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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Friolzheim nicht vorenthalten.

Geschichte
Friolzheim 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Bis zum 19. Jahrhundert

Auf der Gemarkung Friolzheim ist eine Besiedelung bereits in keltischer Zeit wahrscheinlich. Davon zeugen mehrere Keltengräber im Waldgebiet des Hagenschieß am westlichen Gemarkungsrand. Aus römischer Zeit findet sich einer der wenigen im Enzkreis erhaltenen Abschnitte der Römerstraße von (Stuttgart-) Bad Cannstatt über Pforzheim (Portus) weiter in Richtung Straßburg (Argentoratum) und Mainz (Mogontiacum).

Während der Zeit der Stammesherzogtümer gehörte Friolzheim zum Herzogtum Franken. Der Ort wurde um das Jahr 1105 erstmals urkundlich als Friolesheim erwähnt. Im 15. Jahrhundert war er im Besitz der Herren von Gemmingen und der Markgrafen von Baden. Diether von Gemmingen verkaufte das Dorf 1461 an das Kloster Hirsau. 1807 wechselte es vom Klosteramt Hirsau zum württembergischen Oberamt Calw und im Folgejahr nach der königlichen Verordnung über die Ämter-Kombinationen vom 26. April 1808 zum Oberamt Leonberg. 1832 erhielt die Gemeinde das Marktrecht. 1895 wurde bei einem Großbrand die Dorfmitte verwüstet.

20. Jahrhundert

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Friolzheim schwere Zerstörungen durch einen alliierten Bombenangriff sowie Artillerieangriffe durch französische Truppen in der Endphase des Krieges und hatte dadurch zahlreiche zivile Todesopfer zu beklagen. Im April 1945 wurde Friolzheim schließlich von marokkanischen Soldaten besetzt. Im Juli 1945 wird Friolzheim der amerikanischen Besatzungszone zugeschlagen.

Im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform wurde Friolzheim gegen den erklärten Bürgerwillen aus dem Landkreis Leonberg herausgelöst und am 1. Januar 1973 dem neu gebildeten Enzkreis zugeschlagen. Bis heute bestehen die Bindungen in den Altkreis und die ehemalige Kreisstadt Leonberg fort.

In den 1970er Jahren gab es seitens der Landesregierung von Baden-Württemberg die Überlegung, einen neuen internationalen Flughafen für Stuttgart westlich der Landeshauptstadt teilweise auf der Friolzheimer Gemarkung zu errichten. Das Gebiet des Geissbergs hätte dafür komplett geebnet werden müssen. Nach Protesten wurden dieses Vorhaben wieder verworfen und der bestehende Großflughafen in Echterdingen erweitert.

Religionen

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Friolzheim eine typisch württembergische und damit fast ausschließlich evangelische Gemeinde. Durch Zuzüge von Vertriebenen nach dem Krieg und von ausländischen Einwohnern findet sich nun auch ein großer Anteil von Menschen mit römisch-katholischem Glaubensbekenntnis. Neben der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde befindet sich in Friolzheim auch eine Neuapostolische Kirche sowie eine landeskirchliche Gemeinschaftsgemeinde des Württembergischen Christusbundes.

Einwohnerentwicklung
1871: 0742 Einwohner
1900: 0754 Einwohner
1939: 0658 Einwohner
1950: 0936 Einwohner
1961: 1235 Einwohner
1971: 2023 Einwohner
1982: 3035 Einwohner
1992: 3423 Einwohner
1995: 3448 Einwohner
2000: 3537 Einwohner
2005: 3623 Einwohner
2007: 3655 Einwohner
2008: 3705 Einwohner
2009: 3629 Einwohner
2010: 3629 Einwohner
2011: 3728 Einwohner
2012: 3781 Einwohner
2013: 3833 Einwohner
2014: 3918 Einwohner
2015: 3948 Einwohner
Politik
Rathaus
Verbände

Friolzheim ist zusammen mit fünf weiteren Gemeinden Mitglied im Verwaltungsverband Heckengäu. Neben dem örtlichen Pflegeheim „Schwester-Karoline-Haus“ betreibt die Gemeinde zusammen mit mehreren Nachbargemeinden das Altenpflegeheim Haus Heckengäu in Heimsheim. Mit der Nachbargemeinde Wimsheim besteht ein Wasserzweckverband. Gemeinsam mit der Gemeinde Mönsheim wurde im Februar 2005 der Zweckverband Interkom Gewerbepark Heckengäu gegründet, in dem die beiden Kommunen ein gemeinsames Gewerbegebiet betreiben. In den nächsten Jahren soll im Gebiet Reute der zweite Teil des Gewerbegebietes erschlossen werden.

Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 entfielen auf:

Freie Wähler 6 Sitze (43,96 %)
Liste Wir für Friolzheim (WFF) 5 Sitze (37,02 %)
CDU / Bürgerliste 3 Sitze (19,03 %).[3]
Bürgermeister
Ernst Reinhardt (1911–1940)
Hans Sautter (1940–1941)
Friedrich Michael Jetter (1945–1948)
Gustav Koch (1948–1954)
Walter Rehm (1954–1986)
Manfred Schenk (1986–2002)
Michael Seiß (seit 2002)
Wappen

1937 nahm die Gemeinde, die bis dahin weder ein Wappen noch ein eigenes Siegelbild führte, einen Wappenvorschlag der Archivdirektion Stuttgart an, der zur Erinnerung an die historischen Herrschaftsverhältnisse in gespaltenem Schild vorn das gemmingische Wappen (in Blau zwei goldene Balken), hinten den Hirschrumpf als Anspielung auf das Hirsauer Klosterwappen enthielt. Um der heraldischen Farbregel zu genügen, wurde im Jahre 1957 die Tingierung der vorderen Schildhälfte vertauscht und dieses Wappen zusammen mit der Flagge am 11. Dezember 1957 vom Innenministerium verliehen.

Blasonierung: In gespaltenem Schild vorne in Gold (Gelb) zwei blaue Balken, hinten in Blau ein goldener (gelber) Hirschrumpf.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrsgünstig direkt an der Bundesautobahn 8 Karlsruhe – Stuttgart gelegen. Zur Autobahnanschlussstelle Heimsheim sind es rund 1,5 Kilometer. Zum Internationalen Flughafen Stuttgart-Echterdingen sowie zur neuen Messe Stuttgart sind es etwa 20 Fahrminuten. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Rutesheim, Leonberg (S-Bahn Richtung Stuttgart und Weil der Stadt) und Pforzheim (Fernbahnhof und Regionalbahnhof Richtung Karlsruhe) (je ca. 15 Kilometer).

Friolzheim gehört zum Verkehrsverbund VPE. Das Busnetz bedient die Linien 756, 761 (ehemals 656), 652, 653. Die Stationen sind entlang der Hauptverkehrsstraßen gelegen.

Bildung und Soziale Einrichtungen

Die Gemeinde ist Träger einer Grundschule und zweier Kindergärten. Friolzheim ist über Schulverbände an der Werkrealschule Heckengäu in Mönsheim / Wiernsheim sowie dem Gymnasium in Rutesheim beteiligt. Am Ort besteht das Pflegeheim mit betreutem Wohnen „Schwester-Karoline-Haus“. An der Diakonie- und Sozialstation Heckengäu mit Sitz in Wimsheim ist die Gemeinde ebenfalls beteiligt.

Ortsteile

Mitte, Lüsse, Wengert, Eiwo, Geissberg, Feld, Hohrain / Schießmauer

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
„Friolzheimer Riese“, 47 Meter hoher, bis 1997 militärisch genutzter Richtfunkturm der US Army in Stahlfachwerkbauweise auf dem Geissberg. Er dient heute als ziviler Sendeturm für Richt- und Mobilfunk.
Pfarrkirche des Heiligen Agapitus: Die gotische Chorturmanlage ist in Teilen noch romanischen Ursprungs und wurde bereits um 1100 erwähnt. Im Jahre 1522 wurde das Kirchenschiff unter Jacob Höß und Hans Wunderer erweitert, während der gewölbte Chorbau aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt und ein badisches Wappen aufweist. Im 20. Jahrhundert gab es verschiedene Um- und Anbauten. Bei den Renovierungsarbeiten von 1966 bis 1968 traten an der Südwand zwei gleich große auf die Wand gemalte Figuren zu Tage.
Kriegerdenkmal: Auf dem Kirchhof der Pfarrkirche des Heiligen Agapitus steht das Ehrenmal, welches 1921 für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen und Vermissten der Gemeinde errichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden links und rechts des Hauptsockels jeweils ein weiterer Sockel mit den Namen der Gefallenen hinzugefügt. Auf dem Hauptsockel, welcher einem Sarkophag nachempfunden ist, ist das Abbild eines gebeugten Kriegers mit Schwert zu sehen.
Rathaus: An der Südseite des Marktplatzes liegt das Rathaus von 1842. Der zweigeschossige Putzbau mit Sandstein gefassten Öffnungen zeigt sich in neoklassizistischem Stil. Seine frühere Nutzung als Spritzenhaus und Kelter kann an den großen Rundbogen im Erdgeschoss abgelesen werden.
Zehntscheuer: Sie steht in direkter Nachbarschaft zur Kirche. Eine Steintafel über den Toren bezeugt ihre Erbauung im Jahr 1563. Der Abtsstab und die drei Hirschstangen, weisen auf die früheren klösterlichen und landesherrlichen Eigentumsverhältnisse hin. Um 1812 dürfte die Zehntscheuer in Privatbesitz gelangt sein. Seit Oktober 2011 steht sie als „Bürgerhaus“ vielfältigen Nutzungen wie Feiern, Tagungen und Seminaren, Ausstellungen oder auch für die Vereinsarbeit zur Verfügung.
Leugenstein: Vor der Zehntscheuer steht der Nachguss eines römischen Meilensteines aus dem Jahre 245 nach Chr. Er dokumentiert den römischen Namen Pforzheims = PORTUS. Gefunden wurde er 1934 auf Friolzheimer Gemarkung in 200 m Entfernung vom Gehöft Raubrunnen entlang der römischen Handelsstrasse von Cannstatt nach Ettlingen. Er gibt die Entfernung nach Pforzheim mit fünf Leugen (ca. 11 Kilometer) an.[4][5]
Neuer Brunnen: Dieser wurde 1988 auf dem Marktplatz aufgestellt und stammt von Hugo Krautter.
Paulinenstraße – Ein besonders reizvolles Ensemble von Fachwerkhäusern bildet die nach der beliebten württembergischen Königin Pauline von Württemberg benannte Straße, die nördlich des Marktplatzes liegt.

Obige Bauwerke bilden mit dem Pfarrhaus der Evangelischen Kirchengemeinde in der Kirchstraße und der Alten Schmiede um den Marktplatz den historischen Ortskern.

Regelmäßige Veranstaltungen

Höhepunkt eines jeden Jahres ist der am Pfingstmontag stattfindende Pfingstmarkt. Ursprünglich als Tier- und Krämermarkt eingeführt, ist er heute Anziehungspunkt für Zehntausende, die einerseits die Vielzahl an bunten Marktständen besuchen und andererseits das immer schöne Pfingstmarktwetter zu einer „Hocketse“ an einer der vielen Verköstigungsstationen nutzen. Am Ersten Advent findet traditionell der Weihnachtsbasar statt, ein Markt mit überwiegend selbst gebastelten Weihnachts- und Winterutensilien statt. Ende Februar wird mit dem Wintermarkt die kalte Jahreszeit verabschiedet.

Natur und Erholung
Erholung bietet das südöstlich der Gemeinde liegende Naturschutzgebiet „Betzenbuckel“. Die mit 496 m ü.NN Erhebung bietet eine einzigartige Fauna. Endlos scheinende Grasflächen durchzogen mit wilden Hecken und Gräsern gespickt mit Steinunebenheiten bilden das typische Merkmal des Heckengäus.
Der Geissberg ist mit 509 m ü. NN die höchste Erhebung und ist nordöstlich Friolzheims gelegen. Fernab des Ortsteils „Geissberg“ mit seinen Villen, den Tennisplätzen und des „Friolzheimer Riesen“, durchziehen den bewaldeten Berg unzählige Wanderwege.
Gut ausgebaute und nordschwarzwaldweit beschilderte Rad- und Wanderwege führen durch den am westlichen Ortsrand beginnenden Hagenschieß.
Über den nordöstlichen Teil der Friolzheimer Gemarkung verläuft ein Teil des Hugenotten- und Waldenserpfads, ein historischer Wanderweg, der innerhalb Deutschlands von der Schweizer Grenze bei Schaffhausen bis ins nordhessische Bad Karlshafen verläuft.
Windschutzhecke: Die circa zwei Kilometer lange Aneinanderreihung von Pappeln am südwestlichen Ortsrand ist ein reizvolles und monumental anwirkendes Ensemble. Wie eine Mauer mit Tor bildet sie eine einseitige Allee, welche früher den Ort vor Windböen schützen sollte und die Vernichtung der Weizenernte der damals angelegten Felder verhindern sollte.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Johann Heinrich Tafel (1673–1739), Ritterschaftkonsultent
Johann Eberhard Osiander (1750–1800), evangelischer Theologe, Archediakon der Stuttgarter Stiftskirche
Christine Rapp, geb. Benzinger (* ca. 1760), Ehefrau des Pietistenführers Johann Georg Rapp
Johann Josua Stutzmann (1777–1816), Philosoph (Philosophie des Universums, Briefe an Goethe) und Privatdozent in Heidelberg und Erlangen
Karl Andrassy (1860–1949), Arzt, Medizinalrat, Chefarzt des Kreiskrankenhauses Böblingen von 1897 bis 1930
Imanuel Stutzmann (1926–2015), Schriftsteller
Eva Schönherr (* 1953), Schauspielerin
Personen in Verbindung mit Friolzheim
Ulrike Frank (* 1969), Schauspielerin
Tim Leibold (* 1993), Profi-Fußballer
Ehrenbürger
Hermann Freiherr von Bilfinger (1843–1919), königlich-württembergischer General der Infanterie und Generaladjutant, Träger des Grand Cross of the Royal Victorian Order (GCVO)(1904), Ehrenbürgerwürde verliehen 1905
Sonstiges
Sportstätten
Eichenstadion
Tennisplätze Geissberg
Boulespielanlage
Beachvolleyballfeld
Skateranlage
Fußball-Minispielfeld
Kulinarische Spezialitäten
Das so genannte Friolzheimer Vesper: Zwiebelrostbraten mit Brot oder Spätzle.
Gebrannte Grießsuppe