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Geschichte
Geschichte der Kernstadt

Vor- und frühgeschichtliche Siedlungsspuren sind im Allgäu selten. Umso mehr fällt auf, dass aus Leutkirch ein Grabfund der Völkerwanderungszeit bekannt ist[3] (namensgebend für Fibeln vom Typ Leutkirch). Offenbar ließen sich im Vorfeld des Donau-Iller-Rhein-Limes, zu dem das nahe Kastell Isny gehört, frühzeitig Alamannen nieder. Eine Besiedlung des Westallgäuer Hügellandes während der Merowingerzeit ist archäologisch bisher kaum nachweisbar, ist jedoch aufgrund historischer Quellen – frühe Nennungen, Patrozinien und Ortsnamenformen – anzunehmen.

Die Stadt entstand durch das Zusammenwachsen zweier Dörfer, Ufhofen und Mittelhofen, die zu Füßen der Leutekirche St. Martin lagen. Die Leutekirche als Namensgeberin ist im Wappen der Stadt abgebildet. Eine erste urkundliche Erwähnung des alten Kirch- und Gerichtsortes des Nibelgaus befindet sich in einer St. Galler Urkunde aus dem Jahr 766, in der das Gebiet nach dem Aussterben der Udalrichinger an die Grafen von Bregenz und im Weiteren an die Grafen von Montfort vergeben wurde. Während deren Regentschaft entstand zwischen Ufhofen und Mittelhofen eine Marktsiedlung.

Im Jahre 1293 wurden Leutkirch von König Adolf von Nassau die Rechte der Stadt Lindau verliehen; sie wurde so zur Freien Reichsstadt. Frühere Urkunden mit dem Begriff in burgo lassen aber auch schon auf eine städtische Siedlung schließen.

Das Hauptgewerbe der Stadt wurde der Leinwandhandel. Die größte Zunft mit bis zu 200 Mitgliedern waren die Weber, deren Erzeugnisse bis nach Italien und Spanien gehandelt wurden. 1488 wurde Leutkirch Mitglied im Schwäbischen Bund und erlangte Sitz und Stimme auf dem Reichstag und im Schwäbischen Bund.

Im Jahre 1546 hielt in Leutkirch die Reformation Einzug. Bürgermeister Georg Bock (1512–1589) unterzeichnete für den Rat der Stadt die lutherische Konkordienformel von 1577.[4] Der Dreißigjährige Krieg setzte der Stadt schwer zu. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, die Zahl der Bürger sank auf 184. Auch die Zeit nach 1648 war keine Blütezeit für die Stadt, deren Verschuldung weiter zunahm. Trotz dieser wirtschaftlich schlechten Zeiten wurde 1740 das barocke Rathaus erbaut. Die Stuckdecke von Johannes Schütz zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.

Leutkirch, Kupferstich von Merian, um 1650

Bei der Mediatisierung 1803 wurde Leutkirch zunächst bayerisch, 1810 kam die Stadt zum Königreich Württemberg und wurde Sitz des Oberamtes Leutkirch, ab 1934 des Kreises Leutkirch, welcher im Jahr 1938 aufgelöst wurde. Im Jahre 1872 wurde die Bahnstrecke Kißlegg–Leutkirch eröffnet, am 15. August 1874 die Bahnlinie nach Isny und 1889 die Linie nach Memmingen. Im 19. Jahrhundert setzte zögernd eine Industrialisierung ein.

Im Zuge der Gebietsreform schlossen sich 1972 acht Nachbargemeinden mit der Stadt Leutkirch zusammen. Dadurch überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 20.000, so dass die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt stellte. Die Landesregierung von Baden-Württemberg beschloss dies dann mit Wirkung vom 1. Januar 1974. Zum 11. Juni 1974 wurde der Name der Stadt geändert. Seither lautet die offizielle Bezeichnung Große Kreisstadt Leutkirch im Allgäu. Am 1. Januar 1973 erfolgte im Rahmen einer Kreisreform die Eingliederung in den heutigen Landkreis Ravensburg (Kfz-Kennzeichen RV). Zuvor gehörte Leutkirch zum Altkreis Wangen (Kfz-Kennzeichen WG).

Geschichte der eingemeindeten Orte

In den meisten in Leutkirch eingemeindeten Orten lebten im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit überwiegend Bauern, die als freie Bauern keinem Herrn außer dem Kaiser untertan waren. Diese so genannten Freien auf Leutkircher Heide hatten eine eigene Gerichtsbarkeit, ihre Dörfer somit de facto zumindest im Spätmittelalter den Sonderstatus von Reichsdörfern. Da der Status des freien Bauern jedoch an die Person gebunden war, und die Erblichkeit im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich und zunehmend zum Nachteil der freien Bauern geregelt war, ging die Bedeutung der freien Bauern mehr und mehr zurück. Das Haus Habsburg beanspruchte zudem die von freien Bauern bewohnten Dörfer als Bestandteil seiner Landvogtei Schwaben. Immerhin blieben in diesen Dörfern pro forma einige Sonderrechte bis zum Ende des Alten Reiches bestehen.

Diepoldshofen

Diepoldshofen wurde 1152 erstmals erwähnt. Im 13. Jahrhundert war es im Besitz der Klöster Baindt, Isny und Rot. Die Herrschaft oblag der Grafschaft Zeil, mit der der Ort 1810 an Württemberg fiel. Danach gehörte der Ort zunächst zur Oberschultheißerei Zeil innerhalb des Oberamts Leutkirch. 1820 wurde die Gemeinde Diepoldshofen gebildet, die bis 1849 zum fürstlich Waldburg-Zeilschen Amt gehörte, dann wieder zum Oberamt Leutkirch. Bei dessen Auflösung 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Wangen.[5]

Friesenhofen

Friesenhofen wurde um 1176 erstmals erwähnt. Im 14./15. Jahrhundert war der Ort im Besitz des Klosters Kempten. Das Gebiet bildete eine eigene Hauptmannschaft der Herrschaft Trauchburg, bei der die Landeshoheit lag. Ende des 18. Jahrhunderts verödete die Siedlung. 1805/07 entstanden mehrere neue Siedlungen, zum Beispiel Bachschwemme, Boschen, Bottentann und Speckenloch. 1806 kam das Gebiet zu Württemberg und es wurde die Gemeinde Friesenhofen gebildet. Diese gehörte zunächst zum Oberamt Wangen, kam 1842 an das Oberamt Leutkirch und bei dessen Auflösung 1938 zum Landkreis Wangen.

Gebrazhofen

Gebrazhofen wurde 1249 als Egebrechtshoven erstmals erwähnt, doch ist nicht mit Sicherheit festzustellen, ob es sich dabei wirklich um den heutigen Ort handelte. Im Jahre 1353 wurde ein Ort Geberatzhofen genannt, der ein Amt der Landvogtei Schwaben von Vorderösterreich bildete. Es umfasste ein Gebiet, das König Rudolf 1291 zusammen mit der Grafschaft Zeil und der Stadt Leutkirch erworben hatte. 1415 wurde es in die Landvogtei Schwaben eingegliedert und unterstand dem Oberamt Altdorf. Ab 1802 war es zwischen Österreich und Bayern strittig, bis es 1806 zu Bayern kam. Im Jahre 1810 wurde es württembergisch und in die Schultheißereien Gebrazhofen, Herlazhofen, Niederhofen, Tautenhofen und Wuchzenhofen aufgeteilt, die alle zum Oberamt Leutkirch gehörten. 1819 wurde Tautenhofen nach Herlazhofen und Niederhofen nach Wuchzenhofen eingegliedert, so dass nur noch drei Gemeinden bestanden. Diese kamen 1938 zum Landkreis Wangen.[6]

Heggelbach

Heggelbach – frühere Ortsbezeichnungen „Hagelnbach“ und „Hegilnbach“ – zählte von Beginn an zu den Freien auf Leutkircher Heide. Seit 1353 war die Kirche in Heggelbach Filialkirche von Leutkirch und damit Expositurvikariat. 1811 wird Heggelbach von der Württembergischen Regierung der neu errichteten Schultheißerei Tautenhofen zugeschlagen. Nach Aufhebung derselben werden beide mit der neuen Gemeinde Herlazhofen, die zum Oberamt Leutkirch kommt, vereinigt.[7]

Herlazhofen

Herlazhofen wurde um 1246 als Erlandishovin erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert kam der Ort teilweise an die Herren von Hohentann und im 15. Jahrhundert zum Kloster Kempten. Später gehörte es zum Amt Gebrazhofen der Landvogtei Schwaben. 1806 kam es unter bayerische und ab 1810 unter württembergische Verwaltung. Dann wurde Herlazhofen eine eigene Gemeinde im Oberamt Leutkirch. 1819 wurde die Gemeinde Tautenhofen eingegliedert und 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Wangen.

Hofs

Hofs wurde 1359 erstmals genannt, als es von Truchseß Otto von Waldburg an das Kloster Weingarten verkauft wurde. Der Ort gehörte dann zum Amt Ausnang, dessen hohe Obrigkeit der Landvogtei Schwaben unterstand. Mit Weingarten kam das Amt Ausnang 1802 zu Nassau-Oranien, 1804 zu Österreich, 1806 zu Bayern und 1810 zu Württemberg. Ausnang war als Ort bereits im 18. Jahrhundert vereinödet. So entstand 1810 die Gemeinde Hofs innerhalb des Oberamts Leutkirch. Im Jahre 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Wangen.

Reichenhofen

Reichenhofen wurde 1127 als Richehoven erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert war der Ort Sitz der Herren von Trauchberg. Später hatten die Klöster Isny, Rot und Kempten Besitzungen, schließlich das Spital Waldsee. Im Jahr 1756 vereinödete der Ort und andere Siedlungen entstanden. Die Landeshoheit über das Gebiet lag bei der Grafschaft Zeil. Mit dieser kam es 1806 zu Württemberg und gehörte zunächst zur Schultheißerei Zeil-Zeil, wurde 1820 eine Gemeinde im fürstlichen Amt Waldburg-Zeil und Trauchburgischen Amt Zeil (bis 1849), gehörte aber seit 1810 zum Oberamt Leutkirch und kam 1938 zum Landkreis Wangen.

Tautenhofen

Tautenhofen wurde nach 1094 als Tutenhofen erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zum Amt Gebrazhofen der Landvogtei Schwaben und kam mit dieser 1810 zu Württemberg. Danach war Tautenhofen eine selbstständige Gemeinde im Oberamt Leutkirch. 1819 wurde sie nach Herlazhofen eingegliedert und kam mit dieser 1938 zum Landkreis Wangen.

Urlau

Urlau wurde 833 als Urallon erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zum Amt Gebrazhofen der Landvogtei Schwaben[8] und kam mit dieser 1810 zu Württemberg. Besitzungen hatte das Kloster St. Gallen. Im 15. Jahrhundert gehörte es den Herren von Hohentann und dem Kloster Kempten. Die Kirche kam über die Herren von Hohentann, die sie als Lehen des Hochstifts Würzburg hatten, an die Memminger Familie Ammann. Schließlich kam der Ort über die Augsburger Familie Feuchtwekk an die Herren von Laubenberg und 1700 an die Deutschordenskommende Altshausen. Im Urlauer Tann wurde im Zweiten Weltkrieg eine große Munitionsanstalt gebaut, die Muna Urlau.

Winterstetten

Winterstetten wurde 833 als Wintirsteti erstmals erwähnt. Das Gebiet war eine Hauptmannschaft der Herrschaft Trauchberg, welche die Landeshoheit ausübte. 1806 kam das Gebiet zu Württemberg und 1820 wurde die gleichnamige Gemeinde im Oberamt Wangen gebildet. Dann kam sie zum Oberamt Leutkirch und 1938 zum Landkreis Wangen.

Wuchzenhofen

Wuchzenhofen wurde 1353 als Wuczenhofen erstmals erwähnt. Der Ort gehörte zum Amt Gebrazhofen der Landvogtei Schwaben und kam 1806 zu Bayern und 1810 zu Württemberg. 1811 entstand die Gemeinde Wuchzenhofen, in die 1819 die Gemeinde Niederhofen eingegliedert wurde. Sie gehörte stets zum Oberamt Leutkirch und kam 1938 zum Landkreis Wangen.

Eingemeindungen

In die Stadt Leutkirch im Allgäu wurden folgende Gemeinden eingegliedert:

1. Januar 1972: Hofs[9]
1. Juni 1972: Diepoldshofen, Friesenhofen, Gebrazhofen, Herlazhofen, Reichenhofen, Winterstetten und Wuchzenhofen[9]

Diepoldshofen Friesenhofen Gebrazhofen Herlazhofen Hofs Reichenhofen Winterstetten Wuchzenhofen

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1350 ca. 1.800
1500 ca. 2.000
1610 ca. 2.200
1790 1.750
1823 1.879
1855 2.277
1. Dezember 1871¹ 2.819
1. Dezember 1880¹ 2.891
1. Dezember 1900¹ 3.383
1. Dezember 1910¹ 4.010
16. Juni 1925¹ 4.283
16. Juni 1933¹ 4.510
17. Mai 1939¹ 4.864
13. September 1950¹ 6.079
Jahr Einwohner
6. Juni 1961¹ 7.247
27. Mai 1970¹ 9.899
31. Dezember 1972 20.038
31. Dezember 1975 19.974
31. Dezember 1980 19.900
25. Mai 1987¹ 20.309
31. Dezember 1990 20.722
31. Dezember 1995 21.585
31. Dezember 2000 22.029
31. Dezember 2005 22.415
31. Dezember 2010 21.902
9. Mai 2011¹ 21.744
31. Dezember 2015 22.406

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen
Dreifaltigkeitskirche

Das Gebiet der heutigen Stadt Leutkirch gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Tannenfels, Dekanat auf der Heide, unterstellt. Eine Kirche mit Pfarrei wurde bereits 788 erwähnt und 797 als St.-Martins-Kirche genannt, die 1352 von König Karl IV. dem Stift Stams schenkte. Durch Tausch kam sie schließlich an das Kloster Weingarten. Die heutige Kirche wurde 1514/19 im spätgotischen Stil erbaut, der Turm hat noch romanische Reste. Im Jahre 1814 erhielt der Turm eine Zwiebelhaube.

Die Reformation hielt in Leutkirch erst 1546 Einzug, fünf Jahre nach dem Tod des aus Leutkirch stammenden Wiener Bischofs Johann Fabri, der seine Leutkircher von Wien aus energisch vor dem neuen Glauben gewarnt hatte. Die Bevölkerung schloss sich dem Augsburgischen Bekenntnis und dem Schmalkaldischen Bund an. Die Folge waren langjährige Streitigkeiten mit dem Patronatsherrn der Pfarrkirche St. Martin, dem Kloster Weingarten. Im Jahre 1562 schlossen beide Parteien einen Vergleich. Die Katholiken behielten die Pfarrkirche St. Martin, den Protestanten wurde die Spitalkirche zugesprochen, die 1589 baulich erweitert wurde. Sie heißt heute Gedächtniskirche. Das Spital war 1418 gegründet worden. Die Zahl der Katholiken wurde nach diesem Vergleich begrenzt. Von 1613 bis 1615 baute die evangelische Gemeinde die Dreifaltigkeitskirche, die heutige evangelische Hauptkirche der Stadt als ersten protestantischen Kirchenbau zwischen Donau und Bodensee. Architekt war Daniel Schopf, der eine Kirche im Stil von Heinrich Schickhardt schuf. Diese wurde von 1857 bis 1860 neugotisch umgestaltet, doch wurde dies 1972 bis auf die Ausstattung wieder rückgängig gemacht.

In Leutkirch wurde auf Initiative von Dekan Karl Kästle im Jahr 1958 das Bischöfliche Knabenseminar eröffnet. Der in Hauerz geborene Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Carl Joseph Leiprecht, stellte das Haus unter den Schutz der Patronin Regina Pacis, Königin des Friedens. 28 Jahre bestand das Haus als Bischöfliches Studienheim Regina Pacis, von den Leutkirchern Semi oder auch Semi Leutkirch genannt, mit bis zu hundert Schülern. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart wollte begabten Jungen im Oberland den Besuch einer höheren Schule ermöglichen und erhoffte sich so auch Nachwuchs für den Priesterstand.

Aus Kostengründen wurde das Knabenseminar 1984 geschlossen, umgebaut, modernisiert und 1987 als Haus Regina Pacis wieder eröffnet.

Gemäß Zensus 2011 waren 70,3 % der Bewohner Leutkirchs katholisch, 12,3 % evangelisch, 0,8 % orthodox und 15,9 % gehörten anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.[10]

Evangelische Kirchengemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Leutkirch blieb bis 1802 selbständig, wurde 1810 in die Evangelische Landeskirche in Württemberg eingegliedert und dem Dekanat Ravensburg zugeordnet. In der Gemeinde sind drei Pfarrer (S. Kleih, V. Gerlach und
U. Rose) tätig. In die Stadtteile Leutkirchs zogen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg evangelische Bewohner. Auch sie gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Leutkirch. In Unterzeil, Gebrazhofen und Friesenhofen finden meist in den dortigen katholischen Kirchen oder Gemeindehäusern regelmäßig Gottesdienste statt.

Katholische Kirchengemeinden

Die katholische Gemeinde gehörte bis 1802 zum Bistum Konstanz. Dann wurde sie dem Ordinariat Ellwangen unterstellt, aus dem 1821/27 das neu gegründete Bistum Rottenburg (heute Bistum Rottenburg-Stuttgart) wurde. Leutkirch wurde Sitz eines Dekanats. Zu ihm gehören alle katholischen Kirchengemeinden in den Stadtteilen Leutkirchs, die nach der Reformation ausnahmslos katholisch blieben.

Im Einzelnen gibt es in den Leutkircher Ortsteilen folgende katholische Kirchen:

St. Johann Baptist Diepoldshofen (Kirche von 1846 mit altem Turm)
St. Johann Baptist Engerazhofen (Kirche von 1789/90, jedoch älterer Vorgängerbau)
St. Petrus und Paulus Friesenhofen (spätgotische Kirche mit späteren Erneuerungen und Umbauten im 17. Jahrhundert)
Mariä Himmelfahrt Gebrazhofen (spätgotischer Turm mit Kirchenschiff von 1689/90)
Expositurvikariats-Filialkirchengemeinde St. Nikolaus Heggelbach (1631 Umbau einer spätgotischen Kirche, 1706 geweiht)
St. Stephanus Herlazhofen (Kirche von 1426 mit Erweiterung 1717; eine Kirche und Pfarrei wurde aber bereits 1275 erwähnt)
St. Gertrud Hinznang (spätgotischer Bau mit Umbauten des 18. und 19. Jahrhunderts sowie neoromanischem Chorabschluss von 1884)
St. Gallus und Magnus Hofs (Kirche und Pfarrei 1275 genannt, die spätgotische Kirche wurde 1755 und 1860 erweitert)
St. Gordian und Epimachus in Merazhofen (Kirche von 1841 mit altem Turm)
St. Bartholomäus Ottmannshofen (alte Kirche mit Erweiterung von 1897)
St. Laurentius Reichenhofen (Kirche von 1500 mit Turm von 1534 und Umbauten von 1756 und 1888; eine Kirche wurde bereits 1275 erwähnt)
St. Maria Schloss Zeil (1612 als Stiftskirche erbaut, 1760 klassizistische Veränderungen)
Filialkirchengemeinde St. Magnus Unterzeil (16. Jahrhundert, Turm von 1684/90 mit Zwiebelhaube, die 1828 durch einen Helm ersetzt wurde)
St. Martinus Urlau (romanische Urkirche mit barocker Umgestaltung von 1667 und neuem Chorgewölbe von 1742)
St. Margareta Willerazhofen (spätgotische Kirche mit Umbauten von 1698 und Erweiterungen des 19. Jahrhunderts)
St. Johannes Baptista Wuchzenhofen (spätklassizistischer Bau von 1842 mit Ausmalung von 1887/88 und spätgotischem Turmunterteil der alten Kirche von 1353).

Darüber hinaus gibt es einige Filialkirchen und Kapellen, wie zum Beispiel St. Leonhard Rimpach (erbaut 1765 unter Verwendung des gotischen Vorgängerbaus), Kapelle La Salette Engerazhofen (erbaut 1864 mit Schiff von 1889), Kapelle St. Johann und Paul Herlazhofen (erbaut 1603, im 19. Jahrhundert restauriert), Kapelle Ellerazhofen (erbaut 1845), Kapelle St. Veit Grünenbach (spätgotisch mit barockem Umbau), Kapelle Lanzenhofen (vermutlich 18. Jahrhundert), Kapelle St. Silvester und Wendelin (1594 umgebaut), Kapelle zur Hl. Ottilie Raggen (neoromanisch, frühere Kapelle St. Agatha wurde 1902 abgebrochen), Kapelle Auenhofen (Baujahr unbekannt), Filialkirche St. Stephan Striemen (gotisch mit Erneuerung 1890), Kapelle St. Wolfgang (im gleichnamigen Weiler, 1427–1467 erbaut), Kapelle Sebastianssaul (1675 erbaut), Kapelle St. Fridolin (erbaut 1934, Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert), Kapelle Balterazhofen, Kapelle Lauben (18. Jahrhundert), Kapelle Weipoldshofen (Baujahr unbekannt, wurde 2005 renoviert) und Kapelle Wielazhofen (erbaut 1883, erweitert 1954).

Andere Religionsgemeinschaften

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Leutkirch auch freikirchliche Gemeinden, darunter eine evangelisch-methodistische Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Leutkirch vertreten. Für die muslimischen Bewohner Leutkirchs besteht eine Moschee, die Mimar Sinan Camii.

Politik
Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 48,8 % in Leutkirch ergab folgende Sitzverteilung und Stimmenanteile:[11]

Leutkirch, Rathaus

2

6

6

3

9
2 6 6 3 9 

Insgesamt 26 Sitze SPD: 2 BL: 6 DU: 6 FW: 3 CDU: 9

BL = Bürgerforum Leutkirch
DU = Die Unabhängigen

Gemeinderatswahl 2014
in Prozent

 %403020100

33,5 %22,8 %22,0 %12,6 %9,1 %n. k.

CDUBLDUFWSPDSONST.
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   6   4   2   0  -2  -4  -6  -8-10-12-14-16

-0,9 %p
+5,3 %p+4,5 %p+3,3 %p+3,6 %p-15,8 %p
CDUBLDUFWSPDSONST.

Bürgermeister

An der Spitze der Freien Reichsstadt Leutkirch stand der vom königlichen Landvogt ernannte Amtmann. Daneben gab es auch einen erstmals 1311 erwähnten Rat, dessen Mitglieder zugleich die Richter waren. Vorsitzender des Stadtgerichts war der Amtmann. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Zunftverfassung eingeführt. Danach übernahm der von den Bürgern gewählte Bürgermeister den Vorsitz im Rat. Der Amtmann war nur noch Vorsitzender des Gerichts. Neben dem Rat gab es noch den so genannten Ausschuss der Zwanzig als Vertreter der Zünfte. Später war der Amtmann wieder Mitglied im Rat, dem ferner zwei Bürgermeister, drei Geheime und neun Ratsherren angehörten.

Im Jahr 1802 wurde die bayerische und ab 1810 die württembergische Verwaltung eingesetzt. Danach gab es einen Stadtschultheiß und den Rat. 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1974 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister führt. Der Oberbürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat einen Ersten Beigeordneten als hauptamtlichen Stellvertreter, der die Amtsbezeichnung Bürgermeister führt.

Die Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1802:

1802–1803: Gottlieb Friedrich Mendler und Johann Jakob Uhland
1804–1806: Stadtkommissar Jäger
1807–1817: Johannes Zorn und Abraham Stör (abwechselnd)
1818–1833: Gabriel Schneider
1833–1845: Johann Früh
1845–1875: Wilhelm Blaich
1875–1893: Jakob Blaich
1893–1928: August Fischer
1929–1934: Max Held
1934–1939: Fritz Ehrle
1940–1943: Die Amtsgeschäfte wurden vom Ersten oder Zweiten Beigeordneten versehen
1943–1945: Walter Reichert
1945–1946: Josef Rusch
1946–1954: Eugen Herrmann
1954–1986: Josef Feger
1986–2002: Otto Baumann
2002–2008: Elmar Stegmann
seit 2008: Hans-Jörg Henle
Wappen

Die Blasonierung des Wappens der Stadt Leutkirch im Allgäu lautet: In Blau eine rot gedeckte silberne Kirche mit rechtsstehendem großem Turm mit Giebeldach und goldenem Kreuz sowie mit zwei linksstehenden kleinen Türmchen mit Kegeldächern; über dem Kirchendach in goldenem Schildchen ein doppelköpfiger schwarzer Adler. Die Stadtflagge ist blau-gelb.

Das Wappen ist schon im Siegelabdruck aus dem Jahr 1382 enthalten. Es handelt sich um ein redendes Wappen und bezieht sich auf die Kirche St. Martin, die Pfarrkirche (Leutekirche) für ein weites Umland war. Der Adler deutet auf die frühere Reichsstadt hin. Im 19. Jahrhundert war der Adler teilweise durch die württembergischen Hirschstangen ersetzt, doch setzte sich schließlich wieder das heutige Wappen durch. Die Flagge wurde aus den Wappenfarben entnommen, die Bürgergarde hatte im Jahr 1832 ebenfalls eine Fahne in den gleichen Farben.

Städtepartnerschaften

Leutkirch unterhält seit 1982 Städtepartnerschaften mit Lamalou-les-Bains, Hérépian und Bédarieux in Frankreich und seit 1995 eine Städtepartnerschaft mit Castiglione delle Stiviere südlich des Gardasees in Italien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Leutkirch im Allgäu und Liste der Stolpersteine in Leutkirch im Allgäu
Museen

Das Heimatmuseum Museum im Bock zeigt Exponate der Stadt- und Handwerksgeschichte. Der Glashütte im ehemaligen Glasmacherdorf Schmidsfelden ist ein Glasmuseum angegliedert.

Konzerthäuser

Das im Jahr 2003 gegründete Weltenklanghaus in Heggelbach veranstaltet regelmäßig kammermusikalische Konzerte mit Musikern aus verschiedenen Kulturen und Musiktraditionen.

Bauwerke
Altstadt

Gotisches Haus
mit Hofseite

Die Altstadt von Leutkirch ist in wesentlichen Teilen seit der Frühen Neuzeit erhalten geblieben. Sie ist eine denkmalgeschützte „Gesamtanlage“ nach § 19 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg.[12]

Das Rathaus der ehemaligen Reichsstadt wurde 1740/1741 mit Walmdach erbaut. Der historische Sitzungssaal mit Stuckdecke stammt von Johannes Schütz.
Das Gotische Haus in der Marktstraße zählt zu den fünf bedeutendsten Denkmälern Südwürttembergs. Es wurde zwischen 1377 und 1379 erbaut. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernannte es zum Denkmal des Monats Juni 2008.[13]
Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch der Bock- oder Blaserturm und der Pulverturm von 1693 erhalten.
Das ehemalige Kloster, das 1281 gestiftet wurde, diente nach der Auflösung 1804 ab 1853 als Schulhaus. Nach dem Neubau der Schule wurde es als Wohnhaus genutzt.

St. Martin ist
eine Hallenkirche

Die katholische Stadtpfarrkirche („Leutekirche“) St. Martin, deren erster Vorgängerbau schon 848 erwähnt wurde, hat seit 1519 ihre heutige Form als spätgotische Hallenkirche.[14]
Kornhaus
Die Dreifaltigkeitskirche wurde von 1613 bis 1615 erbaut und war der erste evangelische Kirchenneubau im schwäbischen Oberland. Nach Schäden durch ein Erdbeben wurde sie 1857 bis 1860 in neugotischem Stil hergerichtet. 1972 wurden die meisten neugotischen Elemente entfernt und das Innere in einen modernen Kirchensaal und mehrere Gemeinderäume unterteilt.[15]
Das 1408 erbaute Spital dient heute als Stadtbauamt.
Das 1508/09 errichtete Kornhaus diente bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges Handel und Lagerung landwirtschaftlicher Produkte. Bei der Sanierung 1965–1967 wurde das Fachwerk der inneren Außenwandschale wegen Fäulnis durch Mauerwerk ohne Holz ersetzt. Nach einem weiteren Umbau dient es seit 1989 als Bibliothek und Galerie.
Das Schlösschen Hummelsberg wurde 1636 von der Ulmer Patrizierfamilie Furttenbach errichtet.
In den 1930er Jahren bauten die Nationalsozialisten unterhalb der Wilhelmshöhe einen Thingplatz.
Schloss Zeil
Schloss Zeil von Norden gesehen

Schloss Zeil steht fünf Kilometer nördlich der Kernstadt auf einem Berg am entgegengesetzten Rand des Talbeckens oberhalb des Dorfes Unterzeil. Das Renaissance-Bauwerk kann nur von außen besichtigt werden. Frei zugänglich ist die zum Schlosskomplex gehörende Pfarrkirche St. Maria.

Truchsess Froben von Waldburg-Zeil ließ 1598 die mittelelterliche Burg Zeil abbrechen und 1599 mit dem Bau des heutigen Renaissance-Schlosses beginnen. Der Bau zog sich bis zu seinem Tod im Jahre 1614 hin. Als Unterstützer der Gegenreformation ließ Truchsess Froben zuerst Kirche und Stift (Hauskloster) errichten, erst danach das Schloss. Er ordnete auch an, täglich ein Hochamt, ein feierliches Gotteslob und eine Messe für die in der Gruft ruhenden Toten zu halten.[16]

Atelierhäuser in Rotis
Aichers Atelierhäuser

Im Ortsteil Rotis, einer Mühlenanlage, entwarf der Grafiker, Designer und Typograf Otl Aicher in den 1980er Jahren für seine Bürogemeinschaft einige Atelierhäuser. Dort finden heute noch Fachseminare statt. Aicher benannte auch seine Schriftsippe Rotis nach dem Ortsteil.

Autobahnkapelle
Galluskapelle Winterberg

Neben den konfessionellen Gotteshäusern gibt es in Leutkirch auch einen ökumenischen Sakralbau. Im Juli 2002 wurde auf dem Winterberg nahe dem Ortsteil Tautenhofen die Galluskapelle als ökumenische Autobahnkapelle geweiht. Vom Rastplatz an der A 96 führt ein steiler Fußweg hinauf zu der Kapelle, ein bequemerer Weg ist von dem Dorf Tautenhofen nordöstlich des Hügels. Vor dem Rundbau stehen Bronzefiguren der „Allgäuheiligen“ Gallus, Magnus und Columban.

Regelmäßige Veranstaltungen
Leutkircher Frühlingsfest
Leutkircher Altstadtsommer-Festival ALSO
Leutkircher Kinder- und Heimatfest
Leutkircher Fasnacht
Flugplatzfest (Propellerfest) in Unterzeil, jährlich Ende April
Gallusmarkt, jährlich im Oktober
Leutkircher Kleinkunsttage, jährlich im Oktober
Talk im Bock
Offene Bühne
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Bahnhofsgebäude des Bahnhofes Leutkirch

Leutkirch liegt an der Bundesautobahn 96, die von Lindau nach München führt. Die B 465 ergänzt die Anbindung an das Straßennetz des Bundes.

Der Bahnhof Leutkirch liegt an der Bahnstrecke Leutkirch–Memmingen. Die Stadt ist täglich im Zwei-Stunden-Takt (morgens und nachmittags teilweise auch stündlich) erreichbar.

Die Stadt ist mit einigen Buslinien u. a. mit Isny und Bad Wurzach verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. Innerhalb Leutkirchs verkehrt der Stadtbus Leutkirch.

Seit 1955 gibt es den Verkehrslandeplatz Leutkirch-Unterzeil (ICAO-Ortskennung: EDNL).

Außerdem führt der Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg, auch als Hauptwanderweg 5 bezeichnet, durch Leutkirch, ein 311 Kilometer langer Fernwanderweg des Schwäbischen Albvereins zwischen Pforzheim und dem Westallgäu.

Ansässige Unternehmen
Pfleiderer
Rupert App GmbH+Co. (Fassaden aus Metall+Glas)
MILEI
Myonic (Kugellager, Präzisionsteile)
Brauerei Clemens Härle
Gruschwitz GmbH Tech-Twists (technische Zwirnerei)
Holzhof Zeil
Ehemalige Unternehmen
Thermopal
Medien

Leutkirch war von 1945 bis 2013 Sitz des Schwäbischen Verlages, der die Schwäbische Zeitung, eine der größten Tageszeitungen Baden-Württembergs, herausgibt. Anfang Februar 2013 zog die Zentralredaktion in ihren Neubau nach Ravensburg.[17] In Leutkirch erscheint zweimal die Woche der Memminger Kurier.

Tourismus

Center Parcs Europe N. V. plant einen Ferienpark auf dem Gelände der ehemaligen Muna Urlau zu erstellen.[18] Am 27. September 2009 entschieden sich die Leutkircher Einwohner in einem Bürgerentscheid mehrheitlich für das Projekt.[19] Ende 2015 wurde bekanntgegeben, dass die Finanzierung des gut 250 Millionen Euro schweren Projekts gesichert sei; bis Ende 2018 sollen voraussichtlich 750 Ferienhäuser und ein großer, überdachter Bade- und Wellness-Bereich entstehen.[20]

Behörden, Einrichtungen und Justiz

Leutkirch ist Sitz eines Amtsgerichts, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Leutkirch des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Wangen-Leutkirch gehört.

Bildungseinrichtungen

In Leutkirch gibt es das allgemeinbildende Hans-Multscher-Gymnasium, die Otl-Aicher-Realschule, die Don-Bosco-Schule als Förderschule, Grundschulen und Technische Hauptschulen in Leutkirch, Gebrazhofen und Wuchzenhofen. Eine Hauptschule bestand bis 2011 ferner in Diepoldshofen[21]; Grundschulen gibt es in Engerazhofen, Friesenhofen, Oberer Graben, Herlazhofen-Willerazhofen, Reichenhofen und Ausnang.

Seit dem Schuljahr 2015/16 gibt es ebenfalls eine Gemeinschaftsschule mit Primar- und Sekundarstufe I.

Der Landkreis Ravensburg ist Träger der Gewerblichen Schule Leutkirch mit Technischem Gymnasium und der beruflichen Geschwister-Scholl-Schule für Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt, Sozialpädagogik und Pflege mit Sozialwissenschaftlichem Gymnasium (SG). Ferner gibt es eine Fachschule für Landwirtschaft und einen Schulkindergarten für besonders förderungsbedürftige Kinder.

Die private Schule für Erziehungshilfe St. Anna rundet das Schulangebot Leutkirchs ab.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Leutkirch im Allgäu hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1859: Gustav Griesinger (1804–1888), evangelischer Stadtpfarrer, Burschenschafter und Dichter
1871: Johann Joseph Lauth (1812–1874), Oberamtmann des Oberamts Leutkirch und Begründer der Lauth’schen Stiftung
1887: Ferdinand Eggmann (1827–1913), Geistlicher und Politiker
1949: Carl Joseph Leiprecht (1903–1981), Bischof von Rottenburg
1959: Ernst Vogler (1879–1966), Begründer der Vereinigung der Leutkircher in Stuttgart und Umgebung
1962: Karl Kästle (1893–1970), katholischer Stadtpfarrer
1969: Emil Vogler (1899–1996), Schulrektor und Begründer des Leutkircher Heimatmuseums
1978: Josef Siedler (1913–2005), Landwirt und Landtagsabgeordneter
1983: Georg Moser (1923–1988), Bischof von Rottenburg-Stuttgart
1986: Josef Feger (1920–2010), Oberbürgermeister von 1954 bis 1986
1990: Erwin Henning (1901–1993), Kunstmaler
2008: Georg Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (1928–2015), Unternehmer
2009: Hans Schmid (1930–2014), Apotheker[22]
Söhne und Töchter der Stadt
Hans Multscher (um 1400–1467), Bildhauer
Ursula Haider (1413–1498), Äbtissin
Johann Fabri (eigentlich Johann Hegerlin; 1478–1541), Humanist und Erzbischof von Wien
Joseph Furttenbach (1591–1667), Architekt
Anna Barbara Walch-Künkelin (1651–1741), Anführerin der „Weiber von Schorndorf“
Franz von Waldburg-Zeil (1778–1845), Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg, Standesherr der Königreiche Bayern und Württemberg
Georg Ferdinand von Waldburg-Zeil (1823–1866); Jesuitenpater, Volksmissionar und Dichter
Paul von Buder (1836–1914), Religionswissenschaftler, Rektor der Universität Tübingen
Alfred Rembold (1844–1922), Jurist und Politiker (Zentrum), Landtagsabgeordneter
Franz Ludwig Baumann (1846–1915), Historiker und Archivar
Max Ott (1855–1941), Bürgermeister von Salzburg (geboren in Rimpach)
Friedrich von Waldburg-Wolfegg-Waldsee (1861–1895), Fürst von Waldburg-Wolfegg-Waldsee, später Jesuitenpater
Carl Schirmer (1864–1942), Politiker, Reichstagsabgeordneter (ZENTRUM, BVP)
Georg von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (1867–1918), württembergischer Major
Richard Preiser (1871–1945), Altphilologe und neulateinischer Dichter
Dr. Owlglass (eigentlich Hans Erich Blaich; 1873–1945), Lyriker und Schriftsteller
Josef Weiger (1883–1966), katholischer Theologe
Friedrich Heeb (1884–1958), Schriftsetzer und Politiker
Maria Müller-Gögler (1900–1987), Schriftstellerin
Thomas Ruf (1911–1996), Politiker (CDU)
Richard Zettler (1921–2015), Komponist, Musikpädagoge und Dirigent
Georg Moser (1923–1988), Bischof von Rottenburg-Stuttgart
Alois Graf von Waldburg-Zeil (1933–2014), Politiker (CDU)
Gerhard Eckle (* 1935), Pianist
Helmut Schieber (1938–2011), Jurist und Bankmanager, ehem. Präsident der LZB Baden-Württemberg
Marie-Luise Kling-de Lazzer (* 1947), evangelische Theologin, kandidierte 2005 erfolglos als erste Frau für das Amt der Landesbischöfin in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Jürgen Binder (* 1947), ehemaliger Landrat des Landkreises Sigmaringen
Johannes von Thadden (* 1956), Bundesgeschäftsführer der CDU (2004–2007)
Wilhelm Halder (* 1958), Landtagsabgeordneter
Wolfgang Ertel (* 1959), Informatiker und Hochschullehrer
Heiko Butscher (* 1980), Fußballspieler
Sonstige Persönlichkeiten
Matthias Waibel, Allgäuer Reformator, wurde 1525 auf der Leutkircher Haid ohne Richterspruch hingerichtet.
Der als „Segenspfarrer vom Allgäu“ bekannt gewordene Augustinus Hieber war 31 Jahre lang bis zu seinem Tod 1968 katholischer Pfarrer des heutigen Leutkircher Ortsteils Merazhofen.
Der Gestalter Otl Aicher (* 1922) lebte von 1972 bis zu seinem Tod 1991 zusammen mit seiner Frau, der Schriftstellerin Inge Aicher-Scholl, der älteren Schwester der Geschwister Scholl, im Leutkircher Ortsteil Rotis und entwickelte hier die heute weit verbreitete Rotis-Schriftenfamilie.
Literatur
Hans Gerhard Brand: Leutkirch im Allgäu als Gesamtanlage. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 9. Jg. 1980, Heft 3, S. 107–112 (PDF)
Erich Keyser: Württembergisches Städtebuch Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2. In: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1961
Johann Wilhelm Loy: Geistliche und weltliche Geschichte der des H. Röm. Reichs freyen Stadt Leutkirch. Typographische Gesellschaft, Kempten 1786 (Digitalisat)
August Friedrich Pauly: Beschreibung des Oberamts Leutkirch. 1843 (Volltext in Wikisource)
Nicola Siegloch: Leutkirch im Allgäu. Stadt und Land. Reihe Archivbilder. Sutton, Erfurt 2004 ISBN 3-89702-696-1
Emil Vogler: Leutkirch im Allgäu. Geschichte, Wirtschaft und Kultur im Spiegel der Jahrhunderte. Stadt Leutkirch, Leutkirch 1963
Weblinks
 Commons: Leutkirch im Allgäu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Leutkirch im Allgäu – Quellen und Volltexte zur Stadtgeschichte
 Wikivoyage: Leutkirch im Allgäu – Reiseführer
Internetpräsenz der Stadt Leutkirch
Informationen und Video über die Leutkirch im Westallgäu
Blick von Schloss Zeil | Interaktives Megapixelpanorama