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Geschichte
Strandbad um 1900

In den 1990er Jahren wurden auf dem Gemeindegebiet römische Funde des ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhunderts gemacht, was zu der These führte, dass der Ortsname „Ad Arguna“ auch ohne lückenlose Besiedlungskontinuität möglicherweise auf eine römische topographische Bezeichnung zurückgeht (wie beispielsweise von dem Archäologen Eric Breuer vertreten).

Langenargen wurde unter dem Namen „Arguna“ im Jahr 773 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen zum ersten Mal urkundlich erwähnt.[2] 1193 war Heinrich von Veringen „Custos et Cellarius“ der Kirche Langenargen (ecclesiae Argeninensis). Seit 1290 im Besitz der Grafen von Montfort, entstand hier ab 1343 eine Burg und eine Münzstätte. Der Ort fungierte sodann bis zum Staatsbankrott des Jahres 1780 als Haupt- (1440–1520) oder Nebenresidenz eines Kleinststaates im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, der Grafschaft Montfort.[3]

Herkunft des Ortsnamens

Bei der Frage nach der Herkunft des Ortsnamens „Langenargen“ wird oft angenommen, der Name komme daher, dass sich der Ort in einer beträchtlichen Länge am Bodensee-Ufer erstreckt (z. B. Memminger: Beschreibung des Oberamts Tettnang, Stuttgart, 1838, Verlag J.G. Cotta’sche Buchhandlung). In der Stiftungsurkunde des Langenargener Hospitals zum Heiligen Geist vom 12. Oktober 1491 findet sich allerdings der Ortsname „Zu der langen Argen“. Auch in der Schwäbischen Chronik des Thomas Lirer von 1486 ist vom „Schloß zu der langen Argo“ die Rede. Beides bezieht sich wahrscheinlich auf den Fluss Argen.

Langenargen seit dem 15. Jahrhundert
Schloss Montfort
Blick auf die 1896/97 errichtete Argenbrücke

1453 erhielt der damalige Marktflecken von Kaiser Friedrich III. die Stadtrechte von Immenstadt verliehen.[4]

Seit 1577 ist in Langenargen eine Schule nachweisbar. Die Langenargener Ortsbürgerin Anna Lohr wurde 1625 nach einem Hexenprozess wegen Schadenzaubers enthauptet und verbrannt.

1694 stiftete das Haus Montfort ein Kapuzinerkloster in Langenargen. Ab 1716 erfolgte der Neubau des Hospitals zum Heiligen Geist, ab 1718 der Neubau der katholischen Pfarrkirche St. Martin innerhalb des Stadtgrabens. Ein Vorgängerbau im Unterdorf wurde bis auf den Chor abgebrochen.

Die Stadt und die Burg der Montforter wurden im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört, jedoch später wieder aufgebaut (siehe Seekrieg auf dem Bodensee 1632–1648). Die Burg wurde in der Folgezeit zunächst zu einem Schloss ausgebaut (spätes 17. Jahrhundert), um 1800 als Gefängnis genutzt und 1810 zum Abbruch freigegeben. Das neue, bis heute erhaltene Schloss entstand von 1861 bis 1866 als privates Sommerschloss Villa Argena für König Wilhelm I. von Württemberg, der jedoch zwei Jahre vor Fertigstellung verstarb. Das Schloss wurde nach Plänen des Ravensburger Oberamtsbaurates Gottlieb Pfeilsticker mit einem achteckigen Treppen- und Aussichtsturm in der Gebäudemitte errichtet. Als Reminiszenz an das annähernd 500 Jahre hier regierende Grafengeschlecht erhielt es sodann den Namen Schloss Montfort.

1780 traten die verschuldeten Grafen von Montfort ihre Güter an Österreich ab. Mit dem Frieden von Pressburg fielen sie 1805 an Bayern, das sie unter Napoleon Bonaparte 1810 an Württemberg weitergab. Im Rahmen der bürgerlichen Revolution von 1848 wurde der lebenslange Anspruch auf Gemeindeämter abgeschafft. Schultheiß und Gemeinderat wurden stattdessen zeitlich befristet gewählt.

1896/97 wurde mit der Hängebrücke über die Argen nach Kressbronn die erste Kabelhängebrücke Deutschlands erbaut. Zwei Jahre später erhielt Langenargen mit der Bodenseegürtelbahn erstmals einen Eisenbahnanschluss.

Langenargen im 20. Jahrhundert
Panorama von Langenargen bis Lindau, um 1900

Im Ersten Weltkrieg fielen 41 Langenargener. Die Novemberrevolution im Spätherbst 1918, das mit ihr einhergehende Ende der Monarchie und die neuen demokratischen Staatsstrukturen führten auch in Langenargen zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen. Erstmals waren alle Männer und auch die Frauen über 20 Jahren wahlberechtigt, im Jahr 1922 zog mit Anna Kling (MSPD) zum ersten Mal eine Frau in den Langenargener Gemeinderat ein.

Ab dem Frühjahr 1933 wurden die demokratischen Strukturen im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme wieder aufgelöst, das gesamte öffentliche Leben wurde dem NS-System untergeordnet. 1937 erfolgte die Eingemeindung des östlichen Teils der bislang selbstständigen Gemeinde Oberdorf, um Langenargen mehr räumliche Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Im Zweiten Weltkrieg fielen insgesamt 168 Einwohner der Gemeinde, weitere 34 blieben vermisst.

Nach 1945 wurde das öffentliche Leben Langenargens für lange Jahre von der am Ort stark vertretenen französischen Besatzungsmacht geprägt; so war hier bis 1986 die 2. Escadron des 13. Dragoner-Fallschirmjäger-Regiments untergebracht. 1960 gelangte das Schloss Montfort endgültig in den Besitz der Gemeinde. Die Seegfrörne des Jahres 1963, bei welcher die gesamte Bodenseefläche überfror, entwickelte sich zu einem gigantischen Naturschauspiel und völkerverbindendem Element zwischen den Bodensee-Anrainerstaaten.

1970 gedachte die Gemeinde Langenargen mit glanzvollen Feierlichkeiten ihrer erstmaligen urkundlichen Erwähnung vor 1200 Jahren.

1976 wurde vom Verein zur Förderung und Pflege der Kunst ein Museum im ehemaligen barocken Pfarrhaus am Marktplatz eingerichtet, welches seither überregionale Bekanntheit genießt. Im Sommer 1993 erwiesen zwei prominente Gäste der Bodenseegemeinde ihre Reverenz: Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident Mitterrand besuchten Langenargen und trugen sich ins Goldene Buch ein.

Nach dem Pfingsthochwasser 1999, einem Jahrhunderthochwasser, blieben große Teile der seenahen Wohngebiete Langenargens wochenlang überflutet.

Politik
Verwaltungsverband

Langenargen bildet mit Kressbronn und Eriskirch einen Gemeindeverwaltungsverband, der in Kressbronn seinen Sitz hat.

Gemeinderat

Kommunalwahl 2014

 %403020100

34,3 %33,8 %17,9 %14,6 %

FWVCDUSPDGrüne
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p 16 14 12 10   8   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8

-6,3 %p
-2,8 %p-4,9 %p+14,6 %p
FWVCDUSPDGrüneVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe – Dunkel

Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung:

FWV 34,3 % -6,3 6 Sitze -1
CDU 33,8 % -2,8 6 Sitze -1
SPD 17,9 % -4,9 3 Sitze -1
GRÜNE 14,6 % +14,6 3 Sitze +3

Wappen

Eine dreilappige rote Fahne mit goldenen Fahnenquasten und Ringen sowie einer goldschwarze Innenverzierung auf silbernem Grund. Die Gemeinde erhielt am 15. September 1899 die Erlaubnis, dieses Wappen zu führen. Es handelt sich dabei um den modifizierten Schild des ehemaligen Wappens der Grafen von Montfort, einer Nebenlinie der Pfalzgrafen von Tübingen.

Siehe auch: Liste der Wappen mit dem Emblem der Pfalzgrafen von Tübingen
Schultheißen und Bürgermeister

vor 1494: Franz
um 15??: Eglin
um 1520: Achill Werle
1526: Sebastian Stoppel
1557/1574: Nikolaus Paumann (Baumann)
1580: Martin Giger (Geiger)
1590: Thoman Yelin (Jehle)
um 1600: Christoph Wocher, genannt „der Ältere“
1614: Hans Mayr
1624: Jakob Yelin (Jehle)
1638: Kuenlin
1640: Stübler
1642: Christoph Wocher, Neffe von Christoph Wocher d. Ä.
1656–1664: Georg Brugger
1665–1709: Leonhard Zwicklin
1709–1726: Nueber
1726–17??: Jakob Bachmann
17??–1756: Johann G. Bernhard
1756–1788: Anton Berger
1788–1799: Jakob Bernhard
1800–1812: Severin Schnell
1814: Gagg
1816: Johann Baptist Wocher
1819–1843: Ignaz Streicher
1843: Ottmar Wagner
1844–1849: Johann Gottlieb Hutten (1848/49 auch Landtagsabgeordneter der parl. Linken, 1852 Auswanderung in die USA)
1849–1852: Josef Meschenmoser (Amtsverweser)
1852–1853: Johann Nepomuk Bleyle (Amtsverweser)
1853–1854: Josef Schmeckenbecher
1854–1860: Lorenz Konrad
1860–1870: Anton Fuchsschwanz
1870–1874: Albert Schilling (auch bedeutender Ortschronist)
1874–1888: Franz Xaver Gläsle
1891–1907: August Friker, Zentrumspartei
1907–1931: Franz Xaver Mayr, Zentrumspartei
1931–1937: Anton Philipp Herter, parteilos
1937–1945: Oskar Hess, NSDAP
1945–1954: Alfred Wocher, CDU
1954–1974: Franz Eble, CDU
1974–1982: Lothar Grothe, CDU
1982–2012: Rolf Müller, CDU
seit 2013: Achim Krafft, CDU

Städtepartnerschaften und Patenschaften
Frankreich Bois-le-Roi, seit 1991
Italien Noli, seit 2005
Schweiz Arbon am gegenüberliegenden Seeufer, seit 1963
Deutschland Höckendorf, Sachsen, seit 1990
3ème Régiment de Hussards, 1er Escadron, Immendingen, seit 2000
Luftlandesanitätskompanie (SpezEins), 4./Luftlandeunterstützungsbataillon 262, Merzig, seit 2003
Entwicklung des Gemeindegebiets
Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner
1871 1.593
1880 1.552
1890 1.536
1900 1.613
1910 1.898
1925 2.276
1933 2.482
1939 3.100
1946 3.439
1956 3.784
1961 4.217
1966 4.585
Datum Einwohner
1970 5.253
1976 5.395
1986 5.608
1991 6.793
1995 7.117
2005 7.591
2010 7.803
2015 7.863

Ende des 19. Jahrhunderts kam es aufgrund der rein agrarisch ausgerichteten Wirtschaftsstruktur zu einem Bevölkerungsrückgang, der verstärkt den Ortsteil Oberdorf betraf. Ab 1890 wurde diese Rückwärtsentwicklung durch einen Aufschwung im Handel- und Gewerbesektor gestoppt. Seither wird bis heute eine stetig wachsende Einwohnerzahl verzeichnet.

Im frühen 20. Jahrhundert ging das Bevölkerungswachstum auf eine hohe Geburtenrate, aber auch eine starke Zuwanderung zurück, der eine verbesserte Verkehrsanbindung und die Industrialisierung der gesamten Bodenseeregion zugrunde lagen. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 ließ das Bevölkerungswachstum zwischen 1925 und 1933 um durchschnittlich 1,1 Prozent schrumpfen. Infolge der Ansiedlung von Rüstungsbetrieben in Friedrichshafen vergrößerte sich die Bevölkerung dann zwischen 1933 und 1939 um fast 25 Prozent. Der Zweite Weltkrieg hatte auch Auswirkungen auf Langenargen, was sich vor allem am Anteil der männlichen Bevölkerung widerspiegelte. In den 1950er Jahren stieg die Bevölkerung durch den Zustrom Heimatvertriebener weiter an. In den Jahren des Wirtschaftswunders kam es ebenfalls zu einem Anstieg von Immigranten. Anfang der 1990er Jahre konnte Langenargens Einwohnerzahl vom Fall des Eisernen Vorhangs erheblich profitieren.

Eingemeindungen
1937: Oberdorf
Religionszugehörigkeit

Religion Anteil in %
1910 1987 2016
katholisch 90,1 64,5 48,7
evangelisch 9,9 26,1 21,7
andere oder keine 0 9,4 29,7

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Pfarrkirche St. Wendelin in Oberdorf
Innenraum der Pfarrkirche St. Wendelin
Kabelhängebrücke über die Argen

Heimatmuseum im alten Pfarrhaus: Hier wird Kunst aus Langenargen, der Grafschaft Montfort und der weiteren Region gezeigt. Die Sammlung umfasst Gemälde, Plastiken und Münzen von der Romanik bis zur Gegenwart. Zu den ausgestellten Künstlern gehören Franz Anton Maulbertsch, Andreas Brugger, Karl Caspar, Hilde Broer, André Ficus, Berthold Müller-Oerlinghausen, Jan Balet, Marcel Dornier und Julius Herburger.

Das Museum besitzt nach dem Purrmann-Haus in Speyer die zweitgrößte öffentliche Sammlung der Werke Hans Purrmanns in Deutschland. Purrmann (1880–1966) war ein deutscher Maler und Grafiker der Klassischen Moderne.

Bauwerke

Langenargen liegt an der Südroute der Oberschwäbischen Barockstraße.

Schloss Montfort: Das Wahrzeichen der Gemeinde Langenargen, 1861–1866 unter dem Namen „Villa Argena“ erbaut, sollte Wilhelm I. von Württemberg und seinem Thronfolger Karl als Lustschloss dienen. Als architektonisches Vorbild diente die orientalische Bauweise, zahlreiche maurische Architekturmerkmale sind angebracht. Das Schloss entstand auf einer Landzunge am Platz der Ruine der Wasserburg Argen. Seit dem Mittelalter war die frühere Halbinsel durch die Burganlage der Grafen von Montfort befestigt.
Kavalierhaus Langenargen, 1866 als Ergänzung von Schloss Montfort errichtet
Hospital zum Heiligen Geist
Korn- und Lagerhaus am Gemeindehafen, das Gebäude beherbergt heute das Zollhaus
ehemaliges Montfortisches Amtshaus
Hängebrücke über die Argen, die 1896–1897 unter König Wilhelm II. von Karl von Leibbrand erbaute Kabelhängebrücke überspannt die Argen zwischen Langenargen und Kressbronn; die drittälteste Hängebrücke Deutschlands hat eine Spannweite von 72 Meter
Kirchen und Kapellen
Barockkirche St. Martin, von 1718 bis 1721 unter dem Grafen Anton III. von Montfort und seiner Gemahlin Maria Anna Gräfin von Thun und Hohenstein errichtet und 1722 geweiht, Kirchturm und Pfarrhaus baute Graf Ernst von Montfort († 1780) im Jahr 1735;[5] zusammen mit dem anschließenden Spital Zum Heiligen Geist, dem heutigen Altenheim, prägt das Gebäudeensemble wesentlich den Marktplatz als historischen Ortskern Langenargens, 1728 wurde die Marienkapelle an die Kirche angebaut
Pfarrkirche St. Wendelin in Oberdorf (1827 erbaut)
Friedhofskapelle St. Anna in Langenargen, der romanische Chor der abgetragenen ehemaligen St. Martinskirche wurde 1722 geweiht
Evangelische Friedenskirche, 1912 von Heinrich und Alfred Weiß gestiftet; letzterer war ein direkter Nachkomme mütterlicherseits des Reformators Martin Luther, 1914 geweiht
Neuapostolische Kirche
Andere
Zentrum für Buddhismus und Thailändische Kultur-Bodensee e. V.: 2010 hat die thailändische Gemeinde das Zentrum für Buddhismus und Thailändische Kultur-Bodensee mit buddhistischem Tempel eingeweiht und hält dort seitdem auch regelmäßige Veranstaltungen ab.
BMK-Yachthafen

Der Yachthafen mit rund 750 Liegeplätzen ist der zweitgrößte am Bodensee.

Großer und Kleiner Hafenkran

Am Hafen von Langenargen stehen zwei historische Hafenkräne. Der Große Hafenkran wurde um 1900 gebaut und 2006 restauriert, der Kleine Hafenkran stammt aus dem Jahr 1909 und wurde 2005 restauriert. Sie wurden von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Dezember 2005“ ernannt.

Am Langenargener Hafen ist der Bedeutungswechsel vom Lastschiffverkehr zur Freizeitschifffahrt deutlich erkennbar.[6] Die Anlegestelle der Güterschifffahrt entwickelte sich hin zu einem zeitweilig relativ bedeutenden Handelshafen, verlor diese Stellung nahezu vollkommen und erhielt mit dem aufkommenden Tourismus eine neue Bedeutung als Freizeit-Marina. Bis heute blieb seine Funktion als Heimstätte vieler Berufsfischer erhalten.

Großer Hafenkran

Kleiner Hafenkran

Ortsmitte am Hafen in der Abenddämmerung

Annakapelle

Bronzeskulptur

Mole

Fischerbrunnen am Rathaus
Skulpturen und Objekte

In Langenargen sind zahlreiche Skulpturen und Objekte zu sehen. Großteils nehmen sie Bezug auf die Geschichte des Ortes bzw. seine Lage am See.

Siehe auch: Kunst im öffentlichen Raum in Langenargen

Regelmäßige Veranstaltungen
Schussengeist der Narrenzunft „d’Dammglonker“ Langenargen
Münzhof: Veranstaltungszentrum von Langenargen, Kleinkunstbühne und Bücherei
Langenargener Schlosskonzerte: Klassik, Jazz und Crossover im „Schloss Montfort“
Langenargener Festspiele – Sommertheater am Bodensee[7]
Segelregatta „Match Race Germany“
Uferfest mit imposantem Klangfeuerwerk und traditionellem „Fischerstechen“
Kavalierhaus: Produzentengalerie
Promenadenkonzert und andere Auftritte in der Konzertmuschel
Weihnachtsmarkt im „Städtle“
Fastnachtsbrauchtum mit großem Narrensprung
Internationales Fußball-A-Junioren-Turnier über Pfingsten
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft

Bis heute spielt die Landwirtschaft, vor allem der Obstbau, eine gewisse Rolle in Langenargen, hauptsächlich im ländlichen Teilort Oberdorf.

Ansonsten lebt die Gemeinde heute vor allem vom Tourismus sowie von Handwerks- und kleineren bis mittleren Gewerbebetrieben. Als ‚Entdeckerin‘ Langenargens für den Fremdenverkehr gilt Annette von Droste-Hülshoff, die ihren Besuch vor Ort im Jahr 1842 literarisch verewigte: „Versäume ja Langenargen nicht.“ Mitte des 19. Jahrhunderts begann der planmäßige Ausbau der touristischen Infrastruktur, gegenwärtig zählt Langenargen pro Jahr rund 250.000 Übernachtungen. Langfristig ist der Ausbau der Gewerbestruktur durch entsprechende Wirtschaftsfördermaßnahmen geplant.

Die Energieversorgung erfolgt durch das Regionalwerk Bodensee. In der Fischbrutanstalt Langenargen werden Bodenseefische erbrütet und im baden-württembergischen Teil des Bodensees eingesetzt.

Verkehr
Hafen
Triebwagen der Baureihe 628 auf dem Weg von Lindau nach Friedrichshafen in Langenargen
Logo des „FUN(K)-Bähnle“

Langenargen liegt drei Kilometer südlich der Bundesstraße 31 zwischen Friedrichshafen und Lindau.

Die Gemeinde wird von der Deutschen Bahn AG auf der Bodenseegürtelbahn (Radolfzell–Lindau) angefahren und kann vom See her mit den Linien der Bodensee-Schiffsbetriebe erreicht werden. Sie gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Mit dem Bus kann man Langenargen über die Linie 224 (Strauss Reisen) aus Richtung Tettnang und der Linie 7587 (RAB) aus Friedrichshafen erreichen.

Als direkt am See liegende Gemeinde ist Langenargen auch Station des Bodensee-Radwegs und des Bodensee-Rundwegs.

Seit Pfingsten 2011 pendelt das sogenannte FUN(K)-Bähnle zwischen Langenargen und Kressbronn. Bis zu sechsmal am Tag befördert es bis zu dreißig Touristen und Einheimische. Es gibt fünf Haltestellen auf Langenargener und vier auf Kressbronner Gemeindegebiet.

Behörden

Am Malereck befindet sich das Institut für Seenforschung.

Bildungseinrichtungen
Schulen
Grundschule Franz-Anton-Maulbertsch-Schule
Grundschule Oberdorf
Kindergärten
Evangelischer Kindergarten
Katholischer Kindergarten St. Elisabeth, Langenargen
Katholischer Kindergarten St. Theresia, Oberdorf
Kindergarten der Gemeinde, Bierkeller-Waldeck
Kinderbetreuung und Elterntreff Rumpelstilzchen e. V.
See- und Waldkindergarten Langenargen
Freizeit- und Sportanlagen, öffentliche Einrichtungen
Strandbad mit beheiztem Freischwimmbecken und Kinderspaßbecken mit Wasserrutsche (geöffnet von Mitte Mai bis Mitte September)
Schwimmhalle Langenargen (von Anfang April bis Ende September geschlossen)
Sportzentrum
Jugendmusikschule
Seniorenbegegnungsstätte
Gemeindearchiv mit ortsgeschichtlicher Fachbibliothek
Jugendtreff Stellwerk
Bücherei im Münzhof
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
1844, Peter Joseph von Lindpaintner (1791–1856), Dirigent und Komponist
1907, August Friker (1862–1923), Schultheiß von 1891 bis 1907.
1955, Albert Schöllhammer (1875–1960), Garten-Obermeister, Gemeinderat (DVP)
1955, Eugen Kauffmann (1882–1972), Unternehmer und Gemeinderat
2001, Eduard Hindelang (1923–2016), Vorsitzender des Museumsvereins
Söhne und Töchter der Stadt
Urban Rieger, genannt Urbanus Rhegius (1489–1541), Reformator
Moritz Thomann SJ (1722–1805), Missionar in Asien und Afrika
Franz Anton Maulbertsch (1724–1796), österreichischer Maler der ausgehenden Barockzeit
Joseph Reebmann (1730–1812), ab 1782 Kuratkaplan von Ratzenried im Bistum Konstanz, Professor der Theologie an der Universität Freiburg im Breisgau
Joseph Anton Gagg (1797–1887), Oberlehrer, Ehrenbürger von Friedrichshafen
Fridolin Schneider (1850–1922), Pädagoge und Politiker (Zentrum), Mitglied des Reichstags
Johannes Baptist von Kiene (1852–1919), Jurist und Politiker (Zentrum), Verkehrs- und Justizminister von Württemberg 1918/1919
Heinrich Hauber (1904–1983), Maler
Christoph Wocher (* 1924), Jurist, Vorstand der Wüstenrot Holding und der Bausparkasse bis 1989.
Josef Christ (* 1956), Richter am Bundesverwaltungsgericht
Weitere Persönlichkeiten
Hans-Purrmann-Büste im Ortskern
An dieser Stelle in Langenargen stand das Purrmann-Haus, in dem dieser von 1917 bis 1935 lebte und arbeitete
Achilles Pirminius Gasser (1505–1577), Historiker, Mediziner und Astrologe, verbrachte einen Teil seiner Jugend in Langenargen
Anton III. von Montfort (1670–1733), war Graf zu Tettnang und Langenargen
Andreas Brugger (1737–1812), in Kressbronn geborener und später in Langenargen ansässiger bedeutender Öl- und Freskomaler
Franz Joseph Salwirk (1762–1820), in Langenargen aufgewachsener Münzgraveur, der an der Mailänder Münze wirkte
Franz Anton Kiene (1777–1847), Orgelbauer, seit 1828 in Langenargen ansässig
Prinzessin Luise Marie von Preußen (1829–1901), erwarb im Jahr 1873 das Schloss Montfort als Sommersitz
Wilhelm Olivier von Leube (1842–1922), Universitätsprofessor und Rektor der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Besitzer von Schloss Montfort ab 1902
Erich Schultz-Ewerth (1870–1935), Jurist, Geheimer Regierungsrat, letzter Kaiserlicher Gouverneur von Deutsch-Samoa (1912–1919), in den 1920er Jahren in Langenargen ansässig
Wilhelm Bleyle (1850–1915), Gründer des Textilunternehmens Bleyle, einer seit 1661 in Langenargen ansässigen Familie entstammend
Hans Purrmann (1880–1966), Maler, von 1919 bis 1935 in Langenargen ansässig und dort beerdigt
Reinhard Demoll (1882–1960), Zoologe und Universitätsprofessor, Initiator des Instituts für Seenforschung und Seenbewirtschaftung Langenargen
Alfred Radspieler (1885–1973), Studienprofessor, Reformpädagoge, 1912 Gründer und Direktor des „Württembergischen Landerziehungsheims Langenargen“
Jan Balet (1913–2009), Maler, Grafiker und Illustrator, verbrachte einen Teil seiner Kindheit (1916–1920) bei seinen Großeltern, der Familie Eggert, in Langenargen
Literatur
Christoph Wocher (Hrsg.): Die Geschichte von Langenargen und des Hauses Montfort. Arguna, Darmstadt 1986. (Neuauflage des Buches von Pfarrer Eggart mit Ergänzungen)
Christoph Wocher (Hrsg.): Langenargen, seine Geschichte und die seiner Beherrscher, insbesondere der Grafen von Montfort. Arguna, Darmstadt 1994 (Neuauflage des Buches von Albert Schilling)
Christoph Wocher (Hrsg.): Geschichte der Württ. Schützengilde Langenargen 1923–1945 und der Schützengilde Langenargen e. V. 1961–1985. Arguna, Darmstadt 1986.
Christoph Wocher (Hrsg.): Langenargen zwischen Krieg und Frieden, Geschichte-Schicksale. Arguna, Überlingen 1999.
Gemeinde Langenargen (Hrsg.): Langenargener Geschichte(n). Bände I–VIII. Senn, Tettnang 1986–1995.
Andreas Fuchs, Christoph Wocher, Klaus-Peter Bitzer, Hermann Hauser: Langenargen 1900–1999. Eine kommunale Chronologie des 20. Jahrhunderts. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2000.
Andreas Fuchs: Ortsgeschichtliche Fachbibliothek im Gemeindearchiv Langenargen – Bestandsübersicht. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2005.
Andreas Fuchs, P. Viktrizius Veith, P. Peter Baptist Zierler: Pax et bonum – Friede und Heil. Aus der Geschichte des Kapuzinerklosters und Elisabethenhauses in Langenargen. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2006.
Wolfgang Fix, Andreas Fuchs, Hermann Hauser: Seealemannisch. Ein Langenargener Wörter- und Bilderbuch. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2008.
Andreas Fuchs u. a.: Die Bedeutung der Straßennamen in Langenargen und seinen Teilorten. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2011.
Gemeinde Langenargen (Hrsg.): Langenargen Militärschule der Franzosen Ecole de Cadres 1945–1950. Langenargen 2011.
Andreas Fuchs, Bettina Gräfin Bernadotte: Versäume ja Langenargen nicht [Annette von Droste-Hülshoff]. Zur Geschichte des Fremdenverkehrs in Langenargen am Bodensee. Gemeindeverwaltung, Langenargen 2015.
Weblinks
 Commons: Langenargen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Langenargen – Quellen und Volltexte
Internetportal der Gemeinde Langenargen am Bodensee
Gemeindearchiv Langenargen mit Ortsgeschichtlicher Fachbibliothek