seltenen Darmstädter Kaiserreich-Münzen bei Münzsammlern und Numismatikern sehr gefragt.
Das Abendlied („Der Mond ist aufgegangen“) von Matthias Claudius soll möglicherweise 1776 in Darmstadt am Schnampelweg (in der Nähe des Botanischen Gartens) entstanden sein, dies ist aber nicht belegt.
Die weltberühmte Stute Halla wurde 1945 auf dem Darmstädter Hofgut Oberfeld geboren und erhielt dort nach ihrer Karriere als Springpferd bis zu ihrem Tod 1979 das Gnadenbrot.
Darmstadt ist eine der wenigen deutschen Großstädte ohne direkten Zugang zu einem Fluss.
Seit Juli 2010 trägt der am 31. Oktober 2008 entdeckte Kleinplanet (241418) 2008 UX201 den offiziellen Namen Darmstadt.[63]
Die Darmstadt war das fünfte gebaute Dampfschiff der Städte-Klasse und wurde 1890 in Dienst gestellt.
Literatur
Heinz Biehn: Darmstadt (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). München/ Berlin 1970
Erco von Dietze: Schillerverehrung und Schillerstiftung zu Darmstadt. In: Michael Krejci (Hrsg.): Deutsche Schillerstiftung von 1859 – Ehrungen, Berichte, Dokumentationen 1999. Kester-Haeusler-Stiftung, Fürstenfeldbruck 2000.
Roland Dotzert (Red.): Stadtlexikon Darmstadt. Hrsg. vom Historischen Verein für Hessen im Auftrag des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1930-3.
Ingeborg Flagge: Darmstadt Starkenburg (FSB Architekturführer. Stadtführer zeitgenössischer Architektur). Verlag Das Beispiel, Darmstadt 2004, ISBN 3-935243-50-2.
Das große Buch vom Darmstädter Humor. 1978 und 1979.
Hessisches Städtebuch; Band IV 1. Teilband aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1957.
Eberhard Jaekel: Chronik der Darmstädter kirchlichen Ereignisse. Ein Rückblick auf die letzten 90 Jahre Darmstädter Kirchengeschichte 1900–1989. Darmstadt 1992 (Evangelischer Gemeinde- und Dekanatsverband Darmstadt).
Manfred Knodt: Das evangelische Darmstadt in Geschichte und Gegenwart: Zum 625jährigen Stadtjubiläum Darmstadts. Waitz, Darmstadt 1955.
Wolfgang Löckel: Darmstadt und seine Eisenbahnen. EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-232-4.
Film
So war das alte Hessen – Darmstadt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, 43:40 Min., Buch und Regie: Jörg Adrian Huber, Produktion: Hessischer Rundfunk, Reihe: So war das alte Hessen, Erstsendung: 19. Mai 2013 im hr-fernsehen, Inhaltsangabe von ARD.
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Offizielle Website der Stadt Darmstadt
Stadt Darmstadt (Kreisfreie Stadt). Historisches Ortslexikon. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Darmstadt, Stadt Darmstadt. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur zu Darmstadt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Linkkatalog zum Thema Darmstadt bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Lexikon „Von Adelung bis Zwangsarbeit – Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt“