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Geschichte
Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden

Bei Eisenbahnbauarbeiten wurden Spuren 3000 Jahre alter Keltensiedlungen entdeckt.

„Chughenhusen“ wird zwischen 1161 und 1171 in den Traditionen des Kollegiatstifts Moosburg erstmals erwähnt. Der Name bedeutet vermutlich „Haus des Cogo“. Über „Kugenhusen“ und „Kugnhausn“ entwickelte sich der Ortsname bis 1819 zu „Kumhausen“. Auch die übrigen Ortsnamen des Gemeindegebietes sind fast alle aus Personennamen hergeleitet. Als älteste Kirche wurde 842 die von Preisenberg erwähnt. Die Pfarrkirche Grammelkam, die späteren Pfarrkirchen von Hohenegglkofen und Obergangkofen sowie die Filialkirche Götzdorf wurden 1315 erstmals genannt. Der Hof Kumhausen unterstand im 13. Jahrhundert dem Schergenamt Helmsdorf. 1338 finden sich je ein Hof in „Kugenhausen“, „Kugenperg“, „Chupfmül“, „Preisenperg“ und „Romelkeim“ im Besitz der wittelsbacher Herzöge, dem „Ambt Herding“ zugehörig.[3] Das Gemeindegebiet war fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Nur in Kumhausen wurden seit dem 15. Jahrhundert Ziegelsteine gebrannt. Der städtische Ziegelmeister von Landshut bezahlte laut Rechnungsbüchern wiederholt Geld für Ziegelsteine zum Bau der Martinskirche aus den „Ziegelstädten zu Perg und Kumhausen“.

Kumhausen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Der heutige Gemeindeteil Obergangkofen bildete eine Hofmark die zuletzt den Freiherren v. Edlmar und anschließend den Walser von Syrenburg gehörte. Hohenegglkofen lag im Landgericht Teisbach. Mit den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 entstanden mehrere politische Gemeinden auf dem heutigen Gemeindegebiet. Der Ort Kumhausen gehörte dabei der Gemeinde Niederkam an.

Religionen

Die Gemeindeangehörigen sind mehrheitlich katholisch. Für das Gemeindegebiet besteht der Pfarrverband Kumhausen, der gegenwärtig (2013[4]) dem Dekanat Geisenhausen der Erzdiözese München und Freising angehört. Eine weitere Vereinigung mit der benachbarten Pfarrei St. Margaret-Achdorf, Dekanat Landshut erzbischöflichen Anteils, wurde nach etwas über ein Jahr dauerndem Vorlauf zum 1. Mai 2014 mit der Gründung des „Pfarrverbandes Achdorf-Kumhausen“ formell vollzogen. Pfarrer ist Alexander Blei.[5] Die Umgruppierung ins Dekanat Landshut ist ebenfalls vorgesehen.[6]

Die einzelnen Pfarreien sind St. Petrus in Grammelkam, St. Ulrich in Obergangkofen und St. Johannes Baptist in Hohenegglkofen. Grammelkam hat Filialen in Preisenberg und Rammelkam; dem Pfarrsprengel gehören der Hauptort Kumhausen und der ehemalige Hauptort Niederkam an. Obergangkofen hat eine Filiale in der ehemaligen Gemeinde Götzdorf, Hohenegglkofen in Weihbüchl sowie in dem zur Gemeinde Adlkofen (deren erzbischöflichen Anteil ausmachend) gehörenden Jenkofen.

Eingemeindungen

Die heutige Gemeinde Kumhausen entstand am 1. Januar 1971 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Götzdorf, Niederkam, Obergangkofen und Windten. Eher unüblicherweise wurde ein völlig neuer Gemeindesitz gewählt: das durch die Erweiterung des benachbarten Landshut, in das es nahtlos übergeht, stark angewachsene Kumhausen. Am 1. Januar 1972 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Hohenegglkofen hinzu.[7] Im selben Jahr wurden Teile der ehemaligen Gemeinden Niederkam, Götzdorf und Hohenegglkofen an die Stadt Landshut abgegeben.

Einwohner

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Stand Einwohner
1960 1808
1970 2411
1980 3243
1990 3574
1995 3812
2000 4356
2005 4745
Stand Einwohner
2006 4827
2007 4953
2008 4952
2009 4932
2010 5161
2011 5106
2012 5200
Stand Einwohner
2013 5245
2014 5330
2015 5351

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2578 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 92,97 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 10,86 (4,80) Prozent.

Altersstruktur der Bevölkerung Kumhausens gemäß Zensus 2011.

Alter Einwohner nach Alter[8]
jünger als 18 21,0 %
18 bis 29 12,3 %
30 bis 49 32,7 %
50 bis 64 19,3 %
älter als 65 14,7 %

Politik

Kommunalwahl 2014[9][10]
Wahlbeteiligung: 55,15 %
(2008: 59,5 %)

 %403020100

37,09 %33,33 %20,23 %9,34 %

FWCSUGrüneSPDd
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2008
 %p 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8-10

+2,89 %p
-9,57 %p-2,67 %p+9,34 %p
FWCSUGrüneSPDdVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Anmerkungen:d SPD/Bürger für Kumhausen

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[11]

Steuereinnahmen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,974 Mio. Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 2,03 Mio. Euro.

Die Gemeinde Kumhausen ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:[12]

Regionaler Planungsverband Landshut
Schulverband Geisenhausen
Schulverband Kronwinkl
Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern
Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils

Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.

Die Gemeindeverwaltung erbringt 302 verschiedene behördliche Leistungen.[12]

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 20 Personen. Das sind vier Gemeinderäte mehr als 2008. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter 15 (zehn) Männer und fünf (sechs) Frauen.[13] Sie führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

Freie Wähler 7 (5) Sitze,
CSU 7 (7) Sitze,
Grüne 4 (4) Sitze und
SPD/Bürger für Kumhausen 2 (0) Sitze.

Bei der Gemeinderatswahl waren 4.051 (3.769) Bürger stimmberechtigt. 2.234 (2.243) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 55,15 (59,5) Prozent entspricht.[13][10]

Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.

Bürgermeister

Bürgermeister ist Thomas Huber (Freie Wähler). Er wurde im Mai 2012 Nachfolger von Josef Nagl (CSU).[14]

Ehemalige Bürgermeister

Amtszeit Bürgermeister
bis 2012 Josef Nagl

Wappen

Das seit 1980 geführte Wappen ist über einem von Silber und Blau gespaltenen Fünfberg gespalten von Blau und Silber. Vorne schräg gekreuzt befinden sich ein silberner Kreuzstab und ein silberner Schlüssel, hinten ein schwarzer Bocksrumpf, der in den Vorderfüßen eine schwarze Hellebarde hält. Der Fünfberg im Schildfuß erinnert an die Bildung der Gemeinde Kumhausen aus den fünf ehemals selbstständigen Gemeinden Niederkam, Windten, Obergangkofen, Götzdorf und Hohenegglkofen. Der Bocksrumpf mit der Hellebarde stammt aus dem Wappen der Walser, die seit 1792 Inhaber der Hofmark Obergangkofen waren. Der Kreuzstab aus dem einstigen Gemeindewappen von Hohenegglkofen verweist auf den dortigen Kirchenpatron St. Johannes. Der Schlüssel als Attribut des heiligen Petrus weist auf den Patron der Pfarrei Grammelkam hin. Die Tingierung in den wittelsbachischen Landesfarben Silber und Blau schließlich unterstreicht, dass ein Großteil des Gemeindegebiets unmittelbar den landesherrlichen Gerichten Erding, Geisenhausen und Teisbach unterstand.

Städtepartnerschaft
Polen Polen: Seit 2003 besteht Kontakt mit der polnischen Gemeinde Tworóg in Schlesien. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 13. April 2004 die Partnerschaftserklärung, welche am 1. Mai 2004 von den Bürgermeistern Josef Nagl und Andrzej Ecler unterzeichnet wurde. Ende September 2006 wurde der Partnerschaftsverein Kumhausen-Tworóg gegründet.
Italien Italien: Am 4. Oktober 2014 wurde in Kumhausen der Partnerschaftsvertrag mit der in den Marken gelegenen italienischen Stadt Monteprandone (Provinz Ascoli Piceno) durch die Bürgermeister Thomas Huber und Stefano Stracci unterzeichnet. Von Kumhausener Seite betreut und organisiert die Arbeitsgruppe „Amici di Monteprandone“ die deutsch-italienische Städtepartnerschaft.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Filialkirche Rammelkam
Kapelle Berndorf
Kapelle Mantelkam
Kirche in Herbesdorf
Kirche Maria Himmelfahrt in Götzdorf
Kirche Maria Himmelfahrt in Preisenberg
Kirche St. Benedikt in Weihbüchl
Kirche St. Johannes der Täufer in Hohenegglkofen
Pfarrkirche St. Petrus in Grammelkam
Pfarrkirche St. Ulrich in Obergangkofen
Reidel-Kapelle in Obergangkofen
Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Kumhausen
Wirtschaft und Infrastruktur

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 128 und im Bereich Handel und Verkehr 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 158 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1400. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe.

In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Kumhausen sind die Schlüsselzuweisungen von 454.760 Euro im Jahr 2015 um 7,3 Prozent auf 487.992 Euro für das Jahr 2016 gestiegen.[15]

Schlüsselzuweisungen
in Euro[15]

Zuweisungen an Jahr
2015 2016 2017
Gemeinde Kumhausen 454.760 487.992 348.472[16]

Land- und Forstwirtschaft

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 123 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Im Jahr 1999 bestanden 99 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2820 ha, davon waren 2619 ha Ackerfläche.

Breitbandausbau

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur Verfügung[17]; für Kumhausen beträgt dieser 860.000 Euro[18]. Im September 2015 schlossen die Gemeinden Adlkofen und Kumhausen eine Kooperationsvereinbung zum Breitbandausbau. Damit ist die Inanspruchnahme von zusätzlichen 50.000 Euro Fördermitteln möglich.[19]

Wohnen und Bauen

In jüngerer Zeit erfuhr vor allem Preisenberg eine starke Erweiterung.

Bodenrichtwerte 2011/2012[20]

Ortsteil Wohnbauflächen
ausgewiesene
Baugebiete
unbeplanter
Innenbereich
ausgewiesene
gewerbliche
Bauflächen
Ackerland
Kumhausen 270 € 270 € 7 €
Preisenberg 220 € 220 € 70 € 7 €
Eierkam 205 € 205 € 7 €
Obergangkofen 145 € 145 € 7 €
Grammelkam 140 € 110 € 7 €
Hachelstuhl 100 € 7 €
Götzdorf 100 € 7 €
Hohenegglkofen 110 € 110 € 7 €
Windten 100 € 7 €
Niederkam 110 € 7 €
Mantelkam 80 € 7 €
Untergangkofen 80 € 7 €

Energie

Mit Stand Februar 2014 lag der Stromverbrauch in Kumhausen bei etwa 34.787 MWh/Jahr. Dem stehen etwa 8.264 MWh/Jahr auf dem Gebiet der Gemeinde produzierten Stromes aus regenerativen Energiequellen (erfasst über das EEG – Erneuerbare Energien Gesetz) gegenüber. Damit liegt der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien bei 24 % (Zum Vergleich: Im Landkreis Landshut beträgt dieser Anteil 43 %). Der größte Zubau fand in den Jahren 2009 bis 2012 statt.[21]

Biomasse

Auf dem Gebiet der Gemeinde Kumhausen gibt es keine Biomasseanlagen.[21]

Photovoltaik

Fast 8.264 MWh/Jahr Solarstrom werden auf dem Gebiet der Gemeinde Kumhausen mit 301 Anlagen auf Dächern von privaten wie gewerblich oder landwirtschaftlich genutzten Gebäuden produziert. Die installierte elektrische Leistung beträgt knapp 8 MWpeak.[21]

Windkraft

Potenzial für die Errichtung von Windkraftanlagen ist vorhanden. Mit Bescheid vom 13. Januar 2014 wurde von der Regierung von Niederbayern die Sechste Verordnung zur Änderung des Regionalplans Landshut für verbindlich erklärt, die die Verfügbarkeit von Flächen für die Windkraft regelt. Diese sieht ein Vorranggebiet aber keine Vorbehaltsgebiete für Kumhausen vor. Vorranggebiet für Windkraft ist demnach WK 52 Untergangkofen.[22]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Kumhausen wurde im Juni 2015 mit der Errichtung einer Windkraftanlage begonnen. Sie hat eine Nabenhöhe von 137 Metern (Rotordurchmesser 126 Meter[23]) und soll Strom an die Stadtwerke Landshut liefern. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Landshut und dem Landkreis Landshut. Die Investitionskosten betragen 5,5 Millionen Euro.[24] Mit einem prognostizierten Ertrag zwischen 6,6 und 7 Millionen Kilowattstunden können zirka 2.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.[23] Die Anlage steht bei Weihbüchl und ist 20 Meter entfernt von der Grenze zur Stadt Landshut. Für die Aufnahme des Probebetriebs wurde der 9. September 2015 vorgesehen.[25]

Es gibt eine Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen.[26]

Wasserkraft

Auf dem Gebiet der Gemeinde Kumhausen gibt es keine Wasserkraftanlagen.[21]

Verkehr

Durch Kumhausen führt die Bundesstraße 15, welche auf dem Teilstück Landshut mit Rosenheim verbindet, und die Bundesstraße 299 von Landshut nach Altötting, die das Gemeindegebiet östlich des Ortes Kumhausen durchquert. Außerdem verläuft die Bahnstrecke Neumarkt-Sankt Veit–Landshut durch den Ort, von der sich allerdings seit der Stilllegung der Haltestelle Götzdorf kein Haltepunkt mehr innerhalb des Gemeindegebiets befindet. Die nächstgelegene Zusteigemöglichkeit stellt Landshut (Süd) dar.

Bildung

1999 gab es folgende Einrichtungen (Stand 1999):

Kindergärten: 113 Kindergartenplätze mit 126 Kindern
Volksschulen: Marlene-Reidel-Grundschule mit 10 Lehrern und 208 Schülern
Kinderkrippe: Kumhausener Storchennest, Eröffnung September 2008, maximal 40 Kinder in 3 Gruppen
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Hans Fürst († 2016), Altbürgermeister[27]
Persönlichkeiten mit Verbindung zur Gemeinde
Marlene Reidel, (1923–2014), Künstlerin, lebte von 1960 bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 in Obergangkofen
Rosi Steinberger, (* 1960), Agrarwissenschaftlerin und Politikerin, Landtagsabgeordnete (Die Grünen), lebt seit 1995 in Kumhausen
Weblinks
 Commons: Kumhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Eintrag zum Wappen von Kumhausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Website der Gemeinde Kumhausen
Kumhausen: Amtliche Statistik des LfStat