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Geschichte
Schlacht bei Eschborn 1389
Der zentrale Dorfbrunnen erinnert an die über 1200 Jahre zurückliegende Ersterwähnung von Eschborn
Fachwerkhaus an der Hauptstraße
Der Eschborner Bahnhof im Jahr 2000

Im Jahr 770 wurde Eschborn als Aschenbrunne in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch erstmals urkundlich erwähnt:

770. 12. Juni.
In Gottes Namen schenke ich, Risolf, und mein Bruder Hadalmar, für den heiligen Märtyrer Nazarius, zu der Zeit, da der verehrungswürdige Abt Gunduland dem Kloster vorsteht, unter der Versicherung, dass es für alle Zeiten gilt, durch Kontrakt gestützt, in Aschenbrunne im Niddagau eine Hufe Landes und 44 Leibeigene und einen Weinberg.
Geschehen im Kloster Lorsch am 12. Juni, dem zweiten Jahr des Königs Karl.[2]

Der Name Aschenbrunne bedeutet so viel wie „Brunnen an der Esche“. Am 3. Juli 875 zerstörte eine Überschwemmung den Ort, wobei 88 Menschen und fast der gesamte Viehbestand getötet wurden. Die Eschborner Turmburg wurde im 11. Jahrhundert erbaut, sie wird mit den Ende des 12./Anfang des 13. Jhs. auftauchenden Herren von Eschborn in Verbindung gebracht, die ihren Hauptsitz kurz darauf nach Kronberg verlegten. Eschborn gehörte als Reichslehen den Herren von Kronberg, bis diese 1704 ausstarben und ihre Herrschaft an Kurmainz fiel.

1389 fand die Schlacht bei Eschborn statt. Im Rahmen des Krieges des rheinischen Städtebundes gegen den Pfalzgrafen zog die Stadt Frankfurt gegen die Ritter von Kronberg zu Felde. Die Kronberger und ihre zu Hilfe geeilten Verbündeten (der Pfalzgraf und die Hanauer) siegten und nahmen zahlreiche Gefangene, unter anderem auch den Bürgermeister von Frankfurt, die sie erst gegen eine Zahlung von 73.000 Goldgulden Lösegeld freigaben. Bei einem Gefecht bei Höchst 1622 zwischen General Tilly und Christian von Braunschweig während des Dreißigjährigen Kriegs wurden die alte Burganlage und nahezu der gesamte Ort zerstört (siehe dazu Näheres unter Schlacht bei Höchst).

Durch den Frieden von Lunéville 1801 gelangte der Fürst von Nassau-Usingen in den Besitz der Herrschaft Kronberg. 1806 gingen Kronberg und Niederhöchstadt gemeinsam als Teil des Fürstentums Nassau-Usingen im neu formierten Herzogtum Nassau unter der Führung des Hauses Nassau-Usingen auf. Nach der Annektierung des Herzogtums durch Preußen im Jahre 1866 fielen Eschborn und Niederhöchstadt an das Königreich Preußen. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gehörte Eschborn ab 1871 zum Deutschen Reich. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Rödelheim-Kronberg der Kronberger Bahn am 19. August 1874 erhielt Eschborn den ersten Eisenbahnanschluss.
In Eschborn lebten bei Kriegsbeginn 1914 1549 Menschen; davon rückten 205 Männer zum Kriegsdienst ein. Bis zu 50 Kriegsgefangene aus Frankreich und Russland lebten in Eschborn.[3]

Blick auf die „Bürostadt Eschborn“

Am 1. Januar 1939 startete der Bau des Militärflugplatzes Frankfurt-Sossenheim (späterer Name: Fliegerhorst Eschborn), der nie vollendet wurde. Der Militärflugplatz, den die Deutschen Ende der 1930er Jahre unter dem Tarnnamen „Schafweide“ errichteten, bestand zunächst nur aus einer großen Wiesenfläche und wenigen Baracken. Es entstanden mehrere große aus Stein gebaute Hangars, von denen heute noch einer steht. Die Kommandantur sowie die Mehrzahl der übrigen Gebäude wurden nur als Baracken gebaut. Der Flugplatz war unter der Bezeichnung Eschborn während des gesamten Krieges im Einsatz. Insbesondere wurden dort auf Lastenseglern Piloten ausgebildet. Von April 1945 bis Kriegsende (Mai 1945) waren auf dem Platz, der unter deutscher Verwaltung keine befestigte Start- und Landebahn hatte, amerikanische Jägereinheiten stationiert, die von dort aus Einsätze gegen das Reich flogen. Nach Kriegsende kam dem Flugplatz Eschborn große Bedeutung als Ausweichflugplatz für den noch nicht wiederhergestellten Flughafen Frankfurt am Main zu. Mit der Wiederinbetriebnahme des Frankfurter Flughafens wurde der Flugbetrieb in Eschborn eingestellt. Auf dem Gelände, welches zu einem Teil auf der Gemarkung von Schwalbach liegt, verblieb bis 1992 die US-Kaserne Camp Eschborn, wo amerikanische Streitkräfte (Pioniereinheit mit schwerem Gerät) stationiert waren. Das Gelände wurde nach dem Abzug von der Stadt gekauft und zum Gewerbegebiet Camp-Phönix-Park umgebaut. Die 1948 bis 1972 betriebene Empfangsfunkstelle Eschborn nutzten vor allem US-Soldaten zur Überseetelefonie in die Heimat.

Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nahm unter seinem ersten Intendanten Karl Holzamer am 1. April 1963 seinen Betrieb in Eschborn auf, zog jedoch 1964 nach Wiesbaden und 1974 nach Mainz.[4]

Zur 1200-Jahr-Feier 1970 wurde Eschborn das Stadtrecht verliehen.[5]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Nachbargemeinde Niederhöchstadt freiwillig durch den Eingemeindungsvertrag vom 15. September 1971 am 31. Dezember 1971 in die Stadt Eschborn eingemeindet.[6]

Historische Namensformen

In historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:[7]

Aschenbrunne (770)
Aschibrunnen (782)
Aschebrunne (782)
Aschenbrunnen (782)
Aschibrunen (789)
Askebrunnen (800)
Aschebrunnen (1008)
Esscheborn (1274)
Territorialgeschichte und Verwaltung

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Eschborn unterstand im Überblick:[7][8]

Im Frühmittelalter Niddagau
ab 1339: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Kurmainzer Lehen unter Kronberger Herrschaft
ab 1704: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Amt Kronberg
ab 1787: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amt Kronberg
ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amt Kronberg
ab 1806: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Kronberg
ab 1810: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Oberursel
ab 1815: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Königstein
ab 1817: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Höchst
ab 1849: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Kreisamt Höchst
ab 1854: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Höchst
ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Amt Höchst
ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Amt Höchst
ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis Höchst
ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Höchst
ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Main-Taunus-Kreis
ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis
ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
am 31. Dezember 1971 schließt sich Niederhöchstadt mit Eschborn zur Stadt Eschborn zusammen.
Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

1870: 0.0856
1890: 01.037
1910: 01.454
1928: 01.700
1940: 01.679
1945: 01.912
1950: 02.582
1960: 04.259
1970: 12.198
1972: 17.621
1980: 17.763
1990: 18.235
1998: 19.256
1999: 19.388
2000: 19.630
2001: 20.015
2002: 20.153
2003: 20.266
2004: 20.580
2005: 20.753
2006: 20.771
2008: 20.732
2011: 20.789

Ursache für den hohen Anstieg der Einwohnerzahl im Jahr 1972 war die Eingemeindung des Stadtteils Niederhöchstadt.

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

        

Insgesamt 38 Sitze Linke: 2 SPD: 8 Grüne: 4 FDP: 6 CDU: 10 FWE: 6 Bürgerliche: 1 klartext: 1

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,2 10 38,4 14 41,6 15 40,6 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,4 8 20,5 7 23,2 9 32,6 12
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 10,5 4 15,2 6 10,3 4 10,1 4
FWE Freie Wähler Eschborn-Niederhöchstadt 12,5 5 10,2 4
FDP Freie Demokratische Partei 15,7 6 7,2 3 13,5 5 8,4 3
Die Linke Die Linke. Eschborn 6,3 2 4,5 2 4,3 2
Bürgerliche Die Bürgerlichen 4,1 1 3,9 1 4,1 1 3,9 1
klartext klartext 3,3 1
BGE BürgerGemeinschaft Eschborn 1,7 1 1,8 1
FWG Freie Wählergemeinschaft Eschborn/Ts. e. V. 1,3 0 2,6 1
Gesamt 37 37 37 37
Wahlbeteiligung in % 54,5 54,9 49,1 56,7

Rathaus und Stadthalle
Bürgermeister

Amtierender Bürgermeister ist seit dem 16. Februar 2014 Mathias Geiger (FDP, unabhängig kandidiert).[12]

Bürgermeisterwahl 2007

Die Bürgermeisterwahl am 2. September 2007 hatte folgendes Ergebnis:

Kandidat Partei Stimmen %
Wilhelm Speckhardt CDU 4.505 59,0
Reinhard Birkert SPD 2.523 33,0
Thomas Matthes Die Linke 630 8,0

Die Wahlbeteiligung lag bei 51,3 Prozent (2001: 50,1). Gemeindekennziffer: 436003[13]

Bürgermeisterwahl 2013

Die mit den Bundestags- und hessischen Landtagswahlen gleichzeitige Bürgermeisterwahl am 22. September 2013 hatte im ersten Wahlgang folgendes Ergebnis:

Kandidat Partei Stimmen %
Wilhelm Speckhardt CDU 4.068 35,5
Mathias Geiger Unabhängig 3.551 31,0
Adi Kannengießer SPD 2.338 20,8
Michael Bauer Unabhängig 836 7,3
Bernd Kuhn FWE 433 3,8
Susann Möller Piraten 195 1,7

Die Wahlbeteiligung lag bei 75,6 Prozent. Gemeindekennziffer: 436003[14]

Stichwahl 2013

Die am 6. Oktober 2013 folgende Stichwahl zwischen Wilhelm Speckhart (CDU) und Mathias Geiger (Unabhängig) hatte folgendes Ergebnis:

Kandidat Partei Stimmen %
Mathias Geiger Unabhängig 4.896 61,1
Wilhelm Speckhardt CDU 3.123 38,9

Die Wahlbeteiligung lag bei 58,2 Prozent. Gemeindekennziffer: 436003[15]

Vorgänger

Die Vorgänger waren u. a. Edwin Mämpel (SPD) die Jahre 1945/46, Heinrich Graf (SPD) von 1946 bis 1961, danach Hans Georg Wehrheim (SPD) von 1962 bis 1979, Jochen Riebel (CDU) von 1979 bis 1984, Manfred Tomala (CDU) von 1984 bis 1990 und Martin Herkströter (CDU) von 1990 bis 2001. Bürgermeister von Niederhöchstadt war zum Zeitpunkt der Eingemeindung Heinz Henrich, der 1966 auf Helmut Neumann folgte. Erster Nachkriegsbürgermeister war Wilhelm Bauer (1945 bis 1964).

Wappen

Blasonierung: „In Rot aus einer goldenen Krone im Schildfuß wachsend ein silberner offener Flug, unten rechts und oben links belegt mit jeweils vier blauen Eisenhütchen, 2:2 gestellt.“

Das aktuelle Wappen wurde der Gemeinde in dieser Form am 8. Februar 1937 vom Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Philipp Prinz von Hessen, verliehen. Bis längstens zu diesem Termin galt ein Vorgängerwappen.

Städtepartnerschaften
Frankreich Montgeron, Frankreich, seit 1985
Portugal Póvoa de Varzim, Portugal, seit 2010
Malta Żabbar, Malta, seit 2010

Seit 1985 unterhält Eschborn eine Partnerschaft mit dem französischen Montgeron, das ca. 17 km von Paris entfernt liegt. Im Jahr 2001 unterzeichneten die vier Städte Eschborn (D), Montgeron (F), Póvoa de Varzim (PT) und Żabbar (MLT) einen Freundschaftsvertrag. Im Mai 2010 hat Eschborn mit Póvoa de Varzim und Żabbar eine offizielle Städtepartnerschaft besiegelt.

Naherholung
Arboretum Main-Taunus
Freizeitparks Kirchwiesen, Oberwiesen und Unterwiesen

Die so genannten Freizeitparks liegen entlang des Westerbachs, dem einzigen fließenden Gewässer in Eschborn. Es handelt sich dabei um vorwiegend landwirtschaftliche genutzte Flächen, d. h. Ackerbau, Weiden, vereinzelt ein paar Streuobstwiesen. Für Fußgänger und Radfahrer führen durch diese Gebiete gern benutzte Wege als Verbindung zwischen den beiden Eschborner Stadtteilen bzw. zu den Nachbarstädten. Durch die Kirchwiesen (beginnend hinter der Grundschule in Niederhöchstadt) gelangt man zu Fuß in ca. einer Stunde nach Kronberg, durch die Unterwiesen (beginnend hinter dem ehemaligen Bauhof in Eschborn) nach Frankfurt-Rödelheim. Die Oberwiesen liegen zwischen Niederhöchstadt und Eschborn, hier ist auch der beliebte Traktor­spielplatz, der nach dessen Hauptattraktion benannt ist. Zusammen bilden diese die „grüne Lunge“ der Stadt, wo keine Bauten und Versiegelungen erfolgen dürfen.

Arboretum Main-Taunus

Das Arboretum Main-Taunus ist ein ca. 76 ha großer Baum- und Sträucherpark. Hier sind ca. 600 Baum- und Sträucherarten aus allen Teilen der Erde angepflanzt. Das Arboretum liegt auf der Gemarkung der Städte Schwalbach am Taunus, Sulzbach (Taunus) und Eschborn. Durch das Arboretum führen mehrere Rad- und Wanderwege; es ist ganzjährig öffentlich zugänglich.

Eschborn als Faktor im Main-Taunus

Aufgrund seiner direkten Nachbarschaft zu Frankfurt ist Eschborn eine finanziell wohlhabende Stadt im sogenannten Frankfurter „Speckgürtel“, was sich nicht zuletzt in vielen Bauvorhaben widerspiegelt. Weiterhin finanziert die Stadt Eschborn annähernd die Hälfte der Kreisumlage des Main-Taunus-Kreises.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
Stadtmuseum am Eschenplatz (seit 1989) mit folgenden Abteilungen: Die Schlacht bei Eschborn (1389), Die alamannischen Funde (ein Gräberfeld aus der Zeit des 4./5. Jhdts. n. Chr. mit zahlreichen wertvollen Beigaben) und die Sammlung des Malers Hanny Franke (1890–1973). Ferner gibt es eine Abteilung, in der jeweils wechselnde Künstler aus Eschborn ausstellen dürfen; so fand zum Beispiel 2012 eine Präsentation Eschborner Fotografien mit Fotos von Adolf Haxel statt.[16]
evangelische Kirche
katholische Kirche St. Nikolaus, 1951 eingeweiht; Die Baupläne stammten von den Frankfurter Architekten Heinrich Horvatin und Carl Rummel.[17]
Der Eschborner Stuhl ist mit 25 m Höhe der größte Deutschlands. Er dient seit November 2005 einem Möbelhaus als Wahrzeichen. (Der mit 27 Metern größte Stuhl der Welt steht im spanischen Lucena.)
Aussichtsturm der Raststätte Taunusblick an der A 5. Der 25 Meter hohe Turm wurde 2008 im Stil eines Limes-Turms errichtet und bietet einen sehr guten Ausblick auf den Taunus und die Skyline von Frankfurt. Die Aussichtsplattform kann mit einem gläsernen Aufzug oder über 100 Stufen erreicht werden.[18]

Maibaum

Evangelische Kirche

katholische Kirche St. Nikolaus im Stadtteil Niederhöchststadt

Skyline von Frankfurt (Main) – Ansicht vom Aussichtsturm der Raststätte Taunusblick

Skulpturenachse Eschborn

Die Skulpturenachse Eschborn ist eine Sammlung von acht Skulpturen im öffentlichen Raum in Eschborn.
In den folgenden Abbildungen sind die sieben Einzelskulpturen Travel a Head, Hua, Phönix, Fulcrum, Drei Säulen, Versatzstück, Steine für Eschborn und die Doppelskulptur Adam und Eva zu sehen.

Travel a Head
Künstler: Florian Borkenhagen

Hua
Künstler: Peter Lundberg

Phönix
Künstler: Oliver Ritter

Fulcrum
Künstler: John Henry

Drei Säulen

Versatzstück
Künstler: Timm Ulrichs

Steine für Eschborn
Künstler: Gisela Weber

Adam und Eva – Adam
Künstler: Thomas Becker

Adam und Eva – Eva
Künstler: Thomas Becker

Travel a Head: 50° 7′ 49″ N, 8° 33′ 51″ O50.130288.56417 Der drei Meter hohe Mahagonikopf wurde nach einer zweijährigen Weltreise 2003 in Eschborn aufgestellt.
Hua: 50° 8′ 39″ N, 8° 33′ 18″ O50.1442848.554938 Hua ist ein großer Bogen aus Gussbeton und Edelstahl. Er steht seit 2008 auf dem Kreisel Schwalbacher Straße / Ludwig-Erhard-Straße und bildet ein Eingangstor zur Stadt.
Phönix: 50° 8′ 0″ N, 8° 33′ 40″ O50.1332178.561091 Die Bronzeskulptur Phönix steht seit April 2009 im Camp-Phönix-Park.
Fulcrum: 50° 8′ 5″ N, 8° 34′ 20″ O50.1347788.572184 Die 2002 errichtete Stahlskulptur erinnert an Mikado-Stangen.
Drei Säulen: 50° 8′ 49″ N, 8° 33′ 43″ O50.1469628.561842 Diese Holzstelen wurden im Rahmen einer Sommerwerkstatt der Villa Luce durch behinderte Menschen erstellt. Seit 1997 befinden sie sich am Weiher an der Pfingstbrunnenstraße.
Versatzstück: 50° 7′ 55″ N, 8° 33′ 47″ O50.1319558.56292 Ein weiteres Exemplar dieses Kunstwerks steht in Bad Homburg vor der Höhe.
Steine für Eschborn: 50° 8′ 55″ N, 8° 33′ 46″ O50.1485838.562806 Das Kunstwerk aus massigen Quadern aus Mainsandstein wurde 1992 aufgestellt.
Adam und Eva – Adam: 50° 8′ 26″ N, 8° 34′ 23″ O50.1405928.572957 Adam und Eva sind zwei Bronzestatuen und befinden sich seit 1998 am Rathaus.
Adam und Eva – Eva: 50° 8′ 26″ N, 8° 34′ 23″ O50.1405928.572957 siehe Adam und Eva – Adam.
Regelmäßige Festveranstaltungen
Frühlingsfest, kleine Kirmes auf dem Wiesenplatz
Eschenfest, jeweils im Frühsommer, im Mai oder Juni, auf dem Eschenplatz, ausgerichtet von örtlichen Vereinen
Niederhöchstädter Markt, im Sommer entlang der Hauptstraße im Stadtteil Niederhöchstadt; von den örtlichen Vereinen gestaltet (alle zwei Jahre in geraden Jahren).
Wiesenfest, große Kirmes auf dem Wiesenplatz im Juli
Summertime, Sommerfeste mit Livemusik und Biergartenatmosphäre. Diverse Termine und Orte (z. B. VR-Leasing, Heinrich-von-Kleist-Schule, Süd-West-Park)
Weihnachtsmarkt auf dem Eschenplatz
Sport

Einer der erfolgreichsten Vereine in Eschborn ist der seit Januar 2006 in Insolvenz befindliche Fußballverein 1. FC Eschborn 1930.

Ein weiterer, sehr erfolgreicher Eschborner Verein ist der Tennisclub tennis 65 eschborn, der neben vielen Mannschaften in den Regionalligen, Landesligen, Bezirksklassen und den Kreisligen auch einen deutschen Meister hat. Die Mannschaft Herren 55+ wurde 2010 und 2011 Deutscher Mannschaftsmeister.

Zu den größten Vereinen in der Stadt zählen u. a. die TuRa Niederhöchstadt und der Turnverein Eschborn 1888. Zahlreiche weitere Vereine ergänzen ein breites, insbesondere sportliches Angebot.

Zwischen den Stadtteilen befindet sich seit Anfang 1970er ein Hallen- und Freibad. Das sog. Wiesenbad wurde am 1. September 2001 nach einer einjährigen Sanierung und Renovierung wieder eröffnet und bietet Sauna-Bereich und Hallenbad sowie ein Freibad je mit 25-Meter-Bahn.

Zudem wird in Eschborn jährlich zum 1. Mai (im Jahr 2011 zum 50. Mal) ein international bekanntes Radrennen gestartet, das bis 2008 als Rund um den Henninger Turm bekannt war. Seitdem wechselt der Name abhängig von den Sponsoren, enthält aber über Eschborn-Frankfurt City Loop zu Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt den Namen Eschborns; außer Radprofis starten in separaten Wertungen auch Amateure und Nicht-Organisierte, zuletzt nicht mehr von Eschborn aus.

Wirtschaft und Infrastruktur
Vodafone (ehem. Arcor-Zentrale) mit 23 Etagen
Ortsansässige Unternehmen und Behörden

Eschborn bietet u. a. aufgrund seiner Nähe zu Frankfurt am Main und seiner guten Erreichbarkeit zirka 30.000 Arbeitsplätze (Stand: 2011). Sie konzentrieren sich vor allem im Gewerbegebiet Süd sowie in den Groß- und Einzelhandelsunternehmen im Osten und Westen der Stadt. Knapp 90 Prozent sind im Dienstleistungsbereich angesiedelt, u. a. bei den Unternehmen Vodafone (ehem. Arcor), Deutsche Bank, Deutsche Börse, VR Leasing, Siemens, Deutsche Telekom, Ernst & Young, IBM, Techem und Randstad Deutschland,

sowie bei folgenden Behörden und Verbänden:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Bundesnetzagentur (vormals RegTP; Außenstelle Hessen)
Centrum für internationale Migration und Entwicklung
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, vormals GTZ)
Hessische Gemeinschaftsunterkunft für ausländische Flüchtlinge (HGU; 15. Juni 1981 bis 1. April 2005)
Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW)
SSP Deutschland
TÜV Hessen
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ehemaliges Apothekerhaus mit Govi-Verlag und ZAPP

und zahlreichen weiteren Consulting-, Marketing- und Softwareunternehmen. Das Möbelunternehmen Mann Mobilia unterhält außerdem eine große Filiale in Eschborn. Eurest ist ein 1974 gegründeter Betreiber von Betriebsrestaurants.

Der angekündigte Umzug eines Großteils der Mitarbeiter der Deutschen Börse von Frankfurt am Main in ein Übergangsgebäude im Eschborner Gewerbegebiet Süd sorgte 2008 für viel Aufsehen in der Regionalpresse. Bereits 2010 bezogen die meisten Mitarbeiter der Deutschen Börse ein neu errichtetes Gebäude in Eschborn. Der Grund für den Ortswechsel waren die finanziellen Vorteile, vor allem der deutlich geringere Gewerbesteuerhebesatz mit nur 280 Prozent (seit 2016: 330 Prozent)[19] gegenüber dem benachbarten Frankfurt am Main mit 460 Prozent.[20] Offizieller Firmensitz der Deutschen Börse bleibt jedoch Frankfurt am Main.

Bekannte Unternehmen mit ehemaligem Sitz in Eschborn sind u. a. die Unternehmensgruppe Georg von Opel, Arthur Andersen und Linotype AG, heute Monotype GmbH.

Medien

Es existieren in Eschborn zwei Zeitungen, die ausschließlich oder vorwiegend in Eschborn erscheinen. Alle zwei Wochen werden die Eschborner Nachrichten,[21] jede Woche der Eschborner Stadtspiegel[22] herausgegeben. Unabhängig von diesen Verlagen existieren drei lokale Online-Medien, die Eschborner Zeitung, das Eschborner OnlineMagazin und das Eschborner Stadtmagazin. Ergänzt werden die vier Medien durch die regionale Presse Höchster Kreisblatt, Frankfurter Rundschau sowie Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Schulen

In Eschborn gibt es vier Schulen:

Hartmutschule (Grundschule)[23]
Süd-West-Schule (Grundschule)[24]
Westerbach-Schule (Grundschule), im Stadtteil Niederhöchstadt[25]
Heinrich-von-Kleist-Schule (weiterführende Schule mit gymnasialer Oberstufe)[26]
Verkehr

Die nächsten Autobahnanschlüsse zur A 66 und A 5 sind etwa 1,5 km entfernt, die S-Bahn-Linien S3 und S4 fahren durch Eschborn (Haltepunkte Eschborn Süd, Eschborn und Niederhöchstadt) und bieten eine Direktverbindung in die Frankfurter Innenstadt.

Seit Anfang 2013 lässt das Frankfurter Verkehrsdezernat eine mögliche Verlängerung der U-Bahn Linie U6 nach Eschborn prüfen und hat eine entsprechend konkrete Untersuchung des Projekts in Auftrag gegeben. Dabei geht es um die Verlängerung der U-Bahn-Linie U6, die derzeit an der Heerstraße in Frankfurt-Praunheim endet. Auch eine Haltestelle im Gewerbegebiet Helfmann-Park ist unter Umständen möglich. Diese würde laut dem Bürgermeister von Eschborn „den Standort Eschborn noch weiter aufwerten“. Einen genauen Zeitplan für das Projekt gebe es noch nicht. Ein Treffen mit Vertretern aus Eschborn, Frankfurt und Oberursel zum U-Bahn-Thema soll stattfinden. Bündnis 90/Die Grünen im Hochtaunuskreis haben sich für einen Ausbau der U6 über Eschborn hinaus mit Haltestellen in Steinbach und Kronberg ausgesprochen. Die Stadt Oberursel im Hochtaunuskreis ist seit den 1970er-Jahren über die U-Bahn-Linie U3 an das Frankfurter U-Bahn-Netz angeschlossen.[27]

Persönlichkeiten
Wilhelm Gustav Friedrich von Bouchenröder (1775–1840) war ein Generalmajor.
Heinrich von Kleist (1777–1811) war am 25. Februar 1795 als junger Leutnant in Eschborn einquartiert. Zwei Briefe schrieb er von da aus an seine Schwester. Nach ihm ist die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe Heinrich-von-Kleist-Schule benannt.
Karl Hopf (1863–1914), Serienmörder, lebte in Niederhöchstadt und betrieb eine Hundeschule.
Hermann Balthasar Buch (1896–1959), SS-Scharführer, 1944 Lagerführer des „Zigeunerlagers“ im KZ Auschwitz
Gleb Rahr (1922–2006), exilrussischer Journalist und Kirchenhistoriker, Vater von Alexander Rahr, lebte 1964–1975 in Eschborn.[28]
Karl-Heinz Koch (1924–2007), ehemaliger hessischer Justizminister (CDU); Vater von Roland Koch
Jochen Riebel (1945–2015), ehemaliger Bürgermeister, hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Hessischen Staatskanzlei (CDU)
Kordula Schulz-Asche (* 1956), hessische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen
Roland Koch (* 1958), ehemaliger hessischer Ministerpräsident (CDU), ist in Eschborn aufgewachsen und wohnt noch heute dort.
Alexander Rahr (* 1959), Politologe und internationaler Russlandberater, ist in Eschborn aufgewachsen.[29]
Literatur
Hansjörg Ziegler: 10 Bände, Eschborn: Historische Gesellschaft e. V., 1992, Band I–X.
Festschrift: 1200 Jahre Niederhöchstadt, Eschborn: Magistrat der Stadt 1982.
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Reinhard A. Bölts: Eschborn – Bilder einer dynamischen Stadt, Verlag 76 GmbH, 1976.
Uta Christmann: Eschborn – Die Stadt zwischen Main und Taunus, ET-Verlag, Eschborn 1991, ISBN 3-928315-00-5.
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Gerd S. Bethke: Die Flurnamen der Stadt Eschborn 1. Niederhöchstadt, Eschborner Museumsschriften 4, Eschborn: Magistrat der Stadt 2009.
Gerd S. Bethke: Die Flurnamen der Stadt Eschborn 2. Eschborn, Eschborner Museumsschriften 5, Eschborn: Magistrat der Stadt 2009.
Theodor Niederquell: Die Bevölkerung von Eschborn 1650–1775. Zur Sozialgeschichte und Demographie eines Dorfes im östlichen Vortaunus. Historische Kommission für Nassau : Wiesbaden 1985. ISBN 978-3-922244-62-2.