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Geschichte
Frühgeschichte

Ursprünglich war diese Gegend von den Sugambrern bewohnt, die von den linksrheinischen Römern vernichtend geschlagen wurden. Das Gebiet gehörte zum German Liberia, dem unbesetzten germanischen Siedlungsgebiet. Danach bildeten sich aus den ebenfalls hier siedelnden Tenkterern und anderen Völkern die Franken, hier die Ripuarier, die über den Rhein drängten und erst als Gegner der Römer, später als deren Vasallen und dann als deren Erben Frankreich und später auch ganz Deutschland beherrschten. Siedlungsneugründungen der Franken mit Endungen -ingen folgten, im Gemeindegebiet ist hierzu nur noch Köttingen ein Beispiel (danach drängten die Sachsen aus dem Norden vor, sichtbar an den Ortsnamen -hausen). Bei der Teilung des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen gehörte diese Gegend erst zum Reich Ludwigs dem Deutschen, später bis zur Aufteilung aber auch zum Reich Lotharingen. Es bildet sich der Auelgau unter den lothringischen Ezzonen. Unter den Ottonen gehörte die Gegend zum Herzogtum Niederlothringen im Heiligen Römischen Reich. Unter Kaiser Maximilian gehörte der Rhein-Sieg-Kreis zum Niederrheinischen Kreis, der über die Maas bis Bremen reichte. Später entstand hier das Herzogtum Berg.

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wird Eitorf in einer Urkunde des römisch-deutschen Königs Konrad III. aus dem Jahr 1144, in der dem Stift Vilich bestätigt wird, aus pfalzgräflichem Erbe im Jahre 978 unter anderem die Villa Eidtorph erhalten zu haben.

Neben einigen Sattelhöfen und Rittersitzen, z. B. dem Weyerhof, dem Viehhof, Burg Welterode und Probach gab es die kleine Wasserburg Welterode, deren Erneuerungsbau heute noch an der Asbacher Straße steht.

In Merten gab es eine alte Burg, bei der wahrscheinlich auch das erste Kloster Merten stand. Deren Standort war vermutlich in Höhe des Eisenbahneinschnitts gelegen. Die neue Burg und das neue Kloster Merten liegen wieder nebeneinander am Ortseingang von Merten.

In Forst gab es wahrscheinlich eine Burg, die den Weg durch den kaiserlichen Wald nach Forstmehren (Ww.) überwachte. Dort wurden vermutlich auch Münzen geprägt. Heute erinnert nur die Straßenbenennung Zur alten Burg zwischen Forst und dem Weiler Nennsberg an diese Überlieferung.

Neuzeit

Im 16. Jahrhundert wurde Eitorf Sitz des Landgerichtes.

Auch Eitorf blieb vom Dreißigjährigen Krieg nicht verschont, 1631 starb hier jeder Dritte. 1688 bis 1697 war der Ort vom Pfälzischen Erbfolgekrieg, 1701 bis 1714 vom Spanischen Erbfolgekrieg und 1740 bis 1748 vom Österreichischen Erbfolgekrieg betroffen, jeweils mit Durchmarsch feindlicher oder befreundeter und Verpflegung fordernder Truppen.

Vor 1806 gehörte das Kirchspiel Eitorf zum Amt Blankenberg. Die flächengleiche kommunale Gemeinde war bis 1744 unterteilt in die Honschaften Eitorf, Halft, Alzenbach, Sterzenbach, Linkenbach, Obereip, Lindscheid, Irlenbach, Merten, Thielenbach und Rankenhohn. Danach gab es nur noch die den heutigen Gemarkungen entsprechenden Honschaften oder Gemeinden Eitorf, Halft, Linkenbach und Merten. 1744 wurde auch das Landgericht Eitorf mit denen von Hennef-Geistingen und Neunkirchen zusammengelegt, Sitz des Gerichtes wurde Hennef-Warth.

Französische Herrschaft

Im Jahr 1806 übergab der Landesherr Maximilian I. von Bayern das Herzogtum Berg an Napoleon. 1808 wurde Eitorf im neu errichteten Großherzogtum Berg Verwaltungssitz des Kantons Eitorf mit den Munizipalitäten Eitorf, Herchen, Ruppichteroth und Much. De Kanton Eitorf gehörte zum Département Sieg im Arrondissement Siegen.

Preußische Herrschaft

1813 entstand nach Napoleons Niederlage vorübergehend als preußischer Verwaltungsbezirk das Generalgouvernement Berg. 1814 wurde das Großherzogtum Berg mit anderen Gebieten in vier Kreise aufgeteilt, die von Direktoren geführt wurden. Der Kanton Eitorf gehörte jetzt zum Kreis Wipperfürth und beinhaltet die Mairies Eitorf, Herchen, Much und Ruppichteroth. Seit 1816 gehörte Eitorf zur Provinz Jülich-Kleve-Berg. Aus den Kantonen Hennef und Eitorf wurde der Kreis Uckerath gegründet. 1822 entstand aus den beiden preußischen Provinzen das Rheinische Oberpräsidium mit Sitz in Koblenz. 1825 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Siegkreis vereint. 1830 wurde das Rheinische Oberpräsidium in Rheinprovinz umbenannt.

1864 entstand kurz eine eigenständige Gemeinde Merten, Eitorf wurde Spezialgemeinde. 1876 wurde aus dem seit der französischen Zeit bestehenden Friedensgericht das Amtsgericht Eitorf.[2] 1894 bestand Eitorf aus den Gemeinden Eitorf, Merten und Halft und 65 Ortsteilen.

1894 gab es das erste Automobil in Eitorf.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg starben circa 300 Mitbürger der Gemeinde als Soldaten. 1918 bis 1926 war Eitorf im Rahmen der Rheinlandbesetzung Grenzort zur französischen Besatzungszone, die bis Stadt Blankenberg reichte.[3]

Zweiter Weltkrieg

Eitorf war 1945 das Ziel zweier schwerer Bombenangriffe. Der Ortskern wurde dabei weitgehend zerstört und viele Bewohner getötet.

Am 26. März 1945 wurde das südliche Gemeindegebiet den amerikanischen Besatzungstruppen überlassen. Die Brücken Merten, Bourauel, Kelters und mittags als letztes die bei Alzenbach wurden gesprengt. Die Alliierten standen auf dem Lindscheid und nahmen durch Tiefflieger- und Artilleriebeschuss fast alle Ortsteile unter Feuer. Die Gemeindeverwaltung war nach Bourauel und Kelters verlegt worden und zog sich ins Hatzfeld zurück. Die Bevölkerung hatte den Hauptort verlassen.

Bis heute

Seit dem 1. August 1969 gehört Eitorf zu dem mit Teilen des Landkreises Bonn zusammengelegten Rhein-Sieg-Kreis. Gebietsveränderungen hat Eitorf bis auf eine Grenzbereinigung im Krabachtal (Eingliederung eines Teils der aufgelösten Gemeinde Uckerath) nicht erfahren.[4] Allerdings wurde bei der Reform das Amtsgericht Eitorf zugunsten des Amtsgerichts Siegburg aufgelöst.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1814 1816 1825 1828 1829 1871 1875 1890 1895 1905 1933 1950 1961 1968 1991 2006 2015
Einwohner 3.383[5] 3.602 4.015 4.063 3.914 5.412 5.730 6.891 7.675 7.323 8.652 11.611 13.008 14.513 16.427 19.741 18.864

Religionen
Dorfkreuz in der Bouraueler Straße
Der jüdische Friedhof Am Ersfeld

Neben der ursprünglichen katholischen Religion hat sich aus Zuwanderern der Grafschaft Sayn (Seinsche), Verwaltungsbeamten und Flüchtlingen auch eine evangelische Gemeinde gebildet. Bis zur Shoa gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde, die seit 1893 einen Betsaal in der Leienbergstraße 10 und seit 1918 einen eigenen Friedhof unterhielt. Inzwischen hat sich neben weiteren christlichen Gemeinden der Terebinthe, Neuapostolischen Kirche, Evangelischen Freikirche und der Zeugen Jehovas auch eine große muslimische Gemeinde mit eigenem Gebetshaus etabliert.

Kirchengemeinden
Katholisch
Katholische Pfarrgemeinde St. Patricius Eitorf
St. Patricius im Ortskern, Schoellerstraße
St. Josef, St.-Josef-Straße (ehem. Ortsteil „Harmonie“)
St. Agnes in Eitorf-Merten
Katholische Pfarrgemeinde St. Aloysius Mühleip
St. Aloysius in Eitorf-Mühleip
St. Franziskus Xaverius in Eitorf-Obereip
Katholische Pfarrgemeinde St. Petrus Canisius
St. Petrus Canisius in Eitorf-Alzenbach
Das Eitorfer Rathaus steht direkt am Marktplatz
Evangelisch
Evangelische Kirchengemeinde Eitorf
Evangelische Kirche im Ortskern, Bahnhofstraße
Freikirchlich
„Terebinthe“
Gemeindezentrum im Ortskern, Brückenstraße
Neuapostolisch
Neuapostolische Kirche
Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat

      

Insgesamt 46 Sitze FDP: 9 CDU: 16 SPD: 11 Grüne: 5 BfE: 3 UWG: 2

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,99 % (2009: 58,62 %)

 %403020100

18,66 %35,07 %23,05 %11,99 %6,94 %4,28 %n. k.

FDPCDUSPDGrüneBfEUWGSonst.
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p 10   5   0  -5-10-15-20-25

-23,30 %p
+7,81 %p+8,01 %p+5,61 %p+1,86 %p+1,05 %p-1,04 %p
FDPCDUSPDGrüneBfEUWGSonst.

Gemeinderat

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Eitorf. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[6].

Gemeindedirektoren
1946–1960 Bernhard Drees
1960–1972 Heinrich Lichius (SPD)
1972–1975 Schubert
1975–1987 Franz-Josef Welter (CDU)
1987–1995 Lothar Gorholt (parteilos)

Bürgermeister

Seit 1995 ist in Eitorf die Doppelspitze abgeschafft und der Bürgermeister wieder – wie bereits vor 1946 – Hauptverwaltungsbeamter.

Bürgermeister Rüdiger Storch

Amtszeit Bürgermeister Ehrungen
1797–1801 Reiner Komp /
1801–1808  ? Miebach /
1808–1815 Reiner Komp 1. Ehrenbürger des Kantons, Kreuz der Ehrenlegion
1815–1830 Johann Peter Schildgen /
1830–1845 Heinrich Engels /
1845–1871 Mathias Engels /
1871–1892 Jacob Müller Jakobstraße, Müllerstraße und Müllerweg
1892–1918/1923 Gustav Adolf Wienecke Wieneckestraße
1923–1932 Theodor Weber /
1932–1945 Anton Ohligs /
1945–1949 Peter Etzenbach, CDU Peter-Etzenbach-Straße
1949–1950 Mathias Deutsch, Zentrum /
1950–1951 Josef Clarenz /
1951–1956 Mathias Deutsch, Zentrum /
1956–1958 Heinrich Lichius Heinrich-Lichius-Straße
1958–1961 Josef Clarenz /
1961–1964 Peter Etzenbach, CDU s. o.
1964–1969 Heinrich Decker, SPD /
1969–1984 Heinz-Josef Nüchel, CDU Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1984–1989 Heinrich Lichius, SPD s. o.
1989–1995 Gertrud Diwo, CDU /
1995–2004 Peter Patt, CDU Peter-Patt-Grundschule
seit 2004 Rüdiger Storch, FDP /

Wappen

Das Recht zur Führung des Wappens der Gemeinde Eitorf wurde am 17. September 1934 durch das preußische Staatsministerium des Inneren in Berlin verliehen.

Blasonierung: „Das Gemeindewappen ist gespalten und vorn geteilt von Silber und Rot; oben ein wachsender, blau bewehrter, roter Löwe, unten nebeneinander zwei aufgerichtete goldene Eicheln; hinten in Blau auf grünem Boden ein silberner Kirchturm mit rotem Spitzdach und goldener Wetterfahne.“[7]
Wappenbegründung: Der wachsende bergische Löwe weist auf die frühere Zugehörigkeit Eitorfs zum Herzogtum Berg hin. Die Eicheln waren bereits in dem 1580 verliehenen Eitorfer Gerichtssiegel des ehemaligen Gerichtssitzes (Dingstuhls) Eitorf enthalten. Der silberne Turm stellt den alten Turm der im Jahre 1167 konsekrierten Pfarrkirche auf dem Marktplatz dar. Nachdem die Kirche im Jahr 1889 abgebrochen wurde, stand der Turm als Wahrzeichen Eitorfs, bis er am 17. März 1945 einem Bombenangriff zum Opfer fiel.

Städtepartnerschaften
Seit 1974 Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Bouchain
Seit 1994 Partnerschaft mit dem englischen Küstenort Halesworth
Finanzen

Die pro Kopf-Verschuldung der Gemeinde betrug 2014 2375 Euro.[8][9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die alte Toreinfahrt von Kloster Merten
Bauwerke
Kloster Merten
Burg Merten
Villa Boge
Burg Welterode
Villa Gauhe
Alter Friedhof
Kirchen und Kapellen
Wegekreuze
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Eitorf
Siehe auch: Liste der Stolpersteine in Eitorf
Gedenkstele auf dem Jüdischen Friedhof
Naturdenkmäler
Stieleiche in Kreisfeld 10, ein mehr als 260 Jahre alter Baum von ca. 26 m Höhe
Stieleiche in der Edmund-Lohse-Straße 17, ein ca. 260 Jahre alter Baum
Naturschutzgebiete
Basaltsteinbruch Eitorf-Stein[10]
Siegaue[11]
Silikatfelsen an der Sieg[12]
Wälder auf dem Leuscheid[13]

Außerdem lebt in Eitorf eine große Population der Großen Mausohrfledermäuse. Etwa 200 Exemplare siedeln im Dachgeschoss des alten evangelischen Pfarrhauses, welches nach deren Entdeckung vom Naturschutzbund Deutschland baulich optimiert und angemietet wurde.[14]

Regelmäßige Veranstaltungen
Bei Siegtal pur sind nur Radfahrer, Skater und Fußgänger erlaubt.
Karneval
Der rheinische Karneval hat hier am Rand des Westerwalds einen letzten Höhepunkt mit zahlreichen Karnevalssitzungen, einem Mini-Veedelszug in Eitorf-Käsberg am Samstag, sowie einem Mini-Veedelszug in Eitorf-Bourauel am Sonntag und einem großen Zug in Eitorf-Zentrum am Rosenmontag. Das erste Highlight der Närrischen Session ist hierbei die traditionell am ersten Samstag nach dem 11.11. stattfindende Bürgersitzung der KG Turm-Garde Eitorf, zu der regelmäßig die Spitzenkräfte des Karnevals zu Gast sind. Betreut werden die Karnevalisten an der „Oberen Sieg“ durch den Regionalverband Rhein-Sieg-Eifel e. V. im Bund Deutscher Karneval.
Kanu­wettbewerb
Im März und/oder April richten auf der Sieg die Wasserfreunde Köln 1931 einen offenen, auch international besetzten Kanuwettbewerb zur Eröffnung der Saison aus. Es ist nach Aussage der Veranstalter der zweitgrößte in Deutschland.
Eitorfer Frühling
Ausstellung der ansässigen Handwerker Anfang Mai.
Siegtal Pur
Es ist ein gemeinsamer autofreier Tag der Siegtalgemeinden von Siegburg bis Netphen mit Sperrung für den Kraftfahrzeugverkehr und freier Fahrt für Fahrradfahrer und Skater. Die landschaftlich schöne Strecke zwischen Siegauen und Felswänden in Hennef und Windeck hat ihren Mittelpunkt in Eitorf.
Fest der internationalen Begegnung
Das Fest der internationalen Begegnung findet jedes Jahr an einem Samstag im Sommer statt. Es werden Tänze und Musik geboten.
Am Ballonglühen 2007 nahmen zwölf Ballone und drei Modellballone teil.
Heißluftballon­treffen
Jedes zweite Jahr im Sommer veranstalten die Ballonfahrer Schröder ein großes Treffen der Heißluftballonfahrer. Besonderer Höhepunkt ist das abendliche Ballonglühen.
Eitorfer Kirmes
Oktoberfest der Feuerwehr Eitorf
Etabliert hat sich das immer im an einem Samstagabend im Oktober stattfindende Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Eitorf. Im bayerisch gestalteten Feuerwehrhaus sowie dem davor aufgestellten Festzelt wird zünftig im typisch bayerischen Stil gefeiert.
Kunstpunkte
Am dritten Oktoberwochenende veranstalten Eitorfer Geschäfte des Aktivkreises, ortsansässige Maler und Bildhauer und auch Musiker ein Wochenende der Kunst im gesamten Ortskern.
Heidehüttenturnier
Das jährliche Heidehüttenturnier ist eines der Wertungswettkämpfe des Deutschen Bogensport-Verbandes. Es wird auf dem Gelände des ehemaligen Paulinenhofes von der Windecker Bogengilde ausgerichtet. Zuschauer sind innerhalb der Sicherheitsmarkierungen erlaubt.
Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt findet jedes Jahr im Ortskern (Marktplatz) am ersten Adventswochenende (freitags bis sonntags) statt.
Sonstige
Daneben finden sich vor allem im Sommer jedes Wochenende zahlreiche Wald-, Dorf-, Straßen-, Sänger- und Vereinsfeste, darunter auch Traditionelles wie Tanz in den Mai, Pfingsteiersingen, St.-Martins-Umzüge und einen Erntedankzug. Daneben gibt es dienstags und freitags einen kleinen Wochenmarkt und Trödelmärkte. In Unregelmäßigen Abständen veranstaltet die KG Turm-Garde Eitorf ein Open-Air Event mit namhaften Künstlern auf dem Marktplatz.
Sport

Im Zentralort gibt es einen Kunstrasenplatz, eine Tennishalle und ein Hallenbad, daneben gibt es zahlreiche Sporthallen und Sportplätze, einen Golfplatz, zwei Schießstände und zwei Gelände für Feldbogen. Es gibt in der Gemeinde zahlreiche Sportvereine, darunter fünf Fußballvereine, zwei Schützenvereine und zwei Tauchvereine, außerdem einen Reitverein in Lindscheid.

Wirtschaft und Infrastruktur
Die ehemalige Villa des Fabrikanten Julius Gauhe wird heute als CBT-Wohnheim benutzt
Sitz der Arge ist das ehemalige Mädchenwohnheim von Schoeller, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg auch kurz die Berufsschule untergebracht war.
Geschichte der Infrastruktur

1892 erhielt Eitorf-Ort ein zentrales Trinkwassernetz und wurde an das Telefonnetz Köln angeschlossen. 1907 wurde der letzte öffentlich Brunnen geschlossen. 1895 erhielt Eitorf Elektrizität über die Kammgarnspinnerei. Seit 1900 gibt es eine geregelte Müllabfuhr.[3]

Verkehr

Der Bahnhof Eitorf liegt an der Siegstrecke. Es hält der Rhein-Sieg-Express sowie die S-Bahn Köln (Linie S12 und S19 Düren–Köln–Au (Sieg)). Des Weiteren gibt es einen S-Bahn-Haltepunkt Merten (Sieg). Die Gemeinde gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an.

In der Gemeinde gibt es weder eine Autobahn noch eine Bundesstraße. Das 223,0 km lange Straßennetz besteht aus Landesstraßen (32,9 km), 15,6 km Kreisstraßen und 174,6 km Gemeindestraßen. Die nächste Autobahnanbindung besteht zur A 3: Richtung Köln in westlicher Richtung durch das Siegtal über die Landesstraße 333 bis zur Anschlussstelle Hennef, Richtung Frankfurt am Main in südlicher Richtung bis zur Anschlussstelle Bad Honnef/Linz.[15] Hauptverkehrsstraßen sind die Bahnhofstraße und die Asbacher Straße.

Neben drei Mineralöl-Tankstellen gibt es auch eine Flüssiggas-Tankstelle.

In der Gemeinde waren am 1. Januar 2012 12.462 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 10.240 Pkw.[15]

Ansässige Unternehmen
Standort der ZF Friedrichshafen AG (ehemalige ZF Sachs AG, davor Boge GmbH) Automobil- und Schienenfahrzeugtechnik-Zulieferer
Krewel Meuselbach GmbH (Pharmazeutische Produkte: Aspecton, Mallebrin, Bromhexin, Hedelix, Regulax, Tramagit)
WECO Pyrotechnische Fabrik GmbH (Pyrotechnik, einer der größten Feuerwerkshersteller Europas)
Union-Gestüt Merten (Pferdezucht)
Schoeller Eitorf AG (Garnherstellung) hat seine Produktion in Eitorf im Jahr 2005 eingestellt und ins Ausland verlagert. Hier besteht noch ein Versandlager.
Gerstäcker Verlag GmbH, Europas größter Versandhandel für Schul- und Kunstbedarf
Rembrandtin Powder Coating

Die Arbeitslosenquote in Eitorf ist mit 9,4 % die höchste im Rhein-Sieg-Kreis (6,4 %) und liegt ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt (8,4 %) (Stand November 2007).

Frühere Unternehmen

Spirituosenfabrik Ernst Bötticher, am Markt (1873 bis 1913), in den Anfängen (1851) eine Salzhandlung
Zigarrenfabrik Phillipps, eine Filiale der Aachener Zigarrenfabrik, in der Brückenstraße, 200 Beschäftigte (ab 1868)
Eitorfer Bierbrauerei des Heinrich Engels, später Eitorfer Bierbrauerei Fußhöller, Kronenbrauerei und letztlich eine Filiale der Germaniabrauerei (ab 1879), Asbacher Straße
Zigarrenfabrik Kayser, Asbacher Straße (ab 1897)
IRIS LACK Baumann GmbH & Co. KG übergegangen in Rembrandtin Powder Coating.
Eitorf, Gewerbegebiet mit der Sieg im Vordergrund
Öffentliche Einrichtungen
Das Hermann-Weber-Bad liegt unweit des Bahnhofs an der Sieg
Das Forstamt Eitorf ist in der ehemaligen Villa Baumann untergebracht
Das heutige Theater am Park war das erste Gymnasium von Eitorf
St.-Franziskus-Krankenhaus Eitorf
Polizeiwache Eitorf
Freiwillige Feuerwehr Eitorf
Landesbetrieb Straßenbau NRW, Straßenmeisterei Eitorf
Hermann-Weber-Bad (Frei- und Hallenbad mit großer Rutsche)
Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft
Biologische Station d. Rhein-Sieg-Kreises
Bezirksregierung Köln, Siegbetriebshof Eitorf
Kreisjugendamt, Jugendhilfezentrum Eitorf
Arbeitsamt Siegburg, Geschäftsstelle Eitorf
Arge (zuständig für Eitorf und Windeck)
Bürgerzentrum
Siegtalhaus, vereinsgetragen
Müllannahmestation der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft
Notar
Gemeindebibliothek Siegstraße
Friedhöfe Lascheider Weg, Am Ersfeld (jüdisch), Merten, Mühleip, Alzenbach
Bildung
Grundschulen Brückenstraße, Alzenbach, Mühleip, Harmonie
Rudolf-Dreikurs-Schule f. Sprachbehinderte
Gemeinschaftshauptschule Eitorf
Berufskolleg d. Rhein-Sieg-Kreises
Schule an der Sieg (Sekundarschule)
Siegtalgymnasium Eitorf
Musik- und Tanzschule der Gemeinde Eitorf
Persönlichkeiten
In Eitorf geboren
Friedrich Giese (1882–1958), Staatsrechtler
Peter Etzenbach (1889–1976), Politiker (CDU), MdB
Hans Schick (1889–unbekannt), Historiker, SS-Sturmbannführer
Brigitte Frank (1895–1959), Ehefrau von Hans Frank, Reichsminister 1933 und Generalgouverneur von Polen 1939, Mutter von Niklas Frank
Ernst-Lothar von Knorr (1896–1973), Musiker (Violine), Komponist, Gründer und Leiter versch. Orchester u. Musik(hoch)schulen, Träger des Bundesverdienstkreuzes
Wilhelm Stross (1907–1966), Musiker (Violine), Musikprofessor
Hans Menkel (1907–1942), Opfer des Holocaust und Märtyrer
Johannes-Matthias Hönscheid (1922–2001), Kriegsberichterstatter der Fallschirmtruppe im Zweiten Weltkrieg
Franz Kollasch (* 1923), Theater- und Fernsehschauspieler
Heinz-Josef Nüchel (1932–2015) in Huckenbröl geborener Politiker (CDU) und 1975–1985 Abgeordneter des Landtages von Nordrhein-Westfalen
Jürgen Uhlenbusch (* 1935), Physiker
Joachim Richter, (* 1937), Chemiker
Walter Land (* 1938), deutscher Transplantationsmediziner (Chirurg)
Volker Henn (* 1942), Historiker
Johannes, „Hannes“ oder „Hennes“ Löhr (1942–2016), Fußballnationalspieler, Bundesliga-Torschützenkönig 1968, DFB-Pokalsieger 1968, 1977, 1978, Deutscher Meister 1978, Trainer U 21 und Olympia-Nationalmannschaft (Bronze 1988)
Karl-Michael Fuhr (* 1958), Vorstandsmitglied der E.ON Energie AG
Petra Welteroth (* 1959), Theaterschauspielerin, Jazz-Sängerin und Autorin
Lutz Feld (* 1967), Universitäts-Professor
Markus Heintzen (* 1960), Universitäts-Professor
Alexander Neu (* 1969), Politiker (Die Linke), seit 2013 Mitglied im Deutschen Bundestag
Mit Eitorf verbunden
Die Familien von Hatzfeld, Spies von Büllesheim und die Grafen von Rennenberg hatten Güter in Eitorf
Bernhard Constantin von Schoenebeck (1760–1835), Arzt in Eitorf und Professor der alten Sprachen
Carl Friedrich Meyer (1803–1886), Arzt und Psychiater, Gründer der Meyerschen „Heil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke und Gemütsleidende“ („Meyers Hoff“, zwischen Poststraße und Dorfstraße)
Otto von Wenckstern (1819–1869), Journalist und Vormärzler
Jakob von Kaufmann-Asser (1819–1875), Bankier und Generalkonsul der Republik Paraguay
Rudolf Wilhelm Schoeller (1827–1902), Unternehmer
August Philipp Ottokar Meyer (1835–1908), Arzt und Direktor des Meyerschen Sanatoriums an der Poststraße
Julius Gauhe (1835–1912), Fabrikant und Mäzen
Adolf Boge sen. (1874–1952), Fabrikant
Martin Thilo (1876–1950), Theologe und evangelischer Pfarrer
Philipp Heimann (1881–1962), Gerichtsreferendar in Eitorf und Verwaltungsjurist
Friedrich Glum (1891–1974), Gerichtsreferendar in Eitorf und Generaldirektor der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
Ernst Jünger (1895–1998), Offizier, Schriftsteller, Träger des Ordens Pour le merite. Schrieb hier in Eitorf 1919/ 1920 sein Kriegstagebuch In Stahlgewittern in Reinform.[16]
August Franzen (1912–1972), Kaplan in Eitorf und Theologe
Rolf Schroers (1919–1981), war ein deutscher Schriftsteller, Journalist. Er lebte in Eitorf-Obenroth.[17]
Dieter Schnell (* 1938), Medizinalassistent am Krankenhaus und Sportmediziner
Giovanni Vetere (* 1940), hier lebender Maler und Bildhauer
Norbert Gottschalk (* 1954), hier wohnender Jazzmusiker[18]
Michael Küttner (* 1954), hier wohnender Musiker
Andreas Krautscheid (* 1961), Politiker (CDU), Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen (2007–2010)
Marianne Kneuer (* 1964), Universitäts-Professorin
Falko Peschel (* 1965), Lehrer
Derman Kanal (* 1965), Wirtschaftsbotschafter der Stadt Köln, Rechtsanwalt und Medienunternehmer. Lebte in Eitorf in den Jahren 1981 bis 1987.
Guido Schiefen (* 1968), Musiker (Cello), Sieger im Bundeswettbewerb Jugend musiziert
Michelle (* 1972), Sängerin, wohnte hier einige Jahre
Pia Ampaw (* 1976), Schauspielerin, ging hier zur Schule
Angelo Kelly (* 1981), Sänger, wohnte hier einige Jahre
Sertan Yegenoglu (* 1995), Fußballspieler, wohnt in Eitorf[19]
Literatur
Karl Schröder: Zwischen Französischer Revolution und Preußens Gloria. Heimatverein Eitorf 1989.
Karl Schröder: Eitorf unter den Preußen 1815–1918. Heimatverein Eitorf e.V., Verlag Franz Schmitt, Siegburg 2002, ISBN 3-87710-321-9.
Gabriel Busch: Merten (Sieg). Verlag Reckinger & Co., Siegburg 1978.
Gabriel Busch: Im Spiegel der Sieg. Verlag Abtei Michaelsberg Siegburg, 1979, OCLC 613008640.
Gabriel Busch (Hrsg.): Kapellenkranz um den Michaelsberg. 113 Kapellen im alten Dekanat Siegburg. Verlag Abtei Michaelsberg, 1985.
H. Sussenburger: Alt-Eitorf. Eigenverlag, Eitorf 1938.
Hermann Josef Ersfeld: Eitorfer Pfarr-Chronik. ein Beitrag zur Ortsgeschichte einer rheinischen Landgemeinde von den Anfängen der Christianisierung bis heute. Eigenverlag, Eitorf 1984.
Hermann Josef Ersfeld: Eitorfer Bild-Chronik. ein Beitrag zur Ortsgeschichte 1850–1950, Eigenverlag, Eitorf 1980.
Josef Ersfeld: Eitorfer Kriegschronik. Eigenverlag, 1950.
Martin Hagedorn, Josef Diwo: Chronik der Eitorfer Schulen. Gemeinde Eitorf 1968.
Hans Peter Barrig: 125 Jahre Eitorfer Karneval. 1880–2005. 2005.
Hans Deutsch: Eitorfer Mühlen. Neunhundert Jahre Mühlengeschichte im Herzogtum Berg. Eigenverlag, 2008, DNB 987062328.
Willi Kremer: Eitorfer Schmieden im Wandel der Zeit. Eigenverlag 2009.
Hermann Josef Ersfeld: Kriegsjahre in Eitorf 1939–1945. Chronik einer rheinischen Landgemeinde im Zweiten Weltkrieg. 1996.
Hermann Josef Ersfeld: Mitten in Eitorf. Von Gebäuden und Ereignissen auf und um den Marktplatz 1145–2010. 2011.
Claudia Maria Arndt, Bernd Habel: Erzbergbau im Rhein-Sieg-Kreis und seiner Umgebung. Teil 2: Von Grubenfeld und Berghoheit. Rheinlandia-Verlag, Siegburg 2011, ISBN 978-3-938535-74-5.
Bernd Winkels: Die historischen Eitorfer Ortsfriedhöfe. Heimatverein Eitorf, Eitorf 2011, DNB 1015366031.