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Geschichte
Bis zum 18. Jahrhundert

Im Jahr 1007 erwähnte erstmals Thietmar von Merseburg, der Chronist des Erzbischofes Tagino von Magdeburg, die dörfliche Siedlung mit Burgwall als „Jutriboc“. Anderthalb Jahrhunderte nach Thietmars Chronik eroberte der Magdeburger Erzbischof Wichmann den Ort (1157) und wandelte ihn in einen deutschen Burgward um, der Zentrum einer stiftsmagdeburgischen Exklave zwischen der Mark Brandenburg (Askanier) und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Askanier) war. Die Exklave entwickelte sich schnell zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum. So erhielt der Ort 1174 das Stadtrecht, das zweitälteste des heutigen Landes Brandenburg. In dieser Urkunde wird Jüterbog als Mittelpunkt der provincia Iutterbogk (Land Jüterbog) bezeichnet, als ihr Ausgangspunkt und Haupt (exordium et caput). Dieses Land (oder Ländchen) Jüterbog umfasste auch Kloster Zinna, Luckenwalde und Trebbin und erstreckte sich nach Norden hin bis zum Seddiner See vor den Toren Potsdams. Von kriegerischen Auseinandersetzungen hielt sich die Stadt eher fern, stattdessen wurden Soldaten gestellt oder Ausgleichszahlungen geleistet.[4]

Um 1350 ist in Jüterbog „vor dem Zinnaer Tor“ ein mittelalterliches Leprosorium (ein Siechenhaus und ein Hospital) nachweisbar. Die Kapelle des Leprosoriums wurde im Jahr 1523, das Hospital 1711 abgerissen.[5]

Nach dem Stadtbrand 1478 wurde der Wiederaufbau durch die Magdeburger Erzbischöfe gefördert. Jedoch forderte die Pest in den Jahren 1637 und 1639 sowie eine damit einhergehende Hungersnot erhebliche Opfer. Die Anzahl der Einwohner sank von 4.000 auf rund 300.

Von 1517 an ist nachgewiesen, dass der Ablassprediger Johann Tetzel im Auftrag des Erzbischofs von Mainz an mehreren mitteldeutschen Orten auftrat, darunter in Jüterbog. Dies war ein Anlass, der zu Martin Luthers 95 Thesen führte und damit zur Reformation.[6]

Während des Dreißigjährigen Kriegs kam Jüterbog 1635 durch den Prager Frieden an Kursachsen. Am 21. November 1644 besiegten in der Schlacht bei Jüterbog die Schweden unter Lennart Torstensson die Kaiserlichen unter Matthias Gallas, die den Dänen zu Hilfe kommen wollten. Die kaiserliche Armee löste sich dabei faktisch auf. Nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648 lag Jüterbog wie viele andere Städte darnieder, und hatte seine alte Bedeutung endgültig eingebüßt. Von 1657 bis zu Rückkehr nach Kursachsen 1746 gehörte Jüterbog zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels.

Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) brachte erneut Elend nach Jüterbog. In den Häusern wurden bis zu 100 Soldaten versorgt, die sämtliche Vorräte aufbrauchten. Nach dem Krieg wurde Kloster Zinna als preußische Weberstadt vor den Toren des sächsischen Jüterbog gegründet. Zeitgleich entwickelte sich das benachbarte Luckenwalde langsam zum Industriestandort. Die auf dem Handwerk beruhende Wirtschaft Jüterbogs brach zusammen, und die Stadt verarmte zusehends. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt zogen französische Truppen durch Jüterbog, die auf dem Weg nach Berlin waren.

19. Jahrhundert

Im Wiener Kongress musste das Königreichs Sachsen 1815 seine Nordhälfte einschließlich Jüterbog als Kriegsentschädigung an Preußen abtreten. Das sächsische Amt Jüterbog (zum Fürstentum Sachsen-Querfurt gehörig) und der preußische Kreis Luckenwalde vereinigten sich zum Landkreis Jüterbog-Luckenwalde, Kreissitz wurde Jüterbog. Als Ausweg aus wirtschaftlicher Not bat die Bürgerschaft seit 1824 um die Stationierung von Soldaten, die die Kommune versorgen könnte. Erst 1832 ist mit der Einquartierung von Teilen der preußischen 3. Artillerie-Brigade die Bitte erfüllt worden. 1841 wurde der Bahnhof Jüterbog an der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn eröffnet und 1897 eine Pferdebahn der Jüterboger Straßenbahn-Gesellschaft. Als diese 1928 durch Omnibusse abgelöst wurde, war sie eine der letzten ihrer Art in Deutschland gewesen.

Ab 1864 konnte die in Jüterbog stationierte Artillerie auf der nördlich gelegenen Birkheide einen eigenen Schießplatz nutzen. In der Gemeinde Niedergörsdorf wurden 1870 vom preußischen Militär Flächen für zwei Barackenlager angekauft. Hier wurde die Jüterboger Artillerieschule gegründet.[7] Die beiden Militärsiedlungen gehörten zum Militär-Gutsbezirk „Schießplatz Jüterbog“. Im Jahr 1893 erhielt Jüterbog Anschluss an die Königlich Preußische Militär-Eisenbahn.

Die Heilig-Geist-Kapelle auf dem Heilig-Geist-Platz fiel 1870 einem Brand zum Opfer. Von 1820 bis 1874 hatte sich die Einwohnerzahl auf etwa 6800 verdoppelt.

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg befanden sich bei Niedergörsdorf zwei Luftschiffhallen. Dort wurde 1933/34 der Flugplatz Altes Lager errichtet. 1934/35 entstand mit dem Fliegerhorst Jüterbog-Damm ein weiterer Militärflugplatz.

Im Nationalsozialismus hatten Rechtsreferendare von 1933 bis 1939 einen Ausbildungsabschnitt zentral im eigens hierfür auf dem Gelände des Neuen Lagers eingerichteten Gemeinschaftslager Hanns Kerrl abzuleisten: Schätzungsweise rund 20.000 junge Juristen, darunter auch Sebastian Haffner und Karl Carstens, mussten als Pflichtprogramm während ihrer Ausbildung hieran teilnehmen und wurden acht Wochen lang im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie geschult. Weiterhin wurden die Kasernen der preußischen Armee wieder genutzt.

Im März/April 1945 wurde in Jüterbog der letzte Großverband der deutschen Wehrmacht, die RAD-Infanterie-Division „Friedrich Ludwig Jahn“ aufgestellt. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges blieb die Stadt weitestgehend verschont. Erst am 18. April 1945 erfolgte durch die US Air Force ein größerer Bombenangriff, der vor allem die Bahnanlagen zum Ziel hatte und von dem die Innenstadt nicht betroffen war. Am 20. April besetzte die Rote Armee Jüterbog ohne schwere Kämpfe.

Mit der Kapitulation Deutschlands und der Neuordnung durch die Siegermächte verlor die Stadt vorerst den Kreissitz an Luckenwalde, erhielt ihn aber 1952 zurück. Die territoriale Neugliederung in Bezirke ließ zwei Kreise entstehen, den Kreis Jüterbog und den Kreis Luckenwalde (beide Bezirk Potsdam). Durch die Stationierung von Streitkräften der UdSSR blieb Jüterbog eine Garnisonstadt.

Die industrielle Entwicklung beschränkte sich auf die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und die Instandhaltung bzw. Mechanisierung dieses Wirtschaftszweiges. Die Reformen der Gorbatschow-Ära und ein Staatsvertrag zwischen der DDR und der UdSSR führten bereits im Mai 1989 zum Abzug der 32. Garde-Panzerdivision „Poltawa“. Die politische Wende in der DDR beendete die militärische Tradition. 1994 verließ der letzte Soldat die Region.

Eingemeindungen

Am 1. Juni 1936 wurde das westlich angrenzende Dorf Damm in die Stadt eingemeindet, und am 1. Juli 1950 folgte die Eingemeindung des östlich angrenzenden Dorfes Neumarkt.[8] Am 31. Dezember 1997 wurden die bisher selbstständigen Orte Grüna, Kloster Zinna, Markendorf (mit dem am 1. Juli 1950 eingemeindeten Ort Fröhden), Neuheim, Neuhof und Werder in die Stadt Jüterbog eingegliedert.[9]

Ortsname

Der Name hat eine ganze Reihe von Deutungen erfahren. Die Diskussion darüber ist letztlich immer noch nicht abgeschlossen.

Die sehr weit verbreitete Deutung, dass der Name vom slawischen Jutrobog „Morgengott“ (nach jutro „Morgen“ und bog „Gott“) abgeleitet sei, findet sich schon bei Melanchthon im 16 Jahrhundert und fand Eingang in das Zedler-Universallexikon von 1732 bis 1754 und damit in die folgende Literatur.[10] Eine solche Erklärung legte die Schlussfolgerung nahe, an diesem Ort sei eine westslawische Gottheit verehrt worden, bevor diese Stätte von deutscher Seite (vermutlich durch Otto I.) erobert und unter Wahrung des slawischen Namens christianisiert worden war. Jedoch verehrten die Slawen keinen Morgengott (= Jutrobog).

Eine andere Deutung gründet ebenfalls auf einen slawischen Ursprung, wobei nur die Endung bog (in der Rückführung auf das Altsorbische) auf bok „Seite, Flanke, Abhang“ verkürzt etymologisch anders abgeschlossen wird.

Schlimpert (1991) schlägt eine andere Erklärung vor.[11] Er weist darauf hin, dass Jüterbog nicht nur der Name der Stadt ist, sondern auch der Name einer mittelalterlichen terra (Landschaft, meist auch Herrschaftsbereich) und ein Gewässername. Gewässernamen seien häufig die Grundlage für die Bildung von Landschaftsnamen und davon wiederum abgeleitet auch für Städtenamen. Die Grundform -bok ist in mehreren polnischen Gewässernamen enthalten und wird von der polnischen Forschung als Ableitung von einem germanischen Gewässernamen baka oder baki „Bach“ erklärt. Andere polnische Forscher halten die Grundform -bok für ein aus dem Germanischen entlehntes Appellativum, das Eingang in die slawische geographische Terminologie gefunden hat. Deshalb bringt Schlimpert zur Diskussion, ob Jüterbog nicht ein aus dem Germanischen stammender Gewässername sein könnte. 1307 wird ein Abschnitt oder einer der Nebenarme der Nuthe als Juterboch bezeichnet. Wenn also der Bestandteil -bog sich von germanisch -bak herleiten lässt, ist dies auch für den ersteren Namensbestandteil Jutro- nicht auszuschließen. Schlimpert verweist auf den Itter, einen rechten Nebenfluss des Neckars, der in den oberen Abschnitten auch die Namen Euterbach bzw. Itterbach trägt. Er wird 628 als Jutraha und 798 als Utraha urkundlich genannt. Denkbar ist eine Verbindung des Namensbestandteils Jutr- mit der indoeuropäischen Wurzel aued-/aud-/ud- mit r-Erweiterung, etwas in udros = Wassertier (vgl. der Gewässername Otter, Nebenfluss der Bever). Schlimpert favorisiert somit die Deutung, dass die einwandernden Slawen einen germanischen Gewässernamen Utr-bak/Iutr-bak vorfanden, den sie slawisch umdeuteten und als (slaw.) jutro „Morgen“ und bok „Seite“ übernahmen. Der Gewässername wurde später auf die terra und die Stadt übertragen. Im Raum Jüterbog wurden spätvölkerwanderungszeitliche und frühslawische Funde gemacht, die für einen Kontakt von verbliebener germanischer Bevölkerung und einwandernden Slawen sprechen.

Der im Wappen geführte Bock beruht nur auf Volksetymologie.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 6 803
1890 7 211
1910 7 632
1925 9 678
1933 10 355
1939 12 595
1946 15 137
1950 15 912
1964 14 275
1971 13 882
Jahr Einwohner
1981 12 899
1985 12 566
1989 12 452
1990 12 272
1991 12 065
1992 12 051
1993 11 948
1994 11 608
1995 11 440
1996 11 330
Jahr Einwohner
1997 14 021
1998 13 865
1999 13 917
2000 13 875
2001 13 804
2002 13 604
2003 13 449
2004 13 345
2005 13 141
2006 13 075
Jahr Einwohner
2007 12 942
2008 12 830
2009 12 740
2010 12 668
2011 12 211
2012 12 142
2013 12 131
2014 12 270
2015 12 314

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[12][13] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Jüterbog besteht aus 22 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 44,0 % zu folgendem Ergebnis:[14]

Partei / Liste WG Für Jüterbog LINKE SPD Wir sind Jüterbog BV* CDU AWJ** FDP EB*** Hüttner
Stimmenanteil 22,0 % 20,1 % 19,6 % 10,3 % 7,7 % 7,0 % 6,7 % 3,3 % 3,2 %
Sitze 5 4 4 2 2 2 1 1 1

* Bauernverband Teltow-Fläming    ** Aktive Wählergruppe Jüterbog   *** Einzelbewerber

Folgende Fraktionen haben sich gebildet: Für Jüterbog, Die Linke, SPD, Wir sind Jüterbog, CDU, Vereinigte Fraktion.

Bürgermeister

Arne Raue (parteilos) wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 25. September 2011 mit 54,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 48,2 %).[15]

Städtepartnerschaften

Jüterbog unterhält Städtepartnerschaften mit Waldbröl in Nordrhein-Westfalen und Aßlar in Hessen.

Wappen

Das Wappen wurde am 10. März 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In von Silber und Rot geteiltem Schild ein springender schwarzer Bock mit goldenen Hörnern und Klauen.“[16]

Flagge

Die Flagge ist weiß-rot gestreift mit dem mittig aufgelegten Wappen der Stadt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur
Franziskaner-Mönchenkirche
Gutshaus Kaltenhausen in Kloster Zinna

In der Liste der Baudenkmale in Jüterbog und in der Liste der Bodendenkmale in Jüterbog stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmäler.

Bauwerke
Stadtkirche St. Nikolai (gotisch)
Stadtbefestigung mit drei Stadttoren, davon zwei mit Zwinger (siehe Stadtbefestigung Jüterbog)
Rathaus (Backstein-Gotik) mit Mauritiusplastik
Liebfrauenkirche (zeitweise Klosterkirche der Zisterzienserinnenabtei Jüterbog)
Mönchenkirche
Hedwigskirche (katholisch)
Haus Dr. Estrich (Architekt: Konrad Wachsmann)
Geschichtsdenkmale
Gedenktafel am Rathaus
Mittelalterliches Steinkreuz am Hexentanzplatz im Stadtteil Neumarkt.
Denkmal von 1957 in der Schillerstraße für die Widerstandskämpfer der Stadt Jüterbog gegen den Faschismus
Gedenktafel am Rathaus am Markt für vier namentlich genannte Widerstandskämpfer
Zwei Gedenksteine von 1975/76 für 14 polnische Zwangsarbeiter auf dem Südfriedhof am Waldauer Weg
Naturdenkmale

Siehe Liste der Naturdenkmale in Jüterbog

Schlosspark, eine denkmalgeschützte Anlage, deren Namen auf eine mittelalterliche Burg zurückgeht
Jüterbog in Literatur und Kunst
Sagen und Märchen: Der Schmied von Jüterbog
Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
Albert Emil Brachvogel: Der deutsche Michael
Walter Petri und G. Ruth Mossner: Die Güterlok aus Jüterbog (Kinderbuch)
Loni Heuser: Mein Herz flammt wie ein Blütenstock für Jüterbog (Text: Helmuth Krüger)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr

Jüterbog liegt an den Bundesstraßen 101 (Luckenwalde–Herzberg (Elster)), 102 (Treuenbrietzen–Dahme/Mark) und 115 (nach Baruth/Mark). Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle Ludwigsfelde-Ost an der A 10 (südlicher Berliner Ring) befindet sich etwa 45 km nördlich, die Anschlussstelle Niemegk an der A 9 (Berlin–München)etwa 35 km westlich von Jüterbog.

Der Bahnhof Jüterbog liegt an den Bahnstrecken Berlin–Halle, Jüterbog−Röderau und Jüterbog–Beelitz. Er wird von der Regionalexpresslinie RE 3 (Stralsund / Schwedt–Berlin–Elsterwerda-Biehla / Lutherstadt Wittenberg) und der Regionalbahnlinie RB 33 (Berlin-Wannsee–Jüterbog) bedient.

Die Bahnhöfe Grüna-Kloster Zinna und Forst Zinna an der Strecke Berlin–Halle wurden 1994 geschlossen.

Die Bahnstrecke Jüterbog–Dahme (Mark) mit den Bahnhöfen Jüterbog Zinnaer Vorstadt, Bürgermühle, Markendorf und Markendorf Ost wurde 1963 stillgelegt. Es folgte 1993 der Bahnhof Werder (b Jüterbog) an der Strecke Jüterbog–Zossen.

Sport

Im Juni 2001 wurde die Fläming-Skate-Strecke über 175 km durch den Landkreis eröffnet und ist heute Ziel zahlreicher Wochenendtouristen, die die mindestens zwei Meter breite asphaltierte Strecke zum Inlineskaten nutzen. 2005 fanden in Jüterbog die Europameisterschaften im Speedskating statt. Nun befindet sich hier auch eine Skate-Arena, die direkt an der Skaterbahn liegt.

An der Straße nach Neuheim befindet sich eine Motocross-Strecke.

Seit 1992 ist Jüterbog Landesstützpunkt für Leichtathletik. Die Wettkampfstätte „Sportplatz Am Rohrteich“ befindet sich im Stadtteil Damm an der Dennewitzer Straße. 2007 und 2008 wurden hier die Weltmeisterschaften im Ultra-Stein-Stoßen durchgeführt.

Für Wanderer führt der rund 11 Kilometer lange Spitzbubenweg um die Kleinstadt.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Hans Peter Hallwachs (2008)
Peter Hafftiz (1525–1601), Schulmann und Historiker
Hans XIV. von Rochow (1596–1660), Gutsherr und Kompanieführer des ersten stehenden Heeres der Mark Brandenburg
Johann Deutschmann (1625–1706), Theologe
Christian Vater (1651–1732), Mediziner
Tobias Eckhard (1662–1737), Pädagoge und Philologe
Friedrich Gottlob Hayne (1763–1832), Botaniker
Emanuel Gottlieb Flemming (1772–1818), Begründer des sächsischen Blindenwesens
Carl Friedrich Flemming (1799–1880), Psychiater
Johann Friedrich von Brandt (1802–1879), Naturforscher
Wilhelm Wilmanns (1842–1911), Germanist
Gustav Wilmanns (1845–1878), Epigraphiker
Georg Kleinecke (1852–1900), Schauspieler
Max Kämper (1879–1916), Höhlenforscher
Gustav Schumann (1879–1956), Politiker (SPD), Reichstagsabgeordneter
Eberhard Schmidt (1891–1977), Rechtswissenschaftler
Georg Kempff (1893–1975), Kirchenmusiker
Wilhelm Kempff (1895–1991), Pianist und Komponist
Rolf Becker (1920–2014), Verleger
Helmut Sakowski (1924–2005), Schriftsteller
Kurt Krüger (1925–2006), Diplomat, Botschafter der DDR in Afghanistan (1982–1986)
Ulrich Wegener (1929–2017), erster Kommandeur der GSG 9
Werner Pfeil (* 1937), Leichtathlet
Hans Peter Hallwachs (* 1938), Schauspieler
Bodo Dieckmann (* 1952), Archäologe
Frank Göse (* 1957), Historiker
Tim Kleindienst (* 1995), Fußballspieler
Mit Jüterbog verbundene Persönlichkeiten
Johann Tetzel (1465–1519), Ablassprediger
Thomas Müntzer (um 1489–1525), Theologe
Philipp Melanchthon (1497–1560), Reformator
Hans Kohlhase (um 1500–1540), Vorbild für Kleists Michael Kohlhaas
Georgius Koppehele (1538–1604), Theologe und Stifter der gleichnamigen Familienstiftung
Albrecht von Wallenstein (1583–1634), Feldherr im Dreißigjährigen Krieg
Johann Gottlob Werner (1719–1781), evangelischer Theologe
Fritz Eunike (1831–1892), Kommandant auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog
Gustav Schalk (1848–1929), Schriftsteller
Erich Sturtevant (1869–1947), Maler, Regionalhistoriker
Karl Themel (1890–1973), Theologe, Mitbegründer der Deutschen Christen
Konrad Wachsmann (1901–1980), Architekt
Henry Maske (* 1964), Boxer
Literatur
Horst Baltzer: Familienbuch Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming), Brandenburg, 1600 bis 1900. 5 Bände. Leipzig: AMF 2011 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 63)
Johann Carl Brandt: Geschichte der Kreisstadt Jüterbogk und ihrer Umgebung von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten. Nach zuverlässigen Nachrichten entworfen und herausgegeben. 3 Bände. Auf Kosten des Verfassers, Torgau 1826–1830. (Digitalisat Band 2)
Johann Carl Brandt: Kurze Geschichte der Kreisstadt Jüterbog von den ältesten bis auf die neuesten Zeiten. Eine Gedenk- und Gelegenheitsschrift zur Erinnerung an die vor 300 Jahren der Stadt und dem ehemaligen Stift Magdeburg ertheilte lutherische Religionsfreiheit. Colditz in Commission, Jüterbog 1840, (GoogleBooks).
Marie-Luise Buchinger, Marcus Cante: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Landkreis Teltow-Fläming 17.1 = Stadt Jüterbog mit Kloster Zinna und Gemeinde Niedergörsdorf. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms, 2000. ISBN 978-3-88462-154-7
Carl Christian Heffter: Urkundliche Chronik der alten Kreisstadt Jüterbock und ihrer Umgebungen, namentlich des Klosters Zinna, der Fabrikstadt Luckenwalde, der Herrschaft Baruth, der vormaligen Herrschaft Dahme, des Ländchens Beerwalde und auch der Stadt Treuenbrietzen. A. M. Colditz, Jüterbock 1851, Digitalisat.
Fritz Geisthardt: Jüterbog. In: Gerd Heinrich (Hrsg.): Berlin und Brandenburg. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. 10. Band. Kröner, Stuttgart 1973, ISBN 3-520-31101-1, S. 229–233.
Erich Sturtevant: Chronik der Stadt Jüterbog. Kommissionsverlag Otto Mewes, Jüterbog 1935.
Henrik Schulze: Jüterbog. Eine Chronik in Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1991, ISBN 3-89264-532-9.
Folker Schmerbach: Das „Gemeinschaftslager Hanns Kerrl“ für Referendare in Jüterbog 1933–1939. Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149585-4.
Henrik Schulze: Militärgeschichte Jüterbog: Jammerbock I von den Anfängen bis 1918. Projekt +Verlag Dr.E.Meißler, Hoppegarten 2014, ISBN 978-3-932566-74-5
Weblinks
 Commons: Jüterbog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Güterbock in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Garnisongeschichtsverein Jüterbog „St. Barbara“ e. V. mit weiteren Texten und Fotos zur Geschichte des Militärs im Raum Jüterbog.