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Unser Erfolg basiert darauf, Muster aus möglichst vielen Datenströmen zu erkennen und diese dazu zu nutzen, Ihre Stellenanzeige kostenoptimiert zu besetzen.

Von daher wollen wir Ihnen Statistiken über Lützen nicht vorenthalten.

Geschichte

Die Stadt Lützen gehörte seit dem 13. Jahrhundert zum Einflussbereich des Hochstifts Merseburg und war Sitz des bischöflichen Amts Lützen. Durch die Säkularisation des Bistums Merseburg gelangte die Stadt Lützen mit dem Amt Lützen an das Kurfürstentum Sachsen.

In den 1580er Jahren suchten Seuchen die Region heim, so eine epidemische Hirnentzündung im Jahr 1583 und die Pest im Jahr 1585. Nachdem dieser im Spätsommer auch der Scharfrichter zum Opfer gefallen war, beschuldigte dessen Knecht den Totenträger Melchior Schimpf, den rechten Daumen des Verstorbenen zur Handinnenfläche gebogen und dabei etwas Unverständliches gemurmelt zu haben.[3] Wegen dieses untrüglichen Indizes für Pestzauber ermittelte das Stadtgericht gegen Schimpf. Seine Frau Ursula geriet ebenfalls in den Fokus der Ermittler, weil sie mit einer unbekannten Wurzel das Leiden Pestkranker lindern konnte.[3] Unter der Folter gestand Melchior Schimpf nicht nur, vielen weiteren Toten den Daumen in die Handfläche gebogen zu haben, sondern auch, dem Leichnam eines verstorbenen Mädchens mit der Zauberformel „Ich stecke dich ein in aller teuffel nahmen uff 200 Personen, die hernach sterben sollen“ ein Tuch in den Mund gesteckt zu haben, wodurch 200 weitere Menschen von der Pest dahingerafft worden seien. Angestiftet habe ihn seine Frau, die eine Hexe sei.[4] Dieser presste man durch die Folter das Geständnis der Teufelsbuhlschaft und Teilnahme am Hexensabbat ab. Außerdem gestand sie, die Pestbeulen von Toten mit Köpfen von Kaninchen und Wieseln gekocht und den Sud in die Häuser gegossen zu haben, um Menschen zu töten.[3] Die Eheleute wurden verurteilt und am 10. November 1585 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.[3]

Im Jahr 1621 hatte die Stadt eine Kippermünzstätte, in der wahrscheinlich unter Münzmeister Wilhelm Quendel Interimsmünzen (Kippermünzen) geschlagen wurden. Bekannt sind einfache und doppelte Kipper-Schreckenberger mit dem Münzmeisterzeichen „Kreuz aus vier L“.

Lützen war 1632 Schauplatz der Schlacht bei Lützen, einer der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges. Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf ist in dieser Schlacht gefallen. Eine Kapelle und ein Denkmal erinnern an den König. Da Napoleon in der Nacht vor der Schlacht bei Großgörschen (2. Mai 1813) demonstrativ am Gedenkstein für Gustav Adolf übernachtete, umgeben von seinen Truppen, wird diese manchmal auch als Schlacht bei Lützen bezeichnet.

Lützen um 1650
Unter den Inschriften am Arc de Triomphe in Paris befindet sich im obersten Teil eine Reihe von dreißig Schilden, eines davon mit der Aufschrift „LUTZEN“

Nach der Niederlage Napoleons und des mit ihm verbündeten Königreichs Sachsen musste das Königreich Sachsen nach Beschluss des Wiener Kongresses im Jahr 1815 einen großen Teil seines Gebietes an das Königreich Preußen abtreten. Das Amt Lützen wurde dabei geteilt. Der größere Westteil mit der Stadt Lützen wurde der preußischen Provinz Sachsen (Kreis Merseburg[5] im Regierungsbezirk Merseburg) angegliedert, der kleinere Ostteil kam an das sächsische Amt Leipzig.

Lützen gehörte bis zur Verwaltungsreform der DDR im Jahr 1952 dem Landkreis Merseburg an. Dann gehörte die Stadt zum Kreis Weißenfels im Bezirk Halle bzw. ab 1990 im Land Sachsen-Anhalt. Ab 1994 gehörte Lützen zum Landkreis Weißenfels. Nach der zweiten Kreisreform im Land Sachsen-Anhalt liegt Lützen seit 2007 im Burgenlandkreis.

Eingemeindungen

Am 1. Juni 1973 wurde Meuchen eingemeindet.[6]

Am 1. Juli 2009 wurde die vormals eigenständige Gemeinde Röcken eingemeindet.[7]

Am 1. Januar 2010 wurde die Stadt Lützen aus dem Zusammenschluss Lützens mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Großgörschen, Muschwitz, Poserna, Rippach und Starsiedel neu gebildet.[8]

Am 1. Januar 2011 wurden die Gemeinden Dehlitz, Sössen und Zorbau eingemeindet.

Politik
Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Lützen besteht aus 20 ehrenamtlichen Mitgliedern und dem Bürgermeister.

Die Wahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[9]

Partei/Wählergruppe Stimmen
(absolut)
Stimmen
(Prozent)
Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 3.104 28,9 6
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1.645 15,3 3
Die Linke 1.325 12,3 2
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 843 7,8 1
Bürger für Ehrlichkeit und Gerechtigkeit Lützen (BEG)1 669 6,2 1
Offene Wählergemeinschaft Starsiedel (OWG Starsiedel)1 591 5,5 1
Bürgerbewegung Großgörschen e.V. (BB Großgörschen)1 528 4,9 1
Heimatverein Kreischau-Pobles e.V. (HV Kreischau)1 333 3,1 1
Bürgerinitiative Meuchen (BI Meuchen) 313 2,9 1
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 312 2,9 1
Freie Demokratische Partei (FDP) 306 2,8 1
Einzelwahlvorschlag Laimann (EB Laimann) 276 2,6
Freie Wählergemeinschaft Röcken (FWG Röcken)1 259 2,4 1
Freie Wählergemeinschaft Rippach (FWG Rippach)1 250 2,3
1) Listenverbindung

Bürgermeister Dirk Könnecke
Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Lützen ist seit dem Jahr 2010 Dirk Könnecke (parteilos). Er setzte sich in einer Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Maik Reichel (SPD) durch.[2][10]

Wappen

Das Wappen wurde am 25. Januar 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Gold, aus dem unteren Schildrand wachsend, silbern nimbiert, Johannes der Täufer mit schwarzem Haar und Bart, im blauen Gewand über schwarz gegürtetem silbernen Untergewand; mit der rechten Hand weisend auf das auf seinem linken Unterarm auf einem silbernen Buch ruhende, golden nimbierte, silberne Gotteslamm mit Siegesfahne – rotes Kreuz auf Silber – am roten Kreuzstab.“[11]

Die Farben der Stadt sind Blau – Gelb.

Flagge

Die Flagge ist blau – gelb (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen der Stadt belegt.[11]

Sehenswürdigkeiten / Tourismus
Gustav-Adolf-Gedenkstätte
Gustav-Adolf-Gedenkstätte

Die Gedenkstätte ist dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf gewidmet, der während der Schlacht bei Lützen fiel. Schon im Jahr 1632, im Todesjahr, wurde am Todesort ein großer Findling als erstes Denkmal aufgestellt. Im Jahr 1837 erfolgte dann die Einweihung des von Karl Friedrich Schinkel entworfenen, gusseisernen Baldachins, welcher über dem sogenannten „Schwedenstein“ errichtet wurde. Im Jahr 1907 kam die vom schwedischen Konsul Oskar Ekman und seiner Frau Maria gestiftete Gustav-Adolf-Kapelle hinzu. Später folgten noch zwei typisch schwedische Holzhäuser. Bei den gelegentlichen Behauptungen, das Grundstück gehöre dem schwedischen Staat oder sei gar exterritoriales Gebiet, handelt es sich um eine moderne Legende ohne jeglichen wahren Kern.

Schloss

Das Lützener Schloss wurde Ende des 13. Jahrhunderts von den Merseburger Bischöfen erbaut. Seit 1928 beherbergt es das Stadt- und Regionalgeschichtliche Museum. In diesem wird an die beiden weltpolitisch bedeutenden Schlachten bei Lützen erinnert. Dies ist einmal die Schlacht bei Lützen von 1632, in der der legendäre Schwedenkönig Gustav II. Adolf sein Leben ließ. Ein Großdiorama mit 3.600 Zinnfiguren zeigt die Schlacht. Die andere ist die Schlacht bei Großgörschen von 1813, welche in einem noch größeren Diorama (5.500 Zinnfiguren) dargestellt wird. Eine weitere Ausstellung des Museums ist dem Dichter und Schriftsteller Johann Gottfried Seume gewidmet. Das Gebäude beherbergt auch das historische Stadtarchiv.

Schloss Lützen, Luftaufnahme (2017)
Gustav-Adolf-Gedenkkirche in Meuchen
Gustav-Adolf-Gedenkkirche Meuchen

Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 15./16. Jahrhundert gotisch umgebaut und im Jahr 1912 als Gedenkkirche neu gestaltet. Hinter dem Altar befindet sich ein alter hölzerner Tisch, auf dem der Leichnam Gustav II. Adolfs bei der Säuberung gelegen haben soll. Ein Farbfenster und ein Bronzerelief des schwedischen Königs sind weitere Ausstellungsstücke.

Denkmäler der Schlacht bei Großgörschen 1813

Das Scharnhorst-Denkmal, die Schinkel-Pyramide, das Denkmal des Prinzen Leopold von Hessen-Homburg und das Marschall-Ney-Haus sind die wichtigsten Denkmäler, die an die Schlacht erinnern.

Rathaus von Lützen
Rathaus

Das Rathaus wurde 1884/1885 im Stil der Neurenaissance erbaut. Von der ursprünglichen Ausstattung sind noch der Sitzungssaal, das Amtszimmer des Bürgermeisters sowie drei erhalten gebliebene Gefängniszellen vorhanden. Die Westseite des Rathauses ziert ein Standbild Gustav Adolfs.

Stadtkirche St. Viti in Lützen
Stadtkirche St. Viti, Luftaufnahme (2017)
Stadtkirche St. Viti in Lützen

Der Bau spätgotischen Kirche wurde 1488 auf dem Areal eines romanischen Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert begonnen, 1513 wurde die Kirche geweiht. Der Bau des Turms begann 1513 und wurde 1531 abgeschlossen. Nach einem Blitzeinschlag im Jahr 1778 wurde der zunächst 77 m hohe Turm um 10 m gekürzt.

Weitere Gedenkstätten
Nietzsche-Gedenkstätte in Röcken
Gedenkstein von 1946 auf dem Gelände der Zuckerfabrik zur Erinnerung an zwölf sowjetische Kriegsgefangene, die hier Opfer von Zwangsarbeit wurden
Denkmal von 1951 im Schlosspark (zu DDR-Zeiten Thälmannpark) für die Verfolgten des Naziregimes von dem Bildhauer Lichtenfels aus Halle
Tiergehege im Martzschpark
Tiergehege: In dem ca. 32 ha großen Areal sind Rehe, Auerochsen, Esel, Ziervögel und verschiedene Kleintiere zu sehen. Das naturnahe Gehege ist ein beliebter Ausflugsort, der in unmittelbarer Nähe zur Gustav-Adolf-Gedenkstätte an der B87 liegt und über ausreichend Parkplätze verfügt.
Radwege
Der Radweg Sole-Kohle-Geschichte führt über Bad Dürrenberg zum Geiseltalsee.
Auf dem Bahndamm der stillgelegten Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Pörsten verläuft der asphaltierte Elster-Saale-Radweg bis zum Leipziger Stadtrand in Lausen.
Schulen

In Lützen gibt es vier Schulen, die Freie Gesamtschule Gustav Adolf sowie Grundschulen in Lützen, Großgöhren und Großgörschen. Bis 1999 gab es das Gustav-Adolf-Gymnasium in Lützen, das wegen zu geringer Schülerzahlen den Betrieb einstellen musste.

Söhne und Töchter der Stadt
Skulpturengruppe „Röckener Bacchanal“ bei Nietzsches Grab in Röcken
Thomas Hartmann (* 18. Dezember 1548 in Lützen; † 23. November 1609 in Eisleben), evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter
Gottfried Steinbrecher (* Ostern 1662 in Lützen; † 2. Februar 1732 in Hirschberg), Schulrektor und Philologe
Johann Gottfried Seume (* 29. Januar 1763 in Poserna,; † 13. Juni 1810 in Teplitz, Böhmen), Schriftsteller und Dichter
Gustav Senfft von Pilsach (* 25. Dezember 1790 in Lützen; † 11. Februar 1867 in Dresden), königlich-sächsischer Generalleutnant
Franz Theodor Förster (* 28. Januar 1839 in Lützen; † 27. August 1898 in Halle (Saale)), evangelischer Theologe und Professor an der Universität Halle
Friedrich Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken; † 25. August 1900 in Weimar), Philosoph, Dichter und klassischer Philologe
Arthur Langhammer (* 6. Juli 1854 in Lützen; † 4. Juli 1901 in Dachau), Maler und Illustrator
Rolf Kutzmutz (* 1. September 1947 in Lützen), Politiker (Die Linke), 1994–2002 MdB
Volkmar Röhrig (* 1. September 1952 in Lützen), Schriftsteller und Hörspielautor
Fritz-Gerald Schröder (* 12. Juni 1961 in Lützen), Professor für Gemüsebau
Weblinks
 Commons: Lützen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lützen – Reiseführer
 Wikisource: Lützen in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Offizielle Website der Stadt Lützen
Viele Details zu Lützen