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Geschichte

Archäologische Funde bezeugen eine durchgehende Besiedlung des Stadtgebietes seit etwa 7000 Jahren.

In einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Sigfrid I. wird Hofgeismar im Jahre 1082 als Hovegeismari[3] erwähnt. Damals bestand allerdings schon 300 Jahre lang ein „Fronhof“, woran bis heute eine Straßenbezeichnung („Am Fronhof“) erinnert. Seit dem 9. Jahrhundert gehörte der „Hof Geismar“ zum Fränkischen Reich und nach einer Schenkung zum Erzbistum Mainz.

Stadtrechte erhielt die Siedlung „Hove Geismari“ 1223 durch den Mainzer Erzbischof Sigfried II., nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Der Archidiakonatssitz bestand mit einem Kollegiatstift an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Zur weltlichen Macht der Mainzer Erzbischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte auch die nahegelegene Schutzburg Schöneberg, die bereits Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet worden war. An diese Zeit erinnert bis heute das „Mainzer Rad“ im Wappen der Stadt. Die Gründerjahre der Stadt im 13. Jahrhundert weisen neben dem Hofgut mit einem festen Haus des Hofherrn („Sala“) auch Stifts- und Propsteigebäude sowie Siedlungen in der Altstadt, der Neustadt und der Petristadt auf. Aus dieser Zeit stammen Teile des Rathausgewölbes, der Turm (Wehrturm) der Altstädter Kirche und die teilweise erhaltene Stadtbefestigung, die damals aus einer etwa fünf Meter hohen Mauer mit Wehrgang und vorgelagerten Gräben bestand.

„Märchenschloss“ in Hofgeismar-Sababurg

Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch die Burg im heutigen Stadtteil Sababurg, die Landgraf Wilhelm I. ab 1490 zu einem Jagdschloss und Gestüt ausbauen ließ. Am Fuß der Sababurg gründete 1571 Landgraf Wilhelm IV. den Tierpark Sababurg.

Altstädter Kirche

Während der Mainzer Stiftsfehde (1461–1463) musste Hofgeismar wegen seiner Loyalität zum vom Papst abgesetzten Erzbischof Diether von Isenburg 1462 eine mehrwöchige Belagerung durch den mit dem neuen Erzbischof Adolf II. von Nassau verbündeten Landgrafen Ludwig II. von Hessen erdulden; die gleichfalls belagerte Burg Schöneberg ergab sich erst, nachdem die Belagerer die Umgegend ausgeplündert und die Gebäude auf dem Burgberg zu Trümmern geschossen hatten.

Kriegsschulden aus der Stiftsfehde führten dazu, dass die Mainzer Besitzungen zwischen Diemel und Weser von Erzbischof Adolf II. im Jahre 1462 an Landgraf Ludwig II. verpfändet werden mussten; dabei kam auch Hofgeismar in hessischen Besitz. Zwar wehrte sich die Bürgerschaft vehement dagegen, zu einem frei verfügbaren Pfandobjekt des Erzbischofs herabzusinken, aber der Landgraf überwältigte die Stadt militärisch und vereinnahmte sie dennoch.[4] Unter Landgraf Philipp I. wurde Hessen 1526 infolge der Homberger Synode protestantisch. Das Chorherren-Stift und das Franziskaner-Kloster in Hofgeismar wurden aufgelöst. Nach dem Tod Philipps kam Hofgeismar auf Grund der von ihm verfügten Erbteilung zur Landgrafschaft Hessen-Kassel unter Philipps ältestem Sohn, Wilhelm IV. Nach dem Merlauer Vertrag von 1582 zwischen Wilhelm IV. und dem neuen Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg gehörte Hofgeismar dann endgültig zur Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg wuchs die Zahl der Einwohner in Hofgeismar auf etwa 2500 Personen. Die bis heute erhaltenen Fachwerkbauten der Stadt stammen teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert.

Hofgeismar – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655

Unter den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs litt auch Hofgeismar stark. Zunächst lagerten ab 1623 für etwa 7 ½ Jahre ca. 1000 Mann Fußtruppen, Reiter und Artillerie des Generals Tilly als Besatzungsmacht in der Stadt. Im Jahre 1635 brandschatzten schwedische Truppen Hofgeismar. Ein Angriff am 31. August 1637 wurde durch die hessischen Garnisonstruppen unter Rittmeister Hans Ellenberger und die Einwohner selbst erfolgreich abgewehrt. 1642 und 1647 erlitt die Stadt erneut schwere Plünderungen. Die Einwohnerschaft sank auf etwa ein Drittel der Vorkriegszahl.

Landgraf Karl siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in Hofgeismar französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verlassen hatten. Ebenso fanden hier Hugenotten und Waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwigs XIV. vertrieben worden waren. In Hofgeismar wurde am 22. Februar 1686 eine französisch-reformierte Gemeinde gegründet. In den Folgejahren kam es auch im Umkreis zur Gründung von Hugenottensiedlungen, wie z. B. Carlsdorf (1686), Kelze und Schöneberg (beide 1699) sowie Friedrichsdorf (1775).

Eingang zur Neustädter Kirche

Seit 1686 wurden in der Hofgeismarer Neustädter Kirche sowohl die Gottesdienste der deutsch-reformierten Gemeinde als auch der französisch-reformierten Christen abgehalten. Der erste Pfarrer der französischen Gemeinde, David Clément, starb am 29. Januar 1725 in Hofgeismar, woran eine Gedenktafel an der Neustädter Kirche erinnert.

Eine jüdische Gemeinde in Hofgeismar ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt, die im Jahre 1764 im Bereich Petriplatz/Loggenhagen eine Synagoge errichtete. Einzelne Stadtbewohner jüdischen Glaubens wurden bereits 1470 in Hofgeismar urkundlich erwähnt. Sie gehörten zunächst zur Gesamtgemeinde aller Juden in der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Im Jahre 1783 gehörten der Hofgeismarer jüdischen Gemeinde 107 Mitglieder an; ihre Zahl stieg bis zum Jahre 1861 auf 219 Personen.

Schlösschen Schönburg

Im 18. Jahrhundert wurde Hofgeismar mit dem Stadtteil Gesundbrunnen zum Badeort.[5] Daran erinnern bis heute die Bauten, die rund um die Heilquelle entstanden sind. Schon im Dreißigjährigen Krieg soll die Quelle des Gesundbrunnens von einem verwundeten Soldaten entdeckt worden sein und ihm die erhoffte Heilung gebracht haben. Das im Park Gesundbrunnen stehende Schlösschen Schönburg („Montcherie“), von 1787 bis 1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von Simon Louis du Ry erbaut, war ursprünglich der Wohnsitz des Landgrafen Wilhelm IX. (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten.[6] Heute gehört das gesamte Areal zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und beheimatet die Evangelische Akademie Hofgeismar. Außer den Gebäuden der Evangelischen Akademie befinden sich heute am Gesundbrunnen auch Alten- und Pflegeheime.

Der Siebenjährige Krieg brachte für Hofgeismar erhebliche wirtschaftliche Schäden, besonders während des Stellungskriegs an der Diemel in den Jahren von 1760 bis 1762; hessische Truppen kämpften damals im Sold Englands gegen Frankreich.

Ab dem Jahre 1808 gehörte Hofgeismar unter französischer Herrschaft zum Königreich Westphalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, als Regent geschaffen wurde. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig endete die Existenz dieses Kunstgebildes, und die Landgrafschaft Hessen-Kassel wurde restauriert. Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Im Bereich der Stadt Hofgeismar, inzwischen auch Garnisonsstadt und Poststation, entstand 1848 ein Empfangsgebäude für die neue Eisenbahnlinie; ein weiterer Bahnhof entstand im heutigen Stadtteil Hümme.

Historische Karte

Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Als erster Abschnitt wurde am 30. März 1848 die Strecke Grebenstein–Hümme–Karlshafen eröffnet, die sog. Carlsbahn, die die einzige Eisenbahnverbindung von Kassel zu einem Weserhafen (Karlshafen) darstellte. Nach der preußischen Annexion Kurhessens 1866 wurde die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Hessische Nordbahn umbenannt.

Die Landgrafschaft Hessen-Kassel erlosch 1866, als sie von Preußen infolge des Deutschen Krieges annektiert wurde. Damit kam auch die Stadt Hofgeismar zu Preußen. Das Staatsbad Gesundbrunnen wurde aufgelöst.

Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt in seiner 4. Auflage von 1885 bis 1892 die Stadt Hofgeismar als „Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, an der Esse und der Linie Schwerte-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat 2 evang. Pfarrkirchen, ein Amtsgericht, ein Realprogymnasium, Buch- und Steindruckerei, Malzfabrikation, Spiritusbrennerei, eine chemische Fabrik, Holzschneidereien, Ziegeleien, eine Fabrik für Militärputzeffekten, bedeutende Waldungen und (1885) mit Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 5) 4343 meist evang. Einwohner.“[7]

Aus den in Hofgeismar stationierten Hessischen Leibhusaren war 1867 zunächst das 1. hessische Husarenregiment Nr. 13 hervorgegangen. Ihm folgte 1875 das Dragoner-Regiment Nr. 5, das später den Namen Dragoner-Regiment „Freiherr von Manteuffel“ (Rheinisches) Nr. 5 erhielt.

Kirche St. Petri

Die katholische Gemeindeseelsorge in der stark evangelisch geprägten Stadt begann im Jahre 1892. Der Bau der katholischen St.-Petri-Kirche schloss sich 1897/1898 an, da sich die zunächst eingerichtete Kapelle in einem Haus an der Niedermeiser Straße als zu klein erwiesen hatte. Das katholische Pfarrhaus kam 1906 hinzu. Zuvor waren im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in der Altstädter Kirche bereits monatliche Gottesdienste für die katholischen Angehörigen der Garnison und einige Zivilpersonen gehalten worden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der katholischen Bevölkerung durch den Zuzug vieler Flüchtlinge – besonders aus dem Sudetenland (Tschechien) – stark an, im ehemaligen Kreis Hofgeismar bis auf etwa 22.000 Gläubige im Jahre 1948.

Nach einer Zählung im Jahre 1868 lag die Bevölkerungszahl in Hofgeismar bei 3708 Personen (darunter 750 Mann Militär); sie stieg bis zum Jahr 1906 auf 4600 Einwohner.

Im Jahre 1923 war die Stadt Garnisonsstandort des 16. Reiter-Regiments der Reichswehr.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist auch in Hofgeismar ein unrühmliches Kapitel in der Stadtgeschichte. Schon bei den Wahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP zweitstärkste Partei in der Stadt. Die SA (in Hofgeismar: Sturm 86) hatte ihren Treffpunkt in der ehemaligen Knopffabrik der Buto-Werke in der Fürstenweg unweit der Bahnhofstraße (später: Adolf-Hitler-Straße).

Nach einem Bericht im evangelischen „Kasseler Sonntagsblatt“ vom 9. April 1933 wurde auf der Sitzung des neugewählten Stadtparlaments der Landwirt Rompf (NSDAP) zum Stadtverordnetenvorsteher von Hofgeismar gewählt. Unter dem 13. Mai 1934 berichtet das Sonntagsblatt dann in einer Kurzmitteilung von der Einführung des neuen Hofgeismarer Bürgermeisters Rödde, dem damaligen Kreisleiter der NSDAP.

Auch im Gau Kurhessen wurden Sozialdemokraten und Kommunisten von den neuen Machthabern verfolgt, besonders aber Juden. Die Hofgeismarer Synagoge aus dem Jahre 1764 wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 innen vollständig verwüstet. Auf der Homepage des Stadtmuseums Hofgeismar sind die Namen (bei Ehefrauen auch der Geburtsname), das Geburtsjahr und das Deportationsziel von 453 jüdischen Opfern der Nazi-Zeit vermerkt, die aus den Städten und Gemeinden der früheren Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen stammen.[8]

Der Zweite Weltkrieg endete nach dem Rückzug der Wehrmacht für die Hofgeismarer Bevölkerung am 7. April 1945 mit dem Einmarsch von Soldaten der 2. US-Infanteriedivision und der 9. US-Panzerdivision.

Von 1821 bis 1972 war Hofgeismar Kreisstadt des damaligen Kreises Hofgeismar und gehört seit 1972 zum Landkreis Kassel. 1978 ist sie Ausrichter des Hessentages 1978.

Während des Kalten Krieges war Hofgeismar mit der Manteuffel-Kaserne Bundwehrstandort des Stabes der Panzerbrigade 6 von 1981 bis 1993 und der Instandsetzungskompanie 60 (1986 bis 1993), sowie der 5. Kompanie des Instandsetzungsbataillons 330.

2015 ist Hofgeismar erneut nach 1978 Ausrichter des Hessentages.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1834 3401
1852 3840
1864 3565
1871 3895
1885 4341
1895 4763
1905 4874
1910 4765
1925 5043
1933 5157
1939 5738
1939 5759
Jahr Einwohner
1946 7711
1950 8286
1956 8747
1961 8245
1967 8685
2009 15.846
2011 15.655
2012 15.554
2013 14.967
2014 14.919
2015 14.872

Eingemeindungen

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurden am 31. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Beberbeck (mit Sababurg), Carlsdorf, Friedrichsdorf, Hombressen, Hümme und Schöneberg eingegliedert. Kelze kam am 1. Februar 1971 hinzu.[9]

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 37 Sitze Linke: 2 SPD: 18 FDP: 2 CDU: 10 WSD: 5

Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,7 18 44,9 17 35,3 13 42,7 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,2 10 38,3 14 50,1 19 45,6 17
WSD Wählergemeinschaft soziale Demokraten 12,0 5 8,9 3 6,6 2
LINKE Die Linke 5,6 2 4,6 2
FDP Freie Demokratische Partei 5,4 2 3,4 1 2,6 1 3,3 1
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative (ab Juni 2007 Fusion mit Die Linke) 5,5 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 48,0 49,6 49,8 56,6

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Hofgeismar neben dem Bürgermeister neun ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit 2015 Markus Mannsbarth (SPD).[13]

Ehemalige Bürgermeister:

1997−2014 Heinrich Sattler (CDU)
1991−1996 Horst Buchhaupt (SPD)
1976−1990 Willi Croll (SPD)
1966−1976 Gerhard Kuske (GDP)
1948−1966 Walter George (CDU)
1945−1948 Hermann Weidemann (SPD)
1934−1942 Wilhelm Ludwig Rödde (NSDAP)
1919−1933 Max Laneus
1906−1919 Hottejan
Wappen

Das Wappen von Hofgeismar zeigt in Rot silberne gotische Architekturelemente, darunter ein silbernes Rad. Das „Mainzer Rad“ verweist auf die Zugehörigkeit der Stadt zum Hochstift Mainz bis 1462.

Städtepartnerschaften
Frankreich Pont-Aven, Frankreich, seit 1972
Osterreich Rosenau, Österreich, seit 1983
Frankreich Maringues, Frankreich, seit 1984
Deutschland Bad Blankenburg, Thüringen, Deutschland, seit 1990
Blick vom Sälber Tor zur Altstädter Kirche
Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen u. a.:

Architektur und Skulpturen in der Altstadt
Rathaus und Markt
Altstädter Kirchgasse
Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut
zahlreiche Fachwerkhäuser:
Café Hoffmann − wohl ältestes Fachwerkhaus der Stadt, 1528, Markt 19
Haus Malzfeldt − Diemelsächsisches Ackerbürgerhauses, Längsdielenhaus, 1684, Petristraße 13
Haus Scheffer − Längsdielenhaus in Mischbauweise, 1684, Steinweg 18
Hochzeitshaus, ehemaliges städtisches Gilde- und Hochzeitshaus, erbaut 1620
Skulpturen in der Fußgängerzone
Würfelturmsage: Die beiden lebensgroßen Bronze-Skulpturen stellen die beiden Vertreter Hessens und Braunschweigs dar, die – der Sage gemäß – im Jahre 1401 um den Bestand Hofgeismars würfelten. Hofgeismar gewann mit 18 zu 17 Würfelaugen.
Töpferbrunnen
Nahe der Neustädter Kirche steht an der Ecke der Elisabeth- zur Johannesstraße eine Skulptur von David Clément, einem in Hofgeismar 1701 geborenen Bibliographen, dessen Grabstätte sich in der Neustädter Kirche befindet.

Aufmerksame Beobachter werden vor einigen Häusern Stolpersteine im Bürgersteig entdecken.

Siehe auch: Liste der Stolpersteine in Hofgeismar
Kirchen
Altstädter Kirche aus dem 12. bis 14. Jahrhundert
Neustädter Kirche aus den Jahren 1341–1421
St. Peter, katholische Kirche von 1898
Museen
Apothekenmuseum im Steinernen Haus aus dem 13. Jahrhundert. Das Apothekenmuseum zeigt u. a. drei vollständige, originalgetreu erhaltene Apothekenoffizinen aus den Jahren 1768, 1801 und 1945.[14]
Stadtmuseum Hofgeismar in der Gesamtanlage Petriplatz 2 (vier Häuser aus vier Epochen, ab ca. 1500 erbaut)
Das Stadtmuseum zeigt in 14 Abteilungen u. a. die Geschichte der Hugenotten und der Waldenser in und um Hofgeismar (mit einer reichen Sammlung hugenottenischer Bibelausgaben und religiöser Schriften); Jüdische Kultur in Nordhessen; Zünfte, Handwerk und Wirtschaftsgeschichte vom 15. bis zum 19. Jahrhundert; die Kuranlage Gesundbrunnen; Hofgeismar als Garnisonsstadt sowie – aus einem Bestand von 650 Originalen – Gemälde von Theodor Rocholl.
Gesundbrunnen
Tempel am Gesundbrunnen
Parkanlage am Gesundbrunnen mit Schlösschen Schönburg („Montcherie“, heute Evangelische Akademie)
In den umliegenden Stadtteilen
Buchenriese im „Urwald Sababurg“
Burgruine Schöneberg auf dem nördlich der Stadt gelegenen Schöneberg
Die Sababurg im benachbarten Reinhardswald ist mit Tierpark Sababurg und nahem Urwald Sababurg weithin bekanntes Ausflugsziel.

Zudem liegt Hofgeismar an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau über Hofgeismar nach Bremen führt.

Hofgeismar war in den Jahren 1978 und 2015 Veranstaltungsort des 18. bzw. 55. Hessentags. Dazu kamen 1978 rd. 300.000 Gäste, 2015 zählten die Veranstalter etwa 750.000 Besucher.

Verkehr
Straßenverkehr

Östlich vorbei an Hofgeismar führt als 2013 freigegebene Ortsumfahrung die Bundesstraße 83, die zuvor direkt durch die Ortschaft verlief. Die Bundesautobahn 44 ist bei der Anschlussstelle Breuna etwa 20 km von der Stadt entfernt.

Personennahverkehr

Der Bahnhof Hofgeismar liegt an der Bahnstrecke Kassel–Warburg und wird von RegioTrams der Linie RT1 und den Regional-Express-Zügen der Linie RE11 (Rhein-Hellweg-Express) und seltener RE17 (Sauerland-Express auf der Strecke Kassel-Wilhelmshöhe–Düsseldorf Hbf/Hagen Hbf) angefahren. Die Fahrzeit von Kassel Hauptbahnhof nach Hofgeismar beträgt mit der RegioTram etwa eine halbe Stunde, mit den RE-Zügen sind es etwa 20 Minuten.

Am Bahnhof Hofgeismar-Hümme, etwa fünf km weiter in Richtung Warburg, zweigte die Carlsbahn ab. Hier hält ausschließlich die RegioTram Kassel.

Hofgeismar verfügt über ein dichtes Stadtbusnetz, das am zentralen Busbahnhof mit verschiedenen Linien aus der Region verknüpft ist und gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Wirtschaft

Ansässige Unternehmen:

AKG-Gruppe
BrainLogical Software Development, Onlinemarkertingagentur
CMAC GmbH & Co. Verlags KG (OWZ-Verlags GmbH), gehört zur Mediengruppe Lalé-Schiffner
Evangelisches Krankenhaus Gesundbrunnen gGmbH – Zentrum für Geriatrie und Neurologie
FTH Fertigungstechnik Hofgeismar GmbH
Friedrich-Sander Vermietungs- und Verwaltungs GmbH & Co. KG
Günter Herrmann Lehrmittelfabrik, Inhaber: Bernhard Herrmann
HKS Software + Computersysteme GmbH
Management Services Helwig Schmitt GmbH, Markt-Analyse-Systeme für die Automobilindustrie
Martin Löber GmbH (Hagebaumarkt)
Messtechnik Neth GmbH
Landwirtschaftliche Vieh- + Fleischvermarktung Kassel-Hofgeismar eG
Sander Haus Holzbau GmbH
Siebenhaar Antriebstechnik GmbH
SLS Tuning
Wiking Schlauchbootwerft Hanel GmbH
WK Windkraft-Kontor GmbH + Co. Pluzunet/Ostbevern KG
Bildung

In Hofgeismar befinden sich folgende Bildungseinrichtungen:

Albert-Schweitzer-Schule, Gymnasium
Gustav-Heinemann-Schule, Gesamtschule
Würfelturmschule, Grundschule mit zwei Standorten im Unteren Graben und in der Garnisonstraße
Grundschule Hombressen „Zur Friedenseiche“
Grundschule Hümme „Wiesenbergschule“
Herwig-Blankertz-Schule, Kreisberufs- und Berufsschule
Brüder-Grimm-Schule, Förderschule für Lernhilfe
Käthe-Kollwitz-Schule, Schule für praktisch Bildbare mit Abteilung Körperbehinderte
Evangelische Altenpflegeschule
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
1895 Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler
Söhne und Töchter der Stadt (chronologisch)
Burkard Waldis (1490–1556), Theologe
Johann Westermann (Theologe) (1490–1542), Theologe
Johann Doläus (1651–1707), Mediziner
Johann Westermann (1741–1784), barocker Dichter
Johannes Bering (1748–1825), Philosoph der Aufklärung
Heinrich Wilhelm Hartwig (1793–1863), Oberbürgermeister von Kassel (1848–1863)
Wilhelm Leopold von Heister (1795–1863), preußischer Generalmajor
Georg Wilhelm von Wetzell (1815–1890), Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer und Landesminister
Ernst Wilhelm Klinkerfues (1827–1884), Astronom und Meteorologe
Nataly von Eschstruth (1860–1939), Schriftstellerin
Max von Loewenstein zu Loewenstein (1870–1949), Landrat
Hermann Kätelhön (1884–1940), Zeichner und Grafiker
Heinrich Zerkaulen (1892–1954), Schriftsteller
Hermann Recknagel (1892–1945), im Zweiten Weltkrieg gefallener deutscher General der Infanterie
Theodor Bogler (1897–1968), Keramiker und Benediktiner-Pater
Hans Gerhard Evers (1900–1993) deutscher Kunsthistoriker
Hermann Mattern (1902–1971), einer der bedeutendsten deutschen Landschaftsarchitekten des 20. Jahrhunderts
Friedrich Wilhelm Bogler (1902–1945), Maler
Gustav Siewerth (1903–1963), Philosoph und Pädagoge
Wilhelm Hugues (1905–1971), Maler und Grafiker
Joachim Günther (1905–1990), Publizist und Herausgeber
Johann Adolf Graf von Kielmansegg (1906–2006), deutscher General
Gerhard Kuske (1911–2001), Altbürgermeister von Hofgeismar (1. September 1966 bis zum 31. August 1976)
Hartmut Gründler (1930–1977), Umweltschutz-Pionier
Fritz Kersten (1935–2005), Politiker (FDP)
Pit Morell (* 1939), Maler und Erzähler
Karl Heinz Götze (* 1947), Germanist
Angelika Dörfler-Dierken (* 1955), Kirchenhistorikerin
Hartmut Riemenschneider (* 1958), Baptistenpastor und Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Wolfgang Köhler (* 1960), Jazzpianist
Jens Dietrich (* 1976), Dramaturg
Pimf alias Jonas Kramski (* 1993), Rapper
Literatur
Richard Andrae: Die Stadt Hofgeismar im 19. Jahrhundert. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1954. Veröffentlicht als zweiter Band der Geschichte der Stadt Hofgeismar (s. u., unter Friedrich Pfaff).
Friedrich Bleibaum (Hrsg.): Kreis Hofgeismar (= Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen, Bd. 3). Bernecker, Melsungen 1966, S. 124 ff.
Gerhard Bott: Der Gesundbrunnen zu Hofgeismar. Deutscher Kunstverlag, München, 2. Aufl. 1975.
Alfred Heilbrunn: Aus der Geschichte der Synagogengemeinden des Altkreises Hofgeismar. In: Jahrbuch des Landkreises Kassel, Jg. 1978, S. 86–88.
Helmut Burmeister, Klaus-Peter Lange (Hrsg.): Alt-Hofgeismar. Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870–1925. Magistrat der Stadt, Hofgeismar 1979.
Helmut Burmeister: Denkmäler – Daten – Dokumente. Ein Lexikon zur Geschichte der Stadt Hofgeismar und ihrer Ortsteile. Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar 1988.
Karl Heinz Götze: Was aus der Heimat wurde, während ich lange weg war. Eine Rückkehr nach Deutschland. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-10-002488-6. (Im Mittelpunkt steht Götzes Geburtsstadt Hofgeismar.)
Herbert Klode: Hofgeismar – ein Abriß seiner Entwicklung. In: Hessische Heimat. Aus Natur und Geschichte, Jg. 28 (1978), Heft 2 (Sonderheft Hofgeismar), S. 39–40.
Friedrich Pfaff: Geschichte der Stadt Hofgeismar
1. Auflage, herausgegeben von Heinrich Henkel. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1938.
2. Auflage, herausgegeben von Peter Andrae. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1954; enthält außerdem: Richard Andrae: Die Stadt Hofgeismar im 19. Jahrhundert (s. o.).
Joseph Weber: Entwicklung der katholischen Gemeinden im Kreis Hofgeismar. In: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar, Jg. 27 (1968), S. 44 ff.
Weblinks

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Website der Stadt Hofgeismar
Regiowiki – Hofgeismar
Kassel-Lexikon: Portal Hofgeismar
Spiegel-Artikel über Hofgeismar-Doku „Henners Traum“
Hofgeismar, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).