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Geschichte
Metzingen

Auf dem Gebiet des heutigen Metzingens befand sich ein römischer Vicus, dessen Reste am Ermsufer in den Fluren Auf Mauren, Roih und Baumgartenwasen gefunden wurden. Der Name dieser Siedlung kann durch einen Inschriftenfund als Vicus Armis(s)ium erschlossen werden. Die Inschrift erwähnt Tempelgenossen von der Erms (confanesses armisses[4], zu lesen als confanenses armis(s)enses)[5]. Der Vicus ging mit dem sog. Limesfall unter, die Besiedlung Metzingens in der Völkerwanderungszeit ist unklar.

Das mittelalterliche Metzingen wird 1075 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und geht 1089 zur Hälfte an die Grafen von Grüningen. 1317 geht Metzingen an die Grafen von Württemberg. 1489 macht Graf Eberhard im Bart Metzingen zum Sitz eines Unteramts innerhalb des Oberamts Urach. 1562 wird das Rathaus gebaut. Durch das milde Klima wird in Metzingen Wein angebaut, was um 1600 zu einer raschen Vermehrung des Wohlstands führt. Im Dreißigjährigen Krieg wird Metzingen stark zerstört, kurze Zeit später kommt es zum Ausbruch der Pest, bei dem zwei Drittel der Bevölkerung sterben. Von 1635 bis 1648 ist das Dorf – mit kurzen Unterbrechungen – Teil der Pfandschaft Achalm und damit vorderösterreichisch. Erst mit dem Westfälischen Frieden kommt Metzingen an Württemberg zurück.[6]

Rathaus von 1668

Nach 1700 siedeln sich die ersten Textil- und Gerberbetriebe in Metzingen an. Durch die Industrialisierung kommt es um 1800 zu einem raschen Bevölkerungswachstum. 1820/24 werden die ersten Textilfabriken in Metzingen gebaut.

Erst 1831 verleiht König Wilhelm I. auf Bitten der Zunftvorsteher die Stadtrechte an Metzingen. 1859 wird Metzingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was zu einem Aufschwung der lokalen Wirtschaft führt. Bei der Kreisreform 1938 wird der Landkreis Urach aufgelöst. Metzingen kommt zum Landkreis Reutlingen. Ab 1945 gehörte die Stadt zum Land Württemberg-Hohenzollern und ab 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern.

Bei der Gebietsreform der 1970er Jahre wurden die Nachbarorte Neuhausen an der Erms am 1. April 1971 und Glems am 1. Januar 1975 eingemeindet.[7] Damit erhielt das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung. Die Einwohnerzahl Metzingens überschritt 1990 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1990 beschloss.

Glems

Das am Albtrauf gelegene Dorf Glems wurde 1254 als „villa Glems“ erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich war es eine Tochtersiedlung des benachbarten Dettingen an der Erms und gehörte zunächst zur Grafschaft Urach. Kurze Zeit später kam es an die Grafen von Württemberg und gehörte zum Unteramt Dettingen innerhalb des Amtes bzw. Oberamtes Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Neuhausen

Neuhausen wurde 1089 als „Niuwinhusin“ erstmals erwähnt. Damals schenkten die Brüder Graf Kuno und Liutold von Achalm Teile des Ortes als Gründungsausstattung an das Kloster Zwiefalten. 1431 verkaufte auch Heinrich Truchseß zu Neuhausen seinen Besitz dem Kloster, das somit das Gericht und die Vogtei über das Dorf innehatte. Im 15. Jahrhundert fasste allmählich Württemberg Fuß im Ort, doch blieben Vogtei und Obrigkeit weiterhin beim Kloster. Erst 1750 ging die Herrschaft auf Württemberg über, als das Kloster Zwiefalten zum Erwerb der Reichsunmittelbarkeit das Dorf neben anderen Besitzungen an Herzog Karl Eugen von Württemberg verkaufte. Danach gehörte Neuhausen zum Oberamt Urach. 1938 kam der Ort zum Landkreis Reutlingen.

Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung von Metzingen von 1383 bis 2015

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1383 150
1470 1.230
1598 2.030
1661 1.196
1763 2.214
1803 3.146
1849 4.371
1861 4.318
1. Dezember 1871 ¹ 4.706
1. Dezember 1880 ¹ 5.360
1. Dezember 1900 ¹ 5.460
1. Dezember 1910 ¹ 6.337
16. Juni 1925 ¹ 6.587
16. Juni 1933 ¹ 7.041
Jahr Einwohner
17. Mai 1939 ¹ 7.752
13. September 1950 ¹ 9.660
6. Juni 1961 ¹ 11.819
27. Mai 1970 ¹ 14.475
31. Dezember 1975 19.224
31. Dezember 1980 19.473
25. Mai 1987 ¹ 19.468
31. Dezember 1990 20.754
31. Dezember 1995 21.447
31. Dezember 2000 21.679
31. Dezember 2005 21.983
31. Dezember 2010 22.035
31. Dezember 2015 21.612

¹ Volkszählungsergebnis

Religionen
Martinskirche
Evangelische Kirche

Metzingen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „circa Alpes“, Landkapitel Urach-Reutlingen unterstellt. Infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde im Ort 1537 die Reformation eingeführt. Danach war Metzingen über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch. Die evangelische Martinskirche wurde um 1500 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Im 15. Jahrhundert gab es ferner zwei Kapellen Zu Unserer Lieben Frau zu der Ruh und St. Bernhard. Eine Pfarrkirche St. Florinus stand auf dem gleichnamigen Berg, die jedoch bald nach 1482, als die Pfarrei mit der Schlosskapelle Tübingen vereinigt worden war, abgetragen wurde.

Die Kirchengemeinde Metzingen wuchs durch Zuzug nach dem Zweiten Weltkrieg stark an. So wurde 1960 die Friedenskirche erbaut, die 1965 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine weitere Pfarrei entstand in Neugreuth 1971. Die drei Kirchengemeinden bilden heute die Gesamtkirchengemeinde Metzingen.

Auch in Glems wurde infolge der Zugehörigkeit des Ortes zu Württemberg die Reformation eingeführt. Bis 1518 hatte der Ort kirchlich noch zu Dettingen gehört, dann wurde er vorübergehend eigene Pfarrei, die jedoch kurz nach der Reformation wieder aufgehoben wurde. Danach wurde der Ort der neu eingerichteten Pfarrei Neuhausen zugeteilt. Der Ort erhielt 1762 eine Kapelle, die später zur Kirche erweitert wurde.

In Neuhausen an der Erms wurde ebenfalls die Reformation eingeführt. Kirchlich gehörte der Ort zu Dettingen. Eine Kapelle Zu Unserer Lieben Frau wird jedoch bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Nach der Reformation wurde Neuhausen Sitz einer eigenen Pfarrei, die auch den Nachbarort Glems betreute. Die alte Marienkapelle wurde um 1570 zur Pfarrkirche ausgebaut und den 12 Aposteln geweiht. Weitere Umbaumaßnahmen wurden 1754 vorgenommen.

Die heutigen Kirchengemeinden im Metzinger Stadtgebiet (Martinsgemeinde, Friedenskirchengemeinde, Neugreuth, Glems und Neuhausen) gehören heute zum Dekanat Bad Urach der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Römisch-katholische Kirche

Im 19. Jahrhundert zogen vermehrt Katholiken nach Metzingen. Im Jahr 1860 gab es in Metzingen 100 Katholiken. Die Gemeinde konnte 1881 ihr eigenes Kirchlein St. Bonifatius bauen. 1909 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Das kleine Kirchlein, das dort stand, wo heute das Outletviertel ist, war inzwischen viel zu klein und wurde 1959 durch einen Neubau im Neubaugebiet Ösch ersetzt. Das alte Kirchlein musste einer Straße weichen und wurde 1964 abgerissen. Es ist davon nur noch das alte Turmkreuz übrig und zwei Kirchenfenster der Heiligen Petrus und Paulus, die im katholischen Gemeindehaus Peter und Paul in Grafenberg eingebaut wurden. Zur Kirchengemeinde St. Bonifatius mit ihren ca. 6.200 Gemeindemitgliedern gehören auch die Katholiken der Metzinger Ortsteile Glems und Neuhausen sowie die in den beiden Kommunen Riederich und Grafenberg. Sie gehört zum Dekanat Reutlingen-Zwiefalten des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Evangelische Freikirchen

Auch verschiedene Freikirchen sind in Metzingen mit eigenen Gemeinden vertreten. Hierzu gehören eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-methodistische Kirche, eine Freie Evangelische Versammlung sowie eine Unabhängige Baptistengemeinde.

Neuapostolische Kirche

Eine Gemeinde der „Neuapostolischen Kirche“, KdöR, gibt es in der Chr.-Völter-Str. 25.

Weitere Religionsgemeinschaften

Darüber hinaus sind auch die Zeugen Jehovas mit zwei Versammlungen, vertreten.

Politik
Verwaltungsgemeinschaft

Zwischen der Stadt Metzingen und den Gemeinden Riederich und Grafenberg besteht seit 1. Juli 1975 eine Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Metzingen hat 24 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009

Kommunalwahl 2014

 %3020100

29,5 %29,1 %15,8 %13,5 %12,1 %

CDUFWGrüneSPDFDP
Gewinne und Verluste

im Vergleich zu 2009
 %p   4   2   0  -2  -4

+2,5 %p
+0,9 %p-0,7 %p-0,7 %p-1,9 %p
CDUFWGrüneSPDFDP

CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,5 7 27,0 7
FW Freie Wählervereinigung 29,1 7 28,2 8
GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 15,8 4 16,5 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,5 3 14,2 4
FDP Freie Demokratische Partei 12,1 3 14,0 3
gesamt 100,0 24 100,0 26
Wahlbeteiligung 43,5 % 45,7 %

Seit 2000 hat Metzingen einen Jugendgemeinderat mit aktuell 18 Mitgliedern.

Bürgermeister

An der Spitze der Gemeinde Metzingen stand zunächst der von der Herrschaft eingesetzte Schultheiß. Im 15. Jahrhundert wurde der Schultheiß mehr und mehr vom Beamten des Amtes Urach verdrängt. Im 19. Jahrhundert gab es dann einen Schultheiß. Ab 1934 wurde das Stadtoberhaupt als Bürgermeister bezeichnet und seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1990 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird heute für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die Amtszeit von Dieter Hauswirth hätte regulär am 30. Juni 2015 geendet. Am 31. August 2008 jedoch kündigte Hauswirth nach einem Bürgerentscheid, der einen weiteren Logistikbau der in Metzingen ansässigen Firma Hugo Boss AG untersagte, seinen Rücktritt zum Jahresende an.[8] Am 8. Februar 2009 wurde Ulrich Fiedler mit 93 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 40,9 Prozent im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister gewählt.[9]

1804–1822: Christian Friedrich Kuhorst
1822–1837: Georg Friedrich Gußmann
1837–1864: Jakob Michael Beck
1864–1878: Christian Hess
1878–1910: Friedrich Caspar
1910–1934: Wilhelm Carl
1934–1937: Ernst Neuhaus
1938–1946: Otto Dipper
1946–1949: Gottlob Prechtl
1949–1955: Willi Schmid
1955–1961: Otto Dipper
1961–1983: Eduard Kahl
1983–1999: Gotthard Herzig
1999–2008: Dieter Hauswirth
seit 2009: Ulrich Fiedler

Wappen

Das Wappen der Stadt Metzingen zeigt unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze liegende Hirschstange, in Silber einen grünen Kohlkopf. Die Stadtflagge ist blau-weiß.

Das Wappen wurde der Gemeinde durch Herzog Johann Friedrich von Württemberg 1616 verliehen. Die Hirschstangen symbolisieren die Zugehörigkeit zu Württemberg. Der Kohlkopf wurde schon zuvor in einem Signet des Gerichts und der Heimbürgen geführt. Die Herkunft ist jedoch nicht bekannt. Die Flagge wurde im 19. Jahrhundert eingeführt.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden

Datum der Eingemeindung

Glems
 
Neuhausen
an der Erms
1. Januar 1975 1. April 1971

Städtepartnerschaften

Metzingen unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Noyon in Frankreich seit 1979
Hexham in England seit 1989
Nagykálló in Ungarn seit 1992
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Eine der sieben Keltern
Rathaus von 1668
Kunstmarkt am Pfingstwochenende
Alte Apotheke
Floriansberg mit Streuobstwiesen
Museen

In der Herrschaftskelter befindet sich seit 1979 das Weinbaumuseum Metzingen, welches im Jahr 2009 aufwendig saniert und umgestaltet wurde.

Im Stadtteil Glems gibt es seit 2004 ein Obstbaumuseum, dieses wurde zum 750-jährigen Bestehen des Ortsteils in der Kelter eingerichtet. Im Museum werden verschiedenste Themen des Obstbaus und der Kelterei dargestellt. Es ist auch möglich, im Herbst den Mostereibetrieb live zu erleben.[10]

Bauwerke

Einen Überblick über die denkmalpflegerisch relevanten Bauten bietet die Liste der Kulturdenkmale in Metzingen.

Der Kelternplatz mit den sieben Keltern gilt als Wahrzeichen der Stadt. Alle Keltern wurden aufwändig restauriert und dienen heute unterschiedlichen Zwecken. In der Inneren Heiligenkelter befindet sich die Vinothek, eine Verkaufsstelle der Weingärtnergenossenschaft, die Herrschaftskelter beherbergt das Weinbaumuseum, die Äußere Stadtkelter wird als Festkelter für verschiedenste Veranstaltungen genutzt. In der Inneren Heiligenkelter befinden sich mehrere Gastronomiebetriebe und in der Kalebskelter ist die Stadtbibliothek untergebracht. Die Ochsenkelter und die Äußere Heiligenkelter werden als offene Marktkeltern genutzt.

In Neuhausen stehen weitere drei Keltern in einer Reihe. Die Äußere Kelter wird von der Weingärtnergenossenschaft genutzt, die Mittlere Kelter beherbergt einen historischen Kelterbaum aus dem 17. Jahrhundert und die Innere Kelter dient den verschiedenen Neuhäuser Vereinen als Veranstaltungsraum.

Das älteste erhaltene Wohngebäude Metzingens wurde dendrochronologisch ins Jahr 1452 datiert. Es ist als Pfleghof des Klosters Zwiefalten errichtet worden und mit einem großen Gewölbekeller ausgestattet. Das Gebäude ist das Stammhaus der Familie Völter, denn der langjährige Mädchenschulmeister Christoph Erhard Michael Völter lebte dort. In seiner Sitzung am 15. März 2007 beschloss der Gemeinderat, eine Abbruchgenehmigung für dieses stadtgeschichtlich interessante Haus zu erteilen.

Das Alte Rathaus Metzingen wurde 1668 erbaut. Der Marktbrunnen stammt von 1758. Die evangelische Martinskirche wurde 1613 fertiggestellt. Zu weiteren Kirchen siehe den Abschnitt Religionen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Pumpspeicherwerk Glems.

Das Fabrikverkaufs-Gebiet am Rande der Innenstadt wurde seit Beginn des 21. Jahrhunderts intensiv ergänzt und umgeordnet. Es stellt mittlerweile eine Mischung aus (teilweise renovierten) alten Industriegebäuden und modernen, sorgfältig gestalteten Neubauten mit puristischem „Fabrik-Charakter“ dar.
Die Neugestaltung des historischen Lindenplatzes als Verbindung zwischen Fabrikverkäufen und Innenstadt wurde im September 2005 abgeschlossen.
Im Gewerbegebiet Längenfeld wurde 2008 ein Distributionszentrum der Hugo Boss AG mit Sondergenehmigung in Bezug auf die Gebäudehöhe errichtet; die Planungen für ein zweites überdimensioniertes Distributionszentrum im Gewerbegebiet Braike-Wangen wurden am 31. August 2008 per Bürgerentscheid gestoppt.

Sport

In Metzingen gibt es mehrere Sportvereine, die verschiedene Sportarten anbieten. Dazu gehören die TuS Metzingen, der TB Metzingen, der TV Neuhausen, der FC Neuhausen und der TSV Glems. Daneben gibt es noch einen Tennisverein und einen Tauchsportverein. Am erfolgreichsten sind derzeit die Handball-Erstligisten TuS Metzingen bei den Frauen (TuSsies) und der TV Neuhausen bei den Männern.

Regelmäßige Veranstaltungen
Sieben-Keltern-Fest (dritte Woche im Oktober)
Neuhäuser Weinfest (Anfang November)
Metzinger Stadt-und Heimatfest, alle 3 Jahre
Glemser Kirbe (am Wochenende nach dem 11. November)
Kunstmarkt in Metzingen (Pfingsten)
Weihnachtsmarkt (erstes Wochenende im Dezember, Samstags auch Stände von Schulen, Vereinen u.Ä.)
Vereine

In Metzingen gibt es eine Reihe von Vereinen, darunter den Arbeitskreis Stadtgeschichte (AKS), den CVJM Metzingen, die Pfadfinder Metzingen (Teil der Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (1976)), eine Freiwillige Feuerwehr mit einer Jugendfeuerwehr und den 1837 gegründeten Liederkranz.

Seit 1974 gibt es in Metzingen den Club Thing, ein Treffpunkt für viele Jugendliche in Metzingen und einer der wenigen Veranstaltungshäuser/Club in Metzingen und dem Ermstal. Üblicherweise finden im Club Thing jeden Freitag- und Samstagabend Partys, Konzerte und weitere Musikveranstaltungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Metzingen liegt verkehrsgünstig am Fuße der Schwäbischen Alb. Die Stadt ist ein starker Wirtschaftsstandort mit über 10.000 Arbeitsplätzen bei rund 22.000 Einwohnern. Hauptzweige in der Industrie bilden der Maschinenbau und die Textilbranche, zunehmend auch der Bereich Feinmechanik und Elektronik. Die Metzinger Betriebskrankenkasse, eine 1884 als Betriebskrankenkasse gegründete Krankenkasse, hat ihren Sitz in Metzingen. Ebenso wie die Storopack GmbH & Co. KG, einem Hersteller von Transport- und Schutzverpackungen.

Outlet-Stores

Metzingen ist Sitz einiger Textilbetriebe, die hier jedoch meist nur noch ihre Design- und Verwaltungszentralen haben, da die tatsächliche Produktion außerhalb Deutschlands stattfindet. Das bekannteste Metzinger Unternehmen ist die Hugo Boss AG. In Metzingen gibt es über 90 Fabrikverkäufe, bei denen vorwiegend bestimmte Marken-Kleidungsstücke (z. B. Reebok, Pepe Jeans London, Adidas, S.Oliver, Esprit, Puma, Nike, Schiesser, Möve, Hugo Boss, Joop, Strenesse, Escada, Bally, Armani, Timberland, Dockers, Milka, Lindt usw.) zu reduzierten Preisen verkauft werden. Daneben gibt es aber auch Outlet-Stores mit Ledermoden, Spielzeug und anderen Artikeln. Metzingen ist einer der größten Outlet- bzw. Fabrikverkaufsstandorte Deutschlands. Über 60 Geschäfte[11] haben sich unter dem Begriff Outletcity Metzingen zusammengeschlossen und werden von der Holy AG verwaltet. Eugen Holy heiratete Gertrud Boss, die einzige Tochter von Hugo Ferdinand Boss. Mindestens weitere 30 Fabrik-, Werk- und Lagerverkäufe sind, ohne der Werbegemeinschaft anzugehören, ebenfalls präsent.

Laut FAZ gab es 2005 in Metzingen über 60.000 m² so genannte Fabrikverkäufe und 10.000 waren neu geplant.[12]

Voraussichtlich 2014[veraltet] wird auf dem G&V-Areal mit dem Neubau des Hugo Boss-Outlets begonnen. Das neue Outlet wird über 8000 m² Fläche verfügen. Die alte Outletfläche mit 5000 m² wird in kleinere Läden aufgeteilt.[13]

Verkehr

Metzingen liegt an den drei Bundesstraßen B 28, B 312 und B 313. Die Autobahn A 8 ist weniger als 30 Autominuten entfernt, der Stuttgarter Flughafen ist rund 20 km entfernt. Wichtigster Verkehrsknotenpunkt für den Individualverkehr ist der Lindenplatz, der allerdings zu einer modernen Fußgängerzone für den Fabrikverkauf umgebaut wurde.

Die elektrifizierte Neckar-Alb-Bahn Stuttgart–Tübingen verläuft über den Bahnhof der Stadt, von dem außerdem die einspurige Strecke der Ermstalbahn in Richtung Bad Urach abzweigt. Neben Regionalzügen hält seit Dezember 2009 auch ein InterCity-Zugpaar auf der Relation Düsseldorf–Tübingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 219.

Im Ortsteil Glems befindet sich der Flugplatz Bockwiese nahe dem Stauseehotel.

Einen zweiten Flugplatz gibt es auf der Albhochfläche, das Segelfluggelände Rossfeld.

Landwirtschaft, Forstwirtschaft
Landwirtschaft im Längenfeld bei Metzingen (2010)

Die Stadt ist ein bekannter Weinort im Weinbaugebiet Württemberg mit der Winzergenossenschaft Metzingen-Neuhausen. Die Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen hat einen 2700 m langen Rundweg angelegt, der mitten durch die Weinberge führt und zu einem Spaziergang einlädt. Die 17 Schautafeln enthalten Informationen über den Weinanbau, die Rebsorten und die Tradition des Weinbaus in Metzingen. Darüber hinaus enthält der Pfad auch nützliche Informationen über Land und Leute. Vom Weg aus hat der Besucher einen Ausblick über das Ermstal und den Albtrauf. Metzingen ist südlicher Endpunkt der Württemberger Weinstraße.

Ein stadteigener Obstbaubetrieb bewirtschaftet einen ansehnlichen Teil des landschaftsprägenden Streuobstbestandes.

Die Waldflächen auf Metzinger Gemarkung – weit überwiegend Laubwald – umfassen 1.700 ha; davon sind 870 ha in städtischem Besitz. Die Steilhang-Buchenmischwälder am Albtrauf, auf der Gemarkung des Ortsteils Glems gelegen, stellen dabei eine herausragende Besonderheit dar.

Gastronomie

In Metzingen selbst gibt es mit dem Hotel-Restaurant Schwanen ein Viersterne-Hotel. Im Teilort Glems liegt der Gasthof zum Waldhorn, der seit 130 Jahren in Familienbesitz ist und auch über eine Brennerei verfügt.

Medien

In Metzingen erscheint die Tageszeitung Metzinger-Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote, die ihren Mantel von der Südwest Presse aus Ulm bezieht. Ebenso erscheint eine Metzinger Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers, der Metzinger-Uracher General-Anzeiger.

Der regionale Fernsehsender RTF.1 berichtet ebenfalls über aktuelle Geschehen aus Metzingen und Umgebung.

Öffentliche Einrichtungen

Metzingen hat ein Notariat und ein Rathaus. Im Rathaus werden teilweise vom Amtsgericht Bad Urach ausgelagerte Fälle verhandelt.

Bildung

Metzingen hat ein Gymnasium (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium), eine Realschule (Schönbein-Realschule), eine Förderschule (Seyboldschule), eine Grundschule (Sieben-Keltern-Schule, früher Hindenburgschule) und zwei Grund- und Hauptschulen (Neugreuthschule mit Grundschulförderklasse und Uhlandschule). Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist die einzige G9-Modellschule im Landkreis Reutlingen.

Der Landkreis Reutlingen ist Träger der Gewerblichen Schulen Metzingen. Die private Evangelische Berufsfachschule für Altenpflege rundet das Schulangebot Metzingens ab. Ferner gibt es noch eine Musikschule, die als eingetragener Verein organisiert ist.

Weitere Bildungseinrichtungen sind die fba, Familienbildungsarbeit Metzingen, und die Volkshochschule Metzingen.

Persönlichkeiten
Ehrenbürger

Die Stadt Metzingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

1893: Karl Beck, Stadtpfarrer
1908: Christian Völter, Kommerzienrat
1910: Friedrich Caspar, Stadtschultheiß
1934: Wilhelm Carl, Bürgermeister
1955: Hermann Bräuchle (1877–1965), Lederfabrikant, Gemeinderat
1955: Julius Wizemann, Fabrikant
1970: Otto Schmid, Gemeinderat und Gerbereibesitzer
1973: Hans Speidel (1897–1984), General
1976: Heinrich Schmid, Werkzeugmacher, Gemeinderat
1981: Pierre Dubois, Bürgermeister von Noyon
1981: Joseph Duchemin, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Noyon
1983: Eduard Kahl, Bürgermeister
2002: Monique Silvert, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Noyon
2004: János Fodor, Bürgermeister von Nagykálló
2004: Heinz Kipper, Gemeinderat, AWO-Vorsitzender
2005: Eva Maria Weiblen, Mitbegründerin des Förderkreises Metzinger Keltern
2008: Horst Laubner, Theaterregisseur, Vorsitzender des Veranstaltungsrings
2010: Frieder Gaenslen, Unternehmer, Gemeinderat
2014: Sibylle Küßner, Gemeinderätin
Söhne und Töchter der Stadt
Christian Friedrich Schönbein (1799–1868), Entdecker des Ozons und Erfinder der Nitrozellulose
Philipp Auer (1831–1912), Lindenwirt, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter
Karl Rath (1833–1903), württembergischer Landtagsabgeordneter
Reinhold Bräuchle (1861–1932), Landtagsabgeordneter
Albert Fischer (1883–1952), Abgeordneter des Landtags des Volksstaats Württemberg
Hugo Ferdinand Boss (1885–1948), legte mit seiner Schneiderei den Grundstein für den Bekleidungshersteller Hugo Boss AG
Hugo Lausterer (1890–unbekannt), SS-Scharführer und Kommandoführer
Wilhelm Speidel (1895–1970), General der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg
Hans Speidel (1897–1984), General und von 1957 bis 1963 Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa
Konrad Hummel (1923–2014), Professor für Blutgruppenserologie an der Universität Freiburg im Breisgau
Hugo Restle (1928–2011), Volkswirt und Vorstandssprecher der Agrippina Versicherungs AG
Doris Oswald (* 1936), Autorin, Humoristin und schwäbische Mundart-Dichterin
Rosemarie Bauer (* 1936), Kunstmalerin, Grafikerin, Autorin und schwäbische Mundart-Dichterin
Klaus Kinkel (* 1936), Politiker (FDP), ehemaliger Bundesaußenminister
Wolfgang Straßer (1941–2015), Informatiker
Friedrich Volz (1944–1988), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter
Wolfgang Laib (* 1950), Künstler
Reinhard Febel (* 1952), Komponist
Eberhard Fritz (* 1957), Historiker und Archivar
Thomas Reusch-Frey (* 1959), Politiker, Landtagsabgeordneter
Jochen Mannhart (* 1960), Physiker
Andreas Schmauder (* 1966), Historiker und Archivar
Michael Donth (* 1967), Politiker (CDU), Bundestagsabgeordneter
Barbara Wurster (* 1970), Schauspielerin
Franziska Brauße (* 1998), Radsportlerin
Persönlichkeiten, die in der Stadt wirken oder gewirkt haben
Laura Siegemund (* 1988), Tennisspielerin
Literatur
Württembergisches Städtebuch. Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus Erich Keyser: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart, 1961
Metzingen. Informationsbroschüre. 12. Auflage, Mering: WEKA-Info-Verlag, 2005, 48 S.