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Geschichte
Reste eines Römischen Grabdenkmals (rechts) mit Darstellung aus heutiger Sicht (links) aus dem 2. Jahrhundert im Umstädter Heimatmuseum. Funde aus der Groß-Umstädter Stadtkirche in den Resten einer villa rustica.
Altsteinzeit und Antike Periode
Die römischen „Traubensteine“ in der Stadtkirche

Aus der Gemarkung sind urgeschichtliche Spuren, schon seit der Altsteinzeit, bekannt. Um 125 n Chr. wurde im Rahmen der römischen Besiedlung des rechtsrheinischen Teiles der Provinz Germania superior die Civitas Auderiensium mit dem Hauptort Dieburg (Med…) gegründet. Eine planmäßige Besiedlung und Romanisierung des Gebietes begann in der Folge. Um den zentralen Markt- und Verwaltungssitz wurden landwirtschaftliche Güter angelegt. Das Hauptgebäude einer solchen villa rustica wurde unter der heutigen Stadtkirche ergraben, Plätze weiterer römischer Landgüter im heutigen Stadtgebiet sind bekannt. Die Villae Rusticae bestanden bis zu den Alemanneneinfällen gegen Ende des dritten Jahrhunderts (Limesfall). Das weitere Geschehen bis zur urkundlichen Ersterwähnung 450 Jahre später liegt noch im Dunkel der Geschichte. Alamannische und spätere fränkische Gräber, besonders im Bereich zwischen heutigem Sitz der Sparkasse und dem Bahnhof deuten auf eine fortbestehende Siedlung im Bereich des Stadtgebietes hin. Auch der Bau der Kirche im Kernbereich der ehemaligen Villa Rustica spricht für eine kontinuierliche Besiedlung, zumindest aber für eine bewusste Anknüpfung an die vorhergehende Ansiedlung.

Frühmittelalter

Nachdem die Franken das Gebiet der Alemannen erobert hatten, legten sie zur Sicherung der Verwaltung Königshöfe an. Ein solcher ist nun auch für Umstadt sicher. Von hier wurde die Umstädter Mark verwaltet, die nicht nur das gesamte heutige Stadtgebiet samt Stadtteilen umfasste, sondern auch die Gemeinden Otzberg, Höchst (Odw.), Breuberg und Schaafheim. Umstadt bestand zu diesem Zeitpunkt als Marktflecken mit Kirche und Grafensitz. Groß-Umstadt wurde im Jahre 741 erstmals urkundlich als Autmundisstat[2] erwähnt. Der Name Autmundisstat deutet auf eine Stätte des Autmundis (Edmund?) hin, andere Erklärungen versuchen, römische Namenstraditionen nachzuweisen: Autmundis = ad montes (an den Bergen), was die Topographie Umstadts aus Richtung Dieburg gesehen, beschriebe. 766 erlangt das Kloster Fulda den Besitz der Umstädter Mark, zu der auch Groß-Umstadt gehörte. 985 gibt es hier, urkundlich belegt, drei Kirchen, Mühlen und Weinberge, die dem Kloster gehören.

Spätmittelalter
Die Zehntorte im Amt Umstadt im 15. und 16. Jahrhundert mit ihren verschiedenen späteren Zugehörigkeiten
Das Wambolt’sche Wappen zwischen Nord- und Südbau des Wambolt’schen Schlosses in Groß-Umstadt

Im Rahmen des allgemeinen Aufschwungs im Hohen Mittelalter besitzt Umstadt seit mindestens 1263 Stadtrechte und wurde mit einer Stadtmauer versehen. Kleine Reste finden sich vor allem nordwestlich des Darmstädter Schlosses und können am Pfälzer Schloss nachverfolgt werden, die sich beide direkt an der Stadtmauer befanden.

Konrad IV. von Hanau hatte sich für seine Wahl zum Fürstabt des Klosters Fulda 1373 hoch verschuldet. Das hatte gleich nach seinem Regierungsantritt die Konsequenz, dass er versuchte, die eingegangenen Schulden aus dem Reichsstift Fulda zu refinanzieren. Schon 1374 verpfändet er deshalb die Veste Otzberg, die Stadt Hering und Anteile an der Stadt Umstadt für 23.875 fl. an seinen Neffen, Ulrich IV. von Hanau. Andere Teile wurden von der Kurpfalz übernommen, es entsteht ein Kondominat. Baulich dokumentiert sich das in zwei Schlossbauten: Das Hanauer Schloss, entstanden aus der ersten Wasserburg in der Nordostecke der Stadt und das Pfälzer Schloss in der Südwestecke. Dazwischen entstanden die Adelshöfe der Burgmannen. Davon überflügelte der Sitz der Familie Wambolt von Umstadt bald die beiden Schlösser der Stadtherren.

Frühe Neuzeit
Die Umstädter Elle am Rathaus, datiert 1604
Kupferstich von Matthäus Merian aus Band 5 „Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum“ der Topographia Germaniae erschienen 1645. Das Bild zeigt „Umbstatt

1504 eroberte Landgraf Wilhelm II. von Hessen, der Mittlere, im Landshuter Erbfolgekrieg und im Auftrag des römisch-deutschen Königs Maximilian I. die Stadt. Da in der Auseinandersetzung die Pfalz und das mit ihr verbündete Hanau unterlagen, hielt Wilhelm II. von Hessen die Stadt zunächst besetzt, und erst der Reichstag zu Worms 1521 klärte die Verhältnisse wieder. Das Ergebnis ist erneut ein Kondominat, diesmal zwischen Hessen und der Pfalz. Hanau schied aus, erhielt dafür 12.000 Gulden und mehrere Ortschaften aus der Zent Umstadt, nämlich Harpertshausen, Kleestadt, Langstadt und Schlierbach.[3]

Unter der gemeinsamen Herrschaft von Hessen und der Pfalz entwickelt sich bis kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg eine wirtschaftliche Hochblüte der Stadt. Ausdruck ist u. a. das bis heute erhaltene Rathaus, das ab 1596 erbaut wird und eine verstärkte militärische Befestigungsanlage zur Sicherung der Stadt. Die starke Befestigung mit Bastionen verhinderte zwar eine größere Zerstörung, doch litt die Bevölkerung unter Not und Entbehrungen in den Kriegswirren und der dadurch verbundenen Infrastruktureinbußen, nicht zuletzt auch durch die Bevölkerungsdezimierung der großen Pest der Jahre 1634 bis 1636 [4] geriet die Stadtentwicklung ins Hintertreffen. Der bis dahin aufstrebende Verwaltungssitz Umbstatt steigt zu einer unbedeutenden ländlichen Kleinstadt ab.

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs 1688 wird die Stadt im Dezember durch 600 Mann Dragoner unter Marquis von Barbistere kurzzeitig besetzt und verwüstet.[5]

19. Jahrhundert

1802 übernahm die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt die Gesamtherrschaft über die Stadt. Im danach neu gegründeten Landkreis Dieburg war Umstadt die zweitbedeutendste Stadt: Es war Sitz zahlreicher Ämter und Schulen, des Umstädter Amtsgerichts, der Kreissparkasse und des Kreiskrankenhauses. Ab 1857 musste die Stadt zur Unterscheidung von Klein-Umstadt und Wenigumstadt die Bezeichnung „Groß-Umstadt“ tragen. Nach dem Anschluss an die Odenwaldbahn Hanau – Michelstadt – Eberbach siedelten sich zahlreiche Werkstatt- und Industriebetriebe in der Stadt an.

Von 1839 bis 1931 wurde intensiv Bergbau auf Schwerspat betrieben. Siehe auch: Liste von Bergwerken im Odenwald.

20. Jahrhundert

1933 wählten 60 % der Umstädter die NSDAP, 1938 wurde die Synagoge geschändet und schließlich 1978 gegen den Willen von Ortsbeirat und Kreistag abgebrochen und in den Hessenpark verbracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl an und stieg durch zahlreiche Eingemeindungen auf etwa 22.500. Eine große portugiesische Gemeinde[6] lebt in der Stadt und trägt zu den zahlreichen Festen bei. Die Stadt Groß-Umstadt fällt außerdem durch eine lebhafte Beteiligung der Bürger an Planungsprozessen und Stadtentwicklung (Bürgerhaushalt, lokale Umsetzung der Agenda 21) sowie durch ein reichhaltiges Vereinsleben auf.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Wiebelsbach (am 31. Dezember 1971) und Raibach (am 1. April 1972) auf freiwilliger Basis nach Groß-Umstadt eingegliedert.[7] Am 1. Januar 1977 schlossen sich Groß-Umstadt und die Gemeinden Dorndiel, Heubach, Kleestadt, Klein-Umstadt, Richen und Semd auf Basis des Gesetzes zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt zur neuen Stadt Groß-Umstadt zusammen.[8][9] Für die Kernstadt Groß-Umstadt und die Stadtteile Dorndiel, Heubach, Kleestadt, Klein-Umstadt, Raibach, Richen, Semd und Wiebelsbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen den Gemeindegrenzen vom 30. Dezember 1971.

Historische Namensformen

Historische Namensformen waren (in Klammern das Jahr der Urkunde):[10]

Autmundistat (741) Autmundisstat (766) Autmundisstat (773)
Autmundisstat (822) Omuntesstat (889) Ommuntestat (923)
Ohmestatt (1156) Unnestat, Vnnestat (1261) Unnestat (1288)
maior Omstat (1303) Omistat maior, Omestad (1314) Omstat (1322)
Grozen Omstadt (1329) Ombstad, Omstad (1427) Onstait (1460)
Grozen Omstadt (1451) Omstatt (1462) Ompstat (1465)
Umbstat (1473) Umstatt (1478) VVmbstatt (1547)
Vmbstatt (1556)

Religionen
Die Katholische St. Gallus Kirche von der Realschulstraße aus gesehen.

Die Stadt ist seit der Reformation größtenteils evangelisch. Durch das Kondominat war es lange in eine Evangelisch-lutherische (Hessen-Darmstadt) und eine reformierte (Pfalz) Kirche getrennt. Längst wieder unter dem Dach einer Kirche vereinigt, gehören ihre Mitglieder heute zur Evangelischen Kirche Hessen und Nassau. In der Stadt befindet sich der Sitz des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Es existieren Kirchengemeinden in Groß-Umstadt, Klein-Umstadt mit Raibach und Dorndiel, Kleestadt und Richen und in Semd. Das Diakonische Werk hat eine Außenstelle im Darmstädter Schloss.

Eine Evangelische Freikirche, die Ecclesia Gemeinde, befindet sich im Stadtteil Klein-Umstadt.

Im 18. Jahrhundert etablierte sich wieder eine kleine katholische Gemeinde. Mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit wurde die Stadt vielen Heimatvertriebenen zur neuen Heimat. Mit dem Zuzug vieler portugiesischer Mitbürger (etwa jeder achte Mitbürger der Stadt hat portugiesische Wurzeln) und Aussiedlern aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist wieder eine stabile größere katholische Gemeinde entstanden. Die Pfarrei St. Gallus gehört zum Bistum Mainz. Sie betreut die Kernstadt, sowie alle anderen Ortsteile außer Semd und Wiebelsbach, die einen eigenen Pfarrer haben. Daneben existiert eine Katholisch-Portugiesische Mission.

Einwohnerentwicklung
Groß-Umstadt nach Stadtteilen gegliedert (Stand 2006)
Einwohnerentwicklung von Groß-Umstadt (Stand 2008)

Jahr Einwohnerzahl
(ohne Stadtteile)
800 100
985 200
1465 300
1565 400[11]
1604 1.000
1633 1.058[10]
1634 1.184[12]
1635 1.178[10]
1636 424[13]
1734 1.480
1816 2.780
Jahr Einwohnerzahl
(ohne Stadtteile)
1829 3.050[10]
1845 3.040[14]
1857 2.679[15]
1905 3.580
1910 3.746[14]
1939 3.880[10]
1945 4.500
1946 5.113[14]
1961 6.931[10]
1970 8.704[10]
1990 9.087
Jahr Einwohnerzahl
(nach Eingemeindungen)
(jeweils zum 31. Dez.)
1998 21.175
2000 21.403
2002 21.620
2004 21.724
2006 22.600
2008 22.187
2010 21.852
2012 20.836

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[16] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[17][18]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 37 Sitze SPD: 15 Grüne: 5 FDP: 3 CDU: 8 BVG: 6

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,5 15 43,6 16 42,4 16 45,4 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,7 8 23,8 9 28,1 10 34,2 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,2 5 15,5 6 9,2 3 10,5 4
BVG Bürgervereinigung Groß-Umstadt 16,6 6 13,5 5 17,5 7 10,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,9 3 3,6 1 2,8 1
gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,4 % 50,3 % 46,2 % 51,4 %

Renaissance-Rathaus

Nach zehn Jahren grundsätzlicher Zusammenarbeit der SPD, stärkste Kraft im Stadtparlament, mit der CDU, wird die Stadt seit 2016 durch eine rot-grüne Koalition regiert. Der gewählte Stadtverordnetenvorsteher wird von der SPD Fraktion gestellt, seine fünf Stellvertreter werden jeweils durch ein Mitglied der im Stadtparlament vertretenen Fraktionen repräsentiert.[19]

Magistrat
Bürgermeister Joachim Ruppert
Das Sandsteinwappen der Stadt am Max-Planck-Gymnasium

Der Magistrat spiegelt die Sitzverhältnisse der Stadtverordnetenversammlung wider. Neben dem Bürgermeister (Joachim Ruppert, SPD) gehören dem Rat noch vier Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der CDU und je ein Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, der BVG und der FDP an.

Der Magistrat ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Sie besorgt nach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung im Rahmen der bereitgestellten Mittel die laufende Verwaltung der Gemeinde (Exekutive).

Bürgermeister

Seit dem 1. Januar 2006 ist Joachim Ruppert (SPD) Bürgermeister der Stadt Groß-Umstadt. Er wurde am 14. August 2011 mit 85,1 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Liste der Bürgermeister
1945–1954: Peter Hartmann (SPD) (1888–1969)
1954–1965: Ludwig Wedel (SPD) (1909–1993)
1969–1988: Hugo Seibert (parteilos) (1925–2011)
1988–2005: Wilfried Köbler (SPD)
seit 2006: Joachim Ruppert (SPD)
Wappen

Banner, Wappen und Hissflagge

Blasonierung: In Blau eine bezinnte silberne Mauer, einen Mittelturm und zwei achteckige Seitentürme, jeweils rot bedacht mit goldenem Kreuz und goldenen Knäufen. Zwischen den Türmen rechts das hanauische Wappen (drei rote Sparren in Gold) und links das fuldische Wappen (schwarzes Kreuz in Silber).

Städtepartnerschaften

Zu den beiden schon länger existierenden Partnerstädten, die wie Groß-Umstadt vom Weinbau geprägt sind, kam eine am 17. September 2010 offiziell unterzeichnete weitere Partnerschaft mit der italienischen Stadt Dicomano hinzu:

Saint-Péray, Frankreich, Département Ardèche, seit 1966
Santo Tirso, Portugal, Região Norte, seit 1988[6]
Dicomano, Italien, Metropolitanstadt Florenz, seit 2010[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kulturdenkmäler
Die Evangelische Stadtkirche in Umstadt
Blick in den Innenhof der Museumshofreite mit Blick zum Kuhstall, heute Gaststätte und Vortragsort des Museumsvereins
Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmäler in Groß-Umstadt
Museen

An der Straße in den angrenzenden Stadtteil Raibach befindet sich der ehemalige Gruberhof, der als Heimatmuseum hergerichtet wurde und heute als das Museum und Kulturzentrum der Stadt auch Ort für lokale Veranstaltungen ist. Es wird vom Museums- und Geschichtsverein Groß-Umstadt e. V. betreut und ist eine kommunale Einrichtung.

Bauwerke

Direkt am historischen Marktplatz befindet sich das von 1596 bis 1605 erbaute Renaissance-Rathaus, sowie die auf den Fundamenten einer römischen villa rustica und Vorbauten der Merowinger und Karolinger erbaute evangelische Stadtkirche, deren Turm aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und der Hauptbau aus der Zeit von 1465 bis 1494 stammt, und mehrere Dutzend Einzeldenkmäler in und um die Kirche aufweist. In der Altstadt befinden sich neben zahlreichen Fachwerkhäusern noch sechs von ehemals sieben Schlössern oder Adelshöfen,[21] darunter das Wambolt’sche Schloss im Renaissancestil, das Darmstädter Schloss (ehemals Hanauisches Schloss genannt) mit geringen Resten einer Wasserburg sowie das Pfälzer Schloss (Erdgeschoss mittelalterlich, Obergeschoss von 1806) und das (1963 einem Erweiterungsbau des Gymnasiums gewichene) Curti-Schloss. Dazu zählen noch das Rodensteiner Schloss (auch Rodensteiner Hof genannt), der Heddersdorf´sche und der Gans´sche Adelshof.

Bilder der Altstadt

Fachwerkhäuser in der Schwanengasse

Der Marktplatz mit dem Bietjungfer-Brunnen

Das ehemalige Amtsgericht

Historisches Weinlokal Brücke-Ohl mit Blick Richtung Marktplatz

Fachwerkhäuser zur Weihnachtszeit in der Hanauer Gasse nahe Marktplatz und Darmstädter Schloss

Ehemalige Synagoge
Hauptartikel: Synagoge (Groß-Umstadt)

Die 1874 eingeweihte Synagoge der Jüdischen Gemeinde wurde 1938 innen völlig zerstört und angezündet. 1978 wurde das Gebäude der Synagoge gegen den Willen von Ortsbeirat und Kreistag abgebrochen. Ab 1983 wurde sie im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach wieder aufgebaut und kann dort besichtigt werden.[22]

Erinnerung

Synagoge aus Groß-Umstadt, heute im Hessenpark

Mahnmal mit Menora zur Erinnerung an die alte Synagoge.[23]

Stele mit dem Verzeichnis aller (Groß-)Umstädter Juden die Pogromen und Rassenwahn zwischen 1933 und 1945 zum Opfer fielen

Natur
Das Naturdenkmal Hainrichsberg, ein Kleinwald aus Akazien, Esskastanien, Wacholder und Linden, von der Wein-Einzellage Am Herrnberg und einem Weinlehrpfad umgeben.
Hauptartikel: Liste der Naturdenkmale in Groß-Umstadt
Sport

In Groß-Umstadt gibt es mehrere Sportvereine. Überregional bekannt ist der TV Groß-Umstadt, dessen Männer-Handballmannschaft vor 2010 mehrere Jahre in der Handball-Regionalliga spielte, 2010/11 in der 2. Handball-Bundesliga und von 2011 bis 2017 in der 3. Liga spielte.

Regelmäßige Veranstaltungen

In Groß-Umstadt gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Dazu gehören neben dem Winzerfest und dem Groß-Umstädter Bauernmarkt, der immer eine Woche vor dem Winzerfest stattfindet u. a. das Johannisfest, die Jazzparade und das Klassik Open Air und die Weihnachtsmärkte im Museumshof und zeitlich versetzt auf dem Marktplatz.[24]

Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Unternehmen und Geschäfte

Umstadt als Mittelzentrum hat viele mittlere und kleine Wirtschaftsbetriebe sowie eine rege Einzelhandelsszene mit meist inhabergeführten Geschäften. Im Gewerbegebiet an der Georg-August-Zinn-Straße liegen einige Großmärkte, ein Baumarkt und ein Medic-Center deren Kundenkreise auch aus dem weiteren Umland stammen. Ansässig ist u. a. die auch als Markenname bekannte Resopal GmbH. Das Testzentrum Technik & Betriebsmittel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft befindet sich am Rande der Stadt.

Die Hermes Logistik Gruppe hat in Groß-Umstadt ihre Niederlassung für den Großraum Darmstadt.[25]

Energie
Windpark Binselberg aus nordöstlicher Richtung

Auf dem zum Stadtteil Klein-Umstadt gehörenden Binselberg befindet sich ein aus vier Windkraftanlagen bestehender Windpark. 1999 wurden zwei 97 Meter hohen Fuhrländer FL 1000 mit jeweils 1 MW Nennleistung in Betrieb genommen, die in einem durchschnittlichen Windjahr zusammen 2,9 Mio. kWh Strom erzeugen.[26] Zum Jahreswechsel 2010/2011 wurden diese beiden Anlagen um zwei jeweils 2 MW leistende Enercon E-82 ergänzt. Diese beiden Windkraftanlagen, die über eine Nabenhöhe von 138 Meter sowie einen Rotordurchmesser von 82 Metern verfügen, bis zur Rotorspitze also 179 Meter hoch sind, werden von HSE betrieben und erzeugen pro Jahr ca. 9 Mio. kWh elektrische Energie, entsprechend dem Stromverbrauch von 3000 Haushalten.[27]

In Heubach wird Hessens erste Tiefengeothermie-Anlage betrieben. Hierbei handelt es sich um ein staatlich gefördertes und wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt, zu dessen Grundsteinlegung u. a. die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich erschienen war. Die Gesamtkosten betrugen 700.000 Euro. Die Bohrung, die 800 Meter tief ist, wurde im Juni 2012 fertig gestellt und versorgt seit Anfang 2013 einen mittelständischen Industriebetrieb mit einer Produktions- und Bürofläche von ca. 7400 m² mit Erdwärme. In 800 Metern Tiefe ist das Gestein etwa 38 °C warm, zur Beheizung der Gebäude wird die Temperatur des in einem geschlossenen Kreislauf zirkulierenden Wassers mittels Wärmepumpen angehoben.[28][29][30] Die Jahresarbeitszahl liegt laut HSE bei überdurchschnittlichen 5,7; d.h. mit dem Einsatz einer kWh elektrischer Energie lassen sich 5,7 kWh thermischer Energie gewinnen. Damit liegt er Wirkungsgrad um ca. 40 % über dem durchschnittlicher Wärmepumpen und auch deutlich höher, als von HSE ursprünglich erwartet.[31]

Verkehr
Fahrzeuge des Typs Bombardier Itino im Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach
Schienenverkehr

Groß Umstadt liegt an der hessischen Odenwaldbahn. Die Züge aus Richtung Frankfurt/Hanau halten an den Stationen Groß-Umstadt Wiebelsbach (Umsteigeknoten von/nach Darmstadt), Groß-Umstadt Mitte und Groß-Umstadt Klein-Umstadt und fahren weiter in Richtung Eberbach am Neckar. Zudem ist ein weiterer Haltepunkt Groß-Umstadt Nord geplant. Die Züge aus Richtung Darmstadt nach Eberbach halten am Umsteigepunkt Groß-Umstadt Wiebelsbach.

Linie Strecke Taktfrequenz
RE 85 Frankfurt – Hanau – Groß-Umstadt Wiebelsbach (– Erbach) Zweistundentakt
RB 86 Hanau – Groß-Umstadt Wiebelsbach stündlich (Mo-Sa und So nachmittags), zweistündlich (So vormittags)
RE 80 Darmstadt – Reinheim – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach Zweistundentakt (Mo-Fr)
RB 81 Darmstadt – Reinheim – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (– Eberbach) Zweistundentakt
RB 82 Frankfurt – Darmstadt Nord – Reinheim – Groß-Umstadt Wiebelsbach – Erbach (– Eberbach) Zweistundentakt

Bahnhof Groß-Umstadt Wiebelsbach, Knotenpunkt der Odenwaldbahn
Busverkehr

Außerdem verbinden die Schnellbuslinien 671 und 681 Groß-Umstadt über das Semder Eck mit Dieburg und Darmstadt. Weitere Busverbindungen bestehen Richtung Schaafheim, Otzberg und Münster.

Groß-Umstadt und seine Stadtteile werden durch folgende Buslinien angebunden:

Linie Strecke Bemerkungen
671 Wiebelsbach Sportplatz – Heubach – Groß-Umstadt – Dieburg – Darmstadt Hbf täglich
681 Wiebelsbach Sportplatz – Heubach – Groß-Umstadt – Darmstadt Hbf Montag-Freitag
678 Wiebelsbach Sportplatz – Heubach – Groß-Umstadt – Lengfeld – Reinheim – Nieder-Ramstadt – Darmstadt Hbf täglich, Nachtbuslinie
682 Semd – Klein-Zimmern – Groß-Zimmern – Darmstadt Hbf Montag-Freitag
K67 Schaafheim – Klein-Umstadt – Groß-Umstadt – Otzberg Lengfeld Bf – Habitzheim – Ober-Klingen Montag-Freitag
K68 Mömlingen– Wald-Amorbach – Dorndiel – Raibach – Groß-Umstadt – Semd – Dieburg Montag-Freitag
K69 Wiebelsbach – Heubach – Groß-Umstadt – Semd – Dieburg Montag-Freitag

Außer der Buslinie 682 halten alle Linien an der Haltestelle „Groß-Umstadt Pfälzer Schloss“. Diese ist ein wichtiger Umsteigepunkt in Groß-Umstadt. An Wochenenden fahren ausschließlich die Linien 671 und 678. Alle Fahrten innerhalb von Groß-Umstadt und den Stadtteilen liegen in der Preisstufe 1 nach der Klassifizierung des RMV.

Die Linie K69 besteht seit August 2010 und bedient Groß-Umstadt und die Stadtteile Heubach und Wiebelsbach. Diese wurden zuvor von der Linie K68 bedient.

Straßenverkehr

Die B 45 führt als Umgehungsstraße am Stadtgebiet von Groß-Umstadt vorbei und verbindet den Odenwald mit dem Rhein-Main-Gebiet. Die Stadt ist Teil der Deutschen Fachwerkstraße. Etwa vier Kilometer nordwestlich von Groß-Umstadt in Richtung Dieburg liegt die als autobahngleiche Schnellstraße ausgebaute B 26, die sich hier mit der B 45 kreuzt. Dadurch ist die Stadt auch an Darmstadt (Autobahnen A 67 und A 5) und Aschaffenburg (Autobahn A3) gut angebunden.

Radverkehr

Das Radwegenetz ist gut ausgebaut und beschildert. Alle Ortsteile mit Ausnahme von Raibach und Dorndiel sind mit Radwegen zu erreichen.

Feuerwehr
Freiwillige Feuerwehr
Das heutige Feuerwehrhaus in Groß-Umstadt

Die Geschichte der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Groß-Umstadt geht auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. 1874 angekündigt, gründete sich am 19. Juli 1875 die Freiwillige Feuerwehr Groß-Umstadt mit einer Mannschaftsstärke von 72 Mann.
Zu dieser Zeit waren vier Spritzen im damaligen Spritzenhaus untergebracht, das sich in der heutigen Georg-August-Zinn-Straße an der Stelle des ehemaligen Amtsgerichts befand. Von 1879 bis 1880 wurde ein neues Spritzenhaus an anderer Stelle der Georg-August-Zinn-Straße erbaut. Über die Jahre wieder zu klein, wurde am 1. Juni 1957 das neue Feuerwehrhaus in der Pestalozzistraße bezogen und ist bis heute Standort. 1982 wurde das Feuerwehrhaus durch einen Anbau erweitert und somit zu einem Feuerwehrstützpunkt ausgebaut.[32]
Der Fuhrpark besteht aus elf Einsatzfahrzeugen und drei Abrollbehältern (Stand Dez. 2015).[33] Mehr als 50 Einsatzkräfte sind in der FF der Kernstadt aktiv (Stand Dez. 2015).[34] Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist Groß-Umstadt ein Gefahrgutstützpunkt des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Das Einsatzkonzept des ABC-Zuges beinhaltet neben der FF der Kernstadt auch die Stadtteilfeuerwehren von Kleestadt, Klein-Umstadt und Wiebelsbach.[35]

Neben der Stadtmitte besitzen auch die Stadtteile von Groß-Umstadt eine eigene Freiwillige Feuerwehr.[36]

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Ernst Ludwig Dietrich (* 1897; † 1974 in Wiesbaden), evangelischer Theologe und Orientalist, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (1933 bis 1945)
Wilhelm Dittmar (* 1833; † 1892 in Glasgow) deutsch-britischer Chemiker
Karl Dörr (* 1949), hessischer Politiker (SPD) und ehemaliger Abgeordneter des Hessischen Landtags
Wilhelm Fabricius (* 1857; † 1942 in Marburg an der Lahn), Historiker und Bibliothekar
August Otto Föppl (* 1854; † 1924 in Ammerland), von 1894 bis 1922 Professor für Technische Mechanik und grafische Statik an der Technischen Hochschule München
Otto Frank (* 1865; † 1944 in München), Physiologe
Da Germ (eigentlich René Swain) (* 1969), Rapper (MC)
Emil Hartmann (* 1927; † 2007 in Bremen), Reeder; Inhaber und Gründer der German Tanker Shipping
Johannes Ittmann (* 1885; † 1963 in Gambach), evangelischer Missionar
Wilhelm Ittmann (* 1809; † 1864), Kaufmann und Landtagsabgeordneter
Patrick Koch (* 1976), hessischer Politiker (SPD) und ehemaliger Abgeordneter des Hessischen Landtags
Karl Oesterle (* 1894, † 1965 in Stuttgart), Gewerkschafter (ÖTV) und Politiker (SPD)
Wolfgang Schenkluhn (* 1952), Kunsthistoriker und Hochschullehrer
Holger Schlageter (* 1973), Publizist, Theologe und Psychologe
Christoph Schütz (* 1689; † 1750 in Bad Homburg vor der Höhe) Vertreter des Radikalen Pietismus, Schriftsteller und Liederdichter sowie Gesangbuchherausgeber
Hans Trippel (* 1908; † 2001 Erbach) deutscher Autokonstrukteur („Vater der Amphibienfahrzeuge“), verstrickt in die Verbrechen des Nationalsozialismus
Otto Völzing (* 1910; † 2001 in Neunkirchen (Saar)), deutscher Archäologe
Jens Zimmermann (* 1981), deutscher Politiker (SPD) und seit 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestages
Persönlichkeiten, die in der Stadt lebten oder wirkten
Fritz Gils (* 22. Dezember 1901 in Darmstadt, † 1. Juli 1957 in Groß-Umstadt) war ein deutscher Künstler.
Gerd J. Grein (* 16. Dezember 1944 in Langen) ist ein hessischer Volkskundler, ehemaliger Museumsleiter des Museums Otzberg, ehemaliger Umstädter Kulturamtsleiter und ehrenamtlicher Stadtführer.
Matthias Hermann (* 30. Dezember 1958 in Bitterfeld), deutscher Schriftsteller, lebt und arbeitet seit 1989 in Groß-Umstadt.
Heinrich Klein (* 13. Dezember 1932 in Hergershausen; † 18. Dezember 1989 in Groß-Umstadt), war 1970–1976 Landrat des Landkreises Dieburg und 1976–1989 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Carl Schorlemmer (* 30. September 1834 in Darmstadt; † 27. Juni 1892 in Manchester) war ein deutscher Chemiker, machte eine Lehre in der Lindenbornschen Apotheke zu Umstadt.
Ludwig Wedel (* 9. April 1909 in Griesheim; † 30. März 1993), war 1954–1969 Bürgermeister von Umstadt, ehemaliges Mitglied des Hessischen Landtags, 1959 Mitglied der 3. Bundesversammlung.
Heinrich Bechstein, (* 30. Juni 1841 in Rotenburg an der Fulda; † 27. November 1912 in Groß-Umstadt), Orgelbauer, war ab 1872 in Umstadt tätig.
Kurt Biedenkopf (* 28. Januar 1930 in Ludwigshafen), deutscher Politiker (CDU), legte 1949 das Abitur am Max Planck Gymnasium ab.
Sonstiges
Zentrum von Groß-Umstadt von einem der Weinberge aus; im Hintergrund der Stadtteil Semd
Groß-Umstadt verfügt über eine lange Tradition im Weinbau (nachweislich mindestens seit dem 10. Jahrhundert). Die Stadt bezeichnet sich gerne als „Odenwälder Weininsel“ und gehört zum Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße, Bereich Umstadt.
Eines der frühsten Kriegsdenkmäler zum Gedenken der Gefallenen und Kriegsschauplätze wurde 1462 an der Stadtkirche angebracht.
Eine der ersten Bürgerinitiativen in Südhessen verhinderte 1782 die Verunstaltung des Rathauses.
Im Dorf Semd (heute Teil von Groß-Umstadt) hielt sich ab 1800 oft und gerne der Räuber Schinderhannes auf. Dort pflegte er seine Beziehungen zu den Odenwald-, Spessart- und sogar zu den Wetterauer Gaunern und Räubern. Im Mai 1802 verprügelte der Schinderhannes im „Gasthof zum Engel“ in Semd den späteren Odenwald-Räuber Johann Adam Heusner, der 1814 in Darmstadt hingerichtet wurde.[37]
Die acht Stadtteile haben in Summe etwa die gleiche Einwohnerzahl wie die Kernstadt selbst.
Literatur
Johannes Sommer: Das Renaissance-Rathaus in Groß-Umstadt. Eine Dokumentation zu Entstehung und Bewahrung des Bauwerks 1600–1991. (= Die Blauen Bücher). Königstein i. Ts. 1993, ISBN 3-7845-5800-3.
Johannes Sommer (Hrsg.): Dreizehn Jahrhunderte Kirche in Groß-Umstadt. Mit Beiträgen von H. M. Balz, Chr. Borck, J. Courtin, F. Krebs, M. Reith, S. Scholz, J. Sommer u. S. Volp. (= Die Blauen Bücher). Königstein i. Ts. 1993, ISBN 3-7845-5802-X.
Literatur über Groß-Umstadt in der Hessischen Bibliographie
Literatur von und über Groß-Umstadt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Weblinks
 Commons: Groß-Umstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Groß-Umstadt – Quellen und Volltexte
Offizielle Website der Stadt Groß-Umstadt
Groß-Umstadt auf den Webseiten des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Groß-Umstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Gruberhof Hofreite, Museum und Kulturzentrum der Stadt
Winzerfest Groß-Umstadt (Webseite der Stadt)
Kult- & Kultur-Veranstaltungsportal der „Odenwälder Weininsel“ Groß-Umstadt mit der Hymne auf die Stadt
Linkkatalog zum Thema Groß-Umstadt bei curlie.org (ehemals DMOZ)