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Geschichte
Kleinheubach („Heubach“) in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)
Bis zur Gemeindegründung

Die Siedlung Heydebah wurde im Jahr 877 erstmals urkundlich erwähnt. Grabungsfunde weisen jedoch auf eine Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit hin.

Kleinheubach lag an der alten Geleitstraße Nürnberg–Frankfurt. Eine Furt durch den Main ermöglichte einen Anschluss an den Eselsweg von Großheubach nach Schlüchtern.

Kleinheubach war die Nachbarsiedlung der Stadt Wallhausen, die bis 1247 bestand. Wallhausen war auf den Ruinen des Römerkastells Altstadt an der heutigen Grenze von Kleinheubach und Miltenberg entstanden, nachdem die Franken im 3. Jahrhundert nach dem Alemannensturm das Maintal erobert hatten. Mit dem Untergang Wallhausens begann der wirtschaftliche und politische Aufstieg von Kleinheubach.

Der Ort war Königsgut und wurde von Pfalzgrafen verwaltet. Die Grafen von Rieneck erhielten ihn als Lehen. Graf Philipp III. von Rieneck führte 1556 in Kleinheubach die Reformation ein.[4]

Durch Erbfolge wurden die Grafen von Erbach 1559 neue Lehensherren.[5] Diese bauten in Kleinheubach ihren Wohnsitz, die Georgenburg.

Kleinheubach war ab 1560 Sitz eines Zentgerichts der Grafen von Erbach. Auf einer Anhöhe über dem Main wurde 1561 ein Galgen errichtet, unter dem 1619 erstmals eine Hexenhinrichtung vollzogen wurde. Eine der ursprünglich drei Steinsäulen dieses Galgens steht heute noch.[6]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kleinheubach durch einen Großbrand am 24. April 1627 zerstört. Plündernde Soldaten hatten Feuer gelegt. Das Rathaus und 40 Wohnhäuser brannten ab. Zeitweise war der Ort beinahe unbewohnt.[4]

Fürst Dominik Marquard zu Löwenstein-Wertheim erwarb 1721 die Herrschaftsrechte über Kleinheubach für 108.000 Gulden. An Stelle der ehemaligen Georgenburg ließ er sein Schloss Schloss Löwenstein bauen.

Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reichs gehörte das Amt Kleinheubach ab 1806 zum Großherzogtum Hessen und ab 17. Juli 1816 zum Königreich Bayern.[7]

19. und 20. Jahrhundert

Der Bau der Maintalbahn von 1874 bis 1876 fiel in die Phase der Industrialisierung. Eine Presstuchfabrik ging im Jahr 1874 in Betrieb, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik im Jahr 1900.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Miltenberg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Kleinheubach lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Kleinheubach war nun eine der 31 Gemeinden im Altkreis Miltenberg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Obernburg am Main zum neuen Landkreis Miltenberg zusammen.

Eine Mainbrücke verbindet Kleinheubach seit 1974 mit Großheubach.

Im Rahmen der Gebietsreform schlossen sich die Gemeinden Kleinheubach, Laudenbach und Rüdenau am 1. Januar 1976 zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen.[4]

Einwohnerentwicklung

Die Zahl der Einwohner ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwei Phasen sprunghaft gestiegen. Durch die Eingliederung der Heimatvertriebenen nach 1945 wuchs die Bevölkerung um etwa die Hälfte. Neubaugebiete sorgten vor allem zwischen 1987 und 1999 für einen weiteren Anstieg.

Stichtag Einwohner
1. Dezember 1840 1.605
1. Dezember 1871 1.390
1. Dezember 1900 1.461
16. Juni 1925 1.494
17. Mai 1939 1.501
13. September 1950 2.270
6. Juni 1961 2.335
27. Mai 1970 2.689
25. Mai 1987 2.761
31. Dezember 1991 3.125
31. Dezember 1995 3.320
31. Dezember 2000 3.480
30. Juni 2005 3.471
31. Dezember 2010 3.522
31. Dezember 2015 3.657

(Die Angaben bis einschließlich 1987 basieren auf Volkszählungen.)[2]

Religionen
Evangelische Pfarrkirche St. Martin

In Kleinheubach gibt es eine römisch-katholische und eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Beide unterhalten jeweils eine Kirche und ein Gemeindehaus. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 1987 waren 52,7 Prozent der Einwohner katholisch und 36,1 Prozent evangelisch.[2]

Seit der Reformation 1556 war Kleinheubach evangelisch, während die Ortschaften der Umgebung beim katholischen Glauben blieben. Das katholische Fürstenhaus zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg bildete im 18. Jahrhundert die Keimzelle einer kleinen katholischen Gemeinde, die ihre Gottesdienste in der Schlosskapelle feierte. Durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die katholische Gemeinde. Seit 1949 hat Kleinheubach wieder eine katholische Pfarrei.[8]

Eine jüdische Gemeinde bestand in Kleinheubach bis 1942. Bereits seit 1326 hatte der Ort jüdische Einwohner. 1837 wurden 145 jüdische Einwohner gezählt, das waren 9,2 % der damaligen Bevölkerung. Aus dem Jahr 1730 stammt der jüdische Friedhof des Ortes. Um diese Zeit soll auch die erste Synagoge erbaut worden sein. Eine neue Synagoge wurde 1808 an der Gartenstraße errichtet und 1898 renoviert.[9] Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 verwüstet und wird seither für andere Zwecke genutzt. Eine Gedenktafel erwähnt zwar die Synagoge, geht aber nicht auf diese Geschichte ein.[10] Ein rituelles Bad (Mikwe) aus dem 19. Jahrhundert, das seit 1935 als Gartenhaus diente, wurde in den Jahren 1991 und 1992 renoviert.[11]

Politik

Kommunalwahl 2014[12]
Wahlbeteiligung: 50,06 %

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18,99 %32,27 %48,74 %

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Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Kleinheubach hat 17 Mitglieder: 16 ehrenamtliche Mitglieder und den Bürgermeister.

CSU SPD FW Gesamt
2014 3 5 8 17 Sitze

(Stand: Kommunalwahl vom 16. März 2014)

Bürgermeister

Stefan Danninger (FW) wurde am 16. März 2008 zum Ersten Bürgermeister gewählt und 2014 im Amt bestätigt.[13] Sein Amtsvorgänger war Kurt Schüßler (SPD).

Wappen

Kleinheubach führt seit dem 19. Jahrhundert ein eigenes Wappen. Die heraldische Beschreibung lautet: In Silber auf goldenem Dreiberg ein golden bewehrter roter Löwe.

Der Löwe findet sich auch im Familienwappen der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, welche die Herrschaft Kleinheubach 1731 durch Kauf von den Grafen von Erbach übernahmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museum
Ehemaliger Bahnhof, jetzt Heimatmuseum und Jugendtreff

Im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs befindet sich ein kleines Heimatmuseum. Der Heimat- und Geschichtsverein stellt die geschichtliche Entwicklung des Ortes dar und zeigt handwerkliche Objekte und Gegenstände aus ortsansässigen Betrieben, unter anderem aus der Keramikfabrik. Seit dem Jahre 2010 befindet sich auch eine Bildergalerie mit Kurzvita der jeweiligen Bürgermeister, aller Ehrenbürger und bekannten Persönlichkeiten des Marktes im Eingangsbereich des Museums.[14]

Bauwerke
Schloss Löwenstein
Schloss Löwenstein

Das Schloss der Fürsten zu Löwenstein wurde in den Jahren 1721–1732 unter Fürst Dominik Marquard von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg im Barockstil erbaut. Der Bamberger Baumeister Johann Dientzenhofer arbeitete nach Plänen von Louis Remy de la Fosse. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg mietete die Deutsche Bundespost den größten Teil des Schlosses und baute es zu einer Schulungsstätte aus. Seit wenigen Jahren ist das Schloss ein Tagungshotel. In einem Nebengebäude befindet sich eine Vinothek.

Kirche St. Martin

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin oberhalb des Mainufers wurde in den Jahren 1706–1710 im Stil des Barock errichtet. Bauherr war Graf Philipp Ludwig von Erbach mit seiner Frau, der Gräfin Albertine Elisabeth von Waldeck und Pyrmont. Über dem Haupteingang der Kirche befindet sich das Wappen der Bauherren. Der heutige Bau ist mindestens die dritte Kirche an diesem Standort. Der Vorgängerbau stammte aus dem Jahr 1455. Von einem noch älteren Gotteshaus ist eine Kirchenglocke erhalten, die im 11. oder 12. Jahrhundert gegossen wurde.[15]

Die Turmuhr aus dem Jahr 1707 ist mit den Wappen der ehemaligen Landesherren von Kleinheubach versehen. Eines der Wappen gehörte Philipp dem Älteren, Graf von Rieneck, der 1556 in Kleinheubach die Reformation einführte.

Zur künstlerischen Ausgestaltung der Kirche gehören Fresken, die noch aus der alten Kirche von 1455 stammen. Ein Stein aus dem ehemaligen Römerkastell Altstadt soll Herkules darstellen. Das Altarbild zeigt die Geburt Christi, ein seltenes Motiv für einen Altar. Der Chorraum ist auf halber Höhe mit Einlegearbeiten aus Nussbaumholz ausgekleidet. Über dem Altar befindet sich der reich verzierte Orgelprospekt. Die Orgel ist ein Werk des Orgelbaumeisters Johann Christian Dauphin, der aus Thüringen stammte und sich in Kleinheubach niederließ.[16]

Weitere Bauwerke
Altes Rathaus

Aus dem Jahr 1727 stammt das alte Rathaus, ein Fachwerkbau, der gegenüber der Kirche St. Martin liegt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1984 und 2001/2002 umfangreich renoviert. Seit 1974 ist das Rote Kreuz darin untergebracht. An einem Eckpfeiler sind historische Hochwasserstände des Mains markiert.[17]

Die katholische Kirche Heiligste Dreifaltigkeit wurde in den Jahren 1954–1956 nach Plänen des Dombaumeisters Hans Schädel erbaut. Sie hat einen dreieckigen Grundriss und einen frei stehenden Kirchturm. Die Kirche wurde 1986 innen renoviert. 1998 wurden die Kirchenglocken erneuert.[8]

Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Kleinheubach
Parks

Der Park von Schloss Löwenstein erstreckt sich am Main entlang etwa drei Kilometer weit bis nach Miltenberg. Er ist öffentlich zugänglich, obwohl das Gelände in Privatbesitz ist. Man betritt den Park durch das sogenannte Löwentor. Die zu beiden Seiten über Sockeln liegenden Löwenfiguren aus Sandstein sind ein Werk des Bildhauers Heinrich Philipp Sommer (klassizistisch, bez. 1819).

Wirtschaft und Infrastruktur
Scheurich an der Gottlieb-Wagner-Straße

In Kleinheubach gibt es fast 2000 Arbeitsplätze.[18]

Ein Schwerpunkt ist das verarbeitende Gewerbe. Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nennt für 2008 zwölf Betriebe der Größenordnung mehr als 20 Beschäftigte. Diese zwölf Betriebe hatten zusammen 1.095 Beschäftigte.[2] Der größte Arbeitgeber des Orts ist die Scheurich GmbH & Co KG, die mit rund 350 Mitarbeitern Pflanzgefäße und Übertöpfe aus Keramik herstellt und weltweit verkauft.

Verkehr

Durch die Bundesstraße 469 ist Kleinheubach an das Fernstraßennetz angeschlossen. Die Bundesstraße führt als Umgehung an der Gemeinde vorbei. Die nächsten Autobahnanschlüsse zur A3 sind Stockstadt (36 km) und Wertheim/Lengfurt (45 km).[19] Seit 1974 verbindet eine Brücke über den Main die Märkte Kleinheubach und Großheubach.

Kleinheubach ist ein Haltepunkt der Maintalbahn Aschaffenburg – Miltenberg. Die Züge der Westfrankenbahn fahren montags bis freitags etwa einmal pro Stunde in jede Richtung, an den Wochenenden ungefähr im Zwei-Stunden-Takt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird als Jugendtreff, Heimatmuseum und als Haus der Vereine genutzt.

Montags bis freitags verkehrt die Regionalbuslinie 85 der Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain.

Die Bundeswasserstraße Main spielt als Verkehrsweg für Kleinheubach keine Rolle. Auf der Kleinheubacher Mainseite liegt zwar die Schleuse Heubach, im Ortsbereich gibt es jedoch lediglich einen Anlegesteg eines Kanuvereins. Der Binnenhafen in Aschaffenburg ist 36 km entfernt. In Kleinheubach befindet sich der amtliche Pegel mit der Messstellen-Nr.: 24064003. Die Wasserstände werden automatisch zur Auswertung per Datenfernübertragung an das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg gesendet. Die Messdaten und Auswertungen können beim Hochwassernachrichtendienst Bayern online abgefragt werden.[20]

Der Flughafen Frankfurt am Main ist 77 km entfernt, der Regionalflugplatz Mainbullau 7 km.

Radfernwege

Durch den Ort führen folgende Radwanderwege:

Der 225 km lange 3-Länder-Radweg führt als Rundweg durch das Dreiländereck von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Entlang von Mümling, Neckar und Main erkundet die Route den Odenwald.
Der Deutsche Limes-Radweg führt von Bad Hönningen durch Westerwald, Taunus und Odenwald zum 818 Kilometer entfernten Regensburg und orientiert sich dabei am historischen Verlauf des Obergermanisch-Raetischen Limes.
Der Main-Radweg führt von den beiden Quellen des Mains entlang des Flusses bis zu dessen Mündung in den Rhein bei Mainz. Er hat eine Gesamtlänge von etwa 600 Kilometern.
Die D-Route D5 (Saar-Mosel-Main). Sie führt über 1.021 Kilometer von Saarbrücken über Trier, Koblenz, Mainz, Frankfurt am Main, Würzburg und Bayreuth bis zur tschechischen Grenze.
Bildung

In Kleinheubach gibt es eine Grundschule mit 419 Schülern (im Schuljahr 2008/2009) und zwei Kindertageseinrichtungen mit 168 Kindern (2009).[2]

Ein Schulverband mit den Gemeinden Laudenbach und Rüdenau besteht seit 1969. Seit dem Schuljahr 2010/2011 bildet der Schulverband Kleinheubach einen Mittelschulverbund mit dem Schulverband Amorbach und dem Markt Großheubach.[18] Realschule, Gymnasium und Berufsschule befinden sich in Miltenberg.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Aloys zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1871–1952), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1904–1990), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Heinrich Jäger (13. April 1901–14. September 1983), Bürgermeister 1945–1966
Franz Frömel (11. Januar 1922–7. September 1997), katholischer Pfarrer 1964–1996
Bernhard Holl (9. Mai 1927–2. April 2011), Bürgermeister 1978–1990, erster hauptamtlicher Bürgermeister Kleinheubachs 1984–1990[21]
Söhne und Töchter der Gemeinde
Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1802–1838), Aristokrat und Publizist
Constantin von Waldburg-Zeil (1807–1862), Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, königlich Württembergischer Standesherr
Wilhelm Völker (1811–1873), Maler
Joseph von Schork (1829–1905), römisch-katholischer Erzbischof des Erzbistums Bamberg von 1890 bis 1905
Wilhelm Kahl (1849–1932), deutscher Rechtswissenschaftler und Politiker (DVP), MdR, Präsident des Deutschen Juristentages
Miguel II. von Braganza (1853–1927), portugiesischer Thronprätendent
Aloys zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1871–1952), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1904–1990), Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Jakob von und zu Eltz (1921–2006), Präsident des Rheingauer Weinbauernverbandes
Helmut Kahlert (1927–2009), Sozialwissenschaftler und Uhrenhistoriker
Norbert Walter (1944–2012), Professor und Direktor im Institut für Weltwirtschaft, Sprecher der Deutschen Bank Frankfurt
Herma Koehn (* 1944), Schauspielerin und Hörspielsprecherin
Torsten Fenslau (1964–1993), Musikproduzent und Disc Jockey
Kurioses

Ein „Hanjörg“ war ein ungeübter, schlecht bewaffneter Landsknecht, ein ungeschickter Kerl. Seit dem 1. Oktober 1790 werden die Kleinheubacher „Hanjörche“ genannt. Kaiser Leopold II. zog mit seinem Gefolge von Wien durch das Maintal zur Krönung nach Frankfurt. Für jede Ortschaft war es eine hohe Ehre „Die Krone“ durch ihr Gemeindegebiet zu begleiten. Der Löwensteinische Hofkanzler von Hinckeldey stand mit 30 Grenadieren und 90 Bürgern bereit um das Geleit zu übernehmen. „Platz gemacht oder es gibt ein Blutbad“ riefen die 1000 Mann kurfürstlich-mainzischer Soldaten sowie einige hundert Miltenberger Bürger und beschimpften die Kleinheubacher. Diese versuchten an den Kronwagen heranzukommen um wenigstens ihr Recht symbolisch wahrzunehmen. Sie wurden beschimpft und mit Fausthieben und Gewehrkolbenstößen zurückgedrängt. Auf dem Rückweg zogen die meist betrunkenen Miltenberger randalierend zum Schloss, beleidigten den Fürsten, schlugen Fenster ein und verhöhnten die Kleinheubacher mit ihrem Spottnamen: „Die Hanjörche haben doch nur Weiberschürzen an!“[22]

Literatur
Bernhard Holl: Zur Ortsgeschichte von Kleinheubach. Heimat- und Geschichtsverein Kleinheubach, 2000, OCLC 802663165
Weblinks
 Commons: Kleinheubach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Homepage des Marktes Kleinheubach
Eintrag zum Wappen von Kleinheubach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Geschichte der jüdischen Gemeinde
Kleinheubach: Amtliche Statistik des LfStat