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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Kelkheim nicht vorenthalten.

Geschichte

Als Stadt ist Kelkheim (Taunus) noch vergleichsweise jung. Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Stadtteile erfolgten schon relativ früh:

0780 – Fischbach und das heutige Münster als Liderbach
0874 – Hornau
0880 – Kelkheim
1285 – Eppenhain
1294 – Ruppertshain.

Die Aufwertung zur Stadt erfolgte jedoch erst zum 1. April 1938, als der Oberpräsident der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Philipp Prinz von Hessen, die Eingemeindung von Münster und Hornau nach Kelkheim verfügte und der so entstandenen Großgemeinde gleichzeitig die Stadtrechte verlieh.

Die insgesamt 5300 Einwohner fragte dabei jedoch niemand, was vor allem in Münster zu großem Unmut führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich dann auch Münsterer Bürger, ihre Eigenständigkeit zurück zu erlangen. Erfolglos: Trotz einer Unterschriftensammlung bestätigte die Landesregierung den für eine Stadtentwicklung wichtigen Zusammenschluss.

Im November 1947 wurden die Stadtteile Kelkheim-Süd und Kelkheim-Nord in „Kelkheim/Ts.-Münster“ und „Kelkheim/Ts.-Hornau“ umbenannt.[3]

Seine heutige Gestalt mit sechs Stadtteilen erhielt Kelkheim dann im Zuge der Hessischen Gebietsreform. Am 1. Januar 1977 schlossen sich die Stadt Kelkheim und die bis dahin selbständigen Gemeinden Fischbach und Rossert zur neuen Stadt Kelkheim zusammen.[4]

Auch hierbei gab es Widerstände. So hatten sich Ruppertshain und Eppenhain am 31. Dezember 1971 zur Gemeinde Rossert zusammengeschlossen, um dem Zusammenschluss mit Kelkheim zu entgehen.[4]

Am 1. Januar 1978 wurde der Name der Stadt amtlich in Kelkheim (Taunus) geändert.[4]

Ofterdingenbrunnen vor dem Rathaus von Kelkheim. Der 1974 von der Stuttgarter Bildhauerin Angelika Wetzel gestaltete Brunnen erinnert an Heinrich von Ofterdingen
Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen (jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohnerzahl
1998 26.345
1999 26.500
2000 26.755
2001 26.894
2002 26.863
2003 26.835
2004 26.945
2005 27.004
2006 27.100
2011 28.460
2012 27.982
2013 28.894
2015 29.148
2016 29.459

Politik
Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Parteien und Wählergemeinschaftenb 2016 2011 2006 2001 1997
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteilab Sitze
Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative UKW 40,7 18 27,1 12 16,6 8 13,8 6 11,4 5
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 32,6 15 45,3 20 47,5 21 48,4 22 42,0 20
Freie Demokratische Partei FDP 12,3 6 8,1 4 10,1 5 9,0 4 7,8 4
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 9,5 4 19,5 9 18,3 8 20,9 10 22,2 10
Freie Wähler Kelkheim FW 4,9 2
Freie Wählergemeinschaft Kelkheim FWG 4,9 2 4,9 2 5,6 3
Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD 2,6 1 3,0 1 6,7 3
Anteil ungültiger Stimmen 2,9 3,0 2,1 2,0 1,4
Sitze gesamt 45 45 45 45 45
Wahlbeteiligung 52,8 % 49,9 % 47,0 % 55,4 % 65,8 %

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016

     

Insgesamt 45 Sitze SPD: 4 FDP: 6 CDU: 15 UKW: 18 FW: 2

a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b In der Tabelle fehlt 1997 FORUM mit 4,4 %.
Magistrat

Der Kelkheimer Magistrat setzt sich in der Wahlperiode 2016/21 aus einem hauptamtlichen und elf ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die von UKW (fünf), CDU (vier), SPD (eins) und FDP (eins) gestellt werden.

Bürgermeister

Bürgermeister von Kelkheim ist Albrecht Kündiger (UKW), der seit dem 1. Juli 2015 im Amt ist. Kündiger ist seit dem Zweiten Weltkrieg der erste Kelkheimer Bürgermeister, der nicht von der CDU gestellt wird. Er setzte sich in der Stichwahl am 28. Juni 2015 mit 60,8 % gegen Sabine Bergold (CDU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 49 %. Im ersten Wahlgang am 14. Juni 2015 schied zuvor Patrick Falk (FDP) aus, der in Kelkheim als unabhängiger Kandidat antrat. Er erhielt 11 % der Stimmen. Bereits im ersten Wahlgang lag Kündiger mit 46,2 % vor Bergold mit 42,8 %. Die Wahlbeteiligung betrug 47 %.

Amtsvorgänger von Albrecht Kündiger war Thomas Horn (CDU), der vom 1. Juni 1995 bis 30. Juni 2015 im Amt war.

Wappen

Das Kelkheimer Wappen ist in vier Felder unterteilt, das obere heraldisch rechte Feld zeigt ein silbernes, sechsspeichiges Rad auf rotem Hintergrund (Mainzer Rad). Das Feld oben links zeigt ein rotes Horn vor silbernem Hintergrund. In den beiden Feldern unten wird ein Hufeisen in den wechselnden Farben Rot und Silber dargestellt.
Nach dem Zusammenschluss der drei Gemeinden Kelkheim, Hornau und Münster am 1. April 1938 zur Stadt Kelkheim wurde auch beschlossen, ein Stadtwappen entwickeln zu lassen. Durch den Zweiten Weltkrieg verzögerte sich dieses Vorhaben, so dass der Stadt Kelkheim erst am 19. Juni 1950 ihr neues Stadtwappen verliehen werden konnte.[8]

Um das Zusammenwachsen der drei vormals unabhängigen Gemeinden zu symbolisieren, setzt es sich aus ehemaligen Ortszeichen der drei damaligen Stadtteile Kelkheim, Hornau und Münster zusammen. So war das Hufeisen ein altes Symbol der Gemeinde Kelkheim, welches bereits 1668 durch ein Siegelabdruck belegt wird. Das Horn wurde als „redendes“ Zeichen für den Ortsnamen Hornau gewählt. Das Rad stellt das Mainzer Rad dar, das Wappen des Kurfürstentums Mainz, zu dem Münster seit 1450 (erstmalige Nutzung des Mainzer Siegels 1694) bis zur Säkularisation 1803 gehörte. Nach der Eingemeindung von Fischbach, Ruppertshain und Eppenhain am 1. Januar 1977 stand die Entwicklung eines neuen Stadtwappens zur Diskussion, dies wurde allerdings mit der Begründung abgelehnt, dass die neuen Stadtteile bereits mit dem Mainzer Rad repräsentiert seien, da diese ebenfalls zwischen 1581 und 1803 zum Kurfürstentum Mainz gehörten.

Flagge

Die Flagge wurde am 22. Oktober 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Flaggenbeschreibung: „In einer weißen Mittelbahn, die von roten Streifen eingefaßt ist, das rot und weiß quadrierte Kelkheimer Wappen mit Rad, Horn und Hufeisen.“[9]

Partnerstädte
Saint-Fons, Frankreich, seit 1971
High Wycombe, Vereinigtes Königreich, seit 1985
Verkehr
Bahnhof Kelkheim

Kelkheim besitzt drei Haltebahnhöfe der Königsteiner Bahn, eine S-Bahn-ähnliche Vorortbahn, die im 30-Minuten-Takt von Königstein über Kelkheim und Frankfurt-Höchst zum Frankfurter Hauptbahnhof fährt. Betreiber dieser Bahnstrecke war die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE), die 2006 in Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) umbenannt wurde.

Die Transdev betreibt im Frankfurter Westen zahlreiche Buslinien. Die Linie 804 des Rhein-Main-Verkehrsverbunds bedient alle sechs Stadtteile. Außerdem fahren die Linien 263 und 815, sowie durch Ruppertshain zusätzlich die Linien 81, 83 und 805 durch Kelkheim.

Durch das Kelkheimer Stadtgebiet verlaufen die Bundesstraßen 8 (Frankfurt–Limburg, in Richtung Frankfurt autobahnähnlich ausgebaut), 455 (Wiesbaden–Bad Homburg) und 519 (Rüsselsheim am Main–Königstein). Auf der Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Wiesbaden) gibt es eine Abfahrt Kelkheim, die aber auf dem Gebiet von Frankfurt-Unterliederbach liegt.

Stadtbild
Neue Stadtmitte Süd von Norden aus gesehen
Blick auf den Gimbacher Hof
Ehem. Franziskanerkloster
Rettershof

Kelkheim-Mitte besitzt eine verkehrsberuhigte Einkaufsstraße, die Bahnstraße. Im Süden des Stadtteils wurde im November 2008 die Neue Stadtmitte an der Frankenallee eröffnet. Die Hauptstraße der Stadt ist die Frankfurter Straße, die Kelkheim-Mitte und Münster von Norden nach Süden durchzieht.

Sehenswürdigkeiten
Franziskanerkloster (1909, neuromanisch). Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt; gestiftet von Gräfin Julie von Quadt-Wykradt-Isny (1859–1925)
Stadthalle (1948)
Ehemaliges Kaiserliches Postamt, Friedrichstraße
Rettershof, mittelalterliches Hofgut, bei Fischbach
In der Nähe des Rettershofs befinden sich etwa 3500 Jahre alte Hügelgräber
Gimbacher Hof, zwischen Fischbach und Kelkheim-Mitte, Hofgut und beliebtes Ausflugslokal
Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit Fischbach (1781) mit frühmittelalterlichem (7. Jh.) Grabstein vom ehemaligen Gimbacher Kirchhof
Altes Rathaus Münster, prächtiger Fachwerkbau (1789)
Direkt daneben die klassizistische Pfarrkirche St. Dionysius (1811)
Ortskern Hornau (Hornauer Straße), mit dem ältesten Haus der Stadt (1568)
Hofgut (in Hornau) und Gräber der Familie von Gagern (Heinrich von Gagern war 1848/49 Präsident der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche)
Neben dem Gagernhaus steht die alte Hornauer Martinskirche von 1725
Ehemalige Lungenheilstätte in Ruppertshain (Gerhard-Domagk-Klinik, heute Kulturzentrum Zauberberg)
Atzelbergturm, 31 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Atzelberg oberhalb des Stadtteils Eppenhain, ist am 5. August 2008 abgebrannt (vermutlich Brandstiftung).
Museum Kelkheim, Sammlung für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte[10]
technikum29, privat geführtes Museum für Rechner, Computer und Kommunikationstechnik[11]
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kelkheim (Taunus)
Siehe auch: Route der Industriekultur Rhein-Main Main-Taunus-Kreis
Wirtschaft

Kelkheim ist bekannt als Stadt der Möbel. Zahlreiche mittelständisch geprägte Familienunternehmen produzieren und verkaufen bis heute in Kelkheim Möbel, speziell qualitativ gehobene Einrichtungsgegenstände und Stilmöbel. Bekanntestes Produkt war und ist der Frankfurter Schrank. Bis 1997 fand zudem einmal im Jahr in Kelkheim eine überregional bedeutende Möbelausstellung statt. Des Weiteren sind in Kelkheim Unternehmen der Papierindustrie und des Werkzeugbaus sowie kleinere und größere Handwerksbetriebe ansässig.

Bedeutende Unternehmen
Alcoa Inc.
Rothenberger Werkzeuge GmbH
Papyrus Deutschland
Kultur

Kelkheim hat ein lebhaftes kulturelles Leben mit Konzerten von Klassik bis Rock, Lesungen, Kabarett und Theateraufführungen, die von der Kelkheimer Kulturgemeinde e. V. bzw. vom Kulturreferat der Stadt veranstaltet werden.[12] Darüber hinaus hat Kelkheim ein Filmtheater mit zwei modernen Kinosälen, welches ehrenamtlich von einem Verein betrieben wird.

Ende der 1990er Jahre wurde in Kelkheim die Rockband Verlen gegründet.

Sport

Bei der Stadt Kelkheim (Taunus) gibt es rund 30 Sportvereine. Zusammen zählen sie ungefähr 12.000 Mitglieder.
Mit der TSG Münster besitzt Kelkheim eine früher erfolgreiche Herren-Handballmannschaft, die zwischen 2005 und 2011 in der 2. Handball-Bundesliga spielte. Verschiedene andere Sportvereine bieten ein großes Angebot an Breitensport, auch die örtlichen Wandervereine erfreuen sich großer Beliebtheit.

Die SG Kelkheim Lizzards gehören zu den erfolgreichsten Flag Football-Teams in Deutschland.

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Matthias Kribben (* 1960), Schachfunktionär und Fernschachspieler
Ole Puppe (* 1969), Schauspieler
Personen, die vor Ort gewirkt haben
Christine Hohmann-Dennhardt (* 1950 in Leipzig), Vorstandsmitglied der Daimler AG
Johannes Baron (* 1966 in Baden-Baden), ehem. Regierungspräsident des Regierungsbezirks Darmstadt
Pascal Roller (* 1976 in Heidelberg), ehemaliger Basketball-Nationalspieler
Weblinks
 Commons: Kelkheim (Taunus) – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Kelkheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Internetauftritt der Stadt Kelkheim (Taunus)
Kelkheim, Main-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Literatur über Kelkheim in der Hessischen Bibliographie
Literatur von und über Kelkheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek