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Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert

Erste menschliche Anwesenheit hat es auf dem Stadtgebiet Heidenheims im Abri Heidenschmiede schon vor etwa 70.000 Jahren gegeben, eine dauerhafte Besiedelung gab es aber erst ab etwa 1300 v. Chr. Umfangreiche Siedlungsreste sind vor allem im Gewann Fürsamen aus der Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. sowie der Hallstatt- und Latènezeit erhalten geblieben.

In römischer Zeit ab etwa 85 n. Chr. befand sich in Heidenheim das Kastell Aquileia mit über 1000 berittenen Soldaten. Die dort stationierte Einheit, die ala II flavia milliaria wurde später, vermutlich im Jahre 159 n. Chr., weiter nördlich nach Aalen verlegt. Das Kastell Aquileia bildete zunächst den östlichen Endpunkt des sogenannten Alblimes. Doch schon bald entstand an diesem strategisch wichtigen Ort und Schnittpunkt von fünf Römerstraßen auch eine Zivilsiedlung, eine der größten römischen Städte im heutigen Baden-Württemberg. Funde belegen eine besiedelte Fläche von mindestens 15, wenn nicht 20 Hektar. Außerdem wurden unlängst bei Ausgrabungen die Reste eines repräsentativen römischen Verwaltungsgebäudes gefunden, dessen genaue Funktion noch nicht voll geklärt ist (Stand Mai 2005). Aufgrund ihrer Größe, ihrer Lage und weiterer Hinweise war Aquileia vermutlich Hauptort eines römischen Verwaltungsbezirks (vgl. Civitas). Seit 233 griffen Alamannen wiederholt die römischen Grenzbefestigungen (Obergermanisch-Raetischer Limes) an. Die Aufgabe des Limes durch die Römer 260 brachte das Ende des römischen Heidenheim. In welchem Umfang römische Bevölkerungsteile unter der neuen, alemannischen Herrschaft weiterexistierten, ist unklar, dass dies der Fall war, ist sehr wahrscheinlich.

Über das Aquileia/Heidenheim der Völkerwanderungszeit wissen wir nichts. Doch schon im 8. Jahrhundert wird Heidenheim dann erstmals (wieder) urkundlich erwähnt. Die Gründung der mittelalterlichen Stadt geht mit dem Bau des Schloss Hellenstein einher. Stadtmauern wurden abschnittsweise 1190 und 1420 errichtet. Das Marktrecht wurde der Stadt 1356 von Kaiser Karl IV verliehen bzw. bestätigt. Über die Herrschaft der Grafen von Helfenstein kam die Stadt 1448 an Württemberg. 1462 bis 1504 gehörte die Stadt vorübergehend zu Bayern. Später gehörte sie für kurze Zeit zu Ulm. Sie war in württembergischer Zeit stets Sitz eines Amtes, das bis 1803 eine Exklave des Herzogtums Württemberg darstellte. Die damaligen territoriale Zugewinne Württembergs stellten dann die direkte Verbindung zum Hauptteil des Landes her. 1807 wurde das Amt Heidenheim zum Oberamt erhoben (Oberamt Heidenheim), aus dem 1938 der Landkreis Heidenheim hervorging, der bei der Kreisreform 1973 kaum verändert wurde.

Bereits im Jahr 1590 existierte in Heidenheim ein funktionstüchtiges Wasserversorgungssystem. Es wurde Quellwasser aus der Brunnenmühlenquelle in einen Hochdruckbehälter in der Nähe des Schlosses gefördert, womit das Gebiet der heutigen Altstadt versorgt wurde.[6]

Die Entwicklung von Dorf und Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht ist vor allem auf Abbau und Verhüttung von Bohnerzvorkommen zurückzuführen, die bereits in der Römerzeit ausgebeutet wurden. Die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs schwand jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts durch die große Konkurrenz zunächst aus Wasseralfingen und dann dem Rheinland. Es kam allmählich zur Industrialisierung.

Heidenheim im Königreich Württemberg in 1897
20. und 21. Jahrhundert

Auch in der Herstellung von Stoffen erlangte Heidenheim Bedeutung. Der auf der Ostalb angebaute Flachs wurde zu Leinwand verarbeitet. Mit dem Import von Baumwolle Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die Textilindustrie ihren Anfang, die jedoch durch die internationale Konkurrenz nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung verloren hat. 1920 entluden sich wirtschaftliche Spannungen in den Protestaktionen des Heidenheimer Kirschenkriegs.

Bereits 1925 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Heidenheim die 20.000-Einwohner-Grenze. 1935 wurde Heidenheim nach der Deutschen Gemeindeordnung zum Stadtkreis erklärt, blieb aber weiterhin Teil des Oberamtes bzw. ab 1938 des Landkreises Heidenheim.

Im Zweiten Weltkrieg war zwischen Oktober 1941 und November 1942 der Polizeischule oberhalb der Stadt ein Außenlager des KZ Dachau mit 50 Häftlingen angegliedert. Von Dezember 1944 bis April 1945 war darin ein 20-köpfiges Arbeitskommando des KZ Natzweiler-Struthof untergebracht, das Dienste für das ab 1944 in der Polizeischule untergebrachte SS-Helferinnenkorps der Waffen-SS leisten musste.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Heidenheim zwei DP-Lager eingerichtet, und zwar in der ehemaligen Polizeischule, auf deren Gelände das KZ-Außenlager existiert hatte, und – ab Oktober 1945 – in der Voithsiedlung, die von der deutschen Wohnbevölkerung dafür vollkommen geräumt werden musste. Es handelte sich dabei hauptsächlich um polnische, 1946 fast nur noch um jüdische Displaced Persons. Die Lager, in denen zeitweise bis zu 2620 Personen lebten, wurden im August 1949 aufgelöst.

1948 wurde Heidenheim zur unmittelbaren Kreisstadt und am 1. April 1956 mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung zur Großen Kreisstadt erklärt. Am 19. Oktober 1957 erhielt der Stadtname offiziell den Zusatz an der Brenz.

Durch die Eingliederung von zwei Nachbargemeinden im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre erreichte Heidenheim seine heutige Gebietsausdehnung.

1984 fanden in Heidenheim die Heimattage Baden-Württemberg statt. Im Dezember 2003 erlangte Heidenheim bundesweite Bekanntheit, als vor einer Diskothek in der Innenstadt drei jugendliche Spätaussiedler von einem Neonazi erstochen wurden. Mit Hilfe der Stadt initiierten Jugendliche als Reaktion darauf das Projekt Bekennt Farbe, das verschiedene Aktionen gegen Gewalt durchführt.

Darüber hinaus wurde Heidenheim 2006 mit der Austragung der Landesgartenschau bekannt.

Stadtentwicklung

Kupferstich von Matthäus Merian (Topographia Sueviae, 1643/1656)

Heidenheim im Jahr 1804, Gemälde von Friedrich Weber

Stadtansicht auf einer Postkarte aus dem Jahr 1902

Blick über Heidenheim, 2007

Religionen

Die Bevölkerung von Heidenheim gehörte ursprünglich zum Bistum Augsburg und war dem Kapitel Heidenheim unterstellt. Schon ab 1524 drang durch Ulm die Reformation in die Stadt. Da die Stadt damals zu Württemberg gehörte, wurde die Reformation ab 1535 durch Herzog Ulrich weiterbetrieben, so dass Heidenheim über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt war. In jener Zeit wurde die Stadt Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Heidenheim), dessen Dekanatskirche heute die Pauluskirche (erbaut 1897) ist. Die erste Pfarrkirche Heidenheims war jedoch die Peterskirche auf dem Totenberg, eine ursprünglich romanische Kirche, die mehrfach umgebaut wurde und heute als Friedhofskirche dient. Im 16. Jahrhundert wurde die Michaelskirche Pfarrkirche der Stadt. Diese Kirche wurde um 1200 erbaut, 1578 neu ausgestattet und 1621 durch einen Anbau erweitert. Der Turm wurde 1687 erneuert, der Anbau 1767 nochmals vergrößert. Mit dem Bau der Pauluskirche 1897 wechselte der Sitz des Dekans. Die Michaelskirche blieb jedoch bis heute weiterhin Predigstelle der Paulusgemeinde.

Im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der Bevölkerung Heidenheims zu, so dass weitere Gemeinden gegründet wurden. Es entstand 1958 die Christusgemeinde (Kirche von 1956), die Johannesgemeinde (Kirche mit Gemeindezentrum von 1963), 1972 die Waldkirchengemeinde (Kirche von 1975, doch hatte die Gemeinde bereits seit 1926 ein Holzkirchlein), die Versöhnungskirchengemeinde und die Zinzendorfgemeinde. Diese sechs Gemeinden der Kernstadt bilden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Heidenheim. Auch in den Stadtteilen Mergelstetten und Schnaitheim wurde infolge der frühen Zugehörigkeit zu Württemberg die Reformation eingeführt. Daher gibt es in diesen beiden Stadtteilen jeweils eine evangelische Kirchengemeinde und eine eigene Kirche. Mergelstetten war zunächst Filiale von Bolheim, wurde aber 1700 eine eigene Pfarrei. Die heutige Kirche wurde 1843 anstelle der zwei Jahre zuvor abgebrannten Kirche errichtet. Die Schnaitheimer Kirche wurde im 17. Jahrhundert neu gebaut, doch hatte der Ort bereits vorher eine Kirche, die 1344 erstmals erwähnt wurde. Oggenhausen gehörte kirchlich zunächst zu Zöschingen und blieb zunächst katholisch. Im 17. Jahrhundert setzte sich aber auch hier der Protestantismus durch. Danach wurde der Ort von Nattheim aus versorgt, bis er 1834 eine eigene Pfarrei bekam. Die Dorfkirche wurde 1732 anstelle einer Kapelle erbaut. Großkuchen blieb infolge der Zugehörigkeit zur Herrschaft Öttingen katholisch. Das Kloster Neresheim hatte die Nutznießung der Dorfkirche. Die heute nach Großkuchen zugewanderten Protestanten werden von Schnaitheim aus versorgt. Alle evangelischen Gemeinden im Heidenheimer Stadtgebiet gehören zum Dekanat Heidenheim innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Ferner gibt es in Heidenheim Altpietistische Gemeinschaften. Anfang 2001 wurde in Heidenheim die Gemeinschaftsgemeinde Brückengemeinde gegründet. Diese Gemeinde, die der Evangelischen Landeskirche angeschlossen ist, will vor allem kirchenferne Menschen aktiv missionieren.

Michaelskirche Schnaitheim

Katholiken gibt es in Heidenheim erst wieder seit dem 19. Jahrhundert. Für sie wurde 1882 eine eigene Kirche St. Maria gebaut. 1886 wurde eine eigene Pfarrei gegründet. Eine zweite Kirche, die Dreifaltigkeitskirche, wurde 1961 erbaut und 1962 zur Pfarrei erhoben. In Mergelstetten wurde 1957 die Christkönigkirche erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Alle drei Gemeinden bilden heute die Seelsorgeeinheit 3 innerhalb des Dekanats Heidenheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Schnaitheim wurde 1951 die St. Bonifatiuskirche erbaut und 1961 zur Pfarrei erhoben. Die Kirche St. Petrus und Paulus in Großkuchen wurde bereits 1736 auf den Grundmauern einer älteren Kirche erbaut. Zur Pfarrei gehört auch Kleinkuchen, doch gibt es dort eine Kirche St. Ulrich, die 1517 und 1746 neu erbaut wurde. Beide Pfarreien (St. Bonifatius und St. Peter und Paulus) bilden zusammen mit der Nachbargemeinde Mariä Himmelfahrt Königsbronn die Seelsorgeeinheit 2. Die Katholiken aus Oggenhausen gehören zur Kirchengemeinde Zum heiligsten Herzen Jesu Nattheim (Seelsorgeeinheit 1), die ebenfalls zum Dekanat Heidenheim gehört.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Heidenheim auch verschiedene Freikirchen, darunter die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Immanuelgemeinde, die Evangelische Chrischona-Gemeinde, die Ecclesia-Gemeinde und die Volksmission entschiedener Christen e. V.

Weitere Gemeinschaften sind: die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas und die Christengemeinschaft. Es gibt auch zwei Moscheen, eine in der Voithsiedlung und eine in der Weststadt.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Einwohnerentwicklung von Heidenheim an der Brenz

Jahr Einwohner
1600 ca. 800
1700 1.055
1764 1.576
1803 1.711
1843 2.941
1861 3.762
1. Dezember 1871 5.167
1. Dezember 1880 ¹ 6.229
1. Dezember 1890 ¹ 8.001
1. Dezember 1900 ¹ 10.510
Jahr Einwohner
1. Dezember 1910 ¹ 17.780
16. Juni 1925 ¹ 19.363
16. Juni 1933 ¹ 21.903
17. Mai 1939 ¹ 27.178
1946 34.694
13. September 1950 ¹ 40.142
6. Juni 1961 ¹ 48.792
27. Mai 1970 ¹ 50.292
31. Dezember 1975 49.943
31. Dezember 1980 48.585
Jahr Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 47.753
31. Dezember 1990 50.532
31. Dezember 1995 52.527
31. Dezember 2000 51.181
31. Dezember 2005 49.626
31. Dezember 2010 48.164
9. Mai 2011 ¹ 46.085
31. Dezember 2015 48.048

¹ Volkszählungsergebnis

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden wurden nach Heidenheim an der Brenz eingegliedert:

1910: Schnaitheim (mit Aufhausen)
1937: Mergelstetten
1. Januar 1971: Oggenhausen[8]
1. Juli 1974: Großkuchen (mit Kleinkuchen, Nietheim und Rotensohl)[9]
Wappen der eingemeindeten Gemeinden

Schnaitheim Mergelstetten Oggenhausen Großkuchen

Politik
Gemeinderat
Rathaus (Bildviertel rechts-unten, Blick von Schloss Hellenstein)

In Heidenheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Heidenheim hat nach der letzten Wahl 34 Mitglieder (vorher 35). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[10] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009

Kommunalwahl 2014

 %403020100

30,15 %21,53 %20,94 %18,09 %6,23 %3,06 %n. k.

CDUSPDGrüneFWLinkeDKPFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4

+0,65 %p
-0,97 %p+1,54 %p+3,29 %p+0,53 %p-0,94 %p-4,0 %p
CDUSPDGrüneFWLinkeDKPFDP

CDU CDU 30,15 11 29,5 11
SPD SPD 21,53 7 22,5 8
GRÜNE GRÜNE 20,94 7 19,4 7
FW Freie Wähler 18,09 6 14,8 5
LINKE Die Linke 6,23 2 5,7 2
DKP Deutsche Kommunistische Partei 3,06 1 4,0 1
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1
gesamt 100,0 34 100,0 35
Wahlbeteiligung 38,41 % 40,7 %

Bürgermeister

An der Spitze der Stadt Heidenheim an der Brenz stand in württembergischer Zeit der herzogliche Vogt als Vorsitzender des Gerichts. Später leitete ein Obervogt, dann ein Oberamtmann oder Schultheiß als Vertreter des Herzogs das Gericht. Ab 1802 gab es zwei Bürgermeister und zwölf Beisitzer. 1819 leitete ein Stadtschultheiß die Stadt. Ihm stand seit 1822 ein Gemeinderat zur Seite. Seit 1907 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Oberbürgermeister Ilg bei einer Rede auf dem Rathausplatz im September 2005

Stadtoberhäupter in Heidenheim an der Brenz seit 1819:

1819–1833: Georg Jakob Heinrich Mack
1833–1859: Gottfried Völter
1859–1866: Friedrich Winter
1866–1867: Friedrich Wehrle
1867–1877: Carl Greiner
1877: Carl Bunz, Amtsverweser
1877–1878: Louis Junginger
1878–1902: Christian Friedrich Schlagentweith
1902–1903: Wilhelm Lösch
1903–1935: Eugen Jaekle
1935: Gustav Müller
1935–1945: Rudolf Meier
1945: Paul Schwaderer
1945–1946: Werner Plappert
1946–1948: Werner Kliefoth
1948–1956: Karl Rau
1956–1957: Ernst Langensee, Amtsverweser
1957–1969: Elmar Doch
1969–1993: Martin Hornung
1993–2000: Helmut Himmelsbach
Seit 2000: Bernhard Ilg

Wappen und Flagge

Blasonierung: „In Gold ein bärtiger Heidenkopf mit rotem Gewand, blauem Kragen und rotem Heidenhut mit blauer Krempe.“

Das früheste bekannte Stadtsiegel zeigt den „redenden“ Heidenkopf und – in der Umschrift – die „mindere Zahl“ 86. Die Letztere muss, da der betreffende Abdruck von 1538 stammt, vor allem aber auf Grund stilistischer Kriterien, auf das Jahr 1486 bezogen werden. Jüngere Siegel mit Renaissancedekor tragen merkwürdigerweise die Jahreszahl 1356. Farbige Abbildungen, die sich von dem figurengleichen Wappen des bayerischen Markts Heidenheim bei Gunzenhausen(1556) unterscheiden, sind seit dem Ende des 16. Jahrhunderts belegt. Nach Angabe des Bürgermeisteramts wurde die Flagge bereits lange Zeit vor der Einführung der Deutschen Gemeindeordnung am 1. April 1935 geführt.[11]

Flagge: Rot-Blau

Städtepartnerschaften
Clichy (Frankreich), seit 1958
Sankt Pölten (Österreich), seit 1968
Newport (Wales), seit 1981
Sisak (Kroatien), seit 1988
Döbeln (Sachsen), seit 1991
Iglau (Tschechien), seit 2002

Städtefreundschaften:

Qianjiang (Volksrepublik China), seit 1994

Patenschaften:

Iglauer Sprachinseln (Jihlava und Umgebung; Tschechien), seit 1957
Wirtschaft und Infrastruktur

Heidenheim ist traditionell stark industriell geprägt. Im Jahr 2006 waren 43,2 % der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im produzierenden Gewerbe tätig. Größter regionaler Arbeitgeber ist Voith (Maschinenbau) mit ca. 4500[12] Arbeitsplätzen. Weitere Industrien sind Verbandsstoffe (Hartmann Gruppe), Verpackungsmittel (Carl Edelmann), Elektronik (Osram, Epcos), Schwenk Zement und eine Reihe mittelständischer Unternehmen. Ferner haben die Carl-Zeiss-Stiftung und auch die IHK Ostwürttemberg hier ihren Sitz.

Verkehr
Regionalexpress im Heidenheimer Bahnhof

Die Stadt liegt an der Brenzbahn Aalen–Heidenheim–Ulm und gehört dem Heidenheimer Tarifverbund an. Im Stadtgebiet versorgen mehrere Buslinien der HVG den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Durch die nahegelegene A 7 mit eigener Ausfahrt sowie die durch Heidenheim führenden B 19 und B 466 besteht eine gute Anbindung an das deutsche Fernstraßennetz.

Rund 20 Kilometer nordöstlich von Heidenheim liegt der Flugplatz Aalen-Heidenheim. Er wird nicht im Linienverkehr angeflogen.

Der Hohenlohe-Ostalb-Weg führt als Fernradweg von Rothenburg ob der Tauber über die Ostalb nach Ulm an die Donau.

Öffentliche Einrichtungen

Heidenheim an der Brenz verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört sowie über ein Finanzamt und ein Notariat. Ferner ist die Stadt Sitz des Landratsamts Heidenheim.

Die Stadt ist Sitz eines Dekans im Evangelischen Kirchenbezirk Heidenheim, der der Evangelischen Landeskirche in Württemberg innerhalb der Prälatur Ulm zugeordnet ist. Das katholische Dekanat Heidenheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart hat in der Stadt ebenfalls seinen Sitz.

Medien

In Heidenheim erscheinen als Tageszeitungen die Heidenheimer Zeitung und die Heidenheimer Neue Presse. Wöchentlich erscheinen am Mittwoch das Anzeigenblatt Neue Woche sowie am Sonntag die Heidenheimer Sonntagszeitung als Gemeinschaftsausgaben der beiden Tageszeitungen. Der Verlag der Heidenheimer Tageszeitungen veröffentlicht zudem monatlich das Jugendmagazin Noise und vierteljährlich das Magazin Daheim. Außerdem erscheint als eigenständiges Anzeigenblatt an jedem Mittwoch die WochenZeitung aktuell Heidenheim.

Auf Schloss Hellenstein betreibt der SWR eine Sendeanlage für vier seiner UKW-Hörfunkprogramme und das Fernsehprogramm Das Erste. Vom Funkturm am Schmittenberg(48° 41′ 1″ N, 10° 9′ 39″ O48.68361111111110.160833333333) werden die Hörfunkprogramme Radio Ton (104,2 MHz), Deutschlandradio Kultur (100,8 MHz) und Deutschlandfunk (94,0 MHz) abgestrahlt.

Bildung
Schiller-Gymnasium in der Heidenheimer Oststadt

In Heidenheim gibt es die Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, fünf allgemeinbildende Gymnasien (Hellenstein-, Max-Planck-, Schiller-, Werkgymnasium und die Freie Waldorfschule Heidenheim), drei Realschulen (Adalbert-Stifter- und Eugen-Gaus-Realschule sowie die staatlich anerkannte Realschule der Freien Evangelischen Schule (FES)), drei berufliche Gymnasien (Technisches, Ernährungswissenschaftliches, Sozialwissenschaftliches und Wirtschaftsgymnasium), zwei Förderschulen (Christophorusschule, Ostschule), zwei Grund- und Werkrealschulen (Hirscheckschule Schnaitheim und Westschule), eine Gemeinschaftsschule (Friedrich-Voith-Schule) sowie sechs selbständige Grundschulen (Bergschule, Grundschule Großkuchen, Grundschule Oggenhausen, Grundschule Reutenen, Mittelrainschule Schnaitheim und Rauhbuchschule) und eine Grund- und Förderschule (Silcherschule Heidenheim).

Der Landkreis Heidenheim ist Schulträger der Beruflichen Schulen (Technische Schule – Heid Tech, Kaufmännische Schule und Maria-von-Linden-Schule – Hauswirtschaftliche Schule) sowie der Arthur-Hartmann-Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten.

Die privaten Schulen Abendrealschule Heidenheim e. V., Freie Evangelische Schule Heidenheim e. V. (Grund- und Realschule), Freie Waldorfschule Heidenheim, Karl-Döttinger-Schule (Sonderschule, Sonderberufs- und Berufsfachschule), Königin-Olga-Schule (Heimsonderschule mit Schulkindergarten für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche mit mehreren Behinderungen der Nikolauspflege Stuttgart), Private Berufsfachschule Dr. Engel, Schulkindergarten für Geistigbehinderte der Lebenshilfe und der inklusiven Kindertagesstätte Villa Kunterbunt für Kinder mit und ohne Behinderung der Konrad-Biesalski-Schule (Betrieb der Reha-Südwest Ostwürttemberg-Hohenlohe gGmbH) runden das schulische Angebot in Heidenheim ab.

Sport

Der größte Fußballverein der Stadt, der 1. FC Heidenheim, spielt seit der Saison 2014/2015 in der 2. Bundesliga. Sein Heimstadion ist das ehemalige Albstadion auf dem Schlossberg, die heutige Voith-Arena. Das Stadion fasst 15.000 Zuschauer.[13] Am 17. September 2014 fand mit dem WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen Irland erstmals ein Länderspiel in Heidenheim statt.

Der größte Sportverein Heidenheims ist der Heidenheimer SB. Er bietet zahlreiche Sportarten an. Des Weiteren gibt es einen Tennisclub, den TC Heidenheim.

Heidenheim hat eine Fechtsport-Tradition, die Athleten sind erfolgreich bei nationalen und internationalen Wettkämpfen: eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen, acht Weltmeistertitel, sieben Europameisterschaften und 146 deutsche Meisterschaften.

Einen weiteren sportlichen Höhepunkt bietet der seit 2003 jährlich stattfindende Heidenheimer Sparkassen-Stadtlauf. Er unterteilt sich in einen Halbmarathon und einen Zehn-Kilometer-Lauf. Außerdem gibt es Skaterläufe über 10 und 21,1 Kilometer.

Der Baseballclub der Stadt, die Heidenheim Heideköpfe, wurde 2009 und 2015 Deutscher Baseballmeister. Der Spielort der Heideköpfe, der New Heideköpfe Ballpark, war im Sommer 2010 einer von drei Spielorten der Baseball-Europameisterschaft 2010.

2007 fand in Heidenheim der DFB-Futsal-Cup statt.

Die Stadtverwaltung Heidenheim betreibt zwei Freizeitbäder, das HellensteinBad aquarena auf dem Galgenberg und das am westlichen Ortsrand gelegene Waldfreibad.

2014 fanden im HellensteinBad aquarena die Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen statt.[14]

Seit 2012 findet jedes Jahr Anfang Oktober die ADAC Rallye Baden-Württemberg[15] mit ihren Wertungsprüfungen in und um Heidenheim statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Schloss Hellenstein
Schloss Hellenstein

Das bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Hellenstein, von dem aus man einen weiten Blick über Heidenheim und seine Umgebung hat. Sehenswert ist auch der zugehörige Schlosspark. In dessen direkter Umgebung befindet sich das Naturtheater, welches zur Hälfte in eine Waldlichtung hinein erbaut ist, sowie der Naturpark/Wildpark „Eichert“.

In der Innenstadt befinden sich die evangelische Michaelskirche (alte Pfarrkirche der Stadt), das Elmar-Doch-Haus, das Untere Tor, die Villa Waldenmaier, der Bürgerturm Türmle, die Webersiedlung, die Heidenschmiede, das Alte Eichamt und die alte Peterskirche (heute Friedhofskirche).[16] Das 1913/14 im Jugendstil erbaute Konzerthaus bildet den südlichen Abschluss der Innenstadt.

An weiteren evangelischen Kirchen in der Kernstadt gibt es die Evangelische Pauluskirche (erbaut 1895–1898, heutige Haupt- und Dekanatskirche), die Christuskirche (1956/57), die Waldkirche (1972) sowie die Johannes- und die Versöhnungskirche. Die katholische Pfarrkirche St. Maria wurde 1882/83 erbaut. 1961 folgte der Bau der katholischen Dreifaltigkeitskirche.

In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen:

Mergelstetten: Evangelische Kirche, 1843 von Carl Alexander Heideloff; katholische Christkönigkirche von 1957
Schnaitheim: Evangelische Kirche aus dem 17. Jahrhundert; katholische Kirche St. Bonifatius von 1951
Oggenhausen: Evangelische Kirche von 1732
Großkuchen: Katholische Kirche St. Petrus und Paulus; 1736 auf den Grundmauern einer älteren Kirche erbaut
Kleinkuchen: Katholische Kirche St. Ulrich, 1517 und 1746 neu erbaut

Ein bedeutendes Industriedenkmal ist die Großturbinenhalle des Maschinenbau-Unternehmens Voith von 1924.

Auf dem Schlossberg, nur wenige Meter von Schloss Hellenstein entfernt, befindet sich das 2009 erbaute Kongresszentrum.

Museen
Im Schloss Hellenstein befindet sich das Museum für Kutschen, Chaisen und Karren, eine Außenstelle des Landesmuseums Württemberg.
Das Museum Schloss Hellenstein im Schloss Hellenstein zeigt Exponate der Historischen Museen der Stadt.[17]
Im Museum im Römerbad werden Funde aus römischer Zeit ausgestellt.
Das Kunstmuseum in einem ehemaligen öffentlichen Hallenbad im Jugendstil veranstaltet Wechselausstellungen und zeigt als Dauerausstellung die weltweit größte und umfassendste Sammlung von Picasso-Plakaten.
Das „Mitmachmuseum“ Welt der Sinne im alten Forstamt
Galerie des Kunstvereins im Bürgerturm „Türmle“
Gedenkstätten
Beim Wohngebiet „Zanger Berg“ befindet sich ein umstrittenes Denkmal für den zur NS-Zeit zum Generalfeldmarschall ernannten Erwin Rommel. Es wurde 1961 eingeweiht.[18] Im Jahre 2011 wurde an dem Denkmal eine erklärende Zusatztafel angebracht.
Im Stadtteil Schnaitheim erinnert seit 1971 die Georg-Elser-Anlage mit Gedenkstein und einer Tafel mit Porträt und den Lebensdaten an den Hitler-Attentäter Georg Elser, der aus der Arbeiterbewegung kommend als Einzelkämpfer den von ihm vorhergesehenen Krieg mit der Tötung Hitlers verhindern wollte.
Seit 1985 wird mit einer Gedenktafel zwischen Busbahnhof und Rathaustreppe 15 namentlich genannter Opfer der NS-Gewaltherrschaft gedacht.
Im Stadtgebiet wurden 2006, 2009 und 2013 von dem Berliner Künstler Gunter Demnig mehrere Stolpersteine verlegt, die an das Schicksal von Heidenheimer Bürgern erinnern sollen, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden. Die würfelförmigen Betonquader mit beschrifteter Messingplatte sind Bestandteil des größten dezentralen Mahnmals der Welt. Sie sind vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer bündig in den Gehweg eingelassen.
Kulturlandschaft

Bei Heidenheim befinden sich die Heidenheimer Kohlplatten, wo seit 1833 Holzkohle hergestellt wird. Diese Köhler-Platten befinden sich auf dem Härtsfeld, Gemarkung Großkuchen-Rotensohl. Eine Kohlplatte ist eine in der Mitte leicht erhöhte runde Erdplatte, auf die ein Kohlemeiler gebaut wird. Auf dem Härtsfeld und auf dem Albuch gibt es mehrere verlassene Köhler- oder Kohlplatten. Ein Parkplatz an der Autobahn A 7 heißt Heidenheimer Kohlplatten. Als Hinweis auf die noch tätige Köhlerei bei Rotensohl gibt es zwischen den Anschluss-Stellen Heidenheim und Aalen/Oberkochen ein dreieckiges Warnschild mit der Aufschrift „Achtung Rauch“.

Sternwarte

Die Sternwarte liegt auf ca. 500 m Höhe in Heidenheim-Mergelstetten auf dem Erbisberg. Es ist eine Volkssternwarte, die vom Astronomieverein Heidenheim betrieben wird. Sie wurde am 30. September 2006 eingeweiht, ist die einzige Sternwarte im Landkreis Heidenheim und kann von Schülern und Amateur-Astronomen genutzt werden. Seit April 2008 befindet sich dort auch ein Sonnenteleskop. In der Sternwarte finden Führungen und astronomische Vorträge statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich finden die Opernfestspiele Heidenheim im Schloss Hellenstein statt. Sie entstanden aus den früheren Schlossserenaden. Ferner gibt es jährlich Freilichtspiele im Naturtheater Heidenheim. Das Sassetheater in Heidenheim-Schnaitheim ist eine Dauereinrichtung.

Im zweijährigen Rhythmus (das letzte Mal im Juni 2008) fand der Heidenheimer Schäferlauf statt. Er wurde 1723 vom württembergischen Herzog Eberhard Ludwig gestiftet. Es handelte sich um die alljährliche Zusammenkunft der Schäfer aus Heidenheim und Umgebung. Dabei gab es jeweils ein Fest mit Festlauf und Krönung eines Schäferkönigspaares. Bis 1828 wurde der Schäferlauf abgehalten, dann folgte eine Pause bis 1922. Dann wurde er bis 1952 fünfmal abgehalten, und seit 1972 gehörte er wieder zum regelmäßigen Kulturprogramm der Stadt.
Außerdem findet alle drei Jahre die „Kontakta“ statt. Diese Verbrauchermesse wird hauptsächlich von Ausstellern wie Handwerkern, Dienstleistern etc. aus der Region beschickt.

Sportliche Höhepunkte sind die Heidenheimer Fechtertage Ende März mit der Auslobung des Heidenheimer Pokals (gilt als das schwerste Degeneinzelturnier der Welt) und des Coupe d’Europe (Top-Mannschaftsturnier), das seit dem Jahre 1992 immer im Frühjahr jährlich ausgetragene Internationale Heidenheimer Schwimmfest in der Aquarena sowie der Heidenheimer Stadtlauf, der immer am ersten Sonntag im Juni jeden Jahres stattfindet.

Außerdem findet seit 1996 jährlich (im Mai bzw. Juni) die Heidenheimer Musiknacht statt. In den Kneipen und Gaststätten der Innenstadt spielen bis zu 30 Bands und Gruppen. Dieses Konzept stammt aus Heidenheim und war Vorbild für andere Städte, welche ebenfalls jährlich Musiknächte austragen. Somit fand 1996 in Deutschland die erste Musiknacht in Heidenheim statt.

Regelmäßig gibt es zudem die Heidenheimer Museumsnacht, zuletzt 2007, 2009 und 2012. Bei der Museumsnacht werden an einem Samstag im Herbst (i. d. R. im Oktober) alle Museen im Heidenheimer Stadtgebiet ab 18 Uhr bis in die Nacht geöffnet und sind mit einer allgemein gültigen Eintrittskarte bzw. einem Bändel zu betreten. Besucher können zwischen den Museen in der Innenstadt und den Museen auf Schloss Hellenstein mit zwei historischen Bussen kostenlos pendeln. In den Museen selbst werden Führungen, aber auch besondere Aktionen wie Konzerte, Filmvorführungen, Lesungen etc. angeboten.

Alle drei Jahre fand das Bildhauersymposion Heidenheim statt, bei dem Bildhauer Kunstwerke in den Unternehmungen Heidenheims aus den in dem jeweiligen Betrieb verwendeten Materialien Kunstwerke erschufen. Das letzte derartige Symposion fand im Juli 2013 statt und wurde vom Bildhauersymposion Heidenheim e. V. veranstaltet.

Landesgartenschau

Vom 12. Mai bis zum 3. Oktober 2006 fand in Heidenheim die Landesgartenschau Baden-Württemberg statt. Das Gelände der Gartenschau, der Brenzpark, wurde nach Umbauarbeiten im April 2007 wieder für die Öffentlichkeit eröffnet. Viele Attraktionen sind erhalten geblieben, eine ganzjährige Öffnungszeit ist vorgesehen. Ein geringes Eintrittsentgelt wird erhoben.[19]

Kriminalität

Zwischen Februar 1967 und August 2012 betrieb das Land Baden-Württemberg in der Helmut-Bornefeld-Straße im Stadtzentrum die Justizvollzugsanstalt Heidenheim. In der ersten Jahreshälfte 2014 wurde der Gebäudekomplex abgerissen.[20] Auf dem Gelände entsteht bis 2017 das neue Gebäude der Stadtbibliothek Heidenheim.[21]

Die Kriminalitätsrate in Heidenheim lag 2010 bei 4752 Straftaten ohne Verkehrsdelikte, was 3604 Delikten pro 100.000 Einwohnern entspricht. Die Aufklärungsquote lag bei 57,6 Prozent. Den überwiegenden Anteil an Delikten machten Diebstähle mit 1655 Delikten bei 36,8 Prozent Aufklärungsquote und den geringsten Anteil Straftaten gegen das Leben mit vier Delikten aus, wovon eines, der Mordfall Maria Bögerl, bislang unaufgeklärt blieb. 77,8 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren Deutsche. Der Anteil an Jugendkriminalität lag bei 32 Prozent.[22]

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Heidenheim an der Brenz hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1907: Josef Weiss, Fabrikdirektor
1908: Friedrich von Voith, Geheimer Kommerzienrat
1915: Hermann Poppe, Geheimer Kommerzienrat
1919: Friedrich Pfenning, Fabrikant
1922: Eugen Gaus, Lehrer am Hellenstein-Gymnasium
1928: Eugen Jaekle, Oberbürgermeister
1955: Hanns Voith, Unternehmer
1967: Kurt Bittel, Archäologe und Hochschullehrer
1983: Hugo Rupf, Unternehmer
1984: Eugen Loderer, Vorsitzender der IG Metall
1993: Martin Hornung, Oberbürgermeister
2004: Michael Rogowski, Vorsitzender des BDI
Söhne und Töchter der Stadt
Erwin Rommel, 1942
Gerhard Thiele
Walter Kasper
Jacob Ramminger (1535–1606), württembergischer Schreiber, Konstrukteur mathematisch-astronomischer Instrumente und Kartograph
Sebastian Ramminger (1560/1570–1617), württembergischer Maler
Ferdinand von Pistorius (1767–1841), württembergischer Hofrat und Landtagsabgeordneter
Gustav von Horn (1807–1886), Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter
Heinrich Voelter (1817–1887), Erfinder und Papierfabrikant.
Paul Müller (1843–1906), Bildhauer der Eberhardgruppe im Stuttgarter Schlossgarten
Albert Hartmann (1846–1909), Fabrikant
Eugen Sapper (1858–1912), Chemiker
Alfred Meebold (1863–1952), Botaniker, Schriftsteller, Anthroposoph
Paul Ziegler (1874–1956), Magistratbaurat in Flensburg (Deutsches Haus)
Hanns Voith (1885–1971), Unternehmer
Erwin Rommel (1891–1944), Generalfeldmarschall, Vater von Manfred Rommel
Georg Rau (1892–1964), Politiker (NSDAP), Reichstagsabgeordneter
Franz Weiß (1892–1985), katholischer Pfarrer und Widerstandskämpfer in der NS-Zeit
Theodor Musper (1895–1976), Kunsthistoriker und Museumsdirektor
Hermann Mohn (1896–1958), Mundartdichter und Heimatforscher
Friedrich Degeler (1902–1989), Küfermeister in Heidenheim, Träger des Bundesverdienstkreuzes, Landtagsabgeordneter und Präsident der Handwerkskammer Ulm
Helmuth Uhrig (1906–1979), Bildhauer, Maler, Holzschnitzer, Glasgestalter, gestaltete ca. 100 Kirchen in Deutschland, Kunstbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Kurt Bittel (1907–1991), Archäologe und Vorsitzender des Deutschen Archäologischen Instituts
Ewald Fünfer (1908–1995), Experimentalphysiker und Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
Heinz Bittel (1910–1980), Physiker, Ordinarius an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, deren Rektor 1963/64
Dieter Oesterlen (1911–1994), Architekt in Hannover
Joachim Lell (1916–1993), evangelisch-lutherischer Theologe
Eugen Loderer (1920–1995), IG-Metall-Vorsitzender von 1972 bis 1983
Margarete Hannsmann (1921–2007), Schriftstellerin
Paul Gnaier (1926–2013), Fechter und Sportfunktionär
Alfred Gunzenhauser (1926–2015), Volkswirt, Galerist und Kunstsammler
Gerhard Braun (1932–2016), Flötist, Komponist und Hochschullehrer in Karlsruhe
Hans-Dieter Krebs (1932–2016), Publizist und Historiker
Walter Kasper (* 1933), Kurienkardinal in Rom und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen im Vatikan
Wolfgang Wieland (1933–2015), Philosoph, Arzt und Professor Emeritus für Theoretische Philosophie an der Universität Heidelberg.
Thomas Mauch (* 1937), Kameramann, Drehbuchautor, Filmregisseur und Produzent
Dieter Goal (1938–2013), Jazzmusiker
Erich Kolb (* 1938), Handballspieler, Weltmeister 1966
Peter Schwerdtner (1938–2006), Jurist, Universitäts-Professor in Bielefeld ab 1972
Werner Grau (* 1939), Bürgermeister
Heribert Kalchreuter (1939–2010), Jagdwissenschaftler und Wildbiologe
Hans Robert Hansen (* 1941), deutsch-österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsinformatiker
Christa von Thurn und Taxis (* 1941), Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes
Barbara Scholkmann (* 1941), Professorin für Archäologie des Mittelalters an der Universität Tübingen
Günter Haas (* 1944), Schriftsteller
Jutta Kammann (* 1944), Schauspielerin
Wolf-Ernst Reif (1945–2009), Paläontologe und Evolutionsbiologe
Wolfgang Kopp (* 1945), Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr
Uwe Zellmer (* 1946), Lehrer, Theatermacher, Autor, spielt auch selbst Theater; zusammen mit Bernhard Hurm Gründer des Theaters Lindenhof in Melchingen
Horst Blankenburg (* 1947), Fußballspieler, in den 1970ern bei Ajax Amsterdam
Hans-Joachim Ruckhäberle (1947–2017), Theaterregisseur und Dramaturg
Ernst Wolf (* 1948), Maler
Peter Paul Weinert (1948–2012), Landrat des Westerwaldkreises
Manfred Neun (* 1950), Unternehmer und Präsident der European Cyclists’ Federation (ECF)
Günther Reger (* 1951), Maler und Musiker
Hartmut Schoen (* 1951), Regisseur, Drehbuchautor und Produzent
Peter Staengle (* 1953), Literaturwissenschaftler
Gerhard Thiele (* 1953), Astronaut
Susanne Breit-Keßler (* 1954), Oberkirchenrätin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit dem Titel Regionalbischöfin
Hans Wolfgang Roth (* 1955), Maler und Kunstlehrer
Klaus Wagenleiter (* 1956), Pianist
Hans-Joachim Zwiesler (* 1957), Mathematiker und Hochschullehrer
Bernhard Wimmer (* 1958), Bildhauer und Installationskünstler
April Hailer (* 1959), Schauspielerin
Barbara Schaefer (* 1961), Journalistin und Autorin
Michaela Konrad (* 1962), Provinzialrömische Archäologin
Sabine Pemsel-Maier (* 1962), römisch-katholische Theologin
Arnd Schmitt (* 1965), Fechter und Olympiasieger
Stefan Schweikert (* 1965), Autor
Olaf Schönborn (* 1967), Jazzmusiker
Marcus R. Bosch (* 1969), Dirigent und Generalmusikdirektor
Joachim Spatz (* 1969), Physiker und Hochschullehrer
Ralf Bißdorf (* 1971), Fechter
Hoss Power (* 1971), Sänger und Rhythmusgitarrist von The BossHoss
Silke Eberhard (* 1972), Jazzmusikerin
Frank Schmidt (* 1974), Fußballtrainer
Patrick Findeis (* 1975), Schriftsteller
Maximilian Hecker (* 1977), Sänger
Carsten Niederberger (* 1979), Moderner Fünfkämpfer und Staffelweltmeister 2002
Birgit Thumm (* 1980), Volleyball-Nationalspielerin
Chefket (* 1981), Rapper und Sänger
Felix Niederberger (* 1983), Kunstradfahrer beim RSV Nattheim und Weltmeister 2007 im Zweier in Winterthur/Schweiz
Michael Stegmayer (* 1985), Fußballspieler (derzeit für Darmstadt 98)
Joachim G. Glöckler (* 1985), Fußballspieler in der Behindertenfußball-Bundesliga (aktuell MTV Stuttgart 1843)[23]
Jonas Niederberger (* 1986), Kunstradfahrer beim RSV Nattheim und Weltmeister 2007 im Zweier in Winterthur/Schweiz
Bernd Nehrig (* 1986), Fußballspieler (derzeit für den FC St. Pauli)
Ufuk Budak (* 1990), Fußballspieler (derzeit für Gaziantep BB und die aserbaidschanische Fußballnationalmannschaft)
Moritz Heuberger (* 1991), Politiker (derzeit Sprecher der Grünen Jugend, der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen)
Kevin Lankford (* 1998), Fußballspieler
Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben
Georg-Elser-Gedenkstein im Ortsteil Schnaitheim
Friedrich Christoph Oetinger (* 2. Mai 1702 in Göppingen; † 10. Februar 1782 in Murrhardt), Theologe, Theosoph und Pietist, wirkte von 1743 bis 1746 in Heidenheim im evangelischen Pfarramt Schnaitheim.
Johann Gottlieb Meebold (* 28. August 1796 in Sulz am Neckar; † 21. September 1871 in Heidenheim), seit 1822 in Heidenheim, 1828 Mitbegründer der Württembergischen Cattunmanufactur, Wegbereiter der industriellen Textilherstellung in Deutschland.
Eugen Gaus (* 28. April 1850 in Fridingen an der Donau; † 30. April 1934 in Heidenheim) war ein heimatkundlich engagierter Lehrer und Ehrenbürger der Stadt Heidenheim.
Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen; † 9. April 1945, ermordet in Dachau), lebte und arbeitete mehrere Jahre in Heidenheim, verübte 1939 das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller.
Helmut Bornefeld (* 14. Dezember 1906 in Stuttgart-Untertürkheim; † 11. Februar 1990 in Heidenheim an der Brenz) war Kirchenmusiker, Komponist, Orgelsachverständiger, Grafiker und Autor.
Hans Walter (* 23. Februar 1915 in Sackelhausen/Banat (Sacalaz/Rumänien); † 30. Juni 1991 in Heidenheim), Musikwissenschaftler, Volksliedsammler und Chorleiter, 1956 Umzug von Dornbirn nach Heidenheim, Lehrtätigkeit am Max-Planck-Gymnasium.
Michael Rogowski (* 13. März 1939 in Stuttgart), BDI-Präsident von 2001 bis 2004
Walter Mixa (* 25. April 1941 in Königshütte, Oberschlesien), emeritierter Bischof von Augsburg und emeritierter deutscher katholischer Militärbischof, besuchte das naturwissenschaftliche Gymnasium in Heidenheim.
Friedrich Fröschle (* 1944 in Stuttgart), bis 1982 Kantor an der Pauluskirche, zuletzt bis 2009 Kirchenmusikdirektor am Ulmer Münster.
Sven van Meegen (* 14. Oktober 1976 in Schwäbisch Hall), Professor an der örtlichen Hochschule und Dekan des katholischen Dekanats
Nina-Friederike Gnädig (* 9. Dezember 1977 in Nürnberg), Schauspielerin, wuchs im Stadtteil Oggenhausen auf.
Literatur
Erich Keyser (Hrsg.): Württembergisches Städtebuch. Band IV, Teilband Baden-Württemberg, Band 2 aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1961.
Über Aquileia, das römische Heidenheim:
G. Balle: Neues zum Reiterkastell Heidenheim. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2000. S. 90–94.
Reinhard Sölch: Die Topographie des römischen Heidenheim. In: Forschung und Berichte Vor- und Frühgeschichte Baden-Württemberg (Band 76). Theiss, Stuttgart 2001. ISBN 3-8062-1566-9.
Über Heidenheim während des Nationalsozialismus:
Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter Helfer Trittbrettfahrer. NS-Belastete von der Ostalb. Klemm + Oelschläger, Münster, Kugelberg-Verlag, Gerstetten 2010, ISBN 978-3-86281-008-6.
Gerhard Schweier: Namhafte Heidenheimer. Band 1, 88 Persönlichkeiten. Heidenheim 1968.
A. Hoffmann: Die Frühzeit der Kinematographie in Heidenheim: Ein Medium etabliert sich. Heidenheim 2003.
Bodo Cichy: In den Kasernen des Reiterkastells Aquileia-Heidenheim. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 1. Jg. 1972, Heft 1, S. 33–38. (PDF; 9,6 MB)
Weblinks
 Commons: Heidenheim an der Brenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Heidenheim an der Brenz – Reiseführer
 Wikisource: Heidenheim in der Beschreibung des Oberamts Heidenheim von 1844 – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Heidenheim in der Topographia Sueviae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
Internetpräsenz der Stadt Heidenheim