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Geschichte
Bis zur Gemeindegründung

Im Eitensheimer Baugebiet „Breitenstückl“ wurde 1998 das Grab eines vor 7000 Jahren im Mittelneolithikum gestorbenen Mannes, wohl eines Bauern, freigelegt. Relikte aus der Bandkeramik, die in diesem Gebiet gefunden wurden, sind noch 1000 Jahre älter.[3] Auch aus der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit wurden in der Eitensheimer Flur Funde gemacht. In der Flur „Raitschaft“ befinden sich Hügelgräber, und römische Besiedelung ließ sich bei der Sebastianskapelle und südöstlich von Eitensheim nachweisen. Südlich zum Hessenhof hin stand eine ausgedehnte Villa rustica.[4]

Eitensheim, an der römischen Handelsstraße Manching–Pfünz gelegen, gehörte zur Grundausstattung des im 8. Jahrhundert gegründeten und von dem Adeligen Suidger mit dem Meierhöfen von Eitensheim, Möckenlohe, Buxheim und Adelschlag als Eigenmark ausgestatteten Eichstätter Bistums.[5] 908 als „ltensheim“ in einer Urkunde König Ludwigs IV. für den Eichstätter Bischof Erchanbald erstmals erwähnt, war der Ort jahrhundertelang eng mit dem Eichstätter Domkapitel verbunden: 1179 wurden dem Domkapitel durch Papst Alexander III. und erneut 1186 durch Papst Urban III. zwei Drittel des Neubruchzehents in „Itensheim“ bestätigt. 1122 ist mit „Hezel et Regenhere de Itenesheim“ ein Ortsadeliger als eichstättischer Ministeriale genannt.[6] Auf dem „Mayrhoff“ saßen siegelfähige, also niederadelige Personen, von denen aus dem 14./15. Jahrhundert einige namentlich bekannt sind.[7] 1305 wurde der Ort in der Auseinandersetzung um das Hirschberger Erbe dem Hochstift Eichstätt zugesprochen.[8] 1433 gehörten 28 ganze und 18 halbe Hufen sowie 2 wohl durch Rodung entstandene „Feuerhöfe“ dem Domkapitel. 1460 wurde Eitensheim durch Ludwig den Reichen in seinem Krieg gegen den Markgrafen von Ansbach und dem Bischof von Eichstätt geplündert.[9] Der Ort war ambulatorischer Gerichtssitz des Amtes der Eichstätter Landvogtei mit eigener Ehehaftsordnung ab dem 14. Jahrhundert.[10]

Am Ende des Alten Reiches bestand der Ort aus 101 zumeist bäuerlichen Anwesen. Nach Einführung der Stallfütterung im 18. Jahrhundert war der Viehbestand im Fürstentum Eichstätt stark angestiegen; in den 1790er Jahren gab es allein in Eitensheim 350 bis 400 Stück Hornvieh.[11] An das Hofkastenamt Eichstätt zinsten bis 1801 21 Höfe, 2 Halbhöfe, 16 Köblergüter und 31 Seldengüter; außerdem gehörten dem Hofkastenamt 20 Leerhäuser. Dem Domkapitel Eichstätt hatten 1 Hof und 4 Seldengüter Abgaben zu leisten; 1 Haus stand leer. Dem Eichstätter Heilig-Geist-Spital unterstanden 2 Höfe. Außerdem gab es in Eitensheim die Kirche, den Pfarrhof, das Frühmeßhaus, das Schulhaus, das Amtsknechtshaus, die Gemeinschmiede, das Badhaus und das Hirtenhaus.[12]

Mit dem Hochstift Eichstätt kam Eitensheim 1802 an den Großherzog Ferdinand von Toskana.[13] Im neuen Königreich Bayern (1806) wohnten im Pfarrdorf Eitensheim, das 1808/10 einen eigenen Steuerdistrikt bildete[14] und dem Landgericht Eichstätt zugeordnet war, 546 Personen. Seit 1817 im Landgericht und Rentamt Ingolstadt,[15] wurde 1818 aus dem Steuerdistrikt eine selbständige Ruralgemeinde, die 124 Familien zählte.[16]

19. und 20. Jahrhundert

Seit 1889 hat Eitensheim, an der Bahnstrecke Ingolstadt-Treuchtlingen gelegen, eine Bahnhaltestelle.[17]

Bereits 1913 und 1923/24 wurde eine 1297 Hektar umfassende Flurbereinigung durchgeführt – die erste in Oberbayern; an sie erinnert ein wohl 1924 errichtetes steinernes Denkmal mit einer Knabenfigur mit Getreidegarben.[18] 1954 wurde eine zentrale Wasserversorgung installiert; 1971 erfolgte die Kanalisation des Ortes. 1969 wurde eine neue Schule mit Turnhalle errichtet, die ab 1973 als Grund- und Teilhauptschule I geführt wurde.[19]

Kreiszugehörigkeit

Eitensheim gehörte bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 zum Landkreis Ingolstadt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1671 445
1706 600
1741 596
1796 529
1835 639
1848 689
Jahr Einwohner
1855 832
1861 723
1867 680
1882 826
1889 834
1897 795
Jahr Einwohner
1900 850
1902 873
1912 858
1925 924
1937 950
1939 1.004
Jahr Einwohner
1950 1.530
1962 1.430
1973 1.616
1983 1.721
1990 1.801
1999 2.359
Jahr Einwohner
2002 2.455
2004 2.502*
2006 2.674
2008 2.748
2010 2.757
2015 2.966

* Zahlen vom 30. Juni, sonst 31. Dezember

Politik
Gemeinderat

Der Gemeinderat von Eitensheim hat 14 Mitglieder.

CSU 7 Sitze
SPD 3 Sitze
Freie Wählergemeinschaft 4 Sitze

Durch die Wahl 2014 ergab sich keine Änderung der Sitzverteilung gegenüber 2008.[20]
(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister

Die Bürgermeister der Gemeinde Eitensheim seit 1876:

1876–1895: Willibald Dier
1895–1905: Sebastian Trini
1905–1924: Anton Wagner
1924–1933: Josef Knörr
1933–1946: Andreas Bauer
1946–1948: Ludwig Bernecker
1948–1966: Andreas Meyer
1966–1978: Franz Bernecker
1978–1990: Günter Lachnit
1990–2002: Josef Funk (SPD)
seit 2002: Michael Stampfer (CSU)
Wappen

Unter silbernem Schildhaupt, darin ein blaues Andreaskreuz, in Rot ein schreitender goldener Löwe. Der Löwe ist aus dem Wappen des Eichstätter Domkapitels übernommen. Das Andreaskreuz im Schildhaupt erinnert an den Kirchenpatron Sankt Andreas.

Die Gemeinde Eitensheim nahm mit Beschluss des Gemeinderates vom 8. Februar 1983 nebenstehendes Wappen an (Wappenentwurf: Theodor Goerge). Die Regierung von Oberbayern stimmte der Annahme des Wappens am 10. Juni 1983 zu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Andreas
Barockbild der „Vierzehn Nothelfer“ in St. Andreas
Flurdenkmal „Drei Kreuze“ an der Flurgrenze Eitensheim-Tauberfeld
Kirchen
Katholische Pfarrkirche St. Andreas: Zwischen 1182 und 1196 wurde in „Itensheim“ durch den Eichstätter Bischof Otto in Eitensheim eine Kirche geweiht. 1499 wurde wohl eine größere bauliche Veränderung vorgenommen, da eine Ablasserteilung erfolgte. 1742 stuckierte Franz Xaver Horneis die Decke. Diese Kirche wurde 1859 abgebrochen und 1859/60 durch einen neugotischen Bau ersetzt, der 1867 geweiht wurde. Durch einen Anbau im Westen und einer völligen Neugestaltung des Langhauses entstand 1959-61 der heutige Sakralbau nach Plänen des Ingolstädter Architekten Ludwig Geith. Er weist ältere Ausstattungsstücke auf. Der nach einem Scheunenbrand im benachbarten Meierhof am 8. Dezember 1959 in Mitleidenschaft gezogene Kirchturm wurde neu errichtet und wird wegen seiner schlanken Ausführung mit einem spitzen Helm auch „Bleistift Gottes“ genannt.[21]
Katholische St. Salvator-Kapelle: Die 1589/90 wieder aufgebaute heutige Friedhofskapelle ist ein Steildachbau mit 1708 aufgesetztem Zwiebelturmdachreiter. Die frühere Wallfahrtskapelle birgt ein Mirakelgemälde, das auf eine Wallfahrt in Zusammenhang mit einem Hostienfrevel verweist.[22] Die ursprüngliche Decken- und Wandbemalung ist übertüncht.[23]
Katholische St. Sebastianskapelle: Die Feldkapelle östlich von Eitensheim und südlich der Straße nach Gaimersheim ist ein Steildachbau mit Zwielturmdachreiter, die 1713 erbaut wurde. Sie birgt eine Holzplastik der Marienkrönung aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.[24] Durch ein Schweres Unwetter am 7. Juli 2015 wurde die Kapelle durch einen Umgestürzten Weidenbaum schwer Beschädigt und musste Saniert werden.
Feldkapelle St. Magdalena, 1865 errichtet.[25]
Bei dem 1602 erwähnten und 1722 in einem Plan verzeichneten und in der Nähe der Bundesstraße 13 stehenden, sagenumwobenen Flurdenkmal „Drei Kreuze“ sind noch Spuren einer Pankratius-Wallfahrtskapelle vorhanden.[26] Dort befindet sich auch der obeliskartige Grenzstein Nr. 184 von 1818 zwischen Bayern und dem Fürstentum Eichstätt (und bis 1972 zwischen den Landkreisen Eichstätt und Ingolstadt).
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Eitensheim
Museen
Heimatmuseum Eitensheim
Musik
Männergesangsverein
Sport
SV Eitensheim (7 Abteilungen: Fußball, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Gymnastik, Ju-Jutsu, Kegeln)
Schützomania Eitensheim (Faschingsgarde)
Schützenverein „Orient“ Eitensheim
Regelmäßige Veranstaltungen
März: Starkbierfest
Juli: Johannisfeuer (Pfarrjugend Eitensheim), Dorffest (Junge Union Eitensheim)
August: Delacherfest
November: Hoagarten, Weihnachtsmarkt
Dezember: Adventssingen
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
B 13
drei Ausfahrten:
Eitensheim-Nord
Eitensheim-Mitte
Eitensheim-Süd
BAB 9 (von Ausfahrt Nr. 60 Lenting erreichbar)
Bahnstrecke Ingolstadt–Treuchtlingen mit Bahnhof Eitensheim
Literatur
Andreas Hirsch: Eitensheim. Hrsg. von der Gemeinde Eitensheim. Eitensheim 2000.
Gerhard Hirschmann: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken. Reihe I, Heft 6. Eichstätt. Beilngries-Eichstätt-Greding. München 1959.
Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern. Ingolstadt. München 1977.
Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart. 2. erweiterte Auflage, Eichstätt 1984.