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Geschichte
Etymologie

In verschiedenen Urkunden erscheint der Ortsname in den Formen „Uffelendorf“ (zwischen 1047 und 1062), „Ufelindorf“ (1080), „Ufelendorf“ (1138), „Uffelindorf“ (1152), „Uffelendorf“ (1168), „Uffeldorf“ (1365), „Uffeldorff“ (1484), „Yffldorf“ (1488), „Uffldorf“ (1510), „Yffeldorff“ (1537), „Iffldorf“ (1719), „Ufildorf“, „Ufflindorf“, „Huffelndorf“, „Upheldorf“, „Uiffeldorf“, „Ufldorf“, „Eyfeldorf“, „Yffeldorf“,[9] „Uphelendorf“ und „Uffilindorf“.

Die Bezeichnung deutet darauf hin, dass die Siedlung wie auch Uffing am Staffelsee durch Angehörige der Sippe Uffo gegründet wurde.[10]

Von der Entstehung bis zum 14. Jahrhundert

Einige bajuwarische Reihengräber aus dem 6. und 7. Jahrhundert sind die ersten Siedlungsspuren auf dem Gemeindegebiet Iffeldorfs. Die älteste einwandfrei datierbare urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1080.[11]

Vom Ende des 11. bis Mitte des 13. Jahrhunderts befand sich das Gebiet zwischen Ammersee und Starnberger See im Machtbereich der Grafen von Dießen, die sich später Grafen von Andechs nannten. In diesem Machtbereich war auch das hochfreie Geschlecht der Herren von Iffeldorf von Bedeutung. Die letzte urkundliche Erwähnung einer Person dieses Geschlechts stammt aus dem Jahr 1365: „Konrad von Ufeldorf“ und seine Frau „Cäcilia“ machten ein Testament, bezeugt von „Heinrich, Chirchher ze Uffeldorf“. Die Herren von Iffeldorf waren die Stammväter der Grafen von Eschenlohe. Schließlich gelangten die Höfe, die später die Hofmark Iffeldorf ausmachten in den Besitz der Herren von Seefeld, die 1341 die Osterseen an Kaiser Ludwig den Bayern verkauften, der sie an sein Kloster Ettal weitergab. Als auch die Seefelder in der männlichen Linie ausgestorben waren, wurde ihr Besitz aufgeteilt und zersplittert.[12]

Ende des 14. Jahrhunderts bis 1803

Ende des 14. Jahrhunderts gelangte die Hofmark Iffeldorf in den Besitz der Edlen von Höhenkirchen, die zu diesem Zeitpunkt auch die Hofmark Königsdorf besaßen. Ihr Schloss befand sich auf dem Grund der heutigen Grundschule. Der erste bekannte Höhenkirchner, der den Titel „zu Iffeldorf“ trug, ist in einer Klosterurkunde von 1385 genannt, gesiegelt von „Ulreich der Hohenkircher ze Uffeldorf“. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlebten die Höhenkirchner eine Blütezeit und standen in hohem Ansehen. Diese Zeit endete mit dem Dreißigjährigen Krieg, dem zufolge wahrscheinlich 1634 das Schloss abbrannte. Die in den Folgejahren aus verschiedenen Ursachen immer mehr verarmenden Höhenkirchner mussten 1653 – nachdem sie zuvor bereits Königsdorf verkauft hatten – die Hofmark Iffeldorf an das Kloster Wessobrunn für wenig Geld veräußern. Zuvor hatte bereits das Kloster Benediktbeuern ein Kaufangebot abgelehnt. Damit endete die rund 400 Jahre dauernde Herrschaft der Edlen von Höhenkirchen in Iffeldorf.[13]

Ausschlaggebend für den Kaufentschluss der Wessobrunner waren die Osterseen mit einem großen Fischbestand. Als zur damaligen Zeit ein Drittel des Jahres ausgewiesene Fasttage waren, legte man auf die Fastenspeise großen Wert. Um die Lehnsherrschaft über die Seen zu erlangen, musste aber 1682 noch ein Tauschgeschäft mit Graf Ferdinand II. von Toerring-Seefeld abgeschlossen werden, der allerdings nur den halben Rechtsanteil innehatte. Am 6. Oktober 1698 brannten bei einem Großbrand sieben Höfe, drei Kornspeicher und die Pfarrkirche ab. 1701 wurde die Heuwinklkapelle und 1708 die neue Pfarrkirche eingeweiht. 1749 erhielt Wessobrunn im Tausch vom Kloster Ettal die vollständigen Fischereirechte an den Seen.[13]

1803 bis 1945
Villa Maffei in Staltach

Iffeldorf gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Wessobrunn. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Iffeldorf war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. In den Jahren 1856 und 1858 kaufte der Münchner Industrielle Wilhelm von Weber die drei Staltacher Höfe um in den Filzen Torf abzubauen. Dafür holte er den kapitalkräftigen, ebenfalls aus München stammenden Joseph Anton von Maffei mit ins Boot. Im Jahre 1861 – die Kooperation zwischen beiden funktionierte nicht – zahlte Maffei Weber mit 150.000 Gulden aus und wurde Alleinbesitzer des Staltacher Gutes. Der Gutsbetrieb Staltach mit Land- und Forstwirtschaft, moderner Viehhaltung, Brauerei, Sägewerk, Schmiede, Wagnerei und Torfwerk entstand. Im Juli 1870 besaß Maffei bereits 2885 Tagwerk Grund.[14] Maffei ließ sich zudem in Staltach eine Villa als Sommerwohnsitz errichten. 1865 wurde die Eisenbahnlinie Tutzing – Penzberg mit der Station Staltach eröffnet. Infolge des Zuzugs auswärtiger Arbeitskräfte des Guts, des Torfwerks und des Penzberger Bergwerks wuchs das Dorf. 1877 kam es zum zweiten großen Brand in der Ortsgeschichte mit sechzehn zerstörten Gebäuden, die unverzüglich wiederaufgebaut wurden. Im selbigen Jahr veranlasste Joseph von Maffei den Bau eines Krankenhauses (Lage47.7770411.32767) mit 22 Betten und einem Arzthaus (Lage47.7755811.32365). Im Ersten Weltkrieg verloren 42 Iffeldorfer ihr Leben. Im Jahre 1927 wurden die Brauerei Staltach an Paulaner und das Torfwerk Staltach verkauft. Im Jahre 1939 war Iffeldorf vollständig an das Stromnetz angeschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg starben 46 Iffeldorfer Männer an den Fronten. Der Krieg verlief in Iffeldorf bis auf das Kriegsende relativ ruhig. In den letzten Kriegswochen wurde eine Bombe über dem Gemeindegebiet abgeworfen.[15] Infolge eines Rundfunkaufrufs der Freiheitsaktion Bayern am 27. April 1945 entwaffneten einige Iffeldorfer die örtlichen SS-Männer. Als diese wenig später Unterstützung erhielten, versuchten sie die Widerständler zu erschießen. Bis auf Erwin Steiger gelang allen die Flucht. Er wurde am Folgetag zwischen Seeshaupt und Iffeldorf erschossen aufgefunden, zusammen mit einem Polen, der vermutlich aus einem Gefangenenlager entkommen war.[16] Als Täter werden SS-Einheiten oder die Feldgendarmerie vermutet.[17] Am 30. April 1945 besetzten die amerikanischen Streitkräfte nachmittags Iffeldorf, nachdem es morgens noch Kämpfe gegeben hatte.[15] Bereits am Vorabend hielt in der Nähe des Bahnhofs Staltach wegen eines Stromausfalls ein Zug aus Allach mit etwa 2400[18] bis 2600[19] KZ-Häftlingen in 45 Viehwaggons aus dem KZ Dachau, die von US-amerikanischen Truppen befreit wurden. Ungefähr 1500 bis 1700 von ihnen verbrachten die darauffolgenden acht Wochen in den Häusern und Höfen des damals ca. 1000 Einwohner zählenden Dorfes Iffeldorf. Danach kamen sie ins DP-Lager Feldafing.[18] 17 Gefangene wurden tot aus dem Zug geborgen und vor Ort begraben, sie verlegte man später auf den Feldafinger DP-Friedhof.[20]

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Viele Flüchtlinge und Vertriebene kamen in der Nachkriegszeit nach Iffeldorf, die Bautätigkeiten nahmen zu und es entstanden zahlreiche neue Wohnstätten; dennoch herrschte Wohnungsnot. Die Landwirtschaft verlor immer mehr an Stellenwert, so schloss 1961 das Gut Staltach, 1966 der Gutsbetrieb Leidel im Ort und 1972 stellte das letzte Iffeldorfer Gut Obereurach den Betrieb ein. 1971 wurde die Bundesautobahn München – Garmisch-Partenkirchen bis zur Anschlussstelle Iffeldorf fertiggestellt. Durch die Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1978 der Gemeindeteil Steinbach der aufgelösten Gemeinde Frauenrain (zu Antdorf) mit etwa 15 Einwohnern eingegliedert.[21] In den 1970er-Jahren gelang der Anschluss von ca. 90 % aller Haushalte an die zentrale Trinkwasserversorgung. Außerdem nahm in dieser Zeit der uneingeschränkte Badetourismus an den Osterseen immer unerträglichere Ausmaße an, sodass 1981 nach nur drei Jahren Vorbereitungszeit das Naturschutzgebiet Osterseen ausgewiesen wurde. Dieses ist seit 1986 Forschungsobjekt der Technischen Universität München, die in den Jahren 1986 bis 1992 drei Anwesen in Iffeldorf zu einer Limnologischen Station umbaute. Wegen dieser Universitätsstation bezeichnet sich die Gemeinde Iffeldorf als „Universitätsgemeinde“, darf diesen Titel mangels Uni-Sitz jedoch nicht auf den Ortsschildern führen.[22] Im Jahre 1988 wurde nach zweijähriger Bauzeit das Gemeindezentrum mit Rathaus, Gemeindebücherei, Geschäftsräumen, Hotel, Landgasthof und Mehrzweckhalle eingeweiht. Für eine vergleichsweise kleine Gemeinde wie Iffeldorf stellte das Großprojekt mit Kosten von etwa neun Millionen DM eine große finanzielle Herausforderung dar. Am 2. Oktober 2016 erhielt die Gemeinde Iffeldorf vom Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ die Auszeichnung als Fair-Trade-Kommune,[23] im selben Monat zog das Rathaus vom Gemeindezentrum ins Deichstetterhaus um.[24]

Bevölkerung

Neben deutschen Staatsbürgern lebten 2016 in Iffeldorf Angehörige 42 anderer Staaten.[25]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[26]
am 31. Dezember
2005 2559
2006 2579
2007 2567
2008 2538
2009 2514
2010 2529
2011 2511
2012 2519
2013 2494
2014 2537
2015 2572

Quellen: [26][27][28][29][30]

Bis in die 1860er-Jahre stagnierte die Einwohnerzahl um 400, mit dem Einzug Maffeis und der Eröffnung der Eisenbahnlinie 1865 verdoppelte sie sich bis nach dem Ersten Weltkrieg auf etwa 750 Personen.[28] Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte durch den Zuzug von Flüchtlingen eine weitere Verdopplung auf 1522 Einwohner im Jahr 1946.[27] Dank der verbesserten Verkehrsanbindung insbesondere nach München durch die Eröffnung der Autobahn 95 erfuhr die Bevölkerungszahl nach 1971 noch einmal einen deutlichen Schub. Seit 2000 hat die Gemeinde eine relativ konstante Einwohnerzahl um die 2550.[26]

Die Zahl der Lebendgeburten pro Jahr hält sich seit 1990 bei ca. 20, die Gestorbenenzahl ähnlich. Zugezogen sind durchschnittlich 185 Personen, fortgezogen meist einige Einwohner weniger.[26]

Für die Jahre von 2005 bis 2015 ergibt sich dadurch ein Bevölkerungswachstum von ca. +0,01 %, für die Jahre 2010 bis 2015 ein Wachstum von ca. +0,02 %.

Altersstruktur vom 31. Dezember 2014[26]

Alter (in Jahren) Anzahl Anteil in %
unter 6 148 5,9
06–15 201 7,9
15–18 83 3,3
18–25 183 7,2
25–30 109 4,3
30–40 267 10,5
40–50 409 16,1
50–65 611 24,1
65 und mehr 526 20,7
Gesamt 2537 100,0

Religion

Die meisten Einwohner sind römisch-katholisch (54,3 %), an zweiter Stelle folgen evangelische Christen (15,6 %).[26] Zur katholischen Pfarrei St. Vitus Iffeldorf gehört neben der Pfarrkirche St. Vitus und der Heuwinklkapelle auch die Kuratie Mariä Himmelfahrt in Nantesbuch. Das Iffeldorfer Gemeindegebiet gehört zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Penzberg,[31] deren Kirchen sich in Penzberg und Seeshaupt befinden.[32][5]

Politik
Gemeinderat

Kommunalwahl 2014

 %403020100

33,3 %33,2 %19,2 %14,3 %

CSUSPDPWGUWÖ
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2008
 %p   8   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

-7,2 %p
+7,8 %p-0,5 %p± 0,0 %p
CSUSPDPWGUWÖ

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen

Partei / Liste Wahl 2014[33] Wahl 2008[34] Wahl 2002[35] Wahl 1996[35]
Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze
CSU 33,3 % (−7,2) 5 (−1) 40,5 % (+6,5) 6 (+1) 34,0 % (+1,9) 5 (±0) 32,1 % 5
SPD 33,2 % (+7,8) 4 (+1) 25,4 % (−1,6) 3 (−1) 27,0 % (−2,6) 4 (±0) 29,6 % 4
Parteifreie Wählergemeinschaft (PWG)
ehemals Parteifreie Wählergruppe
19,2 % (−0,5) 3 (±0) 19,7 % (−5,7) 3 (±0) 25,4 % (−0,1) 3 (±0) 25,5 % 3
Unabhängige Wählergruppe – Ökoliste (UWÖ)
ehemals ÖKO-Liste
14,3 % (±0,0) 2 (±0) 14,3 % (+0,7) 2 (±0) 13,6 % (+0,8) 2 (±0) 12,8 % 2
Gesamt 100 % 14 100 % 14 100 % 14 100 % 14
Wahlbeteiligung 70,0 % (−0,7) 70,7 % (−1,1) 71,8 % (−2,9) 74,7 %

Bürgermeister

Folgende Personen waren seit der Gemeindegründung 1818 Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister von Iffeldorf:[36]

Amtszeit Name Partei Beruf Anmerkung
1818–ca. 1823 Ferdinand Polzmacher Bauer
ca. 1823–1830 Anton Höck Bauer
ca. 1830–1833 Jakob Andre Bauer
ca. 1833–1847 Dionys Zaller Bauer
1847–1856 Barthlmä Häringer Bauer
1856–1857 Ulrich Frank Bauer
1857–1861 Barthlmä Höck Bauer
ca. 1861 – mind. 1873[37] Gelasius Vogl Bauer
1870/80er-Jahre Anton Goldhofer Bauer
?–1888 Alois Wörrle Bauer
1888–1899 Georg Frank Wirt, Bauer, Privatier
1900–1904 Anton Baumgartner Bauer
1904–1933 Georg Goldhofer Bauer
1933–1945 Andreas Reinhart Bauer
1945–1966 Karl Waldherr Bauer geehrt als Altbürgermeister
1966–2008 Albert Strauß PWG Bankkaufmann geehrt als Altbürgermeister und Ehrenbürger, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse[38]
seit 2008 Hubert Kroiß CSU Förster

Nach der 42-jährigen Amtszeit von Albert Strauß wurde 2008 Hubert Kroiß ohne Gegenkandidaten mit 94 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.[39] Seine Wiederwahl 2014 erfolgte mit einem Stimmenanteil von 52,6 % bei einem Gegenkandidaten der SPD.[40]

Wappen, Banner und Gemeindesiegel
Banner

Die Gemeinde Iffeldorf führt ein Wappen, ein Banner sowie ein Siegel.

Wappen

Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß, darin ein kleeförmig ausgeschnittenes silbernes (weißes) Seeblatt, in Silber (Weiß) ein von Schwarz und Rot geteilter Schrägbalken, darüber eine blaue heraldische Lilie.“[41]

Das Wappen der Gemeinde Iffeldorf wird seit dem 30. Juli 1980 geführt, nachdem es der Gemeinderat beschlossen und die Regierung von Oberbayern zugestimmt hat. Der Wellenschildfuß mit dem Seeblatt verweist auf die um Iffeldorf gelegenen Osterseen. Die heraldische Lilie, ein Mariensymbol, erinnert an die Heuwinklkapelle. Der schwarz-rote Schrägbalken stammt aus dem Wappen der adligen Höhenkirchener von Königsdorf, die von 1385 bis 1682 die Hofmark Iffeldorf besaßen.[41] Gestaltet wurde das Wappen vom Heraldiker Peter Ziller.[42]

Banner

Das Iffeldorfer Kommunalbanner zeigt das Wappen auf rot-weiß-blauem Grund.[43]

Siegel

Das runde Gemeindesiegel enthält das Gemeindewappen und im Umlauf den Text * Bayern * Gemeinde Iffeldorf *.[44]

Partnergemeinde
Medaille zum 25-jähri­gen Partnerschafts­jubiläum – Avers

Seit dem 20. Mai 1982 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Châteaubourg in der Bretagne. Im August 1966 reisten zum ersten Mal Iffeldorfer Jugendliche im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks nach Châteaubourg, im Jahr darauf erfolgte der erste Gegenbesuch.[45]

In Iffeldorf ist der Partnerschaft ein Gedenkstein (Lage47.77111.3187) gewidmet, in Châteaubourg die Parkanlage Parc Iffeldorf (Lage48.1134944-1.3987521). Jeder zehnte Jahrestag der Begründung der Freundschaft wird mit einem Fest in einer der beiden Gemeinden begangen. Es finden regelmäßige einwöchige Besuche der Grundschüler in der jeweils anderen Gemeinde statt, auch stellten die Iffeldorfer 2009 einen Maibaum in Frankreich auf.[45]

Gemeindefinanzen

Die Gemeinde Iffeldorf ist seit mindestens 2004[46] unverschuldet und kann steigende Steuereinnahmen aufweisen. Größere Investitionen, wie der Neubau des Feuerwehrhauses 2013 bis 2015, die Erweiterung des Kindergartens 2016 und der Umbau des Deichstetterhauses zum Rathaus 2014 bis 2016 konnten daher aus den Rücklagen bestritten werden.

Gemeindefinanzen seit 2009 in 1000 Euro[26]

Merkmal 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Bruttoausgaben 3415 3726 3910 4835 4916 6919
Gemeindesteuereinnahmen 1967 2458 2238 2692 2635 3350
Gewerbesteuerumlage 60 229 130 218 158 264
Steuereinnahmekraft 2083 2753 2447 2980 2877 3774
Gemeindeschlüsselzuweisungen 0 0 35 0 0 0
Verschuldung 0 0 0 0 0 0

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kunst, Musik und Theater

Die Iffeldorfer Meisterkonzerte bilden eine Konzertreihe, die auch über Bayern hinaus Beachtung findet und vom Bayerischen Rundfunk regelmäßig aufgezeichnet wird.

Unregelmäßig wird der Kulturpreis der Gemeinde Iffeldorf verliehen: Im Jahre 2010 wurde er erstmals an den Graphiker Egbert Greven vergeben,[47] 2016 erhielt ihn der Musiker und Laienspieler Franz Schesser.[48] Im Keramik-Atelier am St.-Vitus-Platz fertigt Ruth Hartung Aufbaukeramik in Handarbeit,[49] die Werke des Holzbildhauers Erich Zimmer sind auch über die Landkreisgrenzen hinaus zu sehen.[50][51] Die Laienspielgruppe führt seit 1976 fast jedes Jahr ein meist bayerisches Stück auf.[52]

Baugeschichte und Denkmäler
Baugeschichte und Architektur

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Iffeldorf ein ruhiges und bescheidenes Bauerndorf. Die Häuser verteilten sich in Oberdorf (Hofmark) und Unterdorf (heute Osterseenstraße). Große Veränderungen begannen mit dem Einzug Joseph von Maffeis im Jahr 1861. Viele kleine Höfe gingen im sich neu bildenden Großgrundbesitz auf. Arbeiter zogen zu, das Dorf vergrößerte sich deutlich. Vor allem an der Staltacher Straße (damals Bahnhofstraße) entstanden Häuser, einige Gebäude wurden auch an der heutigen Alpenstraße, der Waldstraße und der Kocheler Straße gebaut. In Ober- und Unterdorf lebten weiterhin fast nur Bauern, in den anderen Gebieten Arbeiter des Guts Staltach und des Bergwerks Penzberg.[53] Während 1864 noch 46 Gebäude mit 41 Wohnungen gezählt wurden, waren es 1867 67 bewohnbare und 11 andere Gebäude und 1871 bereits 76 bewohnbare Häuser und 57 sonstige.[14]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden bei der großen Wohnungsnot erste größere Bauvorhaben verwirklicht. Am Bodenbach wurde 1952 ein Baugebiet ausgewiesen und 1953 ein weiteres zwischen Krankenhausstraße (Alpenstraße) und Bahnlinie. Im Jahre 1954 setzte die zweite große Bauwelle in Untereurach ein. Alle Bauherren in diesen Baugebieten mussten der Gemeinde kostenlos Grund für Straßenbau oder -erweiterungen abtreten. Ab 1957 wurde der Bereich zwischen Bahnhofstraße (Staltacher Straße) und Krankenhausstraße (Alpenstraße) mit sehr gleichförmigen Siedlungshäusern bebaut. Im Jahre 1959 wurden auch am südwestlichen Dorfrand (Hirtenweg) neue Häuser errichtet und Baupläne für Auf der Leiten und Auf der Trat erstellt. Nach der Eröffnung der Autobahn steigerte sich die Bautätigkeit in den 1970er-Jahren nochmals, es wurden viele Doppelhäuser gebaut. Ende desselben Jahrzehnts wurden im Oberdorf einige Bauernhäuser und Stadel abgebrochen und durch Einzel- und Doppelhäuser ersetzt oder in Eigentumswohnungen umgebaut. 1984 wurden neue Bauparzellen südlich der Heuwinklstraße verbilligt an Einheimische veräußert und 1991 nach langem Streit mit Natur- und Denkmalschutz bebaut. Danach entstanden immer mehr Häuser an der Sengseestraße, Auf der Leiten und am Faltergatter,[53] die individuell geplante Mehrfamilien-, Doppel- und Einfamilienhäuser waren. Im jüngsten Baugebiet Am alten Sägewerk wurde Lärmschutz aufgrund der direkt dahinter verlaufenden Bahnlinie und Staatsstraße 2538 notwendig. Dieser wurde durch eine bestimmte Anordnung der Häuser und durch bauliche Maßnahmen an den Gebäuden, die hier in modernem Stil gehalten sind, erreicht (Lage47.7800811.3294).[51]

Durch das hemmungslose Wachstum sind die ländlich-dörflichen Erscheinungsformen fast verschwunden, die wenigen verbliebenen Bauern wirken wie Relikte.[53] Fast alle ehemaligen Bauernhöfe sind zu Wohnungen umgebaut. Seit der letzten Neuausweisung von Bauland 2004 wird die Innenverdichtung weiteren Ausweisungen vorgezogen, bei zukünftigen Baugrundverkäufen werden von der Gemeinde Einheimischenmodelle bevorzugt.[51]

Denkmäler und Denkmalschutz
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Iffeldorf

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege benennt in Iffeldorf folgende Bodendenkmäler:

Denkmalnummer D-1-8233-0103: Burgstall des hohen und späten Mittelalters im Bereich Hofmark 5–747.7711311.3189
Denkmalnummer D-1-8233-0133: Untertägige spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Pfarrkirche St. Vitus47.7711411.31782 in Iffeldorf und ihres Vorgängerbaus
Denkmalnummer D-1-8233-0135: Untertägige frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Kath. Wallfahrtskapelle St. Maria47.7711511.32906 in Heuwinkl und ihres Vorgängerbaus
Denkmalnummer D-1-8233-0136: Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung im Bereich Westhang des Brandler Bichel47.7687611.32781[54]

Es bestehen zudem folgende Denkmäler im engeren Sinne:

1924 – Kriegerdenkmal für die Opfer des Ersten und später auch des Zweiten Weltkriegs, Standort Hofmark / Abzweigung Antdorfer Straße, Jägergasse47.7706211.31749
1983 – Gedenktafel zur Begründung der Partnerschaft mit Châteaubourg, Standort Schule47.77111.3187
Freizeitanlagen, Grünflächen und Naherholung
Großer Ostersee mit Herzogstand und Heimgarten
Eitzenberger Weiher
Naturschutzgebiet Osterseen mit öffentlichen Badeplätzen am Fohnsee und dem Großen Ostersee
Schlossanger
Campingplatz Fohnsee
Freibad der Stadt Penzberg am Eitzenberger Weiher
Jugendzentrum im Untergeschoss des Pfarrzentrums

Des Weiteren verläuft durch Iffeldorf der Prälatenweg.

Sport

In Iffeldorf bestehen folgende Sportanlagen:

Mehrzweckhalle, Kegel- und Schießanlage im Gemeindezentrum
Beachvolleyball-, Rollschuh-, Tennis- und Fußballplatz sowie Leichtathletik- und Eisstockanlagen an der Maffeistraße
Fußballplatz am Bahnhof
Hundesportanlage des HSV Heuwinkl am Höhenrieder Weg
Golfplatz St. Eurach um Obereurach
Golfplatz Iffeldorf um Rettenberg und Ponholz

Der 1921 gegründete Turn- und Sportverein (TSV) Iffeldorf gliedert sich in die Abteilungen Badminton, Eisstock, Fußball, Kegeln, Tennis, Tischtennis, Turnen und Volleyball.[55] Im Jahre 1979 wurde zusätzlich der Skiclub (SC) Iffeldorf gegründet, der mittlerweile auch Inlineskating- und Mountainbike-Training anbietet.[56]

Außerdem besteht der Hundesportverein (HSV) Heuwinkl, der seit dem ersten Gewinn der bayerischen Meisterschaft 1992 auch einige internationale Erfolge erzielen konnte.[57]

Am Golfplatz St. Eurach finden des Öfteren Turniere statt, bei denen auch überregional bekannte Persönlichkeiten, wie z. B. Thomas Müller, anwesend sind.[58]

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Oktober findet seit 2012 nach über 100-jähriger Pause wieder alljährlich ein Leonhardiritt zur Heuwinklkapelle statt. Seit 2008 wird auch jedes Jahr das wiederentdeckte Heilige Grab in der Karwoche aufgebaut. Ebenfalls alljährlich findet an einem Samstag um den 21. Juni ein Sonnwendfeuer statt, jedes dritte Jahr wird am 1. Mai ein Maibaum aufgestellt. Am 1. Adventssonntag findet ein Christkindlmarkt auf dem St.-Vitus-Platz statt.[59]

Leonhardiritt 2012

Leonhardiritt 2012: vor der Heuwinklkapelle

Heiliges Grab

Infrastruktur und Wirtschaft
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Im Jahre 2014 gab es im produzierenden Gewerbe 115, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 96 sowie im Bereich öffentliche und private Dienstleister 65 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 973. Im Bauhauptgewerbe gab es Ende Juni 2015 drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 neun landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 286 Hektar. Davon waren 47 Hektar Ackerland und 238 Hektar Dauergrünland.[26]

Unternehmen

Im Gewerbegebiet an der Seeshaupter Straße gibt es den Lüftungstechnikhersteller Gaugele GmbH, den Kosmetikhersteller HAGINA GmbH und eine Außenstelle von EMT Penzberg. Zudem bestehen einige handwerkliche Betriebe und mehrere Dienstleister.

Erziehung und Bildung
Der 2016 erweiterte Kindergarten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2015):[26]

Katholisches Haus für Kinder (Kindergarten, Krippe und Hort) mit 175 Kindergartenplätzen und 18 Angestellten (Träger: Kath. Kirchenstiftung Iffeldorf)[60]
Grundschule mit neun hauptamtlichen Lehrkräften und 197 Schülern in sechs Klassen (Schuljahr 2014/2015)[61][62]
Limnologische Station der TU München
Musikschule der Stadt Penzberg
Außenstelle der Volkshochschule Penzberg[63]
Verkehr
Straßenverkehr
A 95 mit Ausfahrt Penzberg/Iffeldorf

Überregional wird Iffeldorf über die Bundesautobahn 95 München – Garmisch-Partenkirchen (Ausfahrt Penzberg/Iffeldorf) erschlossen. Die Staatsstraßen 2063 (Penzberg – Seeshaupt) sowie 2538 (Iffeldorf – Untereurach; Penzberger Straße) und 2038 (Iffeldorf – Murnau) binden den Ort regional an. Besonders an Wochenenden sind die Hofmark und der Wanderparkplatz an der Jägergasse mit Ausflüglern oftmals stark überlastet.[64]

Bahnverkehr

Durch Iffeldorf führt die eingleisige Kochelseebahn von Tutzing nach Kochel, die von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 961 geführt wird. Der seit Herbst 2013[65] barrierefrei ausgebaute Bahnhof Iffeldorf (bis 2002 Bahnhof Staltach[66]) wird im Stundentakt durch Regionalbahnen zwischen Tutzing und Kochel bedient, die in der Hauptverkehrszeit nach München Hauptbahnhof verlängert werden.

Busverkehr

Es halten folgende Regionalbuslinien des RVO in Iffeldorf:[67]

Linie Verlauf
9614 Tutzing – Bernried – Seeshaupt – Iffeldorf – Penzberg
9617 Penzberg – Iffeldorf – Obersöchering – Sindelsdorf – Penzberg
9655 Weilheim – Seeshaupt – Iffeldorf – Penzberg

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Albert Strauß (* 1936), Verleihung am 10. November 2010, Altbürgermeister,[68] Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse[38]
Gabriel Haf (* 1937), Verleihung am 20. Juli 2014 zum goldenen Priesterjubiläum, Pfarrer i. R. in Iffeldorf seit 2001[69]
In Iffeldorf geboren
Markus Gattinger (1713–1753), Kunstschmied
Mit Iffeldorf verbunden
Adam Schöttl (ca. 1658–1727), „Jägeradam von Iffeldorf“, Anführer der Gebirgsschützen bei der Sendlinger Mordweihnacht
Johann Damascen von Kleimayrn (1735–1810), von 1770 bis 1772 Pfarrer in Iffeldorf
Ferdinand Hahn (1926–2015), evangelischer Theologe und Hochschullehrer, bis 2014 wohnhaft in Iffeldorf
Dieter Schingnitz (* 1940), Orgelbauer in Iffeldorf
Brigitte Roßbeck (* 1944), Historikerin und Publizistin, wohnhaft in Iffeldorf
Arnulf Melzer (* 1947), Limnologe, baute die Limnologische Station der TU München in Iffeldorf auf
Klaus Feßmann (* 1951), Musiker, Professor für Komposition am Mozarteum Salzburg, wohnhaft in Iffeldorf
Egbert Greven (* 1941), Gründer der Iffeldorfer Meisterkonzerte, Graphiker und Karikaturist,[70] Träger der Kulturpreise Iffeldorf[71] sowie Penzberg[72] und Galerist[73]
Literatur
Karl Exner, Kornelia Bukovec: Iffeldorf. Geschichte eines Dorfes. Hrsg.: Gemeinde Iffeldorf. 1994.
Ralf Gerard, Brigitte Roßbeck, Egbert Greven: Die Osterseen. Impressionen einer bayerischen Landschaft. 1996.
Kornelia Bukovec, Cornelia Zachenhuber: Iffeldorf – Geschichte eines Dorfes. In: Heimatverband Lech-Isar-Land e. V. (Hrsg.): Lech-Isar-Land. Heimatkundliches Jahrbuch 2017. Weilheim 2016, S. 17–54.
Weblinks
 Commons: Iffeldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Website der Gemeinde
Website der Pfarrei St. Vitus
Limnologische Station der TUM in Iffeldorf
Iffeldorfer Meisterkonzerte