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Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Lonsee nicht vorenthalten.

Geschichte
Vorgeschichte

Durch die Lage an einem Albübergang ist in Urspring eine Besiedlung seit dem Neolithikum nachweisbar. Noch älter sind die Funde aus der Haldensteinhöhle, die 1938 durch Gustav Riek untersucht worden ist. Bemerkenswert ist der Fund einer Blattspitze, die dem frühen Jungpaläolithikum, also der Zeit um 50.000 v. Chr. zuzuweisen ist. Die Haldensteinhöhle ist die westlichste der paläolithischen Fundstellen entlang des Lonetals.

Römische Zeit
Blick von der gegenüberliegenden Hanglage auf das Kastell, das sich in dem eingefriedeten Bereich unterhalb des Gebäudes oben auf dem Hang befand

Oberhalb des Orts Urspring befindet sich das ehemalige römische Kastell Ad Lunam, ein Grenzkastell des so genannten Alblimes, dessen genauer Gründungszeitpunkt in der Archäologie noch diskutiert wird. Im Tal selbst erstreckte sich eine dazugehörende Zivilsiedlung (vicus), die in den vergangenen Jahren weitgehend unbeobachtet überbaut worden ist.

Mittelalter

Bereits im Jahr 888 wurde Lonsee das erste Mal urkundlich erwähnt. Archäologische Funde bei Urspring zeigen aber bereits eine frühalamannische Besiedlung im 5. Jahrhundert und nachfolgend eine Besiedlung mindestens seit dem 7. Jahrhundert.

Ortsteile
Die evangelische Johanneskirche in Urspring.
Der Kindergarten „Spatzennest“ in Urspring
Urspringer Winterlandschaft
Urspring

Karstquelle Lonetopf im Ortsteil Urspring Urspring

Urspring ist nach dem Kernort Lonsee der größte Ortsteil. Es wurde erstmals 1108 als Urspringam erwähnt, um 1255 als Urspringe. Der Name bedeutet „Siedlung an der Quelle“. Die Lone entspringt dort in einem, im Vergleich zum Blautopf, kleinen Quelltopf, der 6 m tief ist und einen Durchmesser von 10 m hat. Nordöstlich der Ortsmitte auf dem „Herberg“ befand sich im 1./2. Jahrhundert n. Chr. ein römisches Kohortenkastell sowie ein zugehöriger Vicus. Der Name der Siedlung ist aus dem archäologischen Befund nicht direkt belegt, die Identifikation mit dem in der Tabula Peutingeriana erwähnten Ad Lunam liegt aber durch die Bedeutung des Namens nahe. Der lateinische Ortsname „Ad Lunam“ leitet sich nicht vom Lateinischen „Luna“ (der Mond) her, sondern bezieht sich auf die latinisierte Form des Flussnamens „Lone“, bedeutet also etwa so viel wie „Bei der Lone“. Der Ort hatte in römischer Zeit als Teil des Alblimes und Station der Römerstraße Mainz-Augsburg strategische Bedeutung. Die Römer nutzen die Lonequelle ebenso, wie die günstige Lage des Ortes am Albaufstieg.

Am östlichen Ortsrand und südlich des heutigen Ortes gefundene alamannische Siedlungsreste zeigen Urspring als eine der frühesten Siedlungen im oberen Lonetal. Eine Siedlungskontinuität seit römischer Zeit ist jedoch nicht belegbar. Urspring hat 842 Einwohner (Stand: Dezember 2011).[2]

Halzhausen

Blick von Süden auf den alten Ortskern von Halzhausen, rechts am Hang des Lonetals die Neubausiedlungen. Halzhausen ist ein kleiner Ortsteil, direkt neben Lonsee, mit 580 Einwohnern (Stand: Dezember 2011). Halzhausen wird erstmals zusammen mit Lonsee 1108 als Halhusam, etwas später als Aleshusen (Chroniken 1521) und erst 1382 urkundlich als Halshusen, genannt. Der Name bedeutet „Siedlung des Hadulf“. Die Siedlung ist wahrscheinlich von Lonsee aus entstanden, mit dem sie herrschaftlich wie kirchlich stets in enger Verbindung blieb. Noch heute gehört Halzhausen zur Kirchengemeinde Lonsee. Anfang des 12. Jahrhunderts bestand der Ort wahrscheinlich nur aus ein oder zwei Höfen, die später geteilt wurden, was so zur Ansiedlung mehrerer Höfe führte. 1802 bestand Halzhausen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung bereits aus 24 Wohnhäusern und einem Wirtshaus. Halzhausen wurde zum 1. April 1972 im Zuge der Gemeindereform nach Lonsee eingemeindet.[3]

Ettlenschieß

Ettlenschieß liegt nördlich von Lonsee, hat 511 Einwohner (Stand: Dezember 2011) und liegt direkt am berühmten Jakobsweg (Pilgerweg nach Santiago de Compostela). Der Ort wurde am 1. April 1972 eingemeindet.[4]

Luizhausen

Blick von Westen auf Luizhausen.

Luizhausen liegt an der alten Fern- und Poststraße von Wien nach Paris. Da der Ort genau in der Mitte zwischen den beiden wichtigen Städten liegt, war es eine wichtige Poststation, in der alte, müde Pferde gegen neue Pferde für die weitere Reise eingetauscht wurden. Heute liegt Luizhausen an der Bundesstraße 10, der Nachfolgerin der alten Poststrasse. Nach jahrelangem Streit existiert seit 2006 eine Umgehungsstraße, sodass der Verkehr der B10 nicht mehr mitten durch den Ort geführt werden muss. Am 1. April 1972 wurde Luizhausen im Zuge der Gemeindereform nach Lonsee eingemeindet.[5] In Luizhausen wohnen 309 Menschen (Stand: Dezember 2011).

Akkordeonspieler aus ganz Deutschland kennen Luizhausen, weil dort Hans Hemgesberg, einer der wenigen Akkordeonbauer Deutschlands, in seiner Werkstatt Akkordeons baut und repariert.

Radelstetten

Historischer Wegweiser in Radelstetten

Radelstetten ist der zweitkleinste Ortsteil von Lonsee mit 195 Einwohnern (Stand: Dezember 2011); es gibt eine gastronomische Einrichtung, sonst keine Einkaufsmöglichkeiten.

Radelstetten wurde erstmals 1275 als „Radolfstetten“ und 1319 als „Ratolfstetten“ genannt. Der Name bedeutet „Siedlung des Radolf“. Das Dorf bestand zunächst aus einem größeren und drei fast gleich großen Höfen. Trotz der Kleinheit des Dorfes hatte Radelstetten schon 1275 eine eigene Kirche.[6] Die Häuserzahl stieg bis zum späten Mittelalter auf 14 und im 18. Jahrhundert auf 16.

Radelstetten gehörte zur Herrschaft der Grafen von Helfenstein, gelangte aber wegen derer Verschuldung im 14. Jahrhundert an finanzstarke Ulmer Bürger. Die Stadt Ulm gliederte Radelstetten dem Amt Scharenstetten an. Mit diesem kam es 1772 an das Amt Bermaringen, 1803 an Bayern, 1810 an Württemberg, Oberamt Blaubeuren, 1938 zum Landkreis Ulm.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort wiederholt ausgeplündert, und die Pest brach aus. Viele Einwohner flohen nach Ulm. Die Einwohnerzahl ging stark zurück, und als 1635 der letzte Radelstetter Pfarrer an der Pest starb, wurde die Gemeinde als Filiale der Pfarrei Scharenstetten zugeschlagen. Seither wird Radelstetten vom Scharenstetter Pfarrer betreut. 1871 kam es zur Gründung der Albwasserversorgung, wodurch Radelstetten an die Wasserversorgung angeschlossen wurde. 1898 wurde die Molkereigenossenschaft gegründet, die Ende der 60er Jahre von den Milchwerke Schwaben übernommen wurde. 1912 trat Radelstetten dem Bezirksverband Oberschwäbischer Elektrizitätswerke bei, wodurch 1914 elektrischer Strom zur Verfügung stand. Die dadurch mögliche wirtschaftliche Entwicklung wurde durch die Folgen der beiden Weltkriege mit insgesamt 23 Todesopfern zunichtegemacht. Am 1. Januar 1975 wurde Radelstetten der Gemeinde Lonsee zugeordnet.[7]

Sinabronn
Die aus dem 15. Jahrhundert stammende evangelische Jakobuskirche in Sinabronn gehört zu den Pilgerstationen des fränkisch-schwäbischen Jakobswegs.

Sinabronn ist mit Abstand der kleinste Ortsteil von Lonsee mit nur 123 Einwohnern (Stand: Dezember 2011). Der Ort ist in der jüngeren Ausbauzeit entstanden (1377 Zinebrunnen, 1415 Synabrunnen). Der Name bedeutet entweder „Bei der Quelle des Sina“ oder „An der ständig fließenden Quelle“. Für die letztere Deutung würde sprechen, dass Sinabronn wirklich einen Brunnen besaß, der in einem gemeindeeigenen Brunnengärtlein bei der Zehntscheune in Richtung Ettlenschieß lag. Mit dem Erwerb 1534 bzw. 1568 Sinabronns durch Ulm erlangte die Stadt Ulm die alleinige Herrschaft über den Ort. Sie unterstellte daraufhin Sinabronn dem Amt Ettlenschieß; als dieses 1774 aufgehoben wurde, fiel es mit ihm an das Amt Lonsee.[8]

Religionen

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die ersten Katholiken nach Lonsee. Bis 1957 waren rund 600 Heimatvertriebene zugezogen. Deshalb wurde in Lonsee im Juli desselben Jahres eine Seelsorgestelle errichtet, damit die Katholiken nicht weiterhin von Ulm und von Westerstetten aus seelsorgerisch begleitet werden mussten. 1959 wurde mit dem Bau einer Kirche samt Gemeindesaal und eines Pfarrhauses begonnen, die am 22./23. Mai 1960 eingeweiht wurden. Heute umfasst die Gemeinde ca. 1250 Katholiken.

Seit Januar 2001 bildet die Kirchengemeinde Maria Königin in Lonsee eine Seelsorgeeinheit mit der Kirchengemeinde St. Martin in Westerstetten.

Politik
Verwaltungsverband

Lonsee ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Lonsee-Amstetten und des Abwasserzweckverbands „Oberes Lonetal“, der im Ortsteil Halzhausen eine Sammelkläranlage für die Gemeinden Lonsee, Amstetten und Nellingen betreibt.

Bürgermeister

Bürgermeister der Gemeinde Lonsee ist seit 2007 Jochen Ogger. Zuvor war Günther Mack seit 1971 Bürgermeister. Ogger wurde im April 2015 mit 98,8 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Lonsee führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,9 % (2009: 62,9 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

CDU 7 Sitze 35,6 % (2009: 37,6 %)
Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) 6 Sitze 34,7 % (2009: 36,2 %)
Bürgerliste (BL) 6 Sitze 29,8 % (2009: 26,2 %)

Partnerschaften

Lonsee unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Chabris in Frankreich seit 1978
Kingskerswell in Großbritannien seit 1989
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Heinrich Stooß (1896–1971) geboren in Radelstetten, Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter, erster Minister für Ernährung und Landwirtschaft des Landes Württemberg-Baden
Christian Leibing (1905–1997) geboren in Radelstetten, Landwirt, Landtagsabgeordneter, Bundestagsabgeordneter
Heiko Bellmann (1950–2014), Zoologe und Buchautor
Literatur
Albert Kley, Rainer Schreg: Scherben schreiben Geschichte. Vor- und Frühgeschichte von Geislingen und Umgebung. In: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Geislingen. Band 17, Geislingen 1992
K. H. Maier: Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 23, Stuttgart 1994
Dieter Müller, Günter Wieland: Der Hägelesberg bei Urspring, Gemeinde Lonsee, und die Wallanlagen bei Breitingen und Holzkirch. Alb-Donau-Kreis. Atlas arch. Geländedenkm. Bad.-Württ. 2, 13, Theiss, Stuttgart 2005
Quellenangaben

↑ Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).

↑ Einwohnerzahlen auf der Webseite der Gemeinde Lonsee

↑ Der Ortsteil Halzhausen

↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 458. 

↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 458. 

↑ http://www.lonsee.de/index.php?id=47

↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 543. 

↑ Der Ortsteil Sinabronn

Weblinks
 Commons: Lonsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Internetpräsenz der Gemeinde Lonsee
 Wikisource: Lonsee in der Beschreibung des Oberamts Ulm von 1836 – Quellen und Volltexte

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Normdaten (Geografikum): GND: 4099796-0 (AKS)

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Lonsee&oldid=172445871“
Kategorien: LonseeGemeinde in Baden-WürttembergOrt im Alb-Donau-KreisErsterwähnung 888Ort auf der Schwäbischen Alb

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Diese Seite wurde zuletzt am 31. Dezember 2017 um 14:04 Uhr bearbeitet.
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