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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Klüsserath nicht vorenthalten.

Geschichte
Bedeutung des Ortsnamens

Der Ortsname Klüsserath war unterschiedlichsten Deutungen ausgesetzt. Die Endsilbe „-rath“ spricht für einen Rodungsort (eine Siedlung, die durch Rodung entstanden ist). Der erste Teil des Ortsnamens könnte von Chlodwig oder Chlothar abgeleitet sein. Ebenso könnte die Endung „-rada“ auch auf Sumpfgebiet im Zusammenfluss von Mosel und Salm hindeuten.

Vorrömische und römische Zeit

Verschiedene regionale Geschichtsforscher stimmen überein, dass Klüsserath ursprünglich von Kelten angelegt und bewohnt worden sei, obwohl keine gesicherten Beweise dazu vorliegen. Demnach gehörte die einheimische Bevölkerung dem keltischen Stamm der Treverer an.
Auf seiner Reise nach Trier besuchte der berühmte Rhetor und Dichter Ausonius das Gebiet am Zusammenfluss von Salm und Mosel und berichtet davon in seiner Mosella: „Da, wo längs des Stromes grünende Matten sich dehnen, wo schäumend die Salm, ungebärdig, kein verächtlich Wässerlein, sich mit Mosella eint, ist, sonst in der Landschaft Friede, mein Heimatland, mein neues. Mit Wild und Fisch und Reben, wo wären sie reicher zu finden! Diana, Göttin der Jagd, schütze du die Heimat, die neue.“

Mittelalter

Ende des 5. Jahrhunderts stießen die Franken bis nach Trier vor, in der Folgezeit nahmen sie das Land im Moseltal in Besitz. So ließen sie sich auch in Klüsserath im östlich gelegenen Teil des Ortes nieder, während die galloromanischen Einwohner an der Salm gesiedelt hatten. An der Stelle der hiesigen Burg soll sich ein fränkischer Herrenhof befunden haben, zu dem auch die erste Klüsserather Kirche (Michelskirche) gehörte.
Frühe Herrschaftsverhältnisse sind für Klüsserath schon für das Jahr 634 belegt. Die Abtei Echternach dürfte von Irmina von Oeren Weinberge samt Winzer und allem Zubehör erhalten haben. 698 schenkte Gerelind, Tochter des Hausmeiers Odo, und Plektruds Enkel Arnulf, dem Gründer der Abtei in Echternach, dem Heiligen Willibrord, Güter in Klüsserath. Der Echternacher Hof am östlichen Ortsende ist der Nachfolger eines Hofs aus dem achten Jahrhundert.
Chrodegang, Bischof von Metz, schenkte am 20. Mai 748 der von ihm gegründeten Abtei Gorze viele Besitzungen der Metzer Domkirche, u. a. auch „das Dorf Cluserado“. Am 12. November 826 tauschte die Abtei Prüm mit dem Graf Sigard verschiedene Güter und erhielt dafür unter anderem Ländereien und Weinberge in Klüsserath. Ebenso besaß das Bistum Trier Grundbesitz in Klüsserath. Es scheint so, dass in Klüsserath mehrere Grundherrschaften zur gleichen Zeit bestanden.
Um 1200 erlangte das Kloster Sankt Thomas an der Kyll ebenfalls verschiedene Güter in Klüsserath. Ab Ende des 13. Jahrhunderts traten die Herren von Bruch als Grundherren in Klüsserath auf, bekamen dort unter anderem ein „Haus“, bei dem es sich wohl um die heute noch erhaltene Wasserburg handeln dürfte. Diese wird erstmals 1270 urkundlich erwähnt. Die steinerne Brücke wurde über dem zugeschütteten Graben anstelle der ehemals überdachten hölzernen Brücke errichtet. Heute befindet sich die Burg in Privatbesitz.

1295 wird zum ersten Mal von einer Pfarrkirche berichtet, die St. Remigius und später auch St. Michael geweiht war. Aus dem Jahre 1304 gibt es Aufzeichnungen vom Bau einer neuen größeren Kirche, dessen gotischer Chor in der heutigen Pfarrkirche noch zu sehen ist.

Frühe Neuzeit

Am 15. Dezember 1468 übernahm der Trierer Kurfürst Johann II. „das Dorf Clüsserath in aller Form in seinen Schutz und seine Verwaltung“. 1512 unterbrach Kaiser Maximilian I. in Klüsserath seine Reise nach Trier zum Reichstag.

Der in Klüsserath amtierende Pfarrer Johann Gerhard von Manderscheid gründete 1681 eine Rosenkranzbruderschaft und stiftete dazu dieser Vereinigung neun Weinberge. Die Weinberge stellten Einkünfte dar, mit deren Hilfe man regelmäßige und dauernde Besetzung der Pfarrstelle anstrebte. Daher rührt der Name der heute bekannten Weinlage. Um 1700 ersetzt ein Neubau den alten Echternacher Hof, der bis heute erhalten ist.

18. Jahrhundert bis 1945
ehemalige Synagoge

Am 15. Mai 1783 fand die Grundsteinlegung für den Neuaufbau der Pfarrkirche statt, die am 27. Mai 1787 eingeweiht wurde.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Klüsserath landesherrlich zum Kurfürstentum Trier und war Teil der Pflege Leiwen des Amtes Pfalzel.

Infolge der Inbesitznahme der Region durch französische Revolutionstruppen gehörte der Ort Klüsserath von 1798 bis 1814 zum französischen Kanton Schweich im Saardepartement.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung kam Klüsserath zum Landkreis Trier im Regierungsbezirk Trier, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte. Die Gemeinde Klüsserath wurde der Bürgermeisterei Trittenheim zugeordnet.

Die hiesige Burg wurde 1803 versteigert.

Im Jahre 1909 ersetzte eine Ponton-Fähre die alte Nachenfähre nach Köwerich. 1922 wurde im Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ein Kriegerdenkmal auf dem Friedhof errichtet. Im Jahre 1923, im Zuge der Besetzung des Ruhrgebiets durch die Alliierten, und durch die Inflation wurde in Klüsserath nur noch mit französischen Francs bezahlt. 1933/34 wurde die Pfarrkirche auf die heutige Größe erweitert.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten die Klüsserather Bürger am 18. März 1945. Die Amerikaner besetzten das Dorf in den frühen Morgenstunden des 10. März, nachdem die letzten deutschen Soldaten am Abend zuvor über die Mosel nach Köwerich und Trittenheim abgezogen waren. Am 11. März eröffneten jedoch deutsche Geschütze bei Heidenburg das Feuer auf das besetzte Klüsserath, das bis zum 18. März mehr oder weniger anhielt. Während dieser Kämpfe hatte die Zivilbevölkerung die schwersten Verluste. Viele Häuser wurden durch Granaten schwer beschädigt, unter anderem die Kirche und die Burg.

Nachkriegszeit

Bis 1960 setzt rege Bautätigkeit ein, sodass die Kirche instand gesetzt, Wasserleitungen gebaut, die Salmbrücke neugebaut und alle Dorfstraßen ausgebaut werden konnten. 1963 wurde die neue Schule, die als Mittelpunktschule (später als Grund- und Hauptschule) fungierte, eingeweiht. Im Juni 1964 ist die Kanalisierung der Mosel abgeschlossen. 1966 wurde der Kindergarten seiner Bestimmung übergeben.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 9. November 1970 die Verbandsgemeinde Klüsserath aufgelöst, die Ortsgemeinde wurde der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße angegliedert. Zum Schuljahr 1974/75 wurde die Hauptschule aufgelöst, es wurde eine Grundschule gebildet. Am 30. Mai 1986 wurde die neue Sport- und Mehrzweckhalle feierlich eingeweiht.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Klüsserath, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 785
1835 908
1871 1.079
1905 1.047
1939 1.133
1950 1.239
Jahr Einwohner
1961 1.258
1970 1.251
1987 1.120
1997 1.117
2005 1.111
2015 1.069

Politik
Gemeinderat

7

9
7 9 

Insgesamt 16 Sitze FWG: 7 CDU: 9

Der Gemeinderat in Klüsserath besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU WG 1 WG 2 Gesamt
2014 9 7 16 Sitze
2009 7 9 16 Sitze
2004 1 4 8 3 16 Sitze
1999 2 3 8 3 16 Sitze

Bürgermeister

Zum Ortsbürgermeister wurde 2009 Norbert Friedrich und 2014 Günter Herres (CDU) gewählt.

Wappen

Blasonierung: „Im oberen Bereich ein rotes Balkenkreuz auf silbernem Grund, belegt mit goldener Lilie mit silbernem Bund. Das Wappen schließt unten ein roter Schildfuß ab, darin sechs (3:2:1) goldene Längsschindeln.“
Wappenbegründung: Klüsserath gehörte früher zur Landesherrschaft des Kurfürstentums Trier (daher das kurtrierische rote Kreuz in Silber). Die Lilie weist auf Maria, die Mutter Jesu als Pfarrpatronin von Klüsserath. Der Schildfuß ist dem Wappen der Ritter von Hagen zur Motte entnommen (vom Grabstein des 1558 verstorbenen Junkers Richard von Hagen).

Kultur
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche mit dem Grab des Kreuzfahrers Burgherrn Richard von Hagen (1449) und spätgotischem Chor
Die ehemalige Wasserburg Klüsserath, heute privat bewohnt, erstmals 1270 urkundlich erwähnt, großer gotischer Gewölbekeller
Ehemalige Gerichtslinde, an der sich noch die alten Eisenringe für die Häftlinge befinden
Manche Winzerhäuser in Klüsserath besitzen Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert
Echternacher Hof, ein Weingut aus dem 18. Jahrhundert, aus Bruchsandstein errichtet
Seit Ende Mai 2010 ist das Krippenmuseum geöffnet: „Haus der Krippen – Domus Praesepiorum“
Der „Klüsserather Keltertreter“, Glasmalerei von Andreas Armin d´Orfey im Krippenmuseum „Domus praesepiorum“
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Klüsserath und Liste der Naturdenkmale in Klüsserath
Freizeitangebote
Kegelbahnen im Ort
Drei Tennisplätze
Bootsanlegestellen
Angeln an Salm und Mosel
Moto-Cross-Strecke
Wandern, z. B. durch den kommentierten Weinlehrpfad, ausgedehntes Wanderwegenetz mit landschaftlich sehr reizvollen Punkten, oft mit idyllischem Blick aufs Moseltal
Startplatz für Gleitschirmflieger
Mosel-Radweg und Salm-Radweg
Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)

Klüsserath bietet sowohl für seine Einwohner als auch Gästen von fern und nah ein reichhaltiges abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. An Festlichkeiten sollen nur folgende Veranstaltungen genannt werden, die weit über die Ortsgrenzen bekannt sind:

Großes Fischessen, letztes Wochenende Juli, organisiert vom Angelverein
Weinfest in der Ortslage, jedes Jahr Ende August
Krippenausstellung, alle drei Jahre, vom ersten bis vierten Advent, nächstes Mal im Jahr 2017
Klüsserather Passionsspiel, alle fünf Jahre, nächstes Mal im Jahr 2020
Internationale ADAC-Rallye Deutschland in den Weinbergen über der Gemeinde, jedes Jahr Ende August
Seifenkistenrennen am dritten Maiwochenende
Adventmarkt, 1. Advent, rund um die Kirche
Vereinsleben

Klüsserath hat trotz seiner geringen Einwohnerzahl ein sehr aktives Vereinsleben. Etwa 15 Vereine bieten Abwechslung in Freizeit und Ehrenamt.

Weinlagen
Klüsserather Bruderschaft (Großlage St. Michael)
Persönlichkeiten
Peter Krisam (1901–1985), Maler und Kunstlehrer
Literatur
Gemeinde Klüsserath (Hrsg.): Chronik des Winzerortes Klüsserath, zusammengestellt und ergänzt von Oskar Link. Weyand-Verlag, Trier: 1993, ISBN 3-924631-43-3
Weblinks
 Commons: Klüsserath – Sammlung von Bildern
Website der Gemeinde Klüsserath
Einträge zu allen Kulturgütern der Ortsgemeinde Klüsserath in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier
Linkkatalog zum Thema Klüsserath bei curlie.org (ehemals DMOZ)