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Geschichte

Die Stadt Filderstadt entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen zunächst unter dem Namen „Gemeinde Filderlinden“. Am 25. Juli desselben Jahres wurde der Name in „Filderstadt“ geändert.[5] Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, am 1. Juli 1976, wurde sie auf Antrag der Stadt von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Die fünf ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine lange Geschichte.

Stadtteile

Hauptartikel: Bernhausen

Bernhausen wurde 1089 als „Berinhusen“ (als frühschwäbische Bezeichnung für „Wohnstätten des Bero“) erstmals erwähnt. Einige adelige Familien der Herren von Bernhausen hatten die Rechte über den Ort, doch fiel er in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an Württemberg. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Hauptartikel: Bonlanden

Bonlanden wurde Anfang des 12. Jahrhunderts als „Bonlandum“, was so viel wie „baumbestandene Lande“ bedeuten dürfte, erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zunächst den Herren von Bernhausen, später deren von Stöffeln, von Stammheim und von Sachsenheim. Württemberg tauschte den Ort Zug um Zug. Um 1400 war ganz Bonlanden württembergisch. 1820 wurde die Gemarkung um ein großes Waldgebiet des Schönbuchs vergrößert. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Hauptartikel: Harthausen

Harthausen wurde 1304 als „Harthusen“ erstmals erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „Häuser am Hart“, also Weidewald. Auch hier hatten die Herren von Bernhausen ihre Besitzungen. Über verschiedene Herren gelangte auch Harthausen ebenfalls an Württemberg, doch hatten die Herren von Stammheim und Thumb von Neuburg noch bis ins 16. Jahrhundert kleinere Rechte. Die Gemeinde gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Plattenhardt wurde 1269 als „Blatinhart“ erstmals erwähnt und bedeutet wohl platte = eben und Hart = Weidwald. Neben den Herren von Bernhausen hatten auch die Herren von Urslingen Rechte am Ort, der aber bald mit Waldenbuch an Württemberg gelangte. 1833 wurde die zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart gehörige Gemeinde um einige Waldflächen vergrößert. 1938 kam Plattenhardt zum Landkreis Esslingen.

Sielmingen wurde 1275 als „Sygehelmingen“ (wahrscheinlich abgeleitet vom Eigennamen „Sighelm“ bzw. „Sigehelm“) erstmals erwähnt. Schon damals wurde zwischen Ober- und Untersielmingen unterschieden. Obersielmingen gehörte den Herren von Bernhausen und kam mit Waldenbuch 1363 von den Herren von Urslingen an Württemberg. Untersielmingen gehörte verschiedenen Herren und kam dann teilweise an Württemberg. Das Spital Nürtingen behielt aber bis 1806 einen Teil des Ortes, bevor auch dieser an Württemberg gelangte. Bis 1850 waren beide Orte als Gemeindeverband organisiert, dann wurden sie zu selbständigen Gemeinden erklärt, 1923 jedoch unter dem Namen Sielmingen zu einer Gemeinde vereinigt. Beide Orte bzw. die Gemeinde Sielmingen gehörte zum Amt bzw. Amtsoberamt Stuttgart und kam 1938 zum Landkreis Esslingen.

Religionen

Die Bevölkerung der fünf ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Filderstadt gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Bernhausen wurde infolge des starken Zuzugs 1965 eine weitere Kirche, die Johanneskirche, erbaut. Später folgte die Petruskirche. Die drei Kirchengemeinden bilden aber weiterhin die Gesamtkirchengemeinde Bernhausen. Die Kirchengemeinde Harthausen war lange Zeit eine Filiale von Bernhausen, später von Plattenhardt, dann von Untersielmingen und schließlich ab 1838 von Bonlanden. 1838 erhielt der Ort seine eigene Kirche und 1959 wurde auch eine eigene Pfarrei errichtet. Alle Kirchengemeinden Filderstadts gehörten früher zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Degerloch. 1981 wurde die Jakobuskirche Bernhausen Sitz eines eigenen Dekanats bzw. Kirchenbezirks innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, zu dem alle Kirchengemeinden im Stadtgebiet Filderstadts gehören. In Bernhausen sind auch die Altpietistische Gemeinschaft und Hahn’sche Gemeinschaft und in Sielmingen die Landeskirchliche Gemeinschaft vertreten.

Katholiken gibt es in Filderstadt erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In Bernhausen entstand 1968 die Kirche St. Stephanus. Zur Kirchengemeinde gehört auch Sielmingen, doch gibt es dort seit 1963 eine eigene Kirche: St. Michael. In Bonlanden wurde 1958 die katholische Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ gebaut, eine Pfarrei gibt es dort seit 1961. Die Kirchengemeinde umfasst auch Plattenhardt. In Harthausen wurde 1968 eine katholische Kirche erbaut, die zur Pfarrei der Nachbargemeinde Grötzingen (Stadt Aichtal) gehört. Alle Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Esslingen-Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart und bilden die Seelsorgeeinheit 2 des Dekanats. Leitender Pfarrer ist Andreas Marquardt aus Bernhausen.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Filderstadt auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Bonlanden) und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Esslingen-Fildern in Sielmingen. In Bernhausen befinden sich das Glory Life Zentrum und das Gospel Forum Fildern. Auch die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft und die Zeugen Jehovas sind in Filderstadt vertreten.

Außer den christlichen Gemeinschaften gibt es mehrere islamische Gemeinschaften und die Christlich-Islamische Gesellschaft für die Begegnung und den Dialog zwischen Christen, Muslimen und anderen Religionen.

Einwohnerentwicklung

Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze). Die Zahlen der Jahre 1961 und 1970 ergeben sich aus der Addition der Einwohnerzahlen der fünf Vorläufergemeinden.

Jahr Einwohnerzahlen
6. Juni 1961 ¹ 18.273
27. Mai 1970 ¹ 30.264
31. Dezember 1975 34.603
31. Dezember 1980 37.300
31. Dezember 1985 36.757
25. Mai 1987 ¹ 36.323
31. Dezember 1990 38.498
Jahr Einwohnerzahlen
31. Dezember 1995 41.145
31. Dezember 2000 42.234
31. Dezember 2005 43.717
31. Dezember 2010 44.348
31. Dezember 2015 44.977

¹ Volkszählungsergebnis

Politik
Gemeinderat

Der Gemeinderat in Filderstadt hat 32 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis:[6] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009

Kommunalwahl 2014

 %3020100

28,69 %26,42 %20,93 %17,71 %6,25 %

FWCDUSPDGrüneFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   8   6   4   2   0  -2  -4  -6

+1,19 %p
+6,42 %p-1,97 %p-0,69 %p-4,95 %p
FWCDUSPDGrüneFDP

FW Freie Wähler Filderstadt e. V. 28,69 9 27,5 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,42 8 20,0 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,93 7 22,9 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 17,71 6 18,4 6
FDP Freie Demokratische Partei 6,25 2 11,2 3
gesamt 100,0 32 100,0 32
Wahlbeteiligung 46,17 % 48,5 %

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt steht der von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Er hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“ und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:

1975–1983: Karl Feßler (CDU), Bürgermeister, ab 1. Juli 1976 Oberbürgermeister
1983–2007: Peter Bümlein (SPD)
2007–2015: Gabriele Dönig-Poppensieker (parteilos, bis 2012 SPD)

Am 5. Juli 2015 wurde der CDU-Mann Christoph Traub für die nächste Amtsperiode zum Oberbürgermeister gewählt. Er trat am 3. Oktober 2015 sein Amt an. Zuvor stellte er den Fraktionsvorsitz der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP im Gemeinderat von Filderstadt.[7]

Jugendgemeinderat

Der Jugendgemeinderat der Großen Kreisstadt Filderstadt wurde im Oktober 1987 gegründet.

„Er stellte in der politischen Landschaft Baden-Württembergs […] eine Besonderheit dar – er war die erste Jugendvertretung, die von den Wahlberechtigten direkt in Urwahl gewählt wurde. […]

Die Initiative für die Einrichtung eines Jugendparlaments kam aus der Mitte des Gemeinderats. Die Stadtverwaltung entwickelte gemeinsam mit den Mitgliedern des Gemeinderats die neue Form der Beteiligung von Jugendlichen – das „Filderstädter Modell“ des Jugendgemeinderats.

Die vom Gemeinderat am 24. Juni 1987 einstimmig beschlossenen Eckpunkte zur Gründung des Jugendgemeinderats (JGR) haben bis heute Gültigkeit:

Aufgabe des Jugendgemeinderats ist, in allen die Jugend betreffenden Angelegenheiten mitzuwirken und zum Teil mitzubestimmen.
Die zu behandelnden Themen sollen grundsätzlich aus den Reihen des Jugendgemeinderats kommen.
Aktuelle Themen können von der Verwaltung eingebracht werden.
Die Beschlüsse des JGR gelten als Vorschläge für Gemeinderat und Verwaltung und werden dort je nach Zuständigkeit behandelt.
Wählbar und wahlberechtigt sind alle Jugendlichen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
Der Jugendgemeinderat hat 20 Mitglieder.
Die Amtszeit beträgt zwei Jahre.
Der Oberbürgermeister übernimmt die Sitzungsleitung.

Die Jugendlichen sollten weder in vorgegebene Strukturen gezwängt werden, noch sich einem übertriebenen Formalismus unterwerfen müssen.

Die Jungparlamentarier hatten die Chance, sich selbst eine Struktur zu geben und haben die Möglichkeit, diese den Erfordernissen anzupassen.

Gegen Ende der ersten Amtszeit haben die Jugendgemeinderäte sich selbst eine Geschäftsordnung erarbeitet, die bis heute Gültigkeit hat.“

– Website der Stadt Filderstadt[8]
Wappen

Das Wappen der Stadt Filderstadt zeigt einen „von Gold und Grün fünf mal geteilten“ Schild. Die Stadtflagge ist gelb-grün. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 10. August 1977 verliehen. Das Wappen ist das Wappen der Edelfreien von Bernhausen, die in allen heutigen Stadtteilen eine historische Rolle spielten.

Städtepartnerschaften

Die damalige Gemeinde Bernhausen schloss 1972 Partnerschaften mit Dombasle-sur-Meurthe und La Souterraine in Frankreich. 1988 ging Filderstadt gemeinsam mit den Nachbarstädten Ostfildern und Leinfelden-Echterdingen eine Partnerschaft mit Poltawa in der Ukraine ein. Weitere Partnerstädte sind seit 1990 Oschatz in Sachsen und seit 2002 Selby in Großbritannien.

Kultur, Sport und Sehenswürdigkeiten
Theater
Kultur- und Kongresszentrum „Filharmonie“ in Bernhausen
Kommunikationszentrum „Alte Mühle“ in Bonlanden
„die eulen“ und die „Filderbühne“ als Theatergruppen
Vereine
Die Ortsgruppe Plattenhardt des Schwäbischen Albvereins wurde im Jahr 2000 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.[9]
Der Verein Kelly-Insel hat seinen Sitz in Filderstadt.
Sport
TSV Bernhausen
SV Bonlanden. Die erste Fußballmannschaft spielt derzeit in der Landesliga Staffel II, nächste Saison 2016/2017 Bezirksliga Stuttgart (Stand 2016).
TSV Harthausen (Kreisliga A)
TSV Plattenhardt (Bezirksliga Stuttgart)
TSV Sielmingen (Kreisliga B)
Bundesweit bekannt wurde Filderstadt durch das von 1978 bis 2005 in Filderstadt-Plattenhardt ausgetragene Porsche Tennis Grand Prix-Tennisturnier der Damen, an dem in dieser Zeit die Tennisweltelite teilnahm. Mittlerweile ist das Tennisturnier nach Stuttgart abgewandert.
Am 14. Juni 1980 hat Guido Kratschmer mit 8649 Punkten im Fleinsbachstadion in Bernhausen einen Weltrekord im Zehnkampf aufgestellt. Dies gelang am 6. Juni 1983 auch Jürgen Hingsen mit 8779 Punkten am gleichen Ort.
Musik
Big Band Harthausen e. V.
Musikverein Bernhausen
Musikverein Bonlanden
Musikverein Plattenhardt
Musikverein Sielmingen
Museen

Im ehemaligen Bonländer Rathaus befindet sich das Gottlob-Häussler-Heimatmuseum. Gezeigt wird das frühere Alltagsleben auf den Fildern mit Landwirtschaft, Handwerk (Schuster-, Schreiner- und Bürstenbinderwerkstätten), Küche und einem „Tante-Emma-Laden“.

Bauwerke

Uhlbergturm

Alte Schule in Bonlanden

Georgskirche Bonlanden

Die evangelische Jakobuskirche Bernhausen ist das Wahrzeichen Bernhausens: Die ursprünglich dem Heiligen Gallus geweihte Kirche ist bereits seit 1275 bezeugt. Die heutige Pfarrkirche ist eine Westturmanlage mit frühgotischem Turm sowie achteckigem Aufbau von 1680. Das Schiff von 1475 wurde mehrfach verändert und 1956 erweitert.
Das Rathaus in Bernhausen wurde 1616 als Fachwerkhausbau mit barockem Unterbau errichtet.
Das Bernhäuser Pfarrhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Hier wohnte 1814 der Dichter Gustav Schwab.
Das alte Schulhaus wurde 1537 erbaut und bis 1951 als solches genutzt.
Die evangelische Pfarrkirche Georgskirche Bonlanden ist im Kern spätgotisch, der Westturm besitzt ein Kreuzrippengewölbe, der Chor ein Netzgewölbe. Das Schiff wurde mehrmals verändert, zuletzt 1912.
Hier gibt es auch eine Kelter von 1718.
Die Kirche in Harthausen wurde erst 1838 im späten Klassizismus erbaut, doch gab es ab 1601 bereits eine Kapelle, die 1763 als Schule diente.
Die evangelische Antholianuskirche in Plattenhardt weist einen Chor und eine Sakristei aus der Zeit der Spätgotik um 1480 und ein nur wenig jüngeres Langhaus auf. Der Turm wurde in seiner heutigen Gestalt 1787 aufgestockt. Die katholische Kirche in Plattenhardt entstand erst in den 1950er Jahren.
Die Sielminger Martinskirche stammt von 1489 und hat einen vieleckigen Chor mit kreuzrippengewölbter Vorhalle.
Sehenswert ist auch das Hahn’sche Haus von 1581, in dem der Vater des Erfinders Philipp Matthäus Hahn geboren wurde.
Vom Uhlbergturm hat man eine gute Aussicht auf den Schönbuch, die Filderebene und die Schwäbische Alb. Schon 1890 wurde am heutigen Standort des Turmes auf 469 m über dem Meeresspiegel ein hölzernes Aussichtsgerüst errichtet, das 1903 durch einen Holzturm von 17 m Höhe ersetzt wurde. Dieser musste 1961 wegen Baufälligkeit abgerissen werden und wurde 1963 durch das heutige, 25 m hohe Bauwerk ersetzt. Der vom Schwäbischen Albverein gewartete und bewirtschaftete Turm ist zu bestimmten Zeiten geöffnet und ist mit einem Kiosk, einer Picknickwiese und einem Spielplatz ausgestattet.
Regelmäßige Veranstaltungen
Februar/März: Pferdemarkt in Bernhausen
1. Mai: Hammelfest des Schwäbischen Albvereins am Uhlbergturm in Plattenhardt
Pfingsten: Internationales U19 Fußballturnier im Weilerhau
Juni: Bärenfest in Bernhausen und Marktplatzfest in Harthausen
Juli: Saifest in Bonlanden und Straßenfest in Plattenhardt
Letztes Augustwochenende: Straßenfest des Musikverein Bernhausen in der Rosenstraße
Anfang September: Kirchplatzfest in Sielmingen (in unregelmäßigen Abständen stattdessen viertägiges Heimatfest auf dem Festplatz an der Jakobstraße, zuletzt in den Jahren 2008 und 2013)
An jedem ersten Adventswochenende (Samstag und Sonntag) findet in der Rundsporthalle in Bernhausen ein Kunsthandwerkermarkt statt.
Dezember: Nikolaus- und Weihnachtsmarkt in Bernhausen sowie in Plattenhardt

Eine Stute wird auf dem Pferdemarkt in Bernhausen vorgeführt

Ein Gelderländer wird auf dem Pferdemarkt vorgeführt

Ein Norikertandem wird auf dem Pferdemarkt begutachtet

Wirtschaft und Infrastruktur
TÜV im Stadtteil Bernhausen

Die größten Arbeitgeber Filderstadts sind der Etikettenhersteller Herma, das Klimatechnik-Unternehmen Modine und der TÜV Süd mit seinem zweitgrößten Standort. Im Luftfrachtzentrum des Stuttgarter Flughafens, das sich im Stadtteil Bernhausen befindet und eine Fläche von rund 150.000 m² umfasst, sind mehr als 70 Unternehmen der Logistikbranche ansässig. Im produzierenden Gewerbe, das etwa 30 Prozent der Arbeitsplätze in Filderstadt stellt, sind überwiegend mittelständische Automobilzulieferer tätig.

Im Gewerbegebiet Affelter in Bonlanden begann 2012 die Hugo Boss AG auf einer Fläche von 23.400 m² mit dem Bau eines Hochregallagers. Es wurde im Sommer 2014 eingeweiht. [10] Außerdem soll dort bis Herbst 2012 mit der Hall of Soccer eine Fußballhalle entstehen.

Landwirtschaft

Die Filder mit ihren fruchtbaren Lössböden war schon immer ein wichtiges Landwirtschaftsgebiet. Der ehemalige „Gemüsegarten Stuttgarts“ ist mittlerweile zwar durch Siedlungs- und Infrastrukturprojekte etwas eingeschränkt, doch die Landwirtschaft lebt immer noch in allen Stadtteilen, vor allem in Bernhausen und Sielmingen, die die Hauptorte des Krautanbaus in Filderstadt sind. Zwar ging durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zurück, doch heute gibt es immer noch ca. 70 Stück.

Vor allem steht hier der Kraut- und Gemüseanbau im Vordergrund, die Viehhaltung ist eher selten anzutreffen.
Auf den Hofläden und Wochenmärkten lassen sich heute Produkte direkt vom Bauer erwerben, unter anderem Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Brot.

Der Anteil der Siedlungsfläche an der Gesamtfläche der Stadt stieg zwischen 2000 und 2010 von 29,5 auf 33,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil landwirtschaftlicher Fläche um 4,5 Prozentpunkte auf 45,8 Prozent zurück.[11]

Krautanbau

Das traditionelle Filderkraut wurde erstmals 1772 vom Pfarrer Wilhelm Bischoff erwähnt. Vermutlich hatte es seinen Anfang in den Klostergärten des Klosters Denkendorf. Mit der Industrialisierung gewann es immer mehr an Bedeutung. Heute hat es immer noch einen hohen Stellenwert, vor allem in Echterdingen, Bernhausen und Sielmingen, die als Zentrum des Krautanbaus gelten. Mittlerweile wird allerdings immer öfter der leichter zu bearbeitende Rundkohl angebaut.

Viehhaltung auf den Fildern
Einst häufig vertreten: Das Rind

Da die Filder keine Vorrangregion für Milch- bzw. Fleischwirtschaft, wie das Allgäu oder der Schwarzwald war, wurde das Vieh nur zur Selbstversorgung gehalten. Das Ortsbild vor hundert Jahren war noch sehr von der Viehwirtschaft geprägt, Schweine, Schafe oder Ziegen, Kleinvieh wie Hasen, Hühner oder Enten gehörten zu Haushalt und Ortsbild. Im Farrenstall war der Farren untergebracht, für dessen Haltung die Gemeinde verpflichtet war. Heute ist die Zahl der Tiere gesunken, da durch bessere Einkaufsmöglichkeiten die Viehhaltung überflüssig geworden ist. Heute sind lediglich die alten Haltungseinrichtungen zu sehen. Die Funktion von z. B. Pferden hat sich verändert. Heute gibt es fünfmal so viele Pferde wie vor 30 Jahren. Im Gegensatz zu der damaligen Nutzung als Zug- und Arbeitstiere werden sie heute als Hobbytiere zum Reiten gehalten. Die Zahl der Milchkühe reduzierte sich in den letzten 30 Jahren um 85 %, die Menge der gehaltenen Schweine um 95 %. Dies ist kein für Filderstadt besonderer Prozess, er fand fast überall in der Landwirtschaft statt.

Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind in Filderstadt noch in sehr großer Zahl vertreten. Mit Aktionen wie den Streuobst-GUIDS und der „Mobilen Moste“ versucht man, diese Naturräume zu erhalten. Das alljährliche Apfelfest des Fildergartenmarkt Briems ist immer ein beliebter Zulauf für Streuobst- Fans. Der Museumsobstgarten beim Bildungszentrum Seefelle ist mit alten Sorten bestückt.

Biologischer Landbau

Der Biologische Landbau ist in Filderstadt vor allem durch den Bioland Gemüsehof Hörz in Bonlanden präsent.

Verkehr

Der Stuttgarter Flughafen liegt unmittelbar nördlich von Filderstadt. Die Start- und Landebahn befindet sich auf Filderstädter Gemarkung, ebenso der Tower, der in Bernhausen am Rande der Wohnbebauung steht.

Die vierspurige B 27 zwischen Bonlanden und Harthausen, im Hintergrund der Albtrauf mit der Burg Hohenneuffen und dem Jusi.

An der nördlichen Stadtgrenze Filderstadts führt die Bundesautobahn 8 (Karlsruhe–Ulm) vorbei. Über die Anschlussstelle Stuttgart-Flughafen ist die Stadt direkt angebunden. Ferner führen die vierspurige Bundesstraße 27 (Stuttgart–Tübingen) und die Bundesstraße 312 (Flughafen–Reutlingen) durch das Stadtgebiet.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedient seit Herbst 2001 vor allem die Linie S2 (Filderstadt–Schorndorf über Stuttgart-Flughafen und Stuttgart Hauptbahnhof) der S-Bahn Stuttgart. Der S-Bahnhof Filderstadt befindet sich im Stadtteil Bernhausen. Dieser ist auch der Knotenpunkt für neun von zehn Buslinien, die innerhalb des Stadtgebiets verkehren. Die Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zu benutzen;
eine Ausnahme ist die Linie X3, die zwischen Pfullingen/Reutlingen und Stuttgart-Flughafen verkehrt und dem Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (Naldo) angehört.

Medien

Über das Tagesgeschehen Filderstadts berichtet die Filder-Zeitung, die den beiden Tageszeitungen Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten beiliegt.
Außerdem gibt es noch die kostenlose Zeitung „Filder Wochenblatt“

Einrichtungen

Filderstadt hat ein Notariat.

Im Stadtteil Bernhausen befindet sich der Sitz des Kirchenbezirks Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im Stadtteil Bonlanden befindet sich das Gemeinschaftskrankenhaus Filderklinik, das zur Grund- und Regelversorgung gehört.

Im Stadtteil Plattenhardt befindet sich seit 2012 ein Wohnverbund der Diakonie Stetten e. V. für 36 Erwachsene mit geistiger Behinderung, davon zwölf Plätze in Apartmentwohnungen.[12]

Bildung

In Filderstadt gibt es alle allgemein bildenden Schularten. In Bernhausen besteht eine Grundschule (Bruckenackerschule), eine Grund- und Gemeinschaftsschule (Gotthard-Müller-Schule), die Fleinsbach-Realschule und das Eduard-Spranger-Gymnasium. Außerdem ist hier die Musikschule Filderstadt angesiedelt. Bonlanden hat eine Grundschule (mit den beiden Standorten Uhlbergschule und Schillerschule) sowie eine Werkreal- und Realschule im Bildungszentrum Seefälle. In Harthausen gibt es eine Grund- und Werkrealschule (Jahnschule mit der Lindenschule). Plattenhardt hat neben der Grundschule (Weilerhauschule) noch die Volkshochschule & Kunstschule Filderstadt. In Sielmingen gibt es eine Grundschule (Wielandschule), das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und eine Förderschule (Pestalozzischule). Eine Privatschule ist die Waldorfschule „Gutenhalde“.

Ver- und Entsorgung

Die Stadt ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung. Die Stadtteile Harthausen und Sielmingen sowie die nördlichen Teile von Bonlanden erhalten Filderwasser aus der zentralen Enthärtungsanlage des Wasserwerks Neckartailfingen. Die Stadtteile Bernhausen und Plattenhardt sowie die südlichen Teile von Bonlanden erhalten Trinkwasser vom Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung.

Die Strom- und Erdgasnetze in der Stadt werden von der EnBW Regional AG betrieben.[13][14]

Zur Reinigung des Abwassers werden die beiden Kläranlagen Bombach und Fleinsbach betrieben.

Die Abfallentsorgung wird vom Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen organisiert, einem Eigenbetrieb des Landkreises Esslingen.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Johann Georg von Hallwil
Johann Georg von Hallwyl (auch Hallwil) (1555–1604), Fürstbischof von Konstanz von 1601 bis 1604
Johann Jakob Heinlin (1588–1660), Theologe, Geistlicher und Mathematiker, geboren in Bernhausen
Johann Gotthard Müller (1747–1830), Kupferstecher, wurde in Bernhausen (Rosenstraße 22) geboren
Jacob Brodbeck (1821–1910), deutsch-amerikanischer Flugpionier, stammte aus Plattenhardt (Kirchstraße 26)
Georg Adam Bürkle (1825–1896), Gründer der Stadt Stuttgart in Arkansas/USA, wurde in Plattenhardt (Kirchstraße 27) geboren
Alfons Fügel (1912–1960), Sänger
Karl Schlecht (* 1932), Unternehmer
Werner Weinmann (1935–1997), geboren in Bonlanden, Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter, Staatssekretär
Veronika Stoertzenbach (* 1958 in Bonlanden), Dirigentin
Matthias Anton (* 1979), Saxophonist und Hochschullehrer
Julia Nachtmann (* 1981), Schauspielerin
Benjamin Strecker (* 1982), Schauspieler
Jan-Hendrik Pelz (* 1984), Konzeptkünstler
Fabian Schulze (* 1984), Stabhochspringer
Birgitta Flick (* 1985), Jazzmusikerin
Laura Siegemund (* 1988), Tennisspielerin
Helen Grobert (* 1992), Radrennfahrerin
Marvin Plattenhardt (* 1992), Fußballspieler bei Hertha BSC
Achim Moosberger (* 1992), Eishockeyspieler
Leonie Adam (* 1993), Trampolinturnerin
Niko Dobros (* 1993), Fußballspieler
Camilla Pfeffer (* 1993), Rhythmische Sportgymnastin
Robert Zinn (* 1995), Basketballspieler
Leonie Welsch (* 1996), Volleyball- und Beachvolleyballspielerin
Sonstige mit der Stadt verbundene Personen
Eduard Mörike (1804–1875), schwäbischer Lyriker, hielt in der Bernhäuser Jakobuskirche seine erste Predigt und lebte während seiner Vikarszeit 1829 einige Monate im Plattenhardter Pfarrhaus
Luitpold Domberger (1912–2005), Siebdruck-Pionier, lebte und arbeitete seit den 1960er Jahren in Bonlanden
Michael Ende (1929–1995), 1995 in Bonlanden (Filderklinik) gestorbener Schriftsteller
Roman Herzog (1934–2017), ehemaliger Bundespräsident, lebte während seiner Amtszeit als baden-württembergischer Innenminister (1980–1983) ab 1978 fünf Jahre in Bernhausen in der Ludwigstraße
Paul Maar (* 1937), Schriftsteller und Illustrator, unterrichtete in den 1970er Jahren einige Jahre als Kunsterzieher am Eduard-Spranger-Gymnasium in Bernhausen
Cornelia Mack (* 1955), Sozialpädagogin und Autorin, lebt in Filderstadt
Marc Kienle (* 1972), Fußballspieler und -trainer, in Filderstadt aufgewachsen
Dominik Nothnagel (* 1994), Fußballspieler, in Filderstadt aufgewachsen
Literatur
Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III Regierungsbezirk Stuttgart, Region Mittlerer Neckar. Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2.
Nikolaus Back: Von Filderlinden nach Filderstadt. Die Gemeindereform von 1975. Stadt Filderstadt 2000, ISBN 3-934760-01-5.
Der Landkreis Esslingen. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 1, Seite 519.
Weblinks
 Commons: Filderstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Filderstadt – Reiseführer
 Wikisource: Bernhausen in der Beschreibung des Amtsoberamts Stuttgart von 1851 – Quellen und Volltexte

dito Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt, Ober-Sielmingen und Unter-Sielmingen

Stadt Filderstadt
FILharmonie Filderstadt Kultur & Kongress Zentrum