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Geschichte

Dransfeld wird erstmals in einer Güteraufstellung des Klosters Hilwartshausen als Threnesfelde genannt, die von König Otto I. im Jahre 960 unterzeichnet wurde.[2] Eine stadtähnliche Siedlung war Dransfeld wohl schon Anfang des 14. Jahrhunderts. Der erste Nachweis eines Rates in Dransfeld lässt sich für das Jahr 1345 bringen, die vollen Stadtrechte nach dem Vorbild des Mündener Stadtrechts wurden dem Rat allerdings erst 1368 durch Herzog Otto den Quaden verliehen.[3] In älterer Literatur findet sich jedoch der Hinweis, dass Dransfeld bereits 1305 Stadtrecht erhalten habe. Daneben wird erwähnt, dass der Ort aus verschiedenen Klostergütern der Klöster St. Michaelis zu Hildesheim, Mariengarten, Hilwartshausen und Bursfelde hervorgegangen sei.[4] In den Sternerkriegen wurde die Stadt schwer geschädigt, ab 1430 ist dann der Bau von starken Befestigungen urkundlich bezeugt. In diese Zeit fällt auch die zweite Erwähnung Dransfelds als Stadt. In einem Lehnbrief, in dem der Landgraf Ludwig von Hessen, auf Befehl des Kaisers Sigismund, den Herzog Otto II. von Braunschweig mit dem Fürstentum Braunschweig belehnt, wird 1420 von einer Burgstadt Dransfeld gesprochen. Demnach muss damals noch die alte Fürstenburg gestanden haben, welche in den Sternerkriegen erheblich beschädigt wurde. In einer alten Nachricht, die Auskunft über die Zerstörung Dransfelds berichtet, findet sich zudem der Standort der Burg wieder, welche da lautet Anno Domini MCCCLXXIV. is Dransfeld von den Hessen un Döhringers geschleifet, Wall un Wothergroben ingereten un uth den Grounan afgebrandt. Herzog Otto hat tau der Thieth hier wohnt. Dat Schloss hat in den Knappen-Barges Howe legen.[5] In jenem 15. Jahrhundert war zudem ein spürbarer Rückgang der wirtschaftlichen Entwicklung Dransfelds zu verzeichnen, so wurde beispielsweise die Siedlung „Im alten Dorfe“ südwestlich der Stadt aufgegeben und der Kaland von St. Johannis nach Göttingen verlegt. Wenig später erhielten die Dransfelder, vom Kloster Hilwartshausen den Berg Hohen Hagen mitsamt allem Zubehör, Ländereien und das Recht der Holzung. Dafür verpflichten sie sich in einem Revers von 1529 dem Kloster in allen Dingen treu und ergeben zu sein und bei der Erhebung von Zinsen des Klosters an die Dransfelder Hilfe zu leisten.[6] Aus dem Revers geht zudem hervor, dass damals Albrecht Bomgarten Bürgermeister von Dransfeld war.

Im Dreißigjährigen Krieg eroberten die Truppen Tillys 1634 die Stadt, dabei wurden 104 Bürgerhäuser und 60 Scheunen zerstört.[7] Spätestens für das ausgehende 18. Jahrhundert noch ist das Patrizier-Geschlecht derer zu Dransfeld in Göttingen nachgewiesen. Sie erhielten ihren Namen von ihren Vorgängern, den Edelleuten von Dramfeld, die ursprünglich am Fluss der Dramme gewohnt, und einen freien, adligen Erbsitz und Burghof zu Dramfeld hatten. Nachdem dieser abbrannte, ließen sich die Herren von Dransfeld in Göttingen und Obernjesa nieder. Vermutlich war Meinhard kein Vertreter des Geschlechts derer von Dransfeld, der, ähnlich wie andere Vertreter des Hauses, vielfach als Stifter zu hohen Würden aufstieg. Meinhard bekleidete im 13. Jahrhundert das Bischofsamt in Halberstadt und übertrug dem Kloster Riddagshausen 1245 den Fruchtzehnten von den benachbarten Feldern.[8]

Am 26. Januar 1834 brannte die Stadt Dransfeld noch einmal zum größten Teil nieder.[9] Im Anschluss wurde der Stadtgrundriss deutlich verändert, die Straßen wurden verbreitert und die Baufluchtlinien begradigt, neue Straßen wurden unter Berücksichtigung des alten Straßengefüges planmäßig angelegt.[7]
Die Stadt erholte sich in den Folgejahren allmählich von dem Brand, so stiegen bis in das Jahr 1870 kontinuierlich die Einwohnerzahlen Dransfelds. die Einstellung des Braunkohleabbaus und weiterer Unternehmungen ließ den Ort die Form einer stillen Ackerbürgerstadt annehmen, das größte Industrieunternehmen in der Umgebung des Ortes stellte lediglich der Basaltsteinbruch „Hoher Hagen“ dar.

Ehemaliger Bahnhof

Von 1856 bis 1980 war Dransfeld durch die Hannöversche Südbahn, einst zweigleisige Hauptstrecke von Göttingen nach Hann. Münden, an das überregionale Eisenbahnnetz angebunden. Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde die Strecke von Göttingen mit enormen Steigungen über Dransfeld geführt und bekam so den Beinamen Dransfelder Rampe. Bis zur Elektrifizierung der Verbindung über Eichenberg im Jahr 1963 war sie eine bedeutende Fernverkehrsstrecke, danach verblieben nur noch wenige Nahverkehrszüge, bis der Personenverkehr im Mai 1980 eingestellt und der Streckenteil nach Göttingen abgebaut wurde. Bis Ende der 1980er Jahre diente der Streckenteil nach Hann. Münden noch als Güteranschlussgleis.

Eingemeindungen

Am 15. Juli 1968 wurde die Gemeinde Bördel eingegliedert.[10] Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Ossenfeld und Varmissen eingegliedert.[11]

Herkunft des Ortsnamens

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 960 Trhenesfelde, 1022 Dransuelt, 1022 Dransvelt, 1078 Thransfellensem, 1089-93 Triensuelt, 1089-93 Triensvelt, 1093 Dransfelde und 1125 Transfeldun. „Thran“ bedeutet „modern“, „faulen“. Der Ortsname Dransfeld („Thranas-feld“) bedeutet am ehesten „Stelle mit vermoderten, faulenden Sumpfpflanzen“.[12]

Politik

Stadtratswahl 2011[13]
Wahlbeteiligung: 50,46 %

 %403020100

39,29 %32,14 %17,71 %8,34 %2,52 %

SPDCDUGrüneFWGLinkeVorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Dransfeld setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD: 6 Sitze
CDU: 5 Sitze
Grüne: 3 Sitze
Freie Wählergemeinschaft Dransfeld: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Partnerstädte von Dransfeld

Kommunalwahl 11. September 2016:
[14]

SPD: 5 Sitze
CDU: 4 Sitze
FWGD: 4 Sitze
B90/Die Grünen: 1 Sitz
Die LINKE: 1 Sitz
Partnergemeinden[15]
Deutschland Rothenburg (Oberlausitz)
Frankreich Descartes (Indre-et-Loire) (Frankreich)
Ungarn Rácalmás (Ungarn) – Partnergemeinde der Samtgemeinde Dransfeld
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Kirche

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Martini wurde nach dem verheerenden Stadtbrand 1834 im neoklassizistischen Stil neu errichtet und 1841 eingeweiht. Für den Wiederaufbau konnten von der gotischen Vorgängerkirche nur Teile des Turms übernommen werden. Architekt war der hannoversche Konsistorialbaumeister Ludwig Hellner. Der große Innenraum wird durch die weitgespannte ebene Decke und die segmentbogenförmige Apsis mit sechs hohen Säulen geprägt. Die Kirche besitzt eine umlaufende Empore, die auf der Westseite von einer breiten Orgel eingenommen wird. Die Orgel wurde 1843 bis 1845 von Balthasar Conrad Euler aus Gottsbüren bei Trendelburg gebaut, 1985 restauriert und steht seitdem unter Denkmalschutz. Die Kirche wurde von 1981 bis 1984 restauriert.

Weiteres
St. Martini-Kirche in Dransfeld
Dransberg
Gedenkstein für Exzellenz Gieseke, Ehrenbürger der Stadt Dransfeld (Standort: Hoher Hagen)

Der neue Gaußturm, welcher 1964 auf dem Hohen Hagen erbaut wurde, ist mit einer Gesamthöhe von 51 Metern das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Dransfeld. Zu den historischen Bauwerken zählt die St. Martini-Kirche.

Am Nordosthang des Dransberges befindet sich ein Jüdischer Friedhof mit 131 Grabsteinen. Er gilt als schützenswertes Kulturdenkmal. Die ehemalige Synagoge ist ebenfalls noch erhalten.

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Dransfeld.

Naturdenkmäler

Eines der bekanntesten Kulturdenkmäler des Göttinger Raumes bilden die Altarsteine am Hengelsberg in Dransfelder Stadtwald. Es handelt sich dabei um eine auffällige Quarzitblockgruppe, welche nicht für industrielle Zwecke abgebaut wurden. Der nördlich gelegene Block hat eine Länge von 3,4 m, eine Breite von 2 m und ragt etwa 70 cm aus dem Boden. Die Oberfläche präsentiert sich relativ uneben, doch wurden auch 10 bis 15 Vertiefungen festgestellt, die mit ihrer regelmäßigen Kreisform und deutlicher Begrenzung sie als von Menschenhand hergestellt deutlich machen. Mit diesen Markierungen auf dem Stein zählt der demnach zur Gruppe der sogenannten „Schalen“- oder „Näpfchensteine“, einer Art von urzeitlicher Denkmäler, denen eine umstrittene Bedeutung zukommt. Ein ähnlicher Schalenstein im Göttinger Raum ist derjenige von Wiershausen, der in 5,5 km Luftlinie entfernt, von denen im Dransfelder Wald, gefunden wurde. Die ältesten der Altarsteine am Hengelsberg tragen die eigentümlichen Schalen wohl seit der Jungsteinzeit, der größte Teil von ihnen bekamen allerdings ihre Ausgestaltungen erst in der Bronzezeit. Ein anderer Quarzitblock zeigt auf seiner Oberfläche lange Wetzrillen, wie sie von mittelalterlichen Kirchen bekannt sind, da man das ausgeschliffene Steinmehl damals als Heilmittel nutzte[16]. Unter einem dritten Stein fanden sich Scherben aus dem 14. Jahrhundert, was die Vermutung bestätigt, dass jene Wetzrillen aus dem ausgehenden Mittelalter stammen.

Zu den weiteren Naturdenkmäler zählen im Dransfelder Wald am Südhang des Hengelsberges der „Hohle Stein“, ein sesselförmiger Quarzitblock, der in die Steinzeit datiert wird, des Weiteren fand man zwei Gruppen von Grabhügeln aus unbekannter Zeit, die eventuell endneolithisch sein könnten und die spätmittelalterliche Töpfereiwüstung „Gropenhagen“, mit Abfallhalden, Brennofen und Gebäuderesten.

Sport

Am 1. Mai findet in Dransfeld alljährlich der Hasenmelker-Lauf, ein 10 Kilometer langer Volksberglauf, der von Dransfeld über den Hohen Hagen führt, statt. Der größte Sportverein der Stadt ist der Dransfelder Sport-Club e. V.

Die Tour d’Energie die jährliche Radtour von Göttingen führt ebenfalls durch Dransfeld und über den Hohen Hagen.[17]

Wirtschaft und Infrastruktur
Basaltabbau-Denkmal
Bergbau

Zwischen 1825 und 1987 existierte am Hohen Hagen bei Dransfeld ein bedeutender Abbauort von Basalt, der als Gleisschotter, Zugabe für Betonmischungen und als Baumaterial verwendet wurde. Auch große Teile des Kopfsteinpflasters in Göttingen bestehen aus Dransfelder Basalt. Der neue Gaußturm steht am Rande eines Basalt-Steinbruches.

Verkehr

Die Bundesstraße 3 verbindet Dransfeld mit Hann. Münden bzw. Göttingen.
Östlich der Stadt verläuft in 9 km Entfernung bei Göttingen die Bundesautobahn 7 über Hannover–Kassel. Das Dreieck Drammetal bietet Anschluss an die Bundesautobahn 38 nach Halle (Saale) und Leipzig.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verbindet Dransfeld über die Buslinie 120 der RBB mit Hann. Münden bzw. Göttingen.

Der Bahnhof Göttingen liegt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und ist ein Fernverkehrshalt. Über Göttingen führen die ICE-Verbindungen aus Richtung Hamburg–Hannover nach München/Basel sowie aus Richtung Berlin–Braunschweig nach Frankfurt–Stuttgart/Basel.
Bis Mai 1980 bestand in Dransfeld ein Bahnhof an der Hannöverschen Südbahn zwischen Göttingen und Kassel, dieser Streckenabschnitt ist jedoch abgebaut und die Züge fahren über Eichenberg.
Die nächsten Flughäfen sind in Hannover, Kassel und Paderborn.

Durch Dransfeld führt auch der Weser-Harz-Heide-Radfernweg, der in beiden Richtungen über Abschnitte der ehemaligen Dransfelder Rampe führt (siehe Geschichte).

Fremdenverkehr

Das Waldschwimmbad Hoher Hagen in Dransfeld bietet unter anderem ein Sportbecken und Kindererlebnis-/ Attraktionsbecken mit Großwasserrutsche, Wildwasserkanal, Unterwasserbrodel, Wasserpilzen und -kanonen.

Dransfeld verfügt über ein Landhotel und einen Campingplatz, welcher sich direkt neben dem Waldschwimmbad befindet. Bei Bördel gibt es den einzigen FKK-Campingplatz im Landkreis Göttingen.

Rund um den Hohen Hagen befindet sich ein Netz aus Wander- und Waldwegen, darunter der Pilgerweg Loccum–Volkenroda.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Exzellenz und Geheimrat Hermann August Gieseke (1846–1926),[18] Leiter Postamt Konstantinopel (1881–1885),[19] Abteilungsdirektor am Reichspostamt (1901–1908),[20] Ehrenvorsitzender des Gaußturm-Baukomitees[21]
Töchter und Söhne der Stadt
Johann Friedrich Crome (1906–1962), klassischer Archäologe
Paul Isenberg (1837–1903), Zuckerfabrikant in Bremen und auf Hawaii
Johannes Jeep (* 1582), Komponist
Christa Ludewig (* 1953), Landtagsabgeordnete (CDU)
Literatur
Friedel Rehkop, Karl-Alfred Weiß: Stadt Dransfeld. Ein geschichtlicher Rückblick vom 19. Jahrhundert bis zur Frühzeit. Geiger, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-561-6. 
Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Dransfeld nebst der launigen Historie von den Hasenmelkers un Asinusfräters. Klugist, Münden 1878. 
Karl Ludewig: Geschichte der Stadt Dransfeld. Karl Ludewig schreibt aus den Jahren 1305–1967. Hrsg.: Gottfried Nolte. Dransfeld 1967. 
Weblinks
 Commons: Dransfeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dransfeld – Reiseführer
Stadt Dransfeld
Illustration von Daniel Meisner von 1624: Dransfeld; Anne Fores Veræ Pandit Amicitiæ.s (Digitalisat)