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Geschichte

Ein am heutigen Flörsheim vorbeiführender frühgeschichtlicher Wanderungsweg wurde von den Römern zur Straße ausgebaut. Diese führte von Kastel über Hochheim, Flörsheim, Okriftel und Höchst in die Wetterau und weiter ins heutige Mitteldeutschland. Eine weitere Römerstraße zweigte zwischen Flörsheim und Weilbach nach Limburg an der Lahn ab. Das Straßenpflaster aus Kalkstein stammte aus Flörsheimer Steinbrüchen.

Die heutigen Stadtteile Flörsheim, Wicker und Weilbach entstanden aus Siedlungen der westgermanischen Volksgruppe der Franken.
Flörsheim wurde im Jahr 828 erstmals urkundlich als Flaritesheim erwähnt. Der Ortsname könnte auf einen Franken namens „Flarido“ zurückgehen. Eine Schenkungsurkunde befindet sich im Hessischen Staatsarchiv Marburg. Erzbischof Hermann I. von Köln bestätigte im Jahr 922 seine Besitzungen im fränkischen Maingau. Er bezeichnete Flörsheim als Flaradesheim und Wicker als Weleron. Wicker wurde urkundlich erstmals im Jahr 910 und Weilbach im Jahr 1112 erwähnt.

Im Jahr 1270 wurde Flörsheim für 1050 Mark an das Mainzer Domkapitel verkauft. Um den Wasserverkehr auf dem Main zu kontrollieren, wurde Flörsheim im Verlauf des Mittelalters stark befestigt.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Flörsheim verwüstet, nachdem der schwedische König Gustav Adolf seinen Vormarsch auf Mainz 1631 vor Flörsheims Befestigungen unterbrechen musste. Nach achttägiger Einschließung durch die Schweden ergab sich Flörsheim und blieb bis 1636 besetzt.

Alte Kirchschule, erbaut 1763. Das denkmalgeschützte Gebäude wird heute für Trauungen genutzt.

Auch die Kriege Friedrich des Großen brachten Unheil über den Ort – aber auch die Industrialisierung. Im Jahr 1765 eröffnete der Mainzer Georg Ludwig Müller in Flörsheim eine Fayence-Fabrik mit etwa 80 Arbeitern. Das darin hergestellte Porzellan trägt als Marke drei große „F“ für „Flörsheimer Fayence-Fabrik“ (→ FFF). Die Fabrik bestand bis ins Jahr 1914.

Lange Zeit bestanden enge Bindungen zu Mainz. Das änderte sich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts während der Herrschaft Napoleons, als Flörsheim im Jahr 1803 dem Fürstentum Nassau-Weilburg – kurz danach – dem Herzogtum Nassau zugeschlagen wurde.

Bahnhofsgebäude, erbaut 1839

Im Jahr 1839 wurde zwischen Wiesbaden und Frankfurt die Taunus-Eisenbahn als erste hessische Eisenbahn erbaut. Nach der Planung sollten auch Anschlussgleise nach Darmstadt führen.

Der mit der Taunusbahn 1839 errichtete Bahnhof stammt vom Architekten Ignaz Opfermann. Er lag damals noch außerhalb der Altstadt und zählt zu den ältesten erhaltenen Bahnhöfen Deutschlands. 1875 wurde das Obergeschoss als Wohnung für den Bahnhofsvorsteher angebaut.

1865 wurde die Freiwillige Feuerwehr Flörsheim gegründet. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 kam Flörsheim zum Königreich Preußen, welches das Herzogtum Nassau zerschlagen hatte.

Kriegergedächtniskapelle in der „Flörsheimer Schweiz“, errichtet 1928. Im rechten Hintergrund die Flörsheimer Warte, ein nachgebauter Wartturm der ehemaligen Landwehr (zu Wicker)
Die Flörsheimer Warte, errichtet 1996 beim Ortsteil Wicker nordwestlich von Flörsheim

Im Jahr 1900 wurden in Flörsheim die ersten Telefonanschlüsse installiert, am 25. August 1914 erhielt der Ort elektrisches Licht. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) hatte Flörsheim 104 Gefallene und 7 Vermisste zu beklagen. Nach dem Krieg besetzten französische Truppen am 1. Dezember 1918 den Ort. Die Franzosen hielten Flörsheim bis in die späten 1920er Jahre besetzt (alliierte Rheinlandbesetzung).

Gab es zuvor nur eine Fährverbindung nach Raunheim, so schuf die am 26. August 1928 eingeweihte „Opel-Brücke“ eine Straßenverbindung zur anderen Mainseite nach Rüsselsheim.[10] Diese Brücke wurde 1979 abgerissen und etwas weiter mainaufwärts durch eine größere Brücke mit vierstreifiger Fahrbahn ersetzt.

In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1938 wurde der jüdische Friedhof von Nationalsozialisten zerstört. Am 10. November 1938 wurde in der „Reichskristallnacht“ auch die 1718 errichtete Flörsheimer Synagoge zerstört. Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) gingen in der Nacht vom 8. zum 9. September 1942 auf den Ort und die Gemarkung Flörsheim 29 Sprengbomben nieder. Durch den schweren Bombenangriff entstanden 26 Brände, und 11 Gebäude (davon 9 Wohnhäuser) wurden völlig zerstört sowie 81 Gebäude (fast nur Wohnhäuser) schwer beschädigt. Fünf Menschen starben. Am 23. März 1945 sprengten deutsche Truppen die von Rüsselsheim über den Main führende Opelbrücke, um den Vormarsch US-amerikanischer Truppen aufzuhalten. Die Amerikaner marschierten dennoch am nächsten Tag in Flörsheim ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung des Freistaats Preußen durch die Alliierten im Jahr 1945 kam Flörsheim zum neu gebildeten Bundesland Hessen.

Im Jahr 1953 erhielt Flörsheim das Stadtrecht.[11]

Am 31. Dezember 1971 schlossen sich Flörsheim, Weilbach und Wicker im Vorgriff auf die Gebietsreform in Hessen zusammen.

Am 1. Januar 1978 wurde der Name der Stadt amtlich in „Flörsheim am Main“ geändert.[3]

Hexenprozesse

Die Hexenprozesse in Flörsheim zu Beginn des 16. und 17. Jahrhunderts dauerten von 1595 bis 1630. In Flörsheim, Weilbach und Wicker fielen über 71 Frauen, Männer und Kinder dem Hexenwahn zum Opfer. Zur „Bestreitung der Unkosten der wegen Ausrottung und Bestrafung des eingerissenen Lasters der Zauberei und Hexerei befohlenen Inquisition“ nahm die Gemeinde 1618 beim St. Clara-Kloster in Mainz ein Darlehen auf, konnte aber keine Rückzahlungen leisten. Noch 100 Jahre später hatte die Stadt an der Schuldenlast zu tragen.

Namensentwicklung

Die Namensendung auf „-heim“ deutet auf einen fränkischen Ursprung hin, während sich der erste Namensteil möglicherweise auf einen germanischen Personennamen wie „Flarid“ oder „Flarad“ zurückführen lässt.[12]

Die Zuordnung einer urkundlichen Erwähnung in einem Kartular des Klosters Fulda aus dem Jahr 828: „Tradidit Reginpraht ad Flaritesheim mancipia II“ (Es übertrug Reginpraht zu Flörsheim zwei Hörige.)[13] zu Flörsheim am Main ist spekulativ.

Urkundlich zweifelsfrei auf die Ortschaft am Main bezieht sich eine Benennung vom 11. August 922 durch Hermann I. von Köln. In der Urkunde werden als Besitzungen im „pago Moinacense“ (Gau am Main) „Flaradesheim“ (Flörsheim) und „Wikeron“ (Wicker) genannt.[14]

1171 erschien im Lehnsbuch der Herren von Eppstein der Eintrag „dorff in Vlersheim“.[15]

1270 in der Beurkundung des Dorfverkaufs an das Domkapitel des Erzbistums Mainz zum 1. April wird das Dorf als „villam nostram Flersheim“ bezeichnet.[16]

Seit 1. Januar 1978 heißt die Stadt amtlich Flörsheim am Main,[3] nachdem zuvor schon abkürzende Schreibweisen wie Flörsheim/M, Flörsheim/Main oder Flörsheim a. M. gebräuchlich waren.

Im örtlichen Dialekt heißt die Stadt „Flerschem“.[17]

Territorialgeschichte und Verwaltung

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Flörsheim unterstand im Überblick:[18][19]

vor 1787: Heiliges Römisches Reich, Kurmainz, Mainzer Domkapitel, Amt Hochheim
ab 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Ämter des Domkapitels zu Mainz, Domdechaneiamt in Mainz
ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Hochheim
ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Wallau
ab 1816: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Hochheim
ab 1849: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Kreisamt Höchst
ab 1854: Deutscher Bund, Herzogtum Nassau, Amt Hochheim
ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Mainkreis
ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Mainkreis
ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wiesbaden
ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wiesbaden
ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis
ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis
Veranstaltungen
Flerschemer Fassenacht

Jedes Jahr am Fastnachtssonntag beginnt um 13.31 Uhr der Flörsheimer Fastnachtsumzug oder „Fassenachtszuuch“ (zum Teil mit über 3500 Teilnehmern und um die 160 Zugnummern). Regelmäßig übersteigt die Zahl der Gäste die der Einwohner. Im Jahr 2007 berichtete der Hessische Rundfunk sogar von 80.000 Besuchern.[20]

Der Fastnachts- oder Narrenruf „Hall die Gail“ entstammt der Zeit, als im Fastnachtszug noch viele Wagen mit Pferdegespannen fuhren. Er war die Aufforderung an einen Zugwagenlenker inne zu halten bzw. die vor der ausgelassenen Menschenmenge scheuenden Pferde im Zaum zu halten. So übersetzt sich „Hall die Gail“ mit „Halte die Pferde/Gäule!“[21]

Open-Air-Festival

Seit den 1970er Jahren gibt es an einem Juli-Wochenende das „Flörsheimer Open Air“, ein kleines Rock-Musikfestival mit freiem Eintritt auf den Wiesen unter der Mainbrücke nach Rüsselsheim.
Das Festival wird vom örtlichen Verein Old Company e. V. nur durch ehrenamtliche Helfer ausgerichtet und fand 2015 bereits zum 40. mal statt.[22]

Verlobter Tag
Straße zu Ehren des Pfarrers Münch, dem Initiator des „Verlobten Tages“

Jedes Jahr am letzten Montag im August feiert die Stadt den „Verlobten Tag“. Dieser hat seinen Ursprung im Jahr 1666, als in Flörsheim die Pest wütete. Nachdem innerhalb kürzester Zeit mehr als 200 Einwohner gestorben waren und der kleinen Gemeinde von etwa 700 Einwohnern die völlige Ausrottung drohte, beteten der Überlieferung nach die Überlebenden in höchster Not um Rettung.

Als die Pest dann tatsächlich endete, gelobten die Flörsheimer zusammen mit dem Initiator Pfarrer Johannes Laurentius Münch „solange in Flörsheim Stein auf Stein steht, eine Dankprozession zum Lobpreis des Allerhöchsten alljährlich durchzuführen“. Dieses Gelöbnis wurde bisher strikt eingehalten; auch in Kriegszeiten und trotz zeitweisem Verbot dieser Veranstaltung. Am 29. August 2016 wurde der „Verlobte Tag“ zum 350. Mal gefeiert.[23][24]

Flerschemer Kerb

Verwurzelt in dem Fest zur Weihe der St.Galluskirche wird am 16. Oktober, dem Tag des Namenspatrons St.Gallus, beziehungsweise am darauffolgenden Wochenende die Flörsheimer „Kerb“ abgehalten. Seit über 100 Jahren wird alljährlich am Mainufer ein Jahrmarkt errichtet. Während dort ein Rummel mit Buden und Fahrgeschäften betrieben wird, organisieren die Kerweborsch (Kerbe-Burschen)[25] Tanzveranstaltungen – pflegen Brauchtum und Geselligkeit: Traditionell wird am Samstag ein Baum errichtet, der mit Kerwebobb (Kerbe-Puppe)[26] und Bluns (Blutwurst ohne Grieben)[27] ausgestattet ist. Ein Umzug findet statt. Die Flörsheimer Besonderheit der „Nachkerb“ am nachfolgenden Wochenende stand im Jahr 2014 zur Disposition.[28]
Künftig findet der traditionelle Abschluss der Kerb (Beerdigung der Kerbe-Puppe und Feuerwerk) schon am Nachkerbesonntag – statt wie bislang montags – statt.[29]

Galluskonzerte

Seit 1980 finden im vierten Quartal eines Kalenderjahres die Gallus-Konzerte statt, eine musikkulturelle Reihe, deren konzertante Aufführungen teilweise als Veranstaltungen des Hessischen Rundfunks geführt werden.[30]

Flörsheimer Rathaus in der Villa und ehemaligen Arztpraxis des Sanitätsrates Dr. med. Emil Börner
Politik
Verwaltung der Stadt Flörsheim am Main

Der Verwaltungsaufbau der Stadt Flörsheim am Main richtet sich nach der Hessischen Gemeindeordnung und der Hauptsatzung der Stadt in der Fassung vom 8. November 2012.[31]

Danach fungiert die Stadtverordneten­versammlung, aus von den Bürgern der Stadt gewählten Stadtverordneten, als oberstes Organ der kommunalen Selbstverwaltung.

Der Magistrat als ausführendes Organ besorgt die laufende Verwaltung der Stadt. Er besteht aus elf ehrenamtlichen Stadträten, sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister und dem ebenfalls hauptamtlichen Ersten Stadtrat als seinem Vertreter.

Die Hauptsatzung regelt die Einteilung der Stadt in vier Ortsbezirke, und legt die Größe der Ortsbeiräte auf jeweils neun Mitglieder, sowie für den Ortsbeirat Keramag/Falkenberg auf fünf Mitglieder fest. Zudem wird ein Ausländerbeirat mit elf Mitgliedern eingerichtet.

Die Stadt Flörsheim unterliegt nach der Hessischen Gemeindeordnung der Kommunalaufsicht durch das Regierungspräsidium Darmstadt.

Der Bürgermeister wird direkt vom Volk gewählt.

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[32] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[33][34]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 37 Sitze SPD: 11 GALF: 6 FDP: 3 CDU: 11 dfb: 6

Parteien und Wählergemeinschaften 2016 2011 2006 2001 1997
Anteil1 Sitze Anteil1 Sitze Anteil1 Sitze Anteil1 Sitze Anteil1 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 30,4 11 28,0 10 22,8 8 25,3 9 27,1 10
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 30,1 11 37,8 14 49,4 18 48,0 18 46,6 17
Grüne Alternative Liste Flörsheim[35] GALF 16,3 6 25,4 10 18,0 7 22,1 8 21,3 8
DIE FREIEN BÜRGER[36] dfb 14,7 6 5,0 2 4,1 2
Freie Demokratische Partei FDP 8,5 3 3,8 1 5,7 2 4,6 2 5,0 2
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 4,5 3,5 2,9 2,4 3,1
Sitze gesamt 37 37 37 37 37
Wahlbeteiligung 51 % 47,5 % 49,2 % 61,4 % 68,3 %

a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen

Es waren 37 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 zu wählen. Von 15.943 Wahlberechtigten gingen 8.136 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung von 47,5 % im Jahr 2011 auf 51 % im Jahr 2016.

Bürgermeister

Der seit 1. November 2006 amtierende Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) wurde am 17. September 2006 in einer Stichwahl mit 56,1 Prozent der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 47,5 Prozent. Für eine zweite sechsjährige Amtszeit wurde er am 17. Juni 2012 wiedergewählt, wiederum in einer Stichwahl, mit 61,6 Prozent der Stimmen bei 46,1 Prozent Wahlbeteiligung.[37][38]

Antenbrink ist Nachfolger von Ulrich Krebs (CDU), der am 18. März 2001 zum Bürgermeister gewählt wurde und am 8. Mai 2006 aus dem Amt ausschied, um im Hochtaunuskreis als Landrat eingeführt zu werden.

Ehemalige Schultheißen und Bürgermeister

(Die frühen Jahreszahlen beruhen auf urkundlichen Erwähnungen, die keinen Schluss auf die Spanne der jeweiligen Amtszeiten erlauben.)[39]

1396: Konrad Schrot
1431: Gerhard Palez
1433: Peter Winter
1450: Michael Stork
1468: G. Euden
1502: Hans Frohmut
1509: Hans Strauß
Michael Strauck oder Strauß
(genannt Storich)
1588: Georg Hardt
1617: Johann Euler
1621: Joachim Satorius
1627: Joh. Konrad Spahn
1642: Eberhard Faulhaber
1666: Joh. Paul Widdermann
1670: Johann Stein
1673: Johann Kester
1677: Kilian Bohrmann
1679–1710: Georg Bernhardt
1717: Oswald Anschütz
1723: Wiegand Hochheimer
1737: Wiegand Hochheimer
(der Sohn)
1763: Johann Michael Conradi
1780: Ad. Wilhelm Hochheimer
1787: Hans Hochheimer
1790: Johann Neumann
1797: Martin Neumann
(Sohn des Johann; † 12. August 1820)
1824: Cronenbold
(Mitinhaber der Flörsheimer Fayence-Fabrik)
1840: Karl Neumann
1845: Lorenz Schleidt
1848: Paul Diener
1850: Georg Friedrich Schleidt
1865: Franz Anton Schleidt
1871: Jacob Schleidt
(Initiator der Flörsheimer Feuerwehr)
1871–1890: Sebastian Jäger
1890–1902: Lorenz Schleidt
1902–1933: Jakob Lauck
1934–19??: Dr. Ludwig Stamm (NSDAP)
(übernahm Amt nach Laucks Rücktritt)
1945–1954: Jakob Merkel
(bis 1948 nur kommissarisch eingesetzt)
195?–1962: Fritz Pein (SPD)
1962–1979: Josef Anna (CDU)
1979–2000: Dieter Wolf (CDU)
2001–2006: Ulrich Krebs (CDU)
(bis März 2001 geschäftsführend)

Magistrat der Stadt Flörsheim

Hauptamtliche Dezernenten
Bürgermeister Antenbrink, Michael SPD
Hauptamt, Planung, Ordnung, Bauen
Erster Stadtrat Heß, Sven GALF
Finanzen, Kultur, Soziales, Eigenbetriebe
Ehrenamtliche Magistratsmitglieder
Stadtrat Bayer, Michael

am 6. März 2014 nachgerückt für Reinhard Kohl

CDU
Stadträtin Enders, Berthilde CDU
Stadtrat Heller, Claus Dieter GALF
Stadtrat Hoffmann, Klaus Anton GALF
Stadtrat Landwehr, Karl Heinz SPD
Stadtrat Vogel, Harald

zu Beginn 2016 nachgerückt für Melchior, Willi

dfb
Stadtrat Oerter, Robert SPD
Stadtrat Reinhard, Helmut CDU
Stadträtin Stortz, Margret SPD
Stadtrat Weckbach, Rudi CDU
Stadtrat Wrobel, Marek

im Juli 2014 nachgerückt für Georg Gottas

GALF

[40]

Bürgerentscheide

Seit Einführung der Möglichkeit zu Bürgerentscheiden in Hessen am 1. April 1993 hat Flörsheim zweimal – am 6. Mai 2007 und am 13. Februar 2011 – über das Betreiben der Planfeststellung zum Bau einer Ortsumgehungsstraße entschieden. Beide Male hat sich die Bevölkerung mit knappen Mehrheiten für die Abstimmungsfrage ausgesprochen, die sich jeweils gegen die Planung einer Ortsumfahrung (Bezeichnung: B 40/519 – Abschnitt B 519) wanden. Die Beteiligungsquote an den Bürgerentscheiden lag jeweils über 60 Prozent.[41]

Wappen

Wappenbegründung: Das 1951 amtlich verliehene Flörsheimer Stadtwappen zeigt auf blauem Schild ein zweimastiges Segelschiff über silbernen (weißen) Wellen. Schiffsrumpf und -masten sind golden (gelb). Die beiden Segel silbern. Das größere Segel trägt die schwarze Beschriftung „FFF“. Am Schiffsheck weht eine rote Flagge mit einem silbernen sechsspeichigen Rad. Der Mastkorb über dem Segel mit den drei „F“ ist, ebenso wie je eine spitz auslaufende Flagge an beiden Mastenden, horizontal geteilt – silbern und rot.[42]

Im Juni 1951 wurde der Gemeinde Flörsheim durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.[43]

Das Wappenmotiv ist hervorgegangen aus dem seit 1816 verwendeten Sinnbild für das noch bis 1868 verkehrende Flörsheimer Marktschiff (Flörsheimer Yacht). Seit 1930 ist das Großsegel mit den drei „F“ versehen. Diese Beschriftung erinnert an die 1765 gegründete Flörsheimer Fayence-Fabrik.[44]

Das Rad der Heckflagge verweist auf die lange historische Zugehörigkeit zum Mainzer Domkapitel (1270–1803).
So wurde das Mainzer Rad im 18. Jahrhundert auf Grenzsteinen und in amtlichen Siegel benutzt. Ältere Gerichtssiegel verweisen, in der bildlichen Darstellung eines thronenden Bischofs (17. Jahrhundert) oder des Mainzer Landespatron St. Martin (15. Jahrhundert), ebenso auf die Domstadt.[45]

Die Farben Flörsheims sind Blau und Orange. In städtischer „Beflaggung“ wird meist das Stadtwappen auf blauer Fahne gezeigt.

Flagge

Im Oktober 1952 wurde der Gemeinde Flörsheim am Main durch den Hessischen Minister des Innern die Führung einer Flagge genehmigt.[46]

Partnerstädte
Pérols, Frankreich (seit 1992)
Pyskowice, Polen (seit 2005)
Güzelbahçe, Türkei (seit 2011)
Verkehrsanbindung
Flörsheimer Fahr, bis 1928 Anlegeplatz der Fähre nach Raunheim
Das Gegenstück auf der Raunheimer Seite am gegenüberliegenden Ufer
Radwanderwege
Am Mainufer verlaufen mehrere Radwanderwege:
Der Hessischen Radfernweg R3 (Rhein-Main-Kinzig-Radweg) führt unter dem Motto Auf den Spuren des Spätlesereiters vom Rhein, dann den Main und die Kinzig entlang, über Fulda nach Tann in die Rhön
Der Main-Radweg führt von den Quellen des Weißen und Roten Mains bis nach Mainz zur Mündung in den Rhein
Die D-Route 5 (Saar-Mosel-Main) von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze (1.021 km)
Autobahnanbindung
Flörsheim ist bei Weilbach an die Autobahn A 66 angebunden (Mainz/Wiesbaden–Frankfurt–Hanau-Fulda).
Über Rüsselsheim und Wallau besteht Anschluss an die A 3 (niederländische Grenze–Ruhrgebiet–Düsseldorf–Franken–Oberpfalz–Regensburg–Passau–österreichische Grenze).
Über die Anschlussstelle Hochheim-Nord erreicht man die Autobahn A 671 (Darmstadt–Wiesbaden).
Nahverkehr
Busse
Linie 001, Stadtwerke Rüsselsheim, Route: Flörsheim – Rüsselsheim
Linie 809, HLB Hessenbus, Route: Hochheim – Flörsheim – Hofheim
Linie 817, Schulbusverkehr, Route: Diedenbergen – Flörsheim
Linie 819, Stadtbus Flörsheim, Route: Flörsheim – Wicker – Weilbach
Sammeltaxis

Anrufsammeltaxis und Anschlusssammeltaxi[47]

Linie 818, Route: Flörsheim – Keramag/Falkenberg – Flörsheim
Linie 818, Route: Flörsheim – Wicker – Weilbach
Linie 046, Route: Flörsheim/Wicker – Wallau
Bahnverkehr
Hauptartikel: Bahnhof Flörsheim (Main)

Die S-Bahn-Linie S1 verbindet den Flörsheimer Bahnhof mit der Route Wiesbaden – Mainz-Kastel – Frankfurt – Rödermark-Ober-Roden.

Schiffsverkehr

Für den Personenverkehr gibt es am Konrad-Adenauer-Ufer eine Schiffsanlegestelle (Bedarfshaltestelle), für den Güterumschlag eine weitere Anlegestelle an der Hafenstraße.[48]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Eisenbaum westlich von Flörsheim
Bauwerke

Die Flörsheimer Warte nahe dem Ortsteil Wicker ist ein 1996 im Stile eines früher an gleicher Stelle stehenden Wartturms errichteter 30 Meter[49] hoher Rundturm. Er steht an der Regionalparkroute Rhein-Main, ist mit dem angrenzenden Restaurant ein beliebtes Ausflugsziel und kann für private Veranstaltungen gemietet werden. Die oberste Ebene bietet durch zwanzig 20 schmale Fenster, zwischen denen jeweils Orientierungstafeln angebracht sind, eine gute Aussicht in die Umgebung.

Der Eisenbaum westlich von Flörsheim, ebenfalls Teil des Regionalparks Rhein-Main, ist mit seiner ausgefallenen Form sowohl eine Skulptur als auch ein Aussichtsturm. Der stählerne 18 Meter hohe Baum besitzt zehn künstliche Äste und bietet eine 9 Meter hohe Aussichtsplattform. Eine solarbetriebene Tonanlage an der Plattform spricht und macht Geräusche.[50]

Religiöse Einrichtungen
Galerie sakraler Bauten

katholische Kirche St. Gallus[51]

katholische Kirche Maria Himmelfahrt (Weilbach)

katholische Kirche St. Katharina (Wicker)

Kriegergedächtnis­kapelle

Kapelle Bahnhofstraße 6

St. Anna-Kapelle (1715) an der Wiesenmühle

Wegkreuz Bahnhofstraße 18

Nepomuk (Weilbach)

Evangelische Pfarrkirche

Katholische Gemeinde

Die katholischen Gemeinden St. Gallus und St. Josef in Flörsheim, St. Katharina in Wicker und Maria Himmelfahrt in Weilbach befinden sich im Prozess der Bildung eines gemeinsamen Pastoralen Raumes Flörsheim. Dieser soll ab Januar 2015 unter dem Namen Pfarrgemeinde St. Gallus firmieren. Die Gemeinden St. Josef, Maria Himmelfahrt und St. Katharina sollen als Ortskirchen weiterbestehen.[52]

Ahmadiyya-Gemeinde

(zu den in diesem Abschnitt gebrauchten Namen existieren differierende Schreibweisen)

Am 24. Juni 2013 wurde von Mirza Masrur Ahmad – dem Kalifen der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) – die Ata-Moschee in der Flörsheimer Altkönigstraße eröffnet. („Ata“ bedeutet „Gottesgeschenk, von Gott gegeben“.) Anwesend waren neben dem Bundesvorsitzenden der Gemeinschaft Abdullah Uwe Wagishauser eine Reihe Kommunal- und Landespolitiker.

Zur Moschee wurde seit dem 4. Oktober 2012 ein ehemaliger Lebensmittel-Discounter umgebaut. Der in blau-weiß gehaltene, mit Kalligraphien geschmückte Gebäudekomplex umfasst einen 380 m² großen Gebetsraum mit Gebetsnische, eine separate Küche, einen 80 m² großen Anbau mit Veranstaltungsraum und Bibliothekszimmer, sowie Büros und einen weiteren Seminarraum im Obergeschoss. Den Moscheecharakter unterstreichen zwei ins Dach eingefügte Kuppeln, sowie ein etwa 10 m hohes symbolisches Minarett am Eingang.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat oder Ahmadiyya Muslim-Gemeinschaft ist eine 1889 im Indischen Qadian entstandene islamische Reformgemeinde. Das erste Mitglieder der seit 1995 eigenständigen Gemeinde Flörsheim / Hochheim kam 1988 nach Flörsheim. Zur Eröffnung umfasst die Gemeinde 140 Mitglieder. Ihr Präsident ist Muhammad Munawar Abid.[53]

Persönlichkeiten
Margreth (um 1598–1617), Johann und Ela Schad, Opfer der Hexenverfolgungen in Flörsheim
Johannes Laurentius Münch († 1713), Pfarrer in Flörsheim von Mai 1665 bis Oktober 1674, Initiator des „Verlobten Tages“
Christian Georg Schütz der Ältere (1718–1791), Maler und Kupferstecher, Namenspatron der Maler-Schütz-Straße in Flörsheim
Martin Neumann (1760–1820), Landtagsabgeordneter
Heinrich Dreisbach (1881–1967), Verleger und Heimatdichter, Namenspatron des Heinrich-Dreisbach-Weg in Flörsheim
Max Schohl (1884–1943), jüdischer Chemiefabrikbesitzer und Mäzen, ermordet in Auschwitz[54]
Karl Becker (1923–2002), Mediziner und Politiker, Mitglied des Bundestages, CDU
Georg Badeck (1938–2004), Mitglied des Landtages, CDU
Gisbert Beck (1939–1983), Stadtverordneter, Polizist und Amokopfer
Berthold Gall (* 1947), von 1999 bis 2011 Landrat des Main-Taunus-Kreises
Bernd Scholl (* 1956), Komponist und Musiker
Ralf Balzis (* 1965), Fußballspieler und -trainer
Mario Hergueta (* 1967), Bildender Künstler
Deniz Yücel (* 1973), Journalist und Kurt-Tucholsky-Preisträger
Doris Akrap (* 1974), deutsch-kroatische Journalistin
Abdelaziz Ahanfouf (* 1978), deutsch-marokkanischer Fußballspieler, acht Länderspiele für Marokko
Ehrenbürger
„Gänskippelschorsch“ am Konrad-Adenauer-Ufer
1914: Gustav Dyckerhoff[55]
1914: Rudolf Dyckerhoff[55]
1949: Georg von Opel (1912–1971), Automobilunternehmer, Sportler und Sportfunktionär[55]
1953: Andreas Schwarz[55]
1953: Philipp Schneider[55]
1955: Jakob Altmaier (1889–1963), deutscher Politiker (SPD), MdB,[55] Journalist, lokaler Kolumnist unter dem Pseudonym „Gänsekippelschorsch“
2011: Mathäus Lauck (* 1931), Kommunalpolitiker und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande[55]
Siehe auch

Liste der Kulturdenkmäler in Flörsheim am Main

Weblinks
 Commons: Flörsheim am Main – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Flörsheim am Main – Reiseführer
 Wiktionary: Flörsheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Website der Stadt Flörsheim am Main
Flörsheim, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Flörsheim am Main in der Hessischen Bibliographie
Kulturdenkmäler Flörsheims als Karte oder als Liste denkxweb.denkmalpflege-hessen.de
Linkkatalog zum Thema Flörsheim am Main bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Flörsheimer Zeitung 1906–1932 digital