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Geschichte
St. Georg in Alt-Marl
Frühgeschichte

Das Stadtgebiet Marls war bereits in der älteren und mittleren Steinzeit besiedelt, wie Funde bei Ausgrabungen im Ortsteil Sinsen belegen. Nachweise von ersten Siedlungen stammen aus der Zeit um 600 v. Chr.

Gegen 300 v. Chr. war die Gegend von keltischen Stämmen besiedelt, die aber zu dieser Zeit durch einwandernde germanische Stämme vertrieben wurden. Nördlich der Lippe siedelten Brukterer und südlich der Lippe die Marser.
Die germanische Wanderung wurde durch den Vormarsch der Römer gestoppt, die bei Haltern am See ein großes Lager errichteten. Reste eines kleineren Römerlagers sind auch an der Stadtgrenze zwischen Polsum und Herten nachgewiesen.

Nachdem der römische Einfluss durch die Varusschlacht im Jahre 9 n.  Chr. schwand und die Römer sich hinter den Rhein zurückzogen, übernahmen erneut die Germanen das Marler Gebiet.
Im Jahre 80 wurde der Stamm der Brukterer aus den Gebieten nördlich der Lippe von rivalisierenden Stämmen vertrieben und zog daraufhin in das Gebiet des heutigen Kreises Recklinghausen.

Frühes Mittelalter

Die nächste Wanderungsbewegung, von der Marl betroffen war, fand wahrscheinlich zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert statt, als die Sachsen von Nordosten her über die Lippe in das alte Gebiet der Brukterer vordrangen. Nach den ersten Sondierungen und Grabungen auf dem heutigen Marler Stadtgebiet in den 1920er Jahren wurde angenommen, dass die ansässigen Brukterer im heutigen Ortsteil Sinsen den Ringwall Sinsener Wallburg zur Abwehr dieser Angriffe angelegt haben könnten.
Dieser Wall ist heute nur noch durch Fachleute erkennbar und befindet sich im Naturschutzgebiet Die Burg, das nach diesem Wall benannt worden ist.
Archäologisch wird heute diese Wallanlage als landesweit bedeutendes und schützenswertes Bodendenkmal des frühen Mittelalters angesehen.
Aufgrund ihrer Lage im Grenzgebiet der Sachsen und Franken und der wenigen Funde über die Wehrhaftigkeit und der Besiedlung des 8. Jahrhunderts, wird sie den sächsischen bis fränkischen Burgen (Sachsenkriege Karls des Großen) zugeordnet.
Die Ausgrabungen dieser und anderen bedeutenden archäologischen Funde und Notgrabungen im Zeitalter der Industrialisierung haben Geschichte geschrieben (August Stieren, Phillip Hömberg).
Diese Wallburg könnte noch bis ins ausgehende Mittelalter der ländlichen Bevölkerung als Schutzwall gedient haben.
Gesicherte regionale Erkenntnisse des heutigen Marler Gebietes über das frühe Mittelalter im 9. und 10. Jahrhundert wurden allerdings erst zum Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts urkundlich für nachfolgende Generationen dokumentiert.

Herkunft des Namens

Marl wird zuerst genannt in einem Urbar der Abtei Werden an der Ruhr zu Ende des 9. Jahrhunderts als in Meronhlare. Es bedeutet ‚Pferde-Gerüst, Pferch’ zu altsächsisch (altniederdeutsch) erschlossen hlari ‚Pferch, Gerüst’ wegen althochdeutsch gi-(h)lari ‚Wohnung als gerüstliches Werk des Zimmermanns’ und zu altsächsisch meriha ‚Mähre, Pferd’.[11]

Mittelalter

Nach den ersten Nennungen der Siedlungsnamen Meronhlare und Ulithi (auch um 890, heute Oelde) lassen die Eintragungen in den Werdener Heberegistern, Dokumenten und Urkundenbüchern (Regest) Schlüsse auf die späteren Bauerschaften Drewer (Threviri), Frentrop (Vrilinctorpe), Herne (Haranni), Bossendorf (Bodsnippi) und Sinsen zu. Die Grundbesitzer waren in den Bauerschaften Frentrop, Hüls (Natrop im Hülsen), Lenkerbeck (Lanclere), Sinsen, Oelde (heute Lippe) und Drewer, unter anderen, außer der Abtei Werden, auch noch das Kölner und Xantener Domkapitel sowie die Abtei Essen und die adeligen Stände. Dieser Streubesitz sorgte im Mittelalter, wie die Quellen berichten, für massive Machtkämpfe und Fehden.

Kirchengeschichte

Im Stadtteil Alt-Marl befindet sich die Kirche St. Georg, die im 11. Jahrhundert dem Gaugrafen Balderich vom Niederrhein als Eigenkirche gehörte. Später übergab er die Kirche dem Erzbischof Heribert von Köln.
In einer Handschrift aus dem Jahre 1160 ist verzeichnet, dass Erzbischof Heribert die Kirche an die Abtei Deutz weitergab.
Zur Pfarrkirche wurde sie im 13. Jahrhundert. Ab 1228 ist ein Geistlicher als erster urkundlich genannter Priester (sacerdos) in der Gemeinde verzeichnet, es war Johannes von Marl.
Die ortsansässige Familie von Loë war ab 1419 bis zum Jahre 1830 Patronatsherr der Kirche. Dann übernahm das Patronat der Freiherr von Twickel auf Haus Lüttinghof. In den Jahren 1856–1859 wurde die Kirche nach Plänen des münsteraner Diözesanbaumeisters Emil von Manger von Grund auf erneuert, wobei die romanischen Grundmauern des Turms aus dem 12. Jahrhundert als Fundament erhalten blieben.

Die Grafenfamilie von Loe

1111 erfolgte durch die spätere Grafenfamilie von Loe die Errichtung einer Wasserburg. Sie trug zuerst den Namen Strevelsloe, ab 1359 Haus Loe.
In offiziellen Aufzeichnungen wurde sie 1373 unter dem Begriff castrum geführt. Im Jahre 1378 wurde die Wasserburg vom damaligen Besitzer Wessel van Loe dem Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden als sogenanntes Offenhaus überschrieben.
Damit war die Familie von Loe Untertan des Erzbischofs. Sie hatte im Bereich sehr viel Grundbesitz, mehrere Bauernhöfe und ihnen gehörten einige Mühlen, wie die Loemühle, die Sickingmühle, die Mühle im heutigen Alt-Marl und das Schultengut Wermeling an der Lippe.
Nachdem die Familie Loe keinen männlichen Nachkommen mehr hatte, wurde der Familienname allein dadurch erhalten, dass im Jahre 1585 die Tochter des Wolter van Loe ihren Cousin, den Freiherrn Dietrich von Dorneburg-Loe aus Eickel, heiratete.

Von 1705 bis 1832 gingen die Burg Loe und ihre Besitzungen an die Familie von Wiedenbrück über, deren letzte Besitzerin es dann dem Freiherrn von Twickel verkaufte. Sie wurden 1833 weiterverkauft an Theodor Waldhausen aus Essen. Dreißig Jahre später kaufte der Herzog von Arenberg den Besitz und ließ die Burg abreißen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Burg stehen heute Teile des Doppelgymnasiums an der Hagenstraße und einige Sportplätze. Die Erinnerung an das Haus Loe wird in Marl durch eine Vielzahl von Namen verdeutlicht, wie Loestraße, Loekamp, Gymnasium im Loekamp, Loemühle und An den Loe Auen.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Marl wurde während des Mittelalters auch in mehrere Kriege verwickelt.
Zwischen 1243 und 1384 kam es zwischen dem Erzbischof von Köln und den Grafen von Mark zum Krieg, unter anderem um das Vest Recklinghausen.
1388 und 1389 wurde Marl in die Große Dortmunder Fehde verwickelt, sowie 1423–1461 in den Bruderkrieg zwischen Adolf IV. von Kleve-Mark und Gerhard von der Mark zu Hamm.
1442 bis 1449 litt die Gegend unter der Soester Fehde, bei der die Stadt Soest ihre Freiheit gegen den Erzbischof von Köln verteidigte.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts betrug die Einwohnerzahl Marls 800 Personen. Die meisten Einwohner wohnten in der Bauerschaft Drewer.

Durch den Jülich-Klevischen Erbfolgestreit kam es vermehrt zu Plünderungen der Bauerschaften durch niederländische und spanische Truppen, die dadurch ins Land gekommen waren. Dieser Krieg wurde dann direkt durch den Dreißigjährigen Krieg abgelöst, in dem die Plünderungen der Bauerschaften Marls fortgesetzt wurden.

Nach Ende des Krieges wurde es zunächst jahrzehntelang ruhig in der Gegend, und erst der französische Feldzug des Charles de Rohan, Prince de Soubise, durch Westfalen im Siebenjährigen Krieg im Jahre 1758, führte wieder zu harten Einschnitten für die Marler Bevölkerung. Das Kriegsglück wechselte, und nach den Franzosen kamen die preußischen Truppen, ohne dass dies zu Verbesserungen für die Bevölkerung führte.

Im Jahre 1724 wird auf dem Gut Leuchterhof zwischen den Ortsteilen Alt-Marl und Polsum ein Karmeliterkloster gegründet. Die Mönche widmeten sich der Seelsorge und der Unterweisung der Schulkinder. 1803 erhielt der Herzog von Arenberg das Gut und wandelte es in eine Domäne um.

Die Zugehörigkeit des immer noch bedeutungslosen Kirchdorfs Marl zum Vest Recklinghausen dauerte bis 1803. Danach gehörte Marl dem Herzog von Arenberg. Am 22. Januar 1811 wurde die Region mit dem Großherzogtum Berg verbunden,[12] zu dem es bis 1813 gehörte. Marl war Sitz einer Mairie. Nach den Befreiungskriegen wurde Marl preußisch und gehörte zunächst dem Kreis Essen und ab 1816 dem Kreis Recklinghausen an.

Kirchlich und weltlich war es Teil des Kurfürstentums Köln. Es gab keine Bürgermeister, sondern lediglich Gemeinde- und Ortsvorsteher. Vorgesetzter dieser Vorsteher war der Statthalter des Vest Recklinghausen. Die Aufgaben der Ortsvorsteher, die für ein Jahr gewählt wurden, bestanden darin, die Steuern einzutreiben und die Gemeindegrundstücke zu verwalten.
Neben diesen Gemeindebeamten gab es noch zwei kurfürstliche Beauftragte, den Amtsfron und den Amtsführer (ab 1785 wurden beide Ämter zum Amtsführer zusammengelegt), deren Aufgabe es war, die kurfürstlichen Verordnungen zu überwachen.

Am 1. April wurde Marl zusammen mit Dorsten zur Bürgermeisterei Dorsten vereinigt. Vorsteher war der Bürgermeister von Dorsten. Im Jahre 1837 wurde die revidierte Städteordnung eingeführt. Im Zuge dieser neuen Ordnung wurde Marl wieder selbstständig. Das Gebiet vergrößerte sich, da das Kirchspiel Altendorf-Ulfkotte Marl zugeschlagen wurde.
Der Ort hatte zunächst nicht seinen früheren Namen zurückerhalten, sondern führte den Namen Dorsten-Land. Am 31. Oktober 1841 verfügte die Königliche Regierung in Münster die Gründung des Amtes Marl. Amtsgebiet waren die Gemeinden Marl, Polsum, Hamm und Altendorf-Ulfkotte mit den umliegenden Bauerschaften.

Die Landwirtschaft ist immer schon die Haupterwerbsquelle für Marl gewesen. Die wird auch durch eine amtliche Liste aus dem Jahr 1840 deutlich. Dort sind 493 Pferde, 1879 Rinder, 857 Schweine, 98 Ziegen und 4591 Schafe verzeichnet. Die Bedeutung der hier noch deutlich sichtbaren Schafzucht ging im Laufe der Jahre aber ständig zurück.

Neben der Landwirtschaft wurde in vielen Familien auch im Nebenerwerb gewebt. Meistens wurde für andere Stoffhändler als Lohnweber gearbeitet. Der damalige Amtmann Bölling berichtet in seiner Chronik:

„…hat sich hier einiges Fabrikwesen eingeführt, und mit Lob macht sich die Damastweberei bemerkbar, welche für hohe Herrschaften kostbare Tischzeuge liefert und groß renommée für sich hat; es ist dies eine elegante Weberei.“

Für das Jahr 1842 sind folgende Berufe verzeichnet:

3 Bäcker, 1 Fleischer, 17 Schuster, 17 Schneider, 17 Zimmerleute, 5 Tischler, 6 Böttcher, 1 Maurer, 15 Hufschmiede, 6 Küfer, 1 Tuchweber, 59 Leinwandweber, 42 Krämer, 12 Hausierer, 2 Gasthöfe, 11 Schankwirte, 6 Brauer, 2 Brenner, 6 Getreidehändler, 5 Holzhändler.

Ein Wendepunkt in der Marler Stadtgeschichte stellt der 21. Januar 1875 dar. An diesem Tag wurde von der Bohrgesellschaft „Simson“ in einer Tiefe von 514 Metern im Ortsteil Polsum Kohle gefunden. Weitere Bohrungen in Marl führten schließlich zur Gründung der Zechen.

Stillgelegte Fördertürme des Auguste-Victoria-Bergwerks
Schacht AV 3/7.
Gründung der Zeche Auguste Victoria

Im September 1897 wurde durch ein Konsortium aus Düsseldorf, Herrn August Stein (Kommerzienrat) und Herrn Julius Schäfer (Ingenieur) in Lenkerbeck am Silvertbach und am Freerbruchbach in Drever jeweils eine Probebohrung nach Steinkohle durchgeführt. Bei den Suchbohrungen fand der Tiefbohrtechniker Anton Raky an beiden Bohrungen in etwa 668 Meter Tiefe Steinkohlevorkommen. Nach diesen Funden wurde umgehend Mutung eingelegt und die Grubenfelder Hansi 1 und Hansi 2 abgesteckt.
August Stein und Julius Schäfer aus Düsseldorf gründeten 1898 die Zeche „Auguste Victoria“ mit Sitz in Düsseldorf und übertrugen ihr die beiden Grubenfelder Hansi 1 und Hansi 2. 1903 wurde der Sitz der Verwaltung nach Hüls bei Recklinghausen verlegt. Zuvor hatten am 1. Mai 1900 die Teufarbeiten begonnen. Ende 1905 nahm Schacht AV 1 die Förderung auf. Namensgeberin für das Marler Bergwerk war Auguste Viktoria (1858–1921), die letzte deutsche Kaiserin und Gattin Kaiser Wilhelms II. Seit dem Verbund mit der nach Generalfeldmarschall Graf von Blumenthal (1810–1900) benannten Recklinghäuser Zeche Blumenthal/Haard führte die Marler Schachtanlage den Namen Auguste Victoria/Blumenthal (AV/BL). Das Bergwerk gehörte zu den leistungsfähigen Förderstandorten der Deutschen Steinkohle AG und bot zeitweise rund 11.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Nach rund 116 Jahren wurde Auguste Victoria am 18. Dezember 2015 geschlossen, sie war die vorletzte Zeche im Revier sowie das drittletzte Steinkohlebergwerk in Deutschland.

Gründung der Zeche Brassert

Im Jahre 1905 erfolgte im Anschluss an die erfolgreichen Bohrungen in Marl die Gründung der Zeche Brassert, benannt nach Hermann Brassert, dem „Vater“ des allgemeinen Berggesetzes von 1865. 1910 wurde die Kohleförderung aufgenommen, in den 1950er Jahren arbeiteten bis zu 5000 Menschen „auf Brassert“. Nach Schließung der Zeche 1972 entstand auf gut zwei Dritteln des ehemaligen Zechengeländes in Marl-Brassert das Gewerbegebiet Zechenstraße, ca. ein Drittel nimmt heute das Freizeitgelände Brassert ein. Einige der Zechengebäude blieben erhalten. In der ehemaligen Markenkontrolle haben ein Atelier und das Fahrradbüro der Stadt Marl ihren Platz gefunden.

20. Jahrhundert

Im März 1912 kam es in Marl zum ersten großen Bergarbeiterstreik aufgrund von Lohnforderungen. Knapp die Hälfte der Zechenbelegschaft beteiligte sich an der Arbeitsniederlegung. Auseinandersetzungen konnten verhindert werden, da Polizei und Militär aus Frankfurt, Hannover und Magdeburg nach Marl entsandt wurde. Der Streik wurde daraufhin beendet.

Am 28. Mai 1914 wurde die Straßenbahnlinie von Recklinghausen über Sinsen bis nach Hüls zum Zecheneingang fertiggestellt.

Der Ruhraufstand im Zusammenhang mit dem Kapp-Putsch vom 13. März 1920 hatte auch Auswirkungen auf Marl. Am 1. April 1920 besetzte die Rote Ruhrarmee Marl und lieferte sich am Lippeübergang bei Bossendorf ein Gefecht mit der Reichswehr, bei dem auch 15 unbeteiligte Kanalarbeiter umkamen.

Am 15. Januar 1923 wurde Marl von französischen und belgischen Truppen besetzt.

Rappaport will Marl zur Stadt im Grünen machen

Im Jahre 1922 entschloss sich der Gemeinderat im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung Marls den Ingenieur Philipp Rappaport damit zu beauftragen, eine Bauplanung für Marl zu entwickeln.

Hintergrund dieser Planung war, dass man hinsichtlich des prognostizierten Wachstums der Gemeinde eine Durchmischung von Wohn- und Industriegebieten vermeiden wollte, wie sie in anderen Ruhrgebietsstädten zu Problemen geführt hatte.
Obwohl Rappaport die Ansiedlung der späteren chemischen Werke noch nicht mit berücksichtigen konnte, ging er allein wegen der Ausweitung des Bergbaus von einer Einwohnerzahl von 120.000 aus.

In seiner Planung war vorgesehen, dass der Großteil der Einwohner in Vorstädten wohnen sollte, die durch Grüngürtel von den Industriezonen getrennt sein sollten.
Sein Plan sah weiterhin vor, dass eine Stadtmitte gebaut werden sollte, mit Rathaus, Marktplatz, Theater und Verwaltungsgebäuden. Sämtliche Straßenbahnlinien sollten sich dort treffen.

Diesem Plan Rappaports wurde am 1. April 1926 durch die Auflösung des Amtes Recklinghausen und die Eingemeindung mehrerer Orte (Sinsen, Hüls, Lenkerbeck und Löntrop) nach Marl, das somit zum Großamt wurde, aber nicht gefolgt, da eine Stadtmitte nun schwer zu finden war. Entscheidend für die Eingemeindung der Orte war der Einfluss der Zeche Auguste Victoria. Die Zeche hatte sich zuvor beim Regierungspräsidenten beklagt, dass sie mit ihren verschiedenen Schachtanlagen in mehreren Gemeinden steuerpflichtig wäre und man bei der kommunalen Neuordnung die Betriebsstätten in einer Gemeinde zusammenfassen sollte.
Dennoch war Rappaports Planung zukunftsweisend, weil die 40 Jahre später errichtete Stadtmitte Marl in groben Zügen seine Planungen widerspiegelt. Marls Anspruch, als „Stadt im Grünen“ zu gelten, wurde bereits in Rappaports Plänen ausgearbeitet.

Für das Jahr 1931 verzeichnet das „Handbuch der Aemter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und Westfalen“ 34.102 Einwohner (19.598 katholische, 12.105 evangelische, 30 jüdische und 2.309 sonstige Konfessionen)
Die Bürgermeisterstelle war unbesetzt.
Die Amtvertretung bestand aus 18 Mitgliedern:
10 Zentrum, 2 SPD, 1 Wirtschaftspartei, 4 KPD, 1 Sonstiger.

Die Gesamtfläche betrug 11.076 ha, davon bebaute Fläche 415 ha, Ackerland 3652 ha. Wald- u. Wiesenfläche 5574 ha.

Am 20. April 1936 verlieh Ferdinand Freiherr von Lüninck, Oberpräsident der Provinz Westfalen, Marl die Stadtrechte.

Wie viele Städte im Ruhrgebiet ist Marl im 20. Jahrhundert zunächst durch den Steinkohlenbergbau, dann durch die Chemieindustrie sehr schnell gewachsen.

Luftbild des Chemieparks Marl
Gründung der Chemischen Werke Hüls (heute Chemiepark Marl)

Der Chemiepark geht auf die Gründung der Chemischen Werke Hüls GmbH 1938 in der Drewer Mark zurück. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde dort synthetischer Kautschuk (Buna) für die Autoreifen hergestellt. Dabei kamen auch Zwangsarbeiter zum Einsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg firmierte der Komplex unter Chemische Werke Hüls AG, mit dem Hauptaugenmerk auf Kunststoffe, Rohstoffe für Waschmittel und wieder Buna.
1998 übernahm die Firma Infracor, ein Tochterunternehmen der Degussa AG das Gelände als Betreiber. Nach der Fusion der Chemischen Werke Hüls AG (seit 1985 Hüls AG) mit der Degussa AG firmierte das Unternehmen kurzzeitig als Degussa Hüls AG, bis es schließlich nach einer weiteren Fusion mit der SKW Trostberg in Degussa AG umbenannt wurde. Nach Übernahme der Degussa AG durch die RAG und folgenden Ausgliederung der Sparten Chemie, Energie und Immobilien in den Konzern Evonik Industries firmiert das Unternehmen seit dem 1. Dezember 2007 unter dem Namen Evonik Degussa GmbH.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Die Novemberpogrome 1938 betrafen auch in Marl die seit 1910 ansässige jüdische Bevölkerung, die hauptsächlich im Textil- und Möbelhandel tätig war. Mehrere Menschen wurden verletzt, Geschäfte angezündet und geplündert. Alle 29 jüdischen Bewohner mussten die Stadt verlassen. Diese Vorgänge hat der Künstler Gunter Demnig in Marl durch sein Projekt Stolpersteine dokumentiert. In den Betrieben und Haushalten von Marl wurden zwischen 1939 und 1945 Ausländer und Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit verpflichtet. Im Zweiten Weltkrieg waren nicht nur – insbesondere die an die Stadt angrenzenden Buna-Werke Ziel mehrerer alliierter Luftangriffe, sondern auch die lokalen Zechenanlagen und der damit verbundene Güterverschiebebahnhof Marl-Sinsen – eine Drehscheibe wichtiger Rohstoffe – Angriffsziele höchster Priorität. Massive Angriffe durch alliierte Bomberverbände erfolgten am 10. und 17. März 1945. Trotz der Nähe zu diesen kriegswichtigen Werken, Anlagen und anderen Produktionsstätten hielten sich die Schäden an zivilen Gebäuden in der Stadt glücklicherweise in Grenzen. Am 31. März 1945 besetzten US-amerikanische Truppen Marl.

Zugunglück am Bahnhof Marl-Sinsen

Am 5. Oktober 1973 kam es in der Nähe des Bahnhofs Marl-Sinsen zu einem Zugunglück, bei dem 7 Personen starben und 44 Personen verletzt wurden. Der D-Zug 632 Flensburg–Düsseldorf war auf eine auf dem Gleis wartende Rangierlok aufgefahren und entgleist. Kurz darauf fuhr ein weiterer Güterzug in die Unfallstelle. Die Züge stürzten eine Böschung hinab auf die Bundesstraße 51. Unfallursache war eine falsch gestellte Weiche.[13]

Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Stadtmitte Marl (Stadtkernerweiterung)

Die Stadt entstand durch das Zusammenwachsen ehemaliger Dörfer mit den Siedlungen der Bergarbeiter und der Chemiebeschäftigten. Sie hat daher kein historisches Zentrum. In den 1960er und 1970er Jahren wurde ein Stadtzentrum mit Rathaus, Wohnhochhäusern und dem Einkaufszentrum Marler Stern auf der „grünen Wiese“ angelegt.

Am 1. Januar 1975 erfolgte mit der kommunalen Neugliederung die Auflösung des Amtes Marl als Gemeindeverband und die Eingemeindung mehrerer Ortsteile in die Stadt Marl.

Um die bauliche Entwicklung der Stadtmitte zu vervollständigen, lobte die Stadt Marl Anfang 1988 einen Architektenwettbewerb mit dem Titel Wohnen im Stadtkern Marl aus. Erster Preisträger dieses Wettbewerbs wurde das Büro Prof. Wolfgang Pohl und Partner aus München/Düsseldorf. Nach dessen Plänen wurde 1994 die sogenannte Stadtkernerweiterung begonnen, die Halbrundbebauung an der S-Bahn S 9 errichtet und 1998 der nördliche Abschnitt der Bergstraße im Stadtzentrum vollständig umgestaltet. 2005 konnte der neue zentrale Busbahnhof in Betrieb genommen und die Neugestaltung der südlichen Bergstraße abgeschlossen werden.

Eingemeindungen
1. April 1926: Hüls, Lenkerbeck, Löntrop (vormals Recklinghausen-Land) und die Westhälfte[14] Sinsens (vormals Oer)[15]
1. Januar 1975: aus dem ehemaligen Amt Marl die südwestliche, inzwischen deutlich stärker besiedelte Hälfte der Gemeinde Hamm sowie der Großteil der Gemeinde Polsum (nur Bertlich ging an Herten); aus dem früheren Amt Haltern kleinere Teile von Lippramsdorf[16]
Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit hatte Marl nur wenige hundert Einwohner. Erst mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1900 erst 2.000 Menschen in Marl, so waren es 1939 bereits 35.000. Durch die Eingemeindung mehrerer Ortsteile stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 77.000 im Jahre 1974 auf 92.000 am 1. Januar 1975. Zum 31. Dezember 1999 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Marl nach Fortschreibung durch das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 93.735 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Seitdem ist die Einwohnerzahl rückläufig.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1600 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1600 800
1. Dezember 1875 ¹ 1.883
1. Dezember 1900 ¹ 2.199
1. Dezember 1910 ¹ 5.571
8. Oktober 1919 ¹ 12.130
16. Juni 1925 ¹ 16.018
16. Juni 1933 ¹ 31.619
17. Mai 1939 ¹ 35.288
31. Dezember 1945 42.603
29. Oktober 1946 ¹ 44.043
13. September 1950 ¹ 51.192
25. September 1956 ¹ 64.228
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 71.508
31. Dezember 1965 76.674
27. Mai 1970 ¹ 77.182
30. Juni 1974 76.849
31. Dezember 1975 91.930
31. Dezember 1980 89.082
31. Dezember 1985 87.449
25. Mai 1987 ¹ 89.063
31. Dezember 1990 91.467
31. Dezember 1995 92.965
31. Dezember 2000 93.256
31. Dezember 2005 90.816
Jahr Einwohner
31. Dezember 2008 88.836
31. Dezember 2010 ² 87.557
31. Dezember 2011 ² 87.201
31. Dezember 2012 ² 84.055
31. Dezember 2013 ² 83.634

¹ Volkszählungsergebnis
² Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen

Die Einwohner sind zu 48,8 % männlich und zu 51,2 % weiblich. Die Altersstruktur gestaltet sich folgendermaßen:

unter 18 Jahre: 17,7 %
18 bis 44 Jahre: 34,3 %
45 bis 59 Jahre: 21,9 %
über 60 Jahre: 26,1 %

Der Ausländeranteil an der Bevölkerung beträgt 8,9 % (7990 Einwohner) (Stand 31. Dezember 2006).
Es leben Menschen aus ca. 130 Nationalitäten im Stadtgebiet. Hauptherkunftsländer sind dabei die Türkei mit 52,5 %, gefolgt von Ex-Jugoslawien mit 7,5 % und Polen mit 5,6 %.

Politik
Stadtrat
Sitzverteilung nach der Kommunalwahl 2014

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilten sich die 48 Sitze des Stadtrats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Listen:[17]

Jahr SPD CDU WIR WG Grüne FDP bum Linke UBP B90/Die Grünen Piraten Gesamt
2014 21 14 2 2 1 1 2 2 2 1 48

Mittlerweile ist das Ratsmitglied der Piraten aus seiner Partei ausgetreten und ist in die SPD eingetreten, so dass die SPD Fraktion nun aus 22 Ratsmitgliedern besteht. Weiterhin ist ein CDU Mitglied aus der Fraktion ausgetreten und hat sich, nach einiger parteiloser Zeit der Fraktion WIR für Marl angeschlossen. Die FDP und die bum haben sich zu FDP/bum Fraktion zusammengeschlossen[18]

Jahr SPD CDU WIR WG Grüne FDP/bum Linke UBP B90/Die Grünen Gesamt
2016 22 13 3 2 2 2 2 2 48

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[19][20][21][22][23] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr SPD CDU UBP WIR Linke1 WG Grüne B90/Die Grünen[24] BUM FDP Piraten
1975 58,8 34,9 4,8
1979 52,8 33,6 8,9 4,3
1984 52,7 32,1 11,0 3,8
219892 48,5 28,3 11,2 4,5
1994 45,1 36,2 7,2 10,8 1,9
1999 38,4 43,8 9,5 5,0 2,5
2004 37,7 31,8 9,5 3,4 6,5 5,4 5,7
2009 36,6 27,6 2,8 8,3 5,1 4,7 2,9 5,2 6,9
2014 42,7 28,6 4,6 4,4 4,0 3,8 3,5 03,04 02,98 2,3

1 Linke: 2004: PDS, ab 2009: Linke
2 1989: zusätzlich: REP: 7,5 %

Bürgermeister
Bürgermeister Arndt auf dem Presseempfang der Grimme-Preis-Verleihung 2013
1936–1939: Heinrich Springies, NSDAP, davor von 1933 bis 1936 Gemeindevorsteher
1939–1941: Paul Becker, NSDAP
1942–1945: Friedrich Wilhelm Willeke, bis 1933 Zentrum, danach NSDAP, ab 1945 CDU
1945–1946: Paul Eichmann (parteiloser Geschäftsmann aus Marl-Hüls, wurde von der amerikanischen und britischen Militärregierung zum Oberbürgermeister der Stadt Marl ernannt),
1946–1965: Rudolf-Ernst Heiland, SPD
1965–1974: Ernst Immel, SPD
1975–1984: Günther Eckerland, SPD
1984–1995: Lothar Hentschel, SPD
1995–1999: Ortlieb Fliedner, SPD
1999–2009: Uta Heinrich, CDU, seit 2004 parteilos
seit 2009: Werner Arndt, SPD (2014 wiedergewählt[25])
Jugend in Marl („J!M“)

Jugend in Marl ist ein Beteiligungsgremium für Marler Jugendliche, bestehend aus nicht gewählten Marler Jugendlichen, anders als bei einem Jugendparlament, kann im Jugendforum jeder mitbestimmen und jeder kann kommen und gehen wie er Zeit hat. Das Jugendforum wird von der Stadt als Jugendgremium anerkannt und unterstützt. Es besitzt ein Antrags- und Rederecht im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie.

Das JuFo ist Mitglied im Kinder und Jugend Rat NRW
Das JuFo organisiert Projekte und nimmt an Veranstaltungen teil.
2004: 38 Marler Jugendliche gründeten im Jugendheim HoT Hagenbusch gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbeauftragten das Marler Jugendforum
2005: Das Jugendforum wird Mitglied im Kinder und Jugendrat NRW
2006: Die Mitglieder des Jugendforums wurden für herausragendes soziales Engagement, als „Marls Beste“ geehrt.
Das Jufo benennt sich in J!M um
Stadtwappen und -flaggen

Stadtwappen

Stadtflagge mit Wappen auf quergestreiftem schwarz-weißem Grund

Banner mit Wappen auf längsgestreiftem schwarz-weißen Grund

Blasonierung: Geteilt und unten gespalten; oben in Silber ein durchgehendes, schwarzes Kreuz, unten vorne in Silber ein schwarzes Fasseisen, hinten in Schwarz schräggekreuzt ein silberner Schlägel und ein silbernes Eisen.

Das Wappen zeigt oben das kurkölnische Kreuz. Das Vest Recklinghausen gehörte bis zur Bulle Pius VII. „De salute animarum“ zum Erzbistum Köln, danach wurde es dem Bistum Münster inkorporiert. Schlägel und Eisen sind als Symbole des Bergbaus eingefügt. Das Fasseisen (Krampe) verweist auf die Familie von Loe.

Partnerstädte
Frankreich Creil, Frankreich, seit 1975
Israel Herzlia, Israel, seit 1981
Deutschland Bitterfeld (heute Bitterfeld-Wolfen), Sachsen-Anhalt, seit 1991
England Pendle, England, seit 1995
Ungarn Zalaegerszeg, Ungarn, seit 2000
Turkei Kuşadası, Türkei, seit 1999
Polen Krosno, Polen, seit 2015
Trivia

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Wirtschaft und Infrastruktur
Chemiepark Marl

Der Stadt Marl droht, wie vielen Städten im Ruhrgebiet, die Überschuldung.[26] Dies ist nicht zuletzt auf den schwierigen Strukturwandel und das Zechensterben zurückzuführen.

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur der Stadt war seit der Stadtgründung von der Bergbau- und der chemischen Industrie geprägt. Mit der Schließung des letzten noch aktiven Marler Bergwerks „Auguste Victoria“ Ende 2015 und dem damit verbundenen Verlust von mindestens 2.000 Arbeitsplätzen bleibt der Chemiepark mit rund 10.000 Arbeitnehmern der mit Abstand größte Arbeitgeber der Region. Unter dem Titel „ruhr.gate – Die neue Victoria“ versuchen nun die Stadt Marl, die RAG sowie das Land NRW eine rasche Nachfolgenutzung der ehem. Zechenareale zu realisieren. Im Bestfall, so die Einschätzung der Experten, könnten so wieder rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Da die Vermarktung des Geländes jedoch frühestens ab 2020 beginnen kann, muss die städtische Wirtschaft bis dahin einen herben Arbeitsplatzverlust verkraften. Eine positive Entwicklung konnte die Stadt im Sommer 2016 vermelden, als der Metro-Konzern bekannt gab, auf den Flächen der nicht realisierten sog. Westerweiterung des Chemieparks an der Brassertstraße sein nationales Logistikcenter zu errichten. Der nach Unternehmensangaben größte Logistikstandort Deutschlands soll bis zu 1000 Arbeitsplätze schaffen. Mit den Bauarbeiten wurde im Oktober 2016 begonnen. Im Zuge der Metro-Ansiedlung werden auch der nahe Autobahnanschluss sowie die Brassertstraße umgebaut.[27]

Weitere bekannte Unternehmen mit Sitz in Marl sind die Volksbank Marl-Recklinghausen und das Medienhaus Bauer.

Verkehr
Straße
Marler Verkehrsnetz

Im Marler Stadtgebiet verlaufen die Bundesautobahnen BAB 43 (Münster – Wuppertal) und die BAB 52 (Marl–Essen–Düsseldorf–Roermond). An der A 43 besteht im Stadtteil Sinsen die Möglichkeit zur Abfahrt, an der A 52 gibt es insgesamt 4 Anschlussstellen für Marl. Des Weiteren wird auf der A 2 am Übergang zur B 224 auf Marl hingewiesen (Anschluss „Essen/Gladbeck/Marl“). Ebenfalls auf Marler Stadtgebiet befindet sich die B 225, welche über Frentrop mitten durch das historische Zentrum Alt-Marls verläuft und anschließend über Steinernkreuz nach Recklinghausen führt.
Das Marler Straßennetz umfasst eine Länge von rund 540 Kilometern. Im innerstädtischen Bereich ist die Bergstraße (später Victoria-, und Bahnhofstraße) die „Hauptverkehrsader“. Die Innenstadt wird in nördlicher und östlicher Richtung von der Herzlia-Allee (benannt nach der israelischen Partnerstadt Herzlia) und der Rappaportstraße (benannt nach dem Stadtplaner Philipp Rappaport) eingerahmt. Beide zuletzt genannten Straßen bilden zusammen die Nord-Süd-Achse der Stadt und verbinden den Süden (Alt-Marl,Drewer, Steinernkreuz) mit dem Chemiepark und der A 52. Im Süden wird die neue Mitte von den ineinander übergehenden Ringen Willy-Brandt-Allee und Hervester Straße abgeschlossen. Alle genannten Straßen sind vierspurige Autostraßen und haben trotz Tempo 50 (mit Ausnahme der Herzlia-Allee, wo Tempo 70 gilt) Schnellstraßen-Charakter. Einzig das Ende der Bergstraße (zwischen dem Herzlia-Center und der Willy-Brandt-Allee) wurde im Rahmen der Verkehrsberuhigung zurückgebaut.

Der öffentliche Personennahverkehr wird in Marl, genauso wie in den Nachbarstädten, von den Vestischen Straßenbahnen
betrieben. Zentraler Haltepunkt der meisten Linien in Marl ist der Busbahnhof in der Innenstadt.

Schiene
Bahnhof Marl-Sinsen

Mit dem Zug kann Marl über mehrere Stationen erreicht werden. Dabei besitzt die Stadt nur einen Bahnhof, nämlich den Bahnhof Marl-Sinsen an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg. Hier verkehren die beiden Nahverkehrslinien der Haard-Achse: RB 42 (Münster (Westf)–Essen) und RE 2 (Düsseldorf–Münster (Westf)). Zudem gibt es zwei Haltepunkte in Hamm und in der Mitte, welche beide von der S-Bahn-Linie 9 (Haltern–Essen–Wuppertal) stündlich angefahren werden.

Wasser

Binnenschiffe können Marl über den Wesel-Datteln-Kanal anlaufen.

Luft

Per Flugzeug kann Marl über den Verkehrslandeplatz Marl-Loemühle angesteuert werden. Die nächsten Verkehrsflughäfen sind Düsseldorf, Dortmund und Münster/Osnabrück.

Sonstiges
Der Verkehrsplaner Dr. Jürgen Göttsche aus Marl hatte Ende der 1990er Jahre die Idee zu einem Ampelgriff. Mithilfe von Sponsoren wurden im Jahr 2000 in Marl die ersten Ampelgriffe montiert. Mittlerweile wird der Ampelgriff in vielen Städten eingesetzt oder getestet. Die Kosten werden meistens von örtlichen Geschäften oder Vereinen übernommen.
Marl ist eine der 13 Kommunen, die 1993 die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gegründet haben. Dort war sie bis zum Jahreswechsel 2014/2015 ständiges Mitglied.
Marl bietet eine bisher einzigartige Besonderheit an Fußgängerampeln. 2014 wurden hier die ersten „sprechenden Ampeln“ Deutschlands installiert. Hierbei handelt es sich um ein Modul, welches dafür sorgt, dass bei Betätigung des Signalanforderungsgeräts am Ampelmast „Dankeschön, gleich wird’s grün.“ ertönt. Die Stadt Marl möchte mit dem Pilotprojekt sehbehinderten Menschen eine weitere Unterstützung bieten und zudem zur häufigeren Nutzung der Ampeln animieren und damit „Rotlichtgeher“ vermeiden. Bisher wurden mehrere Anlagen mit dem System ausgestattet, weitere sollen folgen.
Medien
Grimme-Institut

Bekannt ist Marl für das hier ansässige Grimme-Institut, welches alljährlich den renommierten Fernsehpreis Grimme-Preis verleiht.

Hier befindet sich das Medienzentrum für den Kreis Recklinghausen. Es versorgt alle Schulen im Kreis Recklinghausen mit Medien und vermittelt Lehrern Medienkompetenz.

Im Stadtgebiet erscheinen zwei Zeitungen, die Marler Zeitung und die WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung). Die vom Medienhaus Bauer herausgegebene Marler Zeitung hat die meisten Abonnenten in Marl. Die WAZ hat Anfang 2007 ihre Lokalredaktion in Marl geschlossen und die Bearbeitung Marler Themen der Vestredaktion in Recklinghausen übertragen.
Wöchentlich erscheinen die kostenlosen Anzeigenblätter Marl Aktuell, Kurier zum Sonntag und Stadtspiegel (WAZ).

Der Lokalradiosender Radio Vest sendet Nachrichten für die Städte des Kreises Recklinghausen.

Öffentliche Einrichtungen
Amtsgericht Marl
Finanzamt Marl
Feuerwehr der Stadt Marl
Medienzentrum Kreis Recklinghausen
Straßenverkehrsamt für den Landkreis
Krankenhäuser
Paracelsus-Klinik
Marienhospital
LWL-Klinik Marl-Sinsen (Haardklinik)
Institutionen
Katholischer Akademikerverband
FOM Hochschule für Oekonomie & Management
Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft Marl sowie jährliches „Abrahamsfest“ der drei Religionen: Christentum, Islam und Judentum
Hilfsorganisationen und Gefahrenabwehr
Feuerwehr

Die Feuerwehr Marl ist innerhalb der Stadt Marl für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr zuständig. Sie ist teilweise mit hauptamtlichen Kräften besetzt, jedoch keine Berufsfeuerwehr. Offiziell handelt es sich um eine „Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften“.

Die Feuerwehr besitzt neben dem hauptamtlichen Löschzug auch noch 5 weitere, ehrenamtlich besetzte Löschzüge:

Löschzug 2, Alt-Marl
Löschzug 3, Lenkerbeck
Löschzug 4, Sinsen
Löschzug 5, Hamm
Löschzug 6, Polsum

Die Feuerwehr gewährleistet zudem den Rettungsdienst. Die Notfallrettung durch Rettungswagen und Notarztwagen besetzt die Feuerwehr, der Krankentransport hingegen wird seit dem 1. Mai 2012 vom Deutschen Roten Kreuz Marl gewährleistet, der damit den Arbeiter-Samariter-Bund Marl ablöst. Die zuvor von der Feuerwehr besetzten Krankentransportwagen wurden ebenfalls durch das DRK ersetzt, im Gegenzug dazu übernahm die Feuerwehr einen weiteren Rettungswagen im Tagesdienst, den zuvor der ASB stellte.[28]

Notrufe werden durch die Kreisleitstelle des Kreises Recklinghausen angenommen. Sollte kein Rettungsmittel innerhalb Marls in Reichweite sein, alarmiert der Leitstellendisponent das zeitlich nächstgelegene Rettungsmittel. Außerdem kann, sofern kein Rettungsdienstfahrzeug in der Nähe ist, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) von der hauptamtlichen Wache in Marl als First Responder eingesetzt werden, um die Wartezeit auf professionelle medizinische Hilfe erheblich zu verkürzen und die Überlebenschancen zu erhöhen. Hierzu ist das Fahrzeug mit entsprechenden medizinischen Materialien – unter anderem mit einem Automatisch-Externen-Defibrillator (AED) – ausgestattet. Alle Besatzungsmitglieder sind ausgebildete Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten. Außerdem besitzt die Feuerwehr Marl seit 1999 eine Höhenrettungsgruppe, die in der Lage ist, jeden Punkt zu jeder Zeit an einem hohen Objekt zu erreichen, um von dort eine ordnungsgemäße Menschenrettung oder -bergung durchzuführen.[29]

Werkfeuerwehr Infracor und TUIS-Standort Marl

Der Chemiepark Marl besitzt zudem eine gesetzlich vorgeschriebene Werkfeuerwehr (WF), die für die rettungsdienstliche und feuerwehrtechnische Gefahrenabwehr innerhalb der Betriebe des Chemieparks zuständig ist. Sie gehört dem großen Dienstleistungskonzern des Chemieparks, Infracor, an. Wenn erforderlich, kann auch einer der beiden hier besetzten RTW für Einsätze außerhalb des Werkes über die Kreisleitstelle alarmiert werden. Die Marler Werkfeuerwehr gehört dem Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) an. Wenn innerhalb Deutschlands oder im nahen Ausland ein Unfall mit Gefahrgütern geschieht, stellt die WF Infracor Marl eine kostenlose Beratung zur Verfügung. Wenn dies nicht ausreichen sollte und spezielle Geräte und Fachleute vor Ort erforderlich sind, fahren die Spezialisten mit einem speziellen TUIS-Fahrzeug zum Unfallort. TUIS steht, wie die gesamte WF Infracor Marl, rund um die Uhr zur Verfügung.

Flugplatz Loemühle

Eigens für den Flugplatz Loemühle Marl gibt es einen zum Pulverlöschfahrzeug ausgebauten Mercedes-Benz Unimog. Dieser ist jedoch in Besitz des Flugplatzes und wird nicht von der Feuerwehr Marl, sondern vom Flugplatzpersonal geführt. Das Fahrzeug wird nur für mögliche Luftverkehrsunfälle im Umfeld des Flugplatzes vorgehalten.

Weitere Hilfsorganisationen

Der Technische Zug des THW Ortsverbandes Marl besteht aus zwei Bergungsgruppen und den Fachgruppen Sprengen und Ortung (Typ B).

Der ASB eine Sanitätsgruppe, Betreuungsgruppe und Technik und Sicherheit. Der ASB ist in Marl stationiert, aber die Einsatzeinheit fährt für die Stadt Bottrop.

Die DLRG Marl hält einen Bootstrupp für den Katastrophenschutz vor.

Das DRK ist seit Mai 2012 für den Krankentransport in Marl zuständig. Des Weiteren nimmt es den Sanitätswachdienst wahr und hält eine Rettungshundestaffel vor.[30]

Bildung

Als weiterführende Schulen gibt es in der Stadt zwei Gymnasien (Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) in der Stadtmitte und das Gymnasium im Loekamp (GiL) in Hüls), die Ernst-Immel-Realschule in Hüls, sowie die Katholische Hauptschule im Ortsteil Hamm. Weiterhin gibt es zwei Gesamtschulen (Willy-Brandt-Gesamtschule in der Innenstadt und Martin-Luther-King-Schule in Hüls). Im Stadtteil Alt-Marl liegt außerdem die Heinrich-Kielhorn-Schule für Schüler mit besonderem Förderbedarf und im Stadtteil Brassert die Glück-auf-Schule für Schüler mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Die Volkshochschule die insel wurde 1946 gegründet. Für sie wurde 1955 das erste eigene Gebäude für eine Volkshochschule in Deutschland eingerichtet.

Das Hans-Böckler-Berufskolleg Marl/Haltern (HBBK) wurde am 1. April 2006 hundert Jahre alt. Aus einer „Bündelschule“ des herkömmlichen berufsbildenden Schulsystems hat sich die Schule zu einem überregional bedeutsamen und hochmodernen Bildungszentrum entwickelt, das nicht nur eine Anzahl aktueller Bildungsgänge im Medienbereich, sondern inzwischen auch eine private Fachhochschule (FOM) mit ca. 300 Studenten beherbergt.
In den vier Fachbereichen Naturwissenschaft und Technik, Pädagogik und Hauswirtschaft, Wirtschaft und Medien und Zahn- und Bädertechnik (Letzterer in Haltern) bietet das HBBK verschiedene Bildungsgänge bis hin zur allgemeinen Hochschulreife an.
Auch im Bereich des elektronisch gestützten und individuellen Lernens profiliert sich das HBBK als modernes Bildungszentrum der Region.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Skulpturenmuseum Glaskasten
Ludger Gerdes, Angst, 1989
Nike-Skulptur von Bernhard Heiliger

Im Mittelpunkt der Sammlung des Skulpturenmuseums Glaskasten stehen Skulpturen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Hinzu kommen dreidimensionale Arbeiten wie Objekte und Installationen. Das Spektrum reicht von Auguste Rodin und Constantin Meunier über Max Ernst und Alberto Giacometti bis zu jungen, zeitgenössischen Künstlern. Bildhauerzeichnungen vervollständigen diesen Bereich der Sammlung.
Einen weiteren Schwerpunkt der Museumsarbeit bilden die Neuen Medien. Seit 1984 wird alle zwei Jahre der Marler Videokunst-Preis vergeben und seit 1998 zusätzlich ein Video-Installations-Preis.
Der Name Skulpturenmuseum Glaskasten beschreibt zum einen die Örtlichkeit: den ganz mit Glas umbauten Raum des Museums unter dem Sitzungstrakt des Marler Rathauses, zum anderen aber auch das angestrebte inhaltliche Konzept von Offenheit und Transparenz für jedermann. Die Kunstwerke sind in Marl nicht hinter Museumsmauern verborgen, sondern zu einem großen Teil in das Alltagsleben der Stadt einbezogen. Mehr als 70 Außenarbeiten von Arp bis Ossip Zadkine stehen im öffentlichen Raum um das Rathaus und den künstlich angelegten City-See. Je näher man dem eigentlichen Glaskasten kommt, umso dichter wird der Ring der Skulpturen. In den glasumbauten, jederzeit einsehbaren Innenräumen des Museums befinden sich Großskulpturen, die nicht zur Aufstellung im Freien geeignet sind, sowie eine Reihe von Kleinskulpturen und Objekten.
Das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl ist noch jung. Die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg rasch aufblühende Industriestadt Marl verpflichtete für ihre zahlreichen Bauvorhaben nicht nur international anerkannte Architekten (beispielsweise H. Scharoun für eine Schule, die holländischen Architekten J. H. van den Broek und J. B. Bakema für das Rathaus, H. Schröder und P. Faller für das Hügelhaus), man beschloss zudem, jeweils einen bestimmten Prozentsatz der Baukosten für Kunstankäufe zu verwenden. Mit diesen Mitteln erwarb die Stadt nach und nach eine Reihe von Werken renommierter Künstler, vorwiegend des 20. Jahrhunderts – Großskulpturen für den Außenbereich, aber auch eine Reihe von Kleinskulpturen. Im Laufe der Jahre entstand so eine umfangreiche, qualitätvolle Sammlung.
1978 wurde der Kunsthistoriker Uwe Rüth zur Pflege und zum Ausbau der Sammlung eingestellt. Er war bis Ende 2007 Direktor des Museums. Unter dem Sitzungstrakt des Rathauses wurden nach und nach Räume zur Präsentation der Kleinskulpturen eingerichtet. Erst 1982 fand die offizielle Gründung des Skulpturenmuseums Glaskasten der Stadt Marl statt. Seither wurde die Ausstellungsfläche vergrößert. Seit 1990 ist die städtische Paracelsus-Klinik Teil des Museums. Die Sammlung umfasst mittlerweile über 300 Bildwerke des 20. Jahrhunderts.

Heimatmuseum
Heimatmuseum in Alt-Marl

Im Stadtteil Alt-Marl gibt es das sogenannte Stadt- und Heimatmuseum Marl, welches originalgetreu die Wohnverhältnisse aus dem 17. Jahrhundert widerspiegelt. Das Haus ist nicht nur Wohnraum, sondern auch teilweise Mühle gewesen. Diese Mühle läuft heutzutage immer noch und sommertags kann man sich bei einem Museumsbesuch über die Konstruktion und das Mehlmahlen informieren. Als „Wassermühle Alt-Marl“ ist sie Bestandteil der Route der Industriekultur, und zwar der Themenroute Brot, Korn und Bier.

Grimme-Preis
Grimme Online Award für Wikipedia.org

Der Grimme-Preis ist ein Fernsehpreis und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland. Er wurde nach dem ersten Generaldirektor des NWDR, Adolf Grimme, benannt.
Vergeben wird der Preis jährlich vom Grimme-Institut in Marl. Seit 1964 würdigt es damit Produktionen und Fernsehleistungen, die „die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können“ (Statut des Grimme-Instituts).
Neben dem Grimme-Preis vergibt das Grimme-Institut außerdem noch den Grimme-Online-Award in verschiedenen Kategorien, zum Beispiel im Bereich der Neuen Medien.

Seit 1969 nimmt die Marler Gruppe an der Preisträgerauswahl teil. Als repräsentativer Querschnitt der Marler Bevölkerung sichtet diese Laienjury, die aus 16–20 Kursteilnehmern der Volkshochschule besteht, die Wettbewerbsvorführungen des Grimme-Preises und diskutiert anschließend mit Fernsehverantwortlichen, Regisseuren, Autoren und Kameraleuten. Das Urteil der Marler Gruppe wird bei der Preisverleihung verlesen.

Marler Medienpreis Menschenrechte

Der Marler Medienpreis Menschenrechte (ehemals Marler Fernsehpreis für Menschenrechte) wird als ideeller Preis von der deutschen Sektion von Amnesty International vergeben. Mit dem Preis werden Radio- und Fernsehbeiträge ausgezeichnet, die in besonderem Maße dem Thema Menschenrechte gerecht werden.

Musik
Die Philharmonia Hungarica war ein in Marl beheimatetes Orchester. Es war ein Kind des Kalten Krieges. Es wurde 1956 von vor dem Ungarnaufstand 1956 geflohenen Spitzenmusikern im Hotel Esplanade in Baden bei Wien gegründet. Schon bald wurde der Sitz des Orchesters nach Deutschland verlegt, wo es in Marl eine neue Heimat fand. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich zu einem der angesehensten Orchester Europas. Im Jahre 2004 wurde das Orchester aufgelöst, da öffentliche Förderungen eingestellt wurden.
Die Musikgemeinschaft Marl e. V. wurde bereits im Jahr 1950 gegründet und ist mit über 700 Mitgliedern einer der größten Musikvereine Deutschlands, ein Drittel der Mitglieder und Konzertbesucher kommen von außerhalb Marls. Etwa 100 der Mitglieder sind im Konzertchor und etwa 35 im Sinfonieorchester aktiv, ergänzt durch professionelle Musiker bevorzugt aus dem Kreis ehemaliger Mitglieder der 2004 aufgelösten Philharmonia Hungarica.
Künstlerischer Leiter war von 1959 bis 1990 Johann Andreas Lang, Initiator von „Jugend musiziert“ und des jährlichen Bundespreisträger-Konzerts „Marler Debüt“ und von 1992 bis 2011 war es Armin Klaes, Dirigent und Hochschullehrer an der Universität Duisburg-Essen.
Die Musikgemeinschaft ist ein weithin einmaliger Verbund aus Oratorienchor, Sinfonieorchester und Konzertveranstalter und grundständige Säule des Marler Musiklebens. Sie wird ideell und materiell unterstützt von der Stadt Marl, der Evonik Industries AG und der Infracor GmbH. Gemeinsam mit der Stadt Marl gestaltet sie die Sinfonieorchester- und Chor-Konzertreihe im Theater der Stadt. Bis 1979 wurde auch die Marler Konzertreihe der Philharmonia Hungarica im Auftrag der Stadt Marl durch die Musikgemeinschaft durchgeführt, ebenso die städtischen Kammermusikkonzerte. Die Sinfonische Konzertreihe der Musikgemeinschaft Marl wurde seit der Aufhebung der Philharmonia Hungarica von fünf auf jährlich acht Veranstaltungen, durch Einbeziehung renommierter Gastorchester wie der Wolgograder Philharmoniker und der Bochumer Symphoniker auch in der Bandbreite erweitert.
Im Jahr 1953 gründete Viktor Klossowsky die Hohnerklänge Marl e. V. (damals noch Harmonikaverein „Viktoria“), ein Akkordeonverein der bis heute existiert und regelmäßig Konzerte gibt, seit einigen Jahren mit Klossowsky im Ehrenvorsitz. Seit dem Gründungsjahr steht der Verein unter der Schirmherrschaft der Firma Hohner. Auch bei der Städtepartnerschaft Marl – Creil engagierten sich die Hohnerklänge in einer Partnerschaft mit dem Akkordeonclub Creil, der mittlerweile nicht mehr aktiv ist. Das Programm der größtenteils jungen Musiker präsentiert sich heute modern und breit gefächert.
1979 gründete Bernhard Dahlhaus die „Jugend-Bläser St. Josef“ an der gleichnamigen Kirchengemeinde im Stadtteil Drewer. Mit der Weiterentwicklung zum sinfonischen Blasorchesterrepertoire erfolgte 1994/96 die Umbenennung in „junges Blasorchester Marl“ (kurz: jBM) und die Gründung des gleichnamigen Vereins. Das jBM ist heute unter der Leitung von René Lankeit mit etwa 60 aktiven Musikern (Schüler, Studierende, Erwachsene) das größte seiner Art im Kreis Recklinghausen und wirkt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Aus seinen Reihen stammen auch die Mitglieder der jBM Big Band.
Von 1978 bis 2001 existierte die antifaschistisch geprägte Band Hass, eine der ersten Deutschpunkbands Deutschlands, in der Stadt.
The Multicoloured Shades (1984–1990) war eine der wenigen Neo-Psychedelic-Bands des deutschen Underground der 1980er Jahre, die einen Vertrag mit einem Major-Label (Virgin Records) bekam.
Virus D war eine überregional bekannte Deutschrockband von 1983 bis 2001.
Das HoT Hagenbusch, gewachsen zu einem Kulturzentrum, sorgt für mehrere Konzerte im Jahr. Organisiert von ehrenamtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird im HoT eine Lobby für junge und alte, schon bekannte Bands geboten. So gibt es das jährliche und überregional bekannte Ska in den Mai oder das Newcomer-Festival mit dem Tonstudio-Preis.
Theater Marl. Im Vordergrund die Skulptur La Tortuga von Wolf Vostell
Theater

Das Theater Marl (TM) an der Barkhausstraße wurde 1953 erbaut und gilt als ein kulturelles Zugpferd für Marl.
Es ist der zentrale Veranstaltungsort der Stadt Marl für Theater- und Konzertveranstaltungen. Das TM bietet seinem Publikum ein breitgefächertes Angebot auf hohem Niveau. Zunehmend hat sich das TM zu einem Haus mit überregionaler Ausstrahlung entwickelt, das Besucher aus dem ganzen Kreis Recklinghausen bzw. der Emscher-Lippe-Region und dem südlichen Münsterland anzieht. Auch einige Aufführungen der Ruhrfestspiele werden hier durchgeführt. Bei der Verleihung des Grimme-Preises wird das Theater Marl zum Treffpunkt der deutschen Fernsehprominenz. 1997/98 wurde das Theater aufwendig saniert.

Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Marl ist die Öffentliche Bibliothek in städtischer Trägerschaft. Sie hält aktuelle DVDs, CDs, Romane und Sachbücher für ihre Benutzer bereit. Die Zentralbibliothek, die Abteilung für die Erwachsenen, ist im Einkaufszentrum Marler Stern (Bergstr. 230) untergebracht. Die Kinder- und Jugendabteilung im gegenüber liegenden Türmchen, das ein Versuchsbau für die Rathaustürme war (Eduard-Weitsch-Weg 13). Bei einem Bestand von ca. 80.000 Büchern und Medien leihen die Benutzer ca. 225.000 Medien pro Jahr aus.
Seit August 2008 hat die Stadtbibliothek eine Internet-Zweigstelle zum Download von E-Books und anderen E-Medien.

Rathaustürme
Hochhaus „Goliath“ in der Marler Stadtmitte
Bauwerke und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Marl

Mit Beginn der 1960er Jahre wurde für die geografische Mitte der Stadt Marl ein neues, künstliches Zentrum (City) entworfen, das als einigendes Element der alten, sich ausbreitenden und verwachsenden Siedlungskerne der neuen Stadt Marl ein Gesicht und eine ordnende Struktur geben sollte:

Sehenswert ist das denkmalgeschützte Rathaus, das von den holländischen Architekten van den Broek und Jacob Bakema nach ihrem Sieg in einem internationalen Wettbewerb in den Jahren 1960 bis 1967 im neuen Zentrum der Stadt errichtet wurde. Im Sitzungstrakt, der mit einem weit tragenden Spannbeton-Faltwerk überdacht ist, befindet sich u. a. der Ratssaal. Darunter befindet sich das Skulpturenmuseum Der Glaskasten. Aus dem flachen Verwaltungstrakt ragen die Dezernatstürme hervor. Von zunächst geplanten drei bis vier Türmen wurden nur zwei realisiert. Die Geschossdecken der Türme sind über Stahlbeton-Hängestützen mit der oben liegenden Pilzdecke verbunden, von der die Lasten über einen Gebäudekern nach unten abgeleitet werden.
Nachdem aufgrund von Schadstoffuntersuchungen der krebserregende Stoff PCB im Gebäude gefunden wurde, eine Sanierung aber von der Stadt finanziell nicht getragen werden kann, wurde im Stadtrat über einen Abriss des Gebäudes diskutiert. Das Bauministerium NRW erklärte im Juni 2013 aber, dass das Gebäude als Denkmal zu erhalten sei.[31]

Das Luftkissendach des Einkaufszentrums Marler Stern steht im Guinness-Buch der Rekorde als das größte der Welt. Baulich angegliedert an die Ladenstraße des Stern ist die Volkshochschule Die Insel.

Um das Rathaus und das Einkaufszentrum herum wurden zueinander rechtwinklig mehrere Komplexe aus Scheibenhochhäusern (mit allerdings verschiedenen Fassaden) angeordnet. Drei dieser Hochhausketten sind noch vorhanden, der vierte, aus drei Einheiten bestehende und mit 17 Geschossen höchste Komplex (Goliath) wurde im August 2006 durch Sprengung abgebrochen.

Panorama auf die Stadtmitte mit Citysee, Rathaus, „Laubfrosch“, „Wohnen Ost“, EKZ Marler Stern und „Wohnen West“

Die geometrische Struktur des Ensembles im Sinne der damaligen Planer wird dadurch gestört; allerdings wurde der Abbruch der „Bausünde“ Goliath mit ihren 153 Wohnungen von den Marlern vielfach begrüßt. Nach dem Abriss des Hochhauskomplexes wurde auf dem Grundstück eine Filiale der Elektronikmarktkette Saturn errichtet.

Die City, der Stadtkern im engeren Sinne, wird vervollständigt durch den künstlich angelegten Weiher City-See, und wurde geplant als Teil einer autogerechten Stadt und zunächst angebunden und erschlossen durch verschiedene vierbahnige Autostraßen. Ein Teil dieser Straßen wurde und wird allerdings mittlerweile redimensioniert.

Um weitere Wohnhochhäuser im erweiterten Umfeld der City zu vermeiden, wurde das Konzept der Hügelhäuser (ab 1966) entwickelt, das in einem kompakten Gebäude Wohnungen mit großen Terrassen, im Erdgeschoss mit Gartenhöfen ermöglicht. Pkw-Abstellplätze befinden sich im Kern des Untergeschosses. Insgesamt wurden vier Hügelhäuser gebaut.

Bemerkenswert ist die Scharounschule Marl an der Westfalenstraße, die von dem Berliner Architekten Hans Scharoun (bekannt vor allem durch die Berliner Philharmonie) in den Jahren 1964 bis 1970 errichtet wurde. Der sehr zergliederte Bau erschließt sich nur durch eine Innenbesichtigung. Scharoun realisierte sein innovatives Konzept, das für Unter-, Mittel- und Oberstufe unterschiedliche räumliche Bedingungen vorsah, den Altersstufen entsprechend. Die Schule sollte nach Plänen der Stadt Marl aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2006 abgerissen oder als Altersheim genutzt werden. Nach einer Informationsveranstaltung des Bundes Deutscher Architekten erkannten die Politiker der Stadt den Wert ihres vernachlässigten Bauwerkes und beschlossen einen Aufschub. Die Schule soll Schule bleiben. Seit März 2007 ist die Musikschule der Stadt Marl in der Scharounschule zusammengezogen. Die idealen Möglichkeiten des Gebäudes bieten der Musikschule neue Probemöglichkeiten mit der Aula. Seit dem Schuljahr 2016/2017 ist die Aloysius-Grundschule ebenfalls in das Gebäude gezogen.[32]

Rathaus und Stadtpark

Kunstskulptur am Citysee

Hügelhaus im Kreuzviertel

Hochhaus „Wohnen West“

Bereitschaftssiedlung und ECA-Siedlung
Bereitschaftssiedlung, Hiberniastraße

Der Bedarf an werksnahem Wohnraum für die ab 1938 bei Gründung der Chemischen Werke Hüls zahlreich aus anderen Chemiestädten zugezogenen Facharbeiter, Meister und leitenden Angestellten wurde durch die südlich an das Werksgelände angrenzende Bereitschaftssiedlung gedeckt. Der Architekt des IG-Farben-Stammwerkes Clemens Anders verwirklichte das Projekt im traditionalistischen Stil der Stuttgarter Schule. Ein anderes Beispiel für den (im Gegensatz zur Bauhausarchitektur) klassisch-konservativen Wohnungsbaustil ist die Kochenhofsiedlung in Stuttgart.

Obwohl Arbeiter und höhere Angestellte bei Betriebsstörungen etwa den gleichen kurzen Weg zum Werk hatten, blieben ihre Wohnungen in der Siedlung streng voneinander getrennt. Den Arbeitern waren Wohnungen von 55-75 Quadratmetern Wfl. im östlichen Siedlungsteil, den Meistern und qualifizierten Facharbeitern Doppelhaushälften von etwa 100 Quadratmetern Wfl. im zentralen Siedlungsbereich (51° 40′ 19″ N, 7° 6′ 22″ O51.6719967.106137) um die Hiberniastraße und Bitterfelder Straße zugewiesen. Leitende Angestellte wohnten im Westen und Süden in deutlich größeren und repräsentativen Häusern, zum Beispiel in der Ludwigshafener Straße. Im Jahre 1943 waren in der Bereitschaftssiedlung und zwei weiteren Arbeitersiedlungen in Marl 1200 Wohnungen entstanden.
Typisch für den kriegswichtigen Standort, der im Jahre 1943 einem sehr schweren Bombenangriff der Alliierten ausgesetzt war, sind die noch heute über das gesamte Siedlungsgebiet verteilten Splitterschutzbunker. Die Häuser hatten außerdem stabile Schutzräume mit Gasschleusen im Keller, die Doppelhäuser waren über das Kellergeschoss durch Fluchttüren miteinander verbunden. Noch heute kann man an einigen Häusern die Hinweispfeile zu den Kellerschutzräumen erkennen.

Fünf Häuser der Bereitschaftssiedlung in der Ludwigshafener, Oppauer und Uerdinger Straße sowie das Gesamtbild der Siedlung stehen unter Denkmalschutz. Viele der Häuser sind mittlerweile in Privatbesitz.

An der Route der Industriekultur liegen sowohl der Chemiepark Marl als auch die Bereitschaftssiedlung.[33]
[34]

Zur Behebung der großen Wohnungsnot nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten in den westlichen Teil Deutschlands wurden im Rahmen und mit Mitteln des Marshallplanes Anfang der 1950er Jahre in Marl-Brassert die sogenannte ECA-Siedlung gebaut.
Die Finanzierung lief zunächst über die 1948 eingerichtete US-amerikanische Economic Cooperation Administration (ECA) ab 1951 über die Mutual Security Agency (MSA). Als Vorgabe forderten die Planer, Kleinwohnungen zu einem Festpreis möglichst billig zu errichten; der soziale Wohnungsbau sollte gefördert werden. Im Jahr 1951 wurde vom Bundeswohnungsbauministerium ein ECA-Realisierungs-Wettbewerb für Architekten und Baufirmen ausgelobt. Die im Anschluss daran gebaute Siedlung trägt auch heute noch den Namen ECA-Siedlung.

Ortsteil Hüls
Hüls’ Zentrum an der Victoriastraße

Im Ortsteil Hüls findet man auf der Hülsstraße die alte Einkaufszone der Stadt, die bis zum Bau des Marler Sterns der Kern Marls war. Die Fassaden sind im Stil des 19. Jahrhunderts gehalten, jedoch sieht man sie aufgrund einer Glasüberdachung, die vor Regen schützen soll, kaum im Detail.

Im Bereich Hüls-Süd, angeschlossen an das Naturschutzgebiet Loemühlenbach, befindet sich die historische Wassermühle Loemühle. Sie wird als Hotel-Restaurant genutzt.[35]
Die dazugehörende Kornkammer ist ein besonderes Gebäude, in dem Heiratswillige ihr Ja-Wort geben können. Ebenfalls lädt die Kornkammer zu gemütlichen Zusammenkünften ein.

Im Jahre 1925 wurde in der Nähe der Zeche Auguste Victoria ein Blei-, Zink- und Erzlager entdeckt. Zur Förderung dieser Stoffe wurde daraufhin 1926 ein Erzschacht in 806 Meter Tiefe gebaut. Der Förderturm ist das erste ummantelte Gerüst der Bauart Koepe. Nach Fertigstellung wurden ab 1936 fünf Millionen Tonnen Roherz, Zink und Silber gefördert. Der Schacht wurde bis 1962 benutzt und schließlich stillgelegt, als der Abbau durch fallende Erzpreise nicht mehr rentabel erschien.
1999 wurde der Schacht verfüllt. Heute sind der Förderturm und das Maschinenhaus als Industriedenkmal und Wahrzeichen von Marl-Drewer erhalten und werden vom Heimatverein betreut. Ein kleines Bergbaumuseum befindet sich ebenfalls dort.

Im Stadtteil Hüls liegt gegenüber dem Jahnstadion der Park Gänsebrink.

Ortsteil Alt-Marl

Im Stadtteil Alt-Marl befindet sich an der Recklinghäuser Straße die Alte Windmühle. Zusammen mit der Wassermühle am Volkspark ist es ein Relikt der landwirtschaftlichen Stadtgeschichte Marls.
Die Windmühle begann ihren Betrieb im Jahre 1850. Zu diesem Zeitpunkt war Marl noch ein Heidedorf mit 1800 Einwohnern. Da die Wassermühle oft Ausfälle durch Wassermangel hatte, konnte der Engpass beim Getreidemahlen durch die neue Windmühle beseitigt werden. Im Jahre 1911 wurde in die Mühle ein Saugmotor eingebaut, so dass es möglich wurde, auch bei Windstille die Mühle in Betrieb zu nehmen. Die Flügel der Mühle, die an einer drehbaren Kappe befestigt waren, wurden im Jahre 1935 abgebaut und durch einen Dieselmotor ersetzt. Der Mahlbetrieb wurde jedoch nur noch kurz fortgesetzt und die Mühle diente nach Abriss der drehbaren Kappe nur noch als Lagerraum.
Nach einer aufwendigen Renovierung durch den Heimatverein im Jahre 2001 konnte die Mühle vor dem Verfall gerettet werden.

Im Stadtteil Alt-Marl befindet sich angrenzend an das Guido-Heiland-Freibad der Volkspark, dessen Teiche vor einigen Jahren naturnah ausgebaut wurden.

Außerdem wird die Bauerschaft Steinernkreuz (mit Linde) im weiteren Sinne zu Alt-Marl gezählt. Die Bauerschaft wird auch heute noch hauptsächlich von Agrar- und Landwirtschaft geprägt.

Filmstadt Marl

In Marl wurden folgende Filme gedreht:

Das Wunder des Malachias (1961), Film von Bernhard Wicki mit Pinkas Braun, Senta Berger und Günter Pfitzmann, Industrieszenen wurden im Chemiepark Marl gedreht.
Die Hupe – Eine Schülerzeitung (1969), 13-teilige Vorabendserie des WDR mit Thomas Fritsch und Suzanne Doucet (Drehort: Albert-Schweitzer- und Geschwister-Scholl-Gymnasium)
Tour de Ruhr (1981), sechsteilige Ruhrgebietsserie von Elke Heidenreich (Drehort in einem Teil: Hotel Loemühle)
Super (1983) Spielfilm von Adolf Winkelmann mit Udo Lindenberg, Tana Schanzara und anderen (Drehort: Halde Brinkfortsheide)
Ein Tick anders (2011), Komödie von Andi Rogenhagen
Tatort: Schwerelos (2015) aus Dortmund mit Jörg Hartmann. Es wurden Szenen auf dem Flugplatz Marl-Loemühle gedreht.
Kundschafter des Friedens (Film) (2016), ZDF-Kino-Koproduktion. Im Film dient das Rathaus als Kulisse für ein Luxushotel in den 70er Jahren

Über Marl wurden folgende Filme gedreht:

Marl – Eine Großstadt der Zukunft (1958) Dokumentation von Hans-Joachim Friedrichs[36]
Marl – Versuch einer Stadt (1964) Dokumentation über die Planungen aus Marl eine Großstadt zu machen von Peter Lilienthal
Versuch einer Stadt – 50. Verleihung des Grimme-Preises (2014) Dokumentation über die Geschichte des deutschen Fernsehens und der Stadt Marl
NRW von oben (2014), Dokumentation des WDR über Nordrhein-Westfalen aus der Luft. Es wurden Sequenzen über das Rathaus, den Marler Stern, die Innenstadt, die Hügelhäuser und den Chemiepark Marl gedreht
Es werde Stadt (2014), Dokumentation von Dominik Graf über den Grimme-Preis und seine Verzweigung mit der Geschichte der Stadt Marl.
Sport
Schwimmen
SG SSF Marl-Hüls [37]
Badminton
VfL Hüls
1. Federball Club Marl e. V. 1957 (Badminton Oberliga 1965-68, 1969-73, 1978-82, 2000-03)
Billard
Billardsportverein Marl 1989 e. V.
Fallschirmspringen
Verein für Fallschirmsport Marl e. V., CF-Weltrekord 2005 und 2007
Fußball
TSV Marl-Hüls, Deutscher Amateur-Meister 1954
VfB Hüls, Meister in der Fußball-Oberliga Westfalen im Jahre 2000
Spielvereinigung Marl, 1987 Meister der Nordstaffel der Verbandsliga
SC Marl-Hamm 46/79 e. V.
Baseball
Marler Sly-Dogs
Handball
VfL Hüls
Volleyball
VC Marl
Basketball
Marler BC ´94
Schach
SG Drewer 54
Tauchen
VfL Hüls (Taucherclub Orcas)
Tennis
TC Marl 33
Wintersport
Skizunft-Marl e. V.[38]
Regelmäßige Veranstaltungen
Straßenfest im Ortsteil Brassert (vier Tage im Mai)
Weinfeste in Hüls (Mai) und Alt-Marl (August)
Volksparkfest (3. Oktober)
Seefest rund um den Citysee am Rathaus (Oktober)
Abrahamsfest der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft CIAG Marl und der Martin-Luther-King Schule, jährlich im Oktober
Kulturfest in Marl-Sinsen, im evangelischen Gemeindezentrum an der Goldregenstraße (3 Tage im Spätherbst), Veranstalter ist der Kulturverein SINSENER ART e. V.
Gemeinschaftsschau des Rassekaninchenvereins W 315 und des Rassegeflügelzuchtvereins RGZV Marl Steinernkreuz 1959 (Anfang November) in der Taubeneinsatzhalle in Marl-Brassert auf der Brassertstraße
Martinsmarkt in Marl-Hamm (November)
Kreisverbandsschau der Geflügel- und Taubenzüchter in der Grubenausbauwerkstatt, Zeche AV Marl (Ende November)
Weihnachtsmarkt in Polsum (Dezember)
Vorausscheidungsturnier zur deutschen Brettspielmeisterschaft und das Marler Brettspielturnier mit dem begehrten Wanderpokal: dem Marler Pöppel
Frentroper Schützenfest (jedes zweite Jahr im Juni)
Persönlichkeiten
Töchter und Söhne der Stadt
Rolf Abrahamsohn (* 1925), Überlebender des Holocaust und Ehrenbürger des Kreises Recklinghausen
Christian Ahlmann (* 1974), Bronze-Medaillengewinner Olympia (2004) und Doppel-Europameister (2003) im Springreiten
Norbert Altenkamp (* 1972), Politiker (CDU), Bürgermeister von Bad Soden am Taunus
Werner Arndt (* 1960), Bürgermeister von Marl
Oğuzhan Aydoğan (* 1997), Fußballspieler
Pete Barany (1960–2002), Sänger der Multicoloured Shades
Karsten Braasch (* 1967), Tennisspieler, Mitglied des deutschen Daviscup-Teams
DJ Moguai, mit bürgerlichem Namen Andre Tegeler, DJ und Moderator bei MTV und VIVA, macht bei 1LIVE zusammen mit seinen Kollegen Westbam und Paul van Dyk Samstagabends 1 LIVE Rocker
Torsten C. Fischer (* 1963) Regisseur mehrerer „Tatort“ Folgen und Drehbuchautor
Phil Fuldner (* 1973), DJ und Musikproduzent
Michael Groß (* 1956), deutscher Politiker, MdB
Heinz van Haaren (* 1940), DFB-Fußballpokalsieger 1972 mit FC Schalke 04 und Beteiligter am Bundesligabestechungsskandal 1972
Emil Bert Hartwig (1907–1996), Maler
Anna Hepp (* 1977), Nachwuchs-Dokumentarfilmerin und Fotografin
Stephan Hollstein (* 1966), Musiker, Musikproduzent, Sänger
Andreas Homoki (* 1960), Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper in Berlin
Tim Hoogland (* 1985), Fußballspieler (1. FSV Mainz 05, FC Schalke 04, VfL Bochum)
Hans-Georg Huber (* 1952), Business-Coach, Führungskräfte-Trainer, Prozessbegleiter und Autor.
Gerhard Hunsmann (* 1943), Mediziner
Marco Kloss (* 1973), Schlagersänger
Karin Kneffel (* 1957), Künstlerin
Chris Kramer (* 1970), Bluesmusiker
Peter Kruck (* 1965), Schriftsteller und Medienwissenschaftler
Hans Kruppa (* 1952), Schriftsteller
Marc Andre Matten (* 1978), Sinologe
Barbara Meisner (* 1964), Künstlerin, Förderpreisträgerin der Stadt Düsseldorf
Jürgen Mikol (* 1942), Schauspieler, u. a. als Opa Pläte in Alles Atze
Peter Neururer (* 1955), Fußballtrainer, u. a. Trainer beim FC Schalke 04, 1. FC Köln, VfL Bochum und bei Hannover 96
Winfried Oelsner (* 1972), Regisseur und Schriftsteller
Franz-Josef Overbeck (* 1964), Bischof von Essen
Beate Peters (* 1959), Bronzemedaillengewinnerin bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1987 im Speerwerfen
Matthias Pintscher (* 1971), Komponist und Dirigent
Philipp Pöter (* 1986), Handballspieler
Claudius Reimann (* 1969), Saxofonist, hat 1990 die Erzieherausbildung am Hans-Böckler-Berufskolleg Marl/Haltern abgeschlossen. Hat Kultur-Aktionen mit Norbert Kühne realisiert.
Frank Sandmann (* 1966), Schauspieler, Moderator und Autor
Gertrud Schäfer (* 1944), Deutsche Meisterin im Kugelstoßen 1966 und Olympiateilnehmerin 1968, Trainerin der Leichtathletinnen Sabine Braun und Beate Peters
Wolfgang Schmitz (1934–2017), Künstler und ehemaliger Professor an der Kunsthochschule Bremen
Mathias Schober (* 1976), Torwart des FC Schalke 04
Simone Sombecki (* 1973), TV-Moderatorin und Schauspielerin
Kishor Sridhar (* 1972), Managementberater und Buchautor
Henrik Weßel (* 1985), Volleyball- und Beachvolleyballspieler
Christian Wetklo (* 1980), Torwart (1. FSV Mainz 05, FC Schalke 04)
Margarete Wiggen (1923–1999), Bilderhauerin, fertigte, u. a. Brunnen und Skulpturen aus Bronze
Oliver Wittke (* 1966), ehemaliger Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
Sönke Wortmann (* 1959), Regisseur, u. a. Das Wunder von Bern, Deutschland. Ein Sommermärchen und Die Päpstin
Reinhold Wosab (* 1938), Bundesligaspieler von Borussia Dortmund und VfL Bochum, Europapokalsieger der Pokalsieger
Personen, die in der Stadt gewirkt haben
Ingo Anderbrügge, Fußball-UEFA-Pokal-Sieger 1997, Betreiber einer Fußballschule in Marl
Heinrich Breloer, Filmregisseur, Grimme-Preisträger (Die Manns – Ein Jahrhundertroman, Speer und Er)
Yul Brynner, Filmschauspieler, UNO-Vertreter (UNESCO), 3. Januar 1960, Begleitung des neuen Baus einer Siedlung für ungarische Mitbürger und Angehörige der „Philharmonia Hungarica“, 74 WE an der Brüderstraße.
Rudi Gutendorf, Fußballbundesligatrainer und mehrfacher Nationaltrainer, Trainer beim TSV-Marl-Hüls (1962/1963)
Ulrich Hänel, ehemaliger Feldhockey-Nationalspieler, zweifacher olympischer Silbermedaillengewinner, lernte in Marl das Hockeyspielen
Maria Jacobi, Bundestagsabgeordnete von 1961 bis 1972 und Vorsitzende des Petitionsausschusses
Fritz Kaßmann, bis 1970 Minister in NRW, von 1952 bis 1955 Amts- und Stadtdirektor in Marl
Hans Kröner, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Fresenius AG, zuvor bei den BUNA-Werken in Marl beschäftigt
Norbert Kühne, deutscher Schriftsteller, lebt seit 1973 in Marl und veröffentlicht u. a. unter dem Pseudonym Ossip Ottersleben
Günther Marschall, Architekt und Erbauer der neuen Stadtmitte Marls und anderer öffentlicher Gebäude in der Stadt
Jürgen Möllemann, Bundesminister und Vizekanzler, langjähriges aktives Mitglied des Vereins für Fallschirmsport Marl
Hermann Moog, Maler, gründete 1950 in Marl die erste Kinder-Malschule Deutschlands (Malschule „Insel“).
Herman Prigann, deutscher Umwelt- und Landschaftskünstler, erstellte das Landschaftskunst-Projekt „Wasserstände“ im Stadtteil Sickingmühle
Ernst Oldenburg, deutscher Maler und Bildhauer des Expressionismus, hatte 1954 ein Atelier in Marl.
Hartmut Riemenschneider, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden; seit 1998 Baptistenpastor an der Marler Friedenskirche
Andi Rogenhagen, Filmregisseur und Drehbuchautor
Wolfgang Sauer, blinder Schlagersänger, moderiert seit 2007 den Patientenfunk der Paracelsus-Klinik
Hans Scharoun, Architekt und Erbauer der Scharoun-Schule
Walter Schlempp, Architekt und Erbauer der Paracelsus-Klinik Marl
Artur Schmidt, Deutscher Meister im Boxen 2006 und Militärweltmeister 2006, boxt für den VfB Hüls
Herbert Somplatzki, Schriftsteller, arbeitete elf Jahre auf der Zeche Auguste Victoria
Dagmar Spengler, Solocellistin der Staatskapelle Weimar, Schülerin der Marler Musikschule
Emil Steffan, Kirchenarchitekt und Erbauer der Marler Kirche St. Konrad
Paul Stein, langjähriger Generaldirektor der Zeche Auguste Victoria und Finanzier der NSDAP und federführend im Verwaltungsrat der I.G. Farben
Hans-Christian Ströbele, Rechtsanwalt und Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, lebte bis zum Studium in Marl
Heinrich Tenhumberg, Bischof von Münster und zuvor Industrieseelsorger in Marl
Lisa Thomsen, Volleyball-Nationalspielerin und Deutsche Volleyballmeisterin 2011, begann ihre Karriere beim VC Marl
Hans Tietmeyer, von 1993 bis 1999 Präsident der Deutschen Bundesbank, arbeitete 1954 auf der Zeche Auguste Victoria
Leni Timmermann, geboren als Helene Pahlenberg, war eine deutsche Pianistin, Klavierpädagogin, Chorleiterin, Gesangspädagogin, Komponistin und Autorin, ist in Marl-Hüls aufgewachsen.
Werner Weinhold, ehemaliger NVA-Soldat und deutschlandweit bekannt gewordener Straftäter
Träger der Stadtplakette

Personen, die sich durch ihr Wirken um die Stadt Marl verdient gemacht haben, werden vom Stadtrat mit der Stadtplakette geehrt, der höchsten Auszeichnung, die in Marl verliehen wird.

Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Baumann (1897–1967), Vorstandsvorsitzender der Chemischen Werke Hüls
Dr. med. Martin Ludwig (* 1908), Chefarzt in der Paracelsus-Klinik Marl
Dr. jur. Helmut Seume (1906–1991), Vorstandsvorsitzender der Zeche Auguste Victoria
Dr. phil. Ernst Immel (1910–1978), Bürgermeister
Prof. Dr. Bert Donnepp (1914–1995), Leiter der Marler Volkshochschule
Günther Eckerland (1919–1998), Bürgermeister
Heinrich Bücker (* 1936), Pastor und Dechant
Franz Emschermann (1919–2008), Bürgermeister von Polsum
Josef Kind (1924–2010), Arbeitsdirektor der Zeche Auguste Victoria
Hermann Richarz (1911–2007), Vorsitzender der IG Chemie
Lothar Hentschel (1930–1999), Bürgermeister
Gisela Bueren (1925–2013), Mitglied des Rates der Stadt
Lord Yehudi Menuhin (1916–1999), Violinist
Julie Kolb (1912–2009), langjährige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Marl
Hans-Josef Overbeck (1930–2011), Kreislandwirt und langjähriger Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank Marl
Hubert Schulte-Kemper (* 1946), Bankdirektor, Unternehmer und langjähriges Ratsmitglied (CDU)
Gisela Brauckmann (* 1929), langjähriges Ratsmitglied (SPD)
Literatur
Vestische Zeitschrift, seit 1891
Hartmut Dreier, Roland Günter, Manfred Walz Hgg.: Marl. Industriestadt eigener Art: Neuer Aufbruch mit Natur und Kultur. Reihe: Einmischen und Mitgestalten, 23, Hg. Deutscher Werkbund NRW. Klartext Verlag, Essen 2014 ISBN 3-8375-1365-3
Ulrich Brack (Hrsg.): Herrschaft und Verfolgung. Marl im Nationalsozialismus. 3. üb. Auflage. Klartext, Essen 2011 ISBN 978-3-8375-0541-2.
Norbert Kühne (Hrsg.): 90 Jahre Hans-Böckler-Kollegschule Marl 1906–1996
Norbert Kühne (Hrsg.): Individuelles Lernen wird an Bedeutung gewinnen – 100 Jahre Hans-Böckler-Berufskolleg Marl – Haltern. 2006
Der Kreis Recklinghausen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 3-8062-0183-8.
Paul Derks: Der Siedlungsname Sinsen. Hrsg.: Kulturverein SINSENER ART (Norbert Kühne), Zeichnungen: Dorothea Skolik-Niehues, Fotos: Heinz-Peter Langholz, Marl 2003 (einzusehen im Stadtarchiv).
Helmut Madynski: Das alte Marl. Fels Verlag, Marl 1985, ISBN 3-925409-00-9.
Helmut Madynski: Chronik der Zeche Auguste Victoria. Marl 1997
Gewerkschaft Auguste Victoria (Hrsg.): Das AV Buch: Gewerkschaft, Auguste Victoria. Geschichte, Berichte, Geschichten. Marl 1997 ISBN 978-3-921052-59-4
Klaus Mohr: „Sowas passiert in Deutschland nicht.“ Jüdische Menschen in Marl. Klartext, Essen 2012, ISBN 978-3-8375-0697-6.
Joseph Schnetz: Das Lar-Problem. I.M. Richter’s kgl.Bayer. Hofbuchdruckerei, Würzburg 1913, DNB 365076481, S. 59.
Heinrich Dittmaier: Die (H)Lar-Namen. Böhlau-Verlag, Köln 1963 DNB 450956512, S. 45
Norbert Schüpp: Von Dörfern zur Stadt. Inaugural-Dissertation. Rudolf Stehle, Düsseldorf 1963, DNB 481297715, S. 2, Fußnote 1
Heinrich Schäpers: Bilder aus der Geschichte Marls. Eigenverlag, Marl 1966, DNB 740850148, S. 64
Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. elektr. Ausgabe der Erstbearbeitung: Der Digitale Grimm. Verlag Zweitausendeins, 2004, ISBN 3-86150-628-9
Westfälisches Museum für Archäologie: Hinter Schloss und Riegel. Burgen und Befestigungen in NRW, 1998, S. 145, u. a. Foto des Wallschnitt’s, ISBN 3-925608-42-7
Karl Brandt: Frühgeschichtliche Bodenforschungen im mittleren Ruhrgebiet. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 1952, DNB 450587754
Heinrich Lowinski: Städtebildung in industriellen Entwicklungsräumen. Untersucht am Beispiel der Stadt und des Amtes Marl. Inaugural-Dissertation, Münster 1962. Bongers, Recklinghausen 1964, DNB 453088740, S. 310, Fußnote 4.
Weblinks
 Commons: Marl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Website der Stadt Marl
Stadtarchiv Marl
Urkundenregesten aus dem Stadtarchiv Marl / Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (DWUD)
Route Industriekultur :Bereitschaftssiedlung der Chemischen Werke Hüls
Route Industriekultur :Chemiepark Marl
Linkkatalog zum Thema Marl bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Marl im Kulturatlas Westfalen