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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Kupferzell nicht vorenthalten.

Geschichte
Schillingsfürster Wappen über einer der Kupferzeller Schlosstüren
Bis zum 19. Jahrhundert

Der Name Kupferzell geht auf einen Mönch mit Namen Dietrich zurück, der im Ohrnwald an der Kupfer eine Einsiedlerzelle aufschlug, um sich zurückzuziehen. Hieraus leitet sich der Name Celle ab, der um die geografische Bezeichnung „uf dem Ornwald“ und bis ins 15. Jahrhundert nach der Lage an der Kupfer erweitert wurde. Die erste urkundliche Erwähnung von Kupferzell als Celle datiert auf das Jahr 1236.

Ab 1323 war Kupferzell in hohenlohischem Besitz.[6] Besitz hatten zudem das Kloster Gnadental und das Chorherrenstift Öhringen, außerdem war der Ort oft verpfändet. Bei der Teilung des hohenlohischen Besitzes 1553 kam Kupferzell an Hohenlohe-Waldenburg, wo der Ort zum Amtssitz wurde. Im späten 17. Jahrhundert kam der Ort an Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst.

Der Bau des Residenzschlosses 1721 machte Kupferzell zur Hauptstadt des Schillingsfürster Territoriums. Zudem lag die Ortschaft im Fränkischen Reichskreis. Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort – wie alle hohenlohischen Lande – 1806 an das Königreich Württemberg und gehörte fortan zum Oberamt Öhringen.[7]

Religionen
Katholische Kirche St. Michael in Kupferzell

Eine Pfarrkirche ist im Ort seit 1236 nachweisbar. In der Reformation wurde Kupferzell zunächst evangelisch. Nachdem der Ort jedoch Residenzstadt der katholischen Grafen zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst wurde, wurde 1719 die römische Konfession wieder zugelassen und von den Grafen gefördert.

Die evangelische Kirche in Westernach gehört nicht zur Pfarrei von Kupferzell, sondern zur Pfarrkirche von Waldenburg.

Gemeindereform

Am 1. Januar 1972 vereinigte sich Kupferzell mit Eschental, Feßbach, Mangoldsall, Goggenbach und Westernach zur neuen Gemeinde Kupferzell.[8]

Wappen der Ortsteile

Eschental

Feßbach

Goggenbach

Mangoldsall

Westernach

Politik
Gemeinderat

In Kupferzell wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Kupferzell hat nach der letzten Wahl vom 25. Mai 2014 25 Mitglieder (2009: 20). Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 % (2009: 52,3 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Unabhängige Wählergemeinschaft 41,7 % 10 Sitze
FWV 34,4 % 9 Sitze
SPD 23,9 % 6 Sitze

Wappen und Flagge

Die Blasonierung des Kupferzeller Wappens lautet: Unter silbernem Schildhaupt, darin ein schreitender, rot bezungter, hersehender schwarzer Löwe (Leopard), in Schwarz eine rot bedachte silberne Kirche mit Dachreiter. Die Flagge der Gemeinde ist Rot-Weiß.

Die neue Gemeinde Kupferzell führt weiterhin das 1957 entstandene alte Kupferzeller Wappen. Der Leopard entstammt dem Hohenloher Wappen und repräsentiert die allen Teilen Kupferzells gemeinsame Angehörigkeit zu Hohenlohe, die Kirche (Zelle) bezieht sich auf den Gemeindenamen. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 27. Februar 1976 vom Landratsamt des Hohenlohekreises verliehen.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur
Der alte Kupferzeller Bahnhof in Wackershofen
Verkehr

Kupferzell ist über die Bundesautobahn 6 (Saarbrücken–Waidhaus) gut an das überregionale Straßennetz in Deutschland und nach Frankreich und Tschechien angebunden. Früher verfügte Kupferzell mit der Kochertalbahn über einen Bahnanschluss, bis deren Betrieb 1991 endgültig eingestellt wurde. Der Bahnhof wurde ins Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen transloziert.

Bildung

Die Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Sie ist eine der 34 Starterschulen, die ab dem Schuljahr 2012/2013 die ersten baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen sein werden.[10]

Im Schloss Kupferzell befindet sich die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft (ALH). Sie ist eine Fachschule in der Trägerschaft des Hohenlohekreises in Kooperation mit dem Landkreis Schwäbisch Hall.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Schloss vom Schlosspark aus gesehen

Das ehemalige Residenzschloss Kupferzell wurde 1721 durch Graf Philipp Ernst erbaut. 1922 kaufte die Württembergische Landwirtschaftskammer das Schloss und machte daraus eine Schule für Landbau und Hauswirtschaft, die bis heute besteht.[11]

Die evangelische Kirche in Westernach geht mindestens auf das 15. Jahrhundert zurück und wurde bereits im 16. Jahrhundert erneuert. Der Taufstein stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Das ehemalige Kupferzeller Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1892 wurde 1990 als vermutlich erster Vertreter des württembergischen Einheitsbahnhofs in das Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen transloziert. Das Gebäude steht dort am Haltepunkt Wackershofen, trägt aber weiterhin die Aufschrift Kupferzell.[12] Ebenfalls ins Freilandmuseum Wackershofen verbracht wurde im Jahr 1986/87 das ehemalige Kupferzeller Lagerhaus aus dem Jahr 1897/98, das älteste genossenschaftliche Lagerhaus Baden-Württembergs.

Der winterliche Schlosspark

Skulptur im Schlosspark

Feßbach im Schlosspark

Vereine

Die Ortsgruppe Kupferzell des Schwäbischen Albvereins wurde 1999 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.[13]

Fossillagerstätte Kupferzell
Skelettrekonstruktion von Batrachotomus kupferzellensis
Gerrothorax pustuloglomeratus, die häufigste Art in der Kupferzeller Keuperfauna

Kupferzell bzw. das Hohenloher Plateau liegen regionalgeologisch im Westen des Süddeutschen Schichtstufenlandes, im Ausbiss des oberen Muschelkalks und des unteren Keupers. Während im oberen Muschelkalk östlich von Kupferzell, im Steinbruch Rüblingen, relativ gut erhaltene Reste von Nothosaurus[14] und Simosaurus[15] vorkommen, ist der Keuper („Lettenkeuper“, Erfurt-Formation, oberes Ladin, etwa 235 Mio. Jahre vor heute) südlich von Kupferzell teilweise so reich an Resten von urzeitlichen Landwirbeltieren, dass die Gegend als „Massengrab fossiler Saurier“ gilt. Im Rahmen einer Notgrabung während des Baus der A 6 zwischen Heilbronn und Nürnberg wurden im Jahre 1977 bei Kupferzell-Bauersbach rund 30.000 Einzelknochen geborgen. Das Vorkommen war vom Waldenburger Eisenbahner und Hobby-Paläontologen Johann Wegele entdeckt und anschließend über die VfMG-Sektion Heilbronn dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart gemeldet worden. Zwischen dem 18. März und 3. Juni bauten Mitarbeiter des Museums und Freiwillige des VfMG die Fossillagerstätte systematisch unter Zeitdruck ab.[16][17] Die Fundstelle ist heute nicht mehr zugänglich.[18]

Der Hauptteil der Knochen wurde aus einer Schichtenfolge mit grünen, gelben und braunen teils dolomitischen Mergeln geborgen, die sehr wahrscheinlich in Süßwasser- oder relativ stark ausgesüßten Brackwasserkörpern abgelagert wurden.[18] Die Lagerstätte kann am besten als Konzentratlagerstätte charakterisiert werden.[17] Zwar ist der Erhaltungszustand des Materials relativ gut und bisweilen sind weitgehend komplette Skelette und Teilskelette im anatomischen Zusammenhang überliefert, jedoch wurden die – teils präfossilisierten und umgelagerten – Knochen offenbar zusammengespült. Das Fundintervall gehört lithostratigraphisch zu den Unteren Grauen Mergeln im höheren Teil der Erfurt-Formation.[18]

Der weit überwiegende Teil der Wirbeltierfauna (rund 90 %) ist durch nur zwei Temnospondylen-Arten repräsentiert: den eher kleinen Plagiosauriden Gerrothorax pustuloglomeratus (70 %) und den großen Mastodonsauriden Mastodonsaurus giganteus (20 %).[18] Beides sind nicht-amniotische Vertreter, die eine stark an Gewässer gebundene Lebensweise führten. Sie lebten offenbar nahe oder direkt in den Seen oder Lagunen, in deren Sedimenten ihre Überreste überliefert wurden.[18] Das gleiche gilt für die weit selteneren Temnospondylen-Arten Kupferzellia wildi *§, Plagiosuchus pustuliferus (ein enger verwandter von Gerrothorax)[17] sowie die anhand vollständigeren Materials aus anderen nordwürttembergischen Lettenkeuperlokalitäten (siehe unten) erstbeschriebenen Arten Trematolestes hagdorni,[19] Callistomordax kugleri[20] und Bystrowiella schumanni.[21] Ebenfalls selten doch mit ein paar recht vollständigen Exemplaren vertreten ist Batrachotomus kupferzellensis *, ein Rauisuchide. Dieses Reptil lebte auf dem trockenen Land und seine Reste sind wahrscheinlich durch einen hochwasserführenden Fluss in den Ablagerungsraum eingespült worden.[18] Einziges weiteres sicheres Zeugnis eines rein landlebenden Tieres sind Osteoderme eines relativ engen Verwandten von Batrachotomus, der 2014 unter dem Namen Jaxtasuchus salomoni beschrieben wurde.[22] Ob die Zuordnung dreispitziger Zähne zu einem nicht näher bestimmbaren Cynodontier,[17] einem säugetierähnlichen Amnioten, korrekt ist, gilt hingegen als nicht ganz sicher.[23] Die übrigen Amniotenreste stammen von den aquatischen Reptilien Neusticosaurus pusillus sowie Tanystropheus und auch Nothosaurus. Auch verschiedene Knochen- und Knorpelfische[18] sind in der Kupferzell-Fauna vertreten. Davon näher bestimmbar (Stand 2003) sind jedoch nur der Lungenfisch Ptychoceratodus serratus sowie der Strahlenflosser Serrolepis.[17]

Ungefähr zur gleichen Zeit entdeckt wie Kupferzell-Bauersbach wurden die bedeutenden Lettenkeuper-Fundstellen in den Steinbrüchen bei Vellberg (Typlokalität von Bystrowiella, Callistomordax und Jaxtasuchus), in einem Baugebiet in Michelbach an der Bilz (Typlokalität von Trematolestes) und in einem Autobahnanschnitt (A 6) bei Ilshofen. Sie alle liegen im Landkreis Schwäbisch Hall rund 20 km südsüdöstlich bis ostsüdöstlich von Kupferzell.[18][23]

* wie die Namen vermuten lassen, ist Kupferzell für diese Arten die Typlokalität
§ Kupferzellia ist Damiani (2001) zufolge ein jüngeres Synonym von Tatrasuchus.[24]

Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Alexander zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1794–1849), katholischer Geistlicher
Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1846–1924), Fürst von Hohenlohe
Julius Gessinger (1899–1986), Musikpädagoge und Komponist
Eberhard Finckh (1899–1944), Berufsoffizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944
Karl-Heinz Dähn (1926–2016), Lehrer und Heimatforscher
Alexander Schonath (* 1951), Politiker (REP), 1996–2001 MdL (Baden-Württemberg)
Alexander Heide (* 1991), Basketballspieler
Weitere Persönlichkeiten
In Kupferzell lebte der Agrarreformer Pfarrer Johann Friedrich Mayer (1719–1798), der als „Gipsapostel“ bekannt wurde.
Hier lebte und starb der deutsche Schriftsteller Karl Julius Weber (1767–1832).
Hier lebte und starb Rolf Wütherich (1927–1981), Fahrer der Rennwagenabteilung von Porsche und Beifahrer im tödlichen Unfall des US-Schauspielers James Dean.