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Geschichte

Geilenkirchen entstand am linken Ufer der seinerzeit mäandernden Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt. Grabfunde aus dem 6. und 7. Jahrhundert – gefunden in den 1930er Jahren in der Flur „Kniepbusch“ – sowie einzelne frühmittelalterliche Scherben aus einer Grabung am heutigen Marktplatz bezeugen die Anfänge des Ortes noch im frühen Mittelalter.[4] Die schriftliche Überlieferung setzt zum Jahr 1170 ein,[5] als der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg Schenkungen an die Stiftskirche St. Gangolf tätigte.
Die mittelalterliche Stadt lag an der Römerstraße Aachen-Roermond, die hier die Wurm querte; die Furt war später bzw. ab dem 12. Jahrhundert durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Reste dieser Burg sind nach ihrer Zerstörung 1945 heute integriert in das Bischöfliche Gymnasium „St. Ursula“.

1798, in der Zeit der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleon (Franzosenzeit 1798–1814), war Geilenkirchen im Département de la Roer, im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle ein Kanton. Napoleon der I. war es, der die erste nachweisliche Steinbrücke über die Wurm bauen ließ, als Geilenkirchen unter französischer Herrschaft war.

Geilenkirchen um 1800

Geilenkirchen um 1860

Geilenkirchen und Umgebung um 1800

Burg Geilenkirchen um 1720 (Stadt und Burg links der Wurm, die Burg wurde überhöht dargestellt)

Schloss Trips ebenfalls um 1720(Geilenkirchen)

1815, unter preußischer Herrschaft, entstand der Kreis Geilenkirchen.

Britische Panzer am 19. November 1944 in Geilenkirchen.

1918, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde das Rheinland entmilitarisiert und von alliierten Truppen besetzt; in Geilenkirchen gab es französische, marokkanische sowie belgische Truppen (Marokko war seit 1912 französisches Protektorat). Von 1918 bis 1929 waren belgische Besatzungssoldaten in einer Kaserne (Kamp van Dinant) stationiert, die im Bereich des Hünshoverner Hofes gebaut wurde.

1932 wurde der Kreis Geilenkirchen mit dem Landkreis Heinsberg zusammengelegt und es entstand der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg mit der Stadt Geilenkirchen als Kreisstadt.

Im Zweiten Weltkrieg war Geilenkirchen eingebunden im Westwall. Dessen nördliches Ende lag in Heinsberg (etwa 11 km nördlich); 1944 wurde diese Linie Richtung Venlo feldmäßig verlängert (Maas-Rur-Stellung). Im November 1944 gab es im Frontverlauf einen Vorsprung (‚Geilenkirchen Salient‘), der in die alliierte Front hineinragte. Am 8. November warfen Bomber Napalm auf Geilenkirchen.[6]
Am 10. November 1944 begannen alliierte Truppen eine Offensive namens Operation Clipper, um diesen Vorsprung zu beseitigen. Am 19. November 1944 besetzten sie Geilenkirchen. Das nur 11 km entfernte Heinsberg (genauer: seine Ruinen) wurde(n) erst am 23./24. Januar 1945 erobert.

Nach dem Krieg war Geilenkirchen Teil der Britischen Besatzungszone. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die Besatzung, und damit das ausüben alliierter Hoheitsrechte, endete in Westdeutschland 1955 mit dem Deutschlandvertrag.

1953 errichtete die Royal Air Force im Stadtteil Teveren auf einem schon in den 1930er Jahren genutzten Feldflugplatz einen Fliegerhorst, den sie bis 1968 nutzte und dann an die Luftwaffe übergab (siehe Air Base Geilenkirchen).

1971, bei der kommunalen Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz, verlor Geilenkirchen den Status der Kreisstadt, da der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg und der Kreis Erkelenz zum neuen Kreis Heinsberg zusammengefügt wurden. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Heinsberg.
Im ehemaligen Kreishaus des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg ist seitdem das Finanzamt untergebracht.

Ortsname

Nach der Volksetymologie bezieht sich der Name Geilenkirchen ursprünglich auf eine Holzkirche, die ein Franke namens Gelo errichtet habe, etwa im Sinne von „Geilos Kirche“.[7] Ursprünglich hieß Geilenkirchen „Gelekircke“ (Lokales Idiom auch „Jellekercke“; auf Niederländisch früher „Geelkerken“).

Der Name begegnet seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in den verschiedensten nieder- und hochdeutschen Formen und Mischformen, je nachdem ob die Schreiber der Urkunden Nieder- oder Hochdeutsche waren: 1170 Gelenkirchen, 1244 Gelinkerike, 1252 Gelenkirche, 1270 Geilenkirge, 1276 Gelinkirke, 1277 Geilinkirchin, 1290 Gelinkirken, 1328 Gelynkirchen, 1363 Geillenkyrken u. s. w.[8]

1747 wird die Stadt als „Gedekirch“ auf einer Karte der „Katholischen Niederlande und angrenzende Deutsche Provinzen“ (Karte – Pais Bas Catholiques – Belgium Catholicum) angegeben.

Die Mundart hat bis heute in ihrem „Gelekerke“ die ursprüngliche niederdeutsche Form festgehalten.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Beeck, Immendorf, Lindern, Süggerath, Teveren und Würm eingemeindet.[9]

Bevölkerungsentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

2005 28.693
2010 28.253
2015 26.963

Politik
Rathaus Geilenkirchen
Bürgermeister
1945–1954: Johannes Plum, CDU
1954–1958: Hubert Pennartz, CDU
1958–1961: Hans Schönauer, CDU
1961–1969: Rudolf Wyrsch, CDU
1969–1994: Heinrich Cryns, CDU
1994–2004: Franz Beemelmanns, CDU (ab 1999 hauptamtlich)
2004–2009: Andreas Borghorst, CDU
2009–2015: Thomas Fiedler, parteilos
seit 2015: Georg Schmitz, parteilos
Stadtrat

Der Stadtrat umfasst 2015 38 Mitglieder

Partei/Fraktion Sitze im Rat 2015
CDU 14
SPD 5
Bündnis 90/Die Grünen 5
freie Bürgerliste 4
FDP 1
Linke 2
NPD 1
für GK 2
Geilenkirchen bewegen! 4

(Stand: Kommunalwahl September/Oktober 2015)

Die Stadt Geilenkirchen wurde nach der Kommunalwahl 2009 von einem Vierparteienbündnis aus SPD, FDP, Freier Bürgerliste und Bündnis 90/Die Grünen regiert. Vor dieser Kommunalwahl regierte die CDU in Geilenkirchen 60 Jahre lang mit absoluter Mehrheit.

Am 29. September 2010 wurde das Vierparteienbündnis nach Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt von den Bündnisparteien beendet, seitdem werden politische Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten getroffen.

Wappen

ehemaliges Stadtwappen (bis 1972)

heutiges Stadtwappen (seit 1972)

Das Wappen der Stadt wurde abgeleitet vom ältesten Siegel der Stadt aus dem Jahr 1556, welches dem Herzog von Jülich (Wilhelm V.) gehörte. Die Herkunft des Vogels (Papagei) ist vermutlich ein Bestandteil, das dem Wappen des ‚Wilhelm von Jülich’ (1556) entnommen wurde. Seinen Ursprung hatte der Vogel wohl als Kennzeichen der Teilnahme an den Kreuzzügen. Der Zweig hat keinen historischen Ursprung und wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Farben wurden 1972 abgeändert. Das heutige Wappen in dieser Form gibt es seit dem 29. November 1972.

Siehe auch: Liste der Wappen mit dem Jülicher Löwen
Städtepartnerschaften

Geilenkirchen unterhält seit 1966 eine enge Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Quimperlé in der Bretagne. Zudem pflegt Geilenkirchen gute Kontakte zu den grenznahen niederländischen Städten, insbesondere zur Stadt Sittard-Geleen.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Zug der Selfkantbahn
Selfkantbahn: Die etwa 1900 ehemals von Alsdorf über Geilenkirchen (DB-Anschluss) bis Wehr/Tüddern betriebene Schmalspurbahn der Kreisbahn Geilenkirchen wird heute auf einem 5,5 km langen Reststück von Geilenkirchen-Gillrath bis Gangelt-Schierwaldenrath als Museumseisenbahn betrieben. Sie ist die letzte dampfbetriebene Kleinbahn Nordrhein-Westfalens.
Historisches Klassenzimmer Immendorf: Nach Umstellung der Hauptschule Immendorf in eine Grundschule wurde 1988 ein Klassenzimmer in ein historisches Klassenzimmer umfunktioniert. Darin werden Schulutensilien aus dem frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts ausgestellt.[11][12]
Haus Basten
Institutionen
Kulturarbeitskreis der Stadt Geilenkirchen
Bauwerke
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Geilenkirchen
Marienkapelle Stumpf
im Ortsteil Geilenkirchen
Kirche St. Mariä Himmelfahrt
ehemalige Burg Geilenkirchen, heute auf dem Gelände des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula
Jüdischer Friedhof
Marienkapelle Stumpf: Die römisch-katholische Kapelle befindet sich an der Rembrandtstraße auf einem Privatgrundstück, ist aber für die Öffentlichkeit zugänglich. Bauherren waren die Eheleute Luise und Toni Stumpf. Die der Gottesmutter Maria gewidmete Kapelle entstand nach Plänen des Geilenkirchener Architekten Norbert Makarowski und wurde am 28. April 2012 geweiht. Im Inneren befindet sich eine bronzene Marienstatue, an der Südostseite ein Fenster mit Glasmalerei.[13]
im Ortsteil Hünshoven
Kirche St. Johann Baptist, von Dominikus und Gottfried Böhm 1950/51 erbaut
Evangelische Kirche, erbaut 1865/66
Evangelisches Pfarrhaus, ehemals Wohnhaus der Familie Camphausen
Haus Basten, ehemals eine Ölmühle
Schloss Trips
im Tal der Wurm
Schloss Trips, bedeutende Wasseranlage (seit 2004 zum Altenheim umgebaut)
Schloss Leerodt
Gut Zumdahl
zwischen Hünshoven und Waurichen
Schloss Breill
Gut Muthagen
im Ortsteil Bauchem
Wasserturm (Wahrzeichen) erbaut 1903, zerstört 1944, Wiederaufbau 1947
Kirche St. Josef, 1974 erbaut
Dremmenshof (1790)
Thorenshof (1660)
im Ortsteil Süggerath
Kirche Hl. Kreuz, erbaut um 1560, sehenswert ist hier das Antwerpener Retabel
Park und Naturschutzgebiet
Stadtpark in Geilenkirchen
Kiefernsee in der Teverener Heide
Wurmauenpark
Naturschutzgebiet Teverener Heide
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Schienenverkehr
Bahnhof Geilenkirchen

Geilenkirchen ist mit den Bahnhöfen in Lindern (Bahnhof der Kategorie 4) und Geilenkirchen (ebenfalls Bahnhof der Kategorie 4) seit 1852 an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen.

Für ein einige Jahre war der Bahnhof Geilenkirchen Interregio-Halt. Seit Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 hält das zum gleichen Zeitpunkt neu eingerichtete werktägliche Intercity-Zugpaar zwischen Aachen und Berlin auch in Geilenkirchen.

Siehe auch: Eisenbahn im Kreis Heinsberg

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal Hbf – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Lindern (Flügelung) – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf
– Heinsberg (Rheinl)
RB 20 Euregiobahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen

Busverkehr

Die Stadt ist ferner an das öffentliche Personennahverkehrsnetz des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) angeschlossen.
Die im Verkehrsverbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bieten im Verbundraum nach einheitlichen Tarif- und Beförderungsbedingungen einen planmäßig betriebenen Omnibus-Linienverkehr zwischen den wichtigsten Städten und Gemeinden der Kreise Aachen, Heinsberg und Düren an. Ein besonderes Merkmal des „öffentlichen Verkehrsangebotes“ ist die direkte Einflussnahme der Kommunen auf das Angebot und eine sozialverträgliche Tarifgestaltung. Für Geilenkirchen und sein ländliches Umfeld hat dies eine besondere Bedeutung für die umfangreich notwendige Beförderung der Schüler zwischen Wohnstätten und den zentral gelegenen sogenannten Mittelpunktschulen.
Neben dem nach Fahrplan auf festgelegten Linien verkehrenden Bussen kann auch der Multi-Bus angefordert werden.[14]

Linie Verlauf
GK1 Geilenkirchen Bf – Burg Trips – Bauchem – Niederheid
GK2 Geilenkirchen Bf – Niederheid – Rischden – Tripsrath
SB1 Schnellbus:
Erkelenz Bf – Wassenberg – Heinsberg Busbf – Geilenkirchen Bf – Übach-Palenberg Bf
SB3 Schnellbus:
Geilenkirchen Bf – Bauchem – Gillrath – Stahe – Gangelt – Süsterseel – Höngen – Tüddern – Sittard Stadhuis – Sittard Bf 
71 Geilenkirchen Bf – Beggendorf – Baesweiler – Setterich – Siersdorf – Schleiden – Aldenhoven
407 Geilenkirchen Bf –Süggerath – Müllendorf – Kogenbroich – Nirm – Kraudorf – Randerath Bf – Hilfarth – Hückelhoven – Millich – Ratheim – Gerderath – Myhl
410 Geilenkirchen Bf – Tripsrath – Schleiden – Straeten – Aphoven – Heinsberg Busbf
431 Geilenkirchen Bf – Übach-Palenberg Bf – Baesweiler
432 Geilenkirchen Bf – Prummern – Immendorf – Apweiler – Floverich – Loverich – Puffendorf – Setterich – Baesweiler
434 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Hatterath – Gillrath – Stahe – Niederbusch – Gangelt – Hastenrath – Höngen
435 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Gillrath – Stahe – Birgden – Kreuzrath – Gangelt – Süsterseel – Hillensberg – Wehr – Tüddern – Höngen
437 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Hatterath – Gillrath – Stahe – Niederbusch – Gangelt – Hastenrath – Höngen
491 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Teveren – Scherpenseel – Übach-Palenberg Bf
494 Geilenkirchen Bf – Süggerath – Müllendorf – Würm – Beeck – Leiffarth – Lindern Bf – (Kogenbroich – Nirm – Kraudorf / Honsdorf – Flahstraß)

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 46 beginnt/endet nur wenige Kilometer nordwestlich zwischen Geilenkirchen und Heinsberg.

Geilenkirchen liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 221 (Aachen–Kleve) mit der Bundesstraße 56 (Bonn–Sittard/NL).

Öffentliche Einrichtungen

Die Einrichtungen der Kommune ergeben sich aus der kommunalen Aufgabenstruktur im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Die Rechtsgrundlage bildet Art. 78 Abs. 3 Landesverfassung NRW.

Finanzamt Geilenkirchen
Rathaus, Markt 9
Stadtbücherei, Martin-Heyden-Str. 24-26
Hallenbad
Baubetriebshof der Gemeinde
Kläranlage Flahstraß
Polizeiwache
Freiwillige Feuerwehr Geilenkirchen
Friedhöfe
Sportplätze
Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg
Kreishandwerkerschaft
Finanzamt Geilenkirchen
Schulen
Berufskolleg Wirtschaft

In Geilenkirchen sind diverse Schulen ansässig:

Bischöfliches Gymnasium St. Ursula (Träger ist das Bistum Aachen)
Städtische Realschule
Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
diverse Grundschulen
Berufskolleg Wirtschaft (Wirtschaftsgymnasium)[15]
Berufskolleg für Ernährung, Sozialwesen und Technik
Musikschule Geilenkirchen e. V.
Eichendorff-Kolleg Geilenkirchen (ehemals staatl. Institut für spätausgesiedelte Abiturienten, seit Mitte 2010 in einem Anbau bei der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule als Abteilung IV angesiedelt)
Janusz-Korczak-Schule (Schule für Erziehungshilfe)
Krankenpflegeschule des St.-Elisabeth-Krankenhauses.

Der 2009 gegründete Campus Geilenkirchen der FH Aachen beherbergt bis zu 180 Studenten des Freshman Institute.

Zudem bietet die Rheinische Fachhochschule Köln seit 2015 am CSB-Campus Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik.[16][17]

Energieversorger

Das Energie-Versorgungsunternehmen Kreiswerke Heinsberg (KWH), das nach Fusion mit der Kreisbahn Geilenkirchen und später mit der Kraftverkehr Erkelenz auch als Verkehrsunternehmen den ÖPNV im Kreis durchführte, hatte seinen Sitz und einen seiner beiden Busbetriebshöfe in der Stadt. Rationalisierungsbestrebungen der „öffentlichen Hand“ führten 2003 zu einem weiteren Zusammenschluss der KWH mit der „Westdeutschen Licht & Kraft“ (WLK) aus Erkelenz zur WestEnergie und Verkehr GmbH. Im Jahre 2015 erfolgte mit einer Abspaltung der Energie Sparte 2015 eine Umbenennung des Unternehmens in WestVerkehr GmbH. Im Zuge der Ausgliederung wird das Erbringen von Ver- und Entsorgungsleistungen in den Bereichen Energie, Wärme, Wasser, Abwasser, Abfall von der WestEnergie GmbH durchgeführt.[18][19] Nach dem Zusammenschluss der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH und der WestEnergie GmbH übernimmt die NEW die Durchführung der Grundversorgung für die Belieferung von Erdgas und elektrischer Energie.[20]

Nahverkehrsunternehmen

Das Unternehmen WestVerkehr GmbH führt im Kreis Heinsberg den Linien- und Schülerverkehr im ÖPNV durch. Die Hauptverwaltung ist in Geilenkirchen. Die Betriebshöfe des Unternehmens sind in Geilenkirchen und Erkelenz.

Militärische Einrichtungen

Geilenkirchen ist Standort zweier größerer militärischer Einrichtungen: der NATO Airbase im Ortsteil Teveren und der Selfkant-Kaserne im Ortsteil Niederheid.
In beiden waren lange Zeit mobile, atomar und nichtatomar bestückbare Raketensysteme (Honest John, Pershing 1A, Sergeant, Lance sowie LARS (Leichtes Artillerieraketensystem), ein Mehrfach-Raketenwerfer 110 mm auf Selbstfahrlafette Magirus-Deutz) stationiert.

Der Fliegerhorst und die Kaserne sind für die eher strukturschwache Region wirtschaftlich von nicht unerheblicher Bedeutung, da sie neben den Militärangehörigen auch zahlreichen Zivilbeschäftigten Arbeit und in die Region zurückfließende Kaufkraft geben.

NATO-Flugplatz Geilenkirchen
Hauptartikel: NATO-Flugplatz Geilenkirchen
NATO-Airbase Geilenkirchen

Die britische Royal Air Force baute und bezog 1953 in Teveren einen Flugplatz, den sie bis 1968 nutzte. Die Einrichtung wurde von der Deutschen Luftwaffe übernommen und Standort der Pershing-1A-Kurzstreckenrakete. 1980 zog das Flugkörpergeschwader in die Selfkantkaserne nach Geilenkirchen um und in Teveren zog die NATO mit dem AWACS-Verband ein, an dem 2014 16 NATO-Staaten aktiv beteiligt sind. Dieser Verband ist demnach der einzige multinationale Verband der NATO.

In Geilenkirchen-Teveren sind seit 1982 auf der Air Base Geilenkirchen die NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge vom Typ Boeing E-3A Sentry stationiert. Vor der Stationierung führte dies zu erheblichen Demonstrationen der Friedensbewegung, die bewusst machen wollte, dass die AWACS-Flugzeuge ebenso defensiven wie offensiven Aufgaben nachkommen könnten. Heute noch sind die veralteten und längst überholten Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney JT3D (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney TF33) der Flugzeuge Quelle massiver Lärm- und Schadstoffemissionen.

Angesichts ca. 2400 Arbeitsplätzen (davon etwa 850 Zivilbeschäftigte) und einem wirtschaftlichen Beitrag von ca. 400 Mio. Euro ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.[21]

Selfkant-Kaserne der Bundeswehr
Eingang der Selfkant-Kaserne in Niederheid

Die Bundeswehr errichtete in Niederheid die Selfkant-Kaserne. In diese zog 1970 zunächst als Lehrbataillon das Raketenartillerielehrbataillon 72 ein; 1973 wurde die Raketenschule des Heeres von der Donnerberg-Kaserne Eschweiler nach Geilenkirchen verlegt. Im Zuge der Verlegung und Zusammenführung mit dem Lehrbataillon wurde sie in Raketen-Schule der Artillerie umbenannt. Nach Umstrukturierung und Auszug der Raketenartillerie ab 1981 befand sich das Flugkörpergeschwader 2 (FKG2) bis zu seiner Auflösung 1991 in der Selfkant-Kaserne. Seit 1991 ist in ihr das ZVBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) stationiert.

Lehrbataillon RakArtLBtl 72, 1970–1981 Geilenkirchen

Raketenschule des Heeres, 1973

Raketenschule der Artillerie, 1974–1981

Flugkörpergeschwader 2, 1968–1981 Flugplatz Teveren, 1981–1991 Selfkant-Kaserne

Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr

Medien
Aachener Zeitung
Aachener Nachrichten
Lokalpresse
Stadtanzeiger Geilenkirchen [22]
Unternehmen
Gewerbegebiet in Rischden-Niederheid

In Geilenkirchen sind einige zum Teil national und international tätiger Wirtschaftsunternehmen ansässig. Die sechs größten Unternehmen, gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter (alle beschäftigen über 200 Mitarbeiter), sind:

Unternehmen / Einrichtung Beschäftigte
CSB-System AG 600 [23]
KSK Industrielackierung GmbH & Co. KG 350
St. Elisabeth Krankenhaus Geilenkirchen gGmbH 680[24]
Wilhelm Jansen Eisenjansen GmbH & Co. KG 235
ZenTec automotive GmbH 210 [25]
SpanSet-secutex GmbH

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Albert Jansen (1903–1974), deutscher Kaufmann und Ehrenbürger von Geilenkirchen
In Geilenkirchen geboren
Alina Bock (* 1984), Sängerin der Band beFour
Marlon Bröhr (* 1974), Politiker, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises
Ludolf Camphausen (1803–1890), Bankier, preußischer Ministerpräsident im Revolutionsjahr 1848
Otto von Camphausen (1812–1896), preußischer Finanzminister
Leo Dautzenberg (* 1950), Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages von 1998 bis 2011[26]
Christoph Dohmen (* 1957), Professor für Altes Testament an der Universität Regensburg
Elmar Fischer (* 1968), deutscher Regisseur
Lambert von Fisenne (1852–1903), deutscher Architekt und Autor
Anja Fröhlich (* 1964), Schriftstellerin, Jugend- und Kinderbuchautorin
Helmut Halfmann (* 1950), Althistoriker
Jürgen Heinrichs (* 1977), Fußballspieler
Hans Horrichs (1900–1987), deutscher Kommunalpolitiker, Wahlbeamter und Präsident des Deutschen Städtebundes.
Bernhard Jussen (* 1959), deutscher Historiker.
Detmar Kurig (* 1966), Kontrabassist und Hochschullehrer
Christoph Leisten (* 1960), Schriftsteller
Horst Matzerath (* 1937), Historiker
Hans Meyer (1900–1962), deutscher Mediziner und Ministerialbeamter
Wilfried Mohren (* 1958), ehemaliger Sportreporter
Christa Nickels (* 1952), Mitglied des Deutschen Bundestages von 1983 bis 2005, Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
Franz Joseph Nuß (1775–1842), deutscher Jurist und kurzzeitig kommissarischer Bürgermeister der Stadt Mülheim am Rhein
Lothar Romain (1944–2005), Journalist und Kunstwissenschaftler
Sabine Schiffer (* 1966), deutsche Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin
Hans Peter Schmitz (* 1937), Landwirt und Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestages von 1972 bis 2002
Georg Schmitz (* 1950), hauptamtlicher Bürgermeister
Gerd Sonntag (* 1962), Schriftsteller
Jürgen Tarrach (* 1960), Filmschauspieler
Max Wilms (1867–1918), deutscher Arzt und Chirurg
Mit der Stadt verbunden
Gedenktafel für den Dichter Nikolaus Becker in Geilenkirchen
Nikolaus Becker (1809–1845), Schreiber beim Friedensgericht und Schriftsteller; Dichter des Rheinliedes
Jenny Böken (1989–2008), Sanitätsoffizier-Anwärterin der Deutschen Marine, wuchs in Geilenkirchen auf und ist dort beigesetzt
Matthias Küsters (* 1946), Schulleiter des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula, Herausgeber der Zeitschrift Religion betrifft uns
Anne Marie Stoll-Rommerskirchen (1909–1965) Malerin und Bildhauerin, verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Geilenkirchen
Heinrich Meuffels (1927–2015), Politiker; 1956–1967 und 1984–1994 Mitglied des Rates der Stadt
Konrad Volm (1897–1958), deutscher Politiker (NSDAP)
Literatur
Hermann Wassen: Der siebenarmige Leuchter – Die Geschichte der Geilenkirchener Juden. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1985, S. 163–178.
Hans-Josef Sprünken: Das mittelalterliche Schöffenkollegium in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1991, S. 133–147.
Harry Seipolt: Ich war „minderwertig“. Aus dem Lebensbericht einer NS-Zwangssterilisierten (NS-Rassenwahn im „Erbgesundheitsgericht“ und Gesundheitsamt der Stadt Geilenkirchen). In: Geschichte im Westen. Halbjahreszeitschrift für Landes- und Zeitgeschichte (Jahrgang 8, Heft 2), Köln 1993, S. 193–200.
Hans-Josef Sprünken: 130 Jahre Kinderbewahranstalt der Ursulinen in Geilenkirchen. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg. Jahrgang 1996, S. 43–57.
Alt-Geilenkirchen und seine Nachbarn. Historischer Bildband von und um Geilenkirchen. Verlag Fred Gatzen, Geilenkirchen 1986, ISBN 3-923219-06-7.
Walter Scheufen: Geilenkirchen und seine Dorfgemeinschaften. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-937126-51-7.
Weblinks
 Wiktionary: Geilenkirchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Geilenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Gelekirchen in der Topographia Westphaliae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Geilenkirchen – Reiseführer
Linkkatalog zum Thema Geilenkirchen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Denkmale in der Stadt Geilenkirchen
Kirchen und Kapellen in der Stadt Geilenkirchen