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Wir lieben Statistiken und Daten…

…um dort Entscheidungshilfen heraus zu extrahieren.
Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Langquaid nicht vorenthalten.

Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert
Pfarrkirche St. Jakob

Der Markt Langquaid ist eine alte niederbayerische Siedlung im Tal der Großen Laaber. Erste Siedlungsspuren sind aus der jüngeren Steinzeit erkennbar, aus der Bronzezeit stammen zahlreiche Funde. Wie es der vermutlich älteste Name der Siedlung „Verroniwaida“ ausdrückt, war das weitgestreckte Weideland im Talraum der Laaber für Viehhirten ein günstiger Niederlassungsplatz. Dieser Ortsname tauchte um 750 nach Christus erstmals auf und wurde auch um 771 von Bischof Arbeo von Freising in der von ihm verfassten Lebensbeschreibung des heiligen Emmeram erwähnt.

An einer seit ältester Zeit bedeutsamen Straßengabelung gelegen, entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten aus der kleinen Siedlung ein größerer Ort, dessen Name „Langquat“ um 1200 erstmals in Urkunden auftauchte. Dass die Siedlung als natürlicher Mittelpunkt eines weiten Umlandes bedeutsame Fortschritte machte, ergibt sich aus der Verleihung der Marktrechte in den 1280er Jahren und durch die Errichtung einer Zollstation wenig später.

Einer der herzoglichen Zöllner, Konrad der Hueber, stiftete 1412 zur Kirche St. Jakob ein Benefizium und sicherte so dem Markt einen eigenen Priester, kirchlich gehörte Langquaid noch lange Zeit zur Urpfarrei Sandsbach. Die jetzige Pfarrkirche geht auf eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert zurück und zeigt noch spätromanische Elemente. Im 15. Jahrhundert gab es einen durchgreifenden Umbau im gotischen Stil, und seinen derzeitigen barocken Charakter bekam das Gotteshaus bei einer Erneuerung um etwa 1740.

So entwickelte sich der Markt Langquaid kontinuierlich weiter, doch blieben dem Ort und seinem Umland stürmische Kriegszeiten und damit verbundene Rückschläge nicht erspart, die im Dreißigjährigen Krieg mit mehreren Brandschatzungen einen Höhepunkt erreichten. Deshalb liegen über die Marktprivilegien und das Marktwappen, das den Heiligen Jakobus darstellt, keine Originalurkunden, sondern nur Bestätigungen der verlorengegangenen Dokumente vor, wie z. B. von 1486 von Herzog Albrecht IV. oder 1659 von Kurfürst Ferdinand Maria. Als 1809 der Krieg zwischen den französisch-bayerischen Truppen unter Napoleon und dem österreichischen Heer tobte und in der Schlacht von Eggmühl gipfelte, blieb Langquaid weitgehend verschont.

Im 19. Jahrhundert nahm der Markt an der fortschreitenden technischen Entwicklung teil. Ab 1851 war Langquaid eine Poststation, 1875 schuf eine Telegraphenstation rasche Verbindung zur weiten Welt. Ein besonderes Ereignis war die Eröffnung der Bahnlinie Eggmühl – Langquaid, um die sich der Langquaider Bürgermeister Münsterer nachdrücklich bemüht hatte.

1613 errichteten die Langquaider Bürger eine Armenstiftung, um notleidenden Mitbürgern in einem Gemeindehaus Unterkunft zu geben. 1856 wurde ein Arbeiterunterstützungsverein gegründet, der sich zum Ziel setzte, in Langquaid ein Krankenhaus zu errichten, was 1866 verwirklicht werden konnte.

20. und 21. Jahrhundert

Seine wirtschaftliche Bedeutung als Einkaufs- und Umschlagplatz für ein weites Umland behielt Langquaid über die Jahrhunderte hinweg, das zeigen die fünf Jahrmärkte im Jahresverlauf, neben denen es bis in die 1990er Jahre noch einen wöchentlichen Ferkelmarkt auf dem Marktplatz gab. Seit 1891 führt der Markt Langquaid ein eigenes Hopfensiegel und ist einer der Siegelbezirke der Hallertau, wenn auch der Hopfenbau dort seine Bedeutung verloren hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Heimatvertriebene in Langquaid eine neue Basis.

Es entwickelte sich eine rege Bautätigkeit, die um den alten Marktkern weiträumige Siedlungsgebiete wachsen und damit die Einwohnerzahl ansteigen ließ. So ist der Markt Langquaid heute Mittelpunkt einer weiträumigen Verwaltungsgemeinschaft und hat eine Kinderkrippe, drei Kindergärten, eine Grund- und Mittelschule sowie Sportanlagen. Im Tal der Großen Laaber und dem bewaldete Hügelland befinden sich Wanderwege.

Eingemeindungen

Bei der Gemeindegebietsreform in Bayern kam am 1. Juli 1972 die Gemeinde Oberleierndorf zu Langquaid.[2] Am 1. Januar 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Leitenhausen und Schneidhart sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Sandsbach eingegliedert. Am 1. Mai 1978 folgten Adlhausen, Niederleierndorf und Paring.[3]

Wappen
Wappenbeschreibung

In Gold das Brustbild eines blau gekleideten, bärtigen Heiligen mit schwarzem Hut; auf dessen Krempe und auf dem Mantel je zwei silberne Pilgermuscheln.

Wappengeschichte

Bei dem Heiligen im Wappen handelt es sich nach neuerer Meinung wohl um den heiligen Jakobus, dem Patron der Pfarrkirche von Langquaid. Dafür sprechen auch die heraldischen Attribute, die Pilgermuscheln auf dem Mantel und der Hutkrempe. Noch bei Hupp (1912) ist in der Blasonierung vom „Brustbild des hl. Rochus“ die Rede, dem Schutzheiligen gegen die Pest. Von dieser Deutung ist man jedoch abgegangen, die amtliche Blasonierung legt sich nicht fest. Die Gestaltung des Heiligen änderte sich wiederholt, während die Tingierung seit der Bestätigung der verloren gegangenen Marktprivilegien durch Herzog Albrecht IV. im Jahr 1486 feststand. Darin wird das „bisherige Wappen“ erwähnt, das heißt, der Beginn der Wappenführung lag schon weiter zurück. Das Fragment eines Siegelabdrucks von 1494 lässt auf die Entstehung des ersten Typars mit dem Wappen im frühen 15. Jahrhundert schließen.

Wappendaten

Wappenführung: seit 15. Jahrhundert
Rechtsgrundlage: Das Wappen ist im Siegel überliefert; Siegelführung seit dem frühen 15. Jahrhundert belegt.
Beleg: Bestätigung des Wappens in einer Urkunde Herzog Albrechts IV. vom 22. März 1486

Politik
Marktplatz mit Rathaus (re.)

Seit der Gemeinderatswahl am 16. März 2014 setzt sich der Marktgemeinderat von Langquaid folgendermaßen zusammen:[4]

CSU: 10 Sitze
SPD: 3 Sitze
FWG: 5 Sitze
ÖDP: 2 Sitze
Gesamt: 20

Bürgermeister ist seit 2002 Herbert Blascheck. Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 97,7 % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt. Der Bürgermeister gehört qua Amt ebenfalls dem Gemeinderat an.

Die Verwaltungsgemeinschaft Langquaid erledigt Verwaltungsaufgaben auch für die beiden Nachbargemeinden Hausen (Niederbayern) und Herrngiersdorf.

Sehenswürdigkeiten

Der historische Marktplatz wird von Bürgerhäusern gesäumt, deren Treppengiebel und Türmchen auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Die Pfarrkirche St. Jakob ist eine im Kern spätromanische Kirche, die im 18. Jahrhundert barockisiert wurde. Sieben Kilometer nördlich von Langquaid befindet sich im Ortsteil Hellring die barocke Wallfahrtskirche St. Ottilia. Fünf Kilometer südlich liegt auf einem Hügel über dem Tal der Großen Laaber die Kapelle St. Koloman. Im gleichnamigen Ortsteil befindet sich das Kloster Paring.

Historische Ausstellung

Die Dauerausstellung …zu Baiern loblich gefreyt – Langquaid und die Wittelsbacher beleuchtet Fragen, wie die Bedeutung eines Marktes und seiner Marktrechte, Freiheiten und Privilegien, Rechte und Pflichten eines Marktortes, die Rolle von Kastner und Mautner als Vertreter der landesherrlichen Macht ebenso wie den Bezug des Marktes Langquaid zum Haus Wittelsbach, die Verbindung der Wittelsbacher Herrscherpersönlichkeiten zu Langquaid von der Markterhebung bis zum Krankenhausbau. Erklärt werden auch das Langquaider Wappen mit St. Jakob als Patron des Marktes, das Zunftwesen in Langquaid sowie das Kanzleiwesen und das Schreiben und Siegeln im 17. Jahrhundert.

Baudenkmäler
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Langquaid
Kloster Paring
Ensemble des historischen Wittelsbacher Marktplatzes
Ehemaliges herzogliches Kastnerhaus
Katholische Pfarrkirche St. Jakob
Wasserschloss im Ortsteile Adlhausen
Wallfahrtskirche im Ortsteile Hellring
Wallfahrtskirche im Ortsteil Niederleierndorf
Augustiner-Chorherrenstift im Ortsteil Paring
Freizeit
Naherholungsgebiet

Das Naherholungsgebiet Marktweiher ist ein Freizeit- und Naherholungsraum. Flachuferbereiche aus Kies wurden mit Steinblöcken ausgestattet. Zu beiden Seiten eines renaturierten Grabens werden leicht erhöhte Uferbereiche auch als Liegewiese genutzt. Durch Wasserbausteine wurde ein kleiner Grabenrückstau gebildet. Der Graben ist mit Kies ausgeschüttet. Der große Marktweiher wird im Winter von Schlittschuhläufern und Eisstockschützen benutzt. Das Naherholungsgebiet Marktweiher ist Ausgangspunkt verschiedener Themenwanderwege und bietet einen 100 Meter langen Barfußpfad.

Sportanlagen
Schulsporthalle: Die Mehrfachsporthalle mit 900 m² Hallenfläche und Zuschauertribüne steht für Veranstaltungen als Multifunktionshalle zur Verfügung.
Schulsportzentrum: Neben einem Sportstadion mit Laufbahn verfügt das Schulsportzentrum über einen Allwetterplatz, eine Weitsprung- und Kugelstoßanlage, eine Beach-Volleyballanlage, einen Skate-Park und ein Mini-Spielfeld mit Kunstrasen.
Tennisplätze
Stockbahnen
Waldstadion
Sportplatz im Ortsteil Adlhausen
Sportplatz im Ortsteil Niederleierndorf
Langquaider Jahrmärkte
Lichtmeßmarkt am Sonntag vor Lichtmess (2. Februar)
Auffahrtsmarkt an Christi Himmelfahrt
Jakobimarkt am Sonntag nach Jakobi (25. Juli)
Kreuzerhöhungsmarkt (Zwetschgenmarkt) am Sonntag nach Kreuzerhöhung (14. September)
Nikolausmarkt am ersten Sonntag im Advent
Wallfahrtsfest Hellring im Ortsteil Hellring am zweiten Wochenende im Oktober
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft

Im Norden des Gemeindegebietes an der Staatsstraße 2144 wurde das Gewerbegebiet „Handwerkerhof“ eröffnet. Dieses wurde 2008 um das Gewerbegebiet „Steinelberg“, zwischen dem Feuerwehrzentrum und der Kreisstraße KEH 10, erweitert. Im Jahr 2011 wurde ein weiteres Gewerbegebiet „Grubberg“ erschlossen und mit einem Kreisel an die Kreisstraße KEH 10 angeschlossen.

Landwirtschaftlich ist die Region wegen der optimalen Boden- und Klimabedingungen ein Spargelanbaugebiet.

Ansässige Unternehmen
Abitron Germany, Produktion von Funkfernsteuerungen
Albach Maschinenbau, Produktion von selbstfahrenden Holzhackmaschinen
Autec Deutschland, Hersteller von Funkfernsteuerungen
Europlant Pflanzenzucht, Kartoffelzuchtbetrieb
Fairhandelszentrum, Vertrieb von fair gehandelten Waren
Haumer & Ranftl, Malerfachbetrieb
KPM, Metallbaubetrieb
Laabertaler-Kunststoffbauelemente, Produktion von Kunststofffenstern und Türen
Lauschke Caravan und Freizeit, Vertrieb von Wohnwägen und Campingbedarf
Manasiev, Vertrieb von Reinigungsmaschinen
Maunsystem, Produktion von Aluminiumprofilen
MPK Kunststofftechnik, Produktion von Kunststofferzeugnissen
Okzam International, Vertrieb von Automobilzubehör
Schmidt-Visbek, Produktion von Kunststoff-Alu-Fenstern
Wagner Präzesionsmaschinenbau, Produktion von CNC Fräs- und Drehteilen für die High-Tech-Industrie
Verkehr

Langquaid ist Endpunkt der Bahnstrecke Eggmühl–Langquaid, einer Nebenbahn, die hauptsächlich für den Güterverkehr und teilweise für Ausflugspersonenverkehr genutzt wird. Nordwestlich des Gemeindegebiets verläuft die Bundesautobahn 93, die in Richtung Regensburg über die Autobahnanschlussstelle 48 (Hausen) in etwa fünf Kilometern erreicht werden kann; aus Richtung München erreicht man die Gemeinde über die Anschlussstelle 49 (Abensberg) nach etwa sieben Kilometern.

Auszeichnungen

Im Jahr 2005 und 2016 wurde der Markt Langquaid mit dem Stadtmarketingpreis Bayern ausgezeichnet.

Bildung
Kindertagesstätten
Kinderkrippe Krabbelkäfer (Markt Langquaid)
Kindergarten Rappelkiste (Markt Langquaid)
Kindergarten St. Jakob (Katholische Kirchenstiftung Langquaid)
Laabertaler Waldkindergarten Langquaid und Umgebung e. V.
Schulen
Grundschule Langquaid mit gebundenem Ganztagszug
Mittelschule Langquaid mit offener Ganztagsschule
Erwachsenenbildung
Volkshochschule Langquaid e. V.
Musikschule
Musikschule Langquaid
Senioren
Seniorenservicehaus (Pflegeeinrichtung)
Mehrgenerationenhaus (Begegnungszentrum)
Kostenloser Seniorenbus aus den Ortsteilen in den Markt
Persönlichkeiten
Engelbert Albrecht (1836–1898), Dichter und Lyriker, lebte seit 1881 in Langquaid[5]
Christian Wolff, erfand 1894 die erste deutsche Hopfenpflückmaschine[6]
Alfons Maria Weigl (1903–1990), katholischer Priester und Schriftsteller, in Langquaid geboren
Armin Hary (* 1937), Leichtathlet (Sprinter), zweifacher Olympiasieger und zweifacher Europameister, wohnt im Ortsteil Adlhausen
Lieselotte Kinskofer (* 1959), Krimi-, Kinderbuch- und Drehbuchautorin, in Langquaid geboren[7]
Sonstiges

Außerhalb des Ortes zwischen Langquaid und Schierling befindet sich ein ehemaliges Munitionshauptdepot der Bundeswehr (MunHptDep Schierling). Es wurde von 1937 bis 1939 als Luftwaffenmunitionsanstalt erbaut und im Oktober 2009 aufgelöst.

Weblinks
 Commons: Langquaid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Eintrag zum Wappen von Langquaid in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
Langquaid: Amtliche Statistik des LfStat