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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Hochkirch nicht vorenthalten.

Geschichte
Kirche von Hochkirch

Der Ort wurde erstmals 1222 als Bukewiz urkundlich erwähnt. Der deutsche Name des Ortes (erstmals 1368) bezieht sich auf die Kirche, welche am höchsten Punkt des Ortes erbaut wurde und weithin zu sehen ist, während die sorbische Bezeichnung sich vom Wort buk (für „Buche“) ableitet.[2]

Hyacinth de La Pegna: Der Überfall bei Hochkirch am 17. Oktober 1758

Der Ort wurde bekannt durch den „Überfall von Hochkirch“ im Siebenjährigen Krieg, durch den die Österreicher unter Graf Daun den Preußen unter Friedrich II. am 14. Oktober 1758 eine Niederlage beibrachten. Während der großen Auswanderungswelle in der Mitte des 19. Jahrhunderts führte der Weg auch vieler sorbischer Familien aus den Orten um Hochkirch in die „neuen Welten“ nach Australien und Texas. So gründeten 1853 im australischen Bundesstaat Victoria vier sorbische und eine deutsche Familie den Ort „Bukecy“, später „Hochkirch“, der 1918 in Tarrington umbenannt wurde.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 530, darunter 404 Sorben (76 %) und 126 Deutsche.[3] Ernst Tschernik zählte in der Gemeinde Hochkirch 1956 einen sorbischsprachigen Anteil von nur noch 43,4 % der Bevölkerung.[4] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.

Eine von beiden Verwaltungen angestrebte Fusion der Gemeinde Hochkirch und der Stadt Weißenberg wurde von den Hochkircher Einwohnern am 2. September 2012 in einer Abstimmung abgelehnt und ist damit vorerst gescheitert.[5]

Religionen

Bereits bei der ersten Erwähnung 1222 des Ortes ist eine Kirche nachgewiesen. Im Jahr 1540 wurde in Hochkirch die Reformation eingeführt. Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde umfasst neben Hochkirch noch 19 umliegende Dörfer, darunter auch Teile der Nachbargemeinde Kubschütz. Die römisch-katholische Gemeinde ist erst durch die Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und gehört zur Domgemeinde St. Petri Bautzen.

Einwohnerentwicklung

Nachrichten über die Einwohnerzahlen Hochkirchs beginnen mit den Haushaltzählungen im 18. Jahrhundert. So wurden 1777 zwei Bauernwirtschaften, 23 Gärtnerwirtschaften (Kleinbauern) und 27 Häusler gezählt. Im Jahr 1834 erfolgte die erste amtliche Volkszählung, demnach hatte Hochkirch damals 376 Einwohner. Im Jahr 1871 waren es bereits 508 Einwohner, 1925 dann 505 Einwohner, 1950 wuchs Hochkirch auf 1070 Einwohner (mit Kuppritz) an. 1997 lebten in Hochkirch selbst 699 Menschen. In den Ortsteilen waren dies 1997 in Breitendorf 227, Pommritz 226, Meschwitz 209, Wuischke (mit Neuwuischke) 171, Rodewitz 163, Kohlwesa 138, Steindörfel 136, Zschorna 132, Kuppritz (mit Neukuppritz) 124, Plotzen 123, Lehn 111, Wawitz 104, Sornßig 85, Niethen 61 und Jauernick 13 Einwohner.

Im Jahr 1997 waren zusammen 2722 Einwohner in der Gemeinde gemeldet. Bis 2010 sank die Zahl auf 2455 – am stärksten im abseits gelegenen Ortsteil Breitendorf –, wogegen sie im Hauptort relativ stabil bei zuletzt 705 blieb.

Karte von Hochkirch und Umgebung (1758)
Gemeindegliederung

Folgende, im Laufe der Jahre eingemeindete Orte zählen zur Gemeinde Hochkirch:[6]

Breitendorf (obersorbisch Wujezd, 1994 eingemeindet); 166 Einwohner
Jauernick (Jawornik, 1993); 19 Ew.
Kohlwesa (Kołwaz, 1993); 120 Ew.
Kuppritz (Koporcy, 1936); 65 Ew.
Lehn mit Berghäuser (Lejno, 1993); 93 Ew.
Meschwitz (Mješicy, 1973); 160 Ew.
Neukuppritz (Nowe Koporcy); 20 Ew.
Neuwuischke (Nowy Wuježk); 26 Ew.
Niethen (Něćin, 1993); 47 Ew.
Plotzen (Błócany, 1993); 92 Ew.
Pommritz (Pomorcy, 1993); 187 Ew.
Rodewitz (Rodecy, 1993); 115 Ew.
Sornßig (Žornosyki, 1993); 85 Ew.
Steindörfel (Trjebjeńca, 1974); 104 Ew.
Wawitz (Wawicy, 1993); 65 Ew.
Wuischke (Wuježk, 1973); 131 Ew.
Zschorna mit Kleinzschorna (Čornjow, 1994); 110 Ew.

Abgesehen von Breitendorf gehören alle Ortsteile zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.[7]

Politik

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 59,1 % (2009: 53,4 %)

 %50403020100

47,6 %43,1 %9,3 %n. k.

FWCDULinkeDSU
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

+4,2 %p
+1,6 %p+0,6 %p-6,3 %p
FWCDULinkeDSUVorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Gemeinderat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Freie Wählervereinigung (FW): 7 Sitze
CDU: 6 Sitze
LINKE: 1 Sitz
Wappen

Bis 2011 führte keiner der Hochkircher Ortsteile ein Wappen. Anfang 2011 gab es mehrere Bemühungen, ein amtliches Gemeindewappen zu schaffen. Ein erster Entwurf zeigte den Kirchturm der Hochkircher Kirche vor der stilisierten Bergspitze des Czorneboh als goldene Umrisslinie auf blauem Grund. Das Wappen wurde vom Gemeinderat beschlossen, vom Hauptstaatsarchiv Dresden jedoch als nicht genehmigungsfähig erachtet. Das im September 2011 beschlossene Wappen zeigt in einem gespaltenen Wappenschild ebenfalls den Kirchturm in Weiß auf grünem Grund sowie ein Buchenblatt in Grün auf weißem Grund und repräsentiert damit sowohl den deutschen als auch den sorbischen Ortsnamen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die „Blutgasse“ mit Umgebindehaus
Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist in Hochkirch zunächst die barocke Kirche mit den Einschüssen aus der Schlacht von 1758 an der Kirchentür, dem an ein Bierfass erinnernden Turmknopf unterhalb der Kirchturmspitze, der Lehnschen Loge, dem Keith-Denkmal und einem Stich von Adolph Menzel, das mit einer Widmung von Kaiser Wilhelm II. versehen ist. Weiterhin ist der Kuppritzer Park, der 1937 vom letzten Gutsherrn von Loeben angelegt wurde, zu nennen. Die Niethener Schanze ist eine der besterhaltenen slawischen Wallanlagen und zeugt von der alten Besiedlung der Region.

Der Kulturhistorische Verein „Alter Fritz“ in Hochkirch unterhält ein kleines Museum in einem Umgebindehaus, in dem sich der Besucher über die Geschichte Hochkirchs, der Hochkircher Sorben, das Leben in den Dörfern und auch über die Schlacht von 1758 informieren kann.
Der Kulturförderverein des Ortes organisiert regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder auch Märkte.

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Hochkirch aufgeführt.

Gedenkstätten

Ein Gedenkstein steht am Waldrand hinter Neu-Wuischke zur Erinnerung an 85 sowjetische und polnische Kriegsgefangene, die im April 1945 von Wehrmachtsangehörigen durch Genickschuss ermordet, im Wald verscharrt und erst 1961 eingeäschert und in Bautzen beigesetzt wurden. An der Straßengabelung von Wuischke nach Steindörfel bzw. Hochkirch erinnert ein Obelisk mit gleichem Text an das Geschehen.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr

Neben der Bundesstraße 6 als Hauptverkehrsader gibt es zwei Haltepunkte an der Bahnstrecke Dresden–Görlitz in den Ortsteilen Pommritz und Breitendorf.

Öffentliche Einrichtungen

In Hochkirch gibt es eine Grundschule und eine kombinierte Kindertagesstätte, in der seit 2005 Kinder die Möglichkeit haben, durch Immersion die sorbische Sprache in einer Witaj-Gruppe (sorbisch für „Willkommen“) als Zweitsprache anzueignen. Die staatliche Mittelschule wurde 2003 aufgrund des Geburtenrückgangs geschlossen. 2010 begann die Evangelische Mittel- bzw. Oberschule Hochkirch ihren Lehrbetrieb.

Hochkirch verfügt über einen gut ausgebauten Sportplatz, der durch einen aktiven Sportverein „Grün-Weiß Hochkirch“ unterhalten wird. Mehrere Fußballmannschaften (Damen und Herren) trainieren hier regelmäßig. Eine Turnhalle ermöglicht verschiedene sportliche Aktivitäten.

Die Gemeinde unterhält eine Freiwillige Feuerwehr mit insgesamt vier Ortsfeuerwehren und mehreren Löscheinheiten, die für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe sorgen.

Im Ortsteil Pommritz betreibt der gemeinnützige Verein „Neue Lebensformen“ e. V. seit 1993 das LebensGut Pommritz als Forschungs- und Bildungsstätte der sozialen Ökologie. Dem Gut angeschlossen ist der öffentliche Park, der im Jahr 2000 zur Vorbereitung der Expo 2000 umgestaltet wurde.

Persönlichkeiten
Grabplatte des Pfarrers Johann Wauer
Titel der sorbischen Bibel von 1728
Pfarrer Johann Wauer (1672–1728, sorbisch farar Jan Wawer) entstammte einer Meschwitzer Bauernfamilie. Wauer gehörte zu den Herausgebern des ersten sorbischen Gesangbuches und der ersten sorbischen Bibel. Zwischen 1717 und 1720 ließ er die heutige Kirche erbauen, nachdem der Vorgängerbau für die Gemeinde zu klein wurde. Sein Grabmal befindet sich seit 2003 im Eingangsbereich der Hochkircher Kirche.
Superintendent Gustav Alwin Mürbe (1882–1958) war von 1949 bis zu seinem Tode 1958 der erste sorbische Superintendent und als solcher für die kirchliche Betreuung der evangelisch-lutherischen Sorben in der Oberlausitz zuständig. Als Pfarrer kam er schon 1908 nach Hochkirch und wurde wegen seines Einsatzes für die Sorben 1941 zwangsversetzt. 1946 kehrte er als sorbischer Oberpfarrer wieder nach Hochkirch zurück.
Erhard Gassan (1930–2005) war als freischaffender Kunstmaler im Hochkircher Ortsteil Plotzen ansässig.
Kito Lorenc (* 1938 in Schleife), sorbischer Schriftsteller und Übersetzer, lebt im Hochkircher Ortsteil Wuischke.
Literatur
Hochkirch vor dem Czorneboh. Das schöne Bautzener Land, Heft 12. Bautzen 1965.
Sam Coull: Und nichts als mein Schwert. In den Publikationen des Kulturhistorischen Vereins „Alter Fritz“ Hochkirch/Bukecy e.V:
Cornelius Gurlitt: Hochkirch. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 218.