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Geschichte
Bis zum 10. Jahrhundert

Zwischen 10000–6000 v. Chr. gibt es erste Siedlungsspuren (Holzkohlenreste, Hundekiefer) am Euerwanger Bühl. Auf dem Hofberg bei Obermässing, in Schutzendorf und bei Attenhofen wurden zwischen 1400 und 1200 v. Chr. Hügelgräber errichtet. Keltische Siedlungsspuren bei der Distelmühle sind im 2. Jahrhundert vor Christus gefunden. Diese wurden als zweite aufgefundene prähistorische Wohnstätte in Bayern 1910 erforscht.

Aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts wurden erste Rodungsnachweise der Bajuwaren im Schwarzachtal bei Greding-Großhöbing. Der bajuwarische Ortsname „Gred-ing“ bedeutet so viel wie bei den Leuten des „Gredo“ oder „Grado“. Der Personenname „Grado“ oder „Gredo“ selbst steht für „der Begierige, der Hungrige“. Der Ortsname „Höb-ing“ geht auf die Wohnstätte eines „Hebo“ oder „Habo“ zurück. „Hebo“ oder „Habo“ bezeichnet „den Kämpfer“. Da es sich bei Greding und Höbing – auf Grund der frühzeitlichen Bedeutung – sicherlich um einen echten „-ing“-Ort handelt, bezieht sich das Suffix „-ing“ auf eine „Personengruppe“ (und nicht auf eine geographische Gegebenheit = unechter „-ing“-Ort; vgl. W.-A. Reitzenstein, Lexikon der bayerischen Ortsnamen, S. 16 und A. Heintze u. P. Cascorbi, Die deutschen Familiennamen, S. 221, Stichwort „Gradas/Gredus“).

Um 600 n. Chr. wurde eine Wassermühle und eine künstliches Stauwehr bei Großhöbing gebaut. Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit bereits Eisenerz verarbeitet. Die Siedlung (Groß-)Höbing umfasst circa 200 bis 250 Personen.

Um 700 n. Chr. war der gredinger Ortsteil (Groß-)Höbing ist wichtiger Grenzposten (wahrscheinlich der baierischen Huosi-Sippe; vgl. Fund eines Tuffsteinsarkophags in der Max-Müller-Straße, St. Martin als Huosisippenpatron, die Namen der Gredinger Ortsteile usw.) im Herzogtum Bayern an der Fernhandelsstraße von der Nordsee nach Venedig. Zugleich war dieser Ort wichtiger Produktionsort für die „Waffenindustrie“ der Bajuwaren. Bei Großhöbing lassen sich aus dieser Zeit noch Eisenschlacken, Rennfeueröfen, Holzkohlemeiler, Wetzsteine und eine künstlich angelegte Lände für Schiffe nachweisen. Transportiert wurde das bearbeitete Eisenerz (und eventuell die Waren von Venedig und der Nordsee?) über den Wasserweg (Schwarzach, Altmühl, Donau) in die damalige bajuwarische Residenzstadt Regensburg.

Karl Martell fällt um 725 im nördlichen Herzogtum Bayern ein (vgl. Geschichte Bayerns). Um diese Zeit dürfte das bayerische Hochadelsgeschlecht bei Großhöbing („Fürst von Höbing“; ausgestellt im ArchäologieMuseum Greding) bestattet worden sein. Circa im Jahr 740 wurde ein Kloster in Eichstätt (Vorgänger des Bistums Eichstätt) durch Herzog Odilo von Bayern, Bonifatius und den bayerischen Hochadeligen Suitger, der umfangreichen Besitz im Raum Eichstätt und im Raum Salzburg/Reichenhall hatte, gegründet. 745 oder 750 n. Chr. stellt Pippin das Bistum Eichstätt unter karolingische Verwaltung. Herzogs Tassilo III. von Bayern wird durch Karl den Großen 788 abgesetzt. Das ganze Herzogtum Bayern kommt unter fränkisch-karolingische Verwaltung. Als Verwaltungsstützpunkte werden so genannte Königshöfe („curie“) errichtet.

Um 900 ist Greding ein fränkischer Königshof auf dem bayerischen Nordgau und wurde von den Karolingern (als Reichslehen) an die Nordgaugrafen aus dem Geschlecht der Babenberger (Linie Popponen) verliehen. Der Nordgau ist größtenteils vergleichbar mit der heutigen Oberpfalz. Die Babenberger sollen Nachkommen aus der Sippe des um 765 genannten „nobilis vir Poapo“ (= Pabo/Babo) aus dem Geschlecht der Huosi sein. Der bayerische Herzog und karolingische König Ludwig das Kind übergibt nach 900 Greding (im Zuge der Babenberger Fehde) aus dem Besitz der Babenberger Nordgaugrafen (Linie Popponen) an den Bischof von Eichstätt.

Graf Babo/Papo/Poppo von Rott (am Inn), der Sohn des Grafen Pilgrim I. an der Sempt (=Gebiet zwischen Moosburg und Landshut; aus dem Geschlecht der Pilgrimiden), hat um 945 unter anderem Besitz in Biberbach. Biberbach, unterhalb der späteren Burg Hirschberg bei Beilngries gelegen, liegt im Dreieck der drei Nachbarstädte Beilngries, Berching und Greding. Dieser Graf Babo/Papo/Poppo dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit der Stammvater der späteren Babonen von Kühbach (bei Aichach) bez der Babonen von Abensberg (bei Kelheim) gewesen sein. Die Babonen von Kühbach sind ihrerseits die Vorfahren der späteren Grafen von Grögling-Hirschberg. Die Pilgrimiden und die Grafen von Grögling-Hirschberg waren Hauptvögte des Hochstifts Freising. Auch die Pilgrimiden sollen Nachkommen aus der Sippe des „nobilis vir Poapo“ (= Pabo/Babo) sein.

Ende des 10. Jahrhunderts ist Greding wieder Reichslehen der Babenberger (Popponen) auf dem bayerischen Nordgau. Wann und wie der Wechsel von Eichstätt zu den Babenbergern (Linie Popponen) vollzogen wurde (Gewaltanwendung?) ist nicht bekannt.

11. bis 15. Jahrhundert

Nach der Schweinfurter Fehde 1003 werden große Teile des bayerischen Nordgaus durch Kaiser Heinrich II. an Graf Udalschalk aus dem Geschlecht der Babonen von Kühbach übergeben. Greding selbst wird im Rahmen dieser Fehde durch Kaiser Heinrich II. dem Babenberger Nordgaugrafen Heinrich von Schweinfurt erneut weggenommen und kommt in den Besitz des Bischofs von Eichstätt. Nach dieser Fehde verlegt Nordgaugraf Heinrich seinen Machtmittelpunkt von Sulzbach (heute Sulzbach-Rosenberg) in Richtung Schweinfurt (vgl. auch Schweinfurt (Adelsgeschlecht)). Graf Udalschalk aus dem Geschlecht der Babonen von Kühbach verstirbt 1008. Heinrich von Schweinfurt erhält Teile des Nordgaus wieder von Kaiser Heinrich II. zurück. Die Babonen sollen auch auf den „nobils vir Poapo“ zurückgehen. Graf Sieghard V. (aus dem Geschlecht der Chiemgaugrafen der Sieghardinger mit Stammsitz in Reichenhall) schenkt um 1015 seinen Besitz im Gredinger Ortsteil Esselberg an das Kloster St. Emmeram in Regensburg, um so sein Seelenheil zu retten. Eventuell stammt dieser Besitz in Esselberg von den Pilgrimiden ab, denn der Neffe Thiemo des Grafen Babos/Papos/Poppos (vgl. „um 945“) wird 1007 als Graf von Reichenhall bezeichnet. Die Sieghartinger sind durch Hochzeiten die Rechtsnachfolger der Huosi im Chiemgau geworden. Somit dürfte der Besitz der Sieghartinger im Raum Greding ursprünglich auf die Huosi zurückgehen. Greding muss zwischen 1003 und 1058 wieder (gewaltsam?/Gütertausch mit dem neu errichteten Bistum Bamberg?) dem Bischof von Eichstätt weggenommen worden sein, da es 1058 abermals im Besitz der Babenberger Nordgaugrafen aus der Linie der Popponen Otto von Schweinfurt (auch Otto III. (Schwaben) genannt) ist. Als dieser 1058 stirbt, entzieht König Heinrich IV. Ottos Witwe Irmengard das Gut Greding und unterstellt es seiner Reichsverwaltung. Markgraf Ekbert I. von Meißen, der zweite Ehemann der Witwe Irmengard, gilt 1062 als einer der Anführer im Staatsstreich von Kaiserswerth. Zusammen mit dem bayerischen Herzog Otto von Northeim und anderen Fürsten entführt diese Gruppe den jungen König Heinrich IV. und erpresst so für kurze Zeit die Reichsinsignien. De facto lag die Reichsführung bis 1065 bei dieser Gruppe. König Heinrich IV. wird durch die Schwertleite am 29. März 1065 wieder in sein Amt eingesetzt. Otto von Northeim muss 1070 als bayerischer Herzog abdanken, nachdem er angeblich dem König nach dem Leben trachtete. Greding erscheint 1064 oder 1065 im Tafelgüterverzeichnis König Heinrichs IV. als „Gradinga“ unter den „curie de bawaria“ (als bayerischer Königshof unter den Reichsgütern). Zeitlich fällt die Erstellung dieses Tafelgüterverzeichnisses mit der Schwertleite von König Heinrich IV. nach dessen Entführung zusammen. In diesem Verzeichnis ist auch aufgelistet, das Greding fünf Servitien an den König zu leisten hatte.[5] Da zu dieser Zeit Nürnberg sieben Servitien zu leisten hatte und Weißenburg nur Eines musste Greding damals wesentlich bedeutender als heute gewesen sein.

1064/68: Markgraf Ekbert I. von Meißen, zweiter Ehemann der Babenberger-Witwe Irmengard, stellt Ansprüche auf die Herausgabe des Gutes Greding.

1068/86: Markgraf Ekbert II. von Meißen tritt das Erbe seines Vaters Ekbert I. an und erhebt ebenfalls Ansprüche auf Greding.

Kaiser Heinrich IV. hat vor 1086 Greding wieder an den Bischof von Eichstätt übergeben. Markgraf Ekbert II. entfremdet 1086 und 1090 zweimal dem Bischof von Eichstätt das Gut Greding und bringt es in seine Gewalt. Nachdem Ekbert II. dem König nach dem Leben trachtete, wurde er 1090 von königlichen Truppen ermordet. Kaiser Heinrich IV. (bekannt durch seinen Gang nach Canossa) übergibt am 5. Mai 1091 im italienischen Bassano del Grappa (nach der erfolgreichen Belagerung der Stadt Mantua im Kampf gegen den Papst) „Gredingen, das im Nordgau im Besitz Heinrichs liegt“ und „das schon seit Urzeiten seine königlichen und kaiserlichen Vorgänger besessen hatten und von Feinden (zweimal) weggenommen worden war“ wegen „des Seelenheils seiner Eltern und seines Seelenheils“ zum dritten Mal, „für immer“ an seinen treuen Diener, den Bischof Udalrich I. von Eichstätt. Heinrich, der „Besitzer“ (Verwalter) von Greding war Graf an der unteren Altmühl (Kelsgau) und ein Enkel des Regensburger Burggrafen Babo I. von Abensberg aus dem Geschlecht der Babonen, denen eine verwandtschaftliche Beziehung zum „nobilis vir Poapo“ aus dem Geschlecht der Huosi nachgesagt wird. Dies gilt als erst urkundliche Ernennung der Stadt Greding. Graf Heinrich von Northeim (auch genannt Heinrich der Fette, Sohn des Grafen Otto von Northeim) tritt 1091 oder 1093 das Erbe seines kinderlos verstorbenen Schwagers Ekbert II. an und fordert Greding vom Kaiser zurück. Kaiser Heinrich IV. gibt 1093 Greding an Heinrich von Northeim, damit er sich dessen politischer Unterstützung sicher sein konnte. Der bisher sehr „treue“ Bischof Udalrich I. von Eichstätt ist seit dieser Übertragung von Greding nicht mehr im Umfeld des Kaisers nachweisbar. Richenza von Northeim, die Tochter des Grafen Heinrich von Northeim, heiratet um 1100 den Herzog Lothar von Sachsen und bringt als Mitgift (einen Anspruch auf) Greding in diese Ehe ein. 1125 wird Lothar von Sachsen überraschend zum deutschen König gewählt (später Kaiser Lothar III. (HRR)). König Lothar betrachtet Greding als „Mitgift“ seiner Frau und fordert die beiden Stauferbrüder Friedrich II. von Schwaben und Konrad (den späteren römisch-deutschen König Konrad III.) auf, Greding herauszugeben. Herzog Friedrich, der Unterlegene bei der Königswahl, und sein Bruder Herzog Konrad (beide Enkel des Kaisers Heinrich IV.) betrachten Greding als ihr großväterliches Erbe (salisches Hausgut) und geben – gegenüber König Lothar – ihren Anspruch auf Greding nicht auf. König Lothar überträgt 1127 sein Stammesherzogtum Sachsen, die Reichsstadt Nürnberg und (aus strategischen Gründen?) Greding an seinen Schwiegersohn, den bayerischen Welfenherzog Heinrich den Stolzen. Dieser Heinrich der Stolze war auch der Vater des späteren bayerischen Welfenherzogs Heinrich der Löwe. Es kommt im Gebiet um Greding im Sommer 1127 zu Kämpfen zwischen König Lothar (zusammen mit seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen) und den beiden Stauferbrüdern Friedrich und Konrad. Die Stauferbrüder Friedrich und Konrad gewinnen nach 1127 diese Kämpfe im Raum Greding und rufen 1127 Konrad zum Gegenkönig aus. Die Staufer beginnen sofort das Gebiet um Greding mit getreuen Adelsgeschlechtern aus dem südbayerischen Raum (vornehmlich aus dem Gebiet Reichenhall/Berchtesgaden, Freising und aus Niederbayern) zu sichern. Es erscheinen unter anderem die Herren von (Hilpolt-)Stein, die Herren von Höbing, von Mässing, von Stauf im Gebiet um Greding. Diese Geschlechter spenden sehr viele Güter aus dem Raum Greding/Thalmässing an das Stift Berchtesgaden (spätere Fürstpropstei Berchtesgaden), eine Gründung der Grafen von Sulzbach. Initiiert wurde die Gründung des Stiftes Berchtesgaden durch die Gräfin Irmgard von Rott (zu den Grafen von Rott am Inn vgl. auch die Ausführungen „um 945“), der Ehefrau des Grafen Gebhard II. von Sulzbach und somit Großmutter der Gräfin Gertrud von Sulzbach, Ehefrau des Königs Konrad. Schließlich hatte das Stift Berchtesgaden Besitz in circa 25 Orten und Dörfern um Greding/Thalmässing (bezeichnet als Verwaltungseinheit „Propstei Höbing“ beziehungsweise „Münchhöbing“). Zwei Jahre nach diesem Krieg (1129) wird das Kloster Plankstetten (heute zur Stadt Berching gehörend) durch die späteren Grafen von Hirschberg gegründet. Zur Grundausstattung dieses Klosters gehört auch alter Kühbacher Besitz auf dem Nordgau. Zeugen dieser Klostergründung waren unter anderen die Herren von Höbing aus dem Geschlecht der Babonen (vgl. Werner Robl, Die Höbinger und Hilpoltsteiner sind Paponen-Agnaten, 2014)

Im 12. und 13. Jahrhundert wird der Nordgau von den Grafen von Grögling-Hirschberg (mit Sitz auf dem Hirschberg bei Beilngries) und den Grafen von Sulzbach (vgl. Sulzbach (Adelsgeschlecht)) für das Kaisergeschlecht der Staufer verwaltet. Beide Grafengeschlechter sind sehr eng miteinander verwandt. Der Staufer Gegenkönig Konrad, der seit 1138 alleiniger König von Deutschland war, ist seit 1135/36 mit Gertrud von Sulzbach verheiratet. Die um Greding sitzenden Geschlechter gehören größtenteils zum Gefolge der Grafen von Sulzbach.

Aus den Orten Greding, Hirschberg, Fribertshofen, Plankstetten, Pollanten und Töging sendet Bischof Gebhard von Eichstätt (der spätere Papst Viktor II.) 100 Ritter und 300 Fußknechte (darunter 10 Knechte des Abtes vom Kloster Plankstetten) dem Staufer-Kaiser Konrad 1147 für seinen zweiten Kreuzzug. Die Führung hatte der Grafen Gebhard von Sulzbach und Gerhard von Hirschberg. Nur Graf Gerhard von Hirschberg kehrt von den Teilnehmern aus dem Raum Greding/Berching/Beilngries von diesem Kreuzzug zurück. Bischof Otto von Eichstätt gibt 1182 oder 1196 der Martinskirche die kirchliche Weihe. Die Grafen von Sulzbach sterben 1188 in männlicher Linie aus. Große Teile des Nordgaus fallen an die mit ihnen eng verwandten Grafen von Hirschberg. Um diese Zeit (1186–1190) erscheint erstmals die Ortsbezeichnung „Greding“ in einer Urkunde. „Pernhart de Greding“ ist Zeuge bei einer Schenkung an das Kloster St. Emmeram in Regensburg (trad. Kloster St. Emmeram, Nr. 988). Im Gegensatz zu „Greding“ hat der Nachbarort „Thalmaezingen“ in dieser Urkunde noch die ursprüngliche „-en“-Endung. Greding verliert somit seine „-en“-Endung rund ein Jahrhundert früher als die Bischofsstadt Freising (1287 noch als „Freisingen“ belegt, 1290 erstmals als „Freising“).

Ein kaiserlicher Reichsbeamter „Konrad von Greding“ ist 1220 für die Verwaltung von Greding verantwortlich. Die Gredinger Bürger schicken 1240 Truppen nach Italien, um den Staufer-Kaiser Friedrich II. in seinem Kampf gegen den Papst (Vorherrschaft in Mitteleuropa) zu unterstützen. Der Papst belegt deshalb Greding mit dem Kirchenbann. In dieser Bannaussprechung wird erstmals von Gredinger Bürgern („cives“) gesprochen.

Mit Graf Gebhard VII. stirbt 1305 das Geschlecht der Grafen von Grögling-Hirschberg aus. Gebhards Grafschaft wird im Gaimersheimer Vertrag von 1305 zwischen dem Bischof von Eichstätt und dem Haus Wittelsbach aufgeteilt. Greding bleibt jedoch Reichsgebiet und gehört somit weder dem Bischof von Eichstätt noch den Wittelsbachern. Kaiser Heinrich VII. gibt, damit „seiner Gemahlin Margareta, seiner Kinder und seiner Vorfahren“ gedacht wird, am 23. Januar 1311 im italienischen Mailand die Stadt Greding „im Nordgau“ wieder an den Bischof von Eichstätt zurück, „nachdem er aus beweiskräftigen Dokumenten ersehen habe, dass es seit alters her zur Eichstätter Kirche gehört hatte“. In dieser Urkunde wird Greding erstmals Stadt („oppidum“) genannt und in dieser Urkunde erscheint letztmals der Begriff Nordgau in der bayerischen Geschichte. Die Selbstverwaltung der Stadt Greding ist mit einem Inneren und einem Äußeren Rat 1340 belegt. Das älteste Stadtsiegel Gredings (König mit Krone und Zepter), das von 1341 bis 1400 in Abdrucken überliefert ist, weist auf den einstigen Fränkischen Königshof in Bayern („curie de Bawaria“) hin. Kaiser Ludwig IV., genannt Ludwig der Bayer, beansprucht Greding 1344 für kurze Zeit noch einmal für das Reich. Aber nach Kenntnisnahme der Urkunden Heinrichs IV. und Heinrichs VII. gibt er Greding wieder an den Bischof von Eichstätt zurück. Fürstbischof Albrecht I. von Hohenfels verleiht Greding die Halsgerichtsbarkeit. Unter dem Eichstätter Fürstbischof Friedrich IV. von Oettingen (1383–1415) entsteht 1383 die Stadtmauer mit einer Länge von 1250 Metern, 3 Toren und 20 Türmen. In Greding wird 1384 ein Stadtgericht erwähnt. Der Stadtrichter Götzel Gotzwein/Gößwein spricht im Namen seines Herren, des Heinrich von Morsbach und der Bürger von Greding Recht.

Im Zusammenhang mit einer Meßstiftung 1439 wird in einer Bestätigungsurkunde von Bischof Albrecht erstmals die Grabkirche St. Magdalena genannt.[6] Greding erhält durch Eichstätter Fürstbischof Johann III. von Eych 1446 eine Rats- und Gemeindeordnung. Die Stadt wird in vier Viertel (Falterviertel, Mausviertel, Neuviertel und Agbruckviertel) aufgeteilt, welche jeweils von einem Viertelmeister vertreten wurde . Auf dem Platz der späteren St.-Jakobs-Kirche (heutige Pfarrkirche) entsteht 1448 eine Kapelle. Der Eichstätter Fürstbischof Wilhelm von Reichenau (1464–1496) lässt 1464 das Agbrucktor (Eichstätter Tor), Fürstentor (Beilngrieser Tor) und Faltertor (Hausener Tor, Nürnberger Tor) und die 20 Türme ausbauen und verstärken. In Greding ist 1487 erstmals das Schulwesen belegt.

16. bis 18. Jahrhundert

Im Jahr 1503 wird Greding durch eine große Feuersbrunst über mehrere Tage zerstört: „Fünf und vierzig Heuser sein gefallen dazumal, Vierundvierzig Städl und Zimmer überall; Zween Thorturm und ein kleiner auf dem Rathaus, auch einer aus der Stadtmauer herauß.“ Im Bauernkrieg 1525 nimmt der „Mässinger Haufen“ Greding ein und plündert den Zehentstadel. Pfalzgraf Friedrich II. befreit aber bald danach wieder die Stadt. Der Eichstätter Fürstbischof Johann Konrad von Gemmingen bestätigt Greding 1595 erneut die verliehene Halsgerichtsbarkeit. 1605 wird Greding von der Pest heimgesucht. Die Schweden stürmen im Dreißigjährigen Krieg 1633 die Stadt, plündern sie und brennen das Rathaus, die St.-Jakobs-Kapelle, die Agbruckmühle und die Distelmühle sowie ein Bürgerhaus nieder. 1634 grassiert erneut die Pest in der Stadt und fordert 307 Opfer (215 Einwohner, 92 aus den umliegenden Dörfern). Die Schweden halten sich immer noch im Gebiet um Eichstätt auf.1648 suchen abermals die Schweden Greding heim; die gesamten Kriegsausgaben (einschließlich der Kontribution an die Schweden) belaufen sich auf 18.728 Gulden (zum Vergleich: ein Handwerksanwesen in Greding kostet 300 bis 600 Gulden) ohne die Privatschäden der Bevölkerung. Nach einem fürchterlichen Gewitter 1693 steht das Wasser in Greding bis zu 2,70 Meter hoch. Viele Bewohner retten sich auf ihre Hausdächer. 48 Häuser und „29 Städel“ sind überflutet. Rund 90 Meter des Mauerwerks brechen durch den Wasserdruck aus der Stadtmauer heraus. Es sind zwei Menschenleben und sehr viele „Viecher“ zu beklagen. Der Fürstbischof von Eichstätt gewährt wegen der hohen Schäden den Gredinger Bürgern Steuervergünstigungen. Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell lässt von 1693 und 1696 das fürstbischöfliche Jagdschloss nach den Plänen von Jakob Engel bauen. Fürstbischof Johann Martin von Eyb veranlasst 1699 den Neubau des Gredinger Rathauses. 1701 kommt die Pest wieder in die Stadt und fordert 13 Menschenleben. Der Eichstätter Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli errichtet zwischen 1725 und 1727 die Stadtpfarrkirche St. Jakob, welche 1728 vom Eichstätter Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell die St.-Jakobs-Kirche geweiht wird. Noch einmal 1741 fordert die Pest in Greding 40 Menschenleben und Gabriel de Gabrieli erbaut neben dem fürstbischöflichen Schloss das fürstbischöfliche Jägerhaus, das später als Schule diente. 1770 und 1771 ist eine große Hungersnot in Greding. Das Gredinger Gebiet wird 1796 durch die Franzosen besetzt.

19. Jahrhundert

Im Zuge der Säkularisation 1802 wird das Hochstift Eichstätt aufgelöst. Am 27. November 1802 entpflichtete Fürstbischof Joseph von Stubenberg in seiner Sommerresidenz Greding seine Untertanen. Zwei Tage später ergreift der bayerische Kurfürst Besitz von Eichstätt. Greding kommt durch den Vertrag von Paris (1802) zum Kurfürstentum Salzburg und damit zum Großherzogtum Toskana. 1806 wird Bayern Königreich. Greding wird (zusammen mit Eichstätt) aus dem Kurfürstentum Salzburg-Toskana in das neue Königreich Bayern eingegliedert und dem General-Landeskommissariat Neuburg an der Donau unterstellt. Zwei Jahr später kommt Greding zum bayerischen Altmühlkreis mit Sitz in Eichstätt und 1810 zum bayerischen Oberdonaukreis mit Sitz in Eichstätt. 1809 wird Greding mit Hausen und Mettendorf zu einem Steuerdistrikt zusammengefasst und 1811 wieder aufgelöst.1812 wird das Landgericht Raitenbuch wegen der mangelnden Räume aufgelöst und danach im Fürstenschloss in Greding zusammen mit dem Rentamt untergebracht. Der Oberdonaukreis war der Vorläufer des heutigen Regierungsbezirks Schwaben. Der Sitz des Generalkreiskommissariats für den Oberdonaukreis wird 1817 von Eichstätt nach Augsburg verlegt. Das Gebiet um Eichstätt kommt zum Regenkreis. In der Folgezeit wechseln die Orte Eichstätt, Beilngries und Greding mehrmals zwischen dem Regenkreis (heute Oberpfalz) und dem Rezatkreis (heute Mittelfranken) hin und her. 1818 hatte Greding 912 Einwohner (433 Männer und 479 Frauen) in 174 Häusern und 195 Familien.

1880 wird zwischen Mittelfranken (vormals Rezatkreis) und der Oberpfalz (vormals Regenkreis) die Grenze bereinigt. Greding wird zum 1. Januar 1880 aus dem Bezirksamt Beilngries, das heute größtenteils zum Landkreis Eichstätt gehört, ausgegliedert und zusammen mit dem vor 1880 noch oberpfälzischen Hilpoltstein (damals noch zum Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz gehörig), zum neuen Bezirksamt Hilpoltstein in Mittelfranken vereinigt. Die Lokalbahn von Roth nach Greding (die „Gredl“) wird 1888 eröffnet.

20. Jahrhundert

1929 wurde das Finanzamt Greding, von 1812–1920 als Rentamt bezeichnet wird aufgelöst. Zwischen 1935 und 1938 wird die Reichsautobahn, welche heute als A9 bekannt ist, von München nach Nürnberg mit der Anschlussstelle Greding gebaut. Das Amtsgericht Greding wurde am 1. November 1944 dem Landgericht Nürnberg-Fürth unterstellt und es fanden einmal in der Woche Sprechtage statt. Mit Regierungsverordnung vom 1. Juli 1959 wurden es komplett aufgelöst. Am 14. Februar 1959 wurde die Gendarmerie nach Hilpoltstein verlegt. 1964 wurde die Erprobungsstelle (Wehrtechnische Dienststelle 81) für Fernmeldegeräte und Elektronik von Surendorf nach Greding verlegt. Zuerst war diese im Fürstbischöflichen Schloss eingemietet und später wurde auf auf dem Kalvarienberg Richtung Röckenhofen gebaut. Erster Leiter war der spätere gredinger Ehrenbürger Alfred Forstmeyer. Das Gemeindegebiet von Greding wurde ab 1972 durch die Gebietsreform Gemeinde wesentlich vergrößert und die Gemeinde Greding kam zum Landkreis Roth. Greding ist nach dieser Gebietsreform die südöstlichste Gemeinde von Mittelfranken und grenzt direkt an Oberbayern und die Oberpfalz.[7][8][9]

vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenOrtskern Greding, Panoramablick, September 2013
Eingemeindungen

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Großhöbing und Kaising eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Euerwang, Grafenberg, Hausen, Herrnsberg, Kleinnottersdorf, Kraftsbuch, Landerzhofen, Mettendorf, Obermässing, Österberg, Röckenhofen, Schutzendorf und Untermässing hinzu. Am 1. Juli 1972 folgte Esselberg.[4]

Religionen

Die Bevölkerung der Stadt Greding ist überwiegend römisch-katholisch. Auf dem Gebiet der Gemeinde Greding gibt es folgende Pfarreien, welche alle dem Pfarrverband Greding und dem Dekanat Roth-Schwabach im Bistum Eichstätt angehören:

St. Jakobus, Greding (Filialen: St. Maria Empfängnis, Kaising, St. Thomas, Landerzhofen, St. Peter und Paul, Hausen und St. Johannes der Täufer, Mettendorf (St. Annawallfahrt. Weitere Kirchen in Greding: St. Marin, St. Magdalena))
St. Pauli Bekehrung, Heimbach (St. Martin, Euerwang, St. Andrea, Kraftsbuch, St. Maria Hilf, Linden)
St. Ägidius, Röckenhofen (St. Pankratius Herrnsberg)
St. Johannes Evangelist, Großhöbing (St. Wolfgang, Schutzendorf)
St. Maria Himmelfahrt, Obermässing (St. Stephanus, Österberg, St. Leonhard, Häusern, Stadt Hilpoltstein)
St. Leodegar, Untermässing (St Johannes Evangelist, Lohen, Markt Thalmässing)[10]

Grafenberg und St. Nikolaus, Esselberg liegen im Gemeindegebiet und gehören zur Pfarrei Morsbach, Gemeinde Titting

Die evangelische Kirchengemeinde baute 1967 die Apostelkirche. Sie wurde viele Jahre vom Pfarrer von Offenbau betreut. Mittlerweile ist der Pfarrer von St. Gotthard, Thalmässing, Dekanatsbezirk Weißenburg zuständig.

Politik und Kommunales

Kommunalwahl 2008<[11] 2014<[12]
Wahlbeteiligung: 73,9 % (2008: 78,1 %)

 %50403020100

44,4 %
(+0,5 %p)28,3 %
(+0,9 %p)18,6 %
(-0,6 %p)8,7 %
(-0,8 %p)

CSUFWSPDFDP

20082014
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Die CSU verfügt im Stadtrat über 9, die UWG/FW über 5, die SPD über 4 und die FDP über 2 Sitze. Erster Bürgermeister ist Manfred Preischl (FW), Zweiter Bürgermeister ist Oswald Brigl (CSU) und Dritter Bürgermeister ist Hermann Kratzer (FW).[13]

Bisherige Bürgermeister der Großgemeinde Greding:

1900–1912: Xaver Geyer

1930–1945: Josef Veigele

1946–1960: Franz Karmann

1960–1978: Albert Lux, nebenamtlicher Bürgermeister und Sägewerkbetreiber

1978–1996: Otto Heiß, CSU, Lehrer, Stellvertretender Landrat, VdK-Landkreisvorsitzender

1996–2008: Franz Josef Lerzer, CSU, Beamter im Landratsamt Roth, verhalf der Gemeinde durch die die Veruntreuung von Gemeindegeldern zu trauriger Berühmtheit.[14]

seit 2008: Manfred Preischl

Der kommunale Verwaltungshaushalt 2007 weist Ausgaben in Höhe von 7.947.000 Euro aus, der Vermögenshaushalt umfasste im gleichen Jahr 4.232.000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist aufgrund positiver Konjunkturentwicklungen von 863 auf 786 Euro gesunken. Für die nächsten Jahre sind Investitionen von rund 10 Millionen Euro geplant, vor allem in kommunale Einrichtungen, die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung.

Ein aktuelles kommunalpolitisches Projekt ist die Renaturierung der Schwarzach, verbunden mit der Anlage eines 4500 Quadratmeter großen Stadtweihers in Bauträgerschaft des Bezirks Mittelfranken, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In den über 900 Jahren Stadtgeschichte entstanden einige Sehenswürdigkeiten.

Rathaus
Bauwerke
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Greding
Siehe auch: Burgruine Hofberg
Rathaus
Der Vorläuferbau wurde im Dreißigjährigen Krieg 1633 von schwedischen Soldaten niedergebrannt. 1699 entstand der jetzige barocke Bau mit dem Wappen des Fürstbischofs Johann Martin von Eyb (1697–1704) in der Fassade. Architekt war wahrscheinlich Hofbaumeister Jakob Engel aus Eichstätt.
Katholische Stadtpfarrkirche St. Jakob
Kirche St. Jakob von innen mit Seitenaltären
Die heutige Stadtpfarrkirche wurde 1725 bis 1728 erbaut, nachdem der Vorgängerbau, eine Jakobskapelle, im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt worden war. Die Kirchweih führte Fürstbischof Franz Ludwig Schenk von Castell am 17. Oktober 1728 durch, Die Seitenaltäre stammen aus der Eichstätter Jesuitenkirche, der Hauptaltar aus dem Kloster Rebdorf.
Ehemaliges fürstbischöfliches Jägerhaus
Das frühere Forsthaus beherbergt die Raiffeisenbank. Es wurde 1741, wahrscheinlich unter Leitung des Hofarchitekten der Fürstbischöfe, Gabriel de Gabrieli, erbaut. Das Wappen über dem Eingang steht für Johann Anton II. Freiherr von Freiberg.
Fürstbischöfliches Jagdschloss
Schloss
Das Jagdschloss wurde 1696 unter Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell (1685–1697) von Hofbaumeister Jakob Engel erbaut, wie die Inschrift am Gebäude belegt. Es diente als Sitz der städtischen Verwaltung und als Wohnsitz bei Jagdveranstaltungen des Fürstbischofs. Das Schloss ist heute in Privatbesitz.
Stadtmauer
Stadtmauer mit Turm
Greding verfügt über einen fast vollständig erhaltenen Mauerring aus dem 14. Jahrhundert mit 18 Türmen und 3 Toren. Dieser Ring umfasst weiträumig das Stadtgebiet und zieht sich über die umgebenden Anhöhen.
Romanische Basilika St. Martin
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt steht im Nordwesten auf einer Anhöhe am Fuße des Kalvarienbergs, umgeben von einem engen Kirchhof und der Stadtmauer. Diese Enge dürfte dazu geführt haben, dass im Untergeschoss der ehemaligen Michaelskapelle neben der Kirche – wahrscheinlich im 12. Jahrhundert – ein Ossarium, der sogenannte Karner, eingerichtet wurde, der die Gebeine von etwa 2500 Verstorbenen enthält. St. Martin ist als dreischiffige romanische Hallenkirche mit drei Apsiden am Chor angelegt, eine für die Region typische Bauform. Sie dürfte aufgrund der Lage und der engen Verbindung zur Stadtmauer Kern oder Ausgangspunkt der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung gewesen sein.
HochaltarAus dem 11. Jahrhundert stammen die untersten fünf Geschosse des Turmes. In der Frühgotik wurde der Turm um ein Stockwerk erhöht. Die Ähnlichkeit des Turms mit dem des Doms zu Eichstätt ist augenfällig. Zum Turm gehörte eine kleinere, einschiffige Kirche.[15] Die anderen Gebäudeteile der romanischen Basilika wurden Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Die Kirchweihe erfolgte durch Bischof Otto (1182-1196). Der spätgotische Hochaltar stammt aus dem Jahr 1480. Es zeigt den Gekreuzigten an dessen Kreuz Maria Magdalena kniet und darunter die Grablegung (Beweinungrelief) mit Maria Magdalen, Joseph von Arimathäa, Nikodemus, einer weiteren Frau, Maria, die Mutter Jesu, und Johannes. Die beiden Letzteren wurden als Rokkoskulpturen (um 1780) neben das Kreuz gestellt.
Rechts neben dem Hauptaltar steht eine spätgotische Marienfigur mit Jesuskind aus dem Jahr 1510. Diese stand zuvor in St. Jakobus.
1588 wurden die Seitenwände bemalt. Zuvor wurde der Turm um ein Stockwerk und das Seitenschiffe erhöht und große Fenster im südlichen Seitenschiff eingebaut. In den Heiligrechnungen des Amtes Greding finden sich regelmäßig Ausgaben für die weitere Ausgestaltung der Kirche im frühen 18. Jahrhundert: 1703 wurde der Kreuzaltar abgebrochen und acht Stühle wurden für die Ratsverwandten und die Geistlichen gefertigt. Philipp Detter malte ein Skabell am Hochaltar, am Kreuzaltar ein Gewölk und ein doppeltes Antependium. Schreiner Wolf Eckerle macht 1712 ein Schild für das Kruzifix und vier Zieraten. 1715 Cocordius Hartmann aus Eichstätt repariert die Uhr und Anreas Stadlmeyer aus Greding schnitzt zwei Altarleuchter, welche von Philipp Detter in Silber und Gold gefasst wurden. 1717 macht Seidl einen Beichtstuchl [15]
HauptapsisDes Weiteren sind einige Gemälde, Fresken und Wandbemalungen sehenswert. Die Bemahlung in der Apsis stammt aus dem 12. Jahrhundert und zeigt Christus auf einem Regenbogen thronend in einer Mandela als Weltenherrscher mit Reichsapfel in der linken Hand und mit der Rechten segnend. In den vier Kreisen links und rechts sind Adler, Engel, Löwe und Ochse als Zeichen für die vier Evangelisten dargestellt.

Stankt Martin teilt den Mantel. Aus dem 15. Jahrhundert
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenSt. Martin, Panoramama Blick, September 2013
Wallfahrtskirche Maria Hilf im Gemeindeteil Linden, 1728 geweiht, mit Arma-Christi-Kreuz.
Museen
ArchäologieMuseum Greding
Hauptattraktion ist die rekonstruierte Grablegung von fünf Kriegern („Fürsten von Höbing“) aus der Zeit um 720 n. Chr. Aufgrund der gefundenen Kleidungsreste (Goldborten) und Waffen werden sie zum bajuwarischen Hochadel der damaligen Zeit gerechnet[16].
(Abteilung Prähistorische Funde und Exponate der Höhlenforschung im Moment wegen Umbauarbeiten geschlossen)
Zur Sammlung gehören Jura-Fossilien und andere prähistorische Funde sowie Exponate zur Höhlenforschung im Altmühltal. Ein weiterer Aspekt sind Exponate zur Heimatkunde.
Sparkassenmuseum
Ausstellung zur Geschichte der Sparkasse mit alten Büroeinrichtungen und -maschinen sowie Not- und Inflationsgeld.
Natur
Naturschutzgebiet Bach und Schluchtwald bei Untermässing
Naturschutzgebiet Kuhbachtal bei Hausen
Geschützter Landschaftsbestandteil und Geotop Heinrichsgraben
Veranstaltungen

Jedes Jahr findet am ersten Wochenende im September auf dem Marktplatz der Gredinger Trachtenmarkt statt. Mit rund 10.000 Besuchern gehört er zu den bedeutendsten Märkten seiner Art in Deutschland.

Technik
Würzburg-Riese, Exponat in Greding
Radargerät „Würzburg-Riese“: Auf dem Kalvarienberg vor dem Eingang der Wehrtechnischen Dienststelle 81 ist ein solches Radargerät ausgestellt. Von ehemals 1500 dieser damals hochmodernen Radargeräte aus dem Zweiten Weltkrieg sind nur sehr wenige erhalten geblieben.
Sport
Aero-Club
Fischereiverein Greding Schwarzachtal e. V.
Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Greding
Skiclub Greding
Tanzsportclub Greding
Tennisclub Grün-Weiss
Turn- und Sportverein

Durch Greding führt die Radstrecke der Challenge Roth.

Wirtschaft und Infrastruktur

Für Greding hat der Tourismus eine große wirtschaftliche Bedeutung, die Gemeinde gab für das Jahr 2009 rund 57.000 Übernachtungen an. 29 Betriebe mit 574 Betten bieten entsprechende Dienstleistungen an. Hinzu kommen aufgrund der nahen Autobahn und der Radtouristen zahlreiche Tagesgäste; das umfangreiche gastronomische Angebot fällt im Ortsbild ins Auge. Greding liegt im Ausflugsbereich der Städte (Nürnberg ~58 km und Ingolstadt ~36 km).

Im gewerblichen Bereich sind Burgbad ehemals KAMA-Möbelwerk (1998: 255 Mitarbeiter, 82 Millionen DM Umsatz), die Kirschner Maschinen- und Metallbau GmbH, die TBG Transportbeton GmbH & Co Franken KG und Trendstore sowie diverse kleine Handwerksbetriebe zu nennen.

Größter Arbeitgeber der Stadt ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit seiner WTD auf dem Kalvarienberg.

Einmal jährlich findet der Gredinger Trachtenmarkt statt.

Seit 2013 verfügt Greding über einen Imagefilm, der die Attraktivität unterschiedlichster Seiten der Stadt darstellt.[17]

Verkehr

Die A 9 führt von Nordwesten nach Süden durch das Gredinger Stadtgebiet. Im Südwesten des Hauptortes befindet sich die Anschlussstelle 57.

Unter Porsche-Fahrern galt es in den 1980er-Jahren als eine besondere Herausforderung, die lang gestreckte Kurve der A 9 mit Vollgas zu durchfahren. Der Legende nach geht dies auf ein Interview mit dem Rennfahrer Walter Röhrl zurück, in dem der Ausdruck „Greding geht voll!“ geprägt wurde.

Vom 1. Juni 1888 bis zum 28. Mai 1972 verband die Bahnstrecke Roth–Greding den Ort mit der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg. Die Züge wurden nach dem Endbahnhof Gredl benannt. Seitdem verbanden mehrere Buslinien Greding mit den Städten und Gemeinden im Umland. Mit der Eröffnung des Regionalverkehrs auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München am 10. Dezember 2006 wurde der Busverkehr angepasst, um den Ort an die Bahnhöfe Allersberg (Rothsee) und Kinding (Altmühltal) anzuschließen. Die Schnellfahrstrecke verläuft westlich der Stadt im 7,7 Kilometer langen Euerwangtunnel.

Medien

Die lokale Berichterstattung erfolgt in der Hilpoltsteiner Zeitung und der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, Heimatausgaben der Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung, sowie dem Hilpoltsteiner Kurier, einer Regionalausgabe des Donaukuriers.

Bildung

Es gibt in Greding eine Volksschule (Grund- und Mittelschule). Im selben Gebäude ist eine staatliche Wirtschaftsschule untergebracht, welche mit der Berufsschule Eichstätt zusammenarbeitet. Dort angeschlossen ist der Kinderhort Sonnenblume. Im Ortsteil Obermässing gibt es eine Grundschule. In Greding gibt es eine Volkshochschule. In Greding gibt es zwei Kindergärten, der von der katholischen Kirchenstiftung Greding (Kindertagesstätte St. Martin) und vom evangelischen Kirchenvorstand Greding betrieben wird. Von den Kirchenstiftungen in Obermässing und in Röckenhofen wird ebenfalls ein Kindergarten betrieben.

Söhne und Töchter der Stadt
Jutta Appelt (* 1939), deutsche Politikerin (CDU)
Anton Biersack (1907–1982), deutscher Komponist
Basilius Binder (1910–1947), Benediktiner und Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät in Salzburg
Christian Heiß (* 1967), deutscher Kirchenmusiker
Johannes Hirschberger (1900–1990), deutscher katholischer Theologe, Philologe, Philosophiehistoriker und Philosoph
Julius Kopp (1823–1892), bayerischer Politiker (Patriotenpartei)
Personen in Verbindung mit Greding
Fredl Fesl (* 1947), niederbayerischer Musiker und Sänger, verbrachte einige Jahre in Greding
Patrick Lange (* 1981), deutscher Dirigent, wuchs in Greding auf
Marina Schuster (* 1975), Politikerin (FDP), seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages, wuchs in Greding auf

Literatur
Peter Honig: Die urnenfelderzeitliche Siedlung von Greding-„Rohrmeierkeller“. Lkr. Roth, Faustus Vlg, 2001, ISBN 3-933474-12-4.
Franz Heiler: Bildung im Hochstift Eichstätt zwischen Spätmittelalter und katholischer Konfessionalisierung. Reichert Vlg., 1999, ISBN 3-89500-029-9.
Lukas Werther: Mensch und Umwelt im Früh- und Hochmittelalter – Archäologische Forschungen im Schwarzachtal; in: Heimatkundliche Streifzüge – Schriftenreihe des Landkreises Roth; Heft 31; Hilpoltstein 2012; S. 80–86.
Toni Benz: Greding mit seinem Umland – eine der „curie de Bawaria“ – im Spannungsfeld der deutschen und bayerischen Geschichte; in: Sammelblätter des Historischen Vereins von Eichstätt; Band 125; 103. Jahrgang; Eichstätt 2011; S. 51–156.
Ottokar Wagner: Greding – zwischen zwei Jahrtausenden; Hilpoltstein 1990; S. 244 ff.
Weblinks
 Commons: Greding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Greding – Reiseführer
 Wikisource: Greding in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
Eintrag zum Wappen von Greding in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Greding: Amtliche Statistik des LfStat (PDF; 1,24 MB)