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Geschichte
Bis zum 18. Jahrhundert

Gaggenau wurde 1243 unter dem Namen „Gaggenaw“ erstmals urkundlich erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert blieb Gaggenau ein kleineres Dorf. Das gehörte ursprünglich zum Ufgau, ab dem 13. Jahrhundert zur Markgrafschaft Baden bzw. ab 1535 zur Markgrafschaft Baden-Baden. Älter als die Kernstadt ist unter anderem der heutige Stadtteil Bad Rotenfels, der in einem kaiserlichen Schenkungsbrief bereits im Jahre 1041 genannt wurde.

Bis 1689 gehörte Gaggenau zum Amt Kuppenheim und dann zum Amt Rastatt, aus dem später der Landkreis Rastatt hervorging. 1691 wurde der Ort im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen fast vollständig zerstört.

1772 entstand unterhalb des Dorfes die Rindenschwendersche Glashütte und mit ihr mehrere Betriebswohnungen und Werkstätten.

Eisenwerke Michael Flürscheims (um 1891)
Benz Gaggenau
19. und 20. Jahrhundert

Der eigentliche industrielle Aufschwung begann ab 1873 durch Gründung der Eisenwerke Michael Flürscheims, die auf das markgräfliche Hammerwerk zurückgehen. 1895 wurde hier bereits das 5-PS Automobil Orient Express gebaut, ab 1905 nannten sie sich Süddeutsche Automobilfabrik GmbH Gaggenau. 1907 erfolgte die Übernahme durch die Firma Benz & Cie. aus Mannheim bis zum Zusammenschluss 1926 zur Daimler-Benz AG. Dadurch wuchs die Siedlung Gaggenau stark an und wurde schließlich am 15. September 1922 aufgrund ihrer Wirtschaftskraft zur Stadt erhoben.

Die NS-Machthaber errichteten im September 1944 im heutigen Ortsteil Rotenfels das Sicherungslager Rotenfels, wo in sechs Baracken etwa 1600 Frauen und Männer interniert wurden, die in den Daimler-Benz-Werken und anderen Betrieben zu Zwangsarbeit verpflichtet waren. Etwa 500 von ihnen sind ums Leben gekommen. An sie erinnert seit 1985 im Kurpark Bad Rotenfels eine Gedenktafel, die im Beisein einstiger französischer Häftlinge eingeweiht wurde. Eine weitere Gedenkstätte befindet sich im Gewann Erlich nahe dem Waldfriedhof. Das Erlich-Denkmal erinnert an 27 ermordete Häftlinge.[5]

Das Rathaus

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu etwa 70 % zerstört. Am 10. September 1944 griffen 140 Bomber vom Typ B-17 der 8. US-Luftflotte die örtliche Fahrzeugindustrie an, am 3. Oktober folgte ein Angriff durch 139 B-24. Nach dem Krieg wurde die Stadt mit regelmäßigem Straßennetz wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau wurde mit dem Neubau des Rathauses (1957–1958) abgeschlossen. Von 1951 bis 2002 wurde im Gaggenauer Daimler-Werk der Unimog gebaut, bevor die Produktion 2002 nach Wörth am Rhein verlegt wurde.

Anfang der 1970er Jahre wurden im Zuge der Kommunalreform sechs Umlandgemeinden nach Gaggenau eingegliedert. Dadurch verdoppelte sich die Einwohnerzahl und die Gemarkungsfläche verfünffachte sich, insbesondere durch die ehemalige Gemeinde Rotenfels, die im Grundbesitz einer sehr großen Waldfläche (bis einschließlich zum Bernstein) war. Dadurch wurde die Mindestzahl von 20.000 Einwohnern für die Erhebung zur Großen Kreisstadt überschritten, weshalb die Landesregierung von Baden-Württemberg diese auf Antrag der Stadtverwaltung mit Wirkung vom 1. Januar 1971 beschloss.

Eingemeindungen
Freiolsheim vom Mahlberg aus gesehen

Folgende Gemeinden wurden in die Stadt Gaggenau eingegliedert. Sie gehörten alle zum Amt bzw. Landkreis Rastatt:

1. April 1935: Ottenau
1. Januar 1970: Rotenfels, Heilbad, mit dessen Ortsteil Winkel (heute: Bad Rotenfels)
1. April 1970: Selbach
1. September 1971: Freiolsheim mit dem Weiler Moosbronn und der Siedlung Mittelberg[6]
1. April 1972: württembergischer Anteil des Weilers Moosbronn von der Gemeinde Bernbach[6]
1. April 1972: Oberweier mit Niederweier[6]
1. April 1973: Sulzbach[7]
1. Januar 1975: Hörden und Michelbach[7]

Bad Rotenfels, Gaggenau und Ottenau bilden zusammen eine „Ortschaft“ entsprechend der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg.

Vor den Eingemeindungen der 1970er Jahre (also inklusive Ottenau) hatte Gaggenau eine Fläche von 12,63 km².[8]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1450 100
1550 350
1650 160
1790 520
1833 1.071
1. Dezember 1880 ¹ 1.522
1. Dezember 1905 ¹ 2.400
1. Dezember 1910 ¹ 3.120
1926 4.162
1935 6.600
17. Mai 1939 ¹ 7.741
1945 ¹ 4.500
13. September 1950 ¹ 7.526
Jahr Einwohnerzahlen
6. Juni 1961 ¹ 12.537
27. Mai 1970 ¹ 21.132
31. Dezember 1975 28.846
31. Dezember 1980 28.533
25. Mai 1987 ¹ 28.116
31. Dezember 1990 28.761
31. Dezember 1995 29.531
31. Dezember 2000 29.703
31. Dezember 2005 29.709
31. Dezember 2010 29.032
31. Dezember 2015 29.032

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen
Die katholische Pfarrkirche St. Josef im Stadtzentrum

Gaggenau gehörte zum Bistum Speyer und war dem Landkapitel Kuppenheim zugeordnet. Ab 1555 wurde die Reformation eingeführt. Doch musste der Ort in der Folgezeit sechsmal die Konfession wechseln, bevor er dann fast ausnahmslos katholisch blieb.
Bis 1891 war Gaggenau ein Filialort von Rotenfels, dessen Kirche Mutterkirche für das gesamte Umland war. Die heutige Kirche stammt aus der Barockzeit, die Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert. In Gaggenau gab es seit dem 17. Jahrhundert eine dem Hl. Wendelin geweihte Kapelle. 1899 erhielt Gaggenau dann eine eigene Pfarrkirche St. Josef. Auch die anderen Stadtteile Gaggenaus haben meist ältere katholische Kirchen. Alle Pfarrgemeinden kamen 1821/27 zum neu gegründeten Erzbistums Freiburg. Sie wurden dem Dekanat Murgtal zugeordnet. Heute gibt es im Stadtgebiet Gaggenaus folgende Kirchengemeinden: St. Josef Gaggenau, St. Marien Gaggenau, Maria Hilf Moosbronn-Freiolsheim, St. Johann Nepomuk Hörden, St. Michael Michelbach, St. Johannes der Täufer Oberweier, St. Laurentius Bad Rotenfels, St. Nikolaus Selbach, St. Anna Sulzbach und St. Jodocus in Ottenau.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Gaggenau. Sie gründeten eine eigene Gemeinde und 1891 erhielt diese ihre eigene Kirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört, 1953 jedoch wieder aufgebaut wurde. Die Gemeinde, der auch die Protestanten der meisten heutigen Stadtteile Gaggenaus angehören, gehört zum Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Gaggenau auch weitere christliche Gemeinden, wie etwa die Neuapostolische Kirche und die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Ferner leben in Gaggenau über 1100 (überwiegend türkische) Muslime. Die Sultan-Ahmet Moschee, die der DİTİB (Die Diyanet İşleri Türk İslam Birliği) angehört, liegt im Stadtteil Bad Rotenfels und hat über 200 Mitglieder.

Politik

Kommunalwahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 46,8 % (2009: 49,7 %)

 %403020100

32,3 %27,0 %23,7 %7,5 %9,5 %

CDUSPDFWGFDPGrüne
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4  -6

+0,41 %p
+0,24 %p+3,57 %p-4,58 %p+0,37 %p
CDUSPDFWGFDPGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Gemeinderat

Der Gemeinderat der Stadt Gaggenau hat insgesamt 26 Mitglieder, die den Titel Stadtrat führen. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

Partei / Liste Sitze
CDU 9
FW 6
SPD 7
GRÜNE 2
FDP 2

Gegenüber der Wahl 2009 verlor die FDP einen Sitz, einen Sitz gewannen die Freien Wähler hinzu. Die sonstige Sitzverteilung blieb gleich.

Bürgermeister

An der Spitze des Ortes stand der vom Landesherrn auf Lebenszeit eingesetzte Schultheiß. Daneben gab es sechs Gerichtsleute. Später leitete ein von der Gemeindebevölkerung gewählter Bürgermeister und der Rat (Dorfgeschworene) die Gemeinde. 1832 wurde die Badische Gemeindeordnung, 1935 die deutsche Gemeindeordnung eingeführt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah. Seit 1971 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. Sein Vertreter ist der Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Vögte, Bürgermeister und Oberbürgermeister

1809–1820: Michael Merkel, Vogt
1821: Jacob Holl, Vogt
1822: Josef Schmidt, Vogt
1823–1836: August Henkele
1837–1840: Florian Götzmann
1840–1849: Adam Hirth
1849–1870: Daniel Henger
1870–1877: Hieronymus Merkel
1877: Kilian Fütterer
1878–1881: Karl Lang
1881–1902: Franz Bracht
1902–1919: Karl Kohlbecker
1919–1933: August Schneider
1933–1935: Otto Dietz
1935: Karl Fütterer
1936–1945: Adolf Martin
1945–1946: Heinrich Focken
1946–1950: Oskar Fritz
1950–1968: Josef Hollerbach, CDU
1968–1984: Helmut Dahringer
1984–1991: Thomas Schäuble, CDU
1991–2007: Michael Schulz
seit 21. Mai 2007: Christof Florus

Florus setzte sich am 25. März 2007 im zweiten Wahlgang durch. Gegenkandidaten waren Alois Degler, Wolfgang Seckler und der bisherige Oberbürgermeister Michael Schulz. Nach Ablauf der achtjährigen Amtszeit kandidierte Florus für eine zweite Wahlperiode. Bei der Wahl am 8. März 2015 erreichte er 95,13 Prozent der abgegebenen, gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 19,72 Prozent. Florus war der einzige Kandidat.[10]

Wappen

Das Wappen der Stadt Gaggenau zeigt „in Rot einen silbernen Sester“ (= ein altes Getreidemaß). Die Stadtflagge ist weiß-rot.

Das Wappenbild ist schon in den Siegeln des Ortes aus dem 18. Jahrhundert nachweisbar, doch erhielt der Ort 1901 zunächst ein Wappen, das in gespaltenem Schild ein halbes Zahnrad (die Industrie symbolisierend) und einen Glasbecher (für die Glasindustrie) zeigte. 1938 wurde das Wappen nach Eingliederung der Gemeinde Ottenau verändert. Es zeigte nunmehr erstmals den Gaggenauer Sester und das Ottenauer Rebmesser. 1958 setzte man beide Bilder in einen gespaltenen Schild. Nach der Gemeindereform konzentrierte man sich jedoch auf das alleinige Gaggenauer Zeichen, den Sester. Dieses Wappen wurde der Stadt Gaggenau am 7. Januar 1971 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Städtepartnerschaften

Gaggenau unterhält seit 1970 mit der Stadt Annemasse in Frankreich und seit 2000 mit der Stadt Sieradz in Polen Städtepartnerschaften. Nach der deutschen Wiedervereinigung bestanden für einige Jahre freundschaftliche Kontakte zur Stadt Ludwigsfelde in Brandenburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Haus Kast im Stadtteil Hörden mit Renaissanceportal
Schloss Rotenfels
St. Laurentius in Bad Rotenfels
Veranstaltungsorte

Gaggenau verfügt über acht Mehrzweck- bzw. Festhallen. Die größte ist die Jahnhalle in der Kernstadt. Sie wurde 1926 erbaut, nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1948 wiederaufgebaut und danach mehrfach umgebaut. In den Ortsteilen gibt es die Merkurhalle Ottenau (1955), die Festhalle Rotenfels (1978), die Flößerhalle Hörden, die Wiesentalhalle Michelbach, die Eichelberghalle Oberweier und die Sporthalle Selbach. Daneben bestehen städtische Vereinsheime in Gaggenau, Selbach und Sulzbach.[11][12]

Die „klag-Bühne“ Gaggenau ist eine überregional bekannte Bühne für Kleinkunst, Musik und Theater mit Bewirtung. Veranstalter ist in der Hauptsache das Kulturamt der Stadt Gaggenau.

Museen
Das Museum Haus Kast im Stadtteil Hörden zeigt Exponate zur Flößerei, Wald, Jagdgeschichte, Märchen und Sagen.
Im Stadtteil Michelbach gibt es ein Heimatmuseum.
Beim Stadtteil Bad Rotenfels, jedoch bereits auf Gemarkung von Kuppenheim-Oberndorf, befindet sich das von einem privaten Verein betriebene Unimog-Museum.
Bauwerke

Die katholische Pfarrkirche St. Josef stammt aus dem Jahr 1899, die evangelische Markuskirche ursprünglich aus dem Jahr 1891. Beide wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt beziehungsweise zerstört und danach stark verändert wieder aufgebaut. Das Rathaus wurde in den Jahren 1957 und 1958 erbaut, nachdem der Vorgängerbau ebenfalls zusammen mit den meisten Bauwerken im Stadtkern während der Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Im Stadtteil Bad Rotenfels befinden sich der Kurpark und an seinem Rand die Akademie Schloss Rotenfels. Das Hauptgebäude der Akademie ist ein repräsentativer Bau mit klassizistischem Säulenportikus. 1818–1827 wurde die bisherige Fabrikationshalle einer Steinzeugfabrik nach Entwurf von Friedrich Weinbrenner zum Landschloss umgebaut. Die barocke Pfarrkirche St. Laurentius in Bad Rotenfels wurde 1752–1766 durch Ignaz Franz Krohmer erbaut. Bei einer Renovierung 1902–1903 erhielt die Fassade neobarocke Überformungen. Es handelt sich dabei um das dritte Kirchengebäude an dieser Stelle. Die katholische Kirche St. Laurentius war eine Tochtergründung der vormaligen Pfarrei St.Sixtus in Kuppenheim und wird gerne als Mutterkirche des Murgtals bezeichnet. Von der Pfarrei Rotenfels, die ursprünglich das Murgtal von Bischweier bis Forbach umfasste, wurden im Lauf der Jahrhunderte kleinere Kirchengemeinden in die Selbständigkeit abgespalten. Weitere Kirchen im Stadtgebiet sind die katholische Kirche St. Johann Nepomuk in Hörden (Baujahr 1894), die katholische Marienkirche im Fachwerkdorf Michelbach aus dem 13. Jahrhundert mit späteren Veränderungen, die katholische spätgotische Kirche St. Johannes der Täufer in Oberweier, die katholische Kirche St. Nikolaus Selbach aus dem Jahr 1756, die neuromanische Kirche St. Anna von 1884 in Sulzbach und die neugotische Pfarrkirche St. Jodok von 1906 in Ottenau.

Im Oberdorf von Bad Rotenfels, am Ortsausgang Richtung Winkel, liegt die 1747–1752 erbaute Sebastianskapelle mit offener Vorhalle und Dachreiter, die kleiner ist als die umliegenden ländlichen Wohnhäuser.[13]

In der Innenstadt und den Stadtteilen stehen zahlreiche Brunnen. Der markanteste ist der 1981 erbaute und 2016 umgestaltete Gänsebrunnen von Gudrun Schreiner am Bahnhofsplatz. Er greift die Namenssage Gaggenaus auf, die besagt, dass einem Hütebuben seine Gans entlaufen sei und er sie aufgrund ihres lauten „Gag-gag“ beim sogenannten Hilpertsloch unterhalb des Hilpert wiedergefunden hat.

Im Stadtteil Hörden erinnert der Flößerbrunnen an das traditionelle Handwerk des Flößers. Die Wasserspeier stellen traditionelle Figuren des Hördener Karnevals dar: Den Fürig Barthel, die Schlempe und den Domino. Im früheren Ortskern von Bad Rotenfels, in der unteren Eichelbergstraße, wurde in den 1990er Jahren durch den Heimatverein ein alter Ziehbrunnen-Schacht wiederentdeckt, restauriert und als Zeitzeuge der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

In den 1980er Jahren errichtete der Zürcher Architekt Justus Dahinden das Stadthotel Gaggenau auf dreieckigem Grundriss sowie die Kettenhaussiedlung „Gass“.

Regelmäßige Veranstaltungen
Maimarkt (heute: „Gaggenauer Maitage“), aus den Marktrechten des früheren Bad Rotenfelser Jahrmarktes entstanden
Umweltmarkt
Herbstmesse
Künstler- und Handwerkermarkt
Nikolausmarkt
Wirtschaft und Infrastruktur
Stadtbahn im Bahnhof Gaggenau
Verkehr

Gaggenau liegt an der Bundesstraße 462 Rastatt–Freudenstadt (Schwarzwald-Tälerstraße). Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Rastatt an der Bundesautobahn 5 Karlsruhe–Basel.

Ebenfalls durch die Stadt führt die Bahnlinie Rastatt–Freudenstadt (Murgtalbahn), auf der seit der durchgehenden Elektrifizierung im Jahr 2002 eine von Karlsruhe kommende Stadtbahnlinie verkehrt. Seither hat Gaggenau direkten Anschluss ans Straßenbahnnetz der Großstadt.

Bekannte ansässige Unternehmen
Mercedes-Benz-Werk Gaggenau
Mercedes-Benz-Werk Gaggenau – das zu Daimler Trucks gehörende Werk ist mit ca. 6500 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Stadt und der größte Industriebetrieb im Schwarzwald. Es geht auf einen 1894 von Theodor Bergmann gegründeten Betrieb zurück, der als Süddeutsche Automobil-Fabrik Gaggenau 1909 von Benz & Cie. übernommen wurde. Damit gilt es als die weltweit älteste am gleichen Standort bestehende Automobilfabrik.
Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG, Hersteller von Bauprofilen
Dambach-Werke GmbH – der 1925 gegründete Anbieter von Beschilderungssystemen ist heute Teil des Swarco-Konzerns
AVL Emission Test Systems/PEUS-Testing GmbH
Grötz GmbH & Co. KG, Bauunternehmen
König Metall, siehe Otmar Zwiebelhofer
Kohlbecker Architekten & Ingenieure, siehe Karl Kohlbecker und Christoph Kohlbecker
Gerhard Lang GmbH & Co. KG Schrott- und Metallrecyclingunternehmen
Precitec KG, Hersteller von Geräten für Lasermaterialbearbeitung und optische Messtechnik
PolyOne Th. Bergmann GmbH, Kunststoffverarbeitung
Medien

Über das lokale Geschehen in Gaggenau und dem Murgtal berichten die Tageszeitungen Badisches Tagblatt (BT) mit Sitz in Baden-Baden/Lokalredaktion Gaggenau und ihrer Lokalausgabe Der Murgtäler mit einer täglich verbreiteten Auflage von etwa 20.900 Exemplaren (Ausgabe Rastatt/Murgtal) und die Badische Neueste Nachrichten (BNN) – Sitz Karlsruhe/Lokalredaktion Gaggenau – mit der Lokalausgabe Rastatt/Gaggenau – verbreitete Tagesauflage hier etwa 9.500 Exemplare (Ausgabe „Mittelbaden“ (Bereich Baden-Baden, Rastatt und Murgtal)). Stand 2012.

Als weiteres Medium fungiert die Gaggenauer Woche mit dem eingefügten Amtsblatt als offiziellem Mitteilungsblatt. Sie erscheint einmal pro Woche (donnerstags) und wird an die Gaggenauer Haushalte kostenlos mit einer Auflage von etwa 16.000 Exemplaren verteilt. Herausgeber und Verleger sind die Nussbaum Medien mit Sitz in Weil der Stadt, welche ein Außenbüro in der Stadt unterhalten.

Des Weiteren werden ebenfalls vom Badischen Tagblatt als Herausgeber, zwei kostenlose Anzeigen- und Lokalwirtschaftsnachrichtenjournale namens Wochenjournal WO – Ausgabe Murgtal und WO am Sonntag – Ausgabe Rastatt/Murgtal an die Haushalte kostenlos zugestellt. Auflage Wochenjournal WO: etwa 25.500 (Ausgabe Murgtal), Auflage WO am Sonntag: etwa 73.500 (Ausgabe Rastatt/Murgtal).

Bei entsprechenden Anlässen werden auch TV-Beiträge über Gaggenau und die Region vom Südwestrundfunk dem Regional-Fernsehsender R.TV Karlsruhe ausgestrahlt.

Bildung

Die Stadt Gaggenau hat ein breitgefächertes Schulwesen mit einem Gymnasium (Goethe-Gymnasium), einer Realschule (Realschule Gaggenau), ferner drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Eichelbergschule Bad Rotenfels, Hebelschule und Merkurschule) sowie der Hans-Thoma-Grundschule und je einer Grundschule in den Stadtteilen Selbach (Eberstein-Grundschule), Hörden, Michelbach, Oberweier und Sulzbach. Weiterhin ist im Schulzentrum Dachgrub Bad Rotenfels eine vom Landkreis Rastatt getragene Förderschule (Erich Kästner-Schule) eingerichtet. Der Landkreis ist auch Träger der Carl-Benz-Schule, einer berufsbildenden Schule.

Die Steinbeis Business Academy unterhält seit 2016 eine Studieneinrichtung in Gaggenau, die Carl Benz Business School of Product Engineering Management.

In Schloss Rotenfels ist seit 1996 die Akademie Schloss Rotenfels eingerichtet, die baden-württembergische Landesakademie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Gaggenau hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1920: Theodor Bergmann (Unternehmer), Kommerzienrat, Begründer der Gaggenauer Automobilindustrie
1928: Josef Vogt, Dekan, Ehrenbürger von Ottenau
1929: Alois Degler, Brauereibesitzer
1929: Felix Lohrmann, Industrieller
1930: Karl Kohlbecker, Bürgermeister
1958: Karl Degler, Brauereibesitzer
1958: Wilhelm Rommel, Schmiedemeister
1968: Josef Hollerbach, Bürgermeister
1976: Kurt A. Dambach, Industrieller
1977: Josef Grötz
1977: Willi Roth
1980: Josef Götzmann
1984: Helmut Dahringer, Oberbürgermeister
1984: Theodor Hurrle, Landtagsabgeordneter
2010: Christoph Kohlbecker, Architekt
2012: Friedrich Weiler, Rektor a.D.
2013: Heinz Goll, Politiker
Söhne und Töchter der Stadt
Anton Rindenschwender (1725–1803), Gründer der Gaggenauer Glashütte
Otto Frey (1824–1903), Verwaltungsbeamter und Abgeordneter der Badischen Ständeversammlung
Albert Krieger (1861–1927), Archivar und Historiker
Ernst Bahnmayer (1888–1931), Schwimmer
Günther Rall (1918–2009), Generalleutnant a. D., Jagdflieger, Inspekteur der Luftwaffe
Klaus Bemmer (1921–1979), Maler
Christoph Kohlbecker (* 1935), Architekt
Alois Degler (* 1949), Rechtsanwalt und ehem. stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei
Weitere bekannte Persönlichkeiten in Gaggenau
Jakob Scheuring (1912–2001), Sprint-Europameister 1938, startete für den Turnerbund Ottenau
Werner O. Feißt (1929–2006), SWR-Moderator und Fernsehproduzent, lebte seit Jahrzehnten bis zu seinem Tod in Gaggenau-Selbach
Literatur
Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Landkreis Rastatt und Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (Hrsg.): Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg – Der Landkreis Rastatt. Band 2, Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-7995-1364-7, S. 1–78.
Stadt Gaggenau (Hrsg.): Gaggenau – 60 Jahre Stadt. Gaggenau 1983, ISBN 3-924102-00-7.
Willi Echle: Gaggenau in Vergangenheit und Gegenwart. Gaggenau 1968.
Siehe auch
Historischer Grenzweg Michelbach–Moosbronn–Bernbach
Weblinks
 Commons: Gaggenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rotenfelß in der Topographia Palatinatus Rheni (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Offizielle Webseite der Stadt Gaggenau