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Geschichte

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Zahlreiche Funde aus keltischer Zeit, zum Beispiel die prachtvolle Schmuckfibel aus Wittersheim (heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Saarbrücken), weisen auf eine Besiedlung in vorchristlicher Zeit hin. Es kamen die Römer und mit ihnen ein enormer kultureller und wirtschaftlicher Aufschwung. Bei Bauarbeiten kommen hin und wieder Mauerreste zum Vorschein, beispielsweise im Bereich der Kirche von Erfweiler-Ehlingen. Münzen und Scherben aus Terra Sigillata wurden gefunden[2].

Im 3. Jahrhundert nach Christus erlebte die gallorömische Bevölkerung schwere Zeiten. Germanische Volksstämme fielen ein, brannten alles nieder, und ergriffen im Laufe der folgenden drei Jahrhunderte endgültig Besitz vom Land. Neue Lebens- und Siedlungsformen breiteten sich aus. Die Heim- und Ingenorte (5. bis 8. Jahrhundert) entstanden. Das Christentum, das römische Siedler und Legionäre mitgebracht hatten, ging vorübergehend unter. Dann kam von der Insel Reichenau über das Elsass der Klostergründer Pirminius nach Hornbach und gründete dort sein letztes Kloster, in dem er auch begraben wurde[2].

Von hier aus missionierten die Mönche des Hl. Benedikt den Bliesgau. Die guten Böden ließen ertragreichen Ackerbau zu. Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Eigentümern, wie z. B. Bliesgaugrafen und dem Kloster Gräfinthal kamen auf und hielten über viele Jahrhunderte an[2].

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Mandelbachtal fiel 1816 an das Königreich Bayern und gehörte zum Landkommissariat Zweibrücken. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Zuge des Versailler Vertrages das Saargebiet und mit ihm auch das Gebiet der Gemeinde Mandelbachal vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet Teil des Saarlandes und kam mit diesem 1957 zur Bundesrepublik Deutschland.

Im Rahmen der Gebiets- und Kreisreform des Saarlandes entstand am 1. Januar 1974 aus den acht ehemals selbständigen Gemeinden Bebelsheim, Bliesmengen-Bolchen, Erfweiler-Ehlingen, Habkirchen, Heckendalheim, Ommersheim, Ormesheim und Wittersheim die neue Gemeinde Mandelbachtal.[3]

Religion

Mandelbachtal ist größtenteils römisch-katholisch. Die katholischen Christen gehören den im Jahr 2015 neu gebildeten zwei Pfarreiengemeinschaften St. Jakobus Mandelbachtal (mit den vormals eigenständigen Katholischen Kirchen Bebelsheim (St. Margaretha), Bliesmengen-Bolchen (St. Paulus), Erfweiler-Ehlingen (St. Mauritius), Habkirchen (St. Martin), Ormesheim (St. Mauritius) und Wittersheim (St. Remigius)) und Pfarreiengemeinschaft Veronika Ensheim (mit Heckendalheim (St. Josef), Ommersheim (Mariä Heimsuchung) sowie den kath. Kirchen in Ensheim und Eschringen) an.

Die evangelischen Christen im Mandelbachtal gehören zur protestantischen Kirchengemeinde Ensheim, die auch über eine Kirche (Kreuzkirche) in Ormesheim verfügt.

Politik
Das Rathaus der Gemeinde Mandelbachtal in Ormesheim
Rückseite des Rathauses

Kommunalwahl 2014[4][5]
Wahlbeteiligung: 64,1 %

 %50403020100

44,2 %32,4 %6,9 %4,7 %9,6 %2,0 %

CDUSPDGrüneLinkeFWGFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p 10   8   6   4   2   0  -2  -4

+0,7 %p
+7,8 %p-1,1 %p-3,6 %p+9,6 %p+2,0 %p
CDUSPDGrüneLinkeFWGFDPVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Parteien
CDU Gemeindeverband Mandelbachtal mit acht Ortsverbänden
SPD Gemeindeverband Mandelbachtal mit sieben Ortsvereinen
FDP Ortsverband Mandelbachtal
FWG Gemeindeverband
Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Mandelbachtal
DIE LINKE Ortsverband Mandelbachtal
Bürgermeister
1974–1984: Theo Carlen (CDU), Ormesheim, (verstarb kurz nach seiner Wiederwahl 1984)
1984–1994: Karlhans Rimlinger (Parteilos), Ormesheim
1994–2004: Günter Walle (SPD), Ommersheim
2004–2012: Herbert Keßler (CDU), Ommersheim
2012–2019: Gerd Tussing (CDU), Erfweiler-Ehlingen
Beigeordnete

1974–1979

Erster Beigeordneter: Lothar Hermann (CDU)

1979–1984

Erster Beigeordneter: Albert Uth (* 29. Juni 1932; † 3. Februar 2016) (CDU)
Beigeordneter: Leo Wahrheit (CDU)

1984–1994

Erster Beigeordneter: Leo Wahrheit (CDU)

1989–1994

Erster Beigeordneter: Günter Walle (SPD)
Beigeordneter: Franz Schnabel (Bündnis 90/Die Grünen)
Beigeordneter: Manfred Nagel(FWG)

1994–1999

Erster Beigeordneter: Josef Rohe (FWG), übertragene Aufgabe: Freiwillige Feuerwehr
Beigeordneter: Josef Rebmann (SPD), übertragene Aufgabe: Bauhof
Beigeordneter: Christoph Braunberger (Bündnis 90/Die Grünen), übertragene Aufgaben: Naturschutz

1999–2004

Erster Beigeordneter: Werner Untersteller (CDU)
Beigeordneter: Otto Kempf (CDU)

2004–2009

Erster Beigeordneter: bis 2007: Werner Untersteller (CDU), übertragener Aufgabenbereich: Freiwillige Feuerwehr; ab 2007: Eberhard Keipert (CDU): übertragener Aufgabenbereich: Friedhof und Bauhof
Beigeordneter: Manfred Pfeiffer (CDU), Übertragene Aufgabenbereiche: Jugend, Bildung, Kultur, Fremdenverkehr und Sport

2009–2014

Erster Beigeordneter: Manfred Pfeiffer (CDU), Übertragene Aufgabenbereiche: Kultur, Fremdenverkehr und Sport
Beigeordneter: Eberhard Keipert (CDU), Übertragene Aufgabenbereiche: Friedhof und Bauhof
Beigeordneter: Martin Müller (FDP), Übertragene Aufgabenbereiche: Jugend und Bildung

2014–2019

Erster Beigeordneter: Eberhard Keipert (CDU)
bis 2015: Beigeordneter: Kai Hartz (SPD)
Gemeinderat
Sitzverteilung Gemeinderat 2009–2014

Von 33 Sitzen im Gemeinderat entfielen auf:

1974–1979: 19 CDU, 10 SPD, 2 FDP, 2 FWG (CDU-Alleinmehrheit)
1979–1984: 17 CDU, 11 SPD, 2 FDP, 3 FWG (CDU-Alleinmehrheit)
1984–1989: 17 CDU, 12 SPD, 2 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen (CDU-Alleinmehrheit)
1989–1994: 15 CDU, 12 SPD, 3 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen (SPD/FWG/Grüne-Koalition)
1994–1999: 16 CDU, 11 SPD, 3 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen (SPD/FWG/Grüne-Koalition)
1999–2004: 19 CDU, 11 SPD, 2 FWG, 1 Bündnis 90/Die Grünen (CDU-Alleinmehrheit)
2004–2009: 19 CDU, 10 SPD, 2 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen (CDU-Alleinmehrheit)
2009–2014: 15 CDU, 8 SPD, 2 FDP, 3 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen, 3 Die Linke (CDU/FDP-Koalition)
seit 2014: 16 CDU, 11 SPD, 3 FWG, 2 Bündnis 90/Die Grünen, 1 Die Linke (2014–2015: Große CDU/SPD-Koalition, seit 2015 keine festen Koalitionen).
Minister

Der saarländische Minister für Finanzen und Europa (seit 2012), Stephan Toscani, wohnt in Mandelbachtal-Ormesheim. Er gehört der CDU an.

Staatssekretäre

Peter Hauptmann war zur Zeit der sogenannten Jamaika-Koalition (CDU, FDP, Die Grünen) im Saarland von 2009 bis 18. Januar 2012 Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft. Er wohnte in Mandelbachtal-Ormesheim und gehört der FDP an.

Landtagsabgeordnete

Die Gemeinde Mandelbachtal hat einen Vertreter im Landtag des Saarlandes:

Stephan Toscani (* 1967) wohnt in Ormesheim. Er ist seit 2004 Mitglied des saarländischen Landtages.

Von 2009 bis zur vorgezogenen Neuwahl des Landtages 2012 war Christian Schmitt (* 1981), zunächst FDP, seit 2011 parteilos, aus Ommersheim, Mitglied im Landtag des Saarlandes.

Von 1990 bis 1999 war Albrecht Feibel (1940–2011), CDU, aus Mandelbachtal-Ormesheim Mitglied im Landtag des Saarlandes und dort für die Themen Wirtschafts- und Verkehrspolitik tätig, bevor er von 1999 bis 2005 Mitglied im Deutschen Bundestag wurde.

Von 1970 bis zu seiner Wahl zum Intendanten des Saarländischen Rundfunks im Jahr 1977 gehörte Professor Hubert Rohde aus Heckendalheim (* 1929), CDU, zuletzt als dessen Vizepräsident, dem Saarländischen Landtag an.

Von 1947 bis 1955 und von 1960 bis 1965 gehörte Erwin Müller (Politiker, 1906) (1906–1968), zuletzt CDU, aus Habkirchen dem Landtag des Saarlandes an.

Von 1947 bis 1955 gehörte Bürgermeister Hermann Wahrheit (1900–1981), zuletzt CDU, aus Ormesheim dem Landtag des Saarlandes an.

Wappen

Blasonierung: „In Silber ein durchgehendes grünes Tatzenkreuz, bewinkelt mit je zwei roten heraldischen Rosen mit goldenen Kelchblättern und goldenem Butzen.“

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft in Mandelbachtal steht für Branchenvielfalt. Neben Fremdenverkehr- und Gastronomiebetrieben haben sich auch viele Handwerker und Dienstleister fest etabliert. Gerade der Dienstleistungssektor ist in Mandelbachtal sowohl im Hinblick auf die Beschäftigtenzahl als auch der Wertschöpfung besonders stark vertreten. Mandelbachtal hat aber auch als Tagungs- und Fremdenverkehrsgemeinde einen guten Namen.

Verkehr
Autobahnen und Bundesstraßen

Mandelbachtal liegt an der Bundesstraße 423 Homburg–Sarreguemines und ist an die Bundesautobahnen 8 Luxemburg–Karlsruhe (Abfahrt Homburg-Einöd), 6 Paris–Mannheim (Abfahrten St. Ingbert und Brebach-Fechingen), 620 Saarbrücken–Saarlouis (Abfahrt Güdingen) und die französische A 4 Paris–Straßburg (Abfahrt Sarreguemines, F) angebunden.

ÖPNV

Das Gemeindegebiet wird von den drei Waben 561 (Ormesheim (umfasst auch Heckendalheim, Ommersheim)), 562 (Erfweiler-Ehlingen (umfasst auch Wittersheim, Bebelsheim)) und 563 (Bliesmengen-Bolchen (umfasst auch Habkirchen)) des saarländischen Verkehrsverbunds abgedeckt. Es findet ausschließlich ÖPNV mit Bussen statt; der schienengebundene Verkehr wird über Zubringer in den Nachbargemeinden erreicht. Der Ortsteil Ormesheim ist in das Saarbrücker Stadtbusnetz eingebunden; die Ortsteile Heckendalheim und Ommersheim verfügen mit der Linie R10 über eine Schnellverkehrsanbindung zum Flughafen Saarbrücken sowie zum Saarbrücker Hauptbahnhof. Außerdem durchquert das Angebot Biosphärenbus (Linie 501 der Saar-Pfalz-Bus) auf seiner Fahrt von Kleinblittersdorf nach Homburg durch das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau die Ortsteile Bliesmengen-Bolchen und Habkirchen. Die übrigen Ortsteile verfügen über lokal übliche Landbusse.

Fernbahnhöfe

Fernbahnhöfe befinden sich in den benachbarten Städten Saarbrücken mit ICE und TGV-Anschluss (16 km) und Homburg (IC/ICE) (25 km), sowie im französischen Sarreguemines (10 km). Regionalbahnhöfe (RB/RE) befinden sich in St. Ingbert (10 km) und Blieskastel-Lautzkirchen.

Flugverbindungen

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Saarbrücken ist Mandelbachtal in wenigen Anfahrtsminuten an den Luftverkehr angebunden. Weitere Flughäfen im Umkreis von 200 km liegen in Frankfurt am Main, Hahn, Luxemburg (L), Straßburg (F), Baden-Baden und Metz (F).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Mandelbachtal gehört der Weiler Gräfinthal mit einer Klosterkapelle, drei Ausflugslokalen und einer Freilichtbühne. Auch der Ommersheimer Weiher in Ommersheim ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Verkehrsverein Mandelbachtal

Zur Förderung und Weiterentwicklung der Kultur und des Tourismus in der Gemeinde Mandelbachtal wurde 1975 von der Gemeinde Mandelbachtal der Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. gegründet. Er hat seine Geschäftsstelle im Rathaus der Gemeinde Mandelbachtal. An über 100 Stellen werden Informationstafeln aufgestellt, so zum Beispiel zwei über die Auenlandschaft der Blies.[6]

Pferde

Die Gemeinde Mandelbachtal wurde 1994 auf Bundesebene zur „Pferdefreundlichsten Gemeinde“ ausgezeichnet. Insbesondere Islandpferde werden hier gehalten. Zu den bekannten Höfen gehören der Grenzlandhof in Bebelsheim, der Ponsheimer Hof zwischen Ormesheim und Eschringen, der Reiterhof Niederländer und der Hunackerhof in Ormesheim. Ein Netz von Reitwegen durchzieht die Gemeinde.

Museen und Ateliers
Haus der Dorfgeschichte Bliesmengen-Bolchen
Zollmuseum Habkirchen
Kulturlandschaftszentrum „Haus Lochfeld“ Wittersheim
Optische Telegrafen bei Bebelsheim und Biesingen
Ausstellungsraum „Kunstraum LandArt“ Ormesheim
Foyer im Rathaus Mandelbachtal in Ormesheim
Regelmäßige Veranstaltungen

Jeden Dienstag findet in Ormesheim auf dem Theo-Carlen-Platz ein Wochenmarkt statt. Dorffeste in Erfweiler-Ehlingen und Ommersheim (am ersten Wochenende im Juli) sind feste Bestandteile des kulturellen Lebens. Außerdem wird das Brückenfest in Habkirchen und das Sommergartenfest in Ormesheim gefeiert.

Die Naturbühne Gräfinthal spielt während der Sommermonate Schwänke und Kinderstücke (15.000 Besucher im Jahr).

Trofeo Karlsberg, das jährlich am Wochenende nach Fronleichnam stattfindenden Junioren Weltcup Radrennens verläuft oftmals auch durch die Gemeinde Mandelbachtal.
Weblinks
 Commons: Mandelbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Literatur über Mandelbachtal in der Saarländischen Bibliographie
Gemeinde Mandelbachtal
Homepage des Ortsteils Bliesmengen
Homepage des Ortsteils Ommersheim
Homepage des Ortsteils Ormesheim
Homepage des Ortsteils Erfweiler-Ehlingen
Linkkatalog zum Thema Mandelbachtal bei curlie.org (ehemals DMOZ)