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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Königsbronn nicht vorenthalten.

Geschichte
Überblick
Dorfszene, Königsbronn, 1918

Erste Zeugnisse einer Besiedlung des Gemeindegebietes stammen aus der Riß-Eiszeit und der Würm-Eiszeit. Zahlreiche Grabhügel deuten auf eine Besiedlung in der Hallstattzeit (800–480 v. Chr.) hin. Aus der Zeit der Alamannen (260 n. Chr.) wurden Reihengräber gefunden. Auf dem Herwartstein, einer Felszinne am westlichen Talrand über Königsbronn, wurden Hinweise auf eine alemannische Fliehburg gefunden.

Die Entstehungsgeschichte des Ortes ist weitgehend unbekannt. Bereits um das Jahr 500 wird jedoch die Gründung einer ersten Siedlung angenommen, die sich im Brenztal an einem alten Handelsweg vom Nördlinger Ries über das Härtsfeld und den Albuch bis zum alten Donauüberweg an der Illermündung entwickelte. Am steilen Aufstieg zum Albuch zwischen der Brenzquelle und dem Herwartstein mussten beladene Fuhrwerke durch das Vorspannen von Ochsen unterstützt werden. Es wird angenommen, dass diese Vorspannstation die Keimzelle der ersten Siedlung darstellte.

Keramikfunde auf dem Herwartstein beweisen, dass hier bereits um das Jahr 750 eine Burg stand. Ein möglicher Hinweis auf einen ihrer Eigentümer ergibt sich aus der Stiftungsurkunde des nahe gelegenen Klosters Wiesensteig vom 6. Dezember 861, die ein gewisser Herienwart mit unterzeichnete. Um das Jahr 1000 wurde die Burg ausgebaut.

Im 12. Jahrhundert waren Burg und Ort im Besitz der Grafen von Dillingen. Unter ihrem letzten Vertreter Hartmann IV. fielen beide im 13. Jahrhundert an die Grafen von Helfenstein. 1287 belagerte König Rudolf von Habsburg den Herwartstein, der nach zwei Wochen Beschuss mit 6 Steinschleudern vom Grafen Ulrich von Helfenstein übergeben wurde. Die Sage erzählt, dass Graf Ulrich vor der Übergabe einen Silberschatz in den Mauern der Burg versteckt hatte. Tatsächlich fanden sich bei Ausgrabungen im Jahre 1953 im Schuttgestein 69 im süddeutschen Raum geprägte Silbermünzen (Brakteaten) aus der Zeit um das Jahr 1240.

Die Siedlung „Springen“ unterhalb der Burg wurde im Jahr 1302 erstmals als „Markt mit Kirchensatz“ in einer Urkunde über den Verkauf der Ruine des Herwartstein von Graf Ulrich an König Albrecht I. erwähnt. Dieser Name dürfte sich auf die nahegelegene Karstquelle der Brenz bezogen haben. Im Jahr 1303 stiftete König Albrecht nahe der Brenzquelle das Zisterzienserkloster Königsbronn, dessen Name in der Folgezeit, offiziell jedoch erst 1806 (nach anderen Quellen 1818), auch auf den Ort überging. Heute wird der Ortsteil unterhalb des Herwartsteins, wo sich die ursprüngliche Siedlung befand, „Weiler“ genannt.

Die Helfensteiner erhielten das Gebiet 1365 erneut als Lehen von Kaiser Karl IV. Nach dem Tod des Kaisers 1378 ergaben sich wechselnde Besitzverhältnisse. Württemberg, das Heidenheim von den Helfensteinern erworben hatte, erhob Ansprüche auf das Gebiet, während der Abt das Kloster als reichsunmittelbar betrachtete.

In den Nachwirren des schmalkaldischen Krieges wurde Königsbronn im Zweiten Markgrafenkrieg durch die Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, Albrecht Alcibiades, 1552 völlig zerstört. Das Kloster wurde 1553 evangelisch und von den katholischen Mönchen verlassen. Im Jahr 1556 richtete Herzog Christoph von Württemberg im Kloster, wie in den 12 anderen großen Männerklöstern in Württemberg, eine evangelische Klosterschule ein. Berühmte Schüler waren z. B. Nicodemus Frischlin und der akademische Lehrer Johannes Keplers Michael Mästlin. Durch das Restitutionsedikt von 1629 sollte Königsbronn wieder katholisch werden, was aber auf den Widerstand der Bevölkerung stieß. Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 wurde Königsbronn endgültig württembergisch und evangelisch.

Die Verhüttung der im Umland abgebauten Bohnerze wurde wieder begonnen und 1651 wurde der erste Hochofen angeblasen. Lange war die Eisenverhüttung württembergisches Staatsmonopol, unter Johann Georg Blezinger kamen Eisenwaren aus Königsbronn zu überregionaler Bekanntheit. 1864 wurde Königsbronn durch die Brenzbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was die wirtschaftliche Entwicklung unterstützte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dann die Eisenverhüttung jedoch nicht mehr rentabel. Sie wurde 1908 eingestellt.

Eingemeindungen
1. Januar 1971: Itzelberg[4]
1. September 1971: Zang[4]
1. Februar 1972: Ochsenberg[4]

Itzelberg

Zang

Ochsenberg

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 18711 2.488
1. Dezember 18801 2.457
1. Dezember 18901 2.394
1. Dezember 19001 2.038
1. Dezember 19101 2.168
16. Juni 19251 2.295
16. Juni 19331 2.427
17. Mai 19391 2.745
13. September 19501 4.240
6. Juni 19611 5.835
Jahr Einwohner
27. Mai 19701 6.711
31. Dezember 1980 6.979
25. Mai 19871 7.307
31. Dezember 1990 7.501
31. Dezember 1995 7.707
31. Dezember 2000 7.468
31. Dezember 2005 7.416
31. Dezember 2010 7.085
31. Dezember 2015 7.142

Politik
Gemeinderat

In Königsbronn wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Königsbronn hat nach der letzten Wahl 21 Mitglieder (vorher 20). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 61,99 %

 %403020100

39,5 %24,7 %23,7 %12,0 %

SPDCDUUWBGrüne
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   8   6   4   2   0  -2  -4  -6

+6,5 %p
+2,2 %p-4,7 %p-4,1 %p
SPDCDUUWBGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe – Dunkel

SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 39,5 8 33,0 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,7 5 22,5 4
UWB Unabhängiger Wählerblock 23,7 5 28,4 6
GRÜNE Unabhängige und Grüne 12,0 3 16,1 3
gesamt 100,0 21 100,0 20
Wahlbeteiligung 48,2 % 53,8 %

Gemeindepartnerschaften

Seit 1978 besteht eine Partnerschaft mit Reißeck in Österreich.

Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Blick aus westlicher Richtung vom Herwartstein auf Königsbronn

Königsbronn ist durch die Brenzbahn Aalen–Ulm an das überregionale Schienennetz angebunden. Stündlich verkehrt der Regionalexpress (Crailsheim–)Ellwangen–Aalen–Ulm; zusätzlich verkehren täglich einige Regionalbahnen und ein einzelner Interregio-Express. Ein Teil der Züge hält außerdem am Haltepunkt Itzelberg.

Bildungseinrichtungen

Die Georg-Elser-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit „Grundschul-Außenstellen“ in Itzelberg und Zang und der Eichhaldegrundschule. Zudem ist in Königsbronn das „Forstliche Bildungszentrum Königsbronn“[5] angesiedelt.

Freizeit- und Sportanlagen

Größter Sportverein in Königsbronn ist der SVH (Sportverein Herwartstein) 05 Königsbronn. Ca. 1000 Mitglieder betreiben in neun Abteilungen Sport. Seit 2005 verfügt die Fußballabteilung des SVH neben einem Rasenplatz auch über einen Kunstrasenplatz.

Der Tennisclub Königsbronn befindet sich im Ortsteil Waldsiedlung und betreibt in der Sommersaison acht Sandplätze und ein bewirtetes Clubhaus. Im Winter stehen zwei Hallenplätze zur Verfügung.

Bei günstigen Schneeverhältnissen lädt der Ortsteil Zang mit seiner Zanger Loipe zum Skilanglauf ein. Der Skiclub (SCK) betreibt außerdem den Weikersberg-Skilift, einschließlich einer Skischule. Dort beginnt auch eine Langlaufloipe mit Flutlicht. Ferner verfügt der Club über eine Mattenschanzenanlage oberhalb des Rathauses.

Rathaus Königsbronn nach der Renovierung
Wappenbrunnen
Georg-Elser-Gedenkstätte
Gedenktafel für Georg Elser
Felssporn, auf dem die Burg Herwartstein stand
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Konzerte

Alljährlich am Volkstrauertag gibt die Oberstufenkapelle des Musikvereins Königsbronn ihr Jahreskonzert. Das Konzert findet abwechselnd in der Klosterkirche, der Marienkirche und der Hammerschmiede statt.[6]
Daneben spielt das Kammerorchester Sinfonietta Oberkochen-Königsbronn jährlich eine Sommerserenade im Klosterhof oder in der Hammerschmiede.

Theater

Jeden Sommer bespielt die Theater-Spielgruppe Königsbronn die Freilichtbühne am Brenzursprung auf dem Rathausvorplatz.[7]

Museen
Torbogenmuseum
Georg-Elser-Gedenkstätte / Museum
Bauwerke
Das Rathaus wurde 1765 im Rokokostil erbaut.
Ein interessantes Industriedenkmal ist die ehemalige, von Johann Georg Blezinger konstruierte Hammerschmiede am Brenzursprung (heute ein kleines Wasserkraftwerk).
Eine Gedenkstätte [8] erinnert an den Königsbronner Georg Elser und sein gescheitertes Attentat auf Adolf Hitler am 8. November 1939. 2010 wurde am Bahnhof eine von Friedrich Frankowitsch geschaffene Georg-Elser-Statue [9] enthüllt.
Kloster Königsbronn: Einige Gebäude des ehemaligen, 1553 aufgelösten Zisterzienserklosters sind noch erhalten, darunter die Klosterkirche, die allerdings, anstelle der zerstörten ursprünglichen Klosterkirche, erst aus dem Jahr 1565 stammt und heute die evangelische Pfarrkirche ist, und das Torbogenmuseumsgebäude.
Auf dem Felsen Herwartstein sind die Fundamente der mittelalterlichen Burg Herwartstein zu sehen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Johann Georg Blezinger (1717–1795), Gastwirt und Unternehmer
Gottlieb Benjamin von Wolf (1780–unbekannt), württembergischer Oberamtmann
Karl von Cleß (1794–1874), evangelischer Theologe, klassischer Philologe
Hans Bäurle (* 1931 in Königsbronn-Ochsenberg), Maler, Grafiker, Bildhauer
Jörg Haug (* 1937 in Königsbronn-Ochsenberg), Professor für Heimat- und Sachunterricht
Paul Reusch (1868–1956), Industrieller
Martin Staab (* 1964), Kommunalpolitiker, seit 2013 Oberbürgermeister von Radolfzell
Weitere Persönlichkeiten
Daniel Maichel 1738
Georg Elser (1903–1945), Widerstandskämpfer / Hitler-Attentäter, besuchte hier die Schule und arbeitete hier als Schreiner.
Matthaeus Hiller (1646–1725), Theologe, Geistlicher und Abt zu Königsbronn.
Daniel Maichel (1693–1752), Abt zu Königsbronn.
Otto Neubrand (* 1911 in Herbrechtingen, † 1975 in Königsbronn), Kunstmaler, lebte und arbeitete in Königsbronn.